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Sprachen


Entwicklung der Sprache

Ohne Sprache wäre die menschliche Zivilisation kaum vorstellbar. Nur durch sie ist es uns möglich, bereits gesammeltes Wissen ebenso wie ganz neue Ideen an andere weiterzugeben. Kultur und Wissenschaft können so nicht nur erhalten, sondern stetig weiterentwickelt werden. Auch soziale Beziehungen werden unter Menschen durch sprachliche Kommunikation gestärkt. Aber obwohl die Verwendung von Sprache eines der bestimmenden Merkmale ist, die den Menschen vom Tier unterscheiden, ist bislang noch nicht abschließend geklärt, wie sie entstand.

Körperliche Voraussetzungen für die Entwicklung von Sprache

Zahlreiche Tierarten und insbesondere Primaten kennen verschiedene Formen nicht-verbaler Sprache. Neben einer ausgeprägten Körpersprache und der Kommunikation mittels Gerüchen sind durchaus auch Lautäußerungen verbreitet, die je nach Situation unterschiedlich klingen und dabei auch verschiedenartige Bedeutungen transportieren. Deshalb ist davon auszugehen, dass auch die Vor- und Frühmenschen sich so miteinander verständigten. Für die Entstehung der Sprache im eigentlichen Sinn war jedoch eine körperliche Veränderung von entscheidender Bedeutung. Erst die Absenkung des Kehlkopfs und die Vergrößerung des Rachenraums durch die Aufwölbung des Gaumens machten es möglich, die von den Stimmbändern erzeugten Töne mit Hilfe von Lippen und Zunge zu modulieren. Dank paläontologischer Funde gilt es heute als gesichert, dass neben dem anatomisch modernen Menschen auch der Neandertaler die Fähigkeit zu sprechen besaß. Es wird angenommen, dass bereits der Vorfahr beider Menschenarten, der Homo erectus, Sprechlaute bilden konnte. Zahlreiche Faustkeile und andere Steinwerkzeuge aus dieser Phase der Menschheitsgeschichte legen die Vermutung nahe, dass schon damals Wissen verbal weitergegeben werden konnte. Wie weit das Sprechvermögen aber ausgeprägt war, ist noch unbekannt.

Entstehung erster menschlicher Sprachen

Auch die Entstehung der ersten Sprache unserer direkten Vorfahren liegt noch im Dunkel der Geschichte, obwohl sich schon seit Jahrzehnten Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen damit beschäftigen. Da es aus dieser Zeit keinerlei schriftliche Zeugnisse gibt, sind gezwungenermaßen alle Überlegungen zum Ursprung und der Entwicklung der frühesten Sprachen lediglich theoretischer Natur. Bis zum 19. Jahrhundert war die These allgemein anerkannt, dass sich die ersten Wörter aus lautmalerischen Äußerungen heraus entwickelt haben sollen. Bei dieser Art der Wortbildung werden zunächst Geräusche aus der Natur nachgeahmt und die entsprechenden Klangnachbildungen durch häufige Wiederholung schließlich als Begriffe gebräuchlich. Auch in modernen Sprachen finden sich einzelne aus Lautmalereien heraus entstandene Wörter, die als Beleg für diese These dienen können. Nach der holistischen Sprachtheorie, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte, sollen dagegen die ersten Wörter nicht einzelne, klar umrissene Dinge bezeichnet haben, sondern komplexe Situationen. Erst später sollen von diesen ganzheitlichen Begriffen speziellere Wörter und grammatikalische Strukturen abgeleitet worden sein. Manche Forscher vermuten auch, dass die Sprache ursprünglich aus Gesängen hervorgegangen sei und die dabei verwendeten Lautäußerungen erst nach und nach mit Bedeutung ausgefüllt worden seien. Ein weiterer strittiger Punkt ist der Ort der Sprachentstehung. Während manche davon ausgehen, dass verschiedene Sprachen unabhängig von einander an unterschiedlichen Orten entstanden, sind andere von einer gemeinsamen Ursprache aller späteren Sprache überzeugt. Ziemlich sicher ist jedoch, dass die menschliche Sprache ihren Ursprung in Afrika hat, da dort auch die Menschheit als solche entstand.

Linguistische Forschung als Schlüssel zur Sprachentwicklung

Bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigen sich Linguistiker mit dem Aufbau und der Entwicklung der modernen Sprachen. Dank der zahlreichen schriftlichen Quellen konnten sich insbesondere die Verwandtschaftsverhältnisse von Latein und seinen Tochtersprachen sowie der vom Germanischen abstammenden Sprachen leicht nachvollziehen lassen. Analog zur Evolutionstheorie entwickelten die Sprachwissenschaftler Stammbaummodelle, um die Beziehungen zwischen den verschiedenen Sprachen zu veranschaulichen. In modifizierter Form werden diese Sprachstammbäume noch heute verwendet. Durch den systematischen Vergleich sowohl derzeit existierender Sprachen als auch der historischen Entwicklung von Einzelsprachen konnten inzwischen Rückschlüsse auf die jeweiligen Ursprungssprachen gezogen werden. Manche der Ursprachen, wie z.B. Urindogermanisch, konnten dadurch sogar rekonstruiert werden. Dieser Forschungsmethode sind allerdings gewisse Grenzen gesetzt, da mit zunehmender zeitlicher Tiefe die Rekonstruktionen immer ungenauer werden und die frühesten Schriftzeugnisse erst vor wenigen Jahrtausenden und zunächst ausschließlich in dem eng umgrenzten Raum des Zweistromlandes entstanden.

Sprachfamilien als Indikator der Sprachgeschichte

Derzeit gibt es weltweit noch zwischen 6000 und 6500 Sprachen, wobei ihre Zahl stetig abnimmt. Nur etwa 120 davon gelten als isolierte Sprachen, die mit keiner anderen verwandt sind. In Europa ist dies beispielsweise bei Baskisch der Fall. Die anderen Sprachen gehören zu größeren Sprachfamilien. Durch die Unterschiede innerhalb dieser Sprachfamilien lassen sich noch heute lange vergangene Ereignisse und Wanderungsbewegungen nachzeichnen. Da gesprochene Sprache nicht statisch ist, gibt es zwei Hauptgründe für Veränderung und Entwicklung von Sprachen, die sich bis heute beobachten lassen: Zum einen können sich bei räumlich getrennten Gruppen, die ursprünglich dieselbe Sprache sprechen, im Laufe der Zeit verschiedene Varianten dieser Sprache herausbilden, die sich ab einem gewissen Zeitpunkt so sehr unterscheiden, dass sie gegenseitig nicht mehr verstehbar sind. Zum anderen beeinflussen verschiedene Sprachen, die in enger geografischer Nähe oder sogar im selben Gebiet gesprochen werden, sich gegenseitig. Gerade durch das Vokabular sind oftmals Rückschlüsse auf frühere Gegebenheiten möglich. Inzwischen finden die Wanderungsbewegungen der Angehörigen verschiedener Sprachgruppen, die ursprünglich nur aufgrund linguistischer Erkenntnisse angenommen worden waren, auch ihre Bestätigung in Archäologie und Genetik. So konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass die eine isolierte Sprache sprechenden Basken sich auch in ihrer Abstammung von der europäischen Mehrheitsbevölkerung unterscheiden. Mit dem Zeitalter der Massenkommunikation und der daraus resultierenden Dominanz einiger weniger Weltsprachen hat ein ganz neuartiges Kapitel der Sprachgeschichte begonnen. Es steht zu erwarten, dass viele bisher gültige Gesetzmäßigkeiten der Sprachentwicklung dadurch obsolet werden.


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