Synonyme



businessandmore.de

Ursprung von Sprache Sprachentwicklung Sprachen in Afrika Sprachen in Asien Sprachen in Europa Sprachen in Nordamerika

Sprachen in Südamerika Sprachen im Internet Wörterbuch englisch Wörterbuch italienisch Wörterbuch spanisch Wörterbuch portugiesisch

Wörterbuch niederländisch Wörterbuch polnisch Wörterbuch russisch WISSEN Interesting facts about languages


Sprachen


Sprachen in Afrika

Die Sprachen, die auf dem afrikanischen Kontinent gesprochen werden, können in sechs, verschieden große Gruppen eingeteilt werden. Mit ungefähr 400 Millionen Erstsprechern ist die vor allem südlich der Sahara dominierende Niger-Kongo-Sprachfamilie, zu der auch die Bantu-Sprachen gehören, Afrikas größte Sprecherfamilie. Im Norden des Kontinents vorherrschende afroasiatische Sprachen, insbesondere Arabisch, werden in Afrika von etwa 250 Millionen Menschen als Erstsprache gesprochen. Mit 35 Millionen Muttersprachlern ist damit verglichen die hauptsächlich in Nordostafrika verbreitete Gruppe der nilo-saharanischen Sprachen wesentlich kleiner. Unter der Bezeichnung „Khoisan-Sprachen“ werden einige von weniger als einer halben Million Menschen, vor allem im südwestlichen Afrika gesprochene Sprachen zusammengefasst. Die fünfte afrikanische Sprachengruppe umfasst die für polynesische Ethnien typischen austronesischen Sprachen, von denen eine einzige in Afrika gesprochen wird, nämlich das von knapp 20 Millionen Madagassen beherrschte Malagasy. Europäische Sprachen spielen nicht nur als Amtssprachen, sondern auch als Muttersprachen eine wichtige Rolle für die afrikanischen Gesellschaften.

Charakteristisch für die mehr 2000 Sprachen umfassende inguistische Landschaft Afrikas ist die Vielsprachigkeit der Bevölkerungen der meisten Staaten. Als Folge haben sich vor allem aus pragmatischen Gründen Verkehrssprachen etabliert, um eine gedeihliche Kommunikation zu gewährleisten. Auch, um dem Vorwurf ethnischer Bevorzugung vermeiden zu können, haben viele afrikanische Staaten darauf verzichtet, die Sprache der zahlenmäßig stärksten Ethnie zur Landessprache zu machen. Regelmäßig ist als Kompromiss und auch in Anknüpfung an in der Kolonialzeit gewachsene Bildungs- und Verwaltungsstrukturen die Sprache der ehemaligen Kolonialherren als Amtssprache festgelegt worden. So wie Englisch in Kenia und Südsudan, Französisch in Togo und Senegal, Spanisch in Äquatorial-Guinea und in den spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla sowie Portugiesisch in Angola und Mozambik. Eine Sonderrolle nimmt in dieser Hinsicht das von etwa sieben Millionen, weißen und nichtweißen Südafrikanern und Namibiern als Muttersprache gesprochene, eng mit dem Niederländischen verwandte Afrikaans („Kapholländisch“) ein, das eine von elf (!) Amtssprachen in der Republik Südafrika ist.

In den Maghreb-Staaten und Ägypten sowie den Ländern der Sahelzone von Mauretanien im Westen bis Äthiopien im Osten werden neben Arabisch, das wie die äthiopische Amtssprache Amharisch (20 Millionen Sprecher) zum semitischen Zweig afroasiatischer Sprachen zählt, etwa 300 weitere afroasiatische Sprachen gesprochen. Besonders wichtig sind darunter die von etwa 40 Millionen Nordafrikanern gesprochenen Berbersprachen sowie das zur Untergruppe der tschadischen Sprachen gehörende Hausa, das im Raum Nigeria von etwa 85 Millionen Menschen als Erst- oder Verkehrssprache gepflegt wird sowie das zur Untergruppe der kuschitischen Sprachen zählende, von ungefähr 15 Millionen Äthiopiern gesprochene Oromo.

Die große Gruppe der etwa 1.500 Sprachen umfassenden Niger-Kongo-Sprachfamilie ist im südlichen Zwei-Drittel Afrikas bestimmend. Als bedeutendste Untergruppe gilt die Familie der von annähernd 200 Millionen Menschen gepflegten 500 Bantu-Sprachen, zu denen das nigerianische Yoruba, das kenianische Kikuyu sowie die größten südafrikanischen Sprachen Zulu und Xhosa gehören. Als Lingua franca von großer Bedeutung ist Swahili (veraltet: Kisuaheli). Das ursprünglich von ihren Nutzern ausschließlich als Zweitsprache verwendete Swahili hat sich im Lauf der Generationen in vielen Gemeinschaften erfolgreich als wichtigste Kommunikationsebene etablieren können. Von den etwa 80 Millionen Afrikanern, die an der ostafrikanischen Küste zwischen Somalia und Mozambik Swahili sprechen, sind mittlerweile fünf bis zehn Millionen Muttersprachler. Möglicherweise vor etwa 1200 Jahren begann die Entwicklung der Sprache durch Kontakte zwischen ostafrikanischen Küstenbewohnen und arabischen sowie indischen Händlern. Die Entscheidung christlicher Missionare, Swahili bei Gottesdienst und Missionsarbeit einzusetzen, und die Einführung von Swahili als Dienstsprache der afrikanischen Angehörigen der Kolonialtruppe (Askaris) in Deutsch-Ostafrika hat wesentlich zur Aufwertung und Verbreitung dieser Bantu-Sprache beigetragen.

Die ungefähr 200 nilo-saharanischen Sprachen haben ihr Verbreitungsgebiet von Algerien bis Tansania mit Schwerpunkt auf das ostafrikanischen Zwischenseengebiet, Kenia, Sudan und Südsudan. Die wichtigsten nilosaharanischen Sprachen sind Luo (Kenia, Uganda, Tansania), Kanuri (Nigeria-Niger-Region) sowie Dinka und Nuer (Südsudan).

Sind Sprachen innerhalb der vorgenannten Sprachfamilien jeweils sprachgenetisch miteinander verwandt, trifft das für die Gruppe der Khoisan-Sprachen nur sehr bedingt zu. In dieser Gruppe sind lediglich Sprachen zusammengefasst worden, deren Sprecher-Gemeinschaften ein gemeinsames Areal, nämlich das südwestliche Afrika teilen. Die größte dieser Ethnie ist das Volk der früher abwertend als „Hottentotten“ bezeichneten Nama (100.000 Menschen). Die Sprache der in Namibia beheimateten Nama wird zusammen mit eng verwandten, von ungefähr 200.000 weiteren Namibiern, Südafrikanern und Botstwaner unterschiedlicher Ethnien gesprochenen Sprachen als „Khoekhoegowab“ bezeichnet. Zwar gehen Khoekhoegowab und die beiden anderen wichtigen Khoisan-Sprachen Khoikhoi und San nicht auf einen gemeinsamen Ursprung zurück, doch weisen sie als Gemeinsamkeit eine Reihe von auffälligen Klicklauten auf.

Das auf Madagaskar gesprochene Malagasy basiert vor allem auf austronesischen Vokabular-, Aussprache- und Grammatik-Traditionen. Aber zahlreiche indische und persische sowie bantusprachige, französische und englische Elemente haben daneben wesentlich zur Entwicklung dieser Sprache beigetragen.


Copyright by wie sagt man noch