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Sprachen


Sprachen in Nordamerika

Nordamerika wird hauptsächlich von den Vereinigten Staaten und Kanada sowie Teilen Mexikos dominiert. Die relevanten Sprachen sind mithin Englisch, Französisch und Spanisch. Allerdings existiert daneben eine wenig bekannte kulturelle und sprachliche Vielfalt auf dem nordamerikanischen Kontinent.

Vor der Kolonialisierung: indigene Völker und Sprachen

In der Linguistik wird darüber gestritten, ob es vor der Kolonialisierung durch die Europäer einige wenige große Sprachfamilien (z. B. das Sioux in Nord- und Mitte USA, die Na-Dené-Sprachfamilie in Kanada) oder viele kleinere Sprachgruppen (insb. im Westen der USA) auf dem nordamerikanischen Kontinent gab.

Zu den größten noch heute gesprochenen Sprachen zählen das Navajo mit aktuell rund 178.000 Sprechern und Apache mit etwa 12.500 Sprechern. Daneben existiert Dakota (eine Sioux-Sprache) mit 40.000 Sprechern (inkl. Kanada), Eskimo-Aleutisch in der Form des Yupik sowie das irokesische Cherokee mit jeweils 16.000 Sprechern.

Auftritt der europäischen Sprachen: von der Kolonialisierung bis heute

Die sukzessive, seit dem 16. Jahrhundert einsetzende Besiedlung durch europäische Kolonialisten brachte auch die europäischen Sprachen auf den nordamerikanischen Kontinent. Unter ihnen sind vor allem zu nennen:

Englisch, insb. an der Ostküste
Spanisch, insb. im Westen und im zentralen Amerika
Holländisch, z. B. in New York, das früher Nieuw Amsterdam hieß, ehe es von den Briten 1664 kampflos erobert wurde (bis 1920er wurden offizielle Dokumente des Staates New York auch in Niederländisch verfasst) Französisch, hauptsächlich im Osten Kanadas um Québec


Am 4. Juli 1776 erklärten die dreizehn britischen Kronkolonien in Ostamerika ihre Unabhängigkeit vom Mutterland. Diese Unabhängigkeit wurde im darauffolgenden Unabhängigkeitskrieg und durch die Verfassung von 1789 konsolidiert. Zuvor hatte es u. a. Spannungen zwischen Briten und Franzosen im Siebenjährigen Krieg und auf dem nordamerikanischen Festland gegeben. Diese Auseinandersetzungen mündeten im Sieg Britanniens und im Zurückdrängen des französischen Spracheinflusses auf die kanadischen Besitzungen jenseits der kolonialen Grenzen.

Englisch wurde trotz der Bildung der Vereinigten Staaten von Amerika nie offizielle Amtssprache des neuen Staates. Heute aber ist es die nahezu uneingeschränkt anerkannte nationale Verkehrssprache. 25 der 50 Staaten (darunter Colorado, Kalifornien, New Hampshire und Tennessee) führen Englisch als einzige Amtssprache, während vier (Hawaii, Louisiana, New Mexico und Pennsylvania) zwei Amtssprachen (Englisch-Französisch, Englisch-Spanisch und sogar Englisch-Deutsch) führen und alle übrigen keine Amtssprache festgelegt haben. Der Staat Kalifornien erlaubt neben Englisch noch das Abfassen von Dokumenten u. a. ins Chinesische, Russische, Spanische und Vietnamesische.

Zwischen dem britischen und dem amerikanischen Englisch haben sich bedingt durch die Abtrennung Unterschiede herausgebildet, die sich hauptsächlich auf die Schreibweise einzelner Wörter und die Aussprache insgesamt beschränken. Das britische Englisch klingt oft betonter und gewählter, das amerikanische hingegen kräftiger bis schroffer. Im Übrigen aber können sich Sprecher beider Seiten problemlos verständigen.

Mit den Migrationswellen des 19. und 20 Jahrhunderts kamen zahlreiche neue Ethnien und Sprachen in die USA, am prominentesten unter ihnen:

Italienisch (Little Italy)
Chinesisch (Chinatown) und andere asiatische Sprachen wie Japanisch und Koreanisch
Jiddisch (jüdische Auswanderer, vor allem im Bundesstaat New York, über 130.000 Sprecher)


Betrachtet man die in Schulen gelehrten Fremdsprachen, so nimmt Spanisch den ersten Rang ein: über 50 Mio. US-Amerikaner sprechen heute Spanisch als Mutter- oder Zweitsprache. Es folgen das Chinesische in Form des Kantonesischen, Französisch und Deutsch. In der westlichen Welt eher unbekannt, in Kalifornien aber stark vertreten ist die Hauptsprache der Philippinen, Tagalog, was sich etymologisch von „Herkunft“ und „Fluss“ ableitet.

Jenseits der USA: Kanada, Mexiko und Grönland

Kanada ist Teil des britischen Commonwealth, seine Amtssprachen sind Englisch (ca. 57 % Muttersprachler) und Französisch (ca. 21 % Muttersprachler). Französische Einflüsse sind und waren vor allem um Québec und Ontario stark, Englisch wird hingegen in weiten Teilen des Landes gesprochen, vor allem im West und in der Mitte Kanadas. Zu den anderen weit verbreiteten Sprachen des Landes zählen Chinesisch, Italienisch und Deutsch. Minderheitensprachen werden in vielen Regionen in Schulen und durch gesellschaftliches Engagement gefördert.

Mexiko ist maßgeblich durch das Spanische beeinflusst. Einige Abweichungen zwischen dem europäischen und dem lateinamerikanischen Spanisch bestehen in der Aussprache. So wird „s“ im europäischen Spanisch wie das englische „th“ ausgesprochen, in Mexiko und Lateinamerika hingegen wie ein scharfes „s“. In Mexiko sind neben Spanisch über 62 indigene Sprachen offiziell anerkannt (u. a. Nahuatl, Mayathan und Mixtekisch. Andere europäische Sprachen wie Englisch, Französisch und Deutsch sind auch vertreten, genießen aber nicht den Status einer Nationalsprache.

Grönland wird von den Nachfahren der grönländischen Ureinwohner, einer Untergruppe der Inuit, bewohnt, und sind Bürger des Königreichs Dänemark. Sie sprechen Grönländisch, ein Dialekt der Inuit-Sprache Inuktitut. Da das Land zu Dänemark gehört, ist auch Dänisch anerkannte Verkehrssprache.

Fazit
Der Eindruck, dass Nordamerika sprachlich und kulturell nur aus dem Englischen und Französischen bestehe, während das Südamerikanische durch das Spanische geprägt ist, bestätigt sich nur teilweise. Nordamerika ist ein kulturelles, historisches und geografisches Faszinosum mit einer Fülle unterschiedlicher Sprachen, das noch nicht abschließend erforscht ist und noch viele spannende Entdeckungen bereithält.


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