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Gebärdensprache - Wenn Hände sprechen

Tipp von Redaktion
Menschen, die gehörlos sind oder sehr schlecht hören, haben ihre eigene Sprache. Mittels der Gebärdensprache können sie sich untereinander verständigen und auch mit Hörenden kommunizieren. Die Gebärdensprache besteht aus einer Mischung aus Körperhaltung, Mimik und Gebärden (Gestiken). Was viele Laien nicht wissen ist, dass die Gebärdensprache ihre eigene Grammatik hat und eine vollwertige Sprache ist. Die deutschsprachigen Gebärden für Deutschland, Österreich und der Schweiz unterscheiden sich im Dialekt und einigen Gestiken, wie beispielsweise den Gestiken für den Wochentag. Auch in Deutschland gibt es regionale Dialekte in der Gehörlosensprache. Die visuelle Sprache entstand schon vor Jahrhunderten, ist aber erst seit dem Jahr 2002 hierzulande anerkannt. Natürlich gibt es die Gebärdensprache auch in nicht deutschsprachigen Ländern. Auch gehörlose Amerikaner, Franzosen, Chinesen und Thailänder können dank der Gebärden untereinander kommunizieren. Miteinander wird es schwierig, da nicht alle Taubstumme dasselbe Fingeralphabet verwenden. Dies bedeutet, dass auch Gehörlose Menschen eine Fremdspreche neu lernen möchten. Dies trifft auch auf Länder wie China und Russland zu, die eine andere Schriftsprache verwenden. Wie viele Gebärdensprachen es weltweit gibt, ist nicht bekannt.

Anerkannte Sprache seit 2002


Die Deutsche Gebärdensprache, bekannt unter dem Kürzel DGS, wird von Schwerhörigen und Menschen ohne Gehör verwendet, um miteinander zu kommunizieren, das heißt aber nicht, dass Deutsch in Gebärdenform übersetzt ist. Die gestikulierende Sprache unterscheidet sich von der gesprochenen Sprache, weil bei ihr mittels einer Gestik gleich mehrere Informationen transportiert werden. Bei der gesprochenen Sprache werden einzelne Wörter hingegen zu Sätzen aneinandergereiht und ergeben so ihren Sinn. Für gehörlose und schwerhörige Menschen gibt es eine weitere Unterstützung, das sogenannte Fingeralphabet. Da es für Eigennamen keine Gebärden gibt, nutzen sie das Fingeralphabet für diese Zwecke, um zu buchstabieren. Ein Nachteil der Gebärdensprache ist, dass Gehörlose nur mit jenen Menschen kommunizieren können, die die Gebärdensprache verstehen. Während Grundbedürfnisse wie Essen, Schlafen, Trinken auch von Hörenden verstanden wird, wird die weitere Kommunikation zwischen Taubstummen und Hörenden schwierig, wenn der Hörende die Gebärdensprache nicht beherrscht. Für Menschen, die mehrfachbehindert sind und geistig beeinträchtigt sind, gibt es eine vereinfachte Gebärdensprache mittels der Grundbedürfnisse und Grundinformationen kommuniziert werden können.

Sich mit Händen ausdrücken lernen


Wer von Geburt an gehörlos oder schwerhörig ist, lernt schon im Kindesalter, sich mit dem Fingeralphabet und den Gebärden zu verständigen. So wird Kindern trotz Hörbehinderung ermöglicht, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und mit Hörenden zu kommunizieren. Sie lernen, dass das Mundbild (die Mundbewegung), das Wortbild (mögliche Geräusche) und die Mimik (der Gesichtsausdruck) sehr wichtig sind, für die Gebärden. Die Gestiken werden mit der dominanten Hand durchgeführt. Wer Rechtshändler ist, nutzt also seine rechte Hand, wer Linkshändler ist, nutzt für die Gestiken die linke Hand. Es gibt auch Informationen, die mit beiden Händen übermittelt werden. Was der Laie oft nicht weiß ist, dass es auch eine Rolle spielt, ob eine Gebärde am Hals, am Körper, am Kopf oder vor dem Gesicht gemacht wird. Da Hörbehinderte nicht den Tonfall wahrnehmen können, sind für sie Körpersprache und Blick des Gestikulierenden zentral. Dies gilt allerdings nicht für taubblinde Menschen. Taubblinde Menschen kommunizieren, in dem sie die Gebärden gegenseitig auf die Hand aufmalen. Dies geschieht mit Hilfe des Lormen-Alphabets. Jede Handregion ist dabei einem eigenen Buchstaben zugeordnet. Ein Punkt auf die Daumenspitze steht zum Beispiel für den Buchstaben A.

Wer die Gebärdensprache lernen möchte, findet inzwischen ein breites Kursangebot.


Volkshochschulen, Kulturzentren, Selbsthilfegruppen, Landes- und Ortsverbände für Gehörlose und Bildungszentren bieten Kurse an, in denen Gehörlose und auch Hörende die visuelle Sprache erlernen können. Wichtig ist, dass das Gelernte geübt wird. Es gibt darüber hinaus spezielle Gebärdenschulen, die sich dem Erlernen der Sprache und dem Training widmen.

Angebot in Gebärdensprache wächst


Inzwischen ist das Angebot für Gehörlose Menschen vielfältig. Die Tagesschau und Bundestagsdebatten werden längst für Taubstumme Menschen übersetzt. Der Beruf des Gebärdendolmetschers ist inzwischen ein anerkannter Beruf und macht dies möglich. Bekannte Fernsehformate und Filme werden in Gebärden gedolmetscht. Die etwa 80.000 gehörlosen Menschen in Deutschland haben die Möglichkeit an Gottesdiensten teilzunehmen, die ausschließlich in der Gebärdensprache gefeiert werden. Auch im gesellschaftlichen Leben gibt es immer mehr Angebote, wie beispielsweise einen eigenen Poetry-Slam, der ausschließlich in Gebärdensprache stattfindet. Allerdings ist das Angebot an Weiterbildung und Fortbildungsmöglichkeiten immer noch eingeschränkt. Es gibt noch keine Universität für Gehörlose in Deutschland, wenngleich trotzdem Studienmöglichkeiten bestehen. Für Kinder sieht die Situation etwas besser aus. Es gibt sowohl Grundschulen als auch weiterführende Schulen für Kinder mit Hörbehinderungen.

Gebärdensprache ist nicht das einzige Hilfsmittel


Wer taubstumm ist, kann das Telefon nicht klingeln hören. Ebenso wenig hört ein Gehörloser, ob der Postbote an der Tür klingelt und er nimmt das Wecker klingeln ebenfalls nicht wahr. Deswegen gibt es inzwischen viele Hilfsmittel, die Hörbehinderte im Alltag unterstützen. Für die Klingel gibt es beispielsweise Lichtsignale, die aufblinken, wenn jemand vor der Tür steht. Auch das Wecken funktioniert mit der Unterstützung durch Lichtsignale. Spezielle Bild- und Schreibtelefone ermöglichen Gehörlosen. Wenn Gehörlose Eltern werden, werden sie mit einem Babyfon geweckt. Das Babyfon für Gehörlose weckt die Eltern mit deutlichen Lichtsignale.


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