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Gedichte - (Alfred Henschke) Klabund


Die Brüderschaft

(dem Doktor B.) Warum
willst du mich nicht Bruder
nennen? Meine Augen, meine Herzen
brennen Frühling, Flamme ohne
Qualm. Hirn veratmet unter Mohn und
Ähren. Aber sch

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Im Morgengrauen

(dem Doktor
Müller-Jürgens) Niemand weiss,
wozu Diese Felsenruh, Diese
Sträucherwildnis uns
verliehn. Segelschiff auf See, Und im
Wald das Reh Möchten unsre

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O wenn mein Mund an deinem Munde brennt

(E. S. zu eigen) O
wenn mein Mund an deinem Munde
brennt, Firmamente erblühen feurig am
Firmament! Sonne hat sich in aber
Sonnen gespalten, Wo ein Büsser in
dürre Kniee sa

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Haus in W.

(für Bruno Frank) In
jeder Ecke lag ein Mädchen. Die Kniee
stiessen in die Luft. Lag da, von vier
Uhr früh bis drei Uhr nachts. Lag eine
Ewigkeit. Mit einer

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Abschied

(für Fiete) Weinen
will ich, lasst mich weinen, Denn ich
habe nie geweint. Mag die Sonne dem
erscheinen, Der den Finsternissen
feind. Dunkel komm, mein
stille

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Das Sinngedicht des persischen Zeltmachers

(Meinem Vater) Du
leichter Schatten,
Wolkenschmetterling, Ich fühle dich an
meinen Wimpern hängen. Der schwarze
Schmerz, das dunkle Ding, Begeistert
mich zu strahlenden Ges

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Altes Straßenmädchen

... aber im
Frühlingslicht, Wenn Sonne zu mir
spricht, Steig ich aus meinem
Sarg. Lächle die Straße an. Ein
alter Mann Schenkt mir drei
Mark. Weil ich ihn he

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Der Verzweifelte

1 Noch nie hat mir der
Herbst so weh getan, Daß ich mich ohne
Freundin blaß begnüge. Am Bahnhof
steh ich oft und seh die
Züge Einlaufen nach des Kursbuchs
rotem Plan.

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Der Backfisch

1 Papa ist heute
furchtbar aufgeschwemmt. Er blinzelt
müde in die Morgenzeitung. Mama im
Morgenrock und ungekämmt, Befaßt sich
mit des Kaffees Zubereitung.

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Die ferne Flöte

Abend atmete aus
Blumenblüten, Als im fernen Winde wer
die Flöte blies. Laßt mich eine Gerte
von den Zweigen brechen, Flöte
schnitzen und wie jene Flöte
tun. Wenn die N

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Die Plejaden - V.

Abschied Ich stopfe
dir mein Taschentuch in die Wunde Oder
was einmal Taschentuch gewesen. Gott
schlägt die elfte Stunde. Soll ich dir
aus der Bergpredigt vorlesen?

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Ach Bader

Ach Bader, ach
Bader, Laß du mein` Schatz zur
Ader. Sie liebt mich nicht, sie liebt
mich nicht, Ich sag` es ihr ins
Angesicht. Sie löste unsere Bande In
Schande.

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Akim Akimitsch

Akim Akimitsch, Darfst
nicht mehr säen und
schaffen, Väterchen ruft zu den
Waffen, Akim Akimitsch. Akim
Akimitsch, Was hat der Krieg für einen
Zweck? Eure S

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Winteranfang

Alle Welt ist voll
Wind. Der Herbst fällt von den
Bäumen. Wir sind In Träumen. Der
erste weisse Schnee ... Wer auf ihn
tritt, tritt ihn zu Dreck. Ich sehe
we

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Die Beständigen

Alle Wolken gingen Über
See. Und die Vögel schwingen Wie
Gelächter über fernem Land. Nur
King- Ting, Der spitze Berg, Und der
Zwerg Li-tai-pe S

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Die Seiltänzerin

Alles weinet, wenn du es
besiehst, Denn es scheint zu schön in
deinem Blicke. Weile, Flutende! O du
entfliehst Und entbindest dich der
zarten Stricke. So wie wenn auf hohem

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Landsturm ohne Waffe

Als die Kriegstrompeten
bliesen, Fuhr`s in mich wie
Teufelsweh. Und ich dachte: Körner!
Friesen! Freund - geselle dich zu
diesen Als ein Chevauleger. Führe
wacker de

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Nacht und Morgen und wieder Nacht

Als die Sterne
sanken, Als wir Nebel tranken, Morgen
wölbte seine Hand - Unter seinem
Segen Haben wir gelegen Wie ein
aufgeblühtes Land. Unsre Felder
reiften.

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Herodes

Als du in dem Haupte des
Johannes Tanzend deine Leiber mir
geboten - Ich war du: o dies
Zerlöstsein, bann es, Einmal noch in
meine abendroten Schon der Nacht
dahingegebnen T

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Einer Jüdin

Als du mit Beduinen
spieltest Von Zinn Und meinen Blick in
dir behieltest - Weisst du, wie gut ich
dir bin? Du sagtest der
Dienstmagd: Bringen Sie dem Herrn doch
eine

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Als Gott der Herr auf Erden ging

Als Gott der Herr auf
Erden ging, Da freute sich ein jedes
Ding; Ein jedes Ding, ob gross, ob
klein, Es wollte doch gesegnet
sein. Die Kreatur in ihrer Not, Der
Mensch

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Mimi - I.

Als ich bei dir lag Auf
dem Wiesenhag, Und der Neckar flutete
so mild: Fähre führte Vieh, Hügel
bog sich wie Eine Mutter, die ihr
Kindlein stillt. Berg und B

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Vier Gestalten

Als ich ein Kind war, was
wusst ich von Weite und Leid? Spielte
mit den kleinen Fischen im Teich und tat
die Salamander in Bann; Stach mit
Tannennadeln die leise gepeinigte Faust,
verband sie hilf

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Passauer Distichen

Als ins fallende Laub vor
zwanzig säuselnden Jahren  
  Herbst dich bettete bunt, rief er
die Göttinnen all: Seht von der
letzten Libelle umschwärmt das
schmächtige Menschlein!

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Narkissos

Als Narkissos sich Im
Teiche spiegelte, Erschrak er: Denn
also schön schien ihm das
Spiegelbild, Dass er in Liebe zu sich
selbst Entzündet wurde. Er beugte
sich herni

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Adonis

Als Phöbos Apollon dich
sah, Adonis, Ergriff seine Seele ein
seliger Schmerz. Nicht freute ihn der
Gesang der Mysten Und nicht das Opfer
im ragenden Heiligtum. Er tra

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Bajonettangriff

Als wir die Bajonette
aufgepflanzt, Hielten wir Sonnen in den
Händen. Um sie zu jenen (kippüber
...) in die Nacht zu senden. Der Himmel
tanzt. Ein Schrapnell erblühte wie

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Berliner Weihnacht 1918

Am Kurfürstendamm da
hocken zusamm Die Leute von heute mit
grossem Tamtam. Brillanten mit Tanten,
ein Frack mit was drin, Ein Nerzpelz,
ein Steinherz, ein Doppelkinn. Perlen
perlen,

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Pogrom

Am Sonntag fällt ein
kleines Wort im Dom, Am Montag rollt es
wachsend durch die Gasse, Am Dienstag
spricht man schon vom Rassenhasse, Am
Mittwoch rauscht und raschelt es:
Pogrom!

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Ein Bürger spricht

Am Sonntag geh ich gerne
ins Café. Ich treffe viele
meinesgleichen, Die sich verträumt die
neuste Anekdote reichen - Und manche
Frau im Négligé. Sie sitzt zwar
meist bei

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Der zarte Vogel

Am Ufer, hinter Weiden,
blüht ein Haus. Ein zartes Mädchen
sieht zur Tür hinaus. An der Voliere
steht der Mandarin. Ein zarter Vogel
sing hüpft darin. Verschließ

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Elpenor

An den Okeanos kam
Odysseus, Der viel wandernde, Viel
bewanderte. Ewige Nacht
herrschte Über dem Volk der trotzigen
Kimmerier. Er opferte ein schwarzes
Schaf,

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An der Ponte Viganello

An der Ponte
Viganello Sind Magnolien schon
entzündet. An der Ponte
Viganello Stimmt der März die
Mandoline. An der Ponte
Viganello Seufzt der Veilchenstrom des
Flus

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Vom westlichen Fenster

An der Spitze funkelnder
Soldaten zog mein Gatte    
  in den Krieg nach
Ruhm. Fröhlich war ich wie ein junges
Mädchen, weil ich      
wieder ganz mein Eigen

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Auf einen gefallenen Freund

An Hans Leybold Arm in
Arm sind wir gegangen Durch das
Himmelreich der Welt. Mit dem Lasso
haben wir gefangen Schöne Frauen, die
wie Rehe sprangen Und wir wehten
sege

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Epilog

An Irene Ich habe
Blatt um Blatt gewendet. Das Buch ist
leer. Und leer mein Blick. Ist jener
Vogel mir gesendet? Und jene Knospe
mein Geschick? Hier bist du du

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Nachtgesicht

An Johann Christian
Günther Ich bin mit dir
gegangen Durch Nebel, Nacht und
Wind. Die Tannenwälder sangen, Die
Wolken krochen wie Schlangen Über den
Himmel hin.

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Die Schwiegermutter

An Spaten möcht` i
ha`m, Mei Schwiegermuatter z`
erschloan. Mit der hob i an Gfrett, Ja
dees gloabt`s koaner net. An Spaten
möcht i ha`m, Mei Schwiegermuatter z`
erschloan.

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Patroklos

Antilochos flog in das
Zelt, Wo der Pelide sass und mit den
Schädeln Der toten Feinde Bocca
spielte. Er warf die Schädel in die
Ecke Und warf sich auf sein Lager Von
Wirbelk

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Ballade vom alten Mann

Armer alter Mann, Siehst
mich immer an, Liebe trieft aus Lippe
auf den schäbigen Rock. Blumig blüht
dein Kropf. Einen Eberkopf Hängte
Gott an deine Kette als Berlock.

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Blick ins Tal

Aroser Weisshorn; für
Ernst L. Lass, o lass mich
niedersinken Wie ein Tropfen Tau im
Hain. Berge blühen, Wipfel
winken, Und ich hin nicht mehr
allein. Spukt

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Einsamkeit im nächtlichen Hotel

Auf dem Korridor Hüpft
der rote Mohr, Welcher einer Dame
Schokolade bringt. Meine
Einsamkeit Ist Zerrissenheit Bergs,
aus dem ein Giessbach springt. Ach,
es lo

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Postfahrt nach Arosa

Auf dem Posthof scharren
und schnauben die Gäule, die
Peitsche Knallt, und der Postillion
schnalzt mit der Zunge dazu. Dick und
behäbig und schwer wie aus Urväter
Gezeiten Steht das gelb

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An der Grenze

Auf den himmlischen
Bergen schmolz noch nicht der
Schnee. Keine Blume sprießt aus
dürrem Ried. Hört! Der Frühling
bläst das Weidenlied! Aber keine
warmen Wolken wehn. We

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Das Weib

Auf den Spitzen der
Bajonette Tanzt das apokalyptische
Weib. Dreitausend Tote gehen des Nachts
mit ihr zu Bette. Ihre Brüste blinken
von Mond und Hirn. Gedärme kräuselt
si

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Auf ein Mädchen in der Dämmerung warten

Auf ein Mädchen in der
Dämmerung warten - Krähen fliegen
über goldnem Garten. Menschen
streifen wie erloschne Sterne Durch das
gläsern hingegossne Ferne. Wenn
ei

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Abend in Locarno

Auf schwarzem Hut die
rötliche Kokarde Mein wildes Mädchen
flattert zu Revolten. Um ihre Lippen
stürmt der Duft der Narde. Die Füsse
stampften und die Brüste
rollten. Wi

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Ode an Zeesen

Aus Jupiters Hand
geschleudert Donnerkeil Im
Juligewitter Mein steinernes Herz Du
glühst nicht mehr – Aus den
Sternen gestürzt Aus den Wolken
geschüttet

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Bauz

Bauz schwingt zierlich
den Zylinder, Bauz entstellt sich
hiermit vor. Bauz hat 45 Kinder Und
`nen Bruch im Wasserrohr. Bauz ist
ohne alle Frage, Bauz ist geradezu
dir

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Die Hochzeitsglocken

Begegnet mir mein
Dirndl Von weitem daher, So wird`s mir
ums Herz so voll - Und im Beutel so
leer... Denn sie will fesche
Kleider, Seidne Strümpfe und
Schnall`n,

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Die heiligen drei Könige

Bettelsingen Wir sind
die drei Weisen aus dem Morgenland, Die
Sonne, die hat uns so schwarz
gebrannt. Unsere Haut ist schwarz,
unsere Seel ist klar, Doch unser Hemd
ist besch

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Am Flusse Tschu

Blick ich aus dem blassen
Kahne Nieder in die
Wasserwildnis: Zwischen Schilf und
Wolkenfahne Schwimmt des Mondes goldnes
Bildnis. So in meiner Seele
funkelt Die Geliebte groß

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Ironische Landschaften

Brauner Äcker welliger
Zug, Draus zweiarmig eine Mühle
wächst. Ein paar Pflaumenbäume,
wahllos hingekleckst, Ruhn auf eines
Hügels schlankem Bug. In der Ferne
seh ich e

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Siegeslied

Brüder, laßt im frohen
Kreis Herz und Becher klingen! Was das
goldne Leben weiß, Soll die Freude
zwingen. Und im selbstgeformten
Bild Mag es sich entfalten - Was in

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Nachruf auf Cuno

Cuno steigt in die
Arena. Mensch, wie er, so kann es
keena. Cuno wird das Tau schon
ziehn. Er dreht `s Ding nicht – `s
Ding dreht ihn. Cuno stemmt mit
Pappgewichten.

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Oden - I.

Da nun der Regen
rinnt Und die Wolken wandern, Bin ich
bei niemandem Denn bei mir. Kein
Baum, den ich nicht bog im
Frühling, Die zarten Blüten zu
betrachten.

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Mittag, Abend, Nacht

Darf ich wieder unter
Bäumen wandeln? Darf ich wieder Gott
im Grünen sein? Meine Träume wagen
hold zu handeln, Und die Sonne ist ihr
Widerschein. Aus des Abends rollenden

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Das erste Abenteuer...

Das erste Abenteuer des
Herrn Ohnebein Ist Daß er geht Das
zweite Abenteuer des Herrn
Ohnekopf Ist Daß er denkt Das dritte
Abenteuer des Herrn
Ohnearsch Ist

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Sonette des Spielers

Das erste Spiel Wir
liegen in der Welt. Das erste
Spiel Treibt wohl die Mutter mit den
Brüsten leis. Dann tritt die Amme in
den krausen Kreis, Sie weiß sehr wenig
und sie

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Der Kaiser

Das goldne Licht des
sonnenhaften Thrones Fällt auf der
Majestät gefurchte Mienen. Um die
Gestalt des hohen Himmelssohnes Stehn
in Ergebenheit die Mandarinen. Er
blickt, dieweil er

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Der wilde Jäger

Das ist der kühne
Jäger, Den Falken auf der Faust jagd
er durchs Feld. Wir sind der Weisheit
bedächtige Heger, Er ist die wilde
Welt, Die wahre Welt, Er gallopiert

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Die Kette

Das tut so weh wie eine
Tote lieben: Dem abendlichen Tag ins
Antlitz sehen. Sein Wandertum ist dürr
zu Staub zerrieben, Von seinen Strahlen
ist ein Strahl geblieben, Und alle
Wolken

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Das Am leichtesten verdauliche Fleisch...

Das Am leichtesten
verdauliche
Fleisch Ist Zweifelsohne Fischfleisch. Alle
Vögel (sind schon da) Fressen
Fischfleisch. Es liegt Wie Watte im
Magen

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Liebeslied

Dein Mund, der schön
geschweifte, Dein Lächeln, das mich
streifte, Dein Blick, der mich
umarmte, Dein Schoß, der mich
erwarmte, Dein Arm, der mich
umschlungen, Dein Wort, d

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Die Plejaden - XII.

Der Dichter im
Winter Die Stadt in Schnee und
kühlem Mondlicht liegt. Die Schlitten
schweben und der Nordwind
schweift. Soldaten gehen glitzernd und
bereift, Und Frauen sind

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Montezuma - VI.

Der fremde Ritter in der
schwarzen Rüstung Begegnete dem Gruss
des Kaisers streng. Der lehnte schwach
und schwächlich an der
Brüstung, Als risse seiner Adern
blau Gesträng,

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Der Friede

Der Friede stürzt ins
Land Gleich einem Schaf, von Wölfen
angerissen. Er trägt ein grau
Gewand, Zerflattert und
zersplissen. Sein Antlitz ist
zerfressen. Sein Auge

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Der Elegant

Der helle
Handschuh, Tropisch
leuchtend, Schlägt grauem Pöbel ins
Gesicht. Die himmlischen
Gamaschen, Weiss gefaltet, Beglücken
ihn mit flügelgleichem Gang. Der
Cut

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Komische Elegie

Der Himmel ist heute ein
dicker weisser Sack Von Mehl oder
Kleie. Die Luft riecht nach
Ammoniak, Und es sieht aus, als ob es
bald schneie. Ich denke, dass an
dem Tage,

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Die holde Katherine

Der Kaiser und der
König, die stritten sich so sehr, Wer
der holden Katherine der Allerliebste
wär. Und es sprach der mächtige
Kaiser zur holden Katherin: Ich lieb
dich wie mein

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Fünfuhrtee in der Halle

Der Kellner stellt die
goldne Heizung an. Ich friere sehr und
wärme mich bemüht An einem
Zeitungsblatt, das geistig glüht. Der
Kellner stellt die goldne Heizung
an. Von St

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Mädchen und Militärmusik

Der Militärkapelle
Marsch Hallt übers Pflaster wie
Soldatenschritt. Die süsse Sehnsucht
summt im Takte mit. Man unterhält sich
literarsch. Am Halbschuh klebt der
nasse Sa

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Altes Reiterlied

Der Mond steht in den
Gassen, Ade, mein Schatz, ade! Da die
Trompeten blasen, So muß ich dich
verlassen, Und tut mir doch so
weh! Du sollst dein Herz mir
schenken,

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Regen

Der Regen rinnt schon
tausend Jahr, Die Häuser sind voll
Wasserspinnen, Seekrebse nisten mir im
Haar Und Austern auf des Domes Zinnen.
Der Pfaff hier wurde eine
Qualle,

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Ritt

Der Schimmel raucht. Wie
Hunde springen braun Wälder an mir
empor. Der Tempel. Fromm Geläut des
Morgens. Schräge Sonne hängt Wie
Blendlaterne in getrübter Luft. O
welche

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Selbstvergessenheit

Der Strom - floß, Der
Mond vergoß, Der Mond vergaß sein
Licht - und ich vergaß Mich selbst,
als ich so saß Beim Weine. Die Vögel
waren weit, Das Leid war weit,

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Der sterbende Soldat

Der Tod hat heute keine
Geige mehr. Er ist kein einzelner, der
seine Sense schwingt. Er hebt den Arm
aus einem ganzen Heer Voll brauner
Russen, das nach Juchten stinkt. Ich
h

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Der erste Schnee

Der weisse Schnee
beflügelt mein Gehirn. Die Tannen auch
erscheinen schön besternt. So seien
nun die Sonnen und die
dürrn Oktoberzweige aus dem Blick
entfernt. Wenn dieses

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Regentag in Mittenwald

Der Wälder tannengrüne
Sonne nahm Ihn auf, als schon ein
Schatten ihm begegnet. Wars eine Wolke,
die von Norden kam, Wars deine Hand,
die ihren Liebling segnet? Aus
grellen

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Einbruch der Hunnen

Der Yu-tschan-Ritter
trägt eine Ziegenfellmütze und reitet
ein Präriepferd. Aus seinem grünen
Aug ein Blitzstrahl fährt. Er ist
nicht geschaffen zum Ackern und
Kärrnen. Er spannt den

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Coelius - IV.

Dich hat kein steifer
Trunkenbold gezeugt, Und keine
Rabenmutter dich geworfen. Du schliefst
wie Kohle glühend unter Torfen. Dich
hat ein Erdenseufzer erdgebeugt. Du
warst d

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Bei Hausbrot und Bier

Die englisch Armee ist
geschlagen Mit Rösser und Wagen Bei
Hausbrot und Bier Lustige Bayern sein
mir... Mit fünfzig Kanonen seins
kommen, Achtundvierzig hamm mer
g`n

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Die englischen Fräuleins

Die englischen Fräuleins
gehen in langer Kette durch die
Stadt, Zwei und zwei, in ihren
schwarzen Mänteln wie Morcheln, die man
aus dem Boden gerissen hat. Aber im
Sommer tragen sie violette

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Früher Morgen in der Friedrichstraße

Die ersten Wagen mit den
Zeitungsballen Fahren am Bahnhof
Friedrichstraße vor. Alle Häuser
hängen in violettem Flor. O wilde
Welt! Lass mich ins Dunkel
fallen! Die Mädche

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Wanderung von Kopenhagen nach Skodsborg

Die Fliederblüten, über
den Zaun gehängt, Streifen die Hand
mir, dass ich bleibe. Ihr seid an mich,
ich bin an euch geschenkt Wie die
Erinnerung einem Weibe. Blau rollt
da

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Berliner in Italien

Die ganze Welt ist voll
von Berlinern. Deutschland, Deutschland
überall in der Welt. Ich sah sie auf
der Promenade in Nervi sich gegenseitig
bedienern, Und sie waren als Statisten
beim Emp

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Die gefiederten Sängerfürsten

Die gefiederten
Sängerfürsten des europäischen
Festlandes Können nicht nobel genug
gepriesen werden Daß ihnen (einmal
doch) Der Nobelpreis In Gestalt von
hunderttausend Säcken

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Die gelben Rosenblüten sanken

Die gelben Rosenblüten
sanken Vom Kelch zu Boden, ermüdeten
Kindern gleich. Schräg fällt der
Kerze blindes Angesicht Wie Mond durch
unsrer Küsse Augenblick. Spar mit
dem

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Oden - IV.

Die Hände vor dem
Antlitz Träumt Der Gott. Seine
Wälder sind tot, Seine Berge in die
Ebene gestürzt, Und ohne
Lieder Fliegen die Vögel. Seine
Priest

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Zu Schiff

Die jungen
Flötenspielerinnen schreiben Die
goldnen Noten in die blaue Nacht. Die
Dschunken schwanken trunken in der
Gracht. Die Brise wird uns an die Wiese
treiben. Der Got

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Ulanen

Die Kanone schießt von
weiten, Wenn sie die Ulanen sicht. Es
ist des Ulanen Pflicht, Daß er muß
Attacke reiten. Fest die Lanze
eingelegt! Die Kanone blitzt.

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Die Luft ist voll von deinem Duft

Die Luft ist voll von
deinem Duft, O süßer Leib du von
Jasmin! Die Uhr schlägt drei. Am
Horizont Die ersten rosa Wolken
ziehn. Die ersten rosa Wolken ziehn Am
Horizont. Die

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Zirkus

Die Puppen laden
hölzerne Geschütze. Schon sinkt Im
Korktod Dummer August
blass. Geschminkte Hände
halten Säbelblech. Der Wangen rote
Tulpen Blühen faul.

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Die drei Frauen des Mandarinen

Die rechtmäßige Frau
spricht: Der Krug ist gut gefüllt. Das
Mahl bereit. Reicht mir den Arm mein
Gatte zum Geleit? Die Nebenfrau
spricht: Der Becher winkt. Die Gans
lockt

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Ostpreußen-Ballade

Die roten Dörfer stiegen
wie Raketen In Rosennacht. Die Dünung
brach am Meer. Sie huben an zu fluchen
und zu beten Und sind mit Keulen blass
vor Gott getreten: Gott, unser Gott,
du

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Nach der Schlacht an der englischen Front

Die Totengräber haben
schon Die Schaufeln angesetzt, da naht
sich holpernd ein Viererzug, Und ihm
entsteigen stolpernd die Reisenden der
Firma Cook And Son. Eifrig und
erns

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An der Flussmündung

Die Wellen im Mondlicht
glänzen wie tausend Fische Auf dem
Wege zum Meer. Ich treibe im Kahn und
mit dem Ruder wische Ich zärtlich
einige Lotosblüten zu mir her. Mich
schmerzt ein

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Die Graubündnerin

Die Wolke hängt sich
müde in die Miene Des herbstlich schon
ergrauten Tannenwalds. Der Wasserfall
gleicht einer Mandoline. Ein roter
Vogel zwitschert auf der Balz. Vom
Stei

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Gemeinsame Lektüre

Die zarte Inbrunst mag
sich so entfalten: Du blätterst Blatt
um Blatt in einem Buche. Und plötzlich
mußt du leise innehalten: Du bist
betäubt von einem süßen Ruche, Der
aus den

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Dies ist das Lied, das Villon sang...

Dies ist das Lied, das
Villon sang, Als man ihn hängen
wollte. Er fühlte um den Hals den
Strang, Er sang das Lied den Weg
entlang, Der Schinderkarren rollte.
Hängt

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Francois Villon - II.

Dies ist das Lied, das
Villon sang, Als man ihn hängen
wollte. Er fühlte um den Hals den
Strang, Er sang das Lied den Weg
entlang, Der Schinderkarren
rollte. Hängt

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Dragoner und Husaren

Dragoner und
Husaren, Ist jeder seines Lohnes
wert, Reit jeder stolz auf stolzem
Pferd, Dragoner und
Husaren. Dragoner und Husaren, Ist
jeder seiner Mutter Sohn,

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Die Wirtschafterin

Drei Wochen hinter
Pfingsten, Da traf ich einen Mann, Der
nahm mich ohne den geringsten Einwand
als Wirtschafterin an. Ich hab` ihm
die Suppe versalzen Und auch die
S

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Der graue Hirt

Du Betrübender
Betrübter, Wenn der Frühling dich
verwirrt: Deine graue Schminke liebt
er Und entzaubert dich als Hirt. Auf
der märzversunknen Wiese Treibst du
Zieg

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Du bist der tiefste Brunnen

Du bist der tiefste
Brunnen, draus zu
schöpfen Jahrtausende nicht müde
werden können. Und wenn sie jeden
Morgen neu begönnen, Nur immer reicher
strömt es ihren Töpfen.

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S.

Du bist mir gut, und darum fern.
Du bist mir fern, und darum gut.
Du bist mein Stern, so sei mein Blut.
Du bist mein Blut, so sei mein Stern.
Coelius - III.

Du hieltest mir als holde
Amorette Die Himmelsleiter, die ich
aufwärts stieg. Du wusstest meine
Worte, als ich schwieg, Und
schmiedetest mich an die
Veilchenkette. Wie oft g

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Antinoos

Du Memnonsäule, Singend
im Licht! Wenn du die Arme hebst, An
den Himmel gekreuzigt, Sehnt sich der
Blitz, in dich zu fahren, Und der
Donner grollt zärtlich um deine
Locken.

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Du milde, schöne Gottesmagd

Du milde, schöne
Gottesmagd, Dir sei mein Mädchenherz
geklagt, Weil du doch selber Jungfrau
einst Mein Leid nicht zu verachten
meinst. Stiefmutter ist ein böses
Weib,

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Wanderung unter Sternen

Du wanderst deinen
kleinen Weg alleine. Der Wind, der
dünengrün am Strande weht, Er klirrt
auch durch die moosigen Gesteine Und
durch der Städte staubiges
Gerät. Doch wen

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Du weinst

Du weinst. Lass deine
Tränen kühlend rieseln Über meine
Wange. Bin ich wie ein Kiesel In des
Baches Überschwange. Wellen
branden. Strahlen glitzern über meinem
Sc

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Am Luganer See

Durchs Fenster strömt
der See zu mir herein, Der Himmel auch
mit seinem Mondenschein. Die Wogen
ziehen über mir dahin, Ich träume,
daß ich längst gestorben bin. Ich
liege auf de

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Einer jungen Frau

Dürft ich dich doch
einmal Mutter heissen! Schiffe wollen
sich von ihren Ketten reissen, Da die
Weite ozeanisch winkt. Stürme gehen
wie mit Frauenfüssen, Und die Abende
versüssen

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Oden - XI.

Eiche, Du fassest
Wurzeln Und stehst. Uns aber
treibt Ein Unruh Und Verlangen Von
hier nach dort. Mir ruft die
Höhe, Mir ruft die Tiefe,

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Auf dem Fluss

Ein Boot aus Ebenholz und
eine Jadeflöte. Ein Lied. Der
Frühling. Eine schöne Frau. Mein Herz
blüht rot. Der Himmel blau Und blau
das Meer. Ich zaubre auf der Freundin
Wa

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In der Stadtbahn

Ein feiles Mädchen,
schön und aufgetakelt, Ihr gegenüber,
grün und unbemakelt, Ein Jüngling,
dessen Hände sanft behüten Zwei
Veilchensträußchen in den
Seidendüten. Sie sieh

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Meier

Ein junger Mann mit Namen
Meier Lief täglich vor ihr auf und
ab. Er gab ihr fünfundzwanzig
Dreier, Daß sie ihm ihre Liebe gab.
Sie zählte sehr besorgt die
Pfennige

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Der müde Soldat

Ein kahles Mädchen.
Heckenblaßentlaubt. Sie steht am Weg.
Ich gehe weit vorbei. So stehen alle:
Reih in Reih, Und Haupt an
Haupt. Was weiß ich noch von
heiligen Gewässern

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Dem König der Wu droht der Untergang

Ein Rabe schreitet dunkel
auf dem First Des Schlosses von Ku-su.
Im Saale drinnen Knieen vor dem Könige
die Tänzerinnen. `Si-schy`, er
lächelt, `wie du mich
verwirrst!` Di

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Krankenhaus

Ein Schrei stolpert die
Treppe herab, Eine Frau stolpert ...
stolpert ins Grab. Aus dem Grabe, aus
ihrem Bauche kraucht Ein junges Leben,
das leise faucht. In der dritten
Abteilung b

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Es fiel ein Stern

Ein Soldat voll Mut und
Kraft Hat sich ein Mädchen
angeschafft. Er geht mit ihr so ganz
allein Des Nachts im goldnen
Sternenschein. Er küsset ihren
Nelkenmund,

... weiterlesen


Nepomuk im Gewitter

Ein violetter Vogel
zwitschernd streift Den Horizont
reklameroter Bretter. Schon steht ein
Antlitz auf, und es ergreift Mit
Augenhand das brüderliche
Wetter. Der Heilige dro

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Die Harfenjule

Emsig dreht sich meine
Spule, Immer zur Musik bereit, Denn
ich bin die Harfenjule Schon seit
meiner Kinderzeit. Niemand schlägt
wie ich die Saiten, Niemand hat wie
i

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Enthüllung

Entblättert nun - und
rasender umdacht Mit Efeublüten klug
wie Körner klein, Hab ich die Flamme
meiner Hand entfacht, Um, Opfer, Hüter
deiner Schuld zu sein. Hier dampfe

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Montezuma - II.

Er aber wusste nichts von
Gut und Böse, Denn die Erscheinung war
ihm lieb und wert. Er schluchzte tief
in eines Hunds Gekröse, Er weinte
tagelang mit einem Pferd, Dass ihn

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Der Zephir

Er gehet beflügelt Und
läutet am Hügel. Es streifen die
Sohlen Die frauliche Au. Nun dürfen
wir schlürfen Im Auge den Abend Und
Erde und Herde Ertrinken im

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Der Seiltänzer

Er geht. Die schräge
Stange trägt ihn linde. Der Himmel
schlägt um ihn ein Feuerrad. Ein
Lächeln fällt von einem mageren
Kinde, Und an dem Lächeln wird die
Mutter satt.

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Er hat als Jöhr...

Er hat als Jöhr von
fuffzehn Jahren Mir einst am Wedding
uffjetan. Wir sind nach Köpenick
jefahren Und sahen die Natur uns
an. Ick zog mir aus die rote Jacke. Er
hat für mi

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Porträt

Er kann den Mund nicht
mehr zusammenpressen. Der Unterkiefer
klappte schlaff zurück, und
zeigt Kariöse Vorderzähne, die wie
rauchgeschwärzte Ruinen winzig in der
Höhlung stehn.

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Der Schauspieler

Er sah, Wie tausend
Augen an ihm hingen, Geflecht des
Waldes, Efeu und Lian. Die Pappel
spitzte In Pagodenhimmel, Wo Veilchen
ihm aus Ohr und Nase blühn. Er
rag

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Der Krüppel

Er schleppt das Bein wie
einen Eisenstock. Vornüber wankt er.
Aus dem breiten Munde Fliesst Speichel
auf den schlechtgeputzten Rock. Die
Augen schielen auswärts: graue
Hunde

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Montezuma - I.

Er schritt, die Krone mit
den Hahnenfedern Aufs Haupt gesetzt,
durch Fliederbuschspalier. Er trug ein
Wams aus vielen Menschenledern, Und
auf der ganzen Erde war kein
Tier, D

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Franziskus

Er war von Liebe wie ein
Stern entbrannt. Er gab sein Erbe an
den Kirchenfiskus. Tat ab des Kaufherrn
prunkendes Gewand Und nannte sich als
armer Mönch: Franziskus. Die
Tier

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Laotse

Er ward von einer armen
Magd empfangen Auf hartem
Ackerland. Der grosse Wandrer kam
gegangen Und nahm sie bei der
Hand. Vor ihren Augen ward es
finster, In ihrem Herze

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Der Flieger

Es bebt der silberne
Drache, Schwankt, hüpft und steigt
- Nun sei der Windgott dir
geneigt! Der Motor schreit. He, auf
der Hut! und wache! Daß nicht der
Lüfte und der Kugel

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Die Schlacht

Es blühten die
Raden, Es reifte das Korn - Donnernd
aus Wolkenschwaden Brach Gottes
Zorn. Tiger, Tiger brüllt übers
Feld... Bajonette blinken. Mädchen,
sei

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Deutsches Volkslied

Es braust ein Ruf wie
Donnerhall, Daß ich so traurig
bin. Und Friede, Friede überall, Das
kommt mir nicht aus dem Sinn. Kaiser
Rotbart im Kyffhäuser saß An der
Wa

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Im Kupee

Es fliegt der Rauch wie
Staub am Fenster auf. Der Wind schlägt
um ... der Blick wird frei ... Die
Ebene dampft, ein dumpfer Farbenbrei
... Da naht ein Weg in schnörkelhaftem
Lauf:

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Oden - VI.

Es frommt Dem
Frommen, Zu tanzen über die Erde. Wem
ein Glück glückt, Der halt es
fest. Wie leicht verduftet Der firne
Wein. Ein zweites Mal Durchs
off

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Nur du

Es führt kein Weg so
weit - Und brichst du Stück für
Stück Die Brücken hinter dir - Er
führt zu dir zurück. Und schlägst
du alle Spiegel Entzwei, Es gri

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Die Plejaden - XI.

Es fällt ein Blatt. Es
stürzt ein Baum. Es steht der Mond. Es
weht die Nacht. Und über allem Traum
und Raum Ist eine Hoffnung sacht
erwacht. Sie sucht nach Rast. Ein
Falte

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Es ist genug

Es ist genug. Mein
trübes Licht Bereit` sich zu
erlöschen. Ich hab` vertan mein Recht
und Pflicht Und meiner Seel` vergessen.
Es ist genug. Es weht ein
Wind, Weht n

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Gang durch den herbstlichen Wald

Es kommt der Herbst. Die
Luft saust kalt. Kein lieber Gott geht
durch den Wald. Ein alter Mann von
siebenzig Sucht Feuerung für den
Winter sich. Auch unser Herz ist
ausgelo

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Die Plejaden - X.

Es schwillt die Flut. Es
stürzt der Damm. Wer ist noch gut? Wer
stemmt sich: Stamm? Wo schmerzt dein
Herz? Es weht im Wind. Dein Hirn? Aus
Erz. Dein Blut? Es rinnt. Und wer

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Horen

Es schöpfen die
Horen Aus rollenden Strömen. Sie
gleiten libellen- Geflügelt
darüber Und schwingen die Eimer In
bebenden Händen. Dir ward nicht
Zeit, Die Li

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Das rote Zimmer

Es stampft mein Pferd.
Der Blütenregen rauscht; Und
Blütenzweige streifen wolkig meine
Wange. Es kriecht der Fluß wie eine
braune Schlange, Auf der ein Segel sich
wie eine Wespe bauscht.

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Unglücksfall

Es stehen vor dem
Hebekran Ein kleines Kind, ein Hund,
ein Mann Die Eisenkette rollt und
rinnt, Es staunen Mann und Hund und
Kind. Da saust sie nieder auf den
Grund, Zerschmet

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Die Schusterin

Es war einmal eines
Schusters Frau Ein wunderschönes
Weib, Die liebte die feinen Herren Zum
schönsten Zeitvertreib. Maß einem
edlen Grafen Der Schuster Schuhe
an,

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Der Barbar - IV.

Es wird die Zeit
kommen, Da jeder jungfräuliche Schoss
sich dir bietet, Und alle
Jungfrauen, Schwarze, weisse,
rote, Gefleckte, Schwanger sein werden
von dir, Bunter B

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Ahasver

Ewig bist du Meer und
rinnst ins Meer, Quelle, Wolke, Regen
– Ahasver... Tor, wer um vertane
Stunden träumt, Weiser, wer die Jahre
weit versäumt. Trage so die ewige Last
der Erde

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Im Morgenrot

Fass fest dein Roß am
Zügel, Der Morgen ist erwacht! Stumm
hinter jenem Hügel Entgleitet schon
die Nacht. Sie läßt noch einmal
dunkel Die blauen Schleier wehn
- Ba

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Deutscher in Italien

Felder zwitschern.
Menschen hirnumschlungen Haben ihre
Taten hingesungen, Und der goldne Mond
ist nicht verblüht. Immer stand er
über unsren Städten, Wenn die Winde
aus Italien we

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Arosa

Fern dem leuchtenden
Gewimmel Und dem dunklen Trieb
entspannt, Sind wir Gott und Wind und
Himmel Leichter Höhe zugewandt. Was
ist Geld? In dumpfen Kästen Klingt es,

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Sommerabend im Tiergarten

Feuchtwarmer Brodem wallt
mir in die Nase. Auf dunkler Bank ein
Liebespärchen stöhnt. Der Mond, der
diesen Krempel längst gewöhnt, Kroch
in ein flockig Wolkenbett.
Geblase Zirpt

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Robert der Teufel

Fragment Es lebte in
der Normandie Ein Herzog edel, reich
und milde. Er führte einen Leu im
Schilde, Doch sah man solche Sanftmut
nie. Kam einem Tier er ins
Gehege,

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Im Boot

Frühe schwang den
Pinsel, Malte Morgenrot. Ich ließ die
Stadt. Zu einer fernen Insel Befahl
mich eines Freundes Boot. Wie eine
Kette klirrte an den
Ufern Metallgeschweißt d

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Frühling mit Moos und jedem grünen Glück bekrä

Frühling mit Moos und
jedem grünen Glück
bekränzt, Bäumend und wildernd im
Wald - Wenn, kleines Zimmer, du in
blühenden Tapeten brennst, Und
Kinderwagenschrei wie Weidenflöte
schallt

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Oden - VIII.

Frühlingsgewölk. Die
Stare Singen schön. Die ersten
Regentropfen trillern Am Dach. Die
Wetterfahne weht Nach Süden. Die
kleine Wiese Weiss viel.

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Die Schaukel

Frühlingsnacht An der
Mauer steh ich stumm gelehnt. Echo
lacht Einem Lachen, das mich ferne
wähnt ... Flöte klingt. Mir zu
Füßen blinkt ein
Tränensee. Ein

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Fräulein...

Fräulein! warten Sie
einen Augenblick! Die
(eheliche) Verbindung ist noch nicht
hergestellt. Sie werden ein Kind von mir
im Kriege kriegen. Am Telefon Heut
nacht. Wir werden es (fer

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Fackeln im Winde

Füllt mit Fanfaren die
gesprengte Brust! Entmenschter
Sehnsucht erstes Vaterland! Die Wunde,
die von altem Blut verkrust, Sie sei
als roter Teppich ausgespannt! Ein
Etwas se

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Als sie zur Mittagszeit noch schlief

Für Carola Neher Zwar
es ist schon Mittagszeit, Sonne steht
schon hell am Himmel – In den
Straßen: welch Gewimmel, In den
Herzen: welches Leid – Manches Segel
ba

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Ballade

Für Frank
Wedekind Mein Vater war ein
Seebär, Meine Mutter kam aus Holland
her, Sie hatte Blondhaar, wie Gold so
schwer. Mein Vater war ein grobes
Schwein,

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Auf ein Kaninchen

Für Marthe Weisse
Felle, die ich streicheln
durfte: Vorhang vor dem Heiligtum. Im
Getön der spitzen Ohren schlurfte Eine
Reisigsammlerin: der Ruhm. Sonne
sas

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Der Torso

Für Modrow Es beugt
sich eine Statue, behängt Mit einem
Schleier schamentblösster Blicke. Ein
Knabenantlitz, das sich Sonnen
fängt. Ein Mädchenlächeln, zahm wie
eine Ri

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Die Plejaden - VI.

Für S. S. Es halten
deine blumenhaften Hände Der Erde
Achse, die sich leise dreht. Und selbst
des Krieges blutendes Gerät Wird
Erntesichel überm
Herbstgelände.

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Gebe in Tausch

Gebe in Tausch Zwei
Kreuzschnäbel Zwei
Goldbrüstchen Einen
Rosenkakadu Gegen Girlitzbastard Mozambiquezeisig Gegen Das
Goldenste; Das Graueste

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Lebenslauf

Geboren ward Klabund, Da
war er achtzehn Jahre Und hatte blonde
Haare Und war gesund. Doch als er
starb, ein Trott, War er zwei Jahre
älter, Ein morscher Lust

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An die Natur

Gedicht des
Lehrers Natur! Natur! Du
Götterwelt! Wie bist du prächtig
aufgestellt Mit Bergen groß und
Tälern klein, Es hat wohl müssen also
sein. Und mit

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Klage der Garde

General! Wir sind des
Kaisers Leiter und Sprossen! Wir sind
wie Wasser im Fluss verflossen
... Nutzlos hast du unser rotes Blut
vergossen
... General! General!

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Mond überm Schwarzwald

Goldne Sichel des Monds!
Dich schwingt der Ewige Schnitter und
mäht Halme und Herzen. Siehe, ich
wandre auf steinichter Höhe Über dem
wolkigen Wald und neige Willi

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Die Plejaden - II.

Gott der Kindheit, darf
man dir noch glauben? Ach ich kenne
dich nicht mehr. Wo sind deiner
Herrschaft milde Tauben Und des Weines
goldgegorne Trauben Und des Frühlings
frohe Wieder

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Der Romanschriftsteller

Graugelb ist sein
Gesicht. Die Nase Steigt klippenspitz
empor. Die Augen liegen
fleckig, Mißtrauisch von den Wimpern
tief beschattet, Geduckt zum Sprung wie
Panther in der Höhlung.

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Oden - VII.

Grete G. Nicht werde
ich vergessen deine Brust, Die tönende
Ampel, Darin dein Herz leuchtet, Du
Samtene! Oft Wenn ich erwache des
Nachts, Sehe ich dich

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Grün sind meine Kleider

Grün sind meine
Kleider, Grün sind meine Schuh; Denn
ich liebe einen Jäger Und des Jägers
Knecht dazu. Weiß sind meine
Kleider, Weiß sind meine
Schuh; Den

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Fannerl

Hab dich doch
lieb, Fannerl, Wenn die Sterne
fallen, Wenn die Sonne steigt. Du
duftest wie das Ried. Du bist frisch
wie ein Taumorgen. Deine Hände betten
mich

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Helena

Helena bin ich, Tochter
Ledas, Dem Gotte selbst entstammt, der
sich in mich verschloss, Sich in der
Lust zerstörerisch verlor, Und seine
Perlen in den dunklen Weiher warf. Sie
aber

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Singende Gespenster

Herunter mit dem
Yadekrug In einem Zug! Licht blüht an
allen Wegen. Ich habe nimmermehr
genug. Ich bin ein Pflug. Ein
Wolkenflug; Und Blumen springen mir
entgegen.

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Vorfrühling 1923

Heute fing ich – Krieg
ist Krieg – eine Maus in der
Schlinge. Frühlingswolken flattern
rosig im Winde. Emma schrieb mir von
unserm gemeinsamen Kinde, Daß es schon
in die Schule ginge,

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Grabschrift für eine Jungfrau

Hier ruht die Jungfrau
Emma Puck aus Hinterstallupeinen, Eine
Mutter hatte sie eine, einen Vater hatte
sie keinen. In Unschuld erwuchs sie auf
dem Land wie eine Lilie. Da kam sie in
die Sta

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Die Jungfrau

Hier ruht die Jungfrau
Lisa Gütersloh, Mein Gott, sie tat nur
immer so. In der letzten Nacht noch
haben sie gesehn, Einen
Schlächtergesellen auf ihr Zimmer
gehn. Doch auf dem Fuße

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Das Ehepaar

Hier ruht Frau
Brauereibesitzersgattin Mayer, Sie
starb kurz nach der silbernen
Hochzeitsfeier. 25 Jahre lebten sie in
ehelichem Frieden, Da gab er ihr eine
Watschen - und sie ist verschied

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Sommerbetrachtung

Hier saß ich oft. An
diesem grünen Strauch. Die Rosen
blühen heute röter noch. Die Fuchsien
halten ihre Farbe auch. Es bellt am
Zaun der kahle Köter noch. Die Espe
zitt

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Montreux

Hier sieht die Landschaft
man nicht vor Hotels. Es riecht nach
Beefsteak und nach faulen
Eiern. Schloß Chillon steht betrübt
auf einem Fels Und ist berühmt durch
Dichtungen von Byron.

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Friede

Himmel hängt aus allen
Häusern. Mädchen stehn wie
Birken Blass am Wege. Haben
Sterne Statt der Augen. Haben
Teller Statt der Hände. Blut blüht
rot wie Rosen

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Hinter dem großen Spiegelfenster...

Hinter dem großen
Spiegelfenster des Cafés Sitz ich und
sehe heiß auf das
Straßenpflaster, Suche im Treiben der
Farben und Körper Heilung meines
sentimentalen Wehs, Sehe viele Frauen,

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Liebeslied (II)

Hui über drei
Oktaven Glissando unsre Lust. Laß
mich noch einmal schlafen An deiner
Brust. Fern schleicht der Morgen
sachte, Kein Hahn, kein Köter
kläfft.

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Der Hatschier

I bin oan Hatschier Und
sauf a Moaß Bier, Den Radi
daneben, So lasset uns leben Zu unsrer
Pläsier. I bin oan Hatschier. I bin
oan Hatschier, Ja so als

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Du

I Der Dichter an die
Geliebte: Heute Nacht, als ich
erwachte, lag ich nackt, und mein Herz
war aufgebrochen wie eine Blüte. Es
blühte auf meiner Brust wie eine
Mohnblume,

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Es (I-X)

I I-hi-wei: Dies ist
der heilige Name oder der
heilige Dreiklang. Mit I-hi-wei wird
Es gerufen. I-hi-wei: Dies ist
Je-ho-va I-hi-wei: Dies ist die

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Der Schnapphans

I Ich bin ein armer
Kauz Und hab nicht Haus noch
Stall. Der Wald, der ist mein
Haus, Die Luft, ist mein Gemahl. Ein
altes Hemd mein Fell, Der Wind
pfeif

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Der Waldmensch (I-VI)

I Ich lasse dich,
Stadt, du steiles Gestirn! Ich lasse
dich, Gelächter und Glocke! Schaufle,
du schiefer Turm, dir dein eigenes Grab:
mit grüner Patinaschippe Oder neige
di

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Fiete

I Scheint das Licht
noch In dem Schlachtgrau? Bleibe
Pflicht doch Meine Nachtfrau! Wenn
der Wind weht Und der Baum
rauscht, Unser Kind geht

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Der Leierkastenmann

Ich bin der
Leierkastenmann Und drehe meine
Kurbel, Tags steh ich in den Höfen
rum Mit meiner alten Urschel. Ich
spiel ein wunderschönes Lied, Die
Köchin schaut her

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Weihnacht

Ich bin der Tischler
Josef, Meine Frau, die heißet
Marie. Wir finden kein` Arbeit und
Herberg` Im kalten Winter allhie.
Habens der Herr Wirt vom goldnen
Stern Nicht

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Lied der Zeitfreiwilligen

Ich bin ein
Zeitfreiwilliger Und stehle dem lieben
Gott die Zeit. Es lebt sich billiger,
wenn man: Nieder mit den Spartakisten
schreit. Fuffzehn Märker den
Tag. Daneben allen

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Nachts

Ich bin erwacht in
weißer Nacht, Der weiße Mond, der
weiße Schnee, Und habe sacht an dich
gedacht, Du Höllenkind, du
Himmelsfee. In welchem Traum, in
welchem Raum,

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Francois Villon - III.

Ich bin gefüllt mit
giftigen Getränken, Ich speie Eiter,
wenn ich wen besah; Ich fluche jedem
heiligen Hallelujah Und will ein
Pestgewand als frohe Fahne
schwenken. Man wird als Di

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Francois Villon - I.

Ich bin gemartert von
Gewissensbissen, Dass ich noch nichts
auf dieser Welt getan. Mit ein paar
Flüchen, ein paar Mädchenküssen, Da
hört es auf, da fängt es an. Ich aber
fühle

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Im Auto

Ich bin gut und fahr im
Glück. Von den nassen
Scheiben Klatschen Blicke dumpf
zurück, Die wie Vögel
treiben. Alles rollt an mir
vorbei. Über die Kanäle Irr

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Davos

Ich bin in einer
winterlichen Frühe Auf dem
bezaubernden Balkon erwacht. Im
Morgenschlaf dehnt sich die weisse
Mühe, Umnebelt noch vom Schleiergeist
der Nacht. Ein Schlitte

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Die verlorene Welt

Ich bin ohne Glück und
unrasiert, Meine Hosen drehn sich in
Spiralen. Meinen Hut hat mir ein Herr
entführt, Ohne ihn entsprechend zu
bezahlen. Meine Gummischuhe weilen
wo?

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Der rumänische Räuberhauptmann Terente

Ich bin Seine Majestät
der Räuberhauptmann Terente und geruhe,
im        
Donaudelta das Zepter eines knorrigen
Eichenknüttels zu schwingen. Ich bin
der Herr der hundert Tei

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Wanderung

Ich bin so alleine, Wer
ist denn bei mir? Es sprechen die
Steine; Es lächelt das Tier. Ihr
Vögel habt Flügel; Es drückt mich
der Schuh. Ihr Bäume, ihr Hüg

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Die Verlassene

Ich bin so voll von Liebe
und bewegt Von Winden wie ein Baum, der
Blüten trägt. Die Pfirsichblüten
schneien vom Geäst, Es blüht mein
Baum zum heiligen
Frühlingsfest.

... weiterlesen


Der Hirt am Lautersee

Ich bin wohl euer Hüter
gern, Ihr Kühe weiß und braun. Es
kommen sommers viele Herrn Euch
anzuschaun Und viele Fraun Des Nachts
bei Mond und Stern. Des Nacht

... weiterlesen


Die schwarzen Husaren

Ich bin übers Wasser
gefahren, Die Ruder plätscherten
sacht. Da ritten drei schwarze
Husaren Durch die silberne
Sommernacht. Ich sah sie lange
reiten Im silbernen Mo

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Wanderer erwacht in der Herberge

Ich erwache leicht
geblendet, ungewohnt Eines fremden
Lagers. Ist es Reif, der über
Nacht       den Boden
weiß befiel? Hebe das Haupt - blick in
den strahlenden Mond,

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Ich fahr durch Schnee und weiße Nacht

Ich fahr durch Schnee und
weiße Nacht. Der D-Zug rauscht. Der
Schneesturm kracht. Ich press ans
Fenster mein Gesicht: O Himmelslicht! O
Himmelslicht! Und blank entsteigt
dem

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Geleit

Ich geb dir bis zum
Ostertor Das schmerzliche Geleite. Du
reitest in den Frühlingsflor. Ich
schreite, schreite, schreite. Dort
windet sich der Weg am Berg. Du
singst,

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Der arme Kaspar

Ich geh - wohin? Ich kam
- woher? Bin aussen und inn, Bin voll
und leer. Geboren - wo? Erkoren -
wann? Ich schlief im Stroh Bei Weib
und Mann. Ich liebe d

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Pralle Sonne

Ich gehe hinter einem
Mädchen her. Der Schatten macht es
breit und schwer; Vor ihrer eignen
Schwere flieht sie in das Licht, Das
wie ein Meer in Wogen über ihr
zusammenbricht, Aus

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Mystik

Ich gehe langsam durch
die Stadt Zum Ein- bis
Zweifamilienbad. Schon hebt sich aus
der weißen Flut Ein brauner Bauch, der
trübe tut. Der Bauch tut nichts. Je
nun: ich weiß:

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Die Plejaden - III.

Ich ging übers Feld und
suchte einen Menschen. Ich traf sieben
tote Engländer. Ich begab mich in das
Dorf. Wollte ein Weib. Liebte eine
Ziege. Erhob den Blick und suchte
di

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Stanzen

Ich glaubte allen
Schmerzen mich entbunden Und war ein
Kind, das über Wiesen sprang. Ich band
die bessern meiner guten Stunden Wie
einen Strauss zu blühendem Gesang. Ich
eilte wie

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Die Brandstifterin

Ich grüße Euch vom
Pferde, o scharmante, bezaubernde
Prinzessin im Gesträuch! Ich trug
mein Herz, das allzu licht entbrannte,
Behutsam wie ein Windlicht nun zu
Euch. In

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Ich hab am lichten Tag geschlafen...

Ich hab am lichten Tag
geschlafen. Es weint das Kind. Es
blökt das Rind. In meinem Weidenbaume
trafen Sich Leiseklug und Lockenlind.
Kaum weiß ich noch, warum ich
lebe.

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Somaliweiber

Ich habe bei
Somaliweibern Die Nacht vollbracht, An
ihren braunen Leibern Hat sich mein
weisser Leib entfacht. Er schlug wie
eine Flamme In ihren ebenhölzern
Wald.

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Oden - V.

Ich habe das heiligste
Herz verloren. Ich habe allen Schmerz
der Welt getragen. Sechs Monate lag ich
über einem Grabe Und jaulte wie ein
Hund. Ich habe in die Sonne
gebellt,

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Junge Mutter

Ich habe ein
Kind! Mutter! Mein Blut gerinnt
... Mutter! Es ist ein Sohn, Mutter
... Er lächelt schon
... Mutter! Reiss mir das Hemd von

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Der zahme Vogel

Ich habe einen zahmen
Vogel. Streichelst du ihn    
  mit zarten Händen, Glaubt er
aus Furcht vor deiner Lieber zu
verenden. Du läßt ihn frei ins freie
Waldrevier.

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In Lichterfelde Ost

Ich hab` einmal ein
Mädel gehabt In Lichterfelde Ost. Das
war wie Frau Venus selber begabt. Sie
hat mich mit Lust und Liebe gelabt In
Lichterfelde Ost. Sie hatte
das

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Ibykos

Ich hasse das Weib. Sie
hat die Erdkugel auseinander gerissen in
zwei Brüste, Zwei Hälften, die kein
Töpfer mehr zusammenkittet. Ihre Haare
sind schlammiges Moos Aus dem Teiche
de

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Einsamkeit zur Nacht

Ich hocke müßig in der
Nacht. Der Mond erglänzt. Einsiedler
spielt im Wind die weiße Laute. Der
Wind stöhnt wie ein Kind, für das
man       Medizinen
braute Und

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Ich kam aus lauter Liebe in die Welt

Ich kam aus lauter Liebe
in die Welt. Nun weiss ich nichts als
Kolben, Schuss und Stich. Ich wäre
gern, wo man sich auch gefällt. Ein
Fisch, der blinkend aus dem Wasser
schnellt. E

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Elegie I

Ich kam, ich weiss nicht
wie, in diese Welt, Von Winden der
Verneinung bös umflogen, Und bin euch
als ein Beispiel dargestellt: In Sturm
und Trotz ein sanfter
Regenbogen. We

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Der Barbar - I.

Ich komme aus der
Wüste, Wo ich bei der Löwin lag. Ich
habe den Schakalen die Knochen aus dem
blutigen Gefräss gerissen, Ich bin mit
dem Strauss um die Wette gelaufen Und
habe dem

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Ich lieb ein Mädchen, welches Margot heißt

Ich lieb ein Mädchen,
welches Margot heißt, Sie hat zwei
Brüste wie zwei Mandarinen. Wenn wir
der holden Göttin Venus dienen, Wie
gern mein Mund in diese Früchte beißt.
Ich li

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Gewitternacht

Ich liege
dämmerungzermalmt. Die Sonne stürzt.
Die Weite qualmt. Der Himmel ist
zerrissen. Aus Ackerfurchen,
Scheunentor, Aus Schützengräben
steigts empor, Aus Furcht und

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Das ewige Gedicht

Ich male Lettern, von der
Einsamkeit betreut. Der Bambus wellt
wie Meer. Aus Sträuchern    
  fällt der Tau wie
Perlenschnüre. Ich werfe Verse auf die
leuchtenden Papiere,

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Prolog zu einem Schauspiel

Ich neige mich vor aller
Bühnen Auditorien: Es ist so schwer,
ein Mensch zu sein. Selbst in der
Heiligkeit ersehnter Glorien Fühlt
schmerzlich sich der Einzelne
allein. Die

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Der Totengräber

Ich rede frisch von der
Leber Weg, zum Parlieren Und
Zieren Ist keine Zeit. Ein armer,
wandernder, stellenloser
Totengräber Bittet um Arbeit. Habt
ihr keinen Toten zu

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Die Kriegsbraut

Ich sage immer allen
Leuten, Ich wäre hundert Jahr ... Die
Hochzeitsglocken läuten ... Es - ist -
alles - gar - nicht - wahr. Ich
liebte einst einen jungen
Mann, Wie

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Oden - II.

Ich sah Den goldnen
Sperber Aus der Sonne geschleudert Wie
Honig aus Waben. Kleine Sonne, Kreiste
er über den Iristeichen. Die
Wellen Tropften von seinem
Glanze

... weiterlesen


Ich sah den goldnen Sperber...

Ich sah Den goldnen
Sperber Aus der Sonne geschleudert Wie
Honig aus Waben. Kleine Sonne Kreiste
er über den Iristeichen. Die
Wellen Tropften von seinem
Glanze.

... weiterlesen


Ich schlage schamlos in die Tasten.

Ich schlage schamlos in
die Tasten. Die Ampel tönt. Es
zwitschert das Bordell. Die schlanken
Knaben bleich vom langen Fasten Erheben
kühl sich vom kastalschen Quell. Sie
werfen ab

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Einem Freund

Ich schoss wie Schwalbe
leicht um deinen Turm - Und hatte
dennoch Furcht, dir schwer zu
fallen. Denn auch aus einem blauen
Himmel ballen Sich Wolken oft zu
Dunkelheit und Sturm.

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Wir greifen nach dem ewig blauen Banner

Ich sehe blau um mich die
Nacht verblühn. Tortur nagt an der
Brüder braunem Leib. Der Wiesen Wehmut
und der Gräber Grün Ist unsrer Augen
Raum- und Zeitvertreib. Wir
türm

... weiterlesen


Ich singe

Ich singe Wie mir der
Schnabel gewachsen ist Mein
Gelbschnabel Denn ich bin Ein
loser Vogel. Kraule
mich Fingerzahmer
Nymphensittich! Ihr

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An den Mond

Ich sitz beim Becher hier
im Hag Und warte, daß der Mond
erscheinen mag. Ein Strahl erglänzt.
Geheim beginnt ein Chor. Es hält der
Mond mir seinen Spiegel
vor. Wer

... weiterlesen


Trinklied

Ich sitze mit steifer
Geste Wie ein Assessor beim
Feste. Mein Herz schlägt hinter der
Weste, Was weiß ich. Hielte der
Kragen nicht meinen Schädel, Er rollte
in deinen Scho

... weiterlesen


Der Mandrill

Ich spielte auf der
Lotoswiese Und wusste nichts von Licht
und Leid, Da wehte eine stete
Bise Mich an das Eiland dieser
Zeit. Ich war ein Staub der
Algenblüte, Der au

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Coelius - II.

Ich spielte kindlich in
den dumpfen Mauern, Der gaukelnde
Genoss von Kröt und Wurm. An meinen
Händen tanzten Stab und Turm Wie
unsrer Dörfer trunkne
Sonntagsbauern. An all

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In Memoriam G. B.

Ich strecke meine Hände
in das Leere Nach einem
blondumkränzten
Mädchenhaupt. Verwehre deine Lippen
nicht, verwehre Mir nicht das Herz, um
das ich mich beraubt. Das ich
wi

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Mein Bruder

Ich war schon einmal in
diesem Land daheim. Ich sah schon
einmal jene polnische Kuppel. Und jenen
Baum. Und jene Wolke lag Auch im
Frieden an meinem Herzen. Nur neigte
sie si

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Julie

Ich war so hungrig nach
deinem Leibe, Süsse Seele. Ich
brannte. Nun, da ich sanft
verschwele: Du hast mich satt
gemacht. Nun will ich gehn. Ich
treibe Wie eine Barke durch di

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Im Obdachlosenasyl

Ich war `n junges
Ding, Man immer frisch und flink, Da
kam von Borsig einer, Der hatte Zaster
und Grips. So hübsch wie er war
keiner Mit seinem roten Schlips. Er
kauft

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Lied des Landstreichers

Ich werde wieder gut vor
dir - Woher mir das geschieht? Ich
fluchte, soff und stahl für vier, Ich
war ein Fuchs, ich war ein Tier - Nun
bin ich nur ein stilles Lied.

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Mohammed

Ihn warf die Mutter
winselnd in die Wüste, Umschritten vom
Gefolg gestreifter Panther. Sie fühlte
frei der Löwin sich verwandter, Die
ihres Sohnes Sein mit Blut
versüsste.

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Ihr Bogenlampen

Ihr Bogenlampen in den
trüben Städten Wie goldene Geschwüre
gross gereiht, Ich bin in euren
Schatten stumm getreten, Soldatischer
vom rauhen Rausch befreit. Beleuchtet
ihr

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Die deutschen Dichter

Ihr Weiser und Verweser
unseres Schönen, Lasst euch vom
Waffenrausch nicht übertönen. O
sorgt, dass unser Blut nicht rot
erstarrt, Und seid uns Dom und ewige
Gegenwart. Du, Günth

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Der Silberreiher

Im Herbst kreist einsam
überm grauen Weiher Von Schnee bereift
ein alter Silberreiher. Ich stehe
einsam an des Weihers Strand, Die Hand
am Blick, und äuge stumm ins
Land.

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Die Plejaden - IX.

Im Lazarett Ein
Bauchschuss befindet sich auf dem Wege
der Besserung. Ein (alkoholischer)
Magenkatarrh beschwert sich über
Verwässerung Des Magensaftes durch
dünne Medizinen.

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Venedig

Im Norden Frieren die
Götter. Hier Strahlt jeder Gauner:
ein heisser Gott. Seines Tempels
Stufen Steigen aus dem Canale
grande. Er opfert Sein
südliche

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Die Plejaden - VIII.

Im
Schützengraben Bruder:
vielleicht Bist du es, Bruder, dem ich
den Kolben gab? Jetzt schläft du
todmüde in einem Massengrab Und ich
liege im Schützengraben:
aufgeweicht

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Der Springbrunnen

Im Stadtpark wird der
Springbrunn angedreht. Der Strahl
schießt auf, tönt, steigt und
steht Für einen Augenblick, Gehalten
von der Sonnenfaust. Und wie der Strahl
dann in die Tief

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Matrosenlied

In Algier sind die
Mädchen schwarz, Was macht denn das,
mein Kind? Wenn sie nur sonst an Kopf
und Herz Und, Schatz, das andre weißt
du schon, Auch zu gebrauchen
sind.

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In Archangelsk

In Archangelsk Am
Eismeer Hißt Man Revolution. In
Potapu Am Heißmeer Rebellieren die
Sanften. Bloß bei
uns Herrscht Ebenen Falls
(gegeben

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Davoser Bar

In den lederbraunen
Baren Sitzen sie bei Drink und
Vermouth. Die da werden, die da
waren, Und der Smoking deutet
Schwermut. Manche mit entfleischten
Rippen Speien Eite

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Die Ballade des Vergessens

In den Lüften schreien
die Geier schon, Lüstern nach neuem
Aase. Es hebt so mancher die Leier
schon Beim freibiergefüllten
Glase, Zu schlagen siegreich den alt
bösen Feind,

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Vagabundenlied

In der Heimat ohne
Fremde Bin ich ganz auf mich
gestellt. Und mein Herze und mein
Hemde Sind mein alles auf der Welt.
Um ein Lächeln leichten Mundes Geh
ich schwärm

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Idy

In des Winters Wüste
schwebte Vielgestaltig Funkelflockig Gleich
dem Schnee Dein seraphisch blonder
Gruss. Über aller Erde Über meinen
Augen Lag er we

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Berliner Mittelstandsbegräbnis

In einer Margarinekiste
habe ich sie begraben. Ein Leihsarg war
nicht mehr zu haben. Die Kosten für
einen Begräbnisplatz könnt ich nicht
erschwingen: Ich mußte die
Margarinekiste mit de

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In meines Vaters Garten

In meines Vaters
Garten Da steht ein Rosenstrauch. Die
Rosen wollen blühen, Mein Mund will
blühen auch. In meines Vaters
Garten Verbarg ich mein Kind mit
List.

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Montezuma - V.

Indem er sich aus seinen
Kissen hob, Verfiel sein Blick auf
einen goldnen Affen, Um den die
Morgensonne Strahlen stob. Und als er
näher trat, ihn zu begaffen Noch
zweifelnd,

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Winterschlaf

Indem man sich zum Winter
wendet, Hat es der Dichter schwer, Der
Sommer ist geendet, Und eine Blume
wächst nicht mehr. Was soll man da
besingen? Die meisten Requisit

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Prometheus auf Skiern

Ists Schnee, der rosa
unter meinen Skiern blüht? Ists
Winterluft, die heiss um meine Schläfen
zieht? Der Watzmann, der sich frierend
früh in Schleiern barg, Liegt nackt
und glänzend da,

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Ja auf der Walze

Ja auf der Walze Dees is
z` dumm. Verlier` i aus dera Hos`n Mei
Schmalzlerdos`n, Woaß net warum. Ja
auf der Walze Bin ganz deschperat, Da
hob i der Magd

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Resignation

Ja, so geht es in der
Welt, Alles fühlt man sich
entgleiten, Jahre, Haare, Liebe,
Geld Und die großen Trunkenheiten.
Ach, bald ist man Doktor Juris Und
Assessor und

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Der Barbar - III.

Jetzt will ich dir sagen,
wer ich bin, Jetzt will ich dir klagen,
wer ich hin. Auch ich war ein Jüngling
im lockigen Haar, Aber mich schor ein
Büttel. Ich bin stark geworden,

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Marietta

Kabarett zum roten
Strich. Leise flog der bunte
Vogel Über Busch und über
Kogel Unabänderlich. Du und ich und
dies und das Unter Buchen auf dem Moose
- Eine

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Die Plejaden - IV.

Kleine Französin, weine
nicht, Starb Mann den Kindes-, Kind
den Mannestod. Die Schnörkel der
Kathedrale Umschlingen uns
Irrende. Suche den Weg nicht Aus dem
S

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Frühling

Kolonne rattert.
Turko beisst ins Gras.
Schrapnell.
O Blume, wolkig aufgetan!
Gesänge glänzen
Von betauter Luft,
Und Veilchen regnen auf die Batterie.
Knabe und Satyr

Komm, Knabe, Wir wollen
Brombeeren pflücken. Warum fürchtest
du Meine Hörner - sie stossen dich
nicht - Dich stösst ein
anderes. Halte dich an meinem zottigen
Bart.

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Türmer und Taube

Lass mich fühlen, was
ich glaube! Lass mich glauben, was ich
fühle! Hebe dich, entsandte
Taube, Bis zu meinem
Turmgestühle. Körner streu ich
unterm Bogen, Wo der S

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Sonett des Abschieds

Lass mich noch einmal
meine Wimpern heben! Lass jenen Blick
in heiliger Wildheit rollen. Wir wollen
uns des ewig wundervollen Und nie
verschmerzten Abschieds nicht
begeben. E

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Laufen laufen läufig...

Laufen laufen läufig
Hekatomben von Helden grau grau Der
zinnoberblaue Schutzmann zerschmettert
den Maßkrug aller Maßlosigkeiten An
der Siegessäule die sauberen
Ladenmädchen Gelächter

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Lotos und Mädchen auf dem Teich

Lotosblatt und
Frauenkleid, Lotosblüte,
Mädchenblüte, Weit im Teiche schwimmt
dein Boot, Und ich kann nicht
unterscheiden Mensch und Blume von euch
beiden, Weil ihr ineinan

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Der Schpezl

Madel, wann i zu dir
kemma soll, muaßt fei brav sei: Loaß
di mit koan andern als wia mit `n Seppl
ei. Der Seppl is mei Schpezl,
deessell woaßt ja, Dees, woas i ko, ko
der Seppl a

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Es war so gut, ein Mensch zu sein

Man ist nicht tot. Man
lebt nur unter der Erde. Ein wenig
feucht. Maulwürfen brav
verbrüdert. Wenn eine Granate gröhlt,
springt man zum Himmel hoch. Man
möchte wieder einmal die Sonne s

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Die Zigarette

Man raucht. Vermummt in
Rauch. Der: graue Wolke. Der andre:
tiefe Stadt am frohen Hange. Der:
wandelnde Trompeten. Schrei. Und
Sterne. Wie Taubensilber dunkler
Mädchenflug. Und Kind

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Kyros

Man sagt, dass Kyros, der
Perser, die Griechen bekriege, Weil er
die Griechenknaben liebe. In silberne
Fesseln schlägt er die
Gefangenen. Ihrer hundert ziehen seinen
Sichelwagen Nac

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Das Mädchen

Man wacht des Morgens
hold eratmend auf. Die Sonne blinkt
durch blasse Fensterscheiben. Man wird
in dieser Welt ein wenig bleiben. Für
Leben nimmt man manches Leid in
Kauf.

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Weihnachtslegende

Maria lag in Schmerzen
sieben Stunden, Und ihre Augen
leuchteten nach innen, Da gab man ihr,
gehüllt in weisses Linnen, Den jungen
Gott, der sich zu ihr gefunden. Sie
zitter

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Maria Mutter der Straßenbahn

Maria Mutter der
Straßenbahn Im Filzhut Wankende
Weichenstellerin Der
Weichteile Gschamig Die Pauke
bröselt Napfkuchen Dröhnt Lebkuchen
hei er lebet

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Matt entblätternd

Matt entblätternd von
des Mädchens Lippe Bin ich Wein und
Glanz. Nachtgewölk entblüht der
Wiese, Und der Tau der Sterne Feuchtet
meine Stirn. Berge wallen weiss
heran;

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Heute

Mein Gewehr ist ein
verschlafnes Liebeslied. Meine Hände
zittern, wie wenn sie was streicheln
müssten. Wer weiss, was morgen
geschieht! Heute blüht Frühling an
den flandrischen Küsten.

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Die Königin von Samarkand

Mein Herz ist rot, mein
Blick ist blau. Ich bin die schönste
von allen Fraun. Mein Haar ist
schwarz wie Pantherfell. Ein Riese ist
mein liebster Gesell. Schneeweiss

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Jochen Himmelreich

Mein Name ist Jochen
Himmelreich, Ich hörte den
Zapfenstreich In Tsingtau und Windhuk,
in Warschau und Lille. Kaum sah ich die
Sonne über Flandern, Musst ich nach
Mazedonien wander

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Der betrogene Liebhaber

Mein Schatz hat mich
betrogen, Ist von mir fortgezogen Zu
einem Schweinehund Ohne Grund - Der
Hund! Nun geh ich durch die
Gassen, Will mir ein Dirnlein
fassen,

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Mein Urenkel hat mich verstoßen

Mein Urenkel hat mich
verstoßen, Mein Vater sich
geweigert, Mich zu zeugen. Es
ist Um Süßwasserpolyp zu
werden Sein Innerstes Nach außen zu
stülpen.

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Meine Mutter war...

Meine Mutter war eine
chinesische Zwergwachtel Mein Vater
eine Spottdrossel. Ihre kahlen
Kadaver Fraß Die Katze. Des seligen
Todes voll Ich zirpe. Werft die,
so

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Lied der Kriegsfreiwilligen

Meinem Bruder
Hans Brüder, laßt uns Arm in
Arm In den Kampf marschieren! Schlägt
der Trommler schon Alarm Fremdesten
Quartieren. West- und östlich glüht
der Brand

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Ein Totenschädel

Meiner Finger Blut klopft
an die Schädeldecke, Ich streichle
müde seine bräunlich weiche Stirn, Ob
er mit seinem toten Blut mein Blut
erwecke. Seht: durch die Löcher, die
das Au

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Der Lehrer

Meist war er klein und
kroch am Boden hin Wie eine
Küchenschabe braun und eklig. Er stak
in abgeschabten Loden drin Und stank
nach Fusel und nach Schweiß unsäglich.
Doch

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Der neue Mensch

Mensch, es strömen die
Jahrtausende In dein offnes Herz. Der
sausende Flügelschlag der Zeit
bestürme dich! Halte fest der
Promethiden Feuer, Und in ihrem
heiligen Glanz erneuer

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Im Morgengrauen

Mich fröstelt kalt. Der
Docht verglüht. Ich wurde alt. Ich
wurde müd. Durchs Fenster in mein
Zimmer bricht Die Morgenröte und sieht
mich nicht. Sie tanzt, ein eit

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Militärverhältnisse...

Militärverhältnisse
halber möchte ich meine ganze gediegene
Weichfressereinrichtung
verkaufen. Wer Weiß Was Das Heißt? Bedeutet? Tränen
bei Tage Tr

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Sie gedenkt des fernen Gatten

Mir tat die Helligkeit
der Lampe weh... Ich lösche sie. Nun
blinkt der Mond im See. Mir ist ein
bittrere Tränentrunk kredenzt, Auf
dessen Grund dein goldnes Antlitz
glänzt.

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Musik! Musik!

Musik! Musik!
Zusammensein Mit tausend Tönen, das
mich nicht verlässt. Ich schwinge mich
im angesagten Fest Und bin zu vielen
und nicht mehr zu zwein. Ich bin
erlöst von m

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Partenkirchen

Müde bin ich der
städtischen Sterne; Bräunliches
Frühlingslaub dunkelt im Kalterer
Wein. Mein Blut spritzt morgenrot über
die Berge. Zwei Herzen balanciere ich
an einer langen Stange s

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Müde schleich ich

Müde schleich ich durch
die Morgenstille, Und es bebt in mir
ein fremder Wille. Wie die Glocken
fernes Ave läuten, Scheint es mir
Verachtung zu bedeuten Meinen Lippen,
die noch dun

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Zarenlied

Nach Adam
Mickiewicz Wenn ich nach Sibirien
trotte, Muss ich schwer in Ketten
karren, Doch mit der versoffnen
Rotte Will ich schuften ... für den
Zaren. In de

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Der letzte Trunk

Nach Baudelaire Tod,
alter Fährmann! Es ist Zeit! Anker
gelichtet! Weisse Winde flattern wie
Möwen. Segel gehisst! Ob Meer und
Himmel sich wie schwarze Tinte
dichtet, Du we

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Das Notabene

Nach Bellmann Holt mir
Wein in vollen Krügen! (Notabene: Wein
vom Sundgau) Und ein Weib soll bei mir
liegen! (Notabene: eine Jungfrau) Ewig
hängt sie mir am Munde.

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Anna Molnár

Nach dem
Ungarischen Es stieg aufs Ross Martin
Aigó. Die Steppe ruft. Die Ferne
lockt. Er traf am Weg Anna
Molnár. `Komm mit mir, schöne Anna
Molnár. Die Steppe ru

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Apachen-Abschied

Nacht verrann. Müssen
scheiden. Lehre es mich, Mann
- Schwöre es mir, Mann: Leiden will
ich, leiden. Warest doch so
gut, Wurdest immer besser - Mein
en

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Ad notam

Nachts bis drei Uhr Im
Café wichtig tun und dösen, Wenn ich
eure Fratzen seh, Wünsch ich mir den
Bösen. Und ihr schnüffelt Und ihr
grunzt mit gefurchten Mienen

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Der Selbstmörder

Niemand weiss, dass ich
gestorben bin. Alle sehen freundlich zu
mir hin. Manche meinen mit verglastem
Lächeln Trost und Heiterkeit mir
zuzufächeln. Manche fragen, wie es
mi

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Auch du

Nun bist auch du von mir
gegangen Ohne Lust und Streit. Dich
trieb das flackernde Verlangen Der
endlichen Unendlichkeit. Was du mir
warst - wer darf es wissen? Was du

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Auf der Wacht

Nun Glanz. Verrottetes
Gestirn der Nacht, Wie Bajonett in
unsre Stirn gesenkt! Geschwür, das
Träne gold am Lidrand hängt. Sei,
dunkler Träumer, stürmend auf der
Wacht! D

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Der Gentleman

Nun ist Ihr Schritt aus
diesem Haus entschwunden, Die
Ledersessel stehen leer und stumm. Ich
rufe nach den gelben Rosenstunden Und
nach des Ragtimes zartem Unikum. Mir
ist, a

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Der Schneidergeselle

Nun muß ich ja
scheiden, Das Herz tut mir weh. Was
ist höher als der Himmel, Was ist
tiefer als die See? Was ist goldner
als die Sonne? Was ist blasser als der
Mond?

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Frühling 1915

Nun naht der Frühling
als ein fremder Gast, Um uns mit
bitterem Glücke zu beglücken. Die
Hand, die an den Degen fasst, Darf
keine Blume pflücken. Aus
tausendfach vergossn

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Fieber

Nun willst du nichts mehr
von mir wissen, Du blonde Frau! Ich
liege in den Kissen Verdorrt und
grau. Wo meine Knie die Decke
bauschen An meinen Schenkeln lagst
einst d

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Ode in den Bergen

O du des Himmels goldene
Vergossenheit! Vergessenheit - Ziel
auf, ziel auf Und führe Brennende
Sohlen Heim und heimwärts Zu dir, O
Mutter Ebene. Was sol

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Der Abend

O mag nun Abend mich
halten! Der Tage wolkige Ruh Versank
im Teich. Und in Falten Deckt sein
Antlitz sich zu. Nun mögen die
Fackeln entbrennen! Und röter das
Trunken

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Elegie II

O rotes Kneipenlicht! O
bräutlicher Choral! O war es Glück,
was jener Wagen sprengt! Ich bin mit
einem Hemd von Schmerz behängt. Um
meine Schultern blutet Nessusschal. O
n

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Der weiße Storch

O unerhörte Qual des
Bürgerkrieges, In seiner Brüder Blut
den Dolch zu tauchen, Wenn ihre Städte
als Ruinen rauchen. Es droht die Nacht
der Sonne selbst des Sieges. O
wan

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Am Hafen in Wismar

O! als ich Matrose
war! Im Takelwerk der Brigg `Blaa
Fugel` hing! Mit breiter, brauner Brust
Sturm und Sonne fing! Irrlichter
tanzten nachts auf meinem Haar. O!
und in Wismar

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Die gefiederte Welt

Oder Über die Pflege
des Sprossers und der
Nachtigall Oder Der Vogelgesang im
Kreislauf des Jahres Oder Ihr könnt
mich alle am Samstag Abend zu einer
Tasse Ersatztee

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Der Landwirt Würstlein von Sebelsdorf

Patriotisches
Gedicht Der Landwirt Würstlein von
Sebelsdorf, Ein Mann von echtem Schrot
und Schorf, Der hat den rechten Fleck
auf dem Mund, Der lockt keinen Ofen vor
den Hun

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Improvisation

Pfirsichblüte,
Wie süß du duftest,
Bunte Trösterin,
Wenn die Regenfee
Sich über dich beugt
Und ihre Tränen
Die benetzen.
Wir im Welteninnen

Pflanze auf meine
Lenden Deiner Liebesküsse
Raserei: Sieh: mein Schrei Brüllt wie
eine Fackel auf zu
Weltenbränden. Lass die Sterne
bleich ins Nichts verrinnen, Las

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Phaëthon

Phaëthon, Der
Mundschenk der Götter, Mischte den
Göttern Schlaf in den Wein. Sie
tranken, Sie sanken In Traum und in
Schlaf. An seinen Sonnenwagen
gel

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Christbaumfeier

Piano, Geige: Hupf mein
Mädel (forte), Im Christbaum zucken
gelblich ein paar Lichter, Und an die
Rampe tritt Kommis und Dichter Und
stottert stockend tannendufte
Worte. Man trampel

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Melancholie

Schau, den Finger in der
Nase Oder an der Stirn, Zeitigt manche
fette Phrase Das geölte Hirn.
Warum liebt der die Erotik? Jener
die Zigarrn? Der die Aeropilot

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Die Ballade vom Schlaf der Kindheit

Scheuche nicht den Schlaf
des Kindes In der schwarzen Bucht. In
den Zweigen des erwachten Windes Hängt
er hell wie eine runde Frucht. Sonne
wärmt sich an des Nackens Spiege

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Die Plejaden - VII.

Schlimm ist es, in der
Heimat Frauen haben Und Kinder, deren
Zukunft man bedenkt. Man möchte sie
vergessen und begraben, Wenn man sich
selber in den Himmel hängt. Man
greif

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Schmetterlingsfink

Schmetterlingsfink Sich
paarend Mit Citronenfalter Über den
Horizonten Im Zauberzenith. Passion
der Wolken Rote Raupe Schwarze
Puppe

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Herbst

Schon hebt die tanzende
Charite Die selige Syrinx, Und dem
gelösten Haar entfällt Ein Büschel
Mohn. Im Wasser spiegelt sich
erstaunt Der heilige Frosch. Die

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Schon wochenlang kein Brief und keine Karte

Schon wochenlang kein
Brief und keine Karte. Ich lieg im
Liegestuhl, dem Arzt verdingt. So oft
im Treppenhaus die Stufe knarrte, Sah
ich den Boten, der Packete
bringt. Man wi

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Thea

Seh ich jene
petrefakte Hügelkuppe blond
geschmückt: Scheint sie eine schöne
nackte Frau, die sich nach vorne
bückt. Wie ihr Rücken rund sich
rundet. Und es regt

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Begegnung

Seligkeit der Welt, Die
er selbst erschaffen, Wollte Gott
erhellt Sehnend sich erraffen. Und
in fleischlicher Gestalt, Die ihn
dunkel drückte, Ging er durch
de

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Auf die junge Schauspielerin

Sie fühlt sich gross und
klein im Dienst des Guten. Der Dichter
steigt im Abendrot vom Hügel. Er
lächelt. Fern. Und führt ein Pferd am
Zügel. Sie windet sich im Tanz
erborgter Gluten.

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Berliner Ballade

Sie hing wie eine
Latte Vom Schranke steif und stumm. Am
Morgen sah`s ihr Gatte, Lief nach dem
Polizeipräsidium. »Meine Frau«,
so schrie er, »ist
verschieden...«

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Schwindsüchtige

Sie müssen ruh`n und
wieder ruh`n, Teils auf den
patentierten Liegestühlen Sieht man in
Wolle sie und Wut sich wühlen, Teils
haben sie im Bette Kur zu tun. Nur
mittags ho

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Tod der Jünglinge auf dem Schlachtfeld

Sie schwingen über den
bestirnten Häupten Der Lanzen tausend
Sonnen jugendlich. Die Sichelwagen
rollen in bestäubten Glanzwolken.
Pfeil und Auge kreuzen sich. Sie
stoßen

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Proleten

Sieben Kinder in der
Stube Und dazu ein Aftermieter, Hausen
wir in feuchter Grube, Und der blaue
Tag - o sieht er Uns, verbirgt er sein
Gesicht. Gebt uns Licht, gebt uns
Licht

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Schenke im Frühling

Sieben
Schimmel Traben Über Berg und
Himmel. Blütenwind muß Sporen
haben. Vor der Schenke wacht Eine alte
Vettel. Sieben Herren beugen sich auf
ihre silberweißen

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Der Tod des Adonis

Sieben Wochen schon
schreit Kypris, Denn Adonis starb, Der
schönste der Menschen. Die Sterne
weinen nachts Sternschnuppen, Und
salzig von Tränen ist Das Gewässer
der Flüss

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Grete G.

So lauf ich mit dem Winde
um die Wette Und borge von den Sternen
meinen Schein. Die Erde ist mein
Bette Und soll mein Himmel
sein. Komm : Mädchen, Jüngling -
beides mir.

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Erwartung

So müde bin ich, Und du
kommst noch immer nicht! In tote
Häuser sinn ich Dein liebes
Angesicht. Und jeder Autowagen, Der
vorübertutet - Ach, wenn darin ein
r

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Sommerelegie

Sommer. Ich bin so
müde. Alles noch braun und
leer. Förster mit Büchse und
Rüde. Jagd über Moore und Meer.
Möwen in silbernen Binsen. Alpen
gezahnt und gezackt.

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Abschied (I)

Sonnabend ist`s, der
tulpenfarbne Westen Weiß einen Sonntag
rechter Art zu künden, Der enge
Sorgen, leichtgeschürzte Sünden Uns
mildert mit den kindlichfrommen
Gesten. Zu

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Fieber (II)

Spring an, du
Stierakkord! Du Singsangföhn! Der
weichen Wiesen sprühende Libelle. Wie
hebt das mandelhölzerne Gespenst sich
schön Betäubend vom Asyl der weissen
Schwelle.

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Die Sittsame

Steige nicht mehr von der
Weide Übern Zaun in die
Rapunzeln. Willst du, daß ich Arges
leide? Nachbarn möchten boshaft
schmunzeln. Schwing dich nicht vom
Maulbeerzweige

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Kleine Stadt

Sterne entsteigen der
Stadt. Gross Wohnt der Mond in den
höckrigen Gassen. Alter
Frauen Schwangre Bäuche Platzen
brummend, Grünen Rauch gebärend. Aus
der Bra

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Orest und Pylades

Strophis, König von
Phokis, Erzog Orest und Pylades. Hand
in Hand gingen die Knaben, Brust an
Brust schliefen die Knaben, Mund an
Mund sangen die Knaben. Sie warfen ihre
Sehn

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Studentenlied

Studenten, Studenten Wir
wollen`s ewig sein. Philister und
Küster flennten, Wir trieben
Narretein. Wir säßen in den
Schenken Und täten pokulier`n, Und an
Mädels de

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Sylvia

size='4'>Sylvia curucca Zahme Zaungrasmücke Ich
sperre dich In einen
Trauerweidenkäfig Und sende
dich (Frachtgut Nachtgut) Per
Eisenbahn Meiner Seele.
... weiterlesen


Tango

Tango tönt durch Nacht
und Flieder. Ist`s im Kurhaus die
Kapelle? Doch es springt mir in die
Glieder, Und ich dreh mich schnell und
schnelle. Tango – alle Muskeln
spannt

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Baumblüte in Werder

Tante Klara ist schon um
ein Uhr mittags besinnungslos
betrunken. Ihr Satinkleid ist geplatzt.
Sie sitzt im märkischen Sand und
schluchzt. Der Johannisbeerwein hat`s
in sich. Alles jubelt und juc

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Soldatenbegräbnis in Innsbruck

Tiroler Kaiserjäger
silbergrau Schreiten am Sarg. Die
stummen Schritte beten Für eine alte,
gelb gebleichte Frau, Um deren Stirne
Regensträhnen wehten. Die Täler
rauschen

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Die Plejaden - I.

Totenkopf Es wird nie
wieder Friede sein. Der Kopf Des Todes
grinst auf allen Vertikos. In Bronze.
Gips. Als Bierkrug. Suppentopf. Er
birgt sich liebend in des Mädchens
Scho

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Mimi - III.

Trinklied Wirt, schlag
aus dem Fass den Banzen, Wir wollen
saufen und tanzen: Mimi und
ich. Lahmer, du spielst Harmonika, Und
die zahme Elster schreit
krakra. D

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Der Barbar - II.

Tötet diesen
gottverdammten Schwafler Kant Und
Nietzschke und Trietschke, Die
Weissgardisten, Die Sch ....
gardisten, Die Drückeberger Vom Traum
der Tat. Wir rücken

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Montezuma - IV.

Und als den letzten Kuss
von ihrem Munde, Dem schon erkalteten,
er gierig nahm, Da fühlte er an seinem
Leib die Wunde Die ewig blutende. Und
schritt und kam Zu seines Adels

... weiterlesen


Montezuma - III.

Und als man ihm das
weisse Mädchen brachte. War er
erstaunt wie ein Geburtstagskind. Er
lobte ihre Weisse, und er lachte Und
rief zur Schau das schämige
Gesind. Und runzelt

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Vater ist auch dabei

Und als sie zogen in den
Krieg – Vater war Maikäfer –
Maikäfer flieg – Da standen am
Fenster die zwei, Vergrämt,
verhungert, Mutter und Kind, Tränen
wuschen die Augen blind

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Ruderlied

Und der Herbst hat sich
erhoben, Und die wilden Gänse
toben. Führ das Ruder, lieber
Bruder, Eh in Asche du
zerstoben. Laß, o laß die
Chrysanthemen, Laß, o laß di

... weiterlesen


Schnee

Und heut hat`s
geschneit, Mein Schatz, der ist
weit. Der Schnee, der ist
weiß, Mein Schatz ist wie Eis. Der
Schnee ist getaut, Mein Schatz, der ist
Braut,

... weiterlesen


Montezuma - VII.

Und jener zitterte und
brach ins Knie Und wusste nichts, als
dass er seines Hortes Hüter nun nicht
mehr sei, und wie ein Vieh Ein ganz
vom Hunger und vom Durst
verdorrtes Er

... weiterlesen


Oden - IX.

Und vergib mir: Ich
tat, Was Gott allein zu tun
geziemt: Nahm deine Hand für
meine, Dein Herz für meines. Mich
verwirrte Die schöne Nacht, Der
goldne Stern im

... weiterlesen


Hiob

Und war kein Elend, das
ihn nicht befiel, Und keine Seuchen,
die ihn nicht bestürzten. Es faulte
sein Getreide schon am Stiel, Ein Riff
zerspellte seines Schiffes Kiel, Und
Tränen

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Abschied

Unruhig scharrt das Pferd
des Generals. Unter den Säulen steht
die junge Frau. Sie reicht ihm das
Gewebe eines Schals: Purpur auf
grau. Wie viele Zärtlichkeiten hab
ich dre

... weiterlesen


Uns ist gegeben

Uns ist gegeben: Ein
wolkiges Lächeln, Ein stürmisches
Segel, Ein waldiger Schatten, Ein
mildes Gestirn. Wir binden die
Blüten Im Frühling. Wir heben

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Drei Wünsche

Unser erster Wunsch
heisst: einfach sein, Wie die
Vogelschwinge blitzt im Blauen Unsren
Blicken, unsren Küssen trauen. Unser
erster Wunsch heisst einfach
sein. Unser zweiter

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Hieronymus

Unter grün gewölbter
Eiche Sinnt Einsiedel in der
Bibel. Öffnen sich die stillen
Reiche, Fliegt der Blick zum
Himmelsgiebel. Vom Baume rollt des
Efeus Ranke Herab auf ihn i

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Unwillig ich

Unwillig ich, der hagren
Träume voll, Mit Schmerzenwildnis
tropisch überlaubt, Ruh rasend ich im
winterlichen Groll Und hebe nachts in
Höhe kühl mein Haupt. Wie Nebel
sch

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Die Puppenspielerin

Vielleicht, wenn du mich
einmal lieben würdest, Dass ich dann
eine Puppe wär, die du Mit blonder
Irre überbürdest: Ein melancholischer
Filou. Dann wehen feurig meine
Glie

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Der Waldmensch (VII--XIV)

VII Ich wurde Silvius,
der Wald-mensch: Wald ist mein
Wunder. Brombeergesträuch wächst auf
meinen Schuhen. Unter meinem Herzen
baust ein Kind in Grotte. (Denn
Waldme

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Drei wilde Gänse

Volkslied Drei wilde
Gänse, die flogen über See. Da schoß
der Jäger alle drei, und was einmal
ins Wasser fiel, kommt nimmer in die
Höh`. Drei junge Mäde

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Eine Nacht

Von Totenwürmern pickt
es im Gehölz Des Schreibtischs, dessen
grünes Tuch der blassen Frühsaat so
gleicht... in Gram vermummt die
Gassen. Der Pendel wandert wippend ...
plötzlich schne

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Regenschirmparaden

Vor unserm Feldmarschall,
dem Ruppert: Wie manches Heldenherz da
puppert. Man sieht mit Schirmen und mit
Stöcken Vorbeimarschiern die alten
Recken. Mit achtzig und mit
neun

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Eifersucht

Vorzustellen: Michael
Jaroschin – untertänigst – ist mein
Name. Wohlgeboren, Hochgeboren auf dem
Berge Gaurisankar. Sah von oben stets
nach unten, von den Gletschern in die
Täler, Von

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Kosakenlied

Väterchen braucht die
Kosaken, Zu Attacken; Schabernacken
- Hei, wir wölln dem Feind es
gönnen, Wie Kosaken fiedeln
können: Fi.....fi..... Väterchen
macht

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Bürgerliches Weihnachtsidyll

Was bringt der
Weihnachtsmann Emilien? Ein Strauß von
Rosmarin und Lilien. Sie geht so
fleißig auf den Strich. O Tochter
Zions, freue dich! Doch sieh, was
wird sie bleich

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Mimi - II.

Was ich dir hier
singe, Ist nur für dich gemacht. Die
violette Syringe, Der Mond und das Ding
der Dinge Ist nur für dich
gemacht. Die heimliche Lust der
Lüste

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Was ich will...

Was ich will Poet Was
ich singe Mord Der
Niagarafall Gelächter. Weltuntergang Ein
Zucken meiner Schulter. Geist Eine
Grube. Erzengel

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Oberammergau in Amerika

Was unsern Christus Lang
betrifft, So hatte er sich
eingeschifft, Um in atlantischen
Bezirken Fürs heilige Christentum zu
wirken. In Boston war er hinterm
Zaun Wie`n

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Die Carmagnole (1792)

Was will das
Proletariat? Daß keiner zu herrschen
hat! Kein Herr soll befehlen, Kein
Knecht sei zu quälen, Freiheit!
Gleichheit! allen Seelen!    
Vorwärts, Brüd

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Ballade vom Wort

Was wollen die grossen
Worte? Sie rollen wie ein Kiesel
klein Am Weg, an der Strassenborte In
den Morgen ein. Sie hängen an
manchem Baume Wie Früchte
halbgereift.

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Schneeflocken

Wende ich den Kopf nach
oben: Wie die weissen Flocken
fliegen, Fühle ich mich selbst
gehoben Und im Wirbel tanze
wiegen. Dicht und dichter das
Gewimmel; Eine Flocke b

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Musette

Wenn dein Mund liegt An
meiner Scham, Und meine Sehnsucht wund
wiegt, Als ob ein grosser Vogel mich
auf seine Flügel nahm: Dann meine
Lippen rasen In der entflammten

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Im Frühling

Wenn Leben innrer Träume
Widerschein - Wozu sich an die blasse
Stirne schlagen? Berauschen will ich
mich an allen Tagen Und schlafe trunken
vor den Säulen ein. Die Wimpern

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Coelius - V.

Wer bist du, schöner
Knabe, den beim Heuen Die Mutter wohl
von ihrer Brust verlor? Du schreitest
durch der Mittagssonne Tor, Mit
Lächeln das Lebendge zu
erneuen. Lass Mann

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Der geistige Arbeiter in der Inflation

Wer nur den lieben Gott
läßt walten – Ich arbeite an einer
Monographie über die römischen
Laren. Am Tage liege ich im Bett, um
Kohlen zu sparen. Ich werde ein Honorar
von drei Mark er

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Wer vermag

Wer vermag Dem Star den
Star zu stechen? Dem
Bartmeisenmännchen Um den Bart zu
streichen? Mit dem Gelbspötter Gelb
zu spotten? Mit dem Sprosser Zu
sprossen?

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Coelius - I.

Wer wird einst deinen
süssen Namen wissen, Wenn nicht mein
Wille ihn in Wort geprägt? Wenn ich
ihn nicht in Elfenbein gelegt Und mit
dem Schattenspiel des Ruhms
umrissen? E

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Die Sonnenuhr

Wie bist du doch in eine
Welt Von Tag und Glanz
hineingestellt! Dich treibt der
Strahlen Her und Hin Erst zur Besinnung
und zu Sinn. Auf deines Bilds besonntem
Runde Zeigt gra

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Die unendliche Woge

Wie des Meeres
Wellen Auf und nieder wellen: Also
wogt unendlich mein Verlangen, Dich zu
fangen, zu umfangen. Wie entflieh ich
meinem Wahne? Neige ich mich aus dem
Kahne:

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Weib

Wie du Wind
vergebens Alle Lüfte regst, Hab ich
Sinn des Lebens, Weib, wenn du mich
trägst. Bin ich dir im Tiefen Immer
Tier und Sohn : Die dich Göttin
riefe

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Winkelried

Wie es dich zum Kampfe
zieht! Und du stürmst in goldner Wehre
- Wenn sie lächelnd dir ins Auge
sieht: Wo ist Trotz und Dolch und Ehre?
- Drückst du dir wie Winkelried Tief

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Der Fächer

Wie fiel im Sommer reif
auf meines Dorfes Dächer? So weiß wie
Reif und Schnee ist dieser
Seidenfächer. Ihn schickt ein Mädchen
aus der Landschaft U, Er fächle dir
Erinnerungen zu ...

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Waffenspruch

Wie ihr den Bogen spannt
- so spannt auch eure Seele! Besorgt,
dass nicht der Pfeil zu kurz geschnitten
werde... Zielt bei Attacken auf die
Pferde! Seht, daß ihr eure Feinde
lebend fangt -

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Ein junges Liebespaar sieht sich überrascht

Wie kam es, dass ich heut
betroffen Im Mondlicht stehen
blieb? Die Pforte eines Parkes sah ich
offen, Ein Jüngling hatte seine
Freundin lieb. Im Buchsbaum schwirrte
eines Vogels Fit

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Lied im Herbst

Wie Krieger in
Zinnober Stehn Bäume auf der
Wacht. Ich taumle durch Oktober Und
Nacht. Blut klebt an meinem
Rocke. Mein Weg ist weit und lang. Des
Tales dunkle

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Oden - III.

Wie lang ists her, dass
ich mit dir im Grase lag. Das
geflügelte Ur-insekt schwirrte über
uns. Ich fing mit der Hand schlanke
Ringelnattern Und hing dir ein Dutzend
um den nackten Leib.

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Ode an Zürich

Wie liegst du, grosse
Stadt und kleines Kind, Im Frühling
blühend an den See gebettet! Mit
Arabesken Rauches spielt der Wind, Der
sich beschaulich auf den Dolder
rettet. Es

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Ballade vom toten Kind

Wie ward mein Überfluss
so karg! Ich muss mich mein
erbarmen. Ich halte auf den
Armen Einen kleinen Sarg. Es reichen
sich die Hände Geschlechter ohne Ende
- W

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Hamburger Hurenlied

Wir Hamburger Mädchen
haben`s fein, Wir brauchen nicht auf
dem Striche sein. Wir wohnen in
schönen Häusern Wohl bei der
Nacht, Ahoi! Weil es uns Freude
macht.

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Ballade vom Bolschewik

Wir kamen in die Städte
aus der Steppe Gleich Wölfen mager,
hungrig und verlaust. Wie seidig
rauscht der schönen Damen Schleppe, Um
die der Südwind unsrer Sehnsucht
braust.

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Leiferde

Wir leben ganz im
Dunkeln, Uns blühen nicht
Ranunkeln Und Mädchen glühn uns
nicht. Wir sind von Gott verworfen Und
unter Schmutz und Schorfen Ist unsre
Brust mit Schwefel a

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Auf der Wiese

Wir liegen im blühenden
Schoße des Wiesenrains Und trinken
eins und eins und immer noch eins. Wenn
ich betrunken wie ein offenes Gatter im
Winde schnarre: Geh nach Hause, hol mir
die Gita

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Wir Pioniere

Wir Pioniere bauen schön
die Brücken, Damit Soldate und Kanone
drüberrücken. Wir schleppen Balken
viel und haben großen Schweiß. Des
Kaisers Dank ist unser Preis. -
Valleri.

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Ballade vom deutschen Landsknecht

Wir taten unsere
Pflichten stumm mit grauen Mienen Und
pflügten schweigend unser Feld. Nun
schweifen wir wie Beduinen Ach durch
die Wüste dieser Welt. Uns dörrte
die verdo

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Aspasia

Wir wussten nicht,
wieviel wir wogen, Die wir an einem
Tage deine Joche zogen, Und ob sich
Priester nicht an Bettler band. Du
schwangst mit einer heiligen
Gebärde, Als seist das ein

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Oden - X.

Wohl ziehen wilde
Gänse Über den Horizont. Aber der
Mensch bleibt Klein im sumpfigen
Kolk. Denn seine Wimpern sind
verklebt Mit Argwohn, Und Ikarus
träumt.

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Improvisation

Wolke Kleid Und Blume
ihr Gesicht. Wohlgerüche
wehn, Verliebter Frühling! Wird sie
auf dem Berge stehn, Wagen ich den
Aufstieg nicht. Wenn sie sich dem Monde
weiht,

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Es (XI-XXIV)

XI Wenn wir zu den
Ahnen beten: so sinken wir in die Knie
vor einem toten Kind. Das tote Kind ist
unser Sinn-bild Das tote Kind ist unser
Stand-bild. In ihm starben:

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Der Waldmensch (XV-XIX)

XV Irene war mir
Schwester, ehe ich dich kannte, in den
Städten schon. Sie war mir Friede im
Krieg Und Frau unter den
Weibern. Blonde unter den
Schwarzen. Weisse unte

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Der Tierkreis (XX-XXIX)

XX Grau Same Fiel in
mein Herz Trieb trübe Blüten Des
ward ich grausam. Ich spalte den
Baum Das Haus mir zu wärmen Ich
schlage die Frau Die Han

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Der Waldmensch (XX-XXV)

XX Ist doch Frühling!
Aber im schmalen Tal fault noch das
Herbstlaub. Zerrüttet rase ich von Ruh
zu Ruh. Zuweilen mir ein Licht -
blitzt. War ich ein Löwe, meine Mähne
zu

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Erkenntnis

Über alle Strenge will
ich schlagen, Alles Enge in die Weite
tragen. Tiger brachen liebend in die
Knie, Wenn ich zu dem Himmelsvater
schrie. Kröten kamen sanft zu mir
gekrochen,

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Spaziergang

Über uns will es sich in
den Zweigen regen, Und ein hübscher
Vogel macht sich plusternd breit. Wird
er jetzt wohl Eier legen Oder was ist
seine Tätigkeit? Plötzlich
hat`

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Sarpedon

Zeus liebte seinen
Sohn Den Sohn der Laodamia:
Sarpedon: Wie ein Geliebter den
Geliebten. Heimlich zuweilen In der
Gestalt einer Schlange Lag er bei
ihm. Eines

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Ganymed

Zeus sandte seinen
Adler, Dass er den schönen Knaben
Ganymed In seinen Fängen fange Und zu
ihm trage. Der schoss aus dem
Zenith Des Mittags Herab auf die
Narzissenwie

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Zu Amsterdam

Zu Amsterdam bin ich
geboren, Meine Mutter war ein Mädchen
ums Geld. Mein Vater hat ihr die Ehe
geschworen, War aber weit gefehlt.
In einer dunklen Gasse, Sah ich
zu

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Gut Holz!

Zum 37. Stiftungsfest des
Verbandes deutscher
Kegelsportvereine Wer hat dich so
hoch da droben – Das Kegelspiel ist
schon seit ewigen Zeiten eine kulturelle
Macht. Ursprünglich h

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Coelius - VI.

Zum letzten Male senke
ich die Blicke Zum Gruss vor einer
schleierlosen Frau. Zum letzten Male
blinkt der Himmel blau; Und um
Verlornes schlingt sich Wind und
Wicke. Ich spü

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Fest der Jugend

Zum Tanz! Zum Tanz!
Schön stürzt herbei Der Mond, der
goldne Tänzer- Und unsre Brust
zerreißt im Schrei Der Lust: Noch sind
wir Lenzer! Der Mond hat unser Haar
gebleicht U

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Der bunte Vogel

Zuweilen sind wir
rauchbegraben Im Gläserklang des
fröhlichen Cafés, Und unsre Hände
haben Verirrte Lust nach einem
Biergemäss. Wir trinken Pein. Wir
fressen etwas Torte

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Arabeske

Zuweilen stehe ich am
Fenster. Es ist schon Nacht. Das
Gaswerk schweigt. So viele zärtliche
Gespenster Sind jetzt in Lust sich
zugeneigt. Am Güterbahnhof rollen
Züge.

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Zwiegespräch

`Du gabst mir immer
wieder Dein Herz und deine Lieder, Ich
nahm sie sorglos hin. Nun muß ich dich
betrüben: Ich darf dich nicht mehr
lieben, Weil ich nicht dein mehr
bin.`

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