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Gedichte - Ada Christen


Elend

1 Die Luft ist wie
verpestet, Vergiftet, was ich seh`, Und
alle Blicke sind Dolche Und jedes Wort
ein Weh. Die Herzen sind
verschlossen, Erkennen mich nimmermeh
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Nur Du allein

1 Nur Du allein, Du schautest wie ich
litt, Nur Du allein hast meiner Qual
geglaubt, Du schirmtest die Gedanken mir
im Haupt - Als Nacht mit Licht in meiner
Seele stritt.
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Gemein

1 Zuweilen dünkt Dich: reich bin ich
ja doch, Denn immer hab` ich etwas noch
zu geben, Wer mir nur naht, er nimmt ein
Stücklein noch Aus diesem
armgeplündert-dunklen Leben.
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Noth

All euer girrendes Herzeleid Tut lang
nicht so weh, Wie Winterkälte im
dünnen Kleid, Die bloßen Füße im
Schnee. All eure romantische
Seelennot Schafft nicht so herbe Pe
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Deine Locken sind es

Deine Locken sind es, Dein Gesicht, Nur
bleich wie Du Ist das Kindlein
nicht. Deine Stirne ist es Und Dein
Mund Und auch Dein Auge So
kindlich-rund. Dein Lächeln
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Logik

Es liegt voll seichter Logik Dein Brief
in meinen Händen; Du meinst, was einen
Anfang gehabt, Das müss` auch wieder
enden. Ich kann mit solcher
Weisheit Mich heute nimmer
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Abendbild

Grau der Himmel, grau die Erde, Grau das
weite dürre Land, Sonn`verbrannte
nied`re Sträucher, Schwarzer Sumpf und
heißer Sand; Doch schon weben in der
Ferne Abendnebel, d
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Letzter Versuch

Ich habe mich zu erhängen gesucht: Der
Strick ist abgerissen. Ich bin in`s
Wasser gesprungen: Sie erwischten mich
bei den Füßen. Ich habe die Adern
geöffnet mir: Man hat mic
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Wiedersehen

Ich hatt` ihn lang nicht mehr gesehen
– Und mich beinahe todt
gesehnt; Ich kam zurück zu ihm –
Und habe mich glücklich gewähnt. Drei
Stunden stand ich vor dem Thor
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Auf dem Markusplatze

Ich kann\`s nicht schauen, dieses träge
Leben, Mir graut ob dieser müssigen
Gestalten, Die lässig spielen mit des
Mantels Falten Und marionettenhaft die
Glieder heben. Oft zuck
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Am Teich

Ich kenne dich, du schwarzer
Teich, Genau weiß ich den Tag, Als eine
Todte still und bleich An deinem Rande
lag; Und als der Pöbel scheu und
stumm Sich langsam nahte dir Un
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Ich lausche lange oft in einer Ecke

Ich lausche lange oft in einer Ecke, Bis
ich auf der Terrasse Dich erspähe; Du
aber ahnest nimmer meine Nähe, Ahn`st
nicht die Qualen, die ich mir
erwecke. Du hüllest Dich in Deine we
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Auf!

Komödianten ziehen vorüber, Wüst
verwitterte Gestalten Mit verblichenen
Gewändern, Lügnerisch
verschminkten Falten. Dieses
übertünchte Elend Diese rohe Pr
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In der Kunstaustellung

Was drängt sich die bunte Menge Sich
gaffend um dies Bild? Es ist ein junges
Mädchen Mit Zügen krampfhaft
wild. Ihr alten eitlen Gecken Dränget
euch nicht so nahe hin,
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Wisst es!

Wißt, mich betrübt die Schönheit, die
ihr preist, Ich schaue bitteres
Menschenelend sprießen Auf diesem
Stern... wie soll mein Geist Dann seine
hehre Schönheit rein genießen?
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