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Gedichte - Adolf Friedrich


Der Grieche im Norden

(An Buonaventura Genelli) Gerne
glaub` ich an die Mythe, Freund, daß
aus der Nymphen Schar Im Gefolg` der
Amphitrite Eine deine Mutter war, Daß
am Klippenstrand von
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An meinem Geburtstage

(Dreißig Jahre später.) Und so
folgt das Jahr dem Jahre, Und mit
schwarzem Flor behängt Steht gerüstet
schon die Bahre, Die im letzten mich
empfängt. Tief
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Aurelia

1. Geflohn hab` ich den gelben
Tiber, Und dich, o Weib, das mich
betrog, Als Liebe mir, ein glühend
Fieber, Am Mark des Lebens
sog. Doch, ob uns Himmelweiten
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Aus der Heimat

1. Laß still die Thräne rinnen Auf
deinen Heimatherd! Genesest du nicht
innen, Was ist das Außen
wert? Vergebens in die Weite Späht
hoffend dein Ges
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Die deutsche Mutter

1866. Das ist ein Fest, ein
herrliches, heut! Kanonengekrach und
Glockengeläut Und Hallen von
Siegesliedern! Nein, nein! Reißt ab
von den Helmen das Laub Und streut
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Zum neuen Jahr

1871. In Herrlichkeit, wie sie die
Welt nicht sah Seit grauer Zeit des
Altertumes, Mein deutsches Vaterland,
stehst du nun da Auf Sonnenhöhen
deines Ruhmes. V
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Venezia

Am Strand der Insel, wo Venedigs
Tote Auf stillem Friedhof beieinander
ruhen, Gelandet war ich jüngst im
leichten Boote. Dort, wo ich seit dem
Frühling oft gesessen, Nun bl
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Totenklage

An den Hängen, die in Eis Tiefbegraben
starrten, Schmücken Krokus, gelb und
weiß, Veilchen schon den
Garten; Blätter hängt das junge
Jahr An die kahlen Aeste, Und
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Der Blinde

An E.A. Nicht im Frührot siehst du
mehr Purpurn glühn die
Himmelsränder, Nicht den Tag, der hoch
daher Wandelt um die
Erdenländer, Nicht des Mondes milden
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Die Glocken des Campanile

Auf Kuppel und auf Mauerkranz San
Marcos ruht noch Sonnenglanz; Doch zu
der Marmorbilder Fuß Und auf des
Platzes weiße Platten Hinbreitet sich
der Abendschatten, Indessen sa
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Die Ahnenbilder

Aus dem altergrauen Rahmen Blickt ihr
fremd auf mich herab, Und ins Aug` euch
mit Vertrauen Wie ein Sohn nicht kann
ich schauen; Nichts mit euch ja als den
Namen Teil` ich und
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Dembinski

Blauer Niemen, blauer Niemen, Wie viel
Blut hast du getrunken, Blut wie vieler
edlen Polen, Die an dir
dahingesunken! An dein Ufer wankt
Dembinski, Auf der Brust die S
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Bekannte Sterne

Da steigen sie strahlend empor aufs
neue, Die altbekannten Sterne, Licht an
Licht, Und grüßen aus der
nächtlich-dunklen Bläue Nach mir mit
Freundesangesicht. Du dort, der
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Auf einen Granatenzweig

Dank, Freundin, daß dem
Wintermüden, Den hier des Nordens Eis
umstarrt, Von dir und dem geliebten
Süden Ein Gruß in diesem Zweige
ward! Schon hat, getränkt von meiner
Sc
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Dein Haupt an meine Brust gelegt

Dein Haupt an meine Brust
gelegt, Schließe die Augen zum
Schlummer! Die Wonne, damit das Herz
sie erträgt, Muß ruhen, gleich dem
Kummer! Nur matt, wie über Wellen
das Bil
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Zeilen

Dein Haupt an meine Brust
gelegt, Schließe die Augen zum
Schlummer! Die Wonne, damit das Herz
sie erträgt, Muß ruhen, gleich dem
Kummer! Nur matt, wie über Wellen
das Bil
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Dein Mund...

Dein Mund, vollathmend heiß an meinem
Munde - Dein Herz mit hohem Schlag an
meins gepreßt, Wie weihst du jede
flüchtige Sekunde Des Tages mir zum
Liebesfest! Und dann die
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Auerbachs Keller

Denkst du, lieber Goethomane, Den man
oft wie mich geneckt, Daß wir unsres
Wolfgang Fahne Allzu eifrig
aufgesteckt, Denkst du noch der Nacht
beim Sekte In dem Keller Auerbach
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Zurbaran

Der Meister legt den Pinsel aus der
Hand; Noch ist sein liebstes Bild nicht
ganz vollendet, Die Auferstehung, der
er unverwandt Seit Jahren seine ganze
Kraft gespendet. Da sinkt er t
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Die Schwäne

Die ihr vor mir, schöne Schwäne, Auf
der Wogen Flut euch wiegt, Silbern
schimmert eu`r Gefieder, Doch in eurer
Brust der Lieder Süßer Quell, den der
Hellene Oft gepriesen,
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Stesichoros

Die Tafel steht geschmückt zum
Mahle, Mit Laub ist der Pokal
bekränzt Und funkelt zu dem
Fackelstrahle, Der von den Wänden
niederglänzt; Doch leer von Gästen
bleibt die Halle
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Das Geheimnis

Du fragst mich, Mädchen, was flüsternd
der West Vertraue den
Blütenglocken? Warum von Zweige zu
Zweig im Geäst Die zwitschernden
Vögel sich locken? Warum an Knospe
die K
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Das Geheimniß

Du fragst mich, Mädchen, was flüsternd
der West Vertraue den
Blüthenglocken? Warum von Zweige zu
Zweig im Geäst Die zwitschernden
Vögel sich locken? Warum an Knospe
die
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Du willst, daß ich in Worte füge

Du willst, daß ich in Worte füge, Was
flüchtig ist wie Windeswehn, Und
meiner Seele Atemzüge, Die leisen,
kannst du nicht verstehn? Doch glaub!
die Wonne wie die Klage,
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Du willst...

Du willst, daß ich in Worte füge, Was
flüchtig ist wie Windeswehn, Und
meiner Seele Athemzüge, Die leisen,
kannst du nicht verstehn? Doch glaub!
Wonne wie die Klage,
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Der Tod der Nachtigall

Du, die unsterblich, vom
Geschlechte Der Feen und Elfen ich
geglaubt, O holde Freundin meiner
Nächte, So hat der Tod dich mir
geraubt! Im weichen Mondlicht vom
Balkone
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Novemberabend

Ein Hauch des Grabes schien von Blatt zu
Blatt, Von Ast zu Aesten träg zu
wallen; Das letzte Laub nur klammerte
noch matt Sich an die Zweige vor dem
Fallen. Vom Nebel des No
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Ode

Ein jeder suche, was ihn glücklich
macht, Den Reichtum der und der den
edlern Schacht, Dem er des Wissens Erz
entringe; Ich wähle mir dein lichtes
Flügelpaar, Begeistrung, daß ic
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An F.L.

Ein sanfter Friedensodem haucht mich
an, Wenn ich dein Haus, o frommer
Greis, betrete, Als ob mir milde Luft
entgegenwehte Vom Hirtenlande
Kanaan. Wer gab dir Macht, dir im G
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An G.T.

Freund, der mit mir in düstern
Stunden Den Gram der Erde
durchgefühlt, Mit mir die große Qual
empfunden, Die in der Brust der
Menschheit wühlt, Der nah mir war in
jenen N
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Die Athener in Syrakus

Frühmorgens auf seinem Söller
saß Klearch mit dem Sohne
Gorgias; Vor ihm, gedehnt an des
Hügels Fuß, Das unermeßliche
Syrakus Mit Tempeln und Hallen und
Thermen, Und dr
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Ragnars Tod

Geschlagen ist die blutige Schlacht; Zu
Fall hat Ragnar die Feinde gebracht Und
errungen ein Königreich. Des Wegs nun
zieht er zur Krönungsstadt, Um ihn,
vom Kampfe des Tages matt,
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Der kleine Franz

Gestern noch im muntern Spiel Mit den
Seifenblasen Sprang er viel und lachte
viel Auf dem grünen Rasen; Abends
drauf von meinen Knien Späht` er nach
den Sternen; Jede
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Süßes Geheimnis

Glaub nicht, daß ich dem lauten
Tage Verrate, was du mir
vertraust, Wenn mir vorbei mit
flücht`gem Schritte Du wandelst in der
Deinen Mitte Und mit dem Blick, halb
kühn, halb zage
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Süßes Geheimniß

Glaub nicht, daß ich dem lauten
Tage Verrathe, was du mir
vertraust, Wenn mir vorbei mit
flücht`gem Schritte Du wandelst in der
Deinen Mitte Und mit dem Blick, halb
kühn, halb zag
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Das unbekannte Grab

Halb schon verschüttet von dem weh`nden
Sande Ragt einsam dies verfallne
Grab; Die Sonne flammt darauf in lohem
Brande, Wie vor Aeonen, noch
herab. In keinem Grashalm, nicht
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Der Tempel von Aegina

Halbauf noch ragt mit seinem Ruhm Der
Wunderbau der Aegineten, Doch öde
steht sein Heiligtum, Verwaist von
Opfern und Gebeten; Zerbröckelnd in
den Archipel Sinkt das Gestein
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Die Jungfrau

Halbdunkel schon über den
Thälern; Wolken, in schwerem Zuge Von
Klippe zu Klippe sich wälzend; Um mich
zerrissene Schluchten Und Meere von
Stein, deren Wogen Seit dem letzt
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Siegesfeier in Straßburg

Hallt, Glocken, hallt von Erwins
Turm, Und brausen mag der
Jubelsturm Von Berg zu Berg, von Strom
zu Strome! An jedes Ohr die Botschaft
tragt: In deutsche Luft nun wieder
ragt
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An eine Alpenrose

Heil dir, du Bewohnerin sonniger
Höhn, Umrauscht von Quellen und
Glockengetön, Von himmlischem Blau
verklärt! Du Kind der
Felsenspitzen, Wo hoch mit Wirbelwind
und Blitzen
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Aus Sicilien

Hier am Berghang wollen wir ruhn, Uns
an der Quelle zu laben! Unter Myrten
und Rosen nun Werde die Sorge
begraben! Schwer sind dem Wind von
des Hirtenrohrs Sterbenden
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Auf Capri

Hier mein Leben möcht` ich
verträumen Ueber der Brandung am
leuchtenden Meer! Jubelnd in den
unendlichen Räumen Schweift auf den
Wellen die Seele umher; Wiegt sich an
hall
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Aus der Sierra Nevada

Hin trägt uns das Maultier,
buntgezäumt, Durch sonnenverbrannte
Schluchten, An Schlünden vorbei, wo
die Meerflut schäumt Tief unten um
hallende Buchten, Um Riff und Klippe
und za
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Das verschlossene Thor

Hinwälzt sich wild durch Ktesiphon Das
Römerheer mit Brand und
Morde. Verwüstet hat die
Räuberhorde Des Ormuzd großen Tempel
schon; Durch Reihn gesunkener
Pilaster Nun dr
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Das Zauberschloß

Ich weiß ein Schloß, das hoch auf
Klippen ragt; Von Adlern ist sein
Zinnendach umflogen Und wirft den
Morgenglanz, lang, eh es tagt, Schon
weithin auf die blauen Meereswogen; Im
Tr
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An Elisabeth v. K.

In deiner Seele mildem Lichte Ist mir
der Frühling aufgeblüht; Gereift sind
meine ersten Früchte, Allein von ihrem
Strahl durchglüht. Als, sich vom
Staub empor zu ringen,
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Burg Rodenstein

Jahre sind`s, und doch mit
Schauern Denk` ich noch an jene
Stunden, Da wir in den düstern
Mauern Deiner Ahnenburg gehaust, Jener
Burg, in deren Türmen Sonst allein die
Dohle
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Reede von Rhodos

Langsam vom Wind dahingetrieben,
gleitet Das Schiff durch
weißbeschäumte Flut; In Schlaf und
Traum sind alle rings vertieft; Das
Mondlicht trieft Durch Nebelflor herab,
der hingebr
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Nur Mut

Laß das Zagen! Trage mutig Deine
Sorgen, deine Qual! Sei die Wunde noch
so blutig, Heilen wird sie doch
einmal. Unter tiefer
Eisesdecke Träumt die junge Knospe
schon
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Serenade

Leise, um dich nicht zu wecken, Rauscht
der Nachtwind, teure Frau; Leise in das
Marmorbecken Gießt der Brunnen seinen
Tau. Wie das Wasser,
niedertropfend, Kreise nebe
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Unsterbliches Glück

Lichter schon werden die Reben der
Laube, Drunter im Lenz wir, im Herbste
geruht, Und, die wir reifen gesehen,
die Traube, Strömt auf die Kelter die
goldene Flut. Bald als W
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Ständchen

Mach auf, mach auf! Doch leise, mein
Kind, Um keinen vom Schlummer zu
wecken! Kaum murmelt der Bach, kaum
zittert im Wind Ein Blatt an den
Büschen und Hecken; Drum leise, mein
Mädc
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Die beiden Prinzen

Matt flackert die Lampe; der Kurfürst
ringt Am Bette des Sohnes die
Hände Und fleht, indes er den Liebling
umschlingt, Daß Rettung der Himmel
sende. O, muß ihm also zum erstenmal
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Der Jubelgreis

Meiner Kindheit frühster
Lehrer, Meiner Jugend Freund und
Rat! Gerne wohl als
Freudenmehrer Wär` ich diesem Fest
genaht, Dem dein Herz, in sich
beseligt, Jugendlich entgegen
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Die schwarze Schar

Mit dunklen Tschakos alle und
Totenköpfen drauf Eilten bei
Hörnerschalle sie nach dem Zelte
zuhauf. Und ehe sie drinnen waren, rief
freudlich der Herzog
schon: »Gegrüßt, ihr schwarzen
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Winternacht

Mit Regen und Sturmgebrause Sei mir
willkommen, Dezembermond, Und führ
mich den Weg zum traulichen Hause, Wo
meine geliebte Herrin wohnt! Nie hab`
ich die Blüte des Maien,
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Der Husar von Auerstädt

Nach dem Tage war es von
Auerstädt; Verloren die preußische
Ehre; In alle Winde die Fahnen
verweht; Zerbrochen Waffen und
Wehre; Da lag bei Nacht in waldiger
Schlucht Zu kur
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Sommernacht

Nacht des Südens, blau und
heiter, Durch des Abends goldnes
Thor Schwebst du leuchtend wie ein
zweiter, Wie ein schönrer Tag
empor. Deine Schatten selbst sind
heller
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Drei Hexen

Nachts auf dem rauchenden Schutte Lyons,
matt von den Schreckensthaten, Die sie
im Fron des Konvents vollbracht, lag ein
Haufe Soldaten; Müde ruhte das
fressende Schwert, stumm die
Würgerkanone;
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Der Kadett

Nicht mir ein Alter, matt und
siech, Nicht mir der Tod auf dem
Krankenbett! Nein, sterben möcht` ich
im fröhlichen Krieg, Wie bei Aspern
der junge Kadett; Ihm that es von allen
im
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Der Brief

Nichts ist mir von dir geblieben Als
der Brief, den du geschrieben, Meines
Lebens höchstes Gut; Mag das Auge mir
erblinden, Tröstung kann ich einzig
finden, Wenn es auf dem
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Trennung

Noch einen mir, der Kraft mir
leihe! Gieb, Weib, bevor ich scheiden
muß, Für Leben mir und Tod die
Weihe In einem langen, heil`gen
Kuß! Laß brennend ihn von deinem
Munde
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Die Hohenstaufenkrone

Noch rauschen deine Eichenforste Von
unsrer Väter Heldentum; Um deiner
Felsenburgen Horste Schwebt einsam noch
der Adler Ruhm; Es glüht von seinen
kühnen Flügen Die Kunde
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Bei Troja

Nun aus der Urwelt trüben
Dämmerungen, In die vor Menschenblick
und Tageslicht Dich die Jahrtausende
hinabgeschlungen, Auf steigst du
wieder; nein, du selber nicht - Von
jenem Troj
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Die erste Schwalbe

Nun der Himmel wieder lichter Und die
letzte Flocke schwand, Kehrst du, wie
dem Griechendichter, Kehrst du mir vom
Morgenland? Unter Palmen und
Eypressen, Schöne Sängerfreun
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Rast bei Milet

Nun füllt die Becher mit funkelndem
Wein! Sanft rastet sich`s hier, wo in
langen Reihn Gebrochene Säulen
ragen; Darüber hinweg das blauende
Meer Und die Quadern des Tempeldaches u
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Der Augenblick

Nun Nacht um mich! Entschwunden im
Flug Der leuchtende Augenblick, Der
Seligkeit im Schoße mir trug, Nie, nie
mehr kehrt er zurück. Durch
dunkelnde Wolken plötzlich quoll
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Drei Dichter

Nächtlich aus ihrer Ruhestatt Steigen
drei deutsche Dichter; Klagend schaun
sie mich an und matt, Blasse
Totengesichter. Deutsche Mutter, wie
warst du so karg Deinen
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Auf dem Libanon

O führte nie das Segel mich davon! Und
daß ich, wie die jüngst verträumten
Nächte, Der andern viele, heil`ger
Libanon, Sanft unter deinen Cedern noch
verbrächte! Kein D
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Die Zeichen

O Mädchen, durch all dein Lachen und
Singen Vernehm` ich ein leises Seufzen
oft; Hoch klopft dir das Herz, als
wollt` es zerspringen, Von dem, was es
fürchtet und träumt und hofft.
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O rede fort...

O rede fort! Wie Weihgesänge Tönt
deine Stimme mir ans Ohr; Was herrlich
in der Welt der Klänge, Eint sich in
ihr zum vollen Chor, In ihr der
Plauderton der Quelle,
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Oft, wenn wir ruhen...

Oft, wenn wir ruhen Mund an Mund Und
meine Adern an den deinen pochen, Nach
innen lausch` ich plötzlich still; Ich
fühle, wie aus unsrer Seele Grund Ein
Wort, noch nie auf Erden au
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Der ewige Wanderer

Rastloser, der, vom alten Fluche
wankend, Im Wettersturme des Vergangnen
schwankend, Mit irren Tritten durch das
Weltall schweift, Dem immer neu der
Winterfrost der Jahre Und der Jah
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Antonio de Leyva

Rings von Pavias Mauerkranz Gewahrt man
blitzend Speer an Speer; Ein Jahr
umzingelt König Franz Die Wälle schon
mit seinem Heer; Schon wüten Pest und
Hunger drinnen, Und ke
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Die Tempel von Theben

Rötere Strahlen gießt die Sonne Auf
den leise flutenden Nil; Hochauf mir zu
Häupten flammt Des Amenophis
Koloß, Fernher schon in der bleichen
Wüste Von den Karawanen erbl
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Schleich, Gesang, mit leisen Tritten...

Schleich, Gesang, mit leisen
Tritten, Schleich` an der Geliebten
Pfühl! Dir vertrau` ich, keinem
Dritten, All mein innerstes
Gefühl. Meine Lieder all, auf
denen Fris
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Sei mir gegrüßt!

Sei mir gegrüßt, des Jahres liebstes
Kind, Du erstgebornes, dem es in die
Wiege Die Gaben alle legt, die lieblich
sind! Noch halb entschlummert liegst du
da, und lind Umspielt im T
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Bei Athen

Sie ist`s; gefunden hab` ich sie, die
Stelle, Die Sokrates zum Ruh`n sich
gern erlas; Vom Felsenhange rieselt
kühl die Quelle, An der er oft mit
Phädrus saß. Hier sprach d
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Beim Siegeseinzug in Berlin

Steig` empor, Herrlichste der
Sonnen, Die über Deutschland
geleuchtet! O den Tag, den du
bringst, Ganz und voll zu
genießen, Ist es genug nicht des
Glücks für ein Leben?
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Der Triumphator

Stolz im Triumph glorreicher Siege, Wie
keiner sie erkämpft zuvor, Zieht auf
der leuchtenden Quadrige Aemilius
Paulus durch das Thor; Es wirbelt Duft
aus goldnen Becken; Roms
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Stumm liegt die träumende Natur...

Stumm liegt die träumende Natur; Wozu
die große Stille brechen? Das Herz
laß mit dem Herzen nur, Das Auge mit
dem Auge sprechen! Spricht Blüthe so
mit Blüthe nicht
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Der längste Tag

Tag der Sommersonnenwende, Schönster
in der Brüder Schar, Seines Segens
reichste Spende Häuft durch dich auf
uns das Jahr. Alle deine goldnen
Stunden Zu genießen v
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Dolores

Tiefer fliegt die Sommerschwalbe; Vor
dem Wetter zucken matt, Längs der
Uferbäume, falbe Blitze hin von Blatt
zu Blatt. Und, aus tausend Kelchen
stäubend, Wallt der
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Orientalisch

Trauervoll die langen Nächte Lehn` ich
an dem Dachgeländer, Und an meine
Lippen drück` ich Ihrer Liebe süße
Pfänder; Denke jener sel`gen
Stunden, Da wir beide, K
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Träume mit den leichten Schwingen

Träume mit den leichten
Schwingen Flattern zwischen ihr und
mir, Schweben auf und schweben
nieder, Tragen kaum geborne
Lieder Flügelschnell ihr hin und
bringen Mir ein Läch
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Träume mit den leichten Schwingen...

Träume mit den leichten
Schwingen Flattern zwischen ihr und
mir, Schweben auf und schweben
nieder, Tragen kaum geborne
Lieder Flügelschnell ihr hin und
bringen Mir ein Läch
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Barcarole

Um der fallenden Ruder Spitzen Zittert
und leuchtet ein schimmernder
Glanz, Flieht bei jedem Schlage mit
Blitzen Hin von Wellen zu Wellen im
Tanz. Mir im Busen von Liebeswonn
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An Mendelssohn

Um Ostern war`s; noch strömte das
Gewühl Zum Dom; doch lang an einem
Pfeiler schon Saß ich, zu lauschen
deinem Orgelspiel. Die Fuge hobst du an
- beim ersten Ton Erkannt` ich sie,
... weiterlesen


Die längste Nacht

Von des längsten Tages Helle War mir
noch der Sinn bestrickt; Gern an seines
Lichtes Quelle Hätt` ich ewig mich
erquickt. Doch die Nächte wurden
länger, Und das Du
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Die Pythia

Von des Mummius loher Fackel war zu
Staub Korinth geworden, Und der
Freiheit altes Bollwerk lag gestürzt
durch Römerhorden; Aber noch
bekämpften Hellas` Stämme sich in
ew`gem Hadern, Tr
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An Sie

Was birgst du dich vor mir? Ich habe In
meinen Träumen schon als Knabe, Als
Jüngling schon dich oft
geschaut, Sanft deiner Nähe Hauch
empfunden Und morgens, wenn du mir
entschwund
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Die Schwalbe

Weh nun, da den Bäumen der herbstliche
Wind Abschüttelt das Laub, das
falbe, Weh dir, der die Schwingen
gebrochen sind, Du arme verlassene
Schwalbe! Voll Trauer blickst du von
dein
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Auf dem Nil

Welch ein Geheimnis bergen deine
Wellen, O alter Nil, der ferneher, Wo
Tropensonnenstrahlen deine Quellen Am
Gletscherhaupt des Mondgebirgs
erhellen, Du sinnend gleitest in das
Meer?
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Rückkehr der Muse

Welch Säuseln in der Linde
Blätterdach? Was stäubt zu mir herab
wie Blütenregen Und füllt mit Glanz
und Düften mein Gemach Und treibt die
Pulse mir zu schnellern Schlägen, Als
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Das Marmorbild

Wenn beim Frühglanz des Hymett Morgens
auf mein Ruhebett Sanft die Strahlen
zittern, Immer lächelst, teures
Bild, Du auf mich herab so mild Aus
den Epheugittern.
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Wunsch

Wenn uns von zitternder Wimper Die
Wonnezähre tropft, Wenn bebend Lippe
an Lippe hängt Und Ader an Ader
klopft, Was kann uns die Erde noch
bieten fortan, Das matt nicht erbl
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Strophen

Wenn unter duftgen Blüthenzweigen Wir
ruhen, Haupt an Haupt gelehnt, Wie
süß der Küsse Wechseltausch! Welch
Flüstern in der Liebe Rausch! Wie
spricht, so oft die Lippen schweige
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Bei Musik

Wer bist du, dessen Odem auf den
Wogen Der Töne mir
entgegenquillt? Entzückungen, die
nicht von dieser Erde, Wehn leise mich
aus ihnen an; ich werde Hinunter an das
bleiche Meer ge
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Amarus

Wer bist du, wunderbarer Greis? Es
regt Sich rastlos, wie das Laub, vom
Wind bewegt, Im Sturme des Gedankens
deine Lippe! Du scheinst kein
Sterblicher von unsrer Art; Vom Kinn
zur Er
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Sonett

Wie lieblich ruht es sich in
Sommernächten, Wenn durch das Laub, wo
träumend Vögel singen, Der Westwind
rauscht, als ob auf
Mondlichtschwingen Von fernen Welten
Geister Grüße brächten
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Das Waldthal

Wie süß in dir, o
Waldeseinsamkeit, Mein Thal, wo durch
die grünen Blätterwogen Der
Menschheit bange Sorgen nie
gezogen, Hab` ich verträumt die
Sommerzeit! Der Schleier
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Die Kaisergruft in Speyer

Wie öde trauert diese heil`ge Welt Im
zweifelhaften Schein der
Tageshelle, Die dämmernd durch die
Bogenfenster fällt Und zitternd
schleicht um Altar und
Kapelle. Bisweilen
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Die seligen Inseln

Wild war von der Parteien Hader Das
weite Römerreich entbrannt; Fort
trugen Heere, Schiffsgeschwader Den
Bürgerkrieg von Land zu
Land; Vergebens in Iberien suchte Vor
all de
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Der Seeadler

Wob, König der Lüfte, für deinen
Flug Der Sturm dir die Schwingen, die
weißen, Daß sie geschwind, wie ein
Atemzug, Vom Meer gen Himmel dich
reißen? Hat dir die Sonne das Auge g
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Der Pokal

Wär` ich noch der alte Lacher, Der ich
war in jener Zeit, Da das Glück zu
hundertfacher Lust uns jeden Tag
geweiht; Wär` ich, wie in jenen
Bonner Jahren noch des Fr
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Der Teufeltanz

»Geht, Pater Ambros! Wenn man Euch
gebraucht, So pflegt man Euch vor sich
zu laden.« - »Ich muß Euch sprechen,
Euch sprechen, Durchlaucht! Sonst
nähme die Seele mir Schaden. Ges
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Der Steuermann

»Gen Süden gesteuert! Auf, zu den
Rah`n, Matrosen, auf, zu den
Reffen! Die Brigg treibt der Teufel uns
auf die Bahn, Wir konnten`s nicht
besser treffen! Geschwind sie gekapert!
Und
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Das Bahrrecht

»Nun geht, Graf Otto! Zum
drittenmal Erduldetet ihr die
Folterqual Und habt sie, wie keiner,
bestanden. Wohlan denn! Reinigt Euch
ganz vom Verdacht, Als hättet den Ohm
Ihr umgebrac
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Die Hexenjagd

»Nun müssen wir reiten durch Nacht und
Sturm; Schon wieder flohn drei aus dem
Drudenturm, Die morgen mir brennen
sollten. Auf, meine Dogge, mein
Höllenzwang! Herbei, ihr Knechte!
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Colombo

»So ganz verwandelt du, der beim
Orkan Sonst tollkühn in die Meerflut
stach Und mit dem Kiel, daß wir es
zitternd sahn, Die Wogenschäume
lachend brach? Sag an, warum du e
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Die Königstochter

»Was brütest und träumst du, junger
Fant? Heut gilt es kein Lied zur
Zither; Links weichen die Unsern; dort
halte stand, Und selbst dich schlag`
ich zum Ritter!« Erröten
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Der Strohhalm

»Wo blieb er, daß er so plötzlich
verschwand? Wir müssen ihn suchen, den
Höllenbrand; Denn solch ein Hauptmann,
beim Teufel, ist rar!« So schallt`s
durch den Haufen von Mansfelds Scha
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