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Gedichte - Albert Knapp


Die Wolkenlilie

(29 Nov. 1830.) Wie silbern dort am
reinsten Himmel bin Das lichte
Streifgewölk zur Höhe steigt! Ein
Bläterpaar, ein Stengel mittendrinn,
Darauf sich eins Lilie lieblic
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Monument des Marschalls von Sachsen

(In der Thomas-Kirche von
Straßburg.) Er steht, als wollt` er
ewig also stehen! — Hier ist kein
Zucken, keines Seufzers Hall. Sieht er
von ferne Reiterfahnen wehen? Ruf
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Herbstliche Wanderung

1. Auf dem Berge Noch blüht in
unverwelktem Glanze Wie sonst, das
vielgeliebte Thal, Noch steht mit
seinem Blätterkranze Der hohe Wald im
Sonnenstrahl; Die Tanne wölbt
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Wolkenbildung

1. Stratus Entquollen aus geheimem
Wasserschooß, Ringt sich ein Nebel am
Gebirge los. Gestaltlos wogt`s noch
aufwärts, niederwärts, — Ein
ahndevolles, ungestilltes Herz,
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Die Citadelle von Straßburg

10. Juni 1830 Was menschliche Kraft
und vereinigte Wuth Bei`m
krieg`rischen Sturme vermag, Was
mächtige Wehr und Vertheidigung thut,
Legt Bauban hier furchtbar zu Tag.
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Herbstliche Wanderung (II)

2. Auf dem Felsen Auf dieses Felsen
höchster Klippe, Wo wehmuthvoll die
Tanne säuselt, Und üppigwucherndes
Gestrüppe Sich um die starre Wurzel
kräuselt, Magst wieder r
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Herbstliche Wanderung (III)

3. Auf der Kapelle bei Wurmlingen Ich
grüße dich, du trauter Hügel, Mit
deinem stillen Gotteshaus: Die Thüre
schließt mit ihrem Riegel
Unfreundlich heut` den Beter aus; —
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Konfirmations-Lied

Die Gemeinde An dem Sabbath steh`n
die Kinder Vor dir, o
Todesüberwinder, Ihr Lobgesang sey
dir gebracht! Freudig geh`n sie dir
entgegen, Weil du der Liebe reichs
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Abendlied

Abend ist es; Herr, die Stunde Ist
noch wie in Emmaus, Daß aus deiner
Jünger Munde Jene Bitte fließen
muß: Bleib`, ach bleib` in unsrer
Mitte, Gib nach deiner heil`ge
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Die Verwesung

Am Rasenhügel stand ich; und der Thau
Sah mich mit tausend Wehmuthaugen an,
Die schüttelte der Morgenwind herab,
Wie tausend Thränen. — Hier ist
eine Gruft, Auf diesem Grabe
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Dem ewigen Hohenpriester

An dein Bluten und Erbleicher, An dein
Opfer ohne Gleichen, An dein
priesterliches Flehen Mahnet mich des
Geistes Wehen; Und so wünsch` ich,
ew`ge Güte, Für mein Leben
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Der Zweig

An einem Zweige ging ick einst vorbei,
Der rauh sch über meinem Haupte bog;
Schnell mahnte mich`s, was hier
bedeutet sey, — Da fühlt` ich
etwas, das mich nicht betrog.
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Vorsabbath

Auf den Sabbath rüste meine Seele
Gieße deines Geistes Leben aus,
Daß mir nicht der Friede Gottes
fehle, Wenn ich treten soll in Gottes
Haus! Denn wo Friede waltet, da
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Osterfreude

Aus dem Alt-Lateinischen. Laß dein
Trauern, Magdalene, Trockne hell die
Thränen dir! Nicht ein Ort zu bittrer
Thräne, Simons Mahl ist nimmer hier;
Sieh` es wink
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Das Weltgericht

Aus dem Alt-Lateinischen Jenen Tag,
den Tag der Wehen, Muß die Welt im
Brand vergehen, Wie Prophetenspruch
geschehen. Weh! wie zittern dann die
Schaaren, W
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Herbstlied

Bald ist es, daß die Schwäne zieh`n,
Schon reis`t der Störche schnelles
Heer, Der Kranich schwebt am Himmel
hin, Und rudert über`s blaue Meer;
Nach beß`rer Zone flieh`n sie
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Jung wie ein Adler

Bedarf mein Herz im bunten Herbst Nach
Wehmut weit umherzuwallen, Wenn du
dich, schöne Flur, entfärbst, Wenn
der Platane Blätter fallen? Bedarf es
dein, du spätes Rot, Das
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Die Mücke

Besinnungslose, blöde Mücke du, Wie
naschest du das Gift in sichrer
Ruh`! Ich warne dich: der Tod ist in
dem Topf! Du saugest fort, bewegest
nicht den Kopf. Ich s
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Sein Vergeben

Bist du hier? Den ich tausendfach
betrübt, Tausendfach vergessen habe?
Herr, der wunderbar uns liebt, Geber
aller guten Gabe! Warum trittst du zur
verschloß`nen Thür`
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Die beste Wahl

Das beste Theil erwählt zu haben, Das
ist`s, was ewig nicht gereut, Von
allen Freuden, Schätzen, Gaben
Bestehet das in Ewigkeit.- Wer ist so
weise, wer so kühn, Um dies
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Heilige Musik

Das seufzet nicht mehr durch die dornige
Bahn, Das athmet und flügelt zu
Sternen hinan! Das ziehet am Leben, am
innersten Grund, Macht Todte lebendig,
und Kranke gesund. — Im
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Die größte Sorge

Daß ich Dein auf ewig sey, Sey die
größte meiner Sorgen! Daß ich einst
verklärt und frey Steh` am
Auferstehungsmorgen, Diese Bitte,
dieser Sinn Nehme mich, o Jesus,
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Schullied

Dein ist das Licht! Von dir nur kommt
Verstand, Der deine Kinder ziert; Du
bist`s allein, deß milde Vaterhand
Zur sel`gen Weisheit führt; Bei dir
ist die lebend`ge Quel
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Himmelfahrtslied

Der Du vollendet hast, Der Du nach
Schmach und Hohn Steigst auf des Vaters
Thron, - Heil dir, o Menschensohn! Um
dich mit lichtem Strahl Schwebet der
Engel Zahl, Ta
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Der Rhein

Dieß is der Rhein.` — du sollst ihn
mir nicht nennen; Ein einz`ger Blick:
ich weiß es schon! Altdeutscher
Strom! dich sollte nicht erkennen Des
deutschen Landes Sohn? —
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Loblied

Du bist mein Gott, ich preise dich!
Mein theures Heil, erkenne mich!
Dein Lieben sey mein Leben! Der du
die weiten Himmel füllst, O Gott, der
Menschenseele willst Du dei
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Die feurige Leiter

Du kennst den Nachglanz eines
Morgentraums, Da halbgeschlossen sich
das Aug`, die Seele Im Zwielicht eines
Geisterreichs bewegt Mit willenlosem
Flügelschlag. Ein Licht Der klare
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Das Auge

Du kleines Meer, darinn die Seele
schwimmt! Bestrahlt vom Himmel, oder
daß die Hölle Mit düstern Wallungen
darüber glimmt; - Du stets bewegte,
dunkelklare Welle ! Hier
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Sternkunde

Du selighelles, goldnes Augenspiel,
Das alle Höhen wunderbar durchzückt!
Ahnt meiner Seele kleines Maaß, wie
Viel Vom Himmel auf die Erde
niederblickt? Mit Löwen, Bären, Sch
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Unrechte Klage

Du seufzest oft: `Wie mangl` ich edler
Gaben! Unwillig zögert mein
Gedankenfluß, Und im Gefühl, daß
Andre Größres haben, Beschleicht
mich thatenloser Ueberdruß; Nicht
Trä
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Der nächtliche Zeuge

Du stehst so frühlingshaft, so hehr,
Die Zweige festlich zubereitet, Und
über dich ein Blüthenmeer Mit
tausend Düften ausgebreitet! — Vor
solchem Schmucke möchte sich
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Schwarzwald-Höhe

Durch Tannenwälder dumpf dahinzurollen,
Wo sich der Himmel dunkelgrün
vergittert, Indeß der Regensturm mit
übervollen Gewölken durch das
Felsenthal gewittert: Ist dieß ein
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Auf einer Burgruine

Durchbrich nur den Nebel, o Morgensonne,
Hier auf den Höh`n! Wolken genug
zieht graue Vergangenheit Um
Felsenhäupter, Um der Fürstensitze
vergessenen Glanz, Und das lie
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Flug der Zeit

Eilig flieht die Stundenwache In der
Mitternacht dahin, Wenn am hohen
Himmelsdache Schweigend Gottes Sterne
zieh`n. So enteilen Ihm, gleich
Pfeilen, Tausend Jahre;
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Der Verlorne

Ein abgehau`ner Baum, er grünet nimmer;
Ein Aug` erlosch; entflohen ist der
Schimmer, — Aus dieser tiefen,
todten Augenhöhle Blickt nie hinfort
ein Leben, eine Seele.
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Die Einladung

Ein frommer Landmann in der Kirche
saß; Den Text der Pfarrer aus Johanne
las Am Ostermontag, wie der Heiland
rief Vom Ufer: Kindlein, habt ihr
nichts zu essen?- Das drang dem Landma
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Die Irrlehrer

Ein scharfes Schwert, im Feuer hart
geglüht, Siegschimmernd in der Sonne,
fleckenrein, — Ein lautres Herz, ein
gläubiges Gemüth, Die mögen beyde
wohl verglichen seyn.
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Starker Geist

Ein stolzer Springquell stieg
krystallhell in die Luft, Sein
kerzengrader Strahl versandte
prächt`gen Duft; Die Sonne schimmerte
mit Morgengold darein, Und um das
Becken stand ein Regen
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Begegnung

Ein Wand`rer zieht vorüber, wohlgemuth,
Gemessnen Schritts zum unbekannten
Lande. Nie sah ihn noch mein Auge;
fremd entfloß In fernem Thale seine
Kindheit; nie Hab` ich mit ihm
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Mehr oder weniger

Ein wenig minder oder mehr, Taugt
nicht in Gottes Reiche; Ein wenig
minder frevler Muth, Ein wenig mehr
nach Weltart gut, Gilt drüben einst
das Gleiche. Ein wenig
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Mein Wunsch

Eines wünsch` ich mir vor allem Andern,
Eine Speise früh` und spät; —
Selig läßt`s im Thränenthal sich
wandern, Wenn dieß Eine mit uns geht:
Unverrückt auf Einen Mann z
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Eines wünsch ich mir vor allem andern

Eines wünsch` ich mir vor allem
andern, eine Speise früh und
spät. Selig läßt`s im Tränental
sich wandern, wenn dies eine mit uns
geht: Unverwandt auf einen Mann zu
schauen,
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Blick aufs Ende

Einst wird es nimmer seyn, Daß du
schlägst, Frohlockest und weinest,
Bewegliches Herz! - Ungeseh`n,
unbetrauert Von der Schöpfung
rauschendem Kreis, Wirst du sc
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Ziel des Kampfes

Elemente, stürmend, Aufwärts euch
thürmend! Wolken, so trächtig.
Wogen, so mächtig! Wo rauschet ihr
hin mit gewaltigem Zug? Feurige Lohen
Mit furchtbarem Droh
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Es ist vollbracht

Erde, vernimm`s! und ihr himmlischen
Fernen Tönet es fort zu den
äußersten Sternen, Was mein König
auf Golgatha rief! Mein Gott, ruft er
im letzten Erblassen, Mein Gott! bin
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Obere Welt

Erträgst du den Flug durch das
himmlische Blau? Im Thale, da nebelt`s
so düster, so lau, Da schwingt sich
der Neigen um`s üppige Mahl, Da
träumen die Schläfer, da drohet der
Stahl.
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Ewiges Leben

Ewiges Leben! o herrliches Wort!
Blühende Blume, die nimmer verdorrt!
Glänzende Sonne, die nimmer
erbleicht! Daurender Himmel, der
nimmer entweicht! Was von Entzücken
d
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Lauterkeit

Flammenauge, das zur Tiefe, Das durch
alle Hüllen dringt, Schaue, wie das
Trübe, Schiefe Sich in mir zu bergen
ringt! Flammenauge, das die Tücke
Furchtbar, uner
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Frühlingslied

Freundlich blickt die Frühlingssonne
Auf der Auen junges Grün, In den
Lüften schwebt die Wonne, Vögel
jauchzen Blumen blüh`n; Lockend ruft
ein mildes Sehnen Auch hin
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Morgenlied

Frieden und Segen, Wenn sie sich
legen, Und mit der Sonne Ein Herz voll
Wonne, Gibst Du den Deinen, o Heiland
der Welt! Aus Schlummers Banden Bin
ich erstanden;
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Die Wiedergeburt

Geboren bin ich, doch ich bin Nicht,
wis ich soll, geboren ; Und geh` ich
unerneuert hin, Ist Seel` und Leib
verloren. Der Mutter Schooß gebar
mich nicht Zum Leben und zu
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Pfingstlied

Geist des Lebens, heil`ge Gabe, Du,
der Seelen Licht und Trost,
Erndtesegen, aus dem Grabe Unsers
Bürgen aufgesproßt, Uns gesandt vom
Himmelsthrone Vom erhöhten Mensch
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Das Heil Christus

Gekreuzigt haben sie den Besten,
Geschlagen Ihn in`s Angesicht, Der
niederstieg, die Welt zu trösten Mit
seines Vaters Geist und Licht; Der, ob
es Ihm zwar wohlgeziemte,
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Ein Gespräch

Gott ist die Liebe: sprecht, ihr hohen
Weisen, Vor denen sich der Erdkreis
staunend bückt; Nach eurem Buch
möcht` ich die Gottheit preisen,—
Tief in ihr Wesen habt ihr ja
geblickt;
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Osterlied

Heil: Jesus Christus ist erstanden:
Aus den zersprengten Todesbanden
Tritt siegverkläret Gottes Sohn! Es
rauschen durch die Himmelsbogen Des
Halleluja Stromeswogen, Und
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Jerusalem

Hellschimmernd, ewigschön, Erfüllt
vom Lobgetön       
         
. Steh`n Salems heil`ge Höh`n; Die
Friedensburg, die Gottesbraut,
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Abendmahlslied

Herr du blickst in meine Seele, Du
kennest alle meine Fehle, — Sie
liegen offen vor dir da; Statt zu
klagen, laß mich loben, Und dir für
alle Liebesproben Anstimmen e
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Trost in Trübsal

Herr, hilf mir tragen meine Last, Wie
Du schon viel getragen hast Mit Deines
Reichs Genossen! Du legest auf; so
laß mich nun In Deinem Gotteswillen
ruh`n, Getrost und un
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Luft von Morgen

Himmelsluft vom Morgenlande, Die zu
uns herüberweht, Wo an düsterm
Grabesrande Mancher arme Pilger seht,
— Siechthum hat ihn fast verzehret,
Sünde sein Gebein verhee
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Reichthum in Christo

Hättest Du Licht und Heil Mir nicht
gegeben, Hätt` ich kein andres Theil,
Hätt` ich kein Leben. Wärest Du
blutend nicht Für mich verschieden,
Käm` in
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Reichtum in Christo

Hättest du Licht und Heil Mir nicht
gegeben, Hätt` ich kein andres
Teil, Hätt` ich kein Leben. Wärst
du blutend nicht Für mich
verschieden, Käm` in mein A
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Für die Genesung

Ich will es mit dem Tod besiegeln,
Daß du der Allertreuste bist, Daß
Leben unter deinen Flügeln, Und Heil
in deinen Händen ist. — Ich bat
dich seufzend um mein Leben,
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Reformationslied

Im Jahr 1817 auf das 3te Jubelfest von
einem verehrten Freunde und
Amts- bruder gedichtet, der die
Erlaubnis zur Mittheilung dieses
Liedes gegeben hat. Es ist gleichsam
das Muster
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Beichtlied

Indeß du dort im Himmelssaal Dich,
ew`ge Liebe, schürzest, *) Und deinem
Volk das Freudenmahl Mit Segenshänden
würzest, Geh`n wir hinieden zum
Altar, Und wissen, daß
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Wesen der Dichtung

Ist  nicht der Vogel ein fliegendes
Lied? Der Fisch in der Fluth ein
lebendiges Glied Der schöpfrischen
Sprache, die tönend und rein
Durchwallet der Welten unzählige
Reih`n? —
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Bußlied

Jesus! habe Acht auf mich, Daß ich
nicht verloren gehe: Hab` ich einst
gekostet dich Heiße Müh` und
bitt`res Wehe, — Wär` es um so
größ`re Pein, Doch verloren ein
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Herrlichkeit Jesu

Jesus, ew`ge Sonne! Quell der
Himmelswonne! Meer voll Herrlichkeit:
Friedefürst der Sünder! Schatz der
Gotteskinder, Uns von Gott bereit;
Hoch und hehr,
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Brüdertrennungen

Jünglinge von allen Ständen, Hoch
und niedrig, arm und reich, Faßten
einst sich bei den Händen, Fühlten
sich in Christo gleich; Liebe hielt
sie fest umwunden, Jesus
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Das zitternde Laub

Kaum athmet leise noch der Abendwind,
Und durch den Wipfel flüstert es
gelind Mit zarten Blättern; sieh`,
nach der Sonne Zitternd in
Wonne Schwanket das Laub, als wollt` es
entfl
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Trost in göttlicher Traurigkeit

Kennet ihr die trübe Stunde Jener
bangen Einsamkeit, Wenn auf weitem
Erdenrunde, Eingehüllt in Dunkelheit,
Eine Seele weinend steht, Und um
Jesu Gnade fleht?
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Sabbath-Abend eines Predigers

Kühl wehet die Luft aus dem blauen
West, Das Abendroth hängt an den
Hügeln fest; Der Himmel leiseren
Othem zieht, Am Wald hin tiefer die
Wolke flieht, Und langsam steigen die
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Zur gemeinsamen Wallfahrt

Liebe! was ist diese Zeit Gegen jene
Freudenquellen, Die durch Gottes
Ewigkeit Fließen mit verklärten
Wellen? Selig, wer zum Glaubensstreit
Sich dem Herrn mag zugeselle
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Schullied

Lieblich ist die Morgenstunde, Wenn
man sie mit Gott beginnt! Freud` im
Herzen, Dank im Munde Ziemet einem
Christenkind, Das nach einer sanften
Nacht In des Schöpfers tr
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Trost in Schwachheit

Mein innerster Funke, mein leisestes
Fleh`n, Die heimlichsten Wünsche, die
schmerzlichsten Weh`n, Begehren sie
Dein nicht, o himmlisches Reis? Umfahn
sie nicht Dich mit Verehrung und Pr
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Friede Gottes

Milder im Herzen, Sanfter im Liede
Tönt kein Entzücken, Strömet kein
Leben, Als dein Erquicken,
Himmlischer Friede! Einzelnen
Wohllaut, Einzelne
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Kinderlied

Mit tausend Gaben Will Gott uns laben;
Aber Eins weiß ich, Das bet` ich
fleißig: Abba, der auch mein Vater
heißt, Abba, gib mir den heiligen
Geist! Bei
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Nein, nein, das ist kein Sterben

Nein, nein, das ist kein Sterben, Zu
seinem Gott zu gehn, Der dunkeln Erd`
entfliehen, Und zu der Heimat
ziehen In reine Sternenhöh`n! 2.
Nein, nein, das ist kein Ste
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Den Reisenden

Nicht leiser geleitet Den Kahn die
spielende Welle Den Strom hinab;
Geheimer, lispelnder Umspielt nicht
der Morgenwind Am Gebirge den Pilger,
Als des Freundes fle
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Des Herrn Vorsorge

Nicht menschlicher Rath, Noch
Erden-Verstand Mag finden den Pfad
In`s himmlische Land; Der Pilger im
Staube Muß trostlos vergeh`n,
Erlischt ihm der Glaube:
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An Straßburg

Nur einen Tag umging ich deine Mauern
Und deiner Bauten alte Pracht und
Wehr, Ein Fremdling,  mit
unausgesproch`nem Trauern; Die tiefe
Wehmuth trieb mich hin und her, Denn d
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Die Erweckung

O daß ein Glaube mir vom Himmel käme,
Ein Glaube Gottes, ohne Falsch wie
Gold! Die bangen Zweifel tröstend von
mir nähme, Ach diese Zweifel, meiner
Sünden Sold! Ich such` es
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Vertrauen

O diese Miene nicht! nach Anderm steht
Dein leises Denken, als mein Auge
steht. Hab` ich dir wehgethan? —
vergib! vergib! Sieh` hier der Seele
wolkenlosen Trieb! — Doch ach,
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Nur Einer

O Menschenleben, du träumendes Spiel,
Ohne verbindendes Sonnenlicht! Des
Einzelnen findest du, findest so viel,
Aber das Eine, das Ganze nicht. Von
Sternen und Feuern hab ich ge
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Preis der Vergebung

O Schöpfer! wem Du die Schulden
vergibst, Welche Welt erschaffest Du
Dem Für Ewigkeiten! Ein Wink Deines
Scepters, Ein Wort Deines Mundes
Macht uns reicher Als
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Anschaun der Schöpfung

O schöpfrische Liebe, du weites Meer,
Darin alle Kreatur sich regt und
beweget! Jegliche fröhlich Im
eignen Element, Mit eigenen Zungen,
Fittigen, Floßen, Schlagendem
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O Vaterherz, das Erd und Himmel schuf

O Vaterherz, das Erd` und Himmel
schuf Nach seinem Liebesrat! Dies
Kindlein tritt nach deinem
Gnadenruf Auf seinen Pi!gerpfad. Komm,
neige dich zum Armen, Schwachen, Ein
Etwas
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Vergangenheit

O wenig bleibt von einem Leben nur!
Gewalt`ges Anschau`n thürmender
Natur, Ein Wandel durch des
Wonnefrühlings Glück, - Geruch der
Veilchen, - liebliche Musik, - Und
herrliche G
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Strasburgs Münster

Schlanke Säulen! Wollt ihr
eilen Aufwärts in das ew`ge Blau?
Eine Leiter, Klar und heiter, Seid
ihr bis zum Himmelsbau? Wollt ihr
spielen Und euch kühle
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Flüchtige Fahrt

Schroffe Tannenwälder, Riesenhaft
erhöht, Wo die Sonne bälder Aus
dem Himmel geht, Schauen auf die
Matten, Gürten dieses Thal; Oben
durch die Schatten
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Jugendlied

Schöpfer meines Lebens, Haß mich
nicht vergebens Auf der Erde seyn!
Gieße Deine Liebe Deines Geistes
Triebe In mein Herz hinein, Daß
dein Bild, So rei
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Ein Trauernder

Sein Liebstes war erbleicht.  Aus
tiefem Traume Fühlt` er sich
aufgeschreckt; das arme Herz,
Erbangend oft zuvor, es hatte stets
Zehn Hoffnungen mit luftgegoss`nen
Schilden
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Trybergs Wasserfall

Siehst du nicht von oben dort
Wasserfälle niederstürmen,
Während höher ich sofort Wald und
Felsenblöcke thürmen ? Höre, wie es
rauscht und tobt: Haß uns ohne Säu
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Straßburgs Dom

Sieh`, welche Pracht! wie brennend helle
Strahlt hier der Rose buntes Licht!
Welch wundersame Farbenquelle Aus
diesen Fensterhallen bricht! Da stehst
du heilige Geschichten,
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Der Todten Geburtstag

Sonst, als er lebte, könnt` ich`s kaum
erwarten, Des Vaters Fest, des
theuern, zu begeh`n, Und für die
liebste Mutter sah im Garten- Ich alle
Frühlingsblumen festlich steh`n. E
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Herbstliches Gefühl

Ströme süßer Labung, weit ergossen,
Statt der leichten Blume, volle Reben,
Alles, was einst Knospe war und
Blüthe, Ausgereift zu tadellosen
Früchten; Duftumhüllt die ernst`
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Taubheit der Sünde

Taub, wie die gift`ge Otter, die das Ohr
Verstopft vor des Beschwörers
Zauberlaut, Und züngelnd lauert, ist
die Sünd`, o Mensch. Sie höret nicht
die Stimme der Vernunft, Nich
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Gehorsam des Glaubens

Thät` ich die Wahrheit, die ich weiß,
Wär` ich zu meines Gottes Preis,
Was mich die Menschen oft genannt,
Dann wäre nichts in mir
gebannt; Dann strahlte mir das Lebens
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Liebe zu Jesu

Ueberarbeitung des Liedes von D. Philipp
Nikolai. (gest. 1608.) Wie schön
leucht`t uns der Morgenstern, Voll
Gnad` und Wahrheit von dem Herrn, Aus
Juda aufgegangen!
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Schneeflocken

Verwehender Flaum, von den Lüften
gewiegt! Du Stäubchen des Wassers,
crystallen gefügt; Im Augenblick
hell, wie der Taube Gewand, — Im
Augenblick trübe zerflossen im Sand.
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Ruhepunkte

Von Ruhepunkten weiß dein armes Leben?
Ich glaub` es, ja; doch Ruhepunkte
sind Noch keine Ruhe. Viele Tropfen
Thau`s Geußt auch die Aussenwelt in
innre Flammen, Und von dem Son
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Dem Erlöser

Vor deinem Throne liegt mein
Saitenspiel; Du bist`s, o Herr, der
ihm die Töne leihet: So sei Dein Ruhm
auch meines Liedes Ziel, Und Deiner
Treue jeder Laut geweihet. Es i
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Der Rückfällige

Vor einer Mutter steht das Kind; Mit
Sorgen schaut sie hin, und sinnt: Wird
mich mein Kind erfreuen? — Sie fleht
zum Himmel, ringt und weinte Doch
keine volle Sonn` erscheint,
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Die Wahrheit

Wahrheit, du, die Alles richtet, Trug
und Heucheley vernichtet, O wie schwer
wirst du erfaßt! Uns zum Leben
willst, du leiten, Aber wir
verschmäh`n, bestreiten Dich, al
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Kampf beym Erwachen

Warten nicht am frühsten Morgen, Wenn
die Träume kaum entfloh`n, Eitle
Lüste, trübe Sorgen Auf des Pilgers
Seele schon? Eh` er kann zum Lichte
dringen, Möchten ihn s
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Unsterblichkeit

Was brüstet mit Unsterblichkeit Sich
ein erlosch`nes Leben? Was will ein
Sündenkind der Zeit Im ew`gen Lichte
schweben, Und greift in`s wandellose
Seyn Mit ungeweihter
... weiterlesen


Weihnachtlied für Kinder

Was hältst du wohl in deiner Hand, Du
freudenreicher Tag? Ich habe längst
umhergeahnt, Was sie uns bringen mag;
Ich habe dieß und das gedacht, Die
Brüder das und die
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Das verborgene Leben

Was ich dem Bruder nicht zu nennen wage,
Bring` ich zu dir, o reines
Himmelslicht: Ein Bruder würde matt
von meiner Klage, Doch du, Erlöser,
du ermattest nicht. Der Mutt
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Im Frühling

Was soll ich singen außer Dir, Wenn
ich auf deiner Schöpfung Zier Mit
stillen Augen blicke? Wenn deine Sonne
mich bescheint, Wenn Tief und Höhe
sich vereint, Daß sie
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Der vorangegangenen Gedächtniß

Wehen von dem Berge nicht die Pappeln
Fächergleich im goldnen Morgenhauche?
Glänzt sapphiren nicht des Himmels
Decke, Zartbereift von duft`gen
Silberwolken, Und ein Lebensmeer
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Wollen und Vollbringen

Wehmüthig schaut der Mond vom Himmel
her Auf Winterfluren, todt und
blüthenleer: O möcht` ich euch
erwecken, Mit Blumenschmelz und
goldner Frucht euch decken! Vergeblic
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Metaphysische Goldmacher

Wem soll ich einen klugen Mann
vergleichen, Der um den Stein der
Weisen sich bemühet, Und, während
ihn der Wahrheit Flur umblühet, Sich
Kohlen anbläst in des Undings
Reichen?
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Der selge Tod

Wenn ich einst entschlafen werde, Und
zu meinen Vätern geh`n, Will ich von
der armen Erde Friedlich auf zum
Himmel seh`n-; Zu des Vaterhauses
Thoren Schwingt der Pilgrim
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Die Sakristei

Wenn ich in dir, du traulich ernste
Stätte, Hinwandle mit verborgenem
Gebete, Gerüstet zur Verkündigung
des Worts, Erfaßt mich oft ein
wunderbares Trauern; Ich fühle mich
um
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Der Morgenstern

Wenn ich in stiller Frühe Vom
Schlummer aufgewacht, Blick` ich
empor, und siehe, Des Morgensternes
Pracht! Mit sanftem Glanz begegnet
Sein heitres Auge mir; —
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Das frühe Erstehen

Wer frühe sich vom Schlaf erhoben,
Gewinnt des Tages Länge ganz, Darf
seinen Gott im Morgenglanz, In stiller
Hoffnungsfeyer loben; Der Träge dehnt
sich und verschläft
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Die Sünde

Wer nicht der Sünde Gräu`l erkennt,
Glaubt auch im Herzen kein Versöhnen,
Und wenn er einen Heiland nennt,
Geschieht es nur in Heucheltönen;
Er rühmet einen großen Sieg,
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Empfindungsstufen

Wie du dich hehr im Abendgolde zierest
Mit jugendlichen Matten, o Natur!
Dann massenweis in Lüften
triumphirest Mit schroffer Berge
riesenhafter Spur, Bis du dich
dämmernd fern
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Das Bleibende

Wie einem Träumenden die Stunden
Entfliehen in der Mitternacht, —
Sie dünken ihm nur als Sekunden,
Wenn er am Morgen aufgewacht, — So
fliehen unsers Lebens Tage, Un
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Die wahre Kraft

Wie heißt die Kraft, drauf sich der
Sünder steift, Womit er Gottes
Gnadenruf verhöhnet, Und des
Gewissens Donner übertönet? — Ein
Todesleib, der heut` zum Grabe reist!
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Klare Tiefe

Wie rollt es im Glanze des Abends dahin,
Das flüssige Silber, durch schattiges
Grün! Kein Steinchen entgeht mir auf
ruhigem Grund, Sanft spiegelt darin
sich das himmlische Rund.
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Frühlingsfahrt

Wie weht die Lebensluft von Morgen her!
Wie wallt so nebelfrei des Himmels
Meer! Und Waldeshöh`n im gold`nen
Sonnenschein, Und duftig blau der
Alpen ferne steih`n; Hier Saatengr
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Wiedersehen der Liebe

Wie werden sich die Geister wiederseh`n,
Wenn sie zum Glanzgefild der
Herrlichkeit Mildschimmernd durch des
Grabes Pforte geh`n. Entkleidet von
dem Wechsel dieser Zeit? Wenn, was
... weiterlesen


Erweckung am Morgen

Wie wird es heute mir ergehen? Was
werden diese Hände thun? Was werden
diese Augen sehen? Wo wird mein Fuß
am Abend ruh`n? — Blick` auf, o
Herz, zur Morgensonne, Auf
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Im Leiden

Will das Harren dich beschweren:
Dennoch leide mit dem Herrn! Knechte
wollen sich`s verwehren, Aber Kinder
leiden gern. Denn in eines Knechtes
Hand Ruhet keiner Hoffnung
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Alles in Einem

Wär` ich im Einen, Würd` ich in
Allem seyn, Müßte nicht weinen
Ueber den Schein. Aber im Vielen
Gehet das Leben hin; Sorgen und
Zielen, Rennen und Spi
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Ermunterung der Liebe

Zu lernen bleibt noch unfern Seelen
viel; Noch nicht errungen haben wir
das Ziel; Zu manchem Opfer fehlt noch
Willigkeit, Und heitrer Glaube noch zu
manchem Leid, Und stille Demu
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Prüfung am Abend

Zum andern Leben wall` ich hin; —
Ist`s auch zum ew`gen Leben? Daß,
wenn ich einst gestorben bin, Mich
Engel sanft umschweben, Und mich zu
Gottes Heiligthum Auf ihren
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Würdigkeit der Liebe

Zum reinen Himmel, wo die Sonne zieht,
Ausschauend mit erhobenem Gemüth,
Dorthin gewendet, wo der Siegeskranz
Dem Gotteskämpfer blüht in ew`gem
Glanz, Vom armen Erdenstaub hin
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Die Gnadenzeit

Zween Wand`rer zogen über das Gebirg,
Und fanden einen Schatz von reinem
Golde; Von unbekannten Händen schon
gezählt, War er zu gleichen Hälften
ausgetheilt, Daß Jeglicher d
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