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Gedichte - Albert Knapp

Die Wolkenlilie

(29 Nov. 1830.)

Wie silbern dort am reinsten Himmel bin
Das lichte Streifgewölk zur Höhe steigt!
Ein Bläterpaar, ein Stengel mittendrinn,
Darauf sich eins ... weiterlesen


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Monument des Marschalls von Sachsen

(In der Thomas-Kirche von Straßburg.)

Er steht, als wollt` er ewig also stehen! —
Hier ist kein Zucken, keines Seufzers Hall.
Sieht er von ferne Reiterfahnen wehen? ... weiterlesen


Herbstliche Wanderung

1. Auf dem Berge
Noch blüht in unverwelktem Glanze
Wie sonst, das vielgeliebte Thal,
Noch steht mit seinem Blätterkranze
Der hohe Wald im Sonnenstrahl;
Die ... weiterlesen


Wolkenbildung

1. Stratus
Entquollen aus geheimem Wasserschooß,
Ringt sich ein Nebel am Gebirge los.
Gestaltlos wogt`s noch aufwärts, niederwärts, —
Ein ahndevolles, ungestilltes ... weiterlesen


Die Citadelle von Straßburg

10. Juni 1830

Was menschliche Kraft und vereinigte Wuth
Bei`m krieg`rischen Sturme vermag,
Was mächtige Wehr und Vertheidigung thut,
Legt Bauban hier furchtbar ... weiterlesen


Herbstliche Wanderung (II)

2. Auf dem Felsen
Auf dieses Felsen höchster Klippe,
Wo wehmuthvoll die Tanne säuselt,
Und üppigwucherndes Gestrüppe
Sich um die starre Wurzel kräuselt,
... weiterlesen


Herbstliche Wanderung (III)

3. Auf der Kapelle bei Wurmlingen
Ich grüße dich, du trauter Hügel,
Mit deinem stillen Gotteshaus:
Die Thüre schließt mit ihrem Riegel
Unfreundlich heut` den Beter ... weiterlesen


Konfirmations-Lied


Die Gemeinde
An dem Sabbath steh`n die Kinder
Vor dir, o Todesüberwinder,
Ihr Lobgesang sey dir gebracht!
Freudig geh`n sie dir entgegen,
Weil du der ... weiterlesen


Abendlied

Abend ist es; Herr, die Stunde
Ist noch wie in Emmaus,
Daß aus deiner Jünger Munde
Jene Bitte fließen muß:
Bleib`, ach bleib` in unsrer Mitte,
Gib nach ... weiterlesen


Die Verwesung

Am Rasenhügel stand ich; und der Thau
Sah mich mit tausend Wehmuthaugen an,
Die schüttelte der Morgenwind herab,
Wie tausend Thränen. — Hier ist eine Gruft,
Auf ... weiterlesen


Dem ewigen Hohenpriester

An dein Bluten und Erbleicher,
An dein Opfer ohne Gleichen,
An dein priesterliches Flehen
Mahnet mich des Geistes Wehen;
Und so wünsch` ich, ew`ge Güte,
Für ... weiterlesen


Der Zweig

An einem Zweige ging ick einst vorbei,
Der rauh sch über meinem Haupte bog;
Schnell mahnte mich`s, was hier bedeutet sey, —
Da fühlt` ich etwas, das mich nicht betrog.
... weiterlesen


Vorsabbath

Auf den Sabbath rüste meine Seele
Gieße deines Geistes Leben aus,
Daß mir nicht der Friede Gottes fehle,
Wenn ich treten soll in Gottes Haus!

Denn wo Friede ... weiterlesen


Osterfreude

Aus dem Alt-Lateinischen.

Laß dein Trauern, Magdalene,
Trockne hell die Thränen dir!
Nicht ein Ort zu bittrer Thräne,
Simons Mahl ist nimmer hier;
... weiterlesen


Das Weltgericht

Aus dem Alt-Lateinischen

Jenen Tag, den Tag der Wehen,
Muß die Welt im Brand vergehen,
Wie Prophetenspruch geschehen.

Weh! wie zittern dann die ... weiterlesen


Herbstlied

Bald ist es, daß die Schwäne zieh`n,
Schon reis`t der Störche schnelles Heer,
Der Kranich schwebt am Himmel hin,
Und rudert über`s blaue Meer;
Nach beß`rer Zone ... weiterlesen


Jung wie ein Adler

Bedarf mein Herz im bunten Herbst
Nach Wehmut weit umherzuwallen,
Wenn du dich, schöne Flur, entfärbst,
Wenn der Platane Blätter fallen?
Bedarf es dein, du spätes ... weiterlesen


Die Mücke

Besinnungslose, blöde Mücke du,
Wie naschest du das Gift in sichrer Ruh`!

Ich warne dich: der Tod ist in dem Topf!
Du saugest fort, bewegest nicht den Kopf.
... weiterlesen


Sein Vergeben

Bist du hier?
Den ich tausendfach betrübt,
Tausendfach vergessen habe?
Herr, der wunderbar uns liebt,
Geber aller guten Gabe!
Warum trittst du zur ... weiterlesen


Die beste Wahl

Das beste Theil erwählt zu haben,
Das ist`s, was ewig nicht gereut,
Von allen Freuden, Schätzen, Gaben
Bestehet das in Ewigkeit.-
Wer ist so weise, wer so kühn,
... weiterlesen


Heilige Musik

Das seufzet nicht mehr durch die dornige Bahn,
Das athmet und flügelt zu Sternen hinan!
Das ziehet am Leben, am innersten Grund,
Macht Todte lebendig, und Kranke gesund. — ... weiterlesen


Die größte Sorge

Daß ich Dein auf ewig sey,
Sey die größte meiner Sorgen!
Daß ich einst verklärt und frey
Steh` am Auferstehungsmorgen,
Diese Bitte, dieser Sinn
Nehme ... weiterlesen


Schullied

Dein ist das Licht!
Von dir nur kommt Verstand,
Der deine Kinder ziert;
Du bist`s allein, deß milde Vaterhand
Zur sel`gen Weisheit führt;
Bei dir ist die ... weiterlesen


Himmelfahrtslied

Der Du vollendet hast,
Der Du nach Schmach und Hohn
Steigst auf des Vaters Thron, -
Heil dir, o Menschensohn!
Um dich mit lichtem Strahl
Schwebet der Engel Zahl, ... weiterlesen


Der Rhein

Dieß is der Rhein.` — du sollst ihn mir nicht nennen;
Ein einz`ger Blick: ich weiß es schon!
Altdeutscher Strom! dich sollte nicht erkennen
Des deutschen Landes Sohn? ... weiterlesen


Loblied

Du bist mein Gott, ich preise dich!
Mein theures Heil, erkenne mich!
Dein Lieben sey mein Leben!
Der du die weiten Himmel füllst,
O Gott, der Menschenseele willst
... weiterlesen


Die feurige Leiter

Du kennst den Nachglanz eines Morgentraums,
Da halbgeschlossen sich das Aug`, die Seele
Im Zwielicht eines Geisterreichs bewegt
Mit willenlosem Flügelschlag. Ein Licht
... weiterlesen


Das Auge

Du kleines Meer, darinn die Seele schwimmt!
Bestrahlt vom Himmel, oder daß die Hölle
Mit düstern Wallungen darüber glimmt; -
Du stets bewegte, dunkelklare Welle !
... weiterlesen


Sternkunde

Du selighelles, goldnes Augenspiel,
Das alle Höhen wunderbar durchzückt!
Ahnt meiner Seele kleines Maaß, wie Viel
Vom Himmel auf die Erde niederblickt?
Mit Löwen, ... weiterlesen


Unrechte Klage

Du seufzest oft: `Wie mangl` ich edler Gaben!
Unwillig zögert mein Gedankenfluß,
Und im Gefühl, daß Andre Größres haben,
Beschleicht mich thatenloser Ueberdruß;
... weiterlesen


Der nächtliche Zeuge

Du stehst so frühlingshaft, so hehr,
Die Zweige festlich zubereitet,
Und über dich ein Blüthenmeer
Mit tausend Düften ausgebreitet! —
Vor solchem Schmucke ... weiterlesen


Schwarzwald-Höhe

Durch Tannenwälder dumpf dahinzurollen,
Wo sich der Himmel dunkelgrün vergittert,
Indeß der Regensturm mit übervollen
Gewölken durch das Felsenthal gewittert:
Ist ... weiterlesen


Auf einer Burgruine

Durchbrich nur den Nebel, o Morgensonne,
Hier auf den Höh`n!
Wolken genug zieht graue Vergangenheit
Um Felsenhäupter,
Um der Fürstensitze vergessenen Glanz,
... weiterlesen


Flug der Zeit

Eilig flieht die Stundenwache
In der Mitternacht dahin,
Wenn am hohen Himmelsdache
Schweigend Gottes Sterne zieh`n.
So enteilen Ihm, gleich Pfeilen,
Tausend ... weiterlesen


Der Verlorne

Ein abgehau`ner Baum, er grünet nimmer;
Ein Aug` erlosch; entflohen ist der Schimmer, —
Aus dieser tiefen, todten Augenhöhle
Blickt nie hinfort ein Leben, eine Seele.
... weiterlesen


Die Einladung

Ein frommer Landmann in der Kirche saß;
Den Text der Pfarrer aus Johanne las
Am Ostermontag, wie der Heiland rief
Vom Ufer: Kindlein, habt ihr nichts zu essen?-
Das drang ... weiterlesen


Die Irrlehrer

Ein scharfes Schwert, im Feuer hart geglüht,
Siegschimmernd in der Sonne, fleckenrein, —
Ein lautres Herz, ein gläubiges Gemüth,
Die mögen beyde wohl verglichen seyn.
... weiterlesen


Starker Geist

Ein stolzer Springquell stieg krystallhell in die Luft,
Sein kerzengrader Strahl versandte prächt`gen Duft;
Die Sonne schimmerte mit Morgengold darein,
Und um das Becken ... weiterlesen


Begegnung

Ein Wand`rer zieht vorüber, wohlgemuth,
Gemessnen Schritts zum unbekannten Lande.
Nie sah ihn noch mein Auge; fremd entfloß
In fernem Thale seine Kindheit; nie
Hab` ... weiterlesen


Mehr oder weniger

Ein wenig minder oder mehr,
Taugt nicht in Gottes Reiche;
Ein wenig minder frevler Muth,
Ein wenig mehr nach Weltart gut,
Gilt drüben einst das Gleiche.

... weiterlesen


Mein Wunsch

Eines wünsch` ich mir vor allem Andern,
Eine Speise früh` und spät; —
Selig läßt`s im Thränenthal sich wandern,
Wenn dieß Eine mit uns geht:
Unverrückt auf ... weiterlesen


Eines wünsch ich mir vor allem andern

Eines wünsch` ich mir vor allem andern,
eine Speise früh und spät.
Selig läßt`s im Tränental sich wandern,
wenn dies eine mit uns geht:
Unverwandt auf einen Mann zu ... weiterlesen


Blick aufs Ende

Einst wird es nimmer seyn,
Daß du schlägst,
Frohlockest und weinest,
Bewegliches Herz! -
Ungeseh`n, unbetrauert
Von der Schöpfung rauschendem Kreis,
... weiterlesen


Ziel des Kampfes

Elemente, stürmend,
Aufwärts euch thürmend!
Wolken, so trächtig.
Wogen, so mächtig!
Wo rauschet ihr hin mit gewaltigem Zug?
Feurige Lohen
Mit ... weiterlesen


Es ist vollbracht

Erde, vernimm`s! und ihr himmlischen Fernen
Tönet es fort zu den äußersten Sternen,
Was mein König auf Golgatha rief!
Mein Gott, ruft er im letzten Erblassen,
Mein ... weiterlesen


Obere Welt

Erträgst du den Flug durch das himmlische Blau?
Im Thale, da nebelt`s so düster, so lau,
Da schwingt sich der Neigen um`s üppige Mahl,
Da träumen die Schläfer, da drohet ... weiterlesen


Ewiges Leben

Ewiges Leben! o herrliches Wort!
Blühende Blume, die nimmer verdorrt!
Glänzende Sonne, die nimmer erbleicht!
Daurender Himmel, der nimmer entweicht!

Was von ... weiterlesen


Lauterkeit

Flammenauge, das zur Tiefe,
Das durch alle Hüllen dringt,
Schaue, wie das Trübe,
Schiefe Sich in mir zu bergen ringt!

Flammenauge, das die Tücke
... weiterlesen


Frühlingslied

Freundlich blickt die Frühlingssonne
Auf der Auen junges Grün,
In den Lüften schwebt die Wonne,
Vögel jauchzen Blumen blüh`n;
Lockend ruft ein mildes Sehnen
... weiterlesen


Morgenlied

Frieden und Segen,
Wenn sie sich legen,
Und mit der Sonne
Ein Herz voll Wonne,
Gibst Du den Deinen, o Heiland der Welt!
Aus Schlummers Banden
Bin ich ... weiterlesen


Die Wiedergeburt

Geboren bin ich, doch ich bin
Nicht, wis ich soll, geboren
; Und geh` ich unerneuert hin,
Ist Seel` und Leib verloren.
Der Mutter Schooß gebar mich nicht
Zum ... weiterlesen


Pfingstlied

Geist des Lebens, heil`ge Gabe,
Du, der Seelen Licht und Trost,
Erndtesegen, aus dem Grabe
Unsers Bürgen aufgesproßt,
Uns gesandt vom Himmelsthrone
Vom ... weiterlesen


Das Heil Christus

Gekreuzigt haben sie den Besten,
Geschlagen Ihn in`s Angesicht,
Der niederstieg, die Welt zu trösten
Mit seines Vaters Geist und Licht;
Der, ob es Ihm zwar ... weiterlesen


Ein Gespräch

Gott ist die Liebe: sprecht, ihr hohen Weisen,
Vor denen sich der Erdkreis staunend bückt;
Nach eurem Buch möcht` ich die Gottheit preisen,—
Tief in ihr Wesen habt ihr ja ... weiterlesen


Osterlied

Heil: Jesus Christus ist erstanden:
Aus den zersprengten Todesbanden
Tritt siegverkläret Gottes Sohn!
Es rauschen durch die Himmelsbogen
Des Halleluja Stromeswogen, ... weiterlesen


Jerusalem

Hellschimmernd, ewigschön,
Erfüllt vom Lobgetön                  .
Steh`n Salems heil`ge Höh`n;
Die Friedensburg, die ... weiterlesen


Abendmahlslied

Herr du blickst in meine Seele,
Du kennest alle meine Fehle, —
Sie liegen offen vor dir da;
Statt zu klagen, laß mich loben,
Und dir für alle Liebesproben
... weiterlesen


Trost in Trübsal

Herr, hilf mir tragen meine Last,
Wie Du schon viel getragen hast
Mit Deines Reichs Genossen!
Du legest auf; so laß mich nun
In Deinem Gotteswillen ruh`n,
... weiterlesen


Luft von Morgen

Himmelsluft vom Morgenlande,
Die zu uns herüberweht,
Wo an düsterm Grabesrande
Mancher arme Pilger seht, —
Siechthum hat ihn fast verzehret,
Sünde sein ... weiterlesen


Reichthum in Christo

Hättest Du Licht und Heil
Mir nicht gegeben,
Hätt` ich kein andres Theil,
Hätt` ich kein Leben.

Wärest Du blutend nicht
Für mich verschieden,
... weiterlesen


Reichtum in Christo

Hättest du Licht und Heil
Mir nicht gegeben,
Hätt` ich kein andres Teil,
Hätt` ich kein Leben.

Wärst du blutend nicht
Für mich verschieden,
... weiterlesen


Für die Genesung

Ich will es mit dem Tod besiegeln,
Daß du der Allertreuste bist,
Daß Leben unter deinen Flügeln,
Und Heil in deinen Händen ist. —
Ich bat dich seufzend um mein ... weiterlesen


Reformationslied

Im Jahr 1817 auf das 3te Jubelfest
von einem verehrten Freunde und Amts-
bruder gedichtet, der die Erlaubnis zur
Mittheilung dieses Liedes gegeben hat.
Es ist gleichsam ... weiterlesen


Beichtlied

Indeß du dort im Himmelssaal
Dich, ew`ge Liebe, schürzest, *)
Und deinem Volk das Freudenmahl
Mit Segenshänden würzest,
Geh`n wir hinieden zum Altar,
Und ... weiterlesen


Wesen der Dichtung

Ist  nicht der Vogel ein fliegendes Lied?
Der Fisch in der Fluth ein lebendiges Glied
Der schöpfrischen Sprache, die tönend und rein
Durchwallet der Welten unzählige ... weiterlesen


Bußlied

Jesus! habe Acht auf mich,
Daß ich nicht verloren gehe:
Hab` ich einst gekostet dich
Heiße Müh` und bitt`res Wehe, —
Wär` es um so größ`re Pein,
Doch ... weiterlesen


Herrlichkeit Jesu

Jesus, ew`ge Sonne!
Quell der Himmelswonne!
Meer voll Herrlichkeit:
Friedefürst der Sünder!
Schatz der Gotteskinder,
Uns von Gott bereit;
Hoch und ... weiterlesen


Brüdertrennungen

Jünglinge von allen Ständen,
Hoch und niedrig, arm und reich,
Faßten einst sich bei den Händen,
Fühlten sich in Christo gleich;
Liebe hielt sie fest umwunden,
... weiterlesen


Das zitternde Laub

Kaum athmet leise noch der Abendwind,
Und durch den Wipfel flüstert es gelind
Mit zarten Blättern; sieh`, nach der Sonne
Zitternd in Wonne
Schwanket das Laub, als ... weiterlesen


Trost in göttlicher Traurigkeit

Kennet ihr die trübe Stunde
Jener bangen Einsamkeit,
Wenn auf weitem Erdenrunde,
Eingehüllt in Dunkelheit,
Eine Seele weinend steht,
Und um Jesu Gnade ... weiterlesen


Sabbath-Abend eines Predigers

Kühl wehet die Luft aus dem blauen West,
Das Abendroth hängt an den Hügeln fest;
Der Himmel leiseren Othem zieht,
Am Wald hin tiefer die Wolke flieht,
Und langsam ... weiterlesen


Zur gemeinsamen Wallfahrt

Liebe! was ist diese Zeit
Gegen jene Freudenquellen,
Die durch Gottes Ewigkeit
Fließen mit verklärten Wellen?
Selig, wer zum Glaubensstreit
Sich dem Herrn ... weiterlesen


Schullied

Lieblich ist die Morgenstunde,
Wenn man sie mit Gott beginnt!
Freud` im Herzen, Dank im Munde
Ziemet einem Christenkind,
Das nach einer sanften Nacht
In des ... weiterlesen


Trost in Schwachheit

Mein innerster Funke, mein leisestes Fleh`n,
Die heimlichsten Wünsche, die schmerzlichsten Weh`n,
Begehren sie Dein nicht, o himmlisches Reis?
Umfahn sie nicht Dich mit ... weiterlesen


Friede Gottes

Milder im Herzen,
Sanfter im Liede
Tönt kein Entzücken,
Strömet kein Leben,
Als dein Erquicken,
Himmlischer Friede!

Einzelnen Wohllaut,
... weiterlesen


Kinderlied

Mit tausend Gaben
Will Gott uns laben;
Aber Eins weiß ich,
Das bet` ich fleißig:
Abba, der auch mein Vater heißt,
Abba, gib mir den heiligen Geist!
... weiterlesen


Nein, nein, das ist kein Sterben

Nein, nein, das ist kein Sterben,
Zu seinem Gott zu gehn,
Der dunkeln Erd` entfliehen,
Und zu der Heimat ziehen
In reine Sternenhöh`n!

2. Nein, nein, das ... weiterlesen


Den Reisenden

Nicht leiser geleitet
Den Kahn die spielende Welle
Den Strom hinab;
Geheimer, lispelnder
Umspielt nicht der Morgenwind
Am Gebirge den Pilger,
Als des ... weiterlesen


Des Herrn Vorsorge

Nicht menschlicher Rath,
Noch Erden-Verstand
Mag finden den Pfad
In`s himmlische Land;
Der Pilger im Staube
Muß trostlos vergeh`n,
Erlischt ihm der ... weiterlesen


An Straßburg

Nur einen Tag umging ich deine Mauern
Und deiner Bauten alte Pracht und Wehr,
Ein Fremdling,  mit unausgesproch`nem Trauern;
Die tiefe Wehmuth trieb mich hin und her,
... weiterlesen


Die Erweckung

O daß ein Glaube mir vom Himmel käme,
Ein Glaube Gottes, ohne Falsch wie Gold!
Die bangen Zweifel tröstend von mir nähme,
Ach diese Zweifel, meiner Sünden Sold!
... weiterlesen


Vertrauen

O diese Miene nicht! nach Anderm steht
Dein leises Denken, als mein Auge steht.
Hab` ich dir wehgethan? — vergib! vergib!
Sieh` hier der Seele wolkenlosen Trieb! —
... weiterlesen


Nur Einer

O Menschenleben, du träumendes Spiel,
Ohne verbindendes Sonnenlicht!
Des Einzelnen findest du, findest so viel,
Aber das Eine, das Ganze nicht.
Von Sternen und Feuern ... weiterlesen


Preis der Vergebung

O Schöpfer! wem Du die Schulden vergibst,
Welche Welt erschaffest Du
Dem Für Ewigkeiten!
Ein Wink Deines Scepters,
Ein Wort Deines Mundes
Macht uns reicher ... weiterlesen


Anschaun der Schöpfung

O schöpfrische Liebe, du weites Meer,
Darin alle Kreatur sich regt und beweget!
Jegliche fröhlich
Im eignen Element,
Mit eigenen Zungen, Fittigen, Floßen,
... weiterlesen


O Vaterherz, das Erd und Himmel schuf

O Vaterherz, das Erd` und Himmel schuf
Nach seinem Liebesrat!
Dies Kindlein tritt nach deinem Gnadenruf
Auf seinen Pi!gerpfad.
Komm, neige dich zum Armen, Schwachen,
... weiterlesen


Vergangenheit

O wenig bleibt von einem Leben nur!
Gewalt`ges Anschau`n thürmender Natur,
Ein Wandel durch des Wonnefrühlings Glück, -
Geruch der Veilchen, - liebliche Musik, -
Und ... weiterlesen


Strasburgs Münster

Schlanke Säulen!
Wollt ihr eilen
Aufwärts in das ew`ge Blau?
Eine Leiter,
Klar und heiter,
Seid ihr bis zum Himmelsbau?
Wollt ihr spielen
Und ... weiterlesen


Flüchtige Fahrt

Schroffe Tannenwälder,
Riesenhaft erhöht,
Wo die Sonne bälder
Aus dem Himmel geht,
Schauen auf die Matten,
Gürten dieses Thal;
Oben durch die ... weiterlesen


Jugendlied

Schöpfer meines Lebens,
Haß mich nicht vergebens
Auf der Erde seyn!
Gieße Deine Liebe
Deines Geistes Triebe
In mein Herz hinein,
Daß dein Bild,
... weiterlesen


Ein Trauernder

Sein Liebstes war erbleicht.  Aus tiefem Traume
Fühlt` er sich aufgeschreckt; das arme Herz,
Erbangend oft zuvor, es hatte stets
Zehn Hoffnungen mit luftgegoss`nen ... weiterlesen


Trybergs Wasserfall

Siehst du nicht von oben dort
Wasserfälle niederstürmen,
Während höher ich sofort
Wald und Felsenblöcke thürmen ?
Höre, wie es rauscht und tobt:
Haß ... weiterlesen


Straßburgs Dom

Sieh`, welche Pracht! wie brennend helle
Strahlt hier der Rose buntes Licht!
Welch wundersame Farbenquelle
Aus diesen Fensterhallen bricht!
Da stehst du heilige ... weiterlesen


Der Todten Geburtstag

Sonst, als er lebte, könnt` ich`s kaum erwarten,
Des Vaters Fest, des theuern, zu begeh`n,
Und für die liebste Mutter sah im Garten-
Ich alle Frühlingsblumen festlich ... weiterlesen


Herbstliches Gefühl

Ströme süßer Labung, weit ergossen,
Statt der leichten Blume, volle Reben,
Alles, was einst Knospe war und Blüthe,
Ausgereift zu tadellosen Früchten;
Duftumhüllt ... weiterlesen


Taubheit der Sünde

Taub, wie die gift`ge Otter, die das Ohr
Verstopft vor des Beschwörers Zauberlaut,
Und züngelnd lauert, ist die Sünd`, o Mensch.
Sie höret nicht die Stimme der Vernunft, ... weiterlesen


Gehorsam des Glaubens

Thät` ich die Wahrheit, die ich weiß,
Wär` ich zu meines Gottes Preis,
Was mich die Menschen oft genannt,
Dann wäre nichts in mir gebannt;

Dann strahlte mir ... weiterlesen


Liebe zu Jesu

Ueberarbeitung des Liedes von D. Philipp Nikolai.
(gest. 1608.)

Wie schön leucht`t uns der Morgenstern,
Voll Gnad` und Wahrheit von dem Herrn,
Aus Juda ... weiterlesen


Schneeflocken

Verwehender Flaum, von den Lüften gewiegt!
Du Stäubchen des Wassers, crystallen gefügt;
Im Augenblick hell, wie der Taube Gewand, —
Im Augenblick trübe zerflossen im ... weiterlesen


Ruhepunkte

Von Ruhepunkten weiß dein armes Leben?
Ich glaub` es, ja; doch Ruhepunkte sind
Noch keine Ruhe. Viele Tropfen Thau`s
Geußt auch die Aussenwelt in innre Flammen,
Und ... weiterlesen


Dem Erlöser

Vor deinem Throne liegt mein Saitenspiel;
Du bist`s, o Herr, der ihm die Töne leihet:
So sei Dein Ruhm auch meines Liedes Ziel,
Und Deiner Treue jeder Laut geweihet.
... weiterlesen


Der Rückfällige

Vor einer Mutter steht das Kind;
Mit Sorgen schaut sie hin, und sinnt:
Wird mich mein Kind erfreuen? —
Sie fleht zum Himmel, ringt und weinte
Doch keine volle Sonn` ... weiterlesen


Die Wahrheit

Wahrheit, du, die Alles richtet,
Trug und Heucheley vernichtet,
O wie schwer wirst du erfaßt!
Uns zum Leben willst, du leiten,
Aber wir verschmäh`n, bestreiten
... weiterlesen


Kampf beym Erwachen

Warten nicht am frühsten Morgen,
Wenn die Träume kaum entfloh`n,
Eitle Lüste, trübe Sorgen
Auf des Pilgers Seele schon?
Eh` er kann zum Lichte dringen,
... weiterlesen


Unsterblichkeit

Was brüstet mit Unsterblichkeit
Sich ein erlosch`nes Leben?
Was will ein Sündenkind der Zeit
Im ew`gen Lichte schweben,
Und greift in`s wandellose Seyn
Mit ... weiterlesen


Weihnachtlied für Kinder

Was hältst du wohl in deiner Hand,
Du freudenreicher Tag?
Ich habe längst umhergeahnt,
Was sie uns bringen mag;
Ich habe dieß und das gedacht,
Die Brüder ... weiterlesen


Das verborgene Leben

Was ich dem Bruder nicht zu nennen wage,
Bring` ich zu dir, o reines Himmelslicht:
Ein Bruder würde matt von meiner Klage,
Doch du, Erlöser, du ermattest nicht.

... weiterlesen


Im Frühling

Was soll ich singen außer Dir,
Wenn ich auf deiner Schöpfung Zier
Mit stillen Augen blicke?
Wenn deine Sonne mich bescheint,
Wenn Tief und Höhe sich vereint,
... weiterlesen


Der vorangegangenen Gedächtniß

Wehen von dem Berge nicht die Pappeln
Fächergleich im goldnen Morgenhauche?
Glänzt sapphiren nicht des Himmels Decke,
Zartbereift von duft`gen Silberwolken,
Und ein ... weiterlesen


Wollen und Vollbringen

Wehmüthig schaut der Mond vom Himmel her
Auf Winterfluren, todt und blüthenleer:
O möcht` ich euch erwecken,
Mit Blumenschmelz und goldner Frucht euch decken!

... weiterlesen


Metaphysische Goldmacher

Wem soll ich einen klugen Mann vergleichen,
Der um den Stein der Weisen sich bemühet,
Und, während ihn der Wahrheit Flur umblühet,
Sich Kohlen anbläst in des Undings ... weiterlesen


Der selge Tod

Wenn ich einst entschlafen werde,
Und zu meinen Vätern geh`n,
Will ich von der armen Erde
Friedlich auf zum Himmel seh`n-;
Zu des Vaterhauses Thoren
Schwingt ... weiterlesen


Die Sakristei

Wenn ich in dir, du traulich ernste Stätte,
Hinwandle mit verborgenem Gebete,
Gerüstet zur Verkündigung des Worts,
Erfaßt mich oft ein wunderbares Trauern;
Ich ... weiterlesen


Der Morgenstern

Wenn ich in stiller Frühe
Vom Schlummer aufgewacht,
Blick` ich empor, und siehe,
Des Morgensternes Pracht!
Mit sanftem Glanz begegnet
Sein heitres Auge mir; ... weiterlesen


Das frühe Erstehen

Wer frühe sich vom Schlaf erhoben,
Gewinnt des Tages Länge ganz,
Darf seinen Gott im Morgenglanz,
In stiller Hoffnungsfeyer loben;
Der Träge dehnt sich und ... weiterlesen


Die Sünde

Wer nicht der Sünde Gräu`l erkennt,
Glaubt auch im Herzen kein Versöhnen,
Und wenn er einen Heiland nennt,
Geschieht es nur in Heucheltönen;
Er rühmet einen ... weiterlesen


Empfindungsstufen

Wie du dich hehr im Abendgolde zierest
Mit jugendlichen Matten, o Natur!
Dann massenweis in Lüften triumphirest
Mit schroffer Berge riesenhafter Spur,
Bis du dich ... weiterlesen


Das Bleibende

Wie einem Träumenden die Stunden
Entfliehen in der Mitternacht, —
Sie dünken ihm nur als Sekunden,
Wenn er am Morgen aufgewacht, —
So fliehen unsers Lebens Tage, ... weiterlesen


Die wahre Kraft

Wie heißt die Kraft, drauf sich der Sünder steift,
Womit er Gottes Gnadenruf verhöhnet,
Und des Gewissens Donner übertönet? —
Ein Todesleib, der heut` zum Grabe ... weiterlesen


Klare Tiefe

Wie rollt es im Glanze des Abends dahin,
Das flüssige Silber, durch schattiges Grün!
Kein Steinchen entgeht mir auf ruhigem Grund,
Sanft spiegelt darin sich das himmlische ... weiterlesen


Frühlingsfahrt

Wie weht die Lebensluft von Morgen her!
Wie wallt so nebelfrei des Himmels Meer!
Und Waldeshöh`n im gold`nen Sonnenschein,
Und duftig blau der Alpen ferne steih`n;
... weiterlesen


Wiedersehen der Liebe

Wie werden sich die Geister wiederseh`n,
Wenn sie zum Glanzgefild der Herrlichkeit
Mildschimmernd durch des Grabes Pforte geh`n.
Entkleidet von dem Wechsel dieser Zeit?
... weiterlesen


Erweckung am Morgen

Wie wird es heute mir ergehen?
Was werden diese Hände thun?
Was werden diese Augen sehen?
Wo wird mein Fuß am Abend ruh`n? —
Blick` auf, o Herz, zur Morgensonne, ... weiterlesen


Im Leiden

Will das Harren dich beschweren:
Dennoch leide mit dem Herrn!
Knechte wollen sich`s verwehren,
Aber Kinder leiden gern.
Denn in eines Knechtes Hand
Ruhet ... weiterlesen


Alles in Einem

Wär` ich im Einen,
Würd` ich in Allem seyn,
Müßte nicht weinen
Ueber den Schein.
Aber im Vielen
Gehet das Leben hin;
Sorgen und Zielen,
... weiterlesen


Ermunterung der Liebe

Zu lernen bleibt noch unfern Seelen viel;
Noch nicht errungen haben wir das Ziel;
Zu manchem Opfer fehlt noch Willigkeit,
Und heitrer Glaube noch zu manchem Leid,
Und ... weiterlesen


Prüfung am Abend

Zum andern Leben wall` ich hin; —
Ist`s auch zum ew`gen Leben?
Daß, wenn ich einst gestorben bin,
Mich Engel sanft umschweben,
Und mich zu Gottes Heiligthum
... weiterlesen


Würdigkeit der Liebe

Zum reinen Himmel, wo die Sonne zieht,
Ausschauend mit erhobenem Gemüth,
Dorthin gewendet, wo der Siegeskranz
Dem Gotteskämpfer blüht in ew`gem Glanz,
Vom armen ... weiterlesen


Die Gnadenzeit

Zween Wand`rer zogen über das Gebirg,
Und fanden einen Schatz von reinem Golde;
Von unbekannten Händen schon gezählt,
War er zu gleichen Hälften ausgetheilt,
Daß ... weiterlesen



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