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Gedichte - Alfred Lichtenstein


Die Welt

(Einem Clown zugeeignet) Viel Tage
stampfen über Menschentiere, In
weichen Meeren fliegen Hungerhaie. In
Kaffeehäusern glitzern Köpfe,
Biere. An einem Mann zerrei
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Die Welt

(Einem Clown zugeeignet) Viel Tage
stampfen über Menschentiere, In weichen
Meeren fliegen Hungerhaie. In
Kaffeehäusern glitzern Köpfe,
Biere. An einem Mann zerreißen M
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Der Ausflug

(Kurt Lubasch gewidmet zum 15. 7.
1912) Du, ich halte diese
festen Stuben und die dürren
Straßen Und die rote
Häusersonne, Die verruchte Unlust
aller Längst schon
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Der Morgen

... Und alle Straßen liegen glatt und
glänzend da. Nur selten hastet über
sie ein fester Mann. Ein fesches
Mädchen haut sich heftig mit Papa. Ein
Bäcker sieht sich mal den schönen Him
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Komm Schwester

1 Komm Schwester, gib mir Deine
Hand Wir wolln gemeinsam ein Stück
Weges ziehn Im Schatten, wo die grauen
Blumen blühn Und abseits schreitend,
alle Laute fliehn Komm
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Gesänge an Berlin

1 O du Berlin, du bunter Stein, du
Biest. Du wirfst mich mit Laternen wie
mit Kletten. Ach, wenn man nachts durch
deine Lichter fließt Den Weibern nach,
den seidenen, den fetten.
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Sonntagnachmittag

Auf faulen Straßen lagern
Häuserrudel, Um deren Buckel graue
Sonne hellt. Ein parfümierter,
halbverrückter kleiner Pudel Wirft
wüste Augen in die große Welt. In
einem F
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Die Fahrt nach der Irrenanstalt I

Auf lauten Linien fallen fette
Bahnen Vorbei an Häusern, die wie
Särge sind. An Ecken kauern Karren mit
Bananen. Nur wenig Mist erfreut ein
hartes Kind. Die Menschenbiester
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In den Abend

Aus krummen Nebeln wachsen
Köstlichkeiten. Ganz winzge Dinge
wurden plötzlich wichtig. Der Himmel
ist schon grün und undurchsichtig Dort
hinten, wo die blinden Hügel gleiten.
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Bin gerad nicht blöd

Bin gerad’ nicht blöd, bin gerad’
nicht hell Ich bin ein lustiger
Gesell Und trinke Wasser, trinke
Wein Und lasse fünfe gerade
sein. Erst stopf ich mir mein
Pfeifchen Da
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Spaziergang

Der Abend kommt mit Mondschein und
seidner Dunkelheit. Die Wege werden
müde. Die enge Welt wird
weit. Opiumwinde gehen feldein und
feldhinaus. Ich breite meine Augen wie
Silberflü
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Der Lackschuh

Der Dichter dachte: Ach was, ich hab
den Plunder satt! Die Dirnen, das
Theater und den Stadtmond, Die
Oberhemden, Straßen und Gerüche, Die
Nächte und die Kutscher und die
Fenster,
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Die Gummischuhe

Der Dicke dachte: Am Abend geh ich gern
in Gummischuhen, Auch wenn die Straßen
fromm und flecklos sind. In
Gummischuhen bin ich nie ganz nüchtern
... Ich halte in der Hand
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Die Ritze

Der Friedhof liegt etwas im Abend, Und
schläfrig geigt sein Wind Von Dingen,
die lange vergessen Und seltsam zu
sagen wohl sind. Die Blätter der
Bäume verflüstern
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Trüber Abend

Der Himmel ist verheult und
melancholisch. Nur fern, wo seine
faulen Dünste platzen, Gießt grüner
Schein herab. Ganz diabolisch Gedunsen
sind die Häuser, graue Fratzen. V
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Sommerfrische

Der Himmel ist wie eine blaue
Qualle. Und rings sind Felder, grüne
Wiesenhügel - Friedliche Welt, du
große Mausefalle, Entkäm ich endlich
dir ... O hätt ich Flügel - Ma
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Die Schlacht bei Saarburg

Die Erde verschimmelt im Nebel. Der
Abend drückt wie Blei. Rings reißt
elektrisches Krachen Und wimmernd
bricht alles entzwei. Wie schlechte
Lumpen qualmen Die Dörf
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Lied der Sehnsucht des Kuno Kohn

Die Falten des Meeres platzen wie
Peitschen auf meiner Haut. Und die
Sterne des Meeres reißen mich
auf. Von schreienden Wunden ist der
Abend des Meeres Einsamen. Aber die
Liebenden
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Lied der Sehnsucht des Kuno Kohn

Die Falten des Meeres platzen wie
Peitschen auf meiner Haut. Und die
Sterne des Meeres reißen mich auf. Von
schreienden Wunden ist der Abend des
Meeres Einsamen. Aber die Liebenden fin
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Montag auf dem Kasernenhof

Die Hitze ist ganz klebrig an Gewehr und
Hand. Sie sticht die Augen aus. Kein
Ding blieb unbesonnt. Die Mannschaft
trieft, noch halb betrunken, in dem
Brand. Starr stehn die Unteroffiziere
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Abend

Die Häuser stehen steif an ihren
Gattern. Laß deine Augen, letzte
Spatzen, flattern. Schmeißfliegen
setzen sich auf dein Gesicht. Spürst,
Kuno, du die ewgen Mühlen nicht –
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Landschaft in der Frühe

Die Luft ist grau. Wer weiß was gegen
Ruß? Bei einem Ochsen, der am Boden
frißt, Steht staunend ein tiefernster
Hochtourist. Bald gibt es einen
kräftgen Regenguß. Ein Ju
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Das Konzert

Die nackten Stühle horchen
sonderbar Beängstigend und still, als
gäbe es Gefahr. Nur manche sind mit
einem Mensch bedeckt. Ein grünes
Fräulein sieht oft in ein Buch. Und
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Die Zeichen

Die Stunde rückt vor. Der Maulwurf
zieht um. Der Mond tritt wütend
hervor. Das Meer stürzt um. Das
Kind wird Greis. Die Tiere beten und
flehen. Den Bäumen i
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Ein Armer singt

Die waren feine Zeiten, als ich noch In
seidnen Socken ging und Unterhosen
hatte, Manchmal zehn Mark erübrigte,
um mir Ein Weib zu mieten, tags mich
langweilte Und Nacht für Nacht
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Punkt

Die wüsten Straßen fließen
lichterloh durch den erloschnen Kopf.
Und tun mir weh. Ich fühle deutlich,
daß ich bald vergeh - Dornrosen meines
Fleisches, stecht nicht so. Die N
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Etwa an einen blassen Neuklassiker

Du, früher August, fühlst dich jetzt
Helene. Dahin sind Hurenhuld und
Schiebetänze, Die Poesie Berliner
Äppelkähne Entschwand dir in dem Blau
der Griechenlenze. Die Zeiten ände
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Die Dämmerung

Ein dicker Junge spielt mit einem
Teich. Der Wind hat sich in einem Baum
gefangen. Der Himmel sieht verbummelt
aus und bleich, Als wäre ihm die
Schminke ausgegangen. Auf lan
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Die Dämmerung

Ein dicker Junge spielt mit einem
Teich. Der Wind hat sich in einem Baum
gefangen. Der Himmel sieht verbummelt
aus und bleich, Als wer ihm die Schminke
ausgegangen. Auf lange Krü
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Der Türke

Ein ganz und gar perverser Türke kaufte
sich Aus Trauer über den erst jüngst
erfolgten Tod Der fetten Fatme, seines
Lieblingsweibes, Bei seinem
Mädchenhändler zwei noch ziemlich gut
er
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Frühling

Ein gewisser Rudolf rief: Ich hab`
viel zu viel gegessen. Ob`s bekömmlich
ist sehr fraglich. Nach so fettem
Mittagessen Fühl` ich mich recht
unbehaglich. Doc
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Intérieur

Ein großer Raum - halbdunkel ...
Tödlich ... Ganz verwirrt
... Aufreizend! ... Zärtlich ...
Traumhaft ... Nischen, schwere
Türen Und weite Schatten, die in blaue
Winkel führen ... Und
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Die Plagiatoren

Ein jeder ist ein Teil vom Schicksal
andrer, Die vor ihm waren und die um
ihn gehen, Die auch nur einmal, eilge
Weiterwandrer, Den Weg ihm kreuzend,
flüchtig bei ihm stehen. Sie kom
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Sonntag

Ein Kaufmann geht mit Frau und Kind
spazieren. Schulbuben fahren um die
Wette Rad. Frau Sonne trocknet einen
Leichenkutscher. Ein Spieler setzt den
anderen schachmatt. Korrek
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Der Kavalier

Ein Kavalier ist unterwegs. Noch sind
ihm viele Mädchen Keks. Noch ist ein
Abend süß und lieb. Ein Kavalier ist
in Betrieb. Bei Tage scheint die Sonne
schön. Ein Kavalier
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Die Fahrt nach der Irrenanstalt II

Ein kleines Mädchen hockt mit einem
kleinen Bruder Bei einer umgestürzten
Wassertonne. In Fetzen, fressend liegt
ein Menschenluder Wie ein
Zigarrenstummel auf der gelben Sonne.
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Nebel

Ein Nebel hat die Welt so weich
zerstört. Blutlose Bäume lösen sich
in Rauch. Und Schatten schweben, wo man
Schreie hört. Brennende Biester
schwinden hin wie Hauch. Gefangne F
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Kientoppbildchen

Ein Städtchen liegt da wo im Land, Wie
üblich: altertümlich. Und Bäume
stehn am Straßenrand, Die wackeln
manchmal ziemlich. Und Kinder laufen
ungekämmt. Sie habe
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Kientoppbildchen

Ein Städtchen liegt da wo im Land, Wie
üblich: altertümlich. Und Bäume stehn
am Straßenrand, Die wackeln manchmal
ziemlich. Und Kinder laufen
ungekämmt. Sie haben nack
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Die Stadt

Ein weißer Vogel ist der große
Himmel. Hart unter ihn geduckt stiert
eine Stadt. Die Häuser sind halbtote
alte Leute. Griesgrämig glotzt ein
dünner Droschkenschimmel. Un
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Das Ende

Ein Windkloß überzieht wie weißer
Schwamm Die grüne Leiche der verlornen
Welt. Erfrorne Flüsse sind ein
Eisendamm, Der morsche Reste noch
zusammenhält. In einer kleinen Regenec
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Der Athlet

Einer ging in zerrissenen
Hausschuhen Hin und her durch das
kleine Zimmer, Das er bewohnte. Er
sann über die Geschehnisse, Von denen
in dem Abendblatt berichtet war. Und
gäh
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Prophezeiung

Einmal kommt - ich habe Zeichen
- Sterbesturm aus fernem
Norden. Überall stinkt es nach
Leichen. Es beginnt das große
Morden. Finster wird der
Himmelsklumpen, Sturmtod heb
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Unwetter

Erstarrter Mond steht
wächsern, Weißer
Schatten, Gestorbnes Gesicht, Über
mir und der matten Erde. Wirft grünes
Licht Wie ein Gewand, Ein
faltiges, Au
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Die fünf Marienlieder des Kuno Kohn

Erstes Lied: So viele Jahre sucht ich
dich, Maria - In Gärten, Stuben,
Städten und Gebirgen, In Buden,
Dirnen, in Theaterschulen, In
Krankenbetten und in Irrenzimmern, In
K
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Ärgerliches Mädchen

Es ist schon spät. Ich muß
verdienen. Aber die gehn heute alle
vorbei mit blasierten Mienen. Nicht
einen Glücksgroschen wolln sie mir
geben. Es ist ein jämmerliches
Leben. Komme
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Wüstes Schimpfen eines Wirtes

Es ist, um die Stühle durch die
Spiegelscheiben auf die Straße zu hauen
- Da sitz ich nun mit hochgezognen
Augenbrauen: Alle Gasthäuser sind
voll, Mein Gasthaus ist leer - Ist das
nicht
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Es war einmal

Es war einmal, es war einmal Ein
fahrender Scholar. Er hatte einen
Wuschelkopf Voll kupferrotem Haar. Und
bummelte sich durch die Welt Und hatte
keinen Pfennig Geld Und
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Sommerabend

Faltenlos sind alle Dinge, Wie
vergessen, leicht und matt. Heilighoch
spült grüner Himmel Stille Wasser an
die Stadt. Fensterschuster leuchten
gläsern. Bäckerläde
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Sommerabend

Faltenlos sind alle Dinge, Wie
vergessen, leicht und matt. Heilighoch
spült grüner Himmel Stille Wasser an
die Stadt. Fensterschuster leuchten
gläsern. Bäckerläden wart
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Die eigen schauenden Frauen

Frauen gibt es, Die so eigen
schauen Wenn sie mir vorüber
rauschen Die aus ihren
rätselblauen Augen gar so eigen
schauen, Die zu mir hinüber
tauschen Sonderbare, sch
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Einsamer Wächter

Ganz hinten sind Stadt und
Geliebte. Ich bin so verraten
allein. Ich falle langsam von
einem Auf das andere Bein. Rings
kreischen komische Türen. Ich greife
nach Dolch und Ge
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Beim Betrachten einer Menschenlunge in Spiritus

Ganz ohne Grauen frißt du täglich
totes Fleisch. Und totes Blut ist dir
ein süßer Saft. Erschrickst du nicht?
- Zwar haben deine frühsten Väter
auch Und ehe du erwachte
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Aschermittwoch

Gesten noch ging ich gepudert und
süchtig In der vielbunten tönenden
Welt. Heute ist alles schon lange
ersoffen. Hier ist ein Ding. Dort ist
ein Ding. Etwas sieht so aus.
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Aschermittwoch

Gestern noch ging ich gepudert und
süchtig In der vielbunten tönenden
Welt. Heute ist alles schon lange
ersoffen. Hier ist ein Ding. Dort
ist ein Ding. Etwas sieht s
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Mein Ende

Halbe Hände halten mein Schicksal. Wo
wird es sinken ... Meine Schritte sind
winzig wie die Schritte von
Fraun. Ein Abend hat alle Träume
verwüstet. Kein Schlaf fällt mir
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Liebeslied

Helle Länder sind deine
Augen. Vögelchen sind deine
Blicke, Zierliche Winke aus Tüchern
beim Abschied. In deinem Lächeln ruh
ich wie in spielenden Booten. Deine
kleinen G
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Soldatenlieder

I Gut ist und schön, ein Jahr Soldat
zu sein. Man lebt so länger. Und man
freut sich doch Mit jedem Funken Zeit,
den man dem Tod entreißt. Dies arme
Hirn, zerfetzt von St
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Ein Generalleutnant singt

Ich bin der Herr
Divisionskommandeur, Seine
Exzellenz. Ich habe erreicht, was
menschenmöglich ist. Ein schönes
Bewußtsein. Vor mir beugen das
Knie Hauptleute und Regimentsc
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Ein Generalleutnant singt

Ich bin der Herr
Divisionskommandeur, Seine
Exzellenz. Ich habe erreicht, was
menschenmöglich ist. Ein schönes
Bewußtsein. Vor mir beugen das
Knie Hauptleute und Regimentschefs,
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Gebet an die Menschen

Ich geh in den Tagen Wie ein Dieb. Und
niemand hört Mein Herz zu sich
klagen. Habt, bitte, Erbarmen. Habt
mich lieb. Ich hasse euch. Ich will
euch umarm
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Der Gerührte

Ich habe gern verlassen Den lauten Tod
der Stadt, Der tausend Fratzen
hat, Die gelbe Nacht der Gassen. Ich
schreite in den weiten, Silbrigen
Himmel ein: Die frommen Gli
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Ich!

Ich habe Schuhe ganz aus Lack Und eine
Krone in dem Schlips Und einen
hochfeudalen Frack Und manchmal einen
– Schwips Und hab ein Äuß’res
voller Schneid Und hab
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Die Wehmut

Ich hab’ einen Hass, einen grimmigen
Hass Und weiß doch selbst nicht recht
auf was. Ich bin so elend, so träge
und faul Wie ’n abgeschundner
Ackergaul. Ich hab’ einen bösen
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Lumpenlied eines Höhenmenschen

Ich hab’ gerad’ Lust, mir fällt’s
gerad’ ein, Damit ich’s Euch gleich
sage?. Ich will einmal recht ehrlich
sein. Bin’s doch nicht alle
Tage. So ehrlich sein, wie
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Komisches Lied

Ich hasse die farblose
Feinheit Erklügelter
Nervenkultur. Ich liebe die bunte
Gemeinheit der schamlosen, nackten
Natur. Ich liebe die wulstigen
Falten Um Augen mit br
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Karnevalstraum

Ich mach den Karneval sobald nicht
wieder mit. So schlimm ist mir mein
Lebtag nicht gewesen, Und solche
Träume hab ich nie geträumt: Auf
einem harten, kahlen Wege, der der
Stadt,
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Fern

Ich möchte in Nacht mich bergen, Nackt
und scheu, Und um die Glieder
Dunkelheit decken Und warmen Glanz
... Ich möchte weit hinter die Hügel
der Erde wandern – Tief hinte
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Romantische Fahrt

Im milden Himmel blinken tausend Sterne
– Die Landschaft leuchtet. Aus der
Wiesenferne Nähern sich langsam stumme
Marschkolonnen. Nur einmal löst sich
los – und steht versonnen –
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Die Operation

Im Sonnenlicht zerreißen Ärzte eine
Frau. Hier klafft der offne rote Leib.
Und schweres Blut Fließt, dunkler
Wein, in einen weißen Napf. Recht
gut Sieht man die rosarote Cyste.
Bleiern
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Der Sturm

Im Windbrand steht die Welt. Die Städte
knistern. Halloh, der Sturm, der große
Sturm ist da. Ein kleines Mädchen
fliegt von den Geschwistern. Ein junges
Auto flieht nach Ithaka.
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Der Sturm

Im Windbrand steht die Welt. Die Städte
knistern. Halloh, der Sturm, der große
Sturm ist da. Ein kleines Mädchen
fliegt von den Geschwistern. Ein junges
Auto flieht nach Ithaka.
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Winterabend

In gelben Fenstern trinken Schatten
heißen Tee. Sehnsüchtge wiegen sich
auf hartem Schimmerteiche. Arbeiter
finden eine sanfte
Damenleiche. Johlende Dunkle werfen
glimmend blauen Schnee.
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Winterabend

In gelben Fenstern trinken Schatten
heißen Tee. Sehnsüchtge wiegen sich
auf hartem Schimmerteiche. Arbeiter
finden eine sanfte Damenleiche. Johlende
Dunkle werfen glimmend blauen Schnee.
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Rückkehr des Dorfjungen

In meiner Jugend war die Welt ein
kleiner Teich, Großmutterchen und
rotes Dach, Gebrüll Von Ochsen und ein
Busch aus Bäumen. Und ringsumher die
große grüne Wiese. Wie sc
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Ruhe

In müden Kreisen schwebt ein kranker
Fisch In einem Tümpel, der auf
Gräsern liegt. Beim Himmel lehnt ein
Baum - verbrannt und krumm. Ja ...
die Familie sitzt um großen Tisch,
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Gebet vor der Schlacht

Inbrünstig singt die Mannschaft, jeder
für sich: Gott, behüte mich vor
Unglück, Vater, Sohn und heiliger
Geist, Daß mich nicht Granaten
treffen, Daß die Luder, unsre Feinde,
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Jetzt freilich

Jetzt freilich setzt ich meinen Strohhut
auf. Der Regen hat den Abend blau
gewaschen. Wie glüht die Welt! Ich
blicke fromm hinauf, Die Hände tief in
meinen Hosentaschen. Ma
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Jetzt tut man mir nichts mehr beim Militär

Jetzt tut man mir nichts mehr beim
Militär. Wer achtet noch auf mich. Man
hat sich längst gewöhnt An meine
sonderbaren Zivilistenaugen. Beim
Exerzieren bin ich halb im Traum Und a
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Wanderer im Abend

Kuno Kohn singt: Der staubige
Sonntag Liegt zerbrannt. Verkohlte
Kühle Bemuttert das Land. Verkommene
Sehnsucht Klafft weit wieder
auf. Träume und Tränen
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Mulias

Liebe gute
Bierkrakeeler: Schulbankdrücker,
Expennäler, Liebe Lehrer, liebe
Väter, Zimmerhocker,
Straßentreter, Freunde, Gäste,
Anverwandte, Geisteshelden, Unbekannte,
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Man hat mich glücklich eingesperrt...

Man hat mich glücklich
eingesperrt, Dran ist mir nichts
gelegen, Und für total verrückt
erklärt Des Dichtens nämlich
wegen. Denn erstens dicht’ ich
unerlaubt, G
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Der Angetrunkene

Man muß sich so sehr hüten, daß man
nicht Ohn jeden Anlaß aufbrüllt wie
ein Tier. Daß man der ganzen
Kellnerschaft Gesicht Nicht kurz und
klein haut, übergießt mit Bier.
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Der Angetrunkene

Man muß sich so sehr hüten, daß man
nichtOhn jeden Anlaß aufbrüllt wie ein
Tier.Daß man der ganzen Kellnerschaft
GesichtNicht kurz und klein haut,
übergießt mit Bier.Daß m
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Der Sohn

Mutter, halte mich nicht, Mutter, dein
Streicheln tut weh, Sieh durch mein
Gesicht, Wie ich glüh und vergeh. Gib
den letzten Kuss. Lass mich
frei. Schick mir Gebete nach.
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Kriegers Sehnsucht

Möchte in meinem Bett Liegen im
weißen Hemd, Wünschte, der Bart wäre
weg, Der Kopf gekämmt. Die Finger
wären rein, Die Nägel dazu, Du,
meine weiche Frau,
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Der Traurige

Nein, dies Leben faß ich nicht mehr
an. Mag man mich für närrisch halten
- Heute geh ich nicht ins
Gasthaus. Müde bin ich längst der
Kellnerkerle, Die uns mit blasierten
Fratzen
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Gesänge an Berlin

O du Berlin, du bunter Stein, du
Biest. Du wirfst mich mit Laternen wie
mit Kletten. Ach, wenn man nachts durch
deine Lichter fließt Den Weibern nach,
den seidenen, den fetten. S
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Mondlandschaft

Oben brennt das gelbe
Mutterauge. Überall liegt Nacht wie
blaues Tuch. Fraglos ist, daß ich
jetzt Atem sauge. Ich bin nur ein
kleines Bilderbuch. Häuser fangen
Träume bun
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Schwärmerei

Paul sagte: Ach, wer doch ewig Auto
fahren könnte - Wir bohren uns durch
hochgestielte Wälder, Wir überholen
Flächen, die sich endlos schienen. Wir
überfahren den Wind u
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Überfall

Schon Untergang - Das war aber schnell
... Kaum Spur von Aufgang - - Ich
bin über die Welt gewachsen. Ich bin
der Allgott geworden Und furchtbar
wach. Und jetz
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Mädchen

Sie halten den Abend der Stuben nicht
aus. Sie schleichen in tiefe
Sternstraßen hinaus. Wie weich ist die
Welt im Laternenwind! Wie seltsam
summend das Leben zerrinnt.. Sie
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Mädchen

Sie halten den Abend der Stuben nicht
aus. Sie schleichen in tiefe
Sternstraßen hinaus. Wie weich ist die
Welt im Laternenwind! Wie seltsam
summend das Leben zerrinnt . . . Sie l
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Vergnügtes Mädchen

Sieh doch, so ein feines Luder. Diesmal
hatt’ ich wirklich Schwein. Sein
Gesicht ist weiß wie Puder... Louis,
nimm ihn...Laß mich sein... Wird
sich noch ein Bein ausrenke
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Der Volkston

So lebt man nun sein Leben hin In
grauem Alltagskleid. Und trachtet nur
nach Geldgewinn Und bringt es doch
nicht weit... Nur’s Nötigste, wenn
viel gelingt, Man grade noch e
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Der Barbier des Hugo von Hofmannsthal

So steh ich nun die trüben
Wintertage Von früh bis spät und
seife Köpfe ein, Rasiere sie und pudre
sie und sage Gleichgültge Worte,
dumme, Spielerein. Die meisten Köpfe
sind ga
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Capriccio

So will ich sterben: Dunkel ist es. Und
es hat geregnet. Doch du spürst nicht
mehr den Druck der Wolken, Die da
hinten noch den Himmel hüllen In
sanften Sammet. Alle Straße
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Kunos Nachtlied

Täglich, wenn es so sehr dunkelt, Daß
ich nicht mehr lesen kann, Lauf ich
singend auf die Straße, Sehe jedes
Mädchen an... Ob vielleicht – wer
will das wissen –
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Wellenschwer

Tönt das Meer Wie Wind im Bergwald So
wellig und hehr Und so
düster... Kein Stern. Nur dunkle
Wolken Und fern Ein Strahl vom Mond ?
- Vo
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Der Bureaukrat

Um 8 sitzt er am Kaffeetisch, Bleibt
bis halb 9 zu Hause. Um 9 Uhr kommt er
ins Bureau, Um 10 Uhr macht er
Pause. Um 11 holt er sein Leibblatt
vor, Um 12 Uhr macht er
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Bleicher Schattenschleicher

Umschwirrt von tausend trunknen
Schmetterlingen, Die mit wunden
Flügelpaaren Kleine leise Lieder
singen Glühen in den stummen
Straßen Weiße Ampeln müd und
kalt Sprühen n
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Kein Mensch versteht mich

Verdrossen steh ich
Am Straßenrand
Und fange Regentropfen
In hohler Hand.

Mein Blick liegt blöde,
so seelenleer
Als ob er ehegestern
Gestorben wär.
Das Vorstadtkabarett

Verschweißte Kellnerköpfe ragen in dem
Saal Wie Säulenspitzen hoch und
übermächtig. Verlauste Burschen
kichern niederträchtig, Und helle
Mädchen blicken hübsch brutal.
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Die Siechenden

Verschüttet ist unser
Sterbegesicht Von Abend und Schmerzen
und Lampenlicht. Wir sitzen am
Fenster und sinken hinaus, Fern schielt
noch Tag auf ein graues Haus. Unse
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Die Nacht

Verträumte Polizisten watscheln bei
Laternen. Zerbrochne Bettler meckern,
wenn sie Leute ahnen. An manchen Ecken
stottern starke Straßenbahnen, Und
sanfte Autodroschken fallen zu den Ster
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Die Nacht

Verträumte Polizisten watscheln bei
Laternen. Zerbrochne Bettler meckern,
wenn sie Leute ahnen. An manchen Ecken
stottern starke Straßenbahnen, Und
sanfte Autodroschken fallen zu den
Sternen
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Straßen

Viel Himmel liegt auf allen
singenden Einsamen Straßen im
Laternenscheine. Ich schwing im Winde
über graue Steine, Die spiegeln meinen
Schritt, den klingenden. Ich spüre a
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In der Lungenheilstätte

Viele kranke Leute gehen in den
Gärten Her und hin und liegen in den
Hallen. Die die Kränksten sind,
verfiebern Alle armen Tage in dem
heißen Grab der Betten. Ach, katholis
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Winter

Von einer Brücke schreit vergrämt ein
Hund. Zum Himmel... der wie alter
grauer Stein Auf fernen Häusern steht.
Und wie ein Tau Aus Teer liegt auf dem
Schnee ein toter Fluß.
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Der Winter

Von einer Brücke schreit vergrämt ein
Hund Zum Himmel ... der wie alter
grauer Stein Auf fernen Häusern steht.
Und wie ein Tau Aus Teer liegt auf dem
Schnee ein toter Fluß.
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Abschied (II)

Vorm Sterben mache ich noch mein
Gedicht. Still, Kameraden, stört mich
nicht. Wir ziehn zum Krieg. Der Tod
ist unser Kitt. O, heulte mir doch die
Geliebte nit. Was l
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Angst

Wald und Flur liegt tot in Schutt und
Scherben. Himmel klebt an Städten wie
ein Gas. Alle Menschen müssen
sterben. Glück und Glas, wie bald
bricht das. Stunden rinnen matt
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Gegen Morgen

Was kümmern mich die flinken
Zeitungsjungen. Mich ängstet nicht das
Nahen verspäteter Autotiere. Ich ruhe
auf meinen schreitenden
Beinen. Verregnet ist mein
Gesicht. Grün
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Der Entleibte

Weiß lieg ich Auf einem Rest von einem
Rummelplatz Zwischen zackigen Bauten
- Brennende Blume ... leuchtender See
... Zehen und Hände Streben ins
Leere. Sehns
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Träume nur

Wenn verschwunden Der
blutroten Abendwunden Sonne
Spur. Wenn die
grauen Dämmernebel Niederbrauen Auf
die Flur. Wenn frostkalte Win
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Landschaft

Wie alte Knochen liegen in dem Topf Des
Mittags die verfluchten Straßen
da. Schon lange ist es her, daß ich
dich sah. Ein Junge zupft ein Mädchen
an dem Zopf. Und ein paar
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Landschaft

Wie alte Knochen liegen in dem Topf Des
Mittags die verfluchten Straßen
da. Schon lange ist es her, daß ich
dich sah. Ein Junge zupft ein Mädchen
an dem Zopf. Und ein paar Hund
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Vornehmer Morgen

Wie ewger Sonntag sieht die Straße
aus. Leichthin lehnt Gartenhaus an
Gartenhaus. Chauffeure radeln
herrschaftlich vorbei. Drei feine
Bürger gleiten still entlang. Kühl
fliegt aus
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Abschied

Wohl war ganz schön, ein Jahr Soldat zu
sein. Doch schöner ist, sich wieder
frei zu fühlen. Es gab genug
Verkommenheit und Pein In diesen
unbarmherzgen Menschenmühlen. Se
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Die Granate

Zuerst ein heller knapper
Paukenschlag, Ein Knall und Platzen in
den blauen Tag. Dann ein Geräusch, wie
wenn Raketen steigen. Auf
Eisenschienen. Angst und langes
Schweigen. Da plöt
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An Frida

Zwischen uns sind Wände
Trennung. Spinn-Netze
Sonderbares. Doch oft fliege ich schmal
in meiner sinkenden, Händeringenden
Stube, ein blutender Piepmatz. Wärst
du da. Ich bi
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