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Gedichte - Andreas Gryphius


Auff den Sontag deß Sanftmütigen Königs

...Oder den I. der Zukunfft Christi
Matth. 21 Kom König/ kom den offt dein
Zion hat begehret! Kom Davids Kind vnd
Herr/ Gott/ Helffer in der Noth Vnd
zarter Menschen Sohn! Reiß auß d
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Auff den Sontag deß wider erscheinenden Richters

...Oder den II. der Zukunfft Christi/
Luc. 21 Schau`t schau`t ihr Völcker
schau`t/ die schweren
Wunder-Zeichen! Das grosse Firmament/
der Himmel Krafft zubricht/ Der Monden
steht in Bl
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Grabschrift Marianae Gryphiae

Brudern Pauli Töchterlein Geboren in
der Flucht, umringt mit Schwert und
Brand, Schier in dem Rauch erstickt, der
Mutter herbes Pfand, Des Vatern höchste
Furcht, die an das Lic
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Auf den letzten December

Das alte Jahr ist hin! Wir Menschen mit
dem Jahr/ Noch nehmen wir der Zeitt und
Jahre nimmer wahr/ Wie komts daß wir
nicht sehn daß hir nichts könne
stehn Was zeitlich/ in dem selbst die Ze
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Ebenbild unseres Lebens

Der Mensch, das Spiel der Zeit, spielt,
weil er allhie lebt im Schauplatz dieser
Welt; er sitzt, und doch nicht
feste. Der steigt, und jener fällt, der
suchet die Paläste und der ein schlech
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Abend

Der schnelle Tag ist hin / die Nacht
schwingt ihre Fahn / Und führt die
Sternen auff. Der Menschen müde
Scharen Verlassen Feld und Werck / wo
Thir und Vögel waren Traurt itzt die
Einsamkeit
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Widmung

Der WolEdlen/ Gestrengen/ Ehr- vnd
Tugentsamen Frawen EVÆ gebohrnen
Pezoltin/ Frawen auff Schönborn vnd
Zissendorff. So wol auch Denen Ehrbaren/
vnd Vieltugendsamen Frawen MARIÆ
Rißmannin/
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Morgen Sonnet

Die ewig helle Schar will nun ihr Licht
verschlissen, Diane steht erblaßt; die
Morgenröthe lacht Den grauen Himmel an,
der sanfte Wind erwacht Und reizt das
Federvolk, den neuen Tag zu grü
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Es ist alles eitel

Du siehst, wohin du siehst, nur
Eitelkeit auf Erden. Was dieser heute
baut, reißt jener morgen ein; Wo
jetzund Städte stehn, wird eine Wiese
sein, Auf der ein Schäferskind wird
spielen mit
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An den Hoch-Edlen Gestrengen...

Ihr Nordstern letzter Zeit / des
Vaterlandes Stütze: Die einig noch
nicht bricht / nun Kirch und Hauß
verfällt Den Ach und Noth nicht pocht.
0 unerschreckter Held An dem man einig
siht wie
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Einsamkeit

In dieser Einsamkeit, der mehr denn
öden Wüsten, Gestreckt auf wildes
Kraut, an die bemooste See: Beschau ich
jenes Tal und dieser Felsen Höh`, Auf
welchem Eulen nur und stille Vögel
niste
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Am Ende

Jedoch was klag ich dir? Dir ist mein
Leid erkannt. Was will ich dir
entdecken, Was du viel besser
weißt: Die Schmerzen, die mich
schrecken, Die Wehmut, die mich
beißt, Und
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Kein Freud ist ohne Schmerz...

Kein Freud ist ohne Schmerz, kein
Wollust ohne Klagen, Kein Stand, kein
Ort, kein Mensch ist seines Kreuzes
frei. Wo schöne Rosen blühn, stehn
scharfe Dorn dabei, Wer außen lacht,
hat oft i
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Auff den Tag Nicolai

Matth. 25. Avff! steckt die Lichter an!
vmbgürttet eure Lenden Das/ wenn der
Herr kommt man alsbald auff thu O selig!
die er nicht auß fauler Ruh Wird in die
grausam Angst der s
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Auff den Tag deß Apostels Andreæ

Matth. 4. Es fahre was mich hält! es
fahre Schiff vnd Netze! Es fahre Gunst
vnd Ruhm! es fahre Pracht vnd Geld! Es
fahre Schein vnd Ehr! es fahre/ was die
Welt Hoch/ Groß vnd he
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Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht die mir die
Zeit genommen / Mein sind die Jahre
nicht / die etwa möchten kommen Der
Augenblick ist mein / und nehm` ich den
in acht So ist der mein / der Jahr und
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Thränen in schwerer Krankheit

Mir ist, ich weiß nicht wie, ich seufze
für und für. Ich weine Tag und Nacht;
ich sitz` in tausend Schmerzen; Und
tausend fürcht` ich noch; die Kraft in
meinem Herzen Verschwindt, der Geis
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Über die Geburt Jesu

Nacht, mehr denn lichte Nacht! Nacht,
Lichter als der Tag! Nacht, heller als
die Sonn, in der das Licht geboren, Das
Gott, der Licht, in Licht wohnhaftig,
ihm erkoren! O Nacht, die alle Nächt
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An Gott den Heiligen Geist

O Fewer wahrer lieb! O brun der gutten
gaben! O Meister aller kunst! O Höchste
Heilikeit! O dreymall grosser Gott! O
lust die alles leid Vertreibt! O keusche
taub! O furcht der Hellen raben!
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Ungereimtes Sonnett

Ob gleich Cloridalis auf ihre
Marmor-Kugeln, Die, wie ein ieder sagt,
der Himmel selbst gewölbt, Und auf ihr
Angesicht, das Sternen gleichet,
trozt, Ob schon, wie sie vermeynt, des
Paris gold
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An den gecreutzigten Jesum

VI. Hir wil ich gantz nicht weg! laß
alle Schwerdter klingen! Greiff Spiß
und Sebel an! brauch aller Waffen
Macht Vnd Flamm’ / und was die Welt
für unerträglich acht. Mich s
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An eine Geschminckte

Was ist an Euch/ das Ihr Ewr eigen
möget nennen? Die Zähne sind durch
Kunst in leeren Mund gebracht; Euch
hat der Schmincke dunst das Antlitz
schöngemacht/ Daß Ihr tragt frembdes H
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Menschliches Elende

Was sind wir Menschen doch! Ein Wohnhaus
grimmer Schmerzen. Ein Ball des falschen
Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit, Ein
Schauplatz herber Angst, besetzt mit
scharfem Leid. Ein bald verschmelz
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Thränen des Vaterlandes

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn
ganz verheeret! Der frechen Völker
Schar, die rasende Posaun Das vom Blut
fette Schwert, die donnernde
Karthaun Hat aller Schweiß, und Fleiß,
und Vo
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Wir sind doch nunmehr ganz...

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn
ganz verheeret! Der frechen Völker
Schar, die rasende Posaun Das vom Blut
fette Schwert, die donnernde
Karthaun Hat aller Schweiß, und Fleiß,
und Vo
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An den gefangenen Dicaeus

XI Der Mutter enger Leib hilt erstlich
dich gefangen / Als deine Seele ward in
Fleisch und Bein verstrickt; So bald du
dises Licht / das süsse Licht erblickt
/ Bist du in neue Ba
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An Cleandrum

XL. Du fragst / wie Bibulus die Zeit zu
Rom vertreibe? Er sucht kein’ alte
Schrifft / noch Bild / noch Buch / wie
du Er kümmert sich nicht vil / was man
zu Hofe thu / Er fragt
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Als Er aus Rom geschidn

XLI. Ade! Begriff der Welt! Stadt der
nichts gleich gewesen / Vnd nichts zu
gleichen ist / in der man alles siht Was
zwischen Ost und West / und Nord und
Suden blüht. Was die Nat
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An Callirhoen

XLI. Wie kompts Callirhoe? was mag die
Vrsach seyn / Daß du mich gestern hast
so traurig angeblicket: Wie daß du alle
Lust und Freundligkeit verschicket? War
meine Gegenwart ein
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An die Welt

XLIX. Mein offt bestürmbtes Schiff der
grimmen Winde-Spil Der frechen Wellen
Baal / das schir die Flutt getrennet
/ Das über Klipp auf Klipp und Schaum
und Sandt gerennet / Komt
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An die Freunde

XLVI. Gehabt euch alle wol O Erden gute
Nacht! Ihr Himmel, ich vergeh! umbsonst
hat meine Wunden / Mit so vil wehrtem
Fleiß Callirhoe verbunden! Man hat
umbsonst an mich / so lib
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An die umbstehenden Freunde

XLVII. Ihr Libsten / die ihr mich das
Wohn-Hauß grimmer Noth / Den
abgezehrten Leib / und die verdorrten
Hände / Diß sterbende Gesicht / und
mein betrübtes Ende / Mit nassen A
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An eben denselben

XX. Der Himmel hat auff mich
gewüttet. Er hat mich mehr denn hoch
betrübt Vnd alles / was mein Hertz
gelibt Mit Erden / in der Grufft
beschüttet / Er hat im Elend
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An einen unschuldig Leidenden

XXXIV. Ein Brand-Pfall und ein Rad /
Pech / Folter / Bley und Zangen / Strick
/ Messer / Hacken / Beill / ein
Holtzstoß und ein Schwerdt Vnd sidend
Oel / und Bley / ein Spiß / ein gl
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An eine Jungfrau

XXXV. Ob zwar eur eigen Lob hir gar
nicht ist zu schauen / So nemt doch von
mir an / was diser Feder Pflicht Vnd
meine Pieris hat andern auffgericht
/ Die ihr nur übertrefft / O
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An die Sternen

XXXVI. Ihr Lichter / die ich nicht auff
Erden satt kann schauen / Ihr Fackeln /
die ihr Nacht und schwartze Wolcken
trennt Als Diamante spilt / und ohn
Auffhören brennt; Ihr Blum
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An den vortrefflichen Philosophum und Mathematicum

XXXVI. O Dantzig! wil der Zorn der
Deutschland gantz verzehret So rasend
auff dich zu? wil der / der alle
richt Durch seiner Blitzen Glutt / die
Thron’ und Krone bricht / So sch
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