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Gedichte - Angelus Silesius


Das Brot ernährt dich nicht

Das Brot ernährt dich nicht:
Was dich im Brote speist;
Ist Gottes ew`ges Wort,
Ist Leben und ist Geist.
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Der Mensch

Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein:
Er kann, nach dem er`s macht, Gott oder Teufel sein.
Das Wesen Gottes macht

Das Wesen Gottes macht,
sich keinem Ding gemein,
Und muß notwendig doch,
auch in den Teufel sein.
Daß Gott gekreuzigt wird...

Daß Gott gekreuzigt wird, daß man ihn
kann verwunden! Daß er die Schmach
verträgt, die man ihm angetan! Daß er
solche Angst aussteht! und daß er
sterben kann! Verwundre dich nicht! die
L
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Der Himmel senket sich

Der Himmel senket sich,
er kommt und wird zur Erden.
Wann steigt die Erd´empor
und wird zum Himmel werden?
Cherubinischer Wandersmann

Der Mensch ist Ewigkeit Ich selbst bin
Ewigkeit, wenn ich die Zeit verlasse Und
mich in Gott und Gott in mich
zusammenfasse. Die Zeit ist
Ewigkeit Zeit ist wie Ewigk
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Nichts ist ihm selber

Der Regen fällt nicht ihm, die Sonne scheint nicht ihr,
Du auch bist anderen geschaffen und nicht dir.
Gewinn ist Verlust

Der Reiche dieser Welt, was hat er für Gewinn?
Daß er muß mit Verlust von seinem Reichtum ziehn.
Der Vogel in der Luft

Der Vogel in der Luft,
der Stein ruht auf dem Land.
Im Wasser lebt der Fische,
mein Geist in Gottes Hand.
Die geistlichen Jahreszeiten

Der Winter ist die Sünd, die Buße Frühlingszeit,
Der Sommer Gnadenstand, der Herbst Vollkommenheit.
Die Liebe, wenn sie neu...

Die Liebe, wenn sie neu,
braust wie ein junger Wein;
je mehr sie alt und klar,
je stiller wird sie sein.
Ach, wann kommt die Zeit heran...

Die Psyche ruft aus Verlangen ihrem
Geliebten 1 Ach, wann kommt die Zeit
heran, Daß ich werde schauen an Meinen
liebsten Jesum Christ, Der mein Lieb und
Leben
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Die geheime Rose.

Die Ros‘ ist meine Seel / der Dorn
des Fleischeslust / Der Frühling Gottes
Gunst / sein Zorn ist Kält und
Frost: Ihr Blühn ist gutes tun / den
Dorn ihr Fleisch nicht achte
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Die Welt ist mir zu eng

Die Welt ist mir zu eng,
der Himmel ist zu klein:
Wo wird denn noch ein Raum,
für meine Seele sein?
Dein Kerker bist du selbst

Die Welt, die hält dich nicht, du selber bist die Welt,
Die dich in dir mit dir so stark gefangen hält.
Die Gleichheit

Ich weiß nicht, was ich soll; es ist mir alles ein:
Ort, Unort, Ewigkeit, Zeit, Nacht, Tag, Freud und Pein.
Die Welt ist im Frühling gemacht

Im Frühling ward die Welt verneut und wiederbracht,
Drum sagst du recht, daß sie im Frühling ist gemacht.
Im Winter ist man tot

Im Winter ist man tot, im Frühling steht man auf,
Im Sommer und im Herbst verbringt man seinen Lauf.
An der Krippe

Kleiner Knabe, großer Gott, schönste
Blume, weiß und rot, von Maria
neugeboren, unter tausend
auserkoren, allerliebstes
Jesulein, lasse mich dein Diener
sein! Nimm
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Komm, schau her Jungfrau Kind

Komm, schau her Jungfrau Kind,
dann siehst du in der Wiegen,
den Himmel und die Erd´,
und hundert Welten liegen.
Die Unruh kombt von dir

Nichts ist das dich bewegt / du selber bist das Rad /
Das auß sich selbsten laufft / und keine Ruhe hat.
Träufelt ihr Himmel

Träufelt ihr Himmel, gebt uns im Regen,
den Herrn der Gerechtigkeit, unsere Zier.
Öffne dich Erde mit neuem Bewegen,
bring uns den Heiland der Menschen herfür.