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Gedichte - Anna Louisa Karsch


Recept wider böse Weiber

-Eine Romanze- Ein armer Ehegatte, Der
ohne seine Schuld Die Höll` auf Erden
hatte, Ward endlich der Geduld Nach
langen Jahren müde, Und schaffte
schnell und
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An den Dohmherrn von Rochow

als er gesagt hatte, die Liebe müsse
sie gelehrt haben, so schöne Verse zu
machen. Kenner von dem saphischen
Gesange! Unter deinem weissen
Überhange Klopft ein Herze, vo
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Über die Winterlustbarkeiten in Berlin

An den Freyherrn von A. aus Cöthen Du,
dessen Auge nichts verräth Vom Stolze,
den so manche Brust bewirthet, Durch
Ordensbänder aufgebläht, Womit sie
ward umgürtet.
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Mein Herz und ich

Deckt noch der Schlaf dein Auge zu, Mein
Liebster? O, um süßer dich zu
denken, Laß ich die Trunkenmacherin,
die Ruh, Aus ihrem Kelch mich minder
tränken. Du wachst vielleicht
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Lob der schwarzen Kirschen

Des Weinstocks Saftgewächse ward Von
tausend Dichtern laut erhoben; Warum
will denn nach Sängerart Kein
Mensch die Kirsche loben? O die
karfunkelfarbne Frucht In reife
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An einen Ingenieur, Liebhaber der Phyllis

Du kennst den Grund der
Festungswerke. Mit einem Blicke messest
du Der Schanzen und der Mauern
Stärke; Doch meine Muse ruft dir zu: So
wahr, als Friedrich
unvergessen Bewundert wi
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An Herrn Uz

Du, der, vom Weine berauscht, die Lust
der Erde besungen, Mir gab Apollo kein
lyrisches Spiel Bespannt mit Saiten von
Gold, doch sind mir Lieder
gelungen, Süßklingend sang ich der
Seele Gef
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Der Skorpion, die Schildkröte und die Gans

Eine Traumfabel. Am weidenreichen
Spreegestade, Wo die gesicherte
Najade Ihr lockigt Haupt noch stolzer
trug, Seitdem in Sachsenland Held
Heinrich Feinde schlug; Am Spreeges
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Neujahrswunsch an den Rinderhirten

Geliebter Freund! des höchsten
Güte Schenkt abermal ein neues
Jahr, Drum bringt dir mein erfreut
Gemüthe Die Pflicht ergebner Wünsche
dar. Wenn Zeiten, Tag und Jahre
schwinden,
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Das Harz-Moos

Gott zeigt in seiner
Schöpfung-Werke, Sich über unserm
Haupt, sich auf der Erde groß; Er gab
der Sonne Glut, er gab dem Löwen
Stärke, Und bildete das kleinste
Moos, Das an dem Harzb
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Belloisens Lebenslauf

Ich ward geboren ohne feierliche
Bitte Des Kirchspiels, ohne
Priesterflehn Hab ich in strohbedeckter
Hütte Das erste Tageslicht
gesehn, Wuchs unter Lämmerchen und
Tauben Und Zieg
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Der Liebhaberhut

In einer weltbekannten Stadt, Die rare
Kaufmannswaaren Und wunderschöne Weiber
hat, Kam schnell ein Mann gefahren, Eh
sich`s sein Weibchen vorgestellt, Und
voller Furcht und Schre
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Arie

In Schwiebus 1742 Vergnügte
Einsamkeit! du bist die Ruhe, So meine
stille Brust sich längst erwählet, Was
ich hier unternehm, gedenk und thue, Das
wird der Weltcensur n
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An ihren verstorbenen Oheim

Kommt heraufgestiegen aus dem Sande Ihr
Gebeine, die ihr in dem Lande Meiner
Jugend eure Ruhe habt! Teurer Greis,
belebe deine Glieder, Und ihr Lippen
redet einmal wieder, Die ihr
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An Denselben

Milon, gestern war ich selig, Wie ein
Sonnenbürger ist: Ach mein Auge hat
unzählig Diese Stirne sanft
geküßt, Die der Mahler kaum so
göttlich Mahlen wird, als du sie hast.
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Tag des Schreckens in Glogau

Mit einer ihren Gram erzählenden
Gebärde Wirft Glogau noch den Blick zur
Erde, Und ist an Schutt und Klagen
reich. Der Fremdling siehet noch den
Staub vom Heiligthume, Und wird, der Me
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Elegie auf die Geduld

Nein länger kann ichs nicht
ertragen, Das ist zu viel, ist gar zu
schwer, Das müßte mich zu Boden
schlagen, Wenn ich die Stärke selber
wär. Ich habe die Geduld verloren,
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An Gleminden, nach einem Ungewitter

Nicht von den Flügeln starker
Winde Heraufgebracht, kam es daher, Das
Ungewitter, o Gleminde! Es wälzte sich
herauf, so fürchterlich, so schwer, Als
wenn in großen Menschenkriegen
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Über die Begierde des Säuglings

Ob Weizen reift zu Semmel oder
Kuchen, Darüber sorgt der Säugling
nicht, Der einen Busen weiß zu
suchen, Und lallend mit der Amme
spricht. Er bittet nicht um Regen oder
helle
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An den Wein

Wein! ich möchte dich bald haßen, Ich
bin deiner Allmacht feind, Denn du
willst mir meinen Freund Immer nicht vom
Becher lassen. Du bist meiner Freuden
Dieb, Könnt ich dich doch
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Über den Aktien-Handel

Wer Geld besitzt, dem drohen Diebe,
Er schlummert nie in Sicherheit,
Viel sichrer schläft die Zärtlichkeit
Bei Aktien der Liebe.
Eine Satire auf die Verfassung von Schlesien

während der Kaiserlichen
Regierung. 1740. Als Friedrichs große
Macht in Schlesien marschiret, Da bin
ich gleichfalls mit als Volontair
passiret: Mich trieb der Vorwitz und die

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An Milon

Zanken will ich nicht und klagen, Aber
eins muß ich dir sagen: Du, der du mein
Herz gewannst, Milon, der du mich
bewirthen Durch ein freundlich Lächeln
kannst, Du verschmähtest
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