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Gedichte - August Corrodi


Die kleine Anna

Anna. Ach, wie bin ich doch so
klein! Möcht’ so gerne größer
sein! Alle Kinder treiben Spaß Mit
mir unten auf der Gaß. Lieber bleibe
ich zu Haus, Und ge
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Irrlicht. Romanze

Es rauscht und braust der dunkle
Wald, die Nacht ist so schwarz, die
Nacht ist so kalt, da reiten zwei
Liebste über die Haide, die sind
verirret, alle Beide! Mein Lieb, dort
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Der zornige Jakob

Im Zorn warf Jakob einen Stein Dem
Bruder nach, und traf sein Bein; Der
mußte gleich zu Boden sinken, Und kann
jetzt nicht mehr geh’n, nur
hinken. Das ist dem Jakob herzlich
leid,
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Die Uhr

Kannst du denn nicht schneller
gehen? Willst auch gar nicht mich
verstehen, Rief mit zorniger
Geberde Jenes Kind. Daß Abend
werde Auf der Stell’, ist sein
Verlangen; Doch,
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Herbstnebel

Kein Fünklein Sonne, kein Pünktlein
Blau! Der Himmel ein Bildniss grau in
grau, die Erde kalt und öd` und
todt, o
Himmeltausendschwerenoth! Was ist in
diesem Jammer drinne
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Der Zahn

Kind. Ach, wie kannst du mich denn
plagen, Böser Zahn, und doch nicht
wagen Darf ich’s, dich
herauszureißen, Muß den Arzt noch
kommen heißen. Zahn.
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Der Sonntag

Kind. Die ganze Woche freu’ ich
mich, Du guter Sonntag nur auf
dich; Ich darf mein schönes Kleid dann
tragen, Und das hat viel bei mir zu
sagen. Sonntag.
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Der Spiegel

Kind. Du bist ein böser Spiegel,
du! Ich komme dir so nahe zu, Und
häßlicher nur zeigst du
mich. Wart’, Spiegel, ich zerbreche
dich! Spiegel.
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Die Sonne

Kind. Du bist eine liebe
Sonne, Aller Menschen Freud und
Wonne, Solltest dich uns immer
zeigen, Niemals hinter Berge
neigen, Niemals ins Gewölk
verstecken, Al
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Die Ameise

Kind. Hast da eine schwere
Last, Ist gewiß noch größer
fast, Als du selbst, du kleines
Thier, Mußt dabei erliegen
schier. Laß mich sie ein wenig
tragen, O
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Das Gärtlein

Kind. Ich komm, euch zu
begießen, Ihr Blümchen, roth und
blau; Der milde Himmelsthau Will nicht
hernieder fließen. Blümchen.
Dank für dei
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Der Apfelkern

Kind. Ich steckte dich da in die
Erden, Du solltest mir ein Bäumchen
werden, Und Aepfel bringen, gelb und
roth; Doch thu’st du noch, als
sei’st du todt. Das, Ker
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Der Frühling

Kind. Ich wartete schon lang’ auf
dich, Es fror mich gar so
jämmerlich. Willkommen, schöne
Frühlingszeit, Du bringest Wärme mit
und Freud’! Frühling.
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Die Stecknadel

Kind. Komm geschwind in meinen
Mund, Kann dich dann bequemer
nehmen, Müßte ja der Furcht mich
schämen, Stichst mich so ja gar nicht
wund! Nadel.
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Das Wasserrädchen

Kind. Lustig, lustig, Rädchen,
laufe! Daß ich auch brav Mehl
verkaufe, Wasser mußt genug du
haben, Hat so viel da hier im
Graben. (Es gießt so viel Wasser
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Der Herbst

Kind. Mein lieber Herbst, ich soll
dir sagen, Der Sommer hab’ auch
Frucht getragen, Und gute Frucht; was
bringst du denn, Das ich so süß wie
Kirschen nenn’?
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Die Sterne

Kind. O wie oft und o wie
gerne Seh’ ich euch, ihr gold’nen
Sterne. Möcht’ euch gerne bei mir
haben, Um mich recht an euch zu
laben. Sterne.
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Die Quelle

Kind. O, wie sprudelst du so
helle, Lang gewünschte
Wasserquelle! Laß geschwind mich von
dir trinken, Sonst muß ich
zusammensinken; Ist mir doch so heiß
und schwe
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Die Münze

Kind. Was thust du denn im Staube
hier, Du glänzend Ding? komm her zu
mir; Man könnte dich ja ganz
verscharren, Ich will dich lieber
aufbewahren. Münze.
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Der Namenstag

Kinder. Lieber Vater, sieh, wir
bringen Dir hier was zum Namenstag. O,
daß es dich freuen mag! Auch ein
Liedchen laßt uns singen: (Die
Kinder singen.)
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Der Mond

Knabe. Mond, wie sonderbar bist
du, Nimmst bald ab und nimmst bald
zu. Seh’ dich oft in vollem
Glanz, Und dann wieder dunkel
ganz. Mond. Kan
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Das Röslein

Knabe. Wollte dich so gerne
brechen, Und jetzt kannst du mich noch
stechen, Röslein, das ist gar nicht
schön, So läßt man dich lieber
steh’n. Röslein.
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An Louise von C.

Mir war als wehte der Maienschein über
die Wälder wieder, und der
Lerchenlieder goldenrein jubelten
selig hernieder. Mir war, als wollten
auf der Au die Blumen wied
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Die Kirschen

Mutter. Hast du, Kind, es denn
vergessen, Was ich sagte, und
gegessen Von der ganz unreifen
Frucht? Sprich, wo hast du sie
gesucht? Kind. Nein
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Morgengruss

Noch schläft der blühende
Lindenbaum, der Brunnen plätschert im
Morgentraum. Da schlüpfen und hüpfen
aus duftigen Zweigen die munteren
Vögel herab, und neigen sich fris
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Die Gespielen

Sie sind so vergnügt
beisammen, Spielen nur und zanken
nicht; Alle, die zu ihnen
kamen, Sah’n in ihrem Angesicht Nur
die heit’re Freude glänzen; Denn sie
sind einander l
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Der Sommer

Sommer. Der Frühling, Kind, war dir
so lieb, Auch ich kann bringen
Zeitvertrieb: Ich laß dich heuen, laß
dich baden; Willst du mich nicht zu dir
einladen?
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Der Winter

Winter. Bin ich denn etwa
freudenleer? Meinst du, mein Kind? O,
nimmermehr! Ich lass’ dich schlitten,
lass’ dich schleifen, Und willst du
meinen Schnee angreifen,
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Die Rebe

„Aus diesem dürren Holze da Kann
doch gewiß nichts wachsen. Ja, Wenn es
so grün und g’rade wär’, Dann
brächt’ es auch ein Früchtlein
her.“ So sprach das Kind. Ein hal
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