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Gedichte - August Friedrich Langbein


Jägers Klagelied

(Aus einem ungedruckten
Schauspiele.) Froh ließ ich sonst
mein Jägerhorn Durch Wald und Berge
schallen, Und nahm ich einen Hirsch
auf`s Korn, So sah ich schnell ihn
fall
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Lied von der Nymphe zu Geilnau au der Lahn

(Gesungen für einige Freunde derselben
zu Offenbach a. M.) Der Weingott, der
mächtig die Herzen bezwingt, Ist
immer, wie Fürsten, von Schmeichlern
umringt, Und Hofdichter hat e
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An meinen Vater

(Im Namen seiner Kinder und Enkel, als
er am 15. März 1806 sein Jubiläum
als Justizamtmann zu Radeberg bei
Dresden feierte.) In dem
Schreckensjahre, da die Sachsen Sich
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Das Weizenorakel

1. Mutter Kind, sieh den Schulherrn
freundlich an, Trotz seinen reifen
Jahren! Der Jäger ist ein
Wetterhahn, Das wirst du bald
erfahren. Er hat der Jugend Wankelsinn,
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Jonathan

1. Sam. 1, 14. Noch rauschen die
Wipfel der Haine, Noch schwärmen die
Bienen im Wald. Fern drunten am
einsamen Raine Ist längst das
Getümmel verhallt. Hier oben auf
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Charaden

1. Es gibt ein Völkchen in der,
Welt, Das sich gar überfreundlich
stellt, Uns aber herzlich schlecht
gefällt, Wenn es mit leerer Hoffnung
schnellt, Und viel ver
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Räthsel

1. Man gibt mir einen Fürstentitel,
Und nennet mich nach meinem Thron;
Doch hab` ich weder Gold noch andre
gute Mittel, Und bin auch nicht so
stolz wie mancher Königssoh
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Denksprüche und andere Einfälle - I.

1. Man sehe doch nicht immer in das
Buch! Auch auf dem Markt erschallt
manch guter Spruch. 2. Der Reiche
schwelgt, der Arme darbt sich
bleich; Doch bei
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Denksprüche und andere Einfälle - II.

11. Erfahrung predigt mehr und
mehr; Doch ihn Kirch ist immer
leer. 12. Viele sieht man
thöricht schalten, Die von Staaten,
groß und klein, Ho
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Davids Klage

2. Sam. 1, 17. ff. Ihr Lüfte der
Hügel! wo blutig gemengt Sich
Schwerter durch Schilder und Speere
gedrängt: Verhallt ist das Tosen auf
eurem Gebiet, Ihr aber noch wieget
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Denksprüche und andere Einfälle - III.

21. Sonst machten Geld- und
Ahnenstolz sich breit Und wurden oft im
Ernst und Scherz gehechelt; Allein der
Stolz der neusten Zeit, Der freche
Knabenstolz, verdient kaum, daß
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Denksprüche und andere Einfälle - IV.

31. Vor seiner Thür mag Jeder
fegen, So ist es reinlich
allerwegen. 32. Kleine Männlein
mit großem Dünkel Gibt`s in jedem
Erdenwinkel.
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Denksprüche und andere Einfälle - V.

41. `Nicht alle Leute sind Menschen!`
sagt Ein Sprichwort, und es scheint zu
gewagt: Seht aber den Kriegsknecht, der
mit Schwert und Brand Muthwillig
verwüstet des Feindes L
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Denksprüche und andere Einfälle - VI.

51. Es fand ein Frosch einen Heller
am Teich, Saß drauf und quakte:
Respekt! ich bin reich! 52. Das
drolligste Fratzengesicht von der
Welt, Das macht
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Der Kranke

Ach, da kommt der Arzt gefahren, Und
mir graut vor seinen Waren, Leutchen,
laßt ihn nicht herein! Sagt, es habe
mich Freund Hein Schon geführt zu
seinen Schaaren. Un
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Das Großvaterlied

Als der Großvater die Großmutter nahm,
Da wußte man nichts von Mamsell und
Madam. Die züchtige Jungfrau, das
häusliche Weib, Sie waren acht
deutsch noch an Seel` und an Leib.
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An Hannchen,

als eine von mir gereizte Biene sie auf
den Mund gestochen hatte. Holde,
vielgeliebte Freude, Wende jetzt dich
weg von mir! Wüßt` ich eine
Klageweide, Längst schon saß
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Noah

Als Noah aus dem Kasten war, Da trat zu
ihm der Herre dar; Der roch des Noahs
Opfer und sprach: `Ich will dir gnädig
sein, Und weil du ein so frommes
Haus, So bitt` dir eine
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Theophan

Als Theophan, der frohe Menschen mied,
Auf ihre kleinsten Schwächen
lauschte, Und nimmer Lieb` um Liebe
tauschte, Des Lebens satt, von hinnen
schied, Wies Jupiter ihm einen Plat
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Besenstolz

Als von der Birke struppigem Haar Der
erste Besen gebunden war, Wollt` er aus
Hochmuth das Haus nicht kehren, Und
forderte frech, man sollt` ihn
verehren. `Wie käm` ich,` sprach er,
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Auf die Jubelhochzeit meiner Eltern

Am 22. Juli 1806 Der Geist der Zeit
verlacht der Vorwelt Sitten, Und
höhnt die Schwester oft in Ernst und
Scherz. Wohl ist er ihr in Künsten
vorgeschritten, Doch was der
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Ergebung

Am Siechbett ihres Gatten, Der in das
Reich der Schatten Bald abzureisen
fertig schien, Lag Sara betend auf den
Knien. `Was ist denn eben,` frug der
Kranke, `Dein frommer, chr
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Zuneigung

an alle Freunde des Gesanges. Des
Menschen Singemeister waren Die Vögel
schon im Paradies. Der Waldgesang der
luft`gen Schaaren Klang unserm
Ahnherrn wundersüß.
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Trostlied

An Amalien Weine nicht mehr, gute
Seele! Kummner lockt entflohnes Glück
Nimmer aus der öden Höhle Der
Vergangenheit zurück. Thränenvolles
Jammerleben
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Die alte Schlange

Anmuthig liegt ein Dorf an eines Baches
Rand, Umschattet von Gebüsch, umtönt
von Nachtigallen. Es wird von Städtern
oft ein Paradies genannt, Wann sie
vergnügt in seinen Fluren wallen.
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Der Schutzengel

Auf eines Berges steilem Nacken,
Umstarrt von hohen Felsenzacken,
Stand eine feste Burg am Rhein,
Bewohnt von Hans von Eberstein. Ein
Dorn im Auge war der Kaiser, Otto de
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Gesang für gute Menschen

Aus ewig voller Urne rauscht Der
Menschheit Strom hervor; Doch manchen
wilden Wellen lauscht Mit Zittern
unser Ohr. Sie stürzen mit
Verheerungswuth Sich durch das Weltge
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Litanei

Behüt` uns, Herr, vor blindem
Aberglauben, Und laß uns nun von
rohen Geistern nicht Den goldnen
Strahl des Lichtes wieder rauben, Der
hell und schön durch jenes Dunkel
bricht!
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Johann Friedrich, Churfürst v. Sachsen, und Lucas

Bei Mühlberg siegte Kaiser Karl Mit
seiner Heeresmacht. Der Churfürst ward
im eignen Land Gefangen und
bewacht. Ein Blutgericht, dem Alba
kalt, Als Oberhaupt, gebot,
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Die Gans

Beim Jupiter beklagte sich Die Gans,
daß sie verachtet werde. `Hm!` sagte
Zeus, `die Leutchen auf der Erde Sind
unerkenntlich gegen dich! Du bettest
sie für eine Hand voll Futt
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Die Weintrinker

Beim Weine sitzen Gauch und Tropf In
Scharen und allein; Doch selten trinkt
ein kluger Hopf Mit Geist und Herz den
Wein. Hier hebt ein gründlicher
Pedant, Mit ernstem
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Klagelied eines Kreuzträgers

Beklagt mich armen Unglückssohn!
Durch meines Lebens rauhe Steppen
Hab` ich seit zwanzig Jahren schon
Ein schweres Doppelkreuz zu schleppen.
Mich quälet eine böse Frau,
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Champagnerlied unter vier Augen

Bekränzt mit duftenden Rosen fliegt
Um unser Tischchen die Freude. Sie
fühlt sich von deinem Reiz besiegt,
Doch frei ist die Göttin vom Neide.
Wo Amor herrschet, da pflegt sie
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Ein Gang zum Passah

Bergl. Psalm 122 Die Hügel Engeddi
schon rufen dem Mal, Und weit hinaus
glänzet der Himmel so frei, Als sehnt`
er nach höheren Himmeln sich hin; - So
wandelt und wallet de
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Fanny an ihre Taube

Bist du frank, mein Täubchen? Willst
kein Futter? Du verschmähst sogar
dein Leibgericht? Ei, was kann dir
fehlen? Denn die Mutter Aller Pein,
die Liebe, kennst du nicht.
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Vergessenheit

Das Bächlein der Vergessenheit Ist
Fabelwerk der Alten, Wie denn in jener
blinden Zeit Viel solche Märchen
galten. Wenn`s nun auch wirklich für
und für Die Unter
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Der erste Ring

Das Feuer war einst nur der Götter
Eigenthum, Und sie versagten es dem
sterblichen Geschlechte; Doch dieses
Privilegium Verloren bald die hohen
Himmelsmächte. Prometheus war de
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Röschen

Das Herz ist mir so enge, So enge mir
das Haus! O, trügen leichte Flügel
Mich über Thal und Hügel Weit in
die Welt hinaus! Mein armes, kleines
Dörfchen,
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Trinklied für alte Herren

Das junge Völkchen mag sich tummeln!
Ein Alter sitzt gern fest beim Wein.
Wir schwärmten einst auch, wie die
Hummeln, Durch unsers Frühlings
Rosenhain. Man sah uns spri
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Von der Katze, die bei Hofe speiste

Das Kätzchen einer armen Frau War zu
beklagen: Es konnte manchmal kaum
Miau Vor Hunger sagen. Einst trat
einher, mit stolzem Blick, Ein feister
Kater.
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Poesie des Lebens

Das Leben ist ein schöner Baum; Die
goldnen Früchte glänzen, Und
wirthlich gibt er Schattenraum Zu
Spielen und zu Tanzen. Geflügelt
schwingt von Ast zu Ast Sich mancher mu
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Schlesisches Wanderlied

Das Riesengebirg bewohnet ein Geist,
Der Rübezahl heißt, Doch läßt er
sich ungern so schelten. Er ist gar
ein drolliger, guter Compan, Nur
necket der lose Herr Urian
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Das Teufelsweib

Das Teuflein Puk, im Reich der
Hölle Betraut mit einer
Reiherstelle War einst in seinem
Dienste laß. `Hallunke!` brüllte
Satanas: `Da schickte heut der Tod,
mein alter Kunde,
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Lied für Zufriedene

Das Wort: Wir sind zufrieden! Macht
unsre Weisheit aus, Wir seufzen doch
hinieden. Vom Glück nicht viel
heraus. Es führt nur schwere Karren,
Voll Gold- und Silberbarren
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Edwards Abenteuer

Denkt euch ein stilles Wiesenthal, Wo
Sommerlüftchen scherzen! Da schlich
ich einst mit süßer Qual Von
Liebesdrang im Herzen. Ich hörte
seitwärts klinglingling!
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Die fünf Hühnerchen

Der Adler und die
Schnecke Adler: Wie find´ich dich,
du träges Tier, auf diesem
Eichenwipfel hier? Wie kamst du her? -
So rede doch! Schnecke: Je nun,
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Der Universalerbe

Der alte Greif, der ganz und gar Vor
Geiz verrückt geworden war, Lag
ächzend in den letzten Zügen, Und
sandte plötzlich zum Notar, Um über
seine große Schaar Gefang
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Das Trinkgelübde

Der Deutsche trank aus seinen großen
Humpen Vor Zeiten oft und frisch,
Und trank sich wohl, im Kreise froher
Kumpen, Bisweilen unter`n
Tisch. Doch wer sah ihn zum Kriechl
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Hans Leu. Ein Volksmährchen.

Der Däumling zirpte hervor aus der
Wieget `Nimm, lieber Vater, mich mit
auf`s Feld!` `Nein!` war die Antwort:
`Du schwächliche Fliege Bist vielen
Gefahren dort ausgestellt. Wie lei
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Frühlingsgespräch eines Landwirths mit seinem Fr

Der Flucher. `Hol` mich der Teufel!`
flucht der Vater vieler Bücher, Herr
Bav, beim dritten Wort; doch sicher
Führt Lucifer ihn nimmer in sein
Haus. Der ist zu klug, dies Unheil
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Des Sängers Amt

Der Freude Thron umschwebt die Zeit
Oft allzu rasch auf leichtem
Schwalbenfiügel; Doch mit der
Schnecke Langsamkeit Umschleichet sie
der Freude Todtenhügel. Ach! welches
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Amor und Saturn

Der Gott der Zeit ward grau und alt
Und ihm das Reisen schwer, Doch
drängte Jupiters Gewalt Ihn über
Land und Meer. Er muhte fort Von Ort
zu Ort: Kein Seufzer, keine Kl
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Der Hofpoet

Der große Alexander hielt Sich einen
kleinen Hofpoeten, Der hätte gern
viel Gold erzielt, Denn er befand sich
oft in Nöthen. Da er zugleich den
Dienst als lust`ger Rath
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Die Wegweiser

Der Heiland und Sankt Petrus gingen In
trautem Gespräch von geistlichen
Dingen Einsmals selbander über
Land. Die Gegend war ihnen
wohlbekannt, Bis sie unerwartet ihre
Bahn S
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Die Marienfäden

Der heil`gen Jungfrau fiel das
Todesloos, Man trug sie in des Grabes
Schoos, Doch sollt` ihr Leib dort nicht
in Staub zerfallen: Denn Er, der einst
zur Mutter sie erkor, Und sie, nac
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Die gelehrten Zänker

Der Kampfhahn sträubt sein Gefieder
empor Und wehet Schnabel und Kralle:
So schreitet ihr immer geharnischt
hervor Und tauchet die Waffen in
Galle! Was frommt es, daß ihr euch
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Die Spinne

Der Kanzler eines Fürsten Durchzog
einst selbst sein Haus Mit Besemen und
Bürsten, Trieb jedes Stäubchen
aus. Das Kunstwerk einer Spinne, In
eines Winkels Schoo
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Das Gespräch im Felleisen

Der Liebesbrief. Nachbarn, preßt
mich nicht so sehr, Daß nicht meine
Schönheit leide! Ich bin zwar
gedankenleer, Aber weich und zart wie
Seide, Und es schwebt
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Die Mißheirath

Der Löwe lag in Jägernetzen, Und war
zu stolz, in Freiheit sich zu sehen.
Aus Unterthanenpflicht sprang eine
Maus herbei, Und nagte seine Strick`
entzwei. Da sprach gerührt de
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Der Frauenfeind

Der Ritter Bernd, ein Hagestolz, War
fest und hart, wie Eichenholz; Doch
endlich griff mit scharfem Zahn Auch
ihn der Wurm des Alters an. Vom
Zipperlein und andern Gichten
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Der Hagestolz

Der Ritter Franckh, ein alter
Zecher, Saß wohlgemuth beim vollen
Becher, Durchdachte seinen
Lebenslauf, Und that sich viel zu gut
darauf, Daß ihn, wie toll er`s auch
begonnte,
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Sinngedichte

Der Schwätzer. Die Zeit verzehret
Stahl und Eisen; Doch das ist
Kleinigkeit, Herr Staarmund pflegt
sich tapfrer zu beweisen; Er frißt
sogar die Zeit. Der Sonderli
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Die Roßdecke

Der Weihnachtstag begann zu lichten;
Ein Nordsturm heulte durch den Forst,
Und stürzte schneebeladne Fichten;
Der Adler floh in seinen Horst. Da
schauderte, gebeugt von Jammer,
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Der Kornwucherer und die Kartoffel

Der Wucherer. Ewig sei von mir
verflucht, Du verhaßte Pöbelfrucht!
Dich gebar der Schoos der Erde Für
den Schlund der Borstenheerde; Doch
des Menschen Sparsucht hat
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Das Waldweib

Des Erzgebirges tiefsten Wald Bewohnt
seit grauer Zelt ein Geist In
zwergenhafter Weibsgestalt, Den
männiglich das Waldweib heißt, Er
trippelt friedsam durch die Heide,
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Des Knaben Alter...

Des Knaben Alter ist Idylle Der
Jüngling braust des Herzens Fülle in
Oden aus und Dithyramben. Der Mann
schwankt hin und in Jamben. Der Greis
beklagt in Elegien der guten Ze
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Das Spielzeug

Des Riesen Tochter kam vom Berge Zum
ersten Mal auf`s flache Land. Es
schien ihr eine Welt voll Zwerge, Und
alles war ihr unbekannt. `Was wimmeln
da für Dinger?` Sprach
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Freundschaft

Die Freundschaft ward im Himmel geboren.
Und hatte dort hohen, göttlichen
Rang; Als aber hinauf zu ihren Ohren
Die erste der Klagen des Kummers
drang, Da stieg sie eilend hinab
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Der Tageszeiten Rangstreit

Die Herren Brüder, Morgen, Mittag,
Abend, Und Schwester Nacht, entzweiten
sich einst hart. `Ich bin allein der
Erde süß und labend!` So riefen all`
in Benns Gegenwart.
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Die blinde Kuh

Die Klugheit hatte, da sie noch Ein
junges Mädchen war, Oft mit dem
Liebesgott Verehr; Sie scherzten hin,
sie scherzten her, Wie ein verlobtes
Paar. Ein Kettchen
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Die beiden Fliegen

Die Stechfliege. Was schwärmst du denn
immer? Unhöflicher Gast! Du fällst
hier im Zimmer entsetzlich zur
Last! Viel Unlust erleiden die
Menschen durch dich. S
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Domitian und der Witzling

Domitian, der kaiserliche Held, Baut`
im Palast sein Lorbeernfeld: Er lebte
Tag für Tag in Kriegen Mit seines
Zimmers frechen Fliegen. Indem er
einst nach ihnen hieb und
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Die goldene Gans

Drei Brüder lebten, knapp bei Geld, In
einem alten Schlosse, Und bauten selbst
ihr kleines Feld Mit einem dürren
Rosse. Der jüngste war ein dreister
Wicht, Und von ihm sagt
... weiterlesen


Der Plauderer

Drei wüste Bursche zechten, Und
trieben frank und frei Von ihren
Liebesnächten Schamlose
Prahlerei. `Hört, Brüder,` sprach
der eine `Die schone Elsabeth
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Der Fuchs

Durch einen Wald in Polen lief Ein
alter Fuchs behend und rief: `Flieht,
Freunde, flieht, sonst müßt ihr
sterben!` Ein junger Rehbock hielt im
Lauf Den Emigranten fragend auf:
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Verwandlungen

Ei, wie behend sind die lustigen Knaben!
Heisa, zum Spielplätze stürmet ihr
Lauf! Springen wie Hirschlein dort
über den Graben, Klettern wie`s
Eichhorn den Baumstamm hinauf. &n
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Die Narrenmühle

Ein alter Holzschnitt. Was läuft auf
dem Markte die müßige Schaar? Was
stellt ihrer spähenden Neugier sich
dar? Ein Graubart, mit allerlei
Bildern behangen, Steht ring
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Der sterbende Schuldner

Ein Armer lag in Fieberschauern, Und
sah am Bette schon den Sensenschwinger
lauern. Auf einmal drängte polternd
sich Zu ihm ein Gläubiger, mit wilder
Truthahnsröthe Im Angesic
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Der Bund

Ein Armer ward auf allen Schritten und
Tritten Von einem Reichen verfolgt und
geplagt. Man rieth ihm, die Großen um
Hülfe zu bitten. `Ach!` seufzt er,
`das Hab` ich schon fruchtlos gewagt
... weiterlesen


Der Reifrock

Ein armes, aber nettes Weib, In voller,
frischer Jugendblüte, Las einst zum
Abendzeitvertreib Den Umschlag einer
Krämerdüte, Denn einen Lotterieplan
fand Sie hier so nützl
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Das Urtheil

Ein Bube nahm sich hier und dort Ein
frisches Weib, und schlich sich fort.
Wann er es satt genossen. Als er`s
zum fünften Male that, Erfuhr`s ein
ehrenfester Rath; Hui !
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Die Zauberin wider Willen

Ein Dichterherz ist wunderbar; Es will
und will nicht alten. Das meine hatte
manches Jahr Sich fromm und still
verhalten; Ich dacht`, es schlummre
schon gemach Hinab zum
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Das Heirathsgut

Ein eisenherziger Tyrann, Der ohne Maß
sein Volk beschwerte, Und Krieg auf
Krieg so toll begann, Daß oft sein
Land der Feind verheerte, Ritt einst
mit seinem lust`gen Rath H
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Die Mitgift

Ein Freier warb um Gretchens Hand;
Doch an den süßen Ehestand Verbot
die Armuth ihr zu denken. Da sprach
die Edelfrau zu ihr: `Horch, liebes
Mädchen, ich will dir Zur
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Die Spende

Ein Geiziger, der alles nahm, Was ihm
umsonst zu Händen kam, Ließ Eis in
seine Grube fahren; Doch da nie Gäste
bei ihm waren, Verbraucht` er von dem
Eis kein Koth. Allein b
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Der Jüngling vom Lande

Ein
Gesellschaftslied. Jüngling. Ich
bin ein junger Springinsfeld, Und erst
zur Stadt gekommen. O welche neue
Wunderwelt! Sie macht mich ganz
beklommen. Ic
... weiterlesen


Die beiden Töpfe

Ein großer Topf von Eisen stand Auf
seinem Herde still, wie in
Gedanken. Ein neuer irdner Topf, ein
naseweiser Fant, Begann, kaum
angelangt, zu zanken. `Platz!` rief er,
`Platz, du
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Der Spruchsprecher

Ein Hochzeitspiel. *) Wer ist die
schwarze Spukgestalt? So hör` ich
fragen Jung und Alt. O, macht mir keine
Spottgesichter: Ich bin vom Schlag der
Stegreifsdichter, V
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Die Lehre der Mutter

Ein junges Mäuslein ging auf
Reisen, Kam bald zurück ins
Mutterhaus, . Und sprach: `Du mußt
mich unterweisen: Denn mein Verstand
reicht noch nicht aus. Ich sehe
mancherlei Gestalt
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Die Hinterthüre

Ein junges Weibchen hatte Viel Höfler
um sich her. Der ehrenfeste Gatte
Schalt häufig den Verkehr. Doch
Hedwig sprach: `Was keifest Du? Geht
Alles doch in Ehren
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Die neuen Hemden

Ein karger Reichsgraf ließ von Pagen
sich bedienen, Doch sie beinahe
nackend gehn. Einst gaben sie ihm
klagend die Ruinen Des letzten Hemdes
zu besehn. Das Alter guckte hier aus
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Der Koch

Ein Klostermärchen An einem
Fastentag verließ Ein Ordensmann, der
Benno hieß, Des strengen Klosters
Speisesaal Mit Murren ob dem dürren
Mahl. Sein Glück war`s
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Die Fastnacht

Ein Knapp durchlief behende die Stadt
von Haus zu Haus, Lud höflich alle
Stände zu einem Fastnachtschmaus, Ging
in die Burg des Königs, schlüpft` in
des Bettlers Nest, Und staunend frag
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Das Noth- und Hülfsbüchlein

Ein Knecht der Eifersucht, der
immer Nur halb, mit Einem Auge,
schlief, Verbarg sein junges Weib im
fernsten Hinterzimmer, Wohin sich nie
ein Sonnenschimmer Und nie ein froher
Tag ve
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Die unglücklichen Vogelsteller

Ein Knäbchen, das gern Spatzen fing,
Könnt` einst kein schlaues Zeterding
Am Schelmthor überraschen. Flugs
war ein Witzling bei der Hand:
`Bestreu` ihr Schwänzchen nur mit Sa
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Der Köhlerglaube

Ein Kohlenbrenner saß im Hain Bei
seinem rauchenden Meiler allein, Und
sang sich durch ein geistliches
Lied Zufriedenheit in sein Gemüth, Da
trat der Teufel in Menschengestalt,
... weiterlesen


Das Hemd des Glücklichen

Ein König lag gefährlich krank, und
gab sich selbst verloren: Ihm half kein
Pulver und kein Trank der trefflichsten
Doktoren. Ihr großer Kriegsrat vor dem
Bett war seinem F
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Die Auster

Ein Lahmer sprach zu einem
Blinden; `Wir Krüppel wollen uns
verbinden; Du sollst mein Fuß, ich
will dein Auge sein, Und wenn wir einen
Schah auf unserm Wege finden, So
theilen wir
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Der Liebesbrief

Ein Mädchengesicht, wie ein blühender
Strauß, Von Lilien und Rosen
gebunden, Sah immer schwarzäugig zum
Fenster heraus, Und sah in manch
Männerherz Wunden. Ein müßi
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Der Sänger der Liebe

Ein Männchen vom Geschlecht der Eulen
War sehr beliebt im ganzen Hain Ob
seiner Höflichkeit, sein Stückchen mit
zu heulen; Doch Abends einst, bei
Mondenschein, Gefiel es ihm,
... weiterlesen


Der kleine Gerngroß

Ein Männchen, das dem
Zwerggeschlechte Kaum um drei Zoll
entwachsen war, Durchgrübelte manch
liebes Jahr, Wie es sein Maß
verlängern möchte; Doch graute schon
gemach sein Haar,
... weiterlesen


Vergebliche Freude

Ein neues Trauerspiel von alten
Rittern Betrat die hohe
Bretterbahn. Ganz nach der Mode war
sein Plan: Das Schicksal ließ sich
furchtbar darin wittern, Und legt` es
deutlich darauf
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Die lange Predigt

Ein Pfarrer kanzelte drei Stunden, Und
hatte noch den Schluß der Predigt nicht
gefunden. Die Kirche wurde leer; den,
Jung` und Alte trieb Der Hunger fort,
daß nur der Küster blieb.
... weiterlesen


Des Pfarrhündchens Testament

Ein Pfarrer und sein Hündchen hatten
Einander viele Jahre lieb, Doch
plötzlich führt` Amandens Schatten
In seine Burg der Lebensdieb. Wie
ans zerriss`nen Wolkenschläuc
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Der Zwerg

Ein Regenstrom, wie Wolkenbruch, Fiel
rauschend in der Nacht; Die stärksten
Bäume brach im Forst Des Sturmwinds
grause Macht. Da wallte durch ein
Dorf der Schweiz Ei
... weiterlesen


Ritter Kurzbold

Ein tapferer Ritter, Kuno genannt, Bei
Heinrich dem Finkler in Diensten
stand. Er war zu löblichen
Ritterthaten Mit Muth und Kräften gar
wohl berathen. Und war doch ein Mä
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Notburga. Legende.

Ein wüstes Schloß, das Hornberg
heißt, Von Eulen längst
bewohnt,. Durchirret noch des Fürsten
Geist, Der weiland dort gethront. Er
geht bei Nacht hervor und taucht
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Der späte Freier

Ein Wüstling wurde schwach und
grau, Trug Gicht und kahlen Kopf zur
Schau, Und niemals wies er einen
Zahn, Ward ihm auch Unbill
angethan. Einst schalt er sich: `Du
Flatterge
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Der Fund

Eine Scene für Kinder. Heinrich und
Eduard, Knaben von zwölf und dreizehn
Jahren, kommen aus dem väterlichen
Landhause, und gehen, mit einander
sprechend, am nahen Busche hin.
... weiterlesen


Frauenlied

Eine Stimme. Einen Rundgesang zu
singen, Wenn die vollen Becher
klingen, Ist der Männer Element. Uns,
die zwar mit scheuen Lippen Nur vom
Rebensafte nippen, Is
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Das getaufte Käpplein

Eine von verschiedenen
brandenburgischen Geschichtschreibern
erzählte Anekdote. Der Krieg, der
dreißig Jahre lang Die blutige Geißel
rastlos schwang, Zog endlich,
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Dichter und Wechsler

Eine wahre Anekdote. `Der
Seelenruhe!` schrieb ein edler
Dichter Hell über seines Gartenhauses
Thür. Doch ach! der Blumen
Zier Erfreut` er sich nur einen Sommer
hier,
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Die Ruinen am See

Eine wahre
Begebenheit. Riesenschatten wüster
Mauern fallen Von der Stirn des Berges
in den See; Gemsen springen durch die
öden Hallen, Und im Vorhof weidet
kühn das Re
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Deutsche Volkstracht

Einem Maler ward einst aufgegeben:
`Mal` Europens Völker nachdem Leben!
Male mir mit bunter Farbenpracht
Jedes Volk in seiner
Eigentracht!` Und der Maler stellte
dem Gebi
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Der Liebenbach

Einer Stadt im Lande Hessen
(Spangenberg ist sie genannt) Hatte
die Natur vergessen, Als sie Bächlein
ausgesandt, Durch das Land hin sich zu
schlingen Und ihm Labetrank
... weiterlesen


Studentenlied

Einer. Wißt ihr, was ein Philister
heißt? Ich will sein Bild
entschleiern. Geht irgendwo ein
finstrer Geist Behutsam, wie auf
Eiern, Und tragt geschmückt den hohlen
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Elias Himmelfahrt

Eingekehrt, in Himmelsahnung, Zieht
Elia still dahin; Neben ihm der treue
Jünger Mit dem schmerzbewegten
Sinn, Vorempsindend für den
Meister Ew`ger Glorie Beginn; —
... weiterlesen


Die Masken

Einst prunkte der Tod nicht im heutigen
Glanze: Er forderte nackend die
Menschen zum Tanze. Man sieht noch auf
Bildern zum Ball ihn so gehn, Und
lustig mit Herren und Frauen sich drehn.
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Elise

Elise, die so heiter war, So leicht
und ruhig schlief, Ging jetzt mit wild
zerstreutem Haar Umher, und weint` und
rief; `Verlassen hat mich Eduard,
Verlaß auch, Leben, m
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Peters Betrachtungen über die Wochentage

Er kommt, er kommt, der Fürst der
sieben Tage! Der Sonntag kommt, und
froh ist jeder Christ! Ha! frank und
frei von Arbeit, Müh` und Plage, Wird
nun getanzt, getrunken und geküßt.
... weiterlesen


Der Grillenfänger und seine Freunde

Er. O, was ist des Menschen
Leben, Nichts als Elend, nichts als
Jammer! Täglich findet sich ein
Hammer, Der mich armen Ambos
schlägt. Glück und Freude zu
erstreben,
... weiterlesen


Die Beichte

Es beichtete zu Köln am Rhein Ein
junges, zartes Jungfräulein, Dem Pater
Anton manche Sünde, Ging,
losgesprochen, fröhlich fort, Kam aber
ängstlich und geschwinde Zurück
... weiterlesen


Die beiden Vögel

Es gibt zwei Vögel, sie sind bekannt,
Sie heißen Habich und Hättich.
Fromm ruhet Jener euch in der Hand,
Doch dieser fliehet euch
spöttig. Ein Habich erfreuet seinen
H
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Das furchtbare Gewehr

Es ging, seine Kranken zu pflegen, Ein
Bader einsmals über Feld: Da schritt
ihm ein Schnurrbart entgegen, Von
Ansehn ein Straßenheld. Hoch schwang
er mit grimmiger Fratze
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Muth im Unglück

Es ist des Schicksals alte Weise, Daß
es nicht immer hold uns lacht; Es
tritt oft in der Menschen Kreise, So
furchtbar wie ein Geist der Nacht.
Dann schreckt es zwischen dunkeln
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Freiheit

Es lebe Freiheit! hört man jetzt Von
einem Pol zum andern tönen, Und
Dolch` und Schwerter sind gewetzt, Um
dieser Abgöttin zu stöhnen. Wohl
dem, den nicht sein Schicks
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Der Unhold

Es lebt ein Unhold, schwach geboren,
Und so mit Sinnen schlecht versorgt.
Daß er vom Esel oft die Ohren, Die
Augen von dem Maulwurf borgt. Er
hinkt an einem Krückenstock
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Das Weingericht

Es lebte vor Zeiten ein lustiger König,
Der nimmer sich quälte mit Sorgen
um`s Land, Und täglich so becherte,
daß er oft wenig Sein eigenes Selbst
zu beherrschen verstand.
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Rechenbergs Knecht

Es lebt` einmal im schonen Lande Meißen
Ein Ritter, Kurd von Rechenberg
geheißen. Er hatte Haus und Hof und
viel Gesind, Und jeden Diener hielt er
wie sein Kind. So güt
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Der Seiltänzer

Es schwärmte, wie Bienen, um`s
bretterne Haus, Der Harlekin sah mit
dem Spitzhut heraus, Und krähte von
Weile zu Weile: `Ihr Herrschaften,
schont nicht das lumpigte Geld! Hier
tanz
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Das Gesetzbuch

Es war einmal ein Grübelkopf, Der
immer schalt und muckte, Und gern in
jeden Küchentopf Mit langem Halse
guckte. Er wußte weder Gicks noch
Gacks Von Haus- und W
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Der Weiberfeind

Es war im Kloster Sankt Afra zu
Meißen Vor Zeiten ein Mönch, den hat
jedes Kind Den grämlichen Weiberfeind
geheißen, Was in der Regel die Mönche
nicht sind. Sah er ein Mägdlein
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Der Tintenteufel

Es wollt` ein finstrer Bücherwurm Ein
heitres Werkchen schreiben, Und lief
recht auf sich selber Sturm, Die
Arbeit zu betreiben. Er trat, wie in
ein Labyrinth, Au
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Die Büßerin

Es, ist ein wenig lange her, Da sprach
zu einem Zauberer Ein ehrenfester
Ritter! `Herr, meine Frau, Die Perl`
im Gau, Macht mir mein Leben
bitter! Ihr sanftes,
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Der Brillenhändler

Feine Brillen trag` ich zum Verkauf,
Von der Klugheit Meisterhand
geschliffen. Kommt, ihr Leutchen, kommt
in raschem Lauf! Meine Waare hat sich
bald vergriffen. Eile, schön
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Die schöne Frucht

Frau Barbara, der nichts, als Flügel,
Schweif und Krallen Zum Drachen
mangelte, that ihrem Ehemann, Der
sonst bei ihr gar wenig Seide spann,
Am Ende noch den lieblichsten
Gefallen:
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Der Wunsch

Frau Rabenherz gab ihren Hunden, Sechs
oder sieben an der Zahl, Tagtäglich in
den Speisestunden Ein wohlbesorgtes
Leckermahl; Doch ihre guten Kinder
litten, Von ihr versäumt
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An einen jungen Dichter

Freund, den Werth des Menschen hebet,
Mehr als Rang und Gold, sein Herz,
Der, den kein Gefühl belebet, Ist
ein leeres Klappererz. Doppelt ist`s
der Sohn der Musen, Ohne
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Die Halbheit

Freund, was du bist, das sei tüchtig
und ganz! Auf Krücken hinket das
Halbe. Schnell, wie der Wind und des
Blitzes Glanz, Schießt dort die
reisende Schwalbe Hin über Gebirg`
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Freuden des Lebens

Freunde, seht nicht sauer aus Bei dem
süßen Weine! Thöricht trägt man
mit zum Schmaus Seine Sorgensteine.
Werft sie rasch von eurer Brust,
Daß sich Frohsinn, Muth un
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Die selige Frau

Froh ließ ein Reicher seine Frau, Die
zänkisch war, begraben: Er stellte sie
mit Stolz zur Schau, Um seinen Stolz zu
labenn. Sie lag im schwarzen
Trauersaal, Geschmückt mit
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Wiegenlied

für die Gattin eines Dichters Mein
Liebchen, thu deine Guckäugelein zu !
Mit rosigen Armen umfange dich Ruh!
Gib nicht mehr auf deinen lieb Vater
so Acht, Der sinnend un
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Neujahrswunsch

für Jedermann an Jedermann. Aus des
Himmels Sternenhallen Geht ein neues
Jahr hervor, Und von allen Seiten
schallen Wünsch` und Bitten in sein
Ohr. Armuth
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Des Pförtners Bericht

Gesellschaftslied. Einer. Unser
Pförtchen ist geschlossen, Lieb` und
Freundschaft sind herein. Sie, des
Lebens Huldgenossen, Wollen sich mit
uns erfreu`n.
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Gold und Weiber

Gold und Weiber haben Macht der Götter!
Land und Meer, sind ihnen unterthan.
Laut ist Mancher ihr geschworner
Spötter, Und im Stillen betet er sie
an. Goldne Schlüssel
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Der Alte

Gott vergelte diese Gabe, Ob ich
gleich, du edles Kind, Sie nicht eben
nöthig habe, Denn ich bin nicht arm,
nicht blind. (Er löset die Augenbinde,
wirst den zerrissenen Mantel
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Der Vatermörder

Graf Eulenfels war reich an Gold, Doch
arm an Lebensfreuden. So wie der Uhu
lichtscheu grollt, Sah man ihn
Menschen meiden. Ihn nagt` ein Wurm,
der nimmer wich, Und doppe
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Der Trinker an den Veteran der Liebe

Graues Mannlein, seh` dich hier Zu den
Rheinweinflaschen! Es geziemt nicht
dir und mir, Daß wir Küsse naschen.
Jedes Aller hat sein Feld, Wo Genuß
ihm winket:
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Die Wehklage

Graus war die Nacht, und um den Giebel
Der Pachterwohnung heulte Sturm; Der
fromme Greis las in der Bibel, Und
sieben schlug`s im Kirchenthurm.
`Gott!` rief Lenore mit Erbleichen
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Schweizertreue

Gränzirrung hatte vor alter Zeit Die
Nachbarn Uri und Glarus
entzweit. Friedliebend ward von den
Eidgenossen Am Ende dieser Vertrag
geschlossen: `Wann nächstens der
Sommer dem Herb
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Peters Heirath

Guter Wein war Peters Sache, Und er
sucht` ein reiches Weib, Daß er dann
am Traubenbache Ruhig pflege seinen
Leib. Alles andre schien ihm Possen,
Und so war er kürz ent
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Bittschrift für die Thiere

Habe Dank, Natur! Mein Herz Ist nicht
hart, wie Stahl und Steine; Jedes
armen Thieres Schmerz Schauert mir
durch Mark und Beine. Nennt dieß
nicht Empfindelei! Davon bin
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Die Beförderung

Hans nährte sich vom Schiebekarren,
Und ließ sein Mädchen fleißig
schnarren. Die steilsten Hügel ab und
auf Fuhr er damit in vollem
Lauf. Kurz, er verstand vortrefflich
seine
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Der Abend

Hehr und prachtvoll ist des Tages Sonne,
Aber auch ihr Scheiden strömet Wonne
Und Entzücken über Land und Stadt.
Von des Abends kühlem Arm umfangen,
Ruhet Jeder, der, mit hei
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Der Lehrmeister

Herbei, ihr verzogenen Kinder des
Glücks, Euch rufet das Unglück zur
Schule! Es sitzet mit düsterer Flamme
des Blicks Auf einem eisernen Stuhle,
Hält Schlangen des Blitzes in
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Die Freunde

Herr Valentin ging Abends aus, Zum
Kartentisch im rothen Drachen. Schnell
huscht` ein guter Freund ins Haus, Um
mit der jungen Frau ein andres Spiel zu
machen; Sie selbst, voll heiß
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Der Papagei

Hulda`s schöner Papagei, Den sie
selbst erzogen, War zum blütereichen
Mal Auf Besuch geflogen. Oede stand
sein goldnes Haus; Hulda brach in
Jammer aus. `
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Minna

Hätt` ich Minna`s süße Liebe, Alles
Süße hatt` ich dann! Andre Wünsche,
andre Triebe Thät` ich ewig in den
Bann. Nimmer sollte mich entstammen
Durst nach Ehre, Ran
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Die Stelzen

Ich ging, als eben die Sonne schied,
Am Heerweg, im schattigen Haine: Da
stelzte vorbei und pfiff sich ein Lied
Ein alter Soldat ohne Beine. O
Himmel! dacht` ich, was muß
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Der Zecher

Ich und mein Fläschchen sind immer
beisammen; Niemand verträgt sich so
herrlich als wir! Steh` auch der
Erdball in feindlichen Flammen,
Spricht`s doch die zärtlichste
Sprache mit mir.
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Der Harfner

Ich wander fröhlich hin und wieder
Mit meinem Saitenspiel, Seit jüngst
ein Strahl auf mich hernieder Aus
Engelsaugen fiel. Da schwand der Gram
aus meinem Herzen, Der sch
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Amor an die Dichterlinge

Ihr Herrchen tändelt oft mit mir; Das
will mir länger nicht behagen. Sagt,
warum werd` ich für und für Als Kind
von euch herumgetragen? Würd` ich, als
Säugling, schlecht mic
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Der junge Landmann

Ihr Junker mit den Federhüten,
Verhöhnt mich, wenn es euch beliebt,
Daß nur der Apfelbaum mir Blüten
Zum Kranze meines Strohhuts gibt!
Gern bin ich arm, schlecht und
gerecht,
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Der Hirt von Oggersheim

Im dreißigjähr`gen Kriegsgewühl
Nahm sich die Pfalz am Rhein Ein
spanischer Feldherr einst zum Ziel,
Und zog mit Schaaren ein. Er ließ,
um siegend vorzudringen, Das S
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Der erste Fächer

Im Park zu Paphos trieb der Königin der
Liebe Bekannter Erbprinz einst die
Jagd der Molkendiebe. Er hatte kaum
ein Pärchen in der Hand, Als ihm des
Weges Silbersand Sechs zarte
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Ruf zur Freude

Im Ton des bekannten Liedes von
Claudius; Auf und trinkt! Brüder
trinkt! Freuet euch! Freuet euch!
Dieses weise Sprüchlein Ist dem
Golde gleich. Weder Buc
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Tischlied bei einem Tanzfeste

Im Ton des Liedes in Mozarts
Zauberflöte: Ein Mädchen oder
Weibchen. Nach raschem Tanzgetümmel,
Mit Kopf und Herz voll Glut, Sitzt
man im kühlen Himmel Des Weingotts t
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Die Wege der Freude

Im Ton: Genießt den Reiz des
Lebens. Aluf Felsenhöhen pranget
Der Freude Zauberschloß, Und heiß
dahin verlanget Schier jeder
Weltgenoß. Welch lustiges Gedrän
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Der reisende Gelehrte

In einem Büchersaal die Rücken Der
Marmorbände still besah, Rief
plötzlich laut im feurigsten
Entzücken `Wie?  Cicoronia
opera! Ei, welch ein Ausbund schöner
Geister
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Die Ausforderung

In einem Schauspielhause band Einst
ein franzosischer blutjunger Alexander
Mit seinem Nachbar an, der ihm im Wege
stand. Die Herren, beiderseits sich
völlig unbekannt, Wortwechs
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Der Korb

In einem Städtlein war ein Schreiber,
Der liebte Mädchen, liebte Weiber,
Und bot, um jene schlau zu fah`n,
Sein Hagestolzenherz oft an. Sie
griffen nach des Traurings Sc
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Die drei Hähne

Ins Feld zog Ritter Degenhart, Verließ
ein Weiblein, jung und zart, Doch nicht
von ehrenfester Art. Es horchte gern
auf Buhlgekose, Und war zu Zeiten eine
Rose, Die sich mit
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Die Steine im Jordan

Jos. 4. Wohl zieh`n sie hinüber mit
eilendem Schritt: Die Lade des Bundes,
sie eilet nicht mit. So lange sie
steht, wo die Wasser gerauscht, Steht
ruhig die Strömung und ha
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Das Kirchweihfest

Juchhei! welches Lustgetümmel! Kuchen
gibt`s in jeder Hand. Gott erfreue den
im Himmel, Der die liebe Kirms erfand!
Heute tanzt man in der Schenke,
Heute treibt man lose
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Lilith

Jüdische Fabel Urvater Adams erste
Frau Schuf Gott, wie ihn, aus Erde;
Doch Lilith war ein stolzer Pfau,
Und sprach mit Hohngeberde: `Dir
soll ich unterthänig se
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Der Ehevertrag

Jürgen. Schreib` Er nieder, Herr
Notar: Meiner Tochter Margarethen, Die
sich Hans zum Weib` erbeten, Geb` ich
fünfzig Gulden baar Und des Stalles
beste Kuh.
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Die Grafenbraut

Käthchen aus dem Fenster sah, Lauernd
stand ein Fremdling da, Und mit
zierlicher Manier Zog er seinen Hut vor
ihr. Kecklich und mit
Schmeichelei`n Trat er in das Hüt
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Lied

Lachend roll` ich durch die Welt Auf
der Freude Wagen, Treibe Possen, ohne
dich, Weisheit, erst zu fragen, Und
am wohlichsten ist mir Bei den
Lustgelagen, Wo man
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Das Schlüsselloch

Leander ging am Morgen aus Und kam im
Sprunge wieder nach Haus. `Lieb`
Weibchen,` sagt` er, `bereite
frisch Uns einen herrlichen
Mittagstisch! Wir können an den
Gottesgaben U
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Der Kapaun

Legende. Auf Erden schützt nicht
Redlichkeit Vor bösem Leumund, Haß
und Neid; Erfuhr das selbst doch mit
Verdruß Der heilige Antonius. Er
lebte friedsam, schli
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Die Mönchsehe

Legende. Der heil`gen Agnes Bildniß
war In einem Kloster aufgehangen,
Und ihrer Himmelsschönheit Prangen
Ergriff die Augen wunderbar. Ein
Mönch stand Tag
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Der heilige Jodokus und die vier Bettler

Legende. Der Herr in schlechter
Kleidung trat An Sankt Jobokus Thür
und bat; `Ihr guten Leute, habt
Erbarmen, Schenkt mir ein Stücklein
trocknes Brod!` Der Abt, ein
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Die Versuchung

Legende. Ein Bischof, beliebt durch
unsträfliches Leben, War eifrig dem
heil`gen Andreas ergeben, Und fragte
vor jeder bedenklichen That Den hohen
Gönner vertraulich um
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Die Heilung wider Willen

Legende. Ein Heiliger von Ansehn und
Gewicht Durchzog, einst Dörfer, Stadt
und Flecken. Warum er`s that, gefiel
der Chronik nicht, Mir im Vertrauen zu
entdecken.
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Der Felsenhut

Legende. Es ging einmal durch
Sachsenland Der Höllenfürst
spazieren; Doch, stets gewöhnt an
Glut und Brand, Begann ihn bald zu
frieren. Hart traf sein Haupt des
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Der graue Rock

Legende. Es ging einmal durch
Sachsenland Der Höllenfürst
spazieren; Doch, stets gewöhnt an
Glut und Brand, Begann ihn bald zu
frieren. Hart traf sein Haupt des
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Die Zauberpuppe

Lenardo gab, in Lieb entbrannt, Der
schönen Lilla seine Hand Vor Priester
und vor Zeugen, Und sprach zu Freunden
stolz und laut: `Muß vor der
Schönheit meiner Braut Nicht a
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Rabulisten-Lied

Leugnet nicht Goldmacherei! Denn ich
Advocatus Immatriculatus Mache
selber Gold, wie Heu, Und bedarf nicht
Kohlendampf, Weder Topf noch Tiegel,
Nur drei Fin
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Der Tanz

Lobsingt dem Tanz, dem Erstlingssohn der
Freude, Den lächelnd sie gebar,
Sobald sie nur ins neue Weltgebäude
Herabgestiegen war. Als hoch
entzückt in Edens Palmenkühle
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Die Liebeschronik

Luise dünkt mich Nummer Eins. Ja, ja!
Ich küßte früher keins Von meinen
Liebchen all`. Mein Herz war für das
lose Ding Ein kurzes Spiel, und Laura
fing Den weggeworf
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Tanzlied

Lustig zum Reigen! Stimmen nicht schon
Flöten und Geigen Lieblichen
Ton? Auf! wählt aus dem blühenden
Kranze Der Mädchen ein freundliches
Kind, Und schwebet im
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Der Affe

Man lacht, wenn sich der Affe müht,
Das nachzumachen, was er sieht; Doch
thut auch oft der Mensch desgleichen,
Um irgend ein Vorbild zu erreichen.
Man seh` nur manche schöne Ge
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An den Tod

Manchem stirbt das Wort auf seiner
Lippe, Und er wird von feiger Angst
bethört, Wenn er nur von dir und
deiner Hippe Irgend wo ein Wörtchen
fallen hört. Daß ich meines
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Gevatterbrief eines Buchhändlers an einen Trompet

Mein liebes Weibchen hat mich heut Mit
einem Jungen, der ins Leben Aus
muntern Augen lacht, erfreut. Ich
eile, dir von dieser Neuigkeit
Freundschaftliche Notiz zu geben,
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Lied vom Wein

Mel.  Bekränzt mit Laub den lieben
vollen Becher Geboren ward zum König
der Getränke Der Sohn der Rebenflur.
Die andern all`, so stolz auch manches
denke, Sind Unt
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Amors Kriegswesen

Mit einem Pfeilchen schoß Eupid In
seinen jüngern Tagen, Wie uns
Anakreon, Ovid Und andre Dichter
sagen. Jetzt fuhrt das kindische
Gewehr Der stolze Liebesfürst nicht
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Kunst und Natur

Mit schlauem Mienenspiel und leichten,
losen Scherzen, Gab ein zum Tanz
geschmückter Damenkreis, Bei
vortheilhaftem Licht der Herzen, Des
Schneiders Kunst, des Lockenschöpfers
Fleiß
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Das Trotzköpfchen

Mit schönen Augen, himmelblau und
klar, Sah Lottchen erst ins vierte
Lebensjahr. Sie war gebildet wie ein
Engel; Doch das verrieth schon
Erdenmängel, Daß sie ein kleiner
Trotzkopf
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Der unwissende Richter

Mit viel Gelehrsamkeit verstritt Ein
Anwalt seinen Satz vor einem schwachen
Richter. Der saß auf Kohlen da und
schnitt, Weil er kein Wort verstand,
einfältige Gesichter. Der Ad
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Das Herzfenster

Momus, der bekannte Spötter Ueber
alles Thun der Götter, Sprach zum
Feuergott Vulkan: `Alter Meister,
schmiede Waffen! Darin hast du was
gethan; Doch der Mensch, den du
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Das Amtmann-Spiel

Mädchen. Herr Amtmann, ich muß
klagen! Ist Stehlen wohl erlaubt?
Mir ward vor wenig Tagen Mein armes
Herz geraubt. Mir nahm`s im
Wiesengrunde Beim Erntef
... weiterlesen


Der Zauberbann

Nach der Weise: Der Lenz belebet die
Natur Gar lieblich tönt in stiller
Nacht Ein leichtes, muntres Lied,
Indeß ein Geisterseher wacht Und
Spukgestatten sieht. Im
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Geselligkeit

Nach der Weise: Genießt den Reiz des
Lebens Wer sich, gleich finstern
Eulen, In Einsamkeit verbannt, Den
überströmt mit Pfeilen Des Unmuths
Riesenhand. Ihm spin
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Die Fahrt ins Heu

Nach einem alten Volksliede. Ein
ehrsamer Graukopf, ein Landmann, erkor
Die Krone des Dorfs sich zur Frau;
Doch zog sie bald einen Soldaten ihm
vor, Und drang in den Alten
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Für Tanzlustige

Nach Mozarts Tanzmusik in der Oper; Don
Juan. Was, ihr Leuchen, geht über
das Tanzen? Nie verfliegen die
Grillen, hei sa! Männer, die sich mit
Büchern umschanzen, Fange
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Bunte Reihe

Nachbarschaft und Wein sind gut Hier
an unserm Tische. Scherzt und trinkt,
daß Herz und Muth Labend sich
erfrische! Traun, der Mann war voll
Verstand Und den Frau`n erge
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David Unsterns Klagelieder

Nein, ich kann nicht länger
schweigen! Höre, Welt, wie mir`s
ergeht, Wie sich immerfort ein
Reigen Böser Geister um mich
dreht. Alle Plagen, die auf
Erden Gangbar s
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Warnung

Nur ein Weilchen bläht der Mai, Und
dann huscht er schnell vorbei.
Mädchen, merket, was ich sage!
Flügel haben uns`re Tage. Endlich
welken Blum` und Strauch, Und der S
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An die Landleute

Nur Thoren verachten den Bauernstand,
Der Weise hält ihn in Ehren! Drum
bauet, ihr Pfiüger, mit Lust das Land,
Und laßt euch von Witzlern nicht
stören! Mehr Ruhm, als dem pra
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Der Kirschbaum,

oder die Schule der Duldung. Vor
alten Zeiten ritt einmal Ein Pfarrer
auf sein Filial; Doch denkt nicht,
daß Herr Nikolas Auf einem stolzen
Gaule saß; Sein Aemtc
... weiterlesen


Der Kußhandel

oder die vier weiblichen Alter. Ein
Hirtenmädchen, schön zum Malen, War
etwas kaufmännisch gesinnt: Mit
zwanzig Schafen mußt` Amint Den
ersten Kuß ihr baar bezahlen.
... weiterlesen


Daniel

Oede Trümmer Babylons! die
Lüfte Säuseln um bemooste
Königsgrüfte, Und an Euphrats Weiden
hänget nimmer Juda`s Harfenchor im
Abendschimmer. Ob die Welle noch im
Bette r
... weiterlesen


Ottmar und sein Mantel

Ottmar. Hinweg mit dir, du
ausgediente Hülle! Der Knaben Spott
verfolgte mich ins Haus. Nun ruhe dort
bei staubigem Gerülle! Mit unsrer
alten Freundschaft ist es aus.
... weiterlesen


Die fünf Zeitwörter

Praesens imperfectum - perfectum et
plusquam - perfectum futurum. Die
Zeitwörter lehrt die Sprachkunst ganz
trocken; Doch liegt in den todten
lateinischen Brocken, Theils si
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Nimm mich nicht hinweg

Ps. 102, 25. Ich falle nieder vor dem
Herrn, und sage: Nimm mich nicht in der
Hälfte meiner Tage, Unreif und elend
aus der Zeit Gott der
Barmherzigkeit: Oft,
... weiterlesen


Was ist der Mensch!

Ps. 9. Oft schon hast du mein
Innerstes Süß angelächelt, liebliche
Ferne, Nenn Morgens in dir sich die
Sonne hob, Wenn du am
Abend Lichtröthlich walletest über mi
... weiterlesen


Der vorsichtige Selbstmörder

Rosette war ein feiner Schalk! Sie sah
oft haarscharf, wie ein Fall, Den
schlanken Karl vor ihrem Hause stehn,
Und schmachtend seine Augen nach ihr
drehn; Doch immer stellte sich
... weiterlesen


Der Nachtisch

Schafft sie hineg die stolzen Braten,
Die schwere Küchenartill`rie! Mit
Ruhm vollbracht sind ihre Thaten, Der
Hunger ward bezähmt durch sie. Nun
brauche beim Nachtisch sein lei
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Die Stationen des Lebens

Schon haben viel Dichter, die lange
verblichen, Mit einer Reise das Leben
verglichen. Doch hat uns bis heute, so
weit mit bekannt, Die vier Stationen
noch Keiner genannt.
... weiterlesen


Der Herbsttag

Schon jagte gelbe Blätter Der
Herbstwind durchs Gehölz, Und rauhes
Schlackerwetter Trieb uns in Muff und
Pelz. Die Sonnenstrahlen kühlten In
Schneegewölk sich ab,
... weiterlesen


Der Besuch

Schulmeisters Hannchen war ich gut, Und
sie auch mir gewogen, Stets schmückten
Blumen meinen Hut, Die sie für mich
gezogen. Ich aber könnt` auch Meilen
weit Mich au
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Ständchen eines Geizigen

Schön Liebchen, sieh freundlich herab
auf mich, Und höre, was ich dir
bringe! Musik ist ein feineres Opfer
für dich Als Bänder und ähnliche
Dinge. Die Tugend kränkt, Wer M
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Lied bei der Geburtsfeier eines wackern Alten

Sei gegrüßt du alter Held Auf dem
Plan des Lebens! Siebzig Jahr und wohl
noch mehr Kämpfen wie ein feindlich
Heer Gegen dich vergebens. So
geschart, sind sie gewohn
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Die schöne Nachbarin

Seit ein Mädchen mich auf immer
Nachbarlich gefesselt hat. Ich
beneide keinen Fürsten, Der in
Marmorsälen thront, Wo kein solches
Mädchen wohnt. Trotz der Wach
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Die Nachtigall

So reich, als häßlich, war die
Braut Des geldbegierigen
Philander. Lustwandelnd sprachen sie
vertraut Von ihren Schätzen mit
einander. Da ließ sich eine
Nachtigall
... weiterlesen


Lob der Thätigkeit

Soll der Mensch sein Leben lang Still,
wie Pflanzen, blühen? Oder soll ihm
Thatendrang In dem Busen
glühen? Die Verschwender ihrer Zeit
Mögen dies verneinen;
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Der Wegstreit

Stolz saß ein Herr, von dessen Witz
Die Leute nicht viel Gutes sagen, Auf
seiner Sänfte Polstersitz, Und ließ
sich von Heiducken tragen. Sie
schrie`n Metrisch: Vorgesehn!
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Trinklied

Süßer Becher, geh` im Kreise, Gehe
flink von Hand zu Hand, Bring` uns nur
auf deiner Reise Nicht von Sinnen und
Verstand! Thoren freu`n sich eines
Rausches, Welcher Hop
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Der Hirtin Wahl

Tadelt nicht den jungen Hirten, Den
mein Herz sich auserkor! Alle, die
mich sonst umgirrten, Hoben schöner
sich hervor: Aber häßlich hin und
her! Keiner liebt so treu
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Eginhard und Emma

Thatenlob erhabener Seelen Ist des
Sängers höchste Lust. Sie entflammt
auch meine Brust, Eine brave That zu
wählen, Und sie jetzt euch zu
erzählen. Hört, die ihr dur
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Schälke muß man mit Schalken fangen

Till Eulenspiegel, der wohlbekannte,
Schwang sich auf seine Rosinante,
Und arm, wie eine Kirchenmaus, Ritt
er auf Abenteuer aus. Da sperrt` ein
Schlagbaum oder Gitter In
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Tischlied nach dem Vogelschießen

Triumph! Wie Helden nach der Schlacht,
Soll uns der Becher laben, Da wir
den Feind, aus Holz gemacht, Nun
überwunden haben! Mit Kron` und
Scepter saß er kühn Auf hoher
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Die Pfarrerwahl

Ums Pfarramt eines Städtleins baten
Sechs oder sieben Kandidaten. Der
weise Rath, ob einer klugen Wahl Gar
sehr verlegen und beklommen, Ließ
eines Tages auf einmal Die
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Amors Entwaffnung

Umsonst, daß man dem lieben Mond
erzählet, Was Amor uns gethan! Der
kleine Schütz, deß Bogen nimmer
fehlet, Rückt dennoch wieder
an. Er übersteigt der Klugheit Palli
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An die Geduld

Unsre Lebenswege sind bepflanzt mit
Dornen. Wehe dem, den Stacheln der
Verzweiflung spornen, Daß er ihre
Hecken wild durchbrechen muß! Weh
ihm, blutig ritzen sie ihm Hand und
Fuß!
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Der wilde Jäger und der muthige Schneider

Volkssage. Ein Schneider saß auf
seinem Tisch Und nähte für sein
Dörflein frisch. Es war schon gegen
Mitternacht, Doch gab sein Fleiß
darauf nicht Acht. Auf einma
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Vor Kinderraub

Von schlauen Werbern ausgespürt, Und
fest geknebelt und geschnürt, Ward
Fritz, der Abgott seiner Mutter, Dem
Nimmersatten Tod zum Futter, In
Frankreichs blut`gen Krieg geführt
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Die Belagerung

Vor alter Zeit ward eine Stadt Von
Feinden eingeschlossen, Und Tag und
Nacht mit einer Saat Von Kugeln heiß
begossen. Die Mauer trotzte zwar dem
Sturm; Doch bald begann
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Herr Ego

Vor grauen längst entflohnen Jahren
Gab`s einen Mann, der Ego hieß. Er
pflegte so sich zu gebaren, Daß seine
Sitten niemand pries. Er glich, voll
stolzer Eigenliebe, D
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Die weiße Rose

Vor Zeiten lebt` an Lübecks Dom, Nach
Chronikenberichte, Ein Stiftsherr
Theodulf, der Ohm Von einer schönen
Richte. Der fromme Mann erfuhr das
Leid, Daß ihm die treuge
... weiterlesen


Julie vor dem Spiegel

Was mich die jungen Männer Plagen Mit
überspannter Schmeichelei! Mein
Spiegel will mir doch nicht sagen,
Daß ich der Venus ähnlich sei. Er
spricht nur immer heut wie gestern:
... weiterlesen


Erfindung des Kegelspiels

Was schallt dort über Gartenzäune Mit
lautem Jubel in mein Ohr? Es rufen
Stimmen: `Alle Neune!` Meint man der
Musen heil`gen Chor? Ist dort ein Fest
berühmter Dichter? —
... weiterlesen


In Sandländern zu singen

Was scheltet ihr den lieben Sand,
Worin wir so bequem hier nisten? Ich
lobe mir dies weiche Land: Denn da nur
wachsen gute Christen. Der Sohn der
Berge fußt und wallt
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Gruß der Freude nach dem Frieden von Tilsit

Was schwebt für ein Engel aus Wolken
hervor Und schwinget den Palmzweig des
Friedens empor? Er streifet im Fluge
mit strahlender Hand Herab von der
Schulter ein Trauergewand.
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Lied eines Invaliden

Was seufzet ihr, Männer und
Frauen, Bei meinem Anblick so
schwer? Mein Gang ist nicht lustig zu
schauen, Doch wohlgemuth stelz` ich
einher. Ich habe sie mitgefochten,
... weiterlesen


Trinksprüche

Welch ein Nest voll Egoisten Ist die
schöne Gotteswelt! Wie den Juden, so
den Christen, Ist ihr Ich der größte
Held. Laßt uns mit dem Strome
schwimmen! Dieser erste B
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Die Cedern Libanons

Wenn sonst ein Wandrer dies Gebirg
erklomm, Weht` ihm aus tausend Wipfeln
ein Willkomm, Ein Balsamduft herüber,
Hain an Hain, Wie sprossender Smaragd
im Sonnenschein, Und durch die
... weiterlesen


Die Todtenhochzeit

Wer scheidet hier ewig von Hof und
Haus? Wen trägt man so still auf den
Kirchhof hinaus? Es ist Andreas, der
alte Mann, Der kärglich sein Brod mit
der Geige gewann; Man hat, wie er
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Der Himmelsweg

Wer sich freut, so viel er kann, Der
ist klug zu preisen. Ein berühmter
Ehrenmann Soll euch das beweisen.
`Wer nicht liebt Wein, Weib und Sang,
Bleibt ein Narr sein Lebe
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Jünglings-Aussicht

Wie ein Pilot das Meer durchkreuzt, Um
neue Welten zu entdecken, Und nach dem
Augenblicke geizt, Wann hoch den Hals
die Schiffer recken, Und Einer ruft,
von Freud` entbrannt:
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An Minna

Wie lange, Minna, soll mein Lied Zu
deinen Füßen trostlos girren? Wann
wirst du den, der für dich glüht,
Mit Schmeichelwörtchen zu dir
kirren? Soll nimmer, schlagend
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Die Ungenannte

Wie schön ist, die ich kenne, Die ich
mein Liebchen nenne! Sie wuchs, wie
Reben, schlank empor, Ihr Aug` ist
blau, wie Veilchenblätter, Und einen
Thron für Liebesgötter
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Die Hunde

Windhunde, Möps` und Pudel stritten
Um eine Hündin sich herum, Und
ärgerten durch ihre frechen Sitten
Das ganze keusche Publikum, Ein
Bürger zog die Stirn in Falten:
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Der junge Soldat

Wohlan, wohlauf! Es lohnt mit hoher
Ehre, Ein tapfrer Mann zu sein. Der
ehrene Wald der blitzenden Gewehre Sei
mir ein Lorbeerhain! Ade! Ade!
Beklaget nicht den Krieger,
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Der Kranzräuber

Zu Markte fuhr die Stadt entlang Ein
Bauer jungst mit laubbekränzten Rossen;
Und schleichend ihren Schneckengang,
Gefiel`s dem einen Gaul, daß er dem
Stallgenossen Den Kranz en
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Die Liebesprobe

Zum Thiergefecht auf rings umschranktem
Plane Ergoß sich zahllos Stadt und
Land; Und als schon kühn, mit wild
gefletschtem Zahne, Der Tiger vor dem
Löwen stand, Entschwebte sc
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Das Pilgermahl

Zum Wolfe sprach der Fuchs: `Uns starrt
vor Eis der Bart, Und hart bedrängt
der Winter unser Leben; Doch dort, wo
sich des Klosters Thürme heben, Dort
wohnen Mönche guter Art, Die
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Junker Onebart

Zur Tafel lud ein General Zehn oder
zwanzig Kriegsgefährten. Die Herren
prangten allzumal Mit langen Schnurr-
und Knebelbarten. Sein Söhnchen, das,
fünf Jahr` erst alt, Sch
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Der schlimme Fund

Zwei Freunde gingen über Feld Ein
Pudel war dabei. Sein Herr beschwor,
daß in der Welt Kein Thier so pfiffig
sei. Drauf warf er in ein
Waldgesträuch Ein blankes
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Bacchus und Amor

Zwei Herren machten einen Bund Zum
Heil und Glück der Welt. Drob preise
sie das Erdenrund, Bis es in Trümmer
fällt! Herr Bacchus und Herr Amor
seid Uns Beide hoch gebe
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Versöhnung nach dem Tode

Zwei Schlösser standen hoch und frei
Und sahn einander finster an.
Dazwischen zog ein Fluß vorbei, Und
friedlich ging er seine Bahn. Doch in
den Burgen regten sich
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Der Buchstabe R.

`Das R ist unerträglich hart!` So
hör` ich manchen Weichling schelten.
Nun ja, es rasselt, knarrt und
schnarrt; Doch, liebe Herren, laßt es
gelten! Das Kräutlein wuche
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Das Räthsel

`Den Abendflug beginnt erst die Eule;
Wie zögert heute der Stunden Lauf!
Ach, Männchen! mich tödtet die
Langeweile; Gib, sie zu verscheuchen,
ein Räthsel auf!` `Drei S
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Jost und sein Diener

`Faulenzer!` rief der Knicker Jost,
`Trag diesen Brief schnell auf die
Post!` `Ach!` sprach der Diener, `ich
bin krank, Und kann nicht aufstehn von
der Bank!` `Hm!` sagte Jost, `
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Der Bergknappe

`Glück auf!` Die Bergleute fuhren
Hinab in den Eisenschacht, Und ihre
Lampen erhellten Die unterirdische
Nacht. Dicht war mit Dornen umwachsen
Des Berges verschlo
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Die lachende Braut

`Herr Ritter,` sagte der alte
Graf, `Traut meinem Gelöbniß im
Stillen! Ein Kind ist ja doch des
Vaters Sklav Und hat nicht eigenen
Willen. `Nur ward mir jüngst von der
Toc
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Die Erscheinung

`Liebchen,` sprach ein junger Ritter,
`Herzensliebchen, weine nicht! Ach,
das Scheiden ist mir bitter, Doch mich
rufen Ehr` und Pflicht! Lebe wohl!` -
Er stieg zu Pferde,
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Der Grämling und der Frohsinnige

`Nein, sage mir, bist du
gescheidt?` Sprach Meister Paul zum
Nachbar Beit, Als über Feld sie einst
selbander gingen. `Wie kannst du jetzt
in dieser schlechten Zeit Roch Possen
reiß
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Der Schneider und sein Beichtvater

`Schon fertig? — Ei, mein lieber
Meister, Das Schuldregister war sehr
klein, Und mag nicht ohne Lücken
sein! Erleichtert Euer Herz! In`s
Reich der guten Geister Dringt
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Das Gespenst im Hohlwege

`Sieh!` sprach die alte Spinnerin, `Die
Arbeit ist vollbracht! Nun lauf` ich zu
der Amtmännin Gleich mitten in der
Nacht. Du schläfst noch morgen wie ein
Dachs, Da handl` ic
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Die Aussteuer

`Sieh, Konrad, unser Töchterlein
Verkümmert ganz vor Liebespein! Wir
müssten für den kleinen Affen Nun
endlich Rath zur Hochzeit
schaffen.` `Rath schaffen! — Frau,
d
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Das blinde Roß

`Was ragt dort für ein Glockenhaus Im
Ring des Markts hervor? Den Flug des
Windes ein und aus Hemmt weder Thür
noch Thor. Tritt Volkslust oder
Schrecken ein, Wann diese
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Der Strohmann

„Herr Pathe, was für schöne
Kirschen! Seht aber auch das
Sperlingssheer! All` diese Näscher
wegzubürschen, Gebricht`s an Pulver
und Gewehr. Ein Strohmann scheint in
solchen
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