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Gedichte - Betty Paoli


Antik und modern

Alte, neue Poesie, - Was ist d`rüber
nicht zu lesen! G`rade so, als wären
sie Eines nicht im tiefsten
Wesen! G`rade so, als wenn der
Strahl, Den Horaz einst liebvoll hegte
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An deiner Brust

An deiner Brust ist meine Stelle, In
deinen Armen mein Asyl! Mich warf des
Sturm`s empörte Welle An dieses bang
ersehnte Ziel. Die Gaben, die das Leben
zieren, Jedwedes Gut
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Die unbekannten Freunde

An Fürstin Caroline Wittgenstein. Der
Dichter wandelt einsam durch das
Leben! So ist es und so war`s zu allen
Zeiten. Entsagung nur darf ihm zur Seite
schreiten, Wenn holde Bande
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Am 5. September

An Ida. Als dämmernd noch das Leben
vor mir lag, Mein Herz noch nichts
errungen, nichts verloren, Nicht ahnt`
ich da, daß mir an diesem Tag` Mein
bestes Kleinod ward zur Welt ge
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Mein Ruhm

Das ist mein Stolz, daß ich in diesen
Tagen, Wo feige Rücksicht so viel
Zungen bindet, Und fester stets das
Reich des Trugs begründet, Der Wahrheit
leuchtend Banner kühn getragen;
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Aus dem Talmud

Das Werk der Schöpfung war
vollbracht, Es lobte der Gestirne
Pracht Den Herrn mit lichten
Flammenzungen. Gesondert waren Fluth und
Land, Der blaue Aether ausgespannt, Der
Stoff vo
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Aus Herzenstiefen

Deine Liebe hab` ich nie begehrt, Weil
ich ihrer mich nicht werth erkenne, Aber
wissen sollst du, daß, verklärt, Ich
als Opferflamme für dich brenne. Wie
es also kam, ich weiß
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An Jan Matejko

Dem Vaterland hast du die Kraft
geweiht, Von der im tiefsten Wesen du
durchdrungen, Und Farb` und Form sind
dir nur Flammenzungen, Zu künden deiner
Heimat Ruhm und Leid! Du zeigs
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Carpe diem!

Der Zukunft pocht dein Herz entgegen Mit
jedem Pulsschlag, jedem Hauch? Gemach!
ob Fluch ihr Theil, ob Segen Weißt du
es auch? Weißt du, ob, wenn sie einst
gekommen, Die f
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Unsere Sprache

Deutsche Sprache! Zaubergarten Du, mit
Blumen aller Arten Reich und wundersam
bekränzt! Schacht, in dessen dunkeln
Gängen Gold und Eisen sich
vermengen Und der Lichtkarfunkel gl
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Den Zukunftschwärmern

Ein neues Leben, meint ihr, wird
beginnen, Wenn vor dem Licht, das eifrig
ihr entfachtet, Der Wahn, von dem die
Welt jetzt noch umnachtet, Wie Nebel vor
der Sonne wird zerrinnen?
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Das befreiende Wort

Ein Wort hab` ich erkoren, Das in der
Lebensschlacht Ein Schutz, stets
unverloren, Mich hieb- und schußfest
macht. Man lernt es nur mit
Schmerzen, Doch wer`s erlernen kann,
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An die Natur

Es pfleget die gedankenlose Gilde, Zum
Jubel stets bereit wie zum
Verzagen, Jetzt kalter Grausamkeit dich
anzuklagen, Und wieder dann zu preisen
deine Milde. Sie messen dich nach
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Liebesgroßmuth

Fragen möcht` ich dich mit süßem
Bangen, Wie sich deine Lieb` zu mir
verloren? Nach dem Höchsten
durftest kühn du langen Und statt
seiner hast du mich erkoren! O ich
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Einem Weltling

Fruchtlos hab` in Schmerzenstoben Ich
vor dir geweint, geras`t; Und die Welt,
sie wird dich loben, Daß du mich
verlassen hast. Rühmend wird sie zu
dir sagen: `Kluger Mann,
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Es war zu leicht

Ganz hatt` ich mich dir hingegeben Mit
ächter Freundschaft Heldenmuth, Mein
inn`res wie mein äuß`res Leben, Mich
selbst befohlen meiner Huth, Aus meines
Herzens dunklem Stollen
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An Julie Rettich

I. 1863. Der Zweifel, dessen düst`res
Zeichen In Nacht und Öde uns
verbannt, Kann nimmermehr ein Herz
beschleichen, Das dich, du Herrliche,
erkannt! Wie bitt`
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Andreas Baumkirchner

I. Das also der Lohn für stete
Treu, Für Hilfe in Todesnöthen, Daß,
spottend jeglicher Scham und Scheu, Mein
Recht sie mit Füßen treten? Dem Kaiser
zu helfen, hab` ich
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An Helene

I. Geliebtes Kind! zum Trost, daß
ferne Von dir die Welle mich
verschlug, Wie ruf` ich mir so oft, so
gerne Zurück dein Antlitz, Zug für
Zug! Als wär`st du leibhaft mir
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Vorbei

Ich hoffte einst auf schöne Tage Und
lauschte mit erschloss`ner Brust Der
mährchenhaften Wundersage Von ewig
heitrer Liebeslust. In jugendfrohem
Uebermuthe Glaubt` ich von jedem
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Ich

Ich kann, was ich muß! o seltnes
Geschick! Ich will, was ich muß - - o
doppeltes Glück. Mein Herz ist an
Stärke dem Felsen gleich, Mein Herz
ist, wie Blumen, sanft und weich.
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Ihr nennt mich stolz?

Ihr nennt mich stolz? Wer hat mich so
gemacht? Ihr selbst, die mich betrogen
und verrathen! Die Regung, die ihr
schmäht, ist erst erwacht, Als ich mein
Thun verglich mit euern Thaten!
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Den Poesieverächtern

Ihr scheucht die Poesie Von eu`rem
Herde, Und ahnet nicht, daß sie Das
Salz der Erde! Daß Nebel nur und
Rauch, Was ihr beginnet, Wenn`s nicht
durch ihren Hauch Bestan
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An Ivan Turgenieff

In Ehrfurcht lass` mich diesen Gruß dir
senden, Du großer Meister, dem die
Macht gegeben, Den wirr verschlung`nen
Knoten, Menschenleben, Zu lösen mit den
sichern, weisen Händen!
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Im Walde

Jüngst hab` ich drüber
nachgedacht, Verstimmt und
unzufrieden, Was mir die Gabe
eingebracht, Die mir Natur
beschieden. Mit welchem Kranze mich
umlaubt Mein Dichten und mei
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Choral

Nach dem Polnischen des Cornelius
Ujiwski. Mit dem Dampf des
Bruderblutes, mit der Brände lohem
Wallen Schwinge dich, du Schrei des
Jammers! aufwärts zu den
Himmelhallen! Steig empor,
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Rückblick

Nein! begreifen kann und fassen Ich den
eig`nen Wahnsinn nicht! Warum hab` ich
dich verlassen, Meiner Seele Luft und
Licht? Strahlten deine Augensterne Mich
nicht an, voll m
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Bruch der Freundschaft

Nessun maggior dolore. Ob auch nur
schwer, doch läßt es sich
verwinden, Wenn Liebe ihren flücht`gen
Schwur uns bricht. Wie sollten mit dem
Lebensfrühling nicht Auch seine Düf
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Nichts kommt in des Lebens Reiche

Nichts kommt in des Lebens Reiche Nahe
jener Lust, Die mich faßt, schmieg` ich
die bleiche Stirn an deine Brust! Die
mein Innerstes erschüttert, Wenn dein
Blick mich grüßt,
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In`s Album einer Braut

Nimm ihn freundlich auf den Gruß, Den
die Scheidende dir sendet, Ehe sich ihr
flücht`ger Fuß Hin zu neuen Zielen
wendet. Eine liebevolle Hand Schlichte
dir des Lebens Wir
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Mit dir!

Nimm mich mit, wohin dein Fuß auf des
Lebens Pfaden gehet, denn da weht mir
Heimatgruß, wo dein süßer Atem
wehet. Nimm mich mit, wenn kühn dein
Geist fliegt durch alle
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Bei der Enthüllung des Schwarzenberg-Monumentes

Sei mir gegrüßt, du edles
Heldenbild! Zu Ehren eines Sieges
aufgerichtet! Gegrüßt wie ein
Erinnern, welches mild Die gramerfüllte
Gegenwart durchlichtet. Denn schwer ist
und bekümm
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Seelenzauber

Sie sagen, hingeschwunden sei Die
Schönheit, die dein Haupt
bekränzte, Als noch ein wolkenloser
Mai Der Jungfrau Leben heiter
glänzte. Gleichgiltig bald, bald
heuchelnd spricht
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Bewältigung

Und weil ich einst in dunkelsel`ger
Stunde Dir weihte meines Lebens Lust und
Gram, Weil gottbegeistert ich von deinem
Munde Der Liebe süß bestrickend Wort
vernahm, Weil meine Br
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An einem Sarge

Unsel`ger du! der Dichter sich
genannt, Ohn` daß die heil`ge Flamme
ihn durchdrungen! Für einen Traum, der
trugvoll dich bezwungen Hast du dich von
der Wirklichkeit gewandt! Das
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O frage nicht!

Warum, im Innersten zerrissen, Mein
gramerbleichtes Angesicht Ich von dir
wende, willst du wissen? O frage
nicht! Ob deiner Stimme
Zaubergrüße, Die Schönheit, die dein
Ha
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Triolet

Was ewig schien, das wäre nun
beendet? Es kann nicht sein! Kalt
hättest du dein Herz von mir
gewendet; Es kann nicht sein! Unselige!
die blutend und verblendet, Nachdem sie
ihren
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Unbewußtes

Was fragst du mich, wie es wohl sei
gekommen, Daß also hell der
Liebesstrahl entglommen, Der meines
Daseins schönes Sonnenlicht? Ich weiß
es nicht! Was fragst du mich, wie ich
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Was gestern noch als Wahrheit...

Was gestern noch als Wahrheit hat
gegolten, Ein blinder Irrtum wird es
heut gescholten. Fehl geht, wie oft! des
Forschers mühvoll Streben, Und keine
Lösung wird dem Rätsel: Leben. Der
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Treue

Was macht so edel und so schön die
Treue, Womit ein standhaft Herz die Welt
bezwingt? Der dunkle Zug ist`s, welcher
es bedingt, Daß gern am Wechsel sich
der Mensch erfreue, Uns
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Trennung

Was wir gelitten und erduldet Durch
meine Fehler, deine Schwächen, Was du
geirrt, was ich verschuldet - Wir wollen
nicht darüber sprechen. Wer an dem
Zwiespalt unsrer Tage -
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Der Freundin

Wenn deine Hand in meiner ruht, Mein
Herz den Schlag des deinen
fühlet, Denk` ich nicht mehr der
dunkeln Fluth, Die leis` mein Leben
unterwühlet. Vergessen ist, was ich
erfuhr,
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Frühlingsahnung

Wenn des Winters starrer Traum Berg und
Flur mit Schnee bedecket, Jeder dürre
Zweig am Baum Jammernd sich gen Himmel
strecket: Kannst du da begreifen,
sag` Wie nach wen`gen
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Am Morgen

Wenn du vom nächt`gen Schlaf
erwacht, Wird dir die Frage
frommen: Welch sprungbereiten Unglücks
Macht Kann über mich heut kommen?
– Um, wenn es wirklich dich
beschlich, Nicht
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Das Entscheidende

Wenn ein Gedanke dich durchhellt, Bei
dem du zweifelnd dich mußt fragen, Ob,
ausgesprochen, er der Welt Verderben
oder Heil wird tragen: Dann lass` die
mögliche Gefahr Ihm
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Täglicher Tod

Wenn Mehlthau auf die Blume fiel, Da
sinkt sie ohne Hoffen, Und ward ein Baum
des Blitzes Ziel, Stürzt er, zu Tod
getroffen. Und wenn in einer
Menschenbrust Err
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Letztes Gedicht

Wenn quälend mich die Angst
beschleicht, Mein Teuerstes auf
Erden, Mein Liebstes könnte mir
vielleicht Einst noch entrissen
werden; Dann tröstet der Gedanke
mich: `Weshalb davor
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An einen Künstler

Wie dauern mich die Armen, die da
meinen, In Lieb` und Treue sich dir zu
vereinen, Mit dir zu schließen einen
heitern Bund! Sie ahnen nicht, in ihren
Traum verloren, Den Gott, der dich
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An die Entfernte

Wie der Gefang`ne, der mit matter
Hand, Das Herz von bitterm Sehnsuchtsweh
durchquollen, Die Tage seiner Haft, die
trauervollen, Verzeichnet an der grauen
Kerkerwand: So, – wenn
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An Gastein

Wär` dir sonst nichts zu Theil
geworden, Als deine Schönheit nur
allein, Genug war`s um aus Süd und
Norden Hieher zu zieh`n der Wand`rer
Reih`n. Und wär` dir keine andre Gabe
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An Heinrich Anschütz

zu seinem achtzigsten Geburtstage,
1865. Des innern Frühlings zaubervolle
Blüthe, Der Frost des Alters macht sie
nicht erbleichen! Deß bist du selbst
ein hochbegnadigt Zeichen,
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Blick in die Tiefe

`Was stehst du so düster und von mir
gewandt? Was seh ich verhüllend die
zitternde Hand An`s strömende Auge dich
pressen? O laß uns, Geliebte! den
peinlichen Streit, Der unsre Gemüt
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Bescheid

»Was einst so heiß, so stürmisch mich
durchbebt, »Die Wonnen, die mich
himmelan getragen, »Das Weh, das
glüh`nde Wunden mir geschlagen, »Wie
ferne sind sie meinem Geist
entschwebt!«
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