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Gedichte - Bruno Ertler

Vorübergehen

Alles ist ein Vorübergehen –
Grüßen – tastendes Händereichen –
und wenn wir uns in die Augen sehen,
so ist es ein Fragen, ein Abwehr-Flehen,
halbes Begreifen – ... weiterlesen


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Der Weg

Am Abendhimmel standen die Sterne,
der Glocken betendes Dämmerlied
schlich sehnsuchtstraut aus träumender Ferne.
Die Grillen schrillten am Wegesrand,
zwei Menschen ... weiterlesen


Meer

Aus der Unende
nach der Unendlichkeit
ziehen die Nebelschwaden
über das ewige Meer.

Dunkeldrohend
senkt sich die schwarze Tiefe,
düsterschattend
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Zwischenspiel XI

Ave Maria!
Gegrüßt seist du, Königin,
Mutter und Martyrin,
Liebevertraute!

Zu dir beten
ist außer sich stehen –
im Überweiten
willig ... weiterlesen


Der Fremdling

Becherklingen, Farbenlichter,
lustumwunden Falsch und Wahr,
heiß vom Tanze die Gesichter
seitwärts huscht ein einig Paar. –
„Wo die hohen Tannen rauschen,
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Zwischenspiel VI

Daß wir uns heute – heute erst fanden – –
Wie nenne ich sie mit brennenden Namen,
die es verschuldet!
Wie treff` ich uns mit zorniger Klage,
die wir` s geduldet!
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Buchsegen

Den Frauen meiner Wege

Durch den großen Garten gehen,
Klingen hören, Leuchten sehen,
Froh bejahen, tief erleben,
Vom Erlebten freudig geben –
Wär`s ... weiterlesen


Sternschnuppen

Den nachtblauen Himmel hinunter
fährt ein Stern.
Warum? In welche Weiten?
Ich wüßtt` es gern.

Ich habe dem flimmernden Flüchtling
lange nachgedacht
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Föhn

Die Erde wittert junge Kraft
und Wettersturz und Leidenschaft,
weit ist ein Brauen und Wehen –
Die Wolken schäumen in roter Blust,
als wär` ihnen erster Werdelust
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Zwischenspiel XII

Die Sonne zittert im jungen Laub,
durch wehende Lüfte schwimmen
im alten Dreiklang des Feiertags
verhaltene Glockenstimmen.

Nun richten sie dir die Hochzeit ... weiterlesen


Drei Stunden

Drei Stunden hat der Tag;
die andern sind ein Warten,
ein langer, harter Weg
zu einem lieben Garten.

Drei Stunden hat mein Tag;
das andre ist leere Zeit,
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Lilith

Du aber bist die Gefahr der halbwachen Stunden,
bist die erwartete Feindin, nie überwunden,
gleißende Münze der Welt für den tiefsten Verrat,
Schrei des Versinkenden, Seele ... weiterlesen


Zwischenspiel VII

Du betest: „Lieber Vater, gib,
daß ich den Weg behalte,
und laß nicht, was mich gläubig trieb,
als Blitz und Flamme walten.

Gib meine wachen Sinne nicht
... weiterlesen


Gebet

Du hast mir, Gott, dies wilde Herz gegeben –
Du weißt, warum.

O mach` es hart wie Erz
und gib mir Eisenkraft
und eine Flammenzunge,
dich zu künden
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Blüten

Durch die Blütenzweige
Spielmann Frühling zieht,
hell von seiner Geige
springt ein Reigenlied.

Und ich hab` das Singen
dir ins Herz geküßt:
... weiterlesen


Zwischenspiel IV

Ein großes Atmen ist in meinem Sein –
Alles Belebten gottvolles Regen,
alles Gewollten formender Segen –
So Bild, wie Seele – Meer, wie Uferstein.

Wo sich ... weiterlesen


Schattenriss

Eine feine, weiße Wolke
schwimmt im lichten Abendhimmel.

Dunkelschattig, zartgesondert
ragen schwarze Fichtenkronen,
Giebeldach und Zaun und Brunnen,
wie ... weiterlesen


Es war

Eine Stunde weiß ich,
da der Abend kam
und des Tages Glühen
mit sich nahm.

Blaue Augen weiß ich,
dunkelgoldnes Haar,
eine weiße Stirne
... weiterlesen


Weisst du noch...

Einer Lampe matter Schimmer,
Dämmerschatten rings im Raum,
Bilder aus verblühten Tagen,
einer Standuhr Ticktacktraum -

Und mein Haupt in deinem Schoße,
... weiterlesen


Herbstgedanken

Einst war es so schön und so duftig drauß`,
es klang und sang über Berg und Tal
von Glück ohne Reue, von Lieb` ohne Qual
und die Welt war ein farbiger Hochzeitstrauß,
... weiterlesen


Liebesnacht

Es gibt keine Welt
es gibt keinen Tod
kein drängendes Irren mehr
und kein Morgen-Erwarten.

Reiner Bereitschaft zuckendes, großes `Ja!`
hüllt uns in ... weiterlesen


Fensterpromenade

Fast alle Häuser schlafen noch in der alten Gasse.
An ihren Schnörkeln und Giebeln hängt der graue, nasse
Morgennebel in boshaft träger Masse.

Ich weiß ja, Lilith, ... weiterlesen


Nach dem Sturm

Gefall` ich dir am Ende?
Das tut mir herzlich weh.
Laß deine lieben Hände
von mir - und geh - und geh - - .

Magst einen andern kosen
und mit ihm ... weiterlesen


Eva

Heilige! Wunderbare!
Traum meiner frühen Jahre,
erstanden zur Wirklichkeit,
mit dem Atem der Erde geweiht –
Eva –!

In deiner Augen umfangenden ... weiterlesen


Abend

Hinter blauen Bergen
glüht der Abend aus.
Segen sinkt hernieder
Über Baum und Haus.

Brennende Leidenschaften
werden ein mildes Licht,
irrender Tage ... weiterlesen


In den Büheln

Hügel auf und ab Korn und Wein,
lehmiger Weg durch Wiesen im Sonnenschein.

Hinter dem Riegel, wo die zwei Pappeln stehen,
muß zwischen Brombeerbüschen ein Hohlweg ... weiterlesen


Letzte Nacht

Hörst du? es mahnt der laue Wind
draußen in knospenden Bäumen,
küßt in der silbernen Lenzesnacht
tausend ahnende Blüten wach
treulos tollt er und flieht ... weiterlesen


Frage

Ich habe die Sonne gefragt:
„Was wirst du mir heute geben?“

Wach` auf! Wach` auf! Es tagt!
Schaffen sollst du und leben
und fragen nicht!

Ich ... weiterlesen


Zwischenspiel II

Ich weiß deinen Weg – und brauche ihn gar nicht zu sehen;
denn früher einmal, vor vielen, langen
Jahren bin auch ich dort gegangen,
wo im Garten am Bach die farbigen Häuser ... weiterlesen


Zwischenspiel I

In dem finsteren, freudleeren Amtslokal,
wo mein buckliger Vetter Schreiber ist,
und zwischen Paketen, Papieren und Mist
immer noch glaubt an den Sonnenstrahl,
der ... weiterlesen


Erwartung

Komm! Warum säumst du noch?
Sieh: Meine Lampe aus Rohr
mit gelbem Papier umspannt
glüht in der Kammer.
Liebe, was säumst du?

Hörst du: Ein Einsamer ... weiterlesen


Zwischenspiel IX

Lang war ein Schweigen
überall –
wir sahen nicht Feld und Berg,
nicht Wolken –
nur weit – weit – drüber weg
– Himmel weiß, wohin –
wo wir uns ... weiterlesen


Liebelei

Lächelt der Sonnenschein,
schwindet der Schnee.
Warm wird dem Herze mein,
wenn ich dich seh`.

Weit in die Welt hinein
flattert mein Glück,
und in ... weiterlesen


Stille Stunde

Mein Herz geht still.
Es stürmt nicht mehr
und stockt nicht mehr,
es singt ein Lied
in ruhigem Takt,
ein reiches, abendtiefes Lied,
ein Lied vom Glück.
... weiterlesen


Der Bettler

Mein Sinn ist hoch und stolz mein Herz,
Unnahbar ist mein Glaube –
Und stehe doch – ein Bettelmann –
am Wegesrand im Staube.

Ich habe, was ihr alle sucht
... weiterlesen


Zwischenspiel V

Mein Vetter las ein altes Buch
mit Gedichten vom Leben und Lieben
und hat, wo die innigsten Verse stehn,
deinen Namen dazugeschrieben.

Und, als er merkte, daß ich ... weiterlesen


Gang durch die Tiefe

Mich hat die Tiefe verschlungen.
Hoch über mir
schlug das Meer des Tages zusammen
und was droben gleißt,
was flieht und jagt und lügt,
die Sonne sucht und die ... weiterlesen


Zwischenspiel III

Mit jedem Schritt vergingen
wir tiefer im wogenden Feld,
im Leben von tausend Dingen,
die sich in unserem Schweigen
im stummen Abendreigen
verliebter Falter fingen ... weiterlesen


Nachklänge

Nun klingt es nach
über die Gärten hin,
wo es früher still war und einsam –
ein Lied, das verweht
und voll Schönheit war. –

Alles, was Leben ... weiterlesen


Zwischenspiel X

Oh, die ergebenen Frauen zu sehen,
wie sie müde mit ihren Gatten gehen –
und zu denken, daß sie vor kurzen Jahren
starke, hochfordernde Mädchen waren,
die nun alles ... weiterlesen


Ereignis

Rot und heiß,
fordernd und reißend
brandest du.

Glühend lockt deiner klaffenden Tiefe Grund,
und was Leben jauchzt in dir,
was in dir Sterben droht,
... weiterlesen


Die Stunde

Schweige still und erkenne:
Niemand ist dein Genoß.
Willst du der Stunde zürnen,
weil sie vorüberfloß?

Hat dich ihr Licht auch verlassen,
war es doch ... weiterlesen


Schwere Tage

Schwere Tage sind.
Grau fröstelt der Himmel
und es friert dein Herz.

Tage wie müde Schnecken,
Tage, an denen du nur
blassen, hungernden Kindern
und ... weiterlesen


Bitte

Senke mir die Rosenkrone
tief in meine Stirne.

Sehnsucht ließ zu dir mich finden
und den fernen, müdgetäuschten,
lieben, dummen Kinderglauben
hast du ... weiterlesen


Nebel

Sie trieben mich fort in ein nebliges Land,
mir Liebe und Lenz zu verpatzen.
Ich geh` durch den Ort, einen Stock in der Hand,
und zähle die grauen Katzen.

Ich ... weiterlesen


Osternacht

Silberlichte Wolkenelfen
schäkern mit dem hochbejahrten,
immer noch verliebten Mond.

Aus dem hohen Giebelfenster,
wo des knurrig strengen Alten
schöne ... weiterlesen


Ewigkeiten

So beginnen Ewigkeiten – –

Wenn von herbstdurchbebten Bäumen
still die Blätter nieder gleiten,
wenn in blauen Sehnsuchtsweiten
eines Vogels Lied verweht – ... weiterlesen


Nächtlicher Gang

Still ist die Nacht, die toten Gassen schweigen
und einsam hallt mein müder Schritt.
Die Sehnsucht kam und löst` mich aus dem Reigen
und nahm mich mit.

Fern ... weiterlesen


Frühling

Tage kommen frohen Schrittes
liederhell mit lichtem Blick -
leicht in reichen Geberhänden
jede Stunde trägt das Glück.

Tage streuen milden Segen
aus der ... weiterlesen


Frühe Tage

Tage kommen, da es durch kahle Bäume weht
und alles in dir dem Gewaltigen offen steht –

und dann ist eine Nacht, zu heilig für den Schlaf,
in der dich der Herr mit ... weiterlesen


Heimkehr

Und als ich wiederkam, da war es Nacht,
dein Fenster dunkel - und der Regen fiel,
ein Windhauch flüsterte im schweren Laub,
das zart erwachen wollte, als ich schied. -
... weiterlesen


Nachher

Und daß es wieder ein Nachher gibt!
Diese fragenden Räume und leeren Zeiten
und die plötzlich verzerrten anderen Seiten
an allem, was man um eines geliebt!

Daß ... weiterlesen


Abschied

und nun leb` wohl.
Noch einmal deine Hand
und gelt: Du denkst an mich,
wenn`s Abend ist wie jetzt
wie jetzt.

Es wird ja lange sein,
eh`s wieder wird ... weiterlesen


Heimliche Liebe

Und wenn sie dich umschwirren
und Schmeichelworte girren
galant und zart,
wenn ihre Augen spielen
und wenn sie nach dir schielen
verliebter Art -

Und ... weiterlesen


Ungesagte Worte

Ungesagte Worte sind,
die nur Wunsch und Wahn geblieben,
wie ein ungebornes Kind,
das wir sehnend lieben –

Seele, welche Form nicht fand,
heiße Bäche, ... weiterlesen


Zwischenspiel VIII

Wenn auf den hohen Altären
die letzten Brände verrauchen
und die großen Seltenheiten
ins Taggewohnte tauchen,

dann ist noch ein heißes, langes,
... weiterlesen


Zwischenspiel

Wenn es ein Wunder gibt, so ist es dieses:
daß Gott uns beides legte in die Brust,
die Seligkeit des reinen Paradieses
und seiner Erde menschenechte Lust.

Und was ... weiterlesen


Gesegnete Stunde

Wenn in die Wipfel vor dem Haus
die ersten grauen Schleier sinken
und über blauer Berge Rand
die ersten Silbersterne blinken,

dann wünschte ich, du wärst bei ... weiterlesen


Spruch

Wer einmal tief aus dem Innern geweint
und aus jubelnder Brust gelacht,
der versteht den Tag, wenn die Sonne scheint,
und die raunenden Schauer der Nacht.

Und wer ... weiterlesen


Ferne Stunde

Wir werden nicht mehr oft mitsammen gehen,
was wir einander sagten, wird verwehen,
und vergessen sein, was ich und du gesehen. -

Aber vielleicht - ferne - fern einmal ... weiterlesen


Narrenliebe

Zum Narren sprach die holde Königinne
– ein spöttisch Lächeln lag um ihren Mund,
desgleichen lächelte der Hof im Rund –:
„Sag`, Schellenohr, was hältst du von der ... weiterlesen



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Gedichte vom Autor Bruno Ertler

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