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Gedichte - Carl Busse


Allein

(An meinen Hund) Seit du mir fehlst,
wards in den Arbeitsnächten So lautlos
still ... Sonst fühlt` ich, treu
gesellt, Dein Leben doch in all der
Totenruhe, In der die Nacht
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Elsa

(Augsburg) I. Erste
Begegnung. Schlender` ich gestern so
kreuz und quer In allen Straßen hin
und her, Droben am neuen Theater
vorbei Und an der hundertsten Bi
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Michaelskirchplatz.

Abendschwärmer zogen um die
Linden, Von den Kähnen sangen
Schifferknechte, Hob sich manchmal in
bewegten Winden Deines Haares eine lose
Flechte. O wie selig dir die Wangen
glühten
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Abendstille

Abendstille, weich und warm, Kaum ein
Hauch zu spüren, Stehn die Mädchen
Arm in Arm Plaudernd vor den
Thüren. Fliegt das Mäulchen noch so
spät Ohne Ziel und Maße
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Das Vogelschlagen

Ach, heut läßt das Vogelschlagen Mir
auch gar kein Stündchen Ruh, `Junker
Bülow ... Junker Bülow!` Ruft mir
fern der Pirol zu. In den Lüften
klingt die Lerche, A
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Spielmannslied

Als die warmen Quellen gingen Jubelnd
durch den Frühlingsschein, Zog ein
Singen und ein Klingen In die Höhn und
Herzen ein. Frühlingsfluten in uns
beiden Wogten auf
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Klingendes Liedel

Als ich heut den Feldweg schritt, Zog
mir stets ein Klingen mit, Polenlieder,
lastig-kecke, Folgten mir die ganze
Strecke, Ach, und alles that sie
singen, Die da fuhren, die d
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In der Kirche

Auf schwarzem Sammtgrund
Silberstickerein, Gelbrötlich flammen
bleiche Altarkerzen, Die Orgel braust
und singend fällt dann ein Des
Priesters Beten: Aufwärts hebt die
Herzen!
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Zukunft

Augen, die noch nicht sehen, Werden
mein Grab einst blühen sehn; Füße,
die noch nicht gehen, Werden daran
vorübergehn. Lippen, die noch nicht
lachen, Werden sich
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Traumbild

Aus jenen tiefsten Tiefen meiner
Seele, Wo längst begraben meine Toten
ruhn, Hob sich dein Bild.  
         
        Es kam ein
dunkles Au
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Beim Sechsundsechzig

Blappern, Plaudern,
Kartenmischen, Lieblich-leises
Lampenlicht, Alte Tanten und
dazwischen Jung dein ros`ges
Angesicht. Unsre Seelen jauchzen,
schweben, Blicke wandern
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Bleiches Gesicht

Chorknaben gehn im blassen Kleide, Die
Kerze flammt, der Priester singt, Und
raschelnd knistert all die Seide, Wenn
betend er die Hostie schwingt. Du
Mädchen mit dem Zug der
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Auf der Reise

Das kann nicht anders werden, Wir alle
wandern ja, Sind Gäste nur auf
Erden Und für die Reise da. So laß
das Glück denn treiben, Das ist nun
einerlei, Wir d
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Reifes Korn

Das reife Korn rauscht in der
Vollmondnacht, Mich hat das Rauschen um
den Schlaf gebracht. Mich trieb die
Sehnsucht weit ins Land hinein, Mit
vollen Aehren ganz allein zu sein.
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Morgengang

Das wird ein Tag der Gnade Für Blume,
Blatt und Strauch: Ganz kerzengrade
Pfade Nimmt heut der blaue
Rauch. Die Gräser an den Wegen Sind
schwer von Morgenthau,
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Plötzliches Glück

Daß mir das Glück die Brust nicht
sprengt, Das kann ich mir kaum
deuten, Nun mit Juchhei den Hut
geschwenkt, Gelacht vor allen
Leuten! Laß doch die Leute Leute
sein, Laß a
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Abendgebet

Der Abend steigt ... Der
Purpurschleppensaum Der Fürstin Sonne
liegt noch rot und blendend Im Westen
da, und wie in wachem Traum Stehn rings
die Aehren ... Seinen Schrei
entsendend
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Zwei Freunde

Der eine bat und flehte, Sein Freund
that nichts dazu, Der eine liebt die
Grethe Und geht dem Garten zu. Da
hört er süße Worte, Ein Stammeln in
der Nacht - D
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Wiegenlied

Der Herbstwind rauscht, der Herbstwind
zieht Und geht die Blätter
färben, Ich kenn` ein altes
Ammenlied, Das ist so süß zum
sterben. Das träumte mir ins Herz
hinein
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Erster Frühling

Der Schnee rinnt über die Dächer Und
schmilzt in Thränen hin, Schon spannt
den goldnen Fächer Die
Wolkenkönigin. Wie der Glanz
lichtflackernder Kerzen Will es her
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Juli-Sonntag

Der Sonntagswind streichelt das
Binsenmeer, Darüber gaukeln Libellen
her. Ein alter Fischer im Kahne
ruht, Und gleißend und glänzend dehnt
sich die Flut. Ein Rohrs
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Südlandstraum

Die Blütentrauben der
Syringen Durchranken weiß das
Sommerland, Von fern hörst du die
Wellen singen, Verklingen an Italiens
Strand. Die letzten roten
Abendgluten Ziehn übe
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Der Sternseher.

Die Jahre gehn vorüber, Auch ich geh
bald zur Ruh, Da schau ich immer
lieber Dem Lauf der Sterne zu. Ich
kann mich oft noch freuen Recht wie ein
großes Kind,
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Die Verlassene

Die Mutter hat mich oft gefragt, Der
Mutter hab` ich nichts gesagt, Die
Sommernächte sanken, Die Quellen
fielen leisen Schalls, Er hing das
Kreuz mir um den Hals, Das mußt`
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Perdita

Die Nächte durchtollt in berauschendem
Tanz, Es leuchtet mir flackernder
Kerzenglanz. Ein Männerarm hält mich
umfangen. Mit weißen Rosen die Brust
bedeckt, In den Kelchen schäum
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Im Dom zu Gnesen

Die Orgelklänge treiben Hin durch den
Krönungsdom, Es liegt in den bunten
Scheiben Ein voller Sonnenstrom. In
Stößen in schwülen,
süßen, Durchbrodelt der Weihra
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Drei Wandrer

Drei Wandrer sind gegangen, Und als der
Abend fiel, Da trugen sie
Verlangen Nach frohem
Kartenspiel. Der Jüngste sprach:
`Ich bitte, Sagt an, geht es um Geld?`
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Otti

Du küßtest mich so toll, so
wild, Daß ich dich nie vergeß`, Was
scheerte dich dein Wappenschild Du
kleine Baroneß! Dein Wappen war mein
rotes Herz, Die Krone war mein Lie
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Meiner Mutter

Du warst so jung noch, ach, so jung und
gut Und mußtest sterben.. Lange, Lange
Nächte Saß ich bei dir an deinem
Krankenbett, Die schlanken, hagren
Hände in den meinen, Und horcht
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Durch den Wald...

Durch den Wald sah goldig-klar Ich ein
seltnes Leuchten fliegen, Wie auf
blondem Frauenhaar Sonnen, heiße
Sonnen liegen. Später dann ists
bleich und licht Durch den
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Ein blauer Sommer...

Ein blauer Sommer glanz- und
gluthenschwer Geht über Wiesen,
Felder, Gärten her. Die Sonnenkrone
glüht auf seinen Locken, Sein warmer
Atem läutet Blütenglocken. Ein gold
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Blauer Sommer

Ein blauer Sommer, glanz- und
glutenschwer Geht über Wiesen, Felder,
Gärten her. Die Sonnenkrone glüht auf
seinen Locken, Sein warmer Atem läutet
Blütenglocken. Ein goldnes Band
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Sonntag

Ein bleiches Licht lag über allen
Straßen Und auf den Feldern war ein
heiliger Friede Und durch die Luft,
unsichtbar jedem Auge, Schritt Gott
einher.         &n
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Heidebild.

Ein ferner Hauch geht durch die
Luft Von umgebrochnen Ackerkrumen, Es
stehn in Glanz und Abendduft In Rot und
Gelb die Heideblumen. Flugmüde aus
den Höhlen zieht Zu
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Schlechte Zeichen

Ein Mädchen schlich sich fort von
Haus, Ging singend in den Wald
hinaus, Wollt` unter grünen
Buchen Versteckte Pilze suchen. Ein
altes Weib kam grad entlang Und wün
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Schneidermär

Ein Schneider zog einst über Land, Das
Ränzchen auf dem Rücken, Und wo er
blaue Blumen fand, That er sich
zierlich bücken. Ein Schneider zog
einst über Land, Schafgarbe w
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Meerbild

Ein steigender Felsen nur weit und
breit, Sonst wellenblaue
Unendlichkeit. Ein freudiger Wind
bläst drüber her Und gräbt sich
schwankende Thäler ins Meer. Vom bla
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Königin der Nacht

Entfalte des Kelches Pracht, Hörst du
die wiegenden Töne? Leuchte in weißer
Schöne, Königin du der
Nacht! Mondlicht zittert im
Thal, Wandelt durch ewige Räume,
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Meeresleuchten.

Es hat das Meer in blauem Glanz Die
ganze Nacht geleuchtet, Bis dann des
Frühtaus Tropfenkranz Das dürre Gras
gefeuchtet. Es sind in stummer,
geisternder Schar Über
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Das Leben

Es ist ein toller Reigen Und ein tolle
Welt, Der eine kann nur steigen, Wenn
schon der andre fällt. Im Land auf
einer Reise Sah ich viel Brunnen
stehn, Den alt
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Sonnige Welt

Es kam ein Sommer voller Glanz Und
jeder Baum steht nun in Blüte, Und
alles schlingt sich einen Kranz Von
grünen Blättern um die Hüte. Das
mag ein wirres Düften sein
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Heilige Not.

Es tat mir heut so bitter weh, So
seltsam weh die Brust beklemmt: Wie
vielem sagt` ich schon ade, Wie vielem
ward ich fern und fremd! Mich band
mit Rosen weiß und rot
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Friedenssehnsucht

Es trieb mich heut mit wildem Drang Aus
dieser Welt verwirrtem Treiben, Und von
dem frühen Wandergang Muß mir ein
heil`ger Friede bleiben. Ich weiß es
nicht, wie all das W
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Meergesicht.

Gewitterschwüle. Steile
Felsenklippen. Die Nacht ist seltsam.
Schwarze Wolken hangen. Die Flut liegt
still. Kein Dampfer wirft sie
auf. Sturmsingen ... Brausen ... Aus
den Wolken z
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Blühende Zeit

Glänzt ein kleines blondes
Zöpfchen Und ein weißes
Sommerkleid, Singt ein liebes krauses
Köpfchen Von der goldnen, blühenden
Zeit. Und die Wolken droben
glimmern, Und die
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Abendstimmungen

I. Das Ave-Maria-Läuten Kam durch
den Abend so sacht, Akazienbäume
verstreuten Schon ihren Duft für die
Nacht. Und Slavenlieder
zogen Unendlich tief
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Nächte

I. Das ferne Rauschen selbst der
Quellen Verwehte längst und ging zur
Ruh, Den silberroten
Mondeswellen Neigt sich die nächtige
Blüte zu. Der weiße Flieder
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Haidebilder

I. Droben schimmert als letzter
Stern Das Auge der
Nachtmadonne, Morgenglocken künden von
fern Schon das Kommen der Sonne. Aus
dem einsamen Käthnerhaus
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Herbstbeginn

I. Zu Herbst nun gehn die Tage Und
schneller naht die Nacht, Ganz ohne
Klang und Klage Stirbt Laub und
Gärtenpracht. Scheu bebt ein
Schlußverkünden A
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Ein Bild

Ich fand vor Jahren einst ein Bild zum
Kauf, Das stieg mir plötzlich heute
wieder auf. Ans kleine Fenster klopft
im Sonnenglanz Des wilden Weines
grüner Blätterkranz, Die
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Landidyll

Ich ging zur Nacht über Rain und
Feld, Die Sterne standen über der
Welt Verhalten glänzend in glimmernder
Glut ... Am Wege rechts lag ein
Bauerngut. Im Garten blühte
Ligusterkrau
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Vision

Ich hab` kein Auge zugethan Die ganze
Nacht, die ganze Nacht, Mir hat ein
irrer Fieberwahn Ein wunderbares Bild
gebracht: Der Nebel wogte kreuz und
quer, Da kam ein Gl
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Wieder in der Heimat

Ich hab` mir`s anders vorgestellt: Die
Rosen sollten blühend sein Und über
dieser weiten Welt Ein voller, warmer
Sonnenschein, Es mußte wirrend der
Jasmin, Ein winkend-wei
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Badendes Nixlein

Ich kann`s nicht leugnen, ich liebe die
Zeit, Wenn die Beete prangen im
Blütenkleid, Wenn der große Bär am
Himmel steht, Und über die Lauben der
Sommerwind weht, Wenn der Mond so
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Stimme der Sehnsucht

Ich raun´dir am Bette in schlafloser
Nacht, Ich hab´deine Tage so müde
gemacht. Und was ich gewesen, und was
ich dir bin, Das flutet in ewigem
Wechsel dahin. Ich bin ein d
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Im Traum

Ich sah mich selbst, den Spaten in der
Hand, Ich grub ein Grab am fernsten
Friedhofsrand, Grub Nacht um Nacht, wie
bluteten die Hände! Und fand kein
Ende. Sprach eine Stimme
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Liebessommer

Ich wirble jauchzend meinen Hut Hoch in
die Luft, die schattenlose, Der Sommer
rollt in meinem Blut, Und mich
berauscht die junge Rose Und mich
berauscht ein Angesicht - Aus m
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Waldesteich

Im Buchenforst liegt fern und
weltverlassen Ein kleiner Teich. Kaum
blitzt ein Sonnenstrahl Auf seinen
Spiegel. Leiser Mittagswind Schleicht
durch die Wipfel der bejahrten
Bäume Und
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Der Schlaf

Im dunklen Haare wildblühenden
Mohn, Hellrote Blumen verschlungen zum
Kranz, So träumst du herab vom
nächtigen Thron, Umstrahlt von
erblassendem Sternenglanz. Es haben die
langen
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In schwülen Nächten.

In schwülen Nächten denk` ich oft an
dich, Wenn weit im Lande blaue Wetter
leuchten Und unruhvoll im kurzen Stoß
des Windes Der Pfirsichbaum an meine
Scheiben schlägt. Da
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Abendfriede.

Jeden Abend aus der Scheune Tönt die
Ziehharmonika, Dumme Lieder, alte
Märchen Singt Johann, der
Hütejunge. Ab und zu dazwischen
rasseln Wohl die Ketten in den Stä
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Das Kätzchen

Kam ein Kätzchen angesprungen So den
Wiesenrain entlang, Hört es eines
kecken Jungen Schmetternd-hellen
Lustgesang Und das Kätzchen schlich
zur Seite Ueber Stock und über
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Leben

Leben, dir hab ich vertraut! All mein
Hoffen und Regen lief dir jubelnd
entgegen wie einer herrlichen
Braut. So voll Schönheit warst
du, so voll Wunder ohn Ende!
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Lieber Name ...

Lieber Name, den ich niemals nenne, Den
ich lautlos nur mir selbst
bekenne, Manchmal tönt auf Gassen,
Plätzen, Wegen Mir dein Klang aus
fremdem Mund entgegen. Manch
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Trübe Antwort.

Liebste mein, Sag, wann wird es
Frühling sein? Wenn die Bäume sich
beschweren, Dulde dich, nicht lang`
ist`s hin, Wenn die Wandervögel
kehren Und ich selbst gestorb
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Verzagtheit.

Mir ist das Herz der Welt
erschlossen, Doch keinem rätselt sie
wie mir. Ich hab` millionenfach
Genossen Und bin verlass`ner als das
Tier. Ich bin ein Frager und
Gefragter,
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Nachts

Mir ist es manchmal, wenn der Nachtsturm
weht, Als hört ich scheu ein
kindlich-fromm Gebet Dicht neben mir
hin durch das Dunkel schweben, Ein
Vater Unser, fremd und doch bekannt, Ei
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Lied eines polnischen Landmädchens

Mit den Gänsen, weißen Gänsen Zog
ich oft dem Teiche zu, Und im
schilfumbognen Kahne, Lieber Thomas,
saßest du. Auf den Stoppeln, auf den
Stoppeln Lief ich oft die
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An Theodor Storm

Mit leuchtenden Diademen Möcht` ich
die Stirn dir umziehn, Möcht` deine
Lieder nehmen Und in die Fremde
ziehn. Hinauf in die blühende
Haide Und an das nordische Mee
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Im August

Moorblüthe leuchtet im
Purpurkleid, Singende Bienen weit und
breit. Badende Kinder,
sonnenbetaut, Plätschern im Flusse mit
jubelndem Laut. All die Lerchen aus
Rand
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Berlin

Nachmittags treibt mich der
Sonnenschein In die hellen Straßen und
Gassen hinein. Dienstmädchen treff`
ich, den Korb am Arm, Dort spielt im
Sande ein Kinderschwarm, Lieutnants
rass
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In der Reife

Nun beugt sich das gereifte Korn Tief
in gefüllter Garben Segen, Und
mählich schwillt des Mondes Horn Schon
seinem vollsten Ziel entgegen. Das
ist des Sommers Reifedrang,
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Frühmorgen am Strande

Nun bricht in Näh und Fernen Eine
große Stille herein, Hoch über den
letzten Sternen Kann es nicht stiller
sein. Es schimmern blasser und
blasser Die Lichter der Na
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Ludwigs

Nun gute Nacht! Dein Puls hat
ausgeschlagen Und deines Herzens
heißes Hämmern stockt, Hast du dein
Leben denn so schwer getragen? Hat dich
so früh der ew`ge Schlaf gelockt? Ich
m
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Nächtliche Stille

Nun hat der Nachtwind sich gelegt Und
gab sich ganz dem Schlaf zueigen, Und
was vor kurzem noch bewegt, Ruht jetzt
in regungslosem Schweigen. Und wie
das Schweigen draußen z
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Ermunterung

Nun hoch den Kopf, und den
Thränenfluß, Den laß nur fort bis
morgen, Wie alles hier vorüber
muß, So auch die Zeit der
Sorgen. Im Kampf um die Zukunft und
Gegenwart,
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Sommerjubel

Nun ist die Zeit, sich einen Kranz zu
binden, Die Pelargonien stehn im
vollsten Blühn, Wie weiße Falter
wiegen weiße Winden Sich
leuchtend-hell im dunklen
Heckengrün. Daz
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Sommerruhe

Nun lagert über Blatt und Kraut Die
tiefe Ruh von Sommertagen, Ein
Glockenton, ein Lerchenlaut Wird durch
das ganze Thal getragen. Im
sonnenhellen Grund erweckt Dein
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Auf dem Königsplatze zu Augsburg

Nun schlafen Blüte wie Blatt, Hörst
nur den Springquell schäumen, Es liegt
in weichen Träumen Die alte
Fuggerstadt. Sie sinnt von früherer
Pracht. Von Luther und
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Altweibersommer

Nun tönt schon mählich mehr und
mehr Der Klang der Drescher aus den
Scheunen, Und müde zieht schon hin und
her Altweibersommer an den
Zäunen. Ich that den Weg heut
aufwärts gehn
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Julinacht

Nun wird das Glänzen immer trüber Und
losch schon überm Parke aus, Durch das
Geblätter grüßt
herüber Verdämmernd noch das
Schwanenhaus. Die alten Götter der
Hellenen
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Rote Husaren

Rings in rundblühenden Schaaren Steht
roter Wiesenklee, Es traben rote
Husaren Auf entfernter
Chaussee. Leuchtende
Sonnenkronen Glühn über Land und
Luft, Es
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An einen Jugendfreund

Schon auf der Schulbank saßen wir
zusammen Und lasen uns die ersten
Lieder vor, Und in uns beiden schlugen
wild die Flammen Der ersten heißen
Leidenschaft empor. Du lieber Gott, wa
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Geistergruß

Schon längst im blassen
Schimmer Versank im West der
Tag, Durch mein einsames
Zimmer Wandelt der Uhrenschlag. Auf
meine Augen, die feuchten, Legt sich
aus fernem Land
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Vor dem Gewitter

Schwül drückte die Luft und der Tag
versank, Und die Lande lagen in
Träumen, Wie pochende Reue flüsterte
bang Der Thauwind in den
Bäumen. Kein Licht am Himmel, der
Vollm
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Schöne Nacht

Schöne Nacht, Gestirne wandeln Heilig
über dir, Und des Tags bewegtes
Handeln Stillt zum Traum sich
hier. Was ich sehne, was ich
fühle, Ist nun doppelt mein,
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Der Sommer

Seht ihr den Sommer durch die Lüfte
fliegen? In Gold und Blau - so hab ich
mir`s gedacht; Nun ist er wieder auf
die Welt gestiegen, Nun giebt`s ein
Blühn und Düften Tag und Nacht.
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Pfingsten

So geht das Leben - arbeitsschwere
Wochen! In sauerm Schweiß baust du
dein Stückchen Land, Führst ohne Ruhe
du den Pflug der Pflicht Durch harte
Schollen. Selten naht ein Fest, Da
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Unter Buchen

Steht ein Schlag von neunzig
Buchen Drüben weit am Horizont, Wo
die Kinder Reisig suchen Und sich träg
die Schlange sonnt. Jede
Spätnachmittagsstunde Fand mich
draußen vor
... weiterlesen


Die Knechte

Tausend Stirnen, glanz- und
jugendumwoben, Sah ich voll Sehnsucht
nach ewigen Kränzen erhoben. Ach, und
wie viele Küßte der Lorbeer am
Ziele! Steil ist der Weg, und bitter
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Dämmerstunde

Und Abend wards- es sank schon
schwer Die graue Stunde rings
hernieder, Ein Engel zieht nun um uns
her Mit fremdem, rauschendem
Gefieder. Aus unsrer Seele tiefstem
Thal Kommt
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Fronleichnamsprozession

Und aus dem Kirchenthor, dem offnen,
braunen, Zog in das Licht und in die
blühende Welt Die
Prozession...      
          Voran
drei junge Knaben
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In schwerer Stunde

Und wieder ist ein Tag vergangen Und
trüb` und fröstelnd naht die
Nacht, Ich hab` bis jetzt mit bleichen
Wangen Am Grabe meines Glücks
gewacht. Die letzte Hoffnung sank in
Scherbe
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Müllers Grethe

Vier Mühlenflügel schwangen Im Wind
sich immerzu, Versteckte Stimmen
klangen Vom nahen Rohr dazu. Des
Müllers junge Grethe, Die trug gar
hoch den Kopf, So to
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Vor Kindergräbern

Vorn am Zaun, am Friedhofsrande, Einsam
ragt ein Christusbild, Kinder träumen
hier im Sande Unter Kreuz und
Gräberschild. Früh gebrochen, früh
geschieden, Blumen,
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Seelengeheimnis

Was tief im Grund sich birgt, Keiner
kann`s künden, Was heimlich Großes
wirkt, Wer will`s ergründen? Dir
selber unbewußt Liegt es
verschleiert, Bis es in ti
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Palsgaard (Dänemark)

Weiches Grün im Buchenstande, Hinterm
Parke rollt das Meer, Ueberm Strande,
überm Strande Streichen Möven hin und
her. Streichen um die
Mühlenflügel, Die am Rand
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Deutsche Weihnacht 1914.

Weihnachtsabend ... Hoch drei
Nebelstreifen, Die sich kreuzen und ins
Ferne greifen. Einer greift nach
Osten weit ins Leere, Einer nordwärts
hin zum grauen Meere, Ei
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Meeridyll

Wellig und bauschend wie blaue
Seide Wandern die Wellen und wiegen
sich sacht, Drüber in goldigem
Glutenkleide Lächelt der Mittag in
strahlender Pracht. Weißes, zitterndes
Perleng
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Meiner Frau.

Wenn ich im Irrsal wandre, habe Geduld
mit mir, Alle meine Wege enden zuletzt
bei dir! Hat sich mein Herz vergriffen,
- mein Herz war krank. Still vor dir
und den Kindern zügelt sich jeder
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An mein Kind.

Wie bin ich ewig von der Fülle Der
eignen Brust nun schwer bedrängt, Seit
sich mir jeder Wunsch und Wille Nur
noch an deine Zukunft hängt! O sich
verlieren, sich vollenden
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Mittag am See.

Wie nun auf blankgespülten
Kieseln, Ein Wiegenlied, ein
Muttergruß, Die letzten Wasser rings
verrieseln Am nassen Strand vor meinem
Fuß! Lichtschimmernd schnellt aus
goldner Welle
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Kindheitstraum in der Sommernacht

Wir lagen beide auf dem Rasen, Das
trockne Heu gab süßen Duft, Wir
bliesen bunte Seifenblasen Behutsam in
die Sommerluft. Voll Sehnsucht folgten
wir den Ringen Auf ihrem kur
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Auf einem alten Kirchhof

Wo in zerbrochnen Gläsern Verdorrte
Blumen stehn Und in Mariengräsern Die
Abendwinde gehn, Wo in gesunknen
Gittern Die Gräber träumen hier, Und
nur die Schl
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Über den Bergen

Über den Bergen, weit zu
wandern, Sagen die Leute, wohnt das
Glück, Ach und ich ging im Schwarme
der andern, Kam mit verweinten Augen
zurück. Ueber den Bergen, weit, weit
drüben,
... weiterlesen