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Gedichte - Christian Felix Weiße


Die stumme Schöne

Als ich die junge Clitia Schön, wie ein
Tag im Frühling, sah, Rief ich: welch
reizendes Gesicht! O Schade! daß sie
doch nicht spricht! Sie sprach, und nun
war ich ganz Ohr,
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Der traurige Lukas

Als Lukas bey der Flasche saß, Da weint
er laut bey jedem Glaß, Das er sich
eingeschenkt: Sein Nachbar sah ihm lange
zu, Und rief zuletzt: was weinest
du? Mein, sag mir, Lukas, w
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Die Bosheiten der Stadt

Crispus kauft und baut Palläste, Lebet
herrlich, groß und reich; Hält
Maitressen, feyert Feste, Und traktirt
den Fürsten gleich: Dennoch sagt die
karge Stadt, Daß er nicht vie
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Der Hund - Damon und Phyllis.

Damon. Du küssest deinen kleinen
Hund: Warum? das möcht ich wissen! Ist
eines jungen Schäfers Mund Nicht
reizender zu küssen? Phyllis. Ist
eines jung
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Der Morgen

Damon. So glänzt die Zier der jungen
Flore, Die Rose, die sich erst
entschließt, Wenn sie die lächelnde
Aurore, Begleitet von dem Zephyr
küßt: Wie du, wenn du voll Reit
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Der Eremit

Dem stürmischen Geräusch der schnöden
Welt entrissen In diesem finstern
einsamen Hayn, An den Gedankenreichen
Flüssen Will ich mich ganz der Weisheit
weihn. Von keinem eitlen Wahn be
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Der Sturm

Der lichte Himmel schwärzet sich: Ein
jäher Sturm braust in den Zweigen, Und
überall herrscht fürchterlich Ein
ehrerbiethig Schweigen. Der kleinen
Sänger tonreich Chor Vergiß
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Der Spas

Die alte buhlende Finette Fragt einst,
ich war allein mit ihr; Ob ich ihr
nichts zu sagen hätte? »Ich? Nichts -
- als - - Sie gefallen mir.« Sie seufzt
und sinkt aufs Ruhebette;
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Damon und Doris

Doris. Geh Damon, sahst du nicht, wie
jener Schmetterling Die junge Rose dort
boshaftig hinterging? Kaum küßt er
sie, so fliegt der Schalk zu andern
Rosen! Sprich, wenn du von m
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Das Glück der Liebe

Du kleine Heerde! welche Freude Bringt
dir des Frühlings junge Zier! Auf einer
blumenvollen Weide Scherzt Lieb und
Unschuld frey in dir. Du buhlest nicht
um Geld und Ehren,
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Die Amazone

Du kleine stolze Amazone, Mit deinem
großen Federhut! So sehr ich meines
Lebens schone, So hab ich doch bey dir
noch Muth. Du sollst mich auf dem
Kampfplatz finden, So bald
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Der Schwur

Du willst es, eine ewge Treu Soll ich
dir, schöne Doris, schwören: Du
dringst darauf? wohlan es sey! Doch
mußt du meinen Wunsch erhören. Eh
hasse Freud und Jugend mich,
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An die Muse

Hier nimm die sanfte Leier wieder, O
Muse, die du mir geliehn; Nun sing ich
weiter keine Lieder, Die von der Jugend
Freuden glühn. Verzeih, wenn ich zu
schwach gespielet; D
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Der Sieg über sich selbst

Hört zu! ich will die Weisheit
singen: Die Kunst, sich selbsten zu
bezwingen, Kenn ich, ich kenne sie
allein. Es lehrt kein Dockter und
Professer Sie leichter, gründlicher und
besser:
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Chloe im Bade

Ich habe Chloen im Bade gesehn, Sie war
- - wie sehr war sie nicht schön! Sie
stand wie eine der Göttinnen da, Die
Paris auf dem Ida sah. Wie eine Lilje
im reinen Crystall,
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Das Singen

Ich singe, weil du es begehrst, Und
singe gern, weil du es gerne
hörst: Denn dir wünsch ich vor
allen, Mein Thyrsis, zu gefallen. Doch
Thyrsis, sprich! was soll ich dir St
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Der Betrug

Ich trink, und oft betrink ich
mich, Mein Mädchen, auf dein
Wohlergehen! Da solltest du den Vater
Bacchus sehen: Er denkt, und brüstet
sich, Es sey blos ihm zum Trost
geschehen.
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Der Kuss

Ich war bei Chloen ganz allein, Und
küssen wollt ich sie: Jedoch sie
sprach: sie würde schrein, Es sei
vergebne Müh! Doch wagt ich es, und
küsste sie, Wie oft? fällt mir nicht
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Der Zauberer

Ihr Mädchen, flieht Damöten ja! Als
ich zum erstenmal ihn sah, Da fühlt`
ich, so was fühlt` ich nie, Mir ward,
mir ward, ich weiß nicht wie, Ich
seufze, zitterte, und schien mich do
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Der Friede

induciae, Bellum, pax rursum. Schon
lang trink ich den goldnen Frieden Mit
meiner Chloe her: Bald wird uns sein
Verzug ermüden, Wir seufzen, trinken,
flehn, und doch, wo bleibet
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Der Spiegel

Ja Doris, du bist mir zu schön! Hier!
willst du dich im Spiegel sehn? Da sieh!
und sag mir ob ich wohl Dich sehn, und
dich nicht lieben soll? Doch Doris,
nein: du bist zu schön!
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Der Entschluß

Ja ja, der Trauben Gott allein Will ich
die besten Stunden weihn: Ich fühlte
gnug der Liebe Plagen, Kommt Brüder,
helft mir sie verjagen. So sang ich;
Brüder sangen drein:
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Der Irrthum

Ja, liebe Mutter, ihr habt Recht, Daß
ich der Männer falsch Geschlecht, Wie
ihr verlangt, zu hassen schwur: Doch da
ich schwur, da kannt ich meine Vettern
nur: Da glaubt ich, alle Män
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Der Undankbare

Mein Damon - - ja, er fliehet
mich, Entreisset meinen Fesseln
sich! Was gleichet meinem Schmerz! Er
glaubt, daß ich ihm grausam bin, Und
trägt sein Herz zu Daphnen hin: Ach!
kenn
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Die Liebe ist blind

Mein Onkel stellt mir ewig vor: Es sey
die Liebe blind. Doch im Vertraun, er
ist ein Thor, Und redet wie ein
Kind. Denn wär sie blind, wie? säh
ich ein, Wie reizend Chloe
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Der bescheidne Schäfer

Mein Schäfer, ach! der ist
bescheiden! Er liebt mich, zärtlich
liebt er mich! Der Innbegriff von seinen
Freuden, Sagt er mir öfters, sey nur
ich: Doch bleibt er allezeit bescheiden.
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An ein Veilchen

Mein Veilchen, laß die
Schmeicheleyen Des jungen Zephyrs dich
nicht reuen, Du unsrer Gärten erste
Zier! Dich soll ein schöner Loos
beglücken; Den schönsten Busen sollst
du schmücke
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Der Knabe

Mich will der Informator schlagen? Nein,
nein, das geht nicht weiter an: Als
Knabe must ich es ertragen, Doch jetzt
bin ich schon halb ein Mann. Ist er
nicht klüger dieß zu wiss
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Das Kammermädchen

O was für Augen! welch ein Mund! Die
Brust, wie weis, wie voll, wie rund! Wie
schalkhaft der verstohlne Blick! Der
schlanke Leib, welch
Meisterstück! Wahrhaftig! ja, sie ist
zu
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Der Herbst

Trinkt, trinkt, trinkt, Trinkt, ihr
unverdroßnen Brüder Eures Lebens
Sorgen nieder! Singt, singt,
singt, Singt darunter frohe
Lieder, Trinkt darauf und singet
wieder!
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Der Vorzug der Deutschen

Trotzt auf den Vorzug nur, entfernt
Nationen! Nein, Deutschlands Klugheit
lob ich mir: Und die in Süd und West,
in Nord und Osten wohnen, Sind halb so
weise nicht, als wir. Der l
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Der Weise

Von allen Freuden abgeschieden, Mit
Wasser und mit Brod zufrieden, Lebt dort
Arist vergnügt allein. Und man
verleibet ihn den Reihn Der Weisen
unsrer Zeiten ein. Von ihm bi
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Das Almosen

Was hör ich dort in jedem Haus,
Und hier im Hof für ein Geschrei?
Beatrix teilt dort Gaben aus,
Und hier legt unsre Henn` ein Ei.