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Gedichte - Christian Wagner


Im Walde

Als ich im Wald mich erging,
Rosengeschling
Sich mir an die Kleider hing.
O schlängest auch du
Zu meiner Ruh
Um mich die Arme fester,
Du Rosenschwester!
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Du

Da du getreten in mein Leben ein,
Da wich die Nacht dem hellen Morgenschein;
Weit offen stand des Himmels festlich Tor,
Und eine Rosenlandschaft stieg empor
Dein ist alles

Dein ist alles, all und jede Wonne, wenn
sie aufgeht, dir als eigene Sonne, jeder
Tag vom Licht emporgetragen, wenn er
aufgeht dir als eigners Tagen. Dein ist
alles, all der Blume
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Es möchte gerne...

Es möchte gerne
auf sel`gem Sterne,
befreit von Leibes Banden,
die Seele landen.
Syringen

Fast überirdisch dünkt mich euer
Grüßen, Syringen ihr, mit eurem Duft,
dem süßen. Nach Geisterweise weiß
ich euch zu werten: ein Duftgesang, er
ist mir`s von Verklärten.
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Allerseelen 1900

Heut Allerseelentag, welch milde
Lüfte, Bei solchem Sonnenschein thun
sich auf die Grüfte. Gott, mutet an
mich wie von fernen Zonen, Der Falter
hier in Farbe der Citronen!
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Wochenkalender

Montag erst. - Entsetzlich!
Freudelos Neu beginnen, wo die Woche
schloss. Dienstag erst. - Entsetzlich!
Ohne Sinn Spinnen fort des Lebens grau
Gespinn. Mittwoch erst. - Ent
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Geburtsweihe

Nun du wiederkamest nach der
frommen Süßen Rast, Sei willkommen
uns, o sei willkommen kleiner
Gast! Glück und Segen möge dich
geleiten Um und an, noch hast du den
Blick i
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Nur ein Röslein

Nur ein Röslein fand ich in dem
Grase Auf dem Pfade durch den Wald
gewunden, Wie der Seher auf der
Himmelsstraße Irgendeine Wunderwelt
gefunden. Und doch bist du Stern der
Walde
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Sag mir, ewiges Licht...

Sag mir, ewiges Licht:
Ist nicht jegliche Blüte
Eine Wiedererscheinung
gelangte urewige Mythe?
Jegliche Rose
Eines verachteten Dornstrauchs
Apotheose?
Spätes Erwachen

So wie ein Mensch nach lärmendem
Gelag Noch spät zu Mitternacht nicht
schlafen mag Und seine Ruh` erst findet
knapp vor Tag, Und süß erst schläft
bei hellem Morgenschein, So
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Auf der Lichtung

Sommermittag auf dem Hochwald
brütet, Aber auf der Lichtung treu
behütet Vom Geflechte dunkler
Brombeerranken, Wachen auf des Waldes
Lichtgedanken. Falter sind es, die so
farben
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Tausendmale werd ich schlafen gehen...

Tausendmale werd ich schlafen
gehen, Wandrer ich, so müd und
lebenssatt; Tausendmale werd ich
auferstehen, ich Verklärter in der
seligen Stadt. Tausendmale werde ich
noch trinke
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Im Tannwald

Unheimlich an hört sich im Wald das
Knarren Der Tannen, die, von andern
überhangen, Hinauf zum grauen
Abendhimmel starren. So stört in
Nächten oft, in kummerbangen, Der
Schlaf
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Nachtduftende Orchis

Waren`s Blumen mit den
wunderbaren Silberhellen kleinen
Flügelpaaren? Oder waren`s fragt ich
Blumenengel, Hingeheftet an die
Blütenstengel? Waren`s Blumen die beim
Mondenschimme
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Ostersamstag

Wie die Frauen Zions wohl dereinst beim
matten Grauen Jenes Trauertags beisammen
standen, Worte nicht mehr, nur noch
Tränen fanden; So noch heute, Stehen
als in ferne Zeit
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Hyazinthe

Zwiesprache möcht ich mit dir
pflegen, Du liebes frommes
Wunderkind, Von deines Atems mildem
Segen Fühl ich den Hauch so lieb und
lind. Doch ob der schöne Mund auch
offen,
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