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Gedichte - Clara Müller-Jahnke


Der Friedensbote

(Ein Silvestermärchen.) Die letzte
Nacht des alten Jahres sank vom
Winterhimmel blauschwarz in die
Tiefen und durch die Weiten, die im
Dämmer schliefen, und durch die Gasse
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Den Ausgesperrten

- Und hundert Tage und noch vielmehr . .
. Der Herd ist kalt und die Lade
leer. Am Fest der Liebe kein Jubelton
- und die Friedensbotschaft ward Hohn,
ward Hohn! Schwer hängt der Hi
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Der 22. Januar

... Und aufwärts schlug aus Schnee und
Eis der Riesenbrand zum
Himmelsdom, und niederwärts rann rot
und heiß das Herzblut in den starren
Strom und ward wie Tau. Und Schuß auf
Sch
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Erinnerung

1. Das ist der Platz, auf dem ich
stand zum letzten Mal, zum letztem
Mal an deiner Seite Hand in Hand - -
- nun ging ein Wetter übers Land, die
Luft ward kühl, das L
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Heimweh

1. Ich fliege mit euch, ihr
Winde, weit in die Welt hinaus bis
unter die grüne Linde vor meines
Vaters Haus. Ich eile durch
Himmelshallen euch, wandern
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Deutsche Ostern

1895 Wieder weht ein
Frühlingshauch rings aus Busch und
Bäumen, und die wintermüde
Welt liegt in Osterträumen; doch kein
Auferstehungslied will die Mär uns
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Nachtwandlerin

Ahnungslos an Abgrunds Rande wandelst
du, vom Tod umhegt - welche Gottheit
hat die Binde deinen Augen
umgelegt? Ströme brausen dir zu
Füßen, doch dein Herz erzitter
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Ins freie Land

All, was mein heimliches Eiland
bot: Aepfel, wie rinnendes Blut so
rot, Trauben, die gärende Glut im
Schoß, Crysanthemen, wie Sterne
groß, wuchernde Nesseln und wehendes
Laub,
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Die frommen Jesuiten

Alle Lust der Welt ist eitel, sündig
ist ihr Glanz zu schaun - tuet in den
Klingelbeutel eure Scherflein, fromme
Fraun! Könnt ihr auch das Brot nicht
zahlen, schüttelt euch
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Jahrwende

Am altersgrauen Baum der Zeit ist eine
Blume abgeblüht, und eine Knospe tut
sich auf. Die Menschheit seufzt in
gleicher Fron; von ihrer müden Stirne
fällt der Schwe
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Mit leisem Nicken

An einem fernen, fremden Ort war`s, wo
ich all mein Glück verloren; ich ging,
dich suchend, fort und fort vorbei an
festverschlossenen Toren. Am fernen
Horizont erblich
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Eine Dichterin

An Meeresstrand bist du
geboren, umrauscht von seinem frischen
Wind, erblühtest du, der Welt
verloren, der Freiheit unentwegtes
Kind! Dein Wiegenlied schon sang der
Wogen geh
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Reife

An verstaubten Straßenrändern, am
verblühten Schlehdornhag durch den
reifen Sommertag wunschlos, wahllos,
ziellos schlendern . .
. Sonnentrunkne Falter irren taumel
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Traum

Auf einen Scharlachteppich schritt ich
hin. Klirrendes Gold zerpreßte meine
Glieder - in Ketten war ich eine
Königin. Vor meinen Blicken
schwankte auf und nieder im halben
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Wiedersehn

Aufblitzen im goldigen
Sonnenstrahl Millionen glitzernder
Sterne - durch schneeige Flächen
braust der Zug herbei aus dämmernder
Ferne. Er keucht und stöhnt - und es
gellt
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Tiefes Schweigen

Aus dem Schleier lichter
Wolken lächelt matt der Sterne
Schein auf die dunkle Welt
hernieder, auf den totenstillen
Hain. Lautlos ruht das Reh des
Waldes, lautlos steh
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Zur Arbeit

Aus Morgennebeln leuchtet der frühe
rote Tag; da treibt mich auf vom
Lager ein dumpfer Glockenschlag. Der
ruft aus süßem Traume zum trauten
Heim hinaus mich in die F
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Fahr wohl

Aus rastlosem Ringen nach Schein und
Schaum in ewige Ruh gerettet - fahr
wohl, mein schöner Jugendtraum, sie
haben dich sanft gebettet. Sie haben
des Friedens Palmenzweig
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Der Tag der Tat

Aus schweren schwarzen Träumen taucht
ein Tag. Sein Herold ist das rote
Morgenleuchten, sein Lächeln
überflutet Haus und Hag. Er trägt
den Hammer in der starken Hand. Und
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Fabrikausgang

Bleigraue Schatten zittern durch die
Luft, aus hohen Essen quillt ein blauer
Duft. Durch Steingefüge dröhnt der
Hämmer Ton, um Erzgeäst schwirrt
dumpf die Transmission, schwirrt
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Sonnenwendspuk

Da blitzt aus mitternächtgem
Dunkel ein ferner fahler Schein
herauf; mit Augen, licht wie
Sterngefunkel steht meine Kindheit vor
mir auf; sie grüßt so süß, und
lächelnd lausche
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Das Märchen meiner Tage

Da geht mir durch den Sinn die alte
Sage von jenem König, dem, was er
berührt, zu Golde ward: - das Märchen
meiner Tage. Als noch mein Geist, der
Erdenfesseln frei, in sel
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Ewige Erkenntnis

Da kamst du, totes Mütterlein, und
sahst mich an mit Liebesblick und
legtest zärtlich deinen Arm um meine
jugendstarke Brust, - und von den
lieben Lippen klang der Jubelschr
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Höllenfahrt

Da ragt der wilde Waxenstein hoch in
der Lüfte zitterndes Blau; - zur
Hölle soll dort der Eingang sein, so
sagte mir eine alte Frau. Ich bin ihr
begegnet im tiefen Tann, dah
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In dunkler Stunde

Da war`s noch einmal, daß ich fest an
meines Schicksals Sterne glaubte, bis
mir die Welt mit jäher Hand die letzte
Blütenhoffnung raubte. Ich hab`
geirrt, ich hab` gefehlt
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Spätsommer am Strand

Da weht von Süd ein sanfter Hauch aus
sonnenlichten Tagen; die goldbelaubten
Aeste dehnt der Ahorn voll
Behagen. Kein Vogelsang, - kein
Blütenduft, - die weiche, warme Somme
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Wir Frauen

Das ist der Mond, der Blüte bringt und
in der Blüte tief die Frucht - das ist
der Mond, der Sonne trinkt und Lieder
jauchzt und Klarheit sucht. Sie nannten
ihn den Wonnemond,
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Woran ich kranke

Das ist`s, woran ich kranke: Wie fest
auch Sinn und Rat - ach, stets ist der
Gedanke mir größer als die Tat!
- Mag ich in Träumen schauen mir
Söller und Prunkgemac
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Weltflüchtig

Das Mondlicht überfloß den Strand mit
sanftem, süßem Schein; wir gingen
beid im Dünensand weltflüchtig und
allein. Kein Menschenauge hat
gesehn, wie du herab dic
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Stummes Glück

Das war zur schimmernden Maienzeit, da
sang ich Lieder voll Lust und Leid: des
Waldquells Rauschen, der Vögel
Singen, in tönende Reime tät ich`s
bringen. Und wenn ich der
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Ohne Liebe

Dein Fuß zertrat den
Veilchenstrauß, den eine Kindeshand
gewunden, ins Leben stürmtest du
hinaus; hoch stieg dein Stern, - im
eignen Haus nur hast du nie das Glück
gefunden.
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Der Zukunft Krone

Dem Mann der Arbeit - und ob er
schwingt die Axt in der nervigen
Rechten, und ob er das Gold aus der
Erde ringt aus des Bergwerks
dämmernden Schächten, ob er lehrt und
schafft und
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Den Frauen

Den Frauen einen Frühlingsgruß! Euch
allen, die in Fron und Mühen ihr
dornenreiche Pfade geht, euch sollen
Maienrosen blühen! Greift lachend in
die rote Pracht: ein Morgen
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Morgen

Der erste rosige Dämmerschein schwimmt
draußen in grauer Luft, durchs offene
Fenster der Frühwind weht uns
würzigen Fliederduft. Zerronnen ist
all im schimmernden Licht
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Rangierertod

Der Goldstrom fließt in Wogen. Durch
seine flimmernde Fläche ist eine
blutige Spur gezogen. Tiefschwarz die
Nacht. Ein Pfeifen
schrillt. Glühwürmchen hüpfen auf
dunkler
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International

Der Lenztag blaute über Rom und blaute
auf uns viere, wir saßen vor St.
Peters Dom bei echtem Münchner
Biere. Wir sahn die Menge stauend
stehn auf breiten Marmortre
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Im Novembersturm

Der Sturmwind rast und der Regen
schlägt ans Fenster in schweren
Tropfen - Ich fühl in der tollen
Novembernacht mein Herz wohl hörbar
klopfen. Es schlägt in brennender Un
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Sommernachmittag

Der Tag ist schön und blau die
Luft; ein süßer
Lindenblütenduft umfließt mich in
weichen Wellen. - Wie träumend zittert
der Rosenstrauch und seine Knospen
schwellen im s
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Monte Solaro

Des Solaro Königsstirne decken graue
Tränenschleier: in der klippenreichen
Wildnis spielt ein Weib auf einer
Leier. Ihre blassen Hände beben wie
von niegestilltem H
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Heimkehr

Die Abendglocken tönen hinaus ins
stille Land - die Weizenfelder
glühen im letzten Sonnenbrand - es
schließen sich die Blüten, die Lüfte
flüstern lind: Auch dir i
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Der Rufer

Die Blumen im Alleghanytal, sie duften
so süß wie nie zumal, vom fächelnden
Odem der Nacht gewiegt. Die Welt in den
Armen des Schlummers liegt; nur leise
flüstern wie Liebesgruß
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Tannenduft

Die Douglastanne streute ihren
Duft voll herber Würze in die
Spätjahrsluft. Die Düne barg uns vor
des Nordsturms Wut - tief war die
Nacht, so tief wie Meeresflut, wie
Liebe tief.
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Die Erde deckt dich zu, ich weiß nicht wo

Die Erde deckt dich zu, ich weiß nicht
wo ... Auf deinem Grabe blühen keine
Blumen, kein Vogel singt ein Wiegenlied
für dich; und dennoch schlummerst du
so tief und süß, so tief
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In Tränen

Die Fliederblüten fallen. Und wieder
ist ein Lenz dahin mit seinen Träumen
allen. Vom Meere wehr ein sanfter
Wind und singt die Schlummerlieder den
Freuden, die ents
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Winternacht

Die lange, lange, dunkle Nacht hab ich
durchwacht, mit Seufzen und in
Tränen tät sich mein Herz aus öder
Qual dem Sonnenstrahl, dem Licht
entgegensehnen. Und
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In Scherben

Die letzte Blume im Gartenbeet, am
Baume das letzte Laub verweht, des
Weines Neige ward trüb und schal - ein
kühner Griff - und es klirrt der
Pokal in Scherben. Im H
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Landfriedensbruch

Die Zeit ist hart und schwer die
Not: sie kämpften um den Bissen
Brot, sie hielten treu zusammen. Die
Krone schmückt das neue Haus, doch
ihnen blies der Nordwind aus im Herd
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Friedhofszauber

Dieser stille Gottesacker, dieses
grüne Totenfeld, wie es wieder mich im
Banne seines tiefen Friedens
hält! Unter diesen Bäumen träumt
ich einst mein Leben licht u
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Der goldene Schlüssel

Dir, - dem goldenen Schlüssel zum
sonnigen Lande der Freiheit, dir sing
ich. Irgendwo, irgendwo in der
Welt, - in Orangenwäldern
vielleicht, wo der Glutwind d
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Margarete

Dornige Wege bin ich
gewandelt, blutende Wunden trag ich im
Herzen, lichtlose Tiefen hab ich
durchmessen . . . . In Wogen des
Schmerzes, im Abgrund der Qual
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O sei gesegnet

Du bist nicht falsch, wie alle
noch, die mir auf schmalem Pfad
begegnet, um deine Stirn weht
Gotteshauch, ein Geist des Lichts, - o
sei gesegnet! O sei gesegnet
tausendmal
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Wandlung

Du steinerne Stufe am grauen Haus, wie
sprang ich einst lachend auf dich
hinaus! Barfüßig im Hemde, ein
fröhliches Kind - und die Pappeln
rauschten im Juniwind. Die Wiese
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Sonnenandacht

Du tauchst empor aus Tau und Tag, du
wandelst über Hain und Hag, du liebe,
leuchtende Sonne! Du gibst dem Mai den
Blütenschein und schenkst dem Herbst
den Feuerwein und alle
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Krankenwacht

Dumpfe Stille braut und braut rings im
Haus, - zuweilen nur leiser
Stundenschlag der Uhr und ein
geisterhafter Laut wie ein banges,
tiefes Stöhnen . . . Nicht der Win
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Der heilige Lenz

Durch Alltagslärm und
Fabrikenstaub leuchtet ein Tag voll
Licht und Laub. Leuchtet ein einziger
Tag im Jahr: rote Rosen im blonden
Haar. In Wanderschuhen, im Festgew
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Wetterleuchten

Durch die dichtverhüllten Fenster
dringt noch der letzten Blitze mattes
Leuchten, - und die Stunde naht auf
regenfeuchten Sohlen, die dich wieder
zu mir bringt. Jahre liegen
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Südwärts

Durch die nordische Winternacht auf
harten, hallenden Schienenwegen fahr
ich südlicher Knospenpracht fahr ich
italischem Lenz entgegen. Tief und
tiefer ins Land hinein,
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Herbstwind

Durch fahlbelaubte Bäume mit müdem
Ton der Herbstwind singt; die
sehnsuchtsbange Weise klingt des Nachts
in meine Träume. Ach, alle
Blumendüfte, das Farbenspiel de
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In der Not

Durch knorrige Fichten pfiff der
Sturm, der Himmel war wie lauter
Blut. Aus gierigen weißen Wogen
griff mit Flammenarmen die
Abendglut. Und der Sturmball stieg am
Mast empor
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Heilige Nacht

Eh der Stern von Bethlehem noch im
dunklen Tal erschienen, lösten,
Sklaven zu bedienen, Fürsten schon ihr
Diadem; ahnend eine höhre
Macht, grüßten sie die heil`ge Nacht.
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Santa Madonna di Capri

Ein grauer Nebel flattert durch die
Luft, auf Schattenarmen trägt er
Myrtenduft, und allen Wohlgeruch der
Inselau streut er zu Füßen unsrer
lieben Frau Santa Madonna di Capri!
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Ein Wunsch

Ein Häuschen wünscht ich mir,
versteckt und klein, auf dessen Sims
sein Lied der Vogel singt, an dessen
reb`umsponnen Fensterkreuz der letzte
Ton der lauten Welt verklingt.
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Weihe-Nacht

Ein leises Rauschen durch die
Tannenzweige - des kurzen Tages
Zwielicht geht zur Neige. Im Westen
glimmt ein matter Rosenstreif, auf
stille Fluren fällt der weiße Reif.
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Morgenandacht

Ein scheues Ahnen, das sein Haupt
verhüllt, ein tiefes Sehnen, das sich
nie erfüllt, ein blasser Mondstrahl
der verträumten Nacht, so irrt dein
Bild durch diese Morgenpracht.
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Sommernachtszauber

Einsam in der Julinacht bin ich
träumend heimgegangen; schmeichelnd
hielt Resedenduft meine Sinne süß
umfangen. Durch die Lindenzweige ging
flüsternd ein geheimes Sehnen, von den
Blüte
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Silvesterklänge

Eisnebel drängen vom grauen
Meer gespenstisch über die Dünen
her und hüllen in frühen
Dämmerschein die
schneelichtleuchtenden Weiten ein und
ziehen die schimmer
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Sonnenwende

Es fiel ein Blütenregen herab auf Wald
und Feld, ein Netz von
Sonnenstrahlen umspinnt die grüne
Welt; das flammt und blüht und
duftet und höhnt den Glockenschlag, a
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Feierstunde

Ferne Kirchenglocken
klingen, Sonntagsstille deckt die Runde
. . . meine Stirn mit
Taubenschwingen streift der Geist der
Feierstunde. Fern den wechselnden
Gestalten f
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Nach Sibirien

Flockengetriebe und Wolkenflug - durch
trostlose Steppen ein trostloser
Zug. Zerfurchte Gesichter in
düsterer Reih`, verfolgt von der
hungrigen Geier Geschrei. Sie k
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Im Vorort

Frühwinternacht, Sprühregen
stäubt durch Vorortstraßen, stumm und
leer; ein leises, dumpfes Donnern
treibt der Nachtwind nur vom Bahndamm
her. Durch blätterlose Pappelreihn
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Meerfahrt

Fühlst du die Bretter schwanken? schon
brandet dumpf das Meer - am Horizonte
lagern die Wolken schwül und schwer .
. . Ha, Wogen und Blitz und
Stürme! mir wird so f
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Kreuzweg der Liebe

Ganz leise gehst du nächtens durch mein
Zimmer, ich höre deine Schritte nicht.
Ich fühle nur deines Atems welke
Rosenschwüle und seh von deiner Stirn
den fahlen Schimmer sich pho
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Novembertag

Geht ein sonnenloser Tag wiederum zur
Neige, und der graue Nebel
tropft durch die kahlen
Zweige. Leise atmend ruht die
See, müde, traumumsponnen . . . eine
Wog
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Novembertag

Geht ein sonnenloser Tag wiederum zur
Neige, und der graue Nebel tropft durch
die kahlen Zweige. Leise atmend ruht
die See, müde, traumumsponnen... eine
Woge, schaumg
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Die Fahrt des Lebens

Goldbeglänzt von Abendglut träumt das
Meer in Frieden; lieblich tanzen auf
der Flut singende
Sylphiden. Fremdmelodisch klingt ihr
Wort, lockend ihre Töne, - - - und
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Spätrot

Goldene Sonne, kaum
gesunken, wolkenüberschattet
Glück, zauberst du in
Spätrotfunken einen schöneren Tag
zurück? Holde Jugend, kehrst du
wieder? - In des Abends R
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Des Blinden Weihnachtsabend

Halt meine Hand, ich führ dich
gut. Ich führe dich auf dunklen
Wegen dem Licht entgegen. Ich führe
dich durch dreißig Jahr - und heut,
wie seltsam wunderbar will sich vers
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Wanderrast

Hier laß uns ruhn; der Tag ist
schwül und weit der Weg, mein
Kind. Hier winkt ein Zeltdach schattig
kühl, ein Sammetpfühl - und leise
singt der Wind. Hier laß mic
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Genug der Qualen!

Ich ging mit dir durch alles Elends
Tiefen, geknechtet Volk, durch einen
Pfuhl der Schmach; die Stimmen hört`
ich, die nach Freiheit riefen, und
meine Seele hallte zitternd nach. Ic
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Flug

Ich gürte dich, mein Flügelroß: wir
fliegen weit ins Land hinein nach einem
fernen Märchenschloß, das dämmert
weiß im Mondenschein. Um seine
Zinnen windet sich
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Ihm

Ich hab mich dir so ganz ergeben und
bin mit Leib und Seele dein, du meines
Lebens wahres Leben, du meines Daseins
tiefstes Sein! Wie sich der Mond sein
mild Gefunkel
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Irrlicht

Ich hab mich lange Zeit gesträubt und
wollt es nie und nie verstehen, was ich
im Leuchten deines Blicks, im Zucken
deines Munds gesehen. Es war in
tiefer Dunkelheit e
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Freiluft

Ich knie an deinem Lager zertretner
Proletar; dein Antlitz, fahl und
hager, stell ich den Sternen
dar. Freiluft in deine Stuben - -
- geh lachend in den Tod: ich hebe d
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Frieden

Ich möchte still durch einen
Tannenwald mit dir im roten
Abendfrieden schreiten, wenn ganz von
fern das Aveläuten hallt und
lichtgesättigt sich die Zweige
breiten. Dann le
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Das Weib

Ich sah das Weib, wie tiefer Sehnsucht
voll es auf den dürren dornenbewehrten
Äckern nach Paradiesen suchte, - sah
das Weib, von dunklem Fluch
gehetzt, mit blutenden Füßen durch
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Flimmernde Tiefen

Ich schau durch die schimmernden
Wasser in die flimmernden Tiefen
hinein: da schläft eine tote Hexe auf
einem grünen Flutgestein. Noch liegt
die lächelnde Lüge um
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Für heut

Ich will dir keine Freude rauben und
binde dich mit keiner Pflicht; ich baue
nicht auf Treu und Glauben, ein festes
Wort begehr ich nicht! Für all die
Liebe laß mich danken,
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Heilige Stille

Im dämmernden Tale, da wallen und
wogen, die weiten Gefilde allmählich
verhüllend mit bläulichem Duft, die
Spitzen der Berge, der fernen,
verschleiernd, die
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Der Heiland

Im Prunkschloß nicht, in goldner
Königshalle: in enger Krippe und im
niedern Stalle ist einst der Strom des
ewigen Lichts entsprungen, der
Lebenschöre Vollakkord erklungen.
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Träume nur, Seele ...

In den verdämmernden Herbsttag
hinein zauberst du lachenden
Sonnenschein, und aus der Blätter
vergilbendem Flor blühen dir duftige
Veilchen empor, träumende Seele -
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Tote Blumen

In des Hofes Sterbewinkel, schräg vom
Dachfirst überhangen, liegt auf
Scherben Schutt und Kehricht - tief das
Haupt in Staub gepreßt - eine tote
Sonnenblume. Aus de
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Wintersaat

In des Kornfelds kahl Gebreite tiefe
Furchen reißt der Pflug. Weißer Nebel
hüllt die Weite, hüllt den Wald in
Schleiertuch. Nur der Landmann noch
beim Säen steht,
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Ein Lebensabschnitt

In die weitoffenen Bogenfenster des
Konsulats zu Napoli sang der
Golf. Maisonnenbrand glühte
drüben auf den Dächern der
Straße und tauchte in flackernden
Goldschein
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Liebe

In kindlicher Seele erdämmert die
Liebe, wie Grünes der Erde im
Frühling entkeimt. Im Herzen der
Jungfrau da knospet die Liebe, von
künftiger Herrlichkeit
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Still

In Waldes Dunkel, an Baches Borden, die
jubelnden Sänger sind still
geworden. Und mir auch erging es
wundersam: - Als meinem Leben der
Sommer kam und die Rosendüfte mein
Haupt umfi
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Zur Osterzeit

Ist das ein Ostern! - Schnee und
Eis hielt noch die Erde fest
umfangen; frostschauernd sind am
Weidenreis die Palmenkätzchen
aufgegangen. Verstohlen durch den
Wolkenflor
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Kein Glück

Kein Glück! So hat die Alte mir mit
fahlem Lächeln prophezeit, wer in der
Liebe Spuren geht, des Weggenoß heißt
Herzeleid. Kein Glück! Ich ging
durch Klamm und Klust
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Thyrrenische Nacht

Küsse mich, du! Der Himmel blüht wie
lauter Granaten und Rosen. Flugfeuer
von Lippe zu Lippe sprüht, und der
Berg der ewigen Gluten glüht - die
Tiefen kochen und tosen. Un
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Herbstakkorde

Laublose Aeste strecken die Bäume wie
flehend erhobene Hände gen
Himmel, und wo ich schreite: zu
meinen Füßen ein dürres
Rascheln, als glitte zur Se
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Lied

Laß ab mit deinen Blicken - nicht
können sie fortan mich fester noch
umstricken, als sie es schon
getan. Laß ab mit deinen
Worten, die schmeichelnd mich betört,
-
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Nirwana

Laß fließen alle Wunden! Erst wenn
dein Blut zu ebben kommt, wirst du
gesunden. O Wonne, so zu geben, was
dir aus tiefster Seele quillt: dein
starkes, reiches Leben!
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Nachtlied

Liebling, laß mich schlafen
gehen, laß mich ruhn an deiner
Seite! Du mein seliges Geschick! Hohe
blasse Träume stehen uns zu Häupten.
In die Weite, in die sternenstille We
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Ehe

Lächelnd, - ob sie auch
verblasse, unsres Capri Rosenzier,
- durch den Alltagsstaub der Gasse geh
ich Hand in Hand mit dir. Hart dein
Schritt an meiner Seite, fest im
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Das ist der Schatten

Magst du mich ganz in deine Flammen
hüllen und mag das Blut, das deinen
Leib durchmißt, mein Herz durchpulsen,
meine Adern füllen - es bleibt ein
Rest, ein Rest, der du nicht bist!
... weiterlesen


Das ist der Schatten

Magst du mich ganz in deine Flammen
hüllenund mag das Blut, das deinen Leib
durchmißt,mein Herz durchpulsen, meine
Adern füllen -es bleibt ein Rest, ein
Rest, der du nicht bist!
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Spinnlein

Maiblumen pflückt ich mir einen
Strauß und brachte ihn abends mit nach
Haus und stellte ihn in ein
Wasserglas auf den Schreibtisch neben
mein Tintenfaß - und schli
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Lavasturz

Mein Herz ist wie die
Märchenstadt, drin Lachen und Lust
erklungen, bis donnernden Grimms die
Lavaglut ihr Totenlied gesungen. Da
sank dem Zecher der Goldpokal, gefü
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Reifes Glück

Meine Blütenjahre sind ungenutzt
dahingeflossen; denn das Glück hielt
seine Pforten neidisch vor mir
zugeschlossen. Lachend schaut es
durch den Spalt, nun des Sommer
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Herbstliche Liebe

Meine Seele spinnt dich
ein; schimmernde Marienfäden sollen
ihre Häscher sein. Ihre Schlingen
fühlst du kaum. Eine rote
Märtyrkrone brech ich dir vom
Eschenbaum.
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Herbstliche Liebe

Meine Seele spinnt dich ein; schimmernde
Marienfäden sollen ihre Häscher
sein. Ihre Schlingen fühlst du
kaum. Eine rote Märtyrkrone brech ich
dir vom Eschenbaum.
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Mich lockt deine Stimme

Mich ruft deine Stimme aus Nacht und
Not, aus der Tiefe, darin die Flamme
loht, - sie gellt hinauf in den
schimmernden Saal; bleich werden die
Gäste beim Hochzeitsmahl. Ein
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Glut

Mit roten Kressen hatt` ich mich
geschmückt - du hast sie jäh an
deiner Brust zerdrückt. Mit bleichen
Wangen bot ich dir den Gruß - in
Flammenwogen tauchte sie dein Kuß.
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Mutter Erde

Mitternächtges Dunkel spinnt um die
Welt ein heimlich Träumen; leise singt
der Frühlingswind in den
knospenschweren Bäumen. Fern noch
einer Lampe Schein, und der H
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Stille

Napoli, 10. Mai. Die tiefen schwarzen
Fluten waren im Meer verrauscht - und
alle Stürme ruhten. Im roten
Abendscheine leuchteten längs dem
Strand Lorb
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Suleika

Nicht im Rosenschmuck der Jugend fand
ich dich und liebt ich dich, grau schon
ringelten die Locken um der Stirne
Weisheit sich, doch in deinem Kusse
lodert ungezähmte Jugendk
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Weiterleben

Nicht, daß du ihm ein prächtig Denkmal
baust, mit tausend Tränen seine Gruft
betaust, und heimlich hoffst, daß euch
der Tod vereint, nicht dadurch ehrst du
den gestorbnen Freund.
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Empfängnis

Nimm mich fest in deine Arme, kette
mich an deine Brust, daß mein zitternd
Herz erwarme. Zu dem Eiland, das
inmitten liegt des breiten Stroms der
Lust, gleiten wir mi
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Dem Proletariat zum neuen Jahre!

Noch breitet ihre dunklen Schwingen die
Nacht auf alle Gassen aus; des Jahres
erste Glocken klingen, ein Grüßen
geht von Haus zu Haus! versinken soll,
was schwach und trübe,
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Verlornes Glück

Noch einmal, eh` am Himmelsrande der
letzte Sonnenblick verglüht, zieht
mich ein Sehnen an die Stätte, wo
meines Lebens Glück geblüht. Durch
hochgewölbte Gänge fluten de
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Frühling am Meer

Nun braust vom Felsen zum
Meeresstrand auf Wolkenschwingen der
Sturm durchs Land; am
Dünenhange zerschmilzt der Schnee:
- in Frühlingsjubel erbraust die See!
-
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Gesundung

Nun fiel der Schlag. Nun hast du`s
leicht. Ich hatte dir mit vollen
Händen des Lebens Seligkeit
gereicht und sah kein Ende meiner
Spenden. Und für die Rosen, die ich
dir
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Aschermittwoch

Nun fällt der tollen Narrenwelt das
bunte Kleid in Lumpen, - und klirrend
auf den Estrich schellt der Freude
voller Humpen. Lautkrachend springt ins
Schloß das Tor, kein Lichtsch
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Die letzte Note

Nun ist die letzte Note vom alten Lied
gesungen, an der verstaubten Harfe die
letzte Saite ist gesprungen. Kaum
rührt ein Hauch die Lüfte mit leisem
tönenden Beben,
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Reifer Herbst

Nun laß den Sturm aus Norden wehn und
herbstlich sich die Fluren färben
- wir glauben nicht an Sterben, an
Sterben und Vergehn! Uns wirft der
früchtereife Baum die roten Ae
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Ruh dich aus!

Nun laß dich nieder, flüchtige
Taube, du Unruhvolle, halte Rast! In
meines Gartens dunklem Laube erscheinst
du wie ein seltener Gast. Hier tönen
keine Vogellieder, kein Ros
... weiterlesen


Im Abendschatten

Nun liegt der Reif auf allen
Matten, der letzte fahle Schein
erblich, und traumhaft kommt im
Abendschatten ein Todessehnen über
mich. Ich ließ in dämmergrauer
Ferne
... weiterlesen


Zuversicht

Nun mag kommen, was da will, mag die
Lust verwehen: Jedem Unglück halt ich
still, seit ich dich gesehen! Seit ich
dir im Arm geruht, schreckt mich nicht
der Hölle Glut,
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Maiensegen

Nun ruht in weißen Schleiern die See,
umspielt vom West, und Himmel und Erde
feiern das große Liebesfest. Da
strömt in rinnendem Regen hernieder
Kuß auf Kuß, der r
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Kuh

Nun wird es Friede; nun schweigt
einmal des Lebens Schmerz; es senkt
sich der Mond ins träumende Tal und in
mein Herz; die Sonne in schimmernden
Fluten schwand, die Blüten s
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Das Lied vom Mai

O du glühende blühende Maienzeit! Der
Himmel so blau und das Herz so
weit, vergessen die Schmerzen und
Sorgen - und was im Finstern begraben
lag, das hebt die Augen und grüßt den
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Pfingsten

O du sonnige, wonnige
Pfingstenzeit! Der Himmel ist blau und
das Herz so weit, in der Brust ein
freudiges Glühen - und die Knospe
springt und die Hülle fällt; der Odem
des Frühli
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O einmal noch!

O einmal noch den Goldpokal an meine
Lippen setzen, in hast`gem Zug zum
letztenmal mit sprüh`ndem Schaum sie
netzen! O einmal nur in jäher
Lust auflodern und - verderben, -
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Versöhnung

O heut vergiß der Stachelreden, der
bösen Zeit, die einstmals war! Es wob
der Herbst die Silberfäden uns
schimmernd schon ins dunkle Haar; und
Stunden kamen bang und schmerzlich,
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O, einen Sturm!

O schilt nicht, daß mein Flug
erlahmt, daß farblos meine Lieder
kranken: mein Herz ward müde, stumpf
mein Hirn, zu stumpf für einen
Glutgedanken. Im öden Dünensand
verw
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La Sirena

Olivenbäume am grauen Meer . . . aus
silberschimmernden Schatten
her grüßt, von des scheidenden Tages
Glut rosengekrönt, ein Traum der
Flut: Capri. Aus den Grotten
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Friedhof im Süd

Raschelnde Rosen an
Perlendraht, Badepüppchen im
Heiligenstaat, Gruftkapellchen mit
Polstersitzen, leinene Deckchen mit
Häkelspitzen, Kreuzchen und Bildwerk,
Flitter und Spiel,
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Mittagstraum

Sengend über den Feldern brütet die
Juliglut, der Weizen reift im
Brande, und alles Leben ruht. Kein
Grashalm wogt im Winde, kein Vogel
singt im Baum; durch m
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Die Arbeit

Sie ist im Stall geboren. Der tierische
Schrei der Not schlug gell in ihre
Ohren, der Schrei nach Dach und
Brot. Sie trat aus enger Kammer in
eine sinkende Welt;
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Helle Nächte

Siehst du, wie tief schon die Sonne
steht und wie so rot ihr Licht?! Ob
sie in funkelnden Wassern zergeht, uns
beiden stirbt sie nicht. Uns leuchtet
die Nacht, die niedersinkt
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Frühlingsbotschaft

Sinnst du noch den alten Schmerz?
- Sieh, schon aus der Erde
Gründen dringen Knospen
himmelwärts, blühend Leben zu
verkünden; aus dem dunklen Bann der
Nacht, aus des Winte
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Mainacht

So geh ich einsam wieder meine
Bahnen im gleichen Schritt im kalten
Dämmerlicht, und selten treibt ein
stummes Liebesahnen das Blut mir noch
ins bleiche Angesicht. Das ist,
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Den letzten Trank

So laß uns trinken den letzten
Trank, den Trank, der nicht
verschäumt, in dessen Tiefen die Perle
versank, die unsere Jugend
erträumt. Leere das Glas bis auf den
Grund, sin
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Die ewige Braut

So lebt sie schon seit vielen
Jahren, ach, ohne Jammer, ohne Lust
- sie trägt Juwelen in den Haaren und
goldne Ketten auf der Brust. Und doch
vergißt sie nicht zu pflegen
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Dem Kampf entgegen

So schlaf in Frieden, armes Lamm . .
. Laß einsam mich auf steinigen
Wegen im Straßenstaube fürbaß
ziehn des Tages großem Kampf
entgegen. Es geht ein Brausen durch
die L
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Letzte Liebe

So weiß ich, daß in blauer Ferne dein
Herz in Liebe für mich schlägt, daß
dich bis hoch ins Reich der Sterne der
Sehnsucht Engelsfittich trägt; so seh
ich noch im welken Garten
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Schlaf und Tod

Süß und wonnesam ist der Schlaf. - In
der strengen Schule des Lebens, wo
gleich unverständigen Kindern wir die
krausen, verworrenen Rätsel mühsam
zusammenbuchstabieren ab
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Schlaf und Tod

Süß und wonnesam ist der Schlaf. - In
der strengen Schule des Lebens, wo
gleich unverständigen Kindern wir die
krausen, verworrenen Rätsel mühsam
zusammenbuchstabieren aber ni
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In ausgefahrnen Gleisen

Tausend helle Tropfen
sprühen glitzernd auf im
Flutenschaum; tausend taube Blüten
fallen nieder von der Menschheit
Baum; tausend blasse Sterne
kreisen ungesehn im Weltenraum
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Kap Ferrat

Tiefklare Wasser klingen an den harten
hellen Stein. Sehnsüchtige Winde
singen, der Nebel auf weißen
Schwingen zieht trägen Flugs
landein. Uralte Oliven träumen
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Gewitterstimmung

Ueber das Meer hin zuckt der Blitz.
- Wehklagend neigen die Häupter der
Eichen sich vor dem rasenden Sturm;
- aber im Schatten der
Wetterwolke, fahl überflutet von
wechselndem Zwie
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Herbst

Ueber den brennenden Meeressand sind
wir beide geschritten, als mir dein
trotziger Mund gestand, was du erlebt
und erlitten. Weithin lachender
Sonnenschein, duftversch
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Spaziergang

Ueber der tauigen Wiese liegt ein
feiner, dämmernder Nebelstreif; um
deine träumende Stirne schmiegt sich
ein schmaler sonniger Reif. Und
küßt die Sonne den Nebel bleich,
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Wende

Um Mitternacht vom Dome klingt ein
Sterbeläuten dumpf und
bang: verrauschter Zeiten
Grabgesang, der weithin durch die Lande
dringt bis in des Königs
Prunkpalast, bis
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Johannisnacht

Umwogt von weißen Nebelschleiern von
blühenden Rispen überdacht - komm mit
ins Korn! Wir wollen feiern die heilige
Johannisnacht. Da treibt aus
taugetränktem Grunde
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Die Gipfel glühen

Und aufwärts geht es Schritt vor
Schritt, bei Hunderttausend schreiten
mit; in qualendunkle Seelen bricht der
Höhe klares Sonnenlicht: die Freude am
Leben. Wir lagen
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Kein Frühling

Und hoffst du noch von Tag zu Tag, ob`s
endlich Frühling werden mag? Es hüllt
den goldnen Sonnenschein ein grauer
Wolkenschleier ein; durch kahle Bäume
braust der Nord, kei
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Vorbei

Und wenn du wieder zu mir trätest und
weinend um Verzeihung bätest, es wird
doch nimmer, wie es war: das Glück ist
tot, das wir genossen, die Blüte, die
sich uns erschlossen,
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Vorbei

Und wenn du wieder zu mir trätest und
weinend um Verzeihung bätest, es wird
doch nimmer, wie es war: das Glück ist
tot, das wir genossen, die Blüte, die
sich uns erschlossen, i
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Die eine Saite

Und wieder spielt der Abend auf den
Wogen in seiner herbstlich sonnenroten
Pracht. Auf goldner Straße kommt
dahergezogen die stille Sehnsucht, die
so selig macht. In lila Purpurdäm
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Im Dämmerschein

Verronnen ist der schwüle
Tag, verrauscht ist Sturm und
Wetterschlag, und durch die
regenfeuchte Luft weht träumerischer
Lindenduft; - es spinnt die Welt ein
Zauber ein: Ich
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Viele Wasser fließen

Viele Wasser fließen noch den Berg
hinab, eh ich meinen
Nachen segelfertig hab. Viele rote
Rosen welken noch im Hag, eh ich mir
ein blühend Kränzel wi
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Frost

Vom Meer heran braust schwirrend ein
schneidender Nordnordost, durch öde
Straßen klirrend schreitet der scharfe
Frost. Im Schnee verloren die
Pfade und Tür und Tor
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Gewitterwind

Von den Höhen braust der
Gewitterwind, und die Bäume wirbeln
und schwanken; wie die wehenden
Blätter im Winde sind im Haupte mir
die Gedanken. - Und es war eine Zeit,
da leis und
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Völkermai

Völkerfeier, du Maientag! Ziehet
hinaus in den grünenden Hag, jauchzet
hinein in die leuchtende Welt - rote
Blumen blühen im Feld. Rote
Schleifen auf eurem Hut, tie
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Wach auf!

Wach auf, mein Meer, und
brause! Grell blitzt der letzte
Abendschein - ich geh im weichen
Sande. Es kommt die Nacht, die Nacht
bricht ein, und Dunkel deckt die
Lande.
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Flamme

Was sträubst du dich der süßen
Glut, die züngelnd schon dein Haupt
versengt, die liebeheißen Atems
dich mit Flammenarmen eng
umdrängt?! Die Glut bin ich - und du
bist m
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Warnung

Was suchst du hier in meinem Reich und
wühlst in unerforschten Tiefen, weckst
meine Träume, stumm und
bleich, ertrunken, die im Moore
schliefen? Aus Süden kam ein heißer

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Die Ernte

Weiße flimmernde Sonnenflut rings auf
den wogenden Weiten ruht; rüstige
Mäher bei scharfem Schnitt -
- schwirrende Sensen singen mit: Die
Halme fallen. Und hart am
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Eisnacht

Wie in Seide ein Königskind schläft
die Erde in lauter Schnee, blauer
Mondscheinzauber spinnt schimmernd
über der See. Aus den Wassern der
Rauhreif steigt, Büsche
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Eisnacht

Wie in Seide ein Königskind schläft
die Erde in lauter Schnee, blauer
Mondscheinzauber spinnt schimmernd über
der See. Aus den Wassern der Rauhreif
steigt, Büsche und B
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Maien-Fest

Wieder taucht ein Maientag aus des
Winters Tiefen, lockt ein heller
Amselschlag alle, die noch
schliefen. Wieder steht das goldene
Licht hoch im Heiligtume - aus der Do
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Fata Morgana

Wo Luft und Wasser sich verbanden am
fernsten blauen Himmelsrand, ist wie
durch Götterwink erstanden ein neuer
niegeschauter Strand. Wo aus dem
weichen Bett der Wogen
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Frühling

Zu meinen Füßen im welken Laub und
mir zu Häupten singt der Wind in den
knospenden Buchenkronen. blühen die
Anemonen, Ist das ein strahlender
Sonnenschein - ist da
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Vision

Zur lichtumflossenen Weihnachtszeit wie
doppelt schwer ist Menschenleid! Wie
doppelt tief ist des Elends Nacht, wenn
Lichtschein aus Palästen lacht! Und
ein Waisenki
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Der Knabe von Budapest

»Arbeit gebt uns und gebt uns
Brot! wir leiden Kälte, wir leiden
Not: wir haben ein Recht aufs Leben
- das Recht nur sollt ihr uns
geben!« Ein Heer von abertausend
Mann,
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Das Weib des Streikredners

»O bleib - nein geh! Es darf nicht
sein!« - sie drängt ihn selbst in
Kampf und Krieg, - »Die Werkgenossen
harren dein, auf deinen Lippen liegt
der Sieg!« Er seufzt und streift m
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Port Arthur

»Pour le mérite« der Menschheit
ging`s: sie fielen rechts und sie
stürzten links. Durch berstende
Mauern, von Flammen umloht, durch
Bäche von Blut schritt der grinsende
Tod; und
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