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Gedichte - Detlef


Lebensjuchzer

         
         
          Raum!
Raum! brich Bahnen, wilde Brust!  
         
    &nb
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Anzeigen



Die nächtliche Trauung

         
         
          `Da
wachsen keine Rosen,    
         
      &nb
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Pidder Lüng

         
         
          `Frii
es de Feskfang,      
         
     
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Das Paradies

         
         
          `So
viel Vöglein als da fliegen  
         
      &n
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Sommermittagsspuk

        Es ereignete
sich, so wurde mir erzählt, in einem
fremden, fernen Lande, in einer
Hauptstadt: Ich war dort unserer
Botschaft als Legationssekretär
beigegeben. Wie
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Der Frühling

    Heute will ich fröhlich,
fröhlich sein,     Keine
Weis` und keine Sitte hören,  
  Will mich wälzen und für Freude
schrein,     Und der Kön
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Ott Stissen Prahlhans

(1525. Schlacht am Brunketoft
Walde.)        
        Ott Stissen
med sin blakkede Hest,    
        Det sagde
Palle v
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Ich war so glücklich

(Ausflug.) Mittsommertag. Um sieben
Uhr früh schon Spritzen die
Sprenger Das glühende Pflaster. Und
um sieben Uhr früh Bin ich
unterwegs Nach dem Bahn
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An Klaus Groth

(Das Lesezeichen.) In Krieg und
Frieden, viele Jahre schon, Trag` ich,
wo immer auch mein Aufenthalt, Am
Herzen deinen Quickborn, und im
Herzen Die goldne Fülle seiner Heima
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Sicilianen (Teil I)

(Der teutsche Tichter in Abdera.) Du
hattest heute wieder nichts zu
essen, Dafür aß jeder Straßenstrolch
sich satt, Die gute Stadt, in der du
eingesessen, Bringt dir sogar
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Und so bleibts denn halter beim alten

(Ein Scherz.) Nun bimmelt und bammelt
das Altjahr aus, Das neue kommt wie
befohlen, Es sitzen die einen beim
Karpfenschmaus, Die andern bei Krapfen
und Bowlen.
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Die Mörderin

(Grelles Mondlicht. Aus einem Gebüsch
kommt, gleichsam nachtwandelnd, langsam
ein junges Weib, einen Dolch in der
Rechten. Sie starrt mit weitgeöffneten
Augen in den Mond. Anzug: Luise
Millerin. Kranz Ophelie
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Sicilianen (Teil II)

(In reviendrai.) Leb wohl, leb wohl.
Vom Strand aus seh das Boot Ich mehr
und mehr auf weißen Wogen
schwinden. Nun hälts am Schiff. Es
qualmt und dampft der Schlot, Ich hö
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Aussicht vom Schlosse

(Sommernacht.) Müde des Tagetriebes
entschlummert allmählich das
Städtchen. Fröhliche Kinder umschrien
vor wenigen Stunden die
Kirche, Lärmten in Garten und Hof,
dann fing sie
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Sicilianen (Teil III)

(`Es zog eine Hochzeit den Berg
entlang.`) Sie sang das Lied, die
Worte sind verklungen, Die Finger
liegen lässig auf den Tasten, Es
wächst der Mond aus leichten
Dämmerungen
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Eine Drehorgel zieht vorüber

1. Armselig Volk wohnt in der
schmutzigen Gasse, Vor allen Türen
stehen freche Weiber, Geschminkt,
entblößt, gemeines Wort im
Munde. Gleichgültig schreit hindurch
der Kar
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Das Schlachtschiff Téméraire.

1796 (Frei nach Henry
Newbolt.) Der Morgenruf will
verklingen,     Keine
Nachtwache legt sich aufs Ohr. Die
Blaujacken summen und singen  
 
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Einer Toten

Ach, daß du lebtest.    
        Tausend
schwarze Krähen, Die mich umflatterten
auf allen Wegen, Entflohen, wenn sich
deine Tauben zeigten, Die weiße
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Der lange Tanz

Als die Frühmesse beendet war,  
  Nahmen sich drei junge
Weiber, Dicht am Kloster, nicht weit
vom Altar,     Drei junge
Kälbertreiber. Die sechs fingen
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Das Kornfeld

Als die Saat der Erd` entsprossen, Als
der Frühlingswind sie neckte, Sind wir
manchen stillen Abend Langsam durch sie
hingeschritten Hand in Hand. Kamen
Menschen uns
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Die Laterne

Als ich heut` im Hufnershaus Lebewohl
genommen Und ins Freie trat
hinaus, War die Nacht
gekommen. Sehen konnt` ich keinen
Schritt, Nirgends Mond und Sterne. Spr
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Hunger

Am besten wird gegessen in der Welt In
Hamburg, diesem edlen
Beefsteakhorte, Und hier, doch selten
ohne vieles Geld, Ganz ausgezeichnet,
in der Tat, bei Pfordte. In
»Wilken’s Kell
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An den Mast, an den Mast, und das Segel
gerefft, aus dem Gurt in der Faust fest
das Messer am Heft. Keine Zeit, keine
Zeit mehr, zerschneide das Tau, laß es
flattern und wüten zu Wolken u
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Die Macht der Musik

An einem Maitag, weit von Haus, Lag ich
im Fenster schon hinaus Des Morgens
früh um viere. Still träumt die
Stadt, kein Hund ist wach, Kein Rauch
umkräuselt traut das Dach,
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Die Birke

An meinen Schreibtisch lehn` ich. Meine
Hand Durchgleitet leicht ein rotes
Nackenband, Erinnrung einer Zeit, die
längst verfloß, Da heiß ein Mädchen
mir den Hals umschloß. Die j
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Gedenken

An Theobald Nöthig. Was soll die
dunkelrote Rose, Mir heute just ins
Haus gebracht? Da fällts mir ein, und
vor mir seh ich Den Freund, an den ich
oft gedacht.
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Armut, Einsamkeit und Freiheit

Arm wie Jesus Christus. Wie Jesus
Christus? Den die Reichen der Erde Als
ihren Schutzpatron ausrufen Gegen den
`Pöbel`. Und des Menschen Sohn hat
noch nicht, Wo er sei
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Herbst

Astern blühen schon im
Garten, Schwächer trifft der
Sonnenpfeil. Blumen, die den Tod
erwarten Durch des Frostes
Henkerbeil. Brauner dunkelt längst
die Heide, Blätt
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Wer weiß wo

Auf Blut und Leichen, Schutt und
Qualm, auf roßzerstampften
Sommerhalm die Sonne schien. Es sank
die Nacht. Die Schlacht ist aus, und
mancher kehrte nicht nach Haus einst
von
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Krischan Schmeer

Auf dem Tütvogelmoor, im
Wollgrasmeer Arbeitet Peter Hans
Christian Schmeer Nun an die achtzig
Jahre schon, Ums liebe Brot, um kargen
Lohn. Sein Rücken ist krumm, sein Haar
ist wei
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Novemberabend

Auf den sehr schmalen Wiesenweg Senkt
sich die Dunkelheit. Von ferne dringt
der Schreckensruf eines Vogels Durch
die Stille. Ward er im Schlaf
überfallen? Der Schrei klang
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Der Kartäusermönch

Auf der Bergesspitze, Unweit meines
Klosters, Wo die braune Felswand
senkrecht abstürzt, Sitz` ich in
meiner weißen Kutte und Kapuze, Und
stütze mein Haupt in die Hand; Sit
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Sonntag Nachmittag

Auf der Hügelhöh im Dorf Wohnt die
schöne Annmarei, Und ich geh` dort
gern vorbei, Führt mein Weg in jene
Richtung. Auf der Hügelhöh im
Dorf Wohnt die schöne Annmarei,
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Der Ländler

Auf die Terrasse war ich
hinbefohlen, Der jugendlichen,
schönen, geistvollen, Holdseligen
Prinzessin vorzulesen. Ich wählte
Tasso.        
     
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Der schwermütige König

Auf einer meiner Wanderungen einst, Im
Norden wars, berichtet Ahasver, Und
siebenhundert Jahre sind
verflossen, Ging einem großen
Schloßbau ich vorüber, Der klotzig
zwischen kahle
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Erwartung

Auf Turm und Tor und Mauerkranz, auf
rauschende, dunkle Tannen fällt
Flammenschein und Lichtertanz von
Fackeln und aus Pfannen. Ein Weib
steht an des Söllers Rand, e
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Auf einem Bahnhofe

Aus einer Riesenstadt verirrt` ich
mich Auf einen weit entlegnen kleinen
Bahnhof. Ein Städtchen wird vielleicht
von hier erreicht Von Männern, die vom
Morgen an viel Stunden Am Pul
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Sphinx in Rosen

Aus weißem Stein geformt, im
Junigarten, Liegt eine Sphinx, die
greulichste der Katzen. Es küssen ihr
die zierlichsten Standarten, Die Rosen,
windgeschaukelt, leicht die Tatzen. Da
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Das Opfer

Bei den Mohawk-Indianern, Die am
Niagara wohnen, Bringen sie ein
Löseopfer Jahr um Jahr dem Großen
Geist: Daß der todessichre
Strudel Über sie kein Unheil speie,
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Die Vorüberfahrt

Bei Köln, in einem Schlosse, Fand im
Geschlechtsarchiv, Vergessen und
vermodert, Ich einen
Minnebrief. Lateinisch war die
Sprache; Auf blauen Grund gemalt, Hat
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Lockung in die Ferne

Blaue Berge, Sehnsuchtsberge, Schützt
ihr das ersehnte Glück? Meinen Schritt
will ich verdoppeln, Und ich kehre nie
zurück. Schlug die Liebe mich
verwirrend, Fühl
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Spielerei

Blaue Veilchen halt ich hier, Blau in
blauem Bändchen, Blaue Veilchen
pflückten mir Ihre schmalen
Händchen. Blaue Veilchen, blaues
Bändchen, Blauer Augen blaues
Pfändchen
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Ihre Exzellenz die alte Gräfin...

Das Automobil ist vorgefahren. Und in
den geschmacklosen, schrecklichen
Schrein Steigen vier junge Komtessen
hinein. Alle vermummt wie beim
Femgericht. Und gegen Insekten, Staub,
Reg
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Frühling und Schicksal

Das Fest ist aus. Ich bringe dich nach
Hause. Wie dunkel ist der Himmel. Seine
Sterne, Verschleiert, scheinen stumpf
und flimmerlos, Als wären sie aus
Messing angelötet. Wir biegen
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Nis van Bombell

Das ist der Nis van Bombell, Ein Seeman
harsch und hell.     Er war
eines Friesenbauern Sohn,    
Diente auf Bombell in
Clanxbüllkjon     Mit Greten
um
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Die zwei Sensen

Das reife Feld, wer heimst es ein, Wer
nimmt ihm seine Bürde ab, Wer bringts
zur Ruh im Abendschein, Bereitet ihm
das Wintergrab? Und all die Blumen
fallen mit, Die,
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Winternacht

Das war beredet und besprochen, Wie
lange her, ich ahn` es nicht. Der Tag
ist da, die Pulse pochen, Die Flocken
fallen träg und dicht. Im fremden
Dorf, im fremden Saale, Es k
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Rückschau

Das war zu leben wert: im
Morgentaue Den Hengst zu tummeln bei
Trompetenklängen Und an des Thrones
purpurnen Behängen Das Knie zu beugen
vor der schönsten Fraue. Im Kampfe
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Das Gewehr im Baum

De oll Linn schall dal, so gehts
behende Im ganzen Dorf von Mund zu
Mund. Es ist des Geredes bald kein
Ende, Jeder tuts schleunigst dem andern
kund.     Am Abend vor allen
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Einer schönen Freundin ins Stammbuch

Den ganzen Tag nur auf der
Ottomane, Ylang-Ylang und lange
Fingernägel. Die Anzugsfrage,
Wochenblattromane, Schlaf, Nichtstun,
Flachgespräch ist Tagesregel, Ich
glaube gar, für ei
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Grete mit der Harke

Den Rechen über die Schulter
quer, Wippwappt zum Heuen die Grete
daher. Was lacht sie doch bei jedem
Schritt, Wer baumelt an ihrem Rechen
mit? An den Zinken, an bunt
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Freie Liebe

Denen, die es angeht. Schönes Kind
von achtzehn Jahren, Ein Weilchen sind
wir zusammengefahren Durch diese
verdammt langweilige Welt. Und schon
sind uns die Rosen ve
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Vergiß die Mühle nicht

Der Blick aus unserm Fenster war eine
Wüste nur. Kein grünes Saatfeld
zeigte des Lebens frohe Spur. Kein
Haus, kein Baum war sichtbar, kein Berg
im blauen Duft,
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Am Strande

Der lange Junitag war heiß
gewesen. Ich saß im Garten einer
Fischerhütte, Wo schlicht auf Beeten,
zierlich eingerahmt Von Muscheln, Buchs
und glatten Kieselsteinen, Der Goldlack
b
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Die Heilige Flamme

Der Regen hielt sich fest in runden
Wolken Den ganzen Tag bis hin zur
Vesperstunde. Dann plötzlich, wie aus
einem Nest heraus, Brach von der See
ein wüster Windstoß vor, Und Bö a
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Hafenlegende

Der Schiffer schaukelt aus dem
Hafen, Vom Steuer sieht er noch das
Haus, Wo er die letzte Nacht
geschlafen, Dann führt der Sturm ihn
frisch hinaus. Und Jahr auf Jahr
verweht
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Auf dem Kirchhofe

Der Tag ging regenschwer und
sturmbewegt, Ich war an manch
vergeßnem Grab gewesen, Verwittert
Stein und Kreuz, die Kränze alt, Die
Namen überwachsen, kaum zu
lesen. Der Ta
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Bruder Liederlich

Die Feder am Strohhut in Spiel und
Gefahren, Halli. Nie lernt’ ich im
Leben fasten, noch sparen, Hallo. Der
Dirne laß ich die Wege nicht frei, Wo
Männer sich raufen, da bi
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Auf einer Brücke

Die Flut erreichte den höchsten
Stand. Der Regen tropft leis auf See
und Sand Aus Frühlingswolken, die,
schwammig und schwer, Träg` wandern
über das leere Meer, Über des Deiches
... weiterlesen


Marschall Niel

Die große gelbe Rose ruhte schwer Auf
schwarzem Marmorsarg in
Marmorhallen. Wes Hand sie brach und
wer sie trug anher, Auch wer die Leiche
war, ist mir entfallen. Es schlief der
Sar
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Der Kranz

Die Nacht war unruhig. Die
Bernhardiner Schlugen zuweilen an. Was
habt ihr denn? Und Dutcheß, meine
Gordon-Setter-Hündin Schob ihre feine
Nase mehr als einmal In meine Hand, die
ü
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Böcklins Hirtenknabe

Die Osterblume blühte rings im
Wald, Und regenfeuchte, weiche
Frühlingsluft Spielt leise über
grüne Wintersaat. Am Heck des Holzes
standen ich und du; Das erste
Stelldichein: Ein
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Durchs Telephon

Die Rose, die du mir heut Morgen beim
Abschied In unserm Garten brachst Und
ins Knopfloch stecktest, Damit ich im
Gebrüll des Tages Immer an dich
erinnert sei, Hat eine sonde
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An Heinrich von Kleist

Du Herrlicher! Nur einen
Sommertag, nur einen hellen Sommertag
hindurch verlasse deines Himmels
goldnen Saal, und weil’ als hoher
Gast in unsrer Mitte. Mit Rosen wollen
wir
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Stapellauf

Du trägst des Großherrn von
Deutschland Namen, Gleite hinein in die
salzene Flut, Losgelöst aus Riegel und
Rahmen, Frei wie der Fisch und wie
Adlerblut.     Stürze und
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Trennung

Du warst meine Weggenossin Zwei
Jährlein oder drei, Dann kamen die
Abschiedsstunden, Die schlugen uns
schwere Wunden, Und Alles war
vorbei. Kehr müd ich nun nach Hau
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Die neue Sintflut

Ein Bauer hieß Marcs Cyprior, Sein
Eheweib hieß Kunne Flor. Kunigunde war
noch morgenjung, Marcus sah schon die
Abenddämmerung. Doch lebten beide
friedevoll, Wie jedes Pär
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Das verschüttete Dorf

Ein heißer Junisonnentag, Wie Säulen
grade stieg der Rauch. Der feiste
Friedensengel lag Verschlafen unterm
Faulbeerstrauch. Die heilige Cyrilla
ging Am leeren Stran
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Zwei Welten

Ein langgeführtes hohes goldnes
Gitter, Mit kunstgeformten Spitzen
dehnt sich weit In grader Linie aus
nach Nord und Süd. Ein Rasen, englisch
zugestutzt, begleitet Die eine Seite.
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Ist das Alles?

Ein Maientag im Sonnenglanz, Ein
Julitag, ein Erntekranz. Ein kurzer
Traum von Glück und Rast, Das Leben
flog in Sturm und Hast. In Sturm und
Hast bergab, hinab.
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(Herr Wulff)

Ein Tag aus dem Leben des kleinen Herrn
Wulff Er ist grade drei Jahre
alt Und denkt noch nicht an meucheln
und morden. Ist er auch Liliput noch
und Lamm, Schwillt ihm zuweile
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Unvermutetes Zusammentreffen

Ein unerhörter Fall hat sich
begeben: Zwei Gondeln stießen im
Canale Grande Unsanft zusammen. Das war
eine Schande, Wer glaubte je, solch
Plumpstück zu erleben. Die Insass
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Mittagschläfchen

Ein Vogel sang im Apfelbaum Sein
einfach Frühlingslied. Es sang mich in
den schönsten Traum Der liebe
Störenfried: Der Mohrenknabe führt
am Zaum Ein weiß arabisch
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Der schöne Glockenton

Eine große Stadt mußt` ich
durchgehn, Die seit Jahren ich nicht
gesehn. Und in dieser auf meinen
Wanderungen Bin ich in einen Vorort
gedrungen, Wo in Armut hinfristen viel
tausend
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Das Gespenst

Einen lustigen Schwank aus seinem
Leben Hat mir gestern mein Freund
gegeben: Ich war bei den Spiritisten
gewesen, Bei Geistererscheinung,
Gedankenlesen, Kam, ich gestehs, etwas
gruse
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Das eine Kleid

Einst irrt` ich arm, allein durch
menschenvolle Gassen, Verzweiflung
heizt mein Hirn, mich hat die Welt
verlassen. Es prickelt mir der Schnee
im Winde scharf entgegen, Ich weiß
nicht, fieb
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Seffinka

Einst nach vielen Jahren fand in einem
Brief ich, Der beim Suchen in die
Hände mir gefallen, Eine Haarnadel.
Sie stak am Schluß:
`Seffinka`. `Tausend Küsse, Grüße
sendet Dir Seffinka`.
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Couplet

Er: Vergiß es nicht, das alte
Heck, Das zwischen stillen Wiesen
liegt, Wo wir im sicheren Versteck Uns
einst geküßt und
eingewiegt. Beide: Un
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An Hugo Wolf

Erinnerst du dich der Tage: Hinter dir
saßen Conrad, der Hüne, und ich. Du
sangst uns Deine
53, Drei-und-fünf-zig! Mörike-Lieder
vor Und deine ungezählten W
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Ballade in U-dur

Es lebte Herr Kunz von Karfunkel Mit
seiner verrunzelten Kunkel Auf seinem
Schlosse Punkpunkel In Stille und
Sturm. Seine Lebensgeschichte war
dunkel, Es murmelte manch Gemunk
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Der Thurmbläser

Es war am längsten Tag. Um neun Uhr
Abends Durchschritt ich eine lange
helle Straße. Sie schien bewohnt von
allen Menschenklassen. Und ein Gewimmel
war es überall. Ich hörte im V
... weiterlesen


Legende

Ev. Matthäi 26, 36-45. Als der Herr
in Gethsemane Auf Knieen lag im
schwersten Weh, Als er sich hob, nach
den Jüngern zu schauen, Ließ er die
Thränen niedertauen:
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Kleine Geschichte

Frühsommer war’s, am Nachmittag. Der
Weißdorn stand in Blüte. Ich ging
allein durch Feld und Hag Mit sehnendem
Gemüte. Es trieb mich in den Tag
hinein Ein zärtl
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Intermezzo

Geigenklänge, nie gehörte, Schönes
Mädchen, nie gesehn - Was verlangend
mich bethörte, Soll, ein Wunder, vor
mir stehn? Leicht beschuht, aus
Wolkenschleiern, Trit
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Das kommt davon

Gestern trug der Professor uns vor
Hochheeres im Hörsaal, Sprach von
Platon, Homer, kündet Apelles`
Verdienst, Und dick troff ihm die Stirn
von heiliger Weihe wie
Angstschweiß, Uns auch
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Der Genius

Gewitter drückt auf Sanssouci, Ich
stand im Park und schaute Zum Schloß
hinan, das ein Genie Für seine Seele
baute. Und Nacht: Aus schwarzer
Pracht ein Blitz, Vom H
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Spruch

Gib den Flamberg nie aus Händen, In
Triumpf selbst und Genuß, Denn du
brauchst ihn aller Enden Bis zum
letzten Atemschluß.    
Frieden wirst du nie erkämpfen. &n
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Verbannt

Gleichviel weshalb, ich bin’s, ich bin
verbannt Auf eine kleine, deichumrahmte
Insel. Weit liegt mein
walddurchrauschtes Vaterland. Hier
schleicht und kriecht das
Wattenmeergerinsel
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Kleine Winterlandschaft

Hart am Ufer steht mein Fuß, Drüben,
horizontdurchlassend, Friert am Strand
ein schmales Wäldchen, Nirgends eine
Spur von Haus und
Menschen. Klatschend steht die Ente
auf,
... weiterlesen


Letzter Gruß

Herbsttag, und doch wie weiches
Frühlingswetter, Ich schlenderte
langseits der Friedhofshecke, Ein Sarg
schien unter Gramgeläut zu
sinken, Dann bog ich auf dem Wege um
die Ecke.
... weiterlesen


Letzter Gruss

Herbsttag, und doch wie weiches
Frühlingswetter, Ich schlenderte
langseits der Friedhofshecke, Ein Sarg
schien unter Gramgeläut zu
sinken, Dann bog ich auf dem Wege um
die Ecke.
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Kleine Legende

Heut bin ich durch Ried und Rohr
gegangen, Durchs Moor hindurch, ums
Moor herum, Luft und Land waren leer
und stumm, Dann hat ein Zischelwind
angefangen. Ich nahm, wie mans so tut
im
... weiterlesen


Trutz, blanke Hans

Heut bin ich über Rungholt
gefahren, die Stadt ging unter vor
fünfhundert Jahren. Noch schlagen die
Wellen da wild und empört, wie damals,
als sie die Marschen zerstört. Die
Masc
... weiterlesen


Heimweh

Heut durch den ganzen Tag war ich
gezwungen An meine ferne Heimatwelt zu
denken. Weit liegt sie fort, weit
fort.        
        Die schöne
Fürstin
... weiterlesen


An Heinrich von Reder

Heut mit meinen beiden Teckeln ging
ich Den gewohnten Abendgang ins
Freie. Ein Dezembertag verkroch sich
totstill In den Sack der Nacht, den
großen, dunklen. Wie vergilbte
Regenboge
... weiterlesen


Waldfahrt

Hingegossen in die Polster Einer alten
Mietskarosse Lehnt das allerschönste
Mädchen. Neben ihr, in
Seligkeiten, Lehn` ich gleichfalls in
den Sitz. Unser Fuhrmann den
... weiterlesen


Säntis

Hundertmal an`s Fenster tret` ich, In
die Straßen weit zu schauen, Immer,
immer noch vergebens, Ach, in aller
Welt wo bleibt er, Bleibt der
Bernhardinerhund. Endlich,
... weiterlesen


Kalter Augusttag

I Wir standen unter alten
Riesenulmen, An unsers Gartens Rand.
Mein Arm umschlang Die schlanke Hüfte
dir. Es lag dein Haupt, Das schöne,
blasse, still an meiner Schulter. Ein
kalte
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Abschied und Rückkehr

I. Vorbei, vorbei, auf feuchter
Spur irrt trostlos nun mein Blick ins
Weite. Vorbei, vorbei, die Möwe
nur gibt mir ein trauriges
Geleite. Nun kehrt auch sie; fernab,
fernab
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Flüchtiger Gruß

I FrühlingHoch oben fliegt ein
Kranichheer nach Norden, Von ihren
Flügeln tropft die Morgensonne. Tief
unten liegt der Ursulinenorden, Im
Klostergarten träumt die alte Nonne.
... weiterlesen


Goethe und der Affe

Ich fand auf einem Postament Einen
Menschen, der sich Goethe nennt. Die
Büste des Dichters, und nebenan, Auf
demselben Gestell, hockt ein Pavian Aus
Bronze, Thon, ich weiß nicht me
... weiterlesen


Sehnsucht

Ich ging den Weg entlang, der einsam
lag, Den stets allein ich gehe jeden
Tag. Die Heide schweigt, das Feld ist
menschenleer, Der Wind nur webt im
Knickbusch um mich her. Weit liegt
... weiterlesen


Eine in der Ferne im brennendsten...

Ich habe meinen Standort an der
Mühle; Es strahlt, blau wie die Röcke
der Dragoner, Der Himmel durch die
erste Morgenkühle. Bis sich der
Sonnengott, der
Nachtentthroner, Großprat
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Bellevue

Ich ritt voran, ich trabte zu Durch
eine schwere Waldesruh, Und
hügelaufwärts ging mein Steg, Und
dick verhangen war mein Weg.  
  In Nadelschwarz und Zweigen &nbs
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Der Abend sinkt

Ich sehne mich, am Schluß der
Dissonanzen, Die auch den
sommerhellsten Tag verschneien, Nach
frohen Stunden endlich,
bürdefreien, Um hinter guten Wein mich
zu verschanzen.
... weiterlesen


Betrunken

Ich sitze zwischen Mine und Stine, Den
hellblonden hübschen
Friesenmädchen, Und trinke Grogk. Die
Mutter ging schlafen. Geht Mine
hinaus, Um heißes Wasser zu holen,
... weiterlesen


Krieg und Frieden

Ich stand an eines Gartens Rand Und
schaute in ein herrlich Land, Das, weit
geländet, vor mir blüht, Wo heiß die
Erntesonne glüht. Und Arm in Arm, es
war kein Traum, Mein
... weiterlesen


Seine Hoheit auf absonderlichen Wegen

Ich war einmal, wie`s jede ist, Ein
junges Ding mit Lieb und List, Und war
ein hübscher, schmucker Fratz, Hatte
heißes Blut, hatte manchen Schatz, Und
wie mirs paßte, wer mir gefi
... weiterlesen


Der junge Held

Ihr greift mir schreiend in den
Zaum, Oho, Ihr Herrn, das scheint kein
Flüstern. Nehmt euch in Acht, mir
wuchs der Flaum, Und meinem Pferde
sprühn die Nüstern. Ich sehe ba
... weiterlesen


Für und für

Im ersten matten Dämmer thront Der
blasse, klare Morgenmond. Den Himmel
färbt ein kühles Blau, Der Wind
knipst Perlen ab vom Tau. Der Friede
zittert: ungestüm
... weiterlesen


Auf dem ’Jungfernstieg’

Im Jagdanzug, noch in der
Heidestille, Steht plötzlich mir nach
Hamburg Wunsch und Wille. Gedacht,
getan; mein Wagen fährt mich
schnell, Und hält nach kurzer Fahrt
vor Streit`s Hôtel.
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Tod in ähren

Im Weizenfeld, in Korn und Mohn, liegt
ein Soldat, unaufgefunden, zwei Tage
schon, zwei Nächte schon, mit schweren
Wunden, unverbunden, durstüberquält
und fieberwild,
... weiterlesen


Anakreontisches Liedel

Immer bleibst du, wer du bist; Nimm das
Leben, wie es ist. Wo du Rosen siehst
im Garten, Brich sie, laß sie nimmer
warten. Und im
Sommervollmondschein Laß dein Mädchen
nich
... weiterlesen


Aus der Kinderzeit

In alten Briefen saß ich heut`
vergraben, Als einer plötzlich in die
Hand mir fiel, Auf dem die Jahresziffer
mich erschreckte, So lange war es her,
so lange schon. Die Schrift stan
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Heimgang in der Frühe

In der Dämmerung, Um Glock zwei, Glock
dreie, Trat ich aus der Tür In die
Morgenweihe. Klanglos liegt der
Weg, Und die Bäume schweigen, Und das
Vogellied
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Zwiegespräch

In eine Straße bin ich eingebogen, Die
mir als letztes Ziel vor Augen
stand. Nie sah ich so brutale
Vornehmheit. Sie lag wie tot. Die
Steinpaläste schwiegen. Wär` mir ein
Sperling
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Die Pest

In einer asiatischen Riesenstadt Bin
ich auf meinen Reisen einst
gewesen, Und während meines
Aufenthaltes dort Schritt finster durch
die Plätze, Höfe, Straßen Ein
schwarzer Engel
... weiterlesen


Ein Erinnern

In meinen Wimpern standen Thränen, Als
ich heut Morgen bin erwacht, Und ein
unendlich schweres Sehnen Hat mir der
lange Tag gebracht. Ich hörte deine
Stimme wieder, Auf mein
... weiterlesen


Gestorbene Liebe

In nackter Wüste ruht ein
Löwenpaar, Das gelbe Fell vom gelben
Sand abhebend. Im Schlafe dehnen sich
die trägen Glieder. Erwachend, leckt
bedächtig eins das andre, Und streckt
un
... weiterlesen


Abschied vom Leben

Ins halb schon tote Herz, ins alte,
grüßen Noch einmal Vogelsang und
Sommerranken. Wie blau der Himmel;
welch ein lustig Schwanken Der grünen
Blätter, die sich neckend küssen.
... weiterlesen


Die Stelle im Thukydides

Ist vielleicht der Herr Professor zu
Haus? Nein, der Herr Professor ging
vorhin aus. Ist vielleicht Frau
Professor zu Haus? Nein, Frau Professor
ging eben aus. Und Fr
... weiterlesen


Thee dansant

Jetzt zu Bett, mein liebes Ernachen,
nicht länger! `Bitte`, schmollt
Klein-Erna. Nun denn, den
Fandango. Erna wird sich schleunig zum
Matrosen wandeln. `Aber auch die Finger
vor die Augen,
... weiterlesen


Der souveräne Herr

Kam über einen Kirchhof daher, Hört`
ich es flüstern kreuz und quer, Bald
ein Gelächter, bald Wimmern und
Weinen, Alles im Wisperton klangs von
den Steinen. Schwül war die Nacht
... weiterlesen


Kleine Reise

Keine Seele heut, Im bösen
Regenwetter, Besucht das Schloß. Nur
von einem uralten,
weißhaarigen, Papageiisch plappernden
Diener begleitet, Wandern wir, Das
Mädel un
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Der Puppenhimmel

Klein Isolde sitzt bei mir im
Sopha. Klein Isolde zählt der Jahre
vier erst. Ihre Puppen bringt sie mir
in`s Zimmer Und berichtet mit dem
feinen Stimmchen, Was mit ihnen
letzthin si
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Blümekens

Kleine Blüten, anspruchslose
Blumen, Waldrandschmuck und
Wiesendurcheinander, Rote, weiße,
gelbe, blaue Blumen Nahm ich im
Vorbeigehn mit nach Hause. Kamen alte,
liebe Zeiten wiede
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Vogel im Busch

Kleiner Vogel in den Zweigen, Bleib
hübsch sitzen, singe weiter, Keine
Pfeile führ` ich bei mir, Singe fort,
das ist gescheiter. Bange nicht, ich
hör` so gerne Dein
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Die Musik kommt

Klingkling, bumbum und
tschingdada, zieht im Triumph der
Perserschah? Und um die Ecke brausend
bricht’s wie Tubaton des
Weltgerichts,     voran der
Schellenträger.
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Der Genius in Flammen

Kühner, Glühender,
Schrecklicher!     Dringt in
den Schwarm ein dein Schwert,  
  Stürzen, wie Kinder  
  An die Schürzen ihrer
Mütter,   &nbs
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Zueignung

Lieber Gustav Falke, schwer im
Sechstrochäus Nah` ich Ihnen.
Plumpgerüstet, mürrisch,
schleppend Stolpert, knarrt er, knurrt
er durch die
Dichterwälder (Dichterwälder ist
nicht übel)
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An Emanuel Reicher

Lieber Meister, großer
Meister, Künstler du von deinen
Gnaden. Wenn ich meinen `Pinsel
tauche` - Dieses Wort ist ganz
entsetzlich - In die schwärzeste der
Tuschen, Tu ichs
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Maienkätzchen, erster Gruß

Maienkätzchen, erster Gruß, Ich
breche euch und stecke euch An meinen
alten Hut. Maienkätzchen, erster
Gruß, Einst brach ich euch und steckte
euch Der Liebsten an
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An Richard Dehmel

Male war ein schönes Kind, Male spielt
Klavier, Male, flüchtig wie der
Wind, Ist bald da bald hier. Male geht
am Abend aus, Male schwärmt für
Glanz, Male kommt gern
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Höchste Gleichgültigkeit

Mein alter Freund war niemals noch
gereist, Die Mittel fehlten ihm in
Jugendtagen, Der Mannesarbeit sang kein
Ruhelied, Mit grauem Barte spürt` er
keine Lust. Doch quälten wir so l
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Wie? Ein Ghasel?

Mein Haus, umschnürt mit
Efeuranken, Wo sich im Herbst die
Spatzen zanken. Mein Haus, wo ich
geboren bin, Vor dem zwei Silberpappeln
schwanken. Mein Haus, wo ich erzogen
bin,
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Das trauernde Kasperle

Mein lieber guter Hampelmann, Wie bist
du doch verwaist, Die nur allein dich
trösten kann, Die Detta ist
verreist. Trist hängst du an der
Gummischnur, Ein Galgenkava
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Up de eensame Hallig

Min Mann is weg, De See geit holl, Min
Kind is krank, Keen Minsch to
Hülp.     Ick bün
alleen. De Mann is dor, Dat Kind is
dod, Nu ligt int H
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Sommertag

Mit dem Bädeker in der Hand Bin ich
durch eine Stadt gerannt, Die weithin
thät nach allen Enden Ihre Straßen
und Züge senden. Auf den Zeilen und
Märkten und Plätzen und Brücke
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Waldgang

Mit meinen Teckeln ging ich heut` in`s
Holz, Am Strick sie führend, daß die
hitzigen Kleinen Nicht kläffend mir
vertrautes Wild verscheuchten. Der
Morgen glänzt wie ein Paradefeld.
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Trin

Mit Nadel un Tweern Keem de lütt
Deern. As se mi uu den utneiten Knoop
anneiht, Un so flink de Finger ehr
geiht. Un se so neech bi mi
steit, Denk ick, wat kann dat sien, man

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Der Friedensengel

Mit seinen Flügeln peitschte mich ein
Traum Und ließ mich nicht die ganze
Nacht hindurch. So unaufhörlich
quälte, schlug er mich, Daß jäher
Wechsel, Schlaf und Wachen, folgte.
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Aufschwung

Mitten aus dem Schnee des Nordens, Weit
im Süden, aus der Nacht, In des
Annunciatenordens Reicher
Herrenmeistertracht:     Sitz
ich auf der türkischen Stute,  
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Zigeunertreiben

Mitten im Eichforst, Am lodernden
Feuer, Tanzt das
Zigeunermädchen. Ihre weißen Zähne
lächeln Im Mondstrahl; Und in den
Augen brennt ihr die Glut. Sie tanzt
den Fan
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Schöne Junitage

Mitternacht, die Gärten
lauschen, Flüsterwort und
Liebeskuß, Bis der letzte Klang
verklungen, Weil nun alles schlafen
muß -     Flußüberwärts
singt eine Nachtigall.
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Zuversicht

Mädchen mit den graden Schultern, In
dem engen braunen Mantel, Mit den
zieren Ellenbogen, Die sich nah den
Hüften halten, Mit dem marktgefüllten
Körbchen, Eile nicht so ra
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Versteckte Jasminen

Mädchen, was hast du, was ist dir
begegnet, Hat dir der Tag heut die
Laune verregnet, Siehst so betroffen
und wunderlich aus. Guck mir ins Auge,
und häng nicht das Köpfchen, Soll
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Heimkehr

Nach all dem Blumenpflücken, Gejachter
und Entzücken Nach Tanz und
Zymbelzug, Nach all dem
Kaffeetrinken, Uns in die Arme
sinken, Hast endlich du genug. Und d
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Ballade in G-moll

Nach einer wilden, wüstdurchzechten
Nacht, Schon ränderte das erste Rot
die Wolken, Stahl ich mich aus dem
Saale, die Genossen Im Streite,
lachend, lallend, unter`m Tische, Im
wein
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Aus einem Raubzuge

Nahst du aus Ninive, schimmernde
Schöne, Nicht einen Schritt mehr,
sofort machst du Halt, Gleich auf den
Thron hinauf, daß ich dich
kröne, Sperrst du dich, hab` ich des
Sultans Gewalt.
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Stammelverse nach durchwachter Nacht

Nein, du, du - Warum schlugst du
nicht Deine Arme um mich Und
flüstertest meinen Namen? Warum lag
nicht meine Schläfe An deiner
Schulter? Warum hört’ ich nicht dei
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An der Grenze

Noch fliegt die Schwalbe ein und
aus Und flitzt im Wege auf und
ab. Doch aus des Pappelbaumes
Flaus Sprang schon ein gelbes
Knöpfchen ab. Noch treibt der bunte
Schmetterling
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Mein täglicher Spaziergang

Nur ein paar Birken, Einsamkeit und
Leere, Ein Sumpf, geheimnisvoll, ein
Fleckchen Heide, Der Kiebitz gibt mir
im April die Ehre, Im Winter Raben,
Rauch und Reifgeschmeide, Und niema
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An Otto Julius Bierbaum

Otto Julius, frischester
Dragonerlieutenant, Mit den roten
Backen, mit dem weichen
Schnurrbart, Mit der mächtigen
Dichterstirn, mit großen,
klugen Augen, die, ob mit Pince-nez, ob
ohne Kl
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Der Golem

Prag, das alte sagenreiche, Barg schon
viele Menschenweisheit, Barg schon
viele Menschentorheit, Auch den hohen
Rabbi Löw. Rabbi Löw war sehr zu
Hause In den Künste
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Der Blitzzug

Quer durch Europa von Westen nach
Osten Rüttert und rattert die
Bahnmelodie. Gilt es die Seligkeit
schneller zu kosten? Kommt er zu spät
an im Himmelslogis?    
Fortfortf
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Stupor

Saß ich neulich im Café,
gelangweilt, Las in Über Land und
Meer, im Hausfreund, Im Daheim, und in
der Gartenlaube, Las auch kreuz und
quer die Zeitung.      
 
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Festnacht und Frühgang

Schleifende Schleppen und schurrende
Schuhe, Wie sie auf spiegelnder Glätte
sich drehn, Flatternder Schnurrbart und
fliegende Schöße, Wie sie vorüber
den Ballmüttern wehn. Unter
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Dorfkirche im Sommer

Schläfrig singt der Küster
vor, Schläfrig singt auch die
Gemeinde, Auf der Kanzel der
Pastor Betet still für seine
Feinde. Dann die Predigt,
wunderbar, Eine Predig
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Nach dem Ball

Setz in des Wagens Finsternis Getrost
den Atlasschuh. Die Füchse schäumen
ins Gebiß, Und nun, Johann, fahr
zu.   Es ruht an meiner Schulter
aus   Und schläft, ei
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Stammelverse...

Stammelverse nach durchwachter
Nacht Nein, du, du - Warum schlugst du
nicht Deine Arme um mich Und
flüstertest meinen Namen? Warum lag
nicht meine Schläfe An deiner S
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Heidebilder

Tiefeinsamkeit spannt weit die schönen
Flügel, Weit über stille Felder
aus. Wie ferne Küsten grenzen graue
Hügel, Sie schützen vor dem
Menschengraus. Im Frühling rausc
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Die Zwillingsgeschwister

Trümmer und Asche. Vereinzeltes
Feuer Zuckt noch am Himmel in Garben
empor. Tempel und Straßen und Villen
und Scheuer, Alles zertreten in Schmutz
und Geschmor.     Hier z
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Einmarsch in die Stadt Pfahlburg?

Tä tätätätä tä, Bä bäbäbäbä
bä. Was ist denn das? Tä
tätätätä tä, Bä bäbäbäbä
bä. Tä tätätätä tä. Ah, die

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Die Händeringende Mutter Gottes

Unbewölkter Sommerhimmel Über einer
deutschen Landschaft. Auf dem Hügel
steht das Kirchlein, Überschattet von
zwei Riesen, Zwei sechshundertjährigen
Eichen. Purpurrote Ba
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Trotzköpfe

Und echten Sammt, zu aller Neid, Das
allerfeinste Spitzenkleid, Und alles
Gold und alles Geld, Und alle Schätze
dieser Welt, Ich leg` es dir zu
Füßen, Das Leben dir zu sü
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Abschied

Und nimmermehr, es ist vorbei, Wirst du
an meiner Schulter stehn, Und niemals
wird ein neuer Mai Uns wieder bei
einander sehn. Und nie mehr gehen wir
zu zweit Die alte
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In einer Winternacht

Viel Tausende haben sich aufgemacht in
stürmischer, schneeiger
Winternacht. Die Menge staut sich,
steht Fuß an Fuß, dem Kaiser zu
danken mit letztem Gruß. Plötzlich
am S
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Ich liebe dich

Vier adlige Rosse voran unserm
Wagen, wir wohnen im Schlosse in
stolzem Behagen. Die
Frühlichterwellen und nächtens der
Blitz, was all sie erhellen, is
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Der Handkuß

Viere lang, Zum Empfang, Vorne
Jean, Elegant,   Fährt meine
süße Lady. Schilderhaus, Wache
raus. Schloßportal, Und im
Saal  
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Morgenrot und Abendrot

Vor der Schlacht, im Morgenrot, Legt um
seines Pferdes Hals Den Arm der
Tod. Er lehnt sich an die
Mähne, Schmökt sein isabellgelbes
Tonpfeifchen, Und grinst ins Tal,
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Mächtige deutsche Pappel

Vor meinem Fenster steht ein Baum, Ich
sah ihn manche Jahre grünen. Das Leben
steigt, das Leben fällt, Was kümmert
das den alten Hünen. Im Herbst da
taumeln nach und nach
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Martje Flors Trinkspruch

Vor Tönning, auf
Katharinenherd, Zechen Steenbocks
Offiziere. Sie haben fleißig die
Humpen geleert, Der Weiser zeigt auf
früh viere. Durchs Fenster glüht
das Morgenrot
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Four in hand

Vorne vier nickende Pferdeköpfe, Neben
mir zwei blonde Mädchenzöpfe, Hinten
der Groom mit wichtigen Mienen, An den
Rädern Gebell. In den Dörfern
windstillen Lebens Genü
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Frühlingsnacht

War die Kleine zum Besuch Heut ins Dorf
gegangen, Nur im leichten
Umschlagtuch, Ohne Zier und
Spangen. Wenn sich Abendspäte,
Traum Spinnt um Feld und Garten, S
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Beppi

War die Nacht ein unstät
Ruhn, Nun? Horchte viel zum Gang
hinaus, Hört` im Speicher nur die
Maus, Wie sie piepte, Die
verliebte. Nun? Hatte sanft die Thür
gel
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Das gebliebene Lächeln

Was ist denn los im Schloß? Der
Gutsherr liegt im Sterben, Geschäftig
eilten her von fern und nah die
Erben. Vor zitterndem Begehr nach
seinen Goldzechinen, Verbergen schwer
die Gier sie
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Verstoßen

Was mir gestern mein Freund
erzählt, Hat mich bis in den Traum
gequält. Die Welt ist so roh, ich
versteh` sie nicht - Und also lautete
sein Bericht: In der großen süddeut
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An Karl Henckell

Was träumt` ich doch von dir, du
Feuergeist, Was war es doch, es war so
fürchterlich, Was war es doch, ah, nun
besinn` ich mich, Was träumt` ich doch
von dir, du Feuergeist,
... weiterlesen


Antwort

Was willst du hier, das Land ist
kalt Und ohne Fröhlichkeit und
Wälder. Die Sonne scheint im
Wolkenspalt Nur selten warm auf karge
Felder, Was willst du hier? Was wi
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Mach es auch so

Was, ihr wolltet mir
suggerieren, Wolltet einmal es an mir
probieren? Kamen zuerst zwei liebe
Tanten In Begleitung andrer
Verwandten. Führten mich zu Klopstocks
Grab, Sahen m
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Begräbnis

Wenn letzter Donner fern verrollt Nach
dunkler Sommerstunde: Schon winkt ein
erstes Wolkengold Dem regensatten
Grunde: Die Sonne küßt die Gräser
wach, Die lieben Le
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Glücks genug

Wenn sanft du mir im Arme
schliefst, ich deinen Atem hören
konnte, im Traum du meinen Namen
riefst, um deinen Mund ein Lächeln
sonnte - Glücks genug! Und wenn
nach
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April

Wie der Südwind pfeift, In den
Dornbusch greift, Der vor unserm
Fenster sprießt. Wie der Regen
stürzt Und den Garten würzt, Und den
ersten Frühling gießt.
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Die süßen Kätzchen

Wie der Vetter in den
Dschungeln, Schleicht der Kater in den
Ähren; Doch der Tiger frißt gern
Menschen, Mäuse möchte Hinz
verzehren. Menschen, Mäuse. Mäuse,
Menschen.
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Pietà

Wie kommt hierher Maria mit dem
Leichnam? Er liegt im Sand, am Ufer
hart auf Muscheln, Und unbegrenzt dehnt
sich die See hinaus. Der Abendhimmel
zeigt Gewitterstimmung, Und bis zum W
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Meiner Mutter

Wie oft sah ich die blassen Hände
nähen, ein Stück für mich - wie
liebevoll du sorgtest! Ich sah zum
Himmel deine Augen flehen, ein Wunsch
für mich - wie liebevoll du sorgtest!
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In memoriam

Wilde Rosen überschlugen Tiefer Wunden
rotes Blut. Windverwehte Klänge
trugen Siegesmarsch und
Siegesflut. Nacht. Entsetzen
überspülte Dorf und Dach in Lärm und
G
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Rast im Hungrigen Wolf vor Sonnenaufgang

Wir fuhren durch die Sommernacht Bis in
den frühen Tau. Ein Lüftchen, das
sich aufgemacht, Verweht das
Dämmergrau. Und klappern ein ins
Dorfkrugtor, Es widerhallt d
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Der Maibaum

Wir liebten uns. Ich saß an deinem
Lager Und sah auf deinen todesmatten
Mund. Dein Auge suchte mich, ein
blasser Frager: Hörst du den
Sensenschnitt im Wiesengrund? Um
Pfing
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Feudal

Wir waren gestern unter uns, Beim
Grafen von der Wisch, Der gesamte Adel
der Provinz, Zu Gejaid und Tanz und
Tisch. Am kleinen Bahnhof warten wir
jetzt Und wollen nach
... weiterlesen


Ein Bauerngrab

Wo in der Kirche kühlen Gängen Sich
Fliese dicht an Fliese reiht Und
Gräber sich an Gräber drängen, Ist
jeder Wappenspruch geweiht. Hier ruht
in sechsundneunzig Truhen
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Märztag

Wolkenschatten fliehen über
Felder, Blau umdunstet stehen ferne
Wälder. Kraniche, die hoch die Luft
durchpflügen, Kommen schreiend an in
Wanderzügen. Lerchen stei
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Über ein Knicktor gelehnt

Über das Knicktor mich
lehnend, Pendelt lässig mein Stock In
den übereinandergelegten Händen. So
dicht stehn mir die nächsten
Ähren Des bald sensendurchsurrten
Roggenfeldes,
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Sonne und Mond

Zornig lodernder Helios, glühend
befunkelst du täglich, Glühend und
drohend zugleich unsere närrische
Welt. Gleichgültig hinter dir drein
trödelt kühl mit der Fackel
Selene. Lächeln
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März

Zu Ende geht ein weicher Tag, Und vor
der letzten Sonne liegt Die große
dicke Wolke fest, Als hätte sie sich
eingewiegt. Es zeigt der Halm der
Wintersaat Das erste d
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Durch die Nacht

Zuweilen mach ich durch meine einsame
Gegend Einen Nachtspaziergang. Am Tag
begegn ich zwar auch selten einem
Menschen In meinen Haiden und
Reddern, Zwischen meinen
geheimnisvollen S
... weiterlesen


Auf dem Aldebaran

Zwei himmelblaue schwalbengroße
Falter Umschweben meines bunten hohen
Zeltes Gewundnen Turban, der als
Schluß es ziert In luftiger Höhe, wo
von allen Seiten Brokat und Linnen sich
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Schwalbensiziliane

Zwei Mutterarme, die das Kindchen
wiegen, es jagt die Schwalbe weglang
auf und nieder. Maitage, trautes
Aneinanderschmiegen, es jagt die
Schwalbe weglang auf und nieder. Des
Mannes K
... weiterlesen


Das Sühnopfer

Zwei Mädelchen, wie Mädelchen
sind, Spielten zusammen Mutter und
Kind. Die eine hieß Alwine
Dreier, Die andre Bertha
Bredemeyer. Der Bertha ihr Vater war
lange tot, Da hat
... weiterlesen


Einen Sommer lang

Zwischen Roggenfeld und Hecken Führt
ein schmaler Gang, Süßes, seliges
Verstecken Einen Sommer lang. Wenn
wir uns von ferne sehen, Zögert sie
den Schritt, R
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Die Falschmünzer

`Alles fertig? Nichts
vergessen?` Spricht der Alte zu dem
Jungen. Der kommt wie ein Luchs
gesprungen: `Nimm die Lupe: Sieh die
Scheine, Zwillingsbrüder, echt, ich
meine, Täu
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Der Feldblumenstrauß

`Kam in ein Wirtshaus, ich weiß nicht
wie, Tanzt der Soldate, tanzt der
Kommis.` Ich ahne nicht, wer diesen
Vers gemacht, Aber ich habe sehr
gelacht: Denn Sonntag ist es gestern
gew
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