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Gedichte - Eduard Mörike


Zwei Brüdern ins Album

1 Kastor und Pollux heißen ein Paar
Ammoniten (der Vater   Kann sie
dir zeigen im Schrank); füglich
vergleich ich sie euch, Emil und
Theodor. Denn brüderlich sieht man die
s
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Wispeliaden - Zwo ältere Gedichte

1 Der Kehlkopf  Der Kehlkopf, der
im hohlen Bom Als Weidenschnuppe uns
ergötzt, Dem kam man endlich auf das
Trom, Und hat ihn säuberlich
zerbäzt, Man kam von hinten an
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Margareta

Ach, muß der Gram mit dunkelm
Kranz Noch erst unschuldge Schläfe
schmücken? So hoher Sinn in
ungetrübtem Glanz, Er würde minder
uns entzücken? Ich weiß es nicht, nur
dies wei
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Die Soldatenbraut

Ach, wenns nur der Koenig auch
wuesst, Wie wacker mein Schaetzelein
ist! Fuer den Koenig, da liess, er sein
Blut, Fuer mich aber eben so
gut. Mein Schatz hat kein Band und ke
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Die Soldatenbraut

Ach, wenn`s nur der König auch
wüßt`, Wie wacker mein Schätzelein
ist! Für den König da ließ` er sein
Blut, Für mich aber ebensogut. Mein
Schatz hat kein Band und Kein` St
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Apostrophe

Als der Verfasser unter ein paar alten
Eichen verschiedene Gedichte las,
worin Rückerts geniale Formen auf eine
geistlose Weise nachgeahmt und
überboten waren Ihr mehr als
tausendjährig
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Mit einem Anakreonskopf und einem Fläschchen Rose

Als der Winter die Rosen geraubt, die
Anakreons Scheitel   Kränzten am
fröhlichen Mahl, wo er die Saiten
gerührt, Träufelt’ ihr köstliches
Öl in das Haar ihm Aphrogeneia,  
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Fußreise

Am frischgeschnittnen Wanderstab, Wenn
ich in der Frühe So durch die Wälder
ziehe, Hügel auf und ab: Dann, wie`s
Vögelein im Laube Singet und sich
rührt, Oder wie die go
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Bei der Marien-Bergkirche

Am Geburtstag des Freundes O liebste
Kirche sondergleichen, Auf deinem Berge
ganz allein, Im Wald, wo Linden zwischen
Eichen Ums Chor den Maienschatten
streun!
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Die Elemente

Am schwarzen Berg da steht der
Riese, Steht hoch der Mond darueber
her; Die weissen Nebel auf der
Wiese Sind Wassergeister aus dem
Meer: Ihrem Gebieter
nachgezogen Vergiften s
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Am Walde

Am Waldsaum kann ich lange
Nachmittage, Dem Kukuk horchend, in dem
Grase liegen; Er scheint das Tal
gemaechlich einzuwiegen Im friedevollen
Gleichklang seiner Klage. Da ist m
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Die Anti-Sympathetiker

An Justin Kerner. Von lauter Geiste
die Natur durchdrungen, Wie würde sie
nicht durch den Geist bezwungen? Wenn
sich getrennte Kräfte
wiederkennen, Auf ein Erinnrungswort e
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Der Petrefaktensammler

An zwei Freundinnen Einmal noch an
eurer Seite, Meinen Hammer im
Geleite, Jene Frickenhauser
Pfade, Links und rechts und krumm und
grade, An dem Bächlein hin zu scher
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Heimweh

Anders wird die Welt mit jedem
Schritt, Den ich weiter von der Liebsten
mache; Mein Herz, das will nicht weiter
mit. Hier scheint die Sonne kalt ins
Land, Hier deucht mir alles unbekannt
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An Fräulein Luise v. Breitschwert

Auf ein Bilderbuch mit Illustrationen zu
dem Stuttgarter Hutzelmännlein, von
ihr in Schwarz ausgeschnitten O eine
kleine Welt voll Leben! Kenn ich
sie? Den schwachen Umriß jener T
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Zu Eröffnung eines Albums

Auf einen Geburtstag Ein Album!
Schneeweiß Pergamentpapier, Und
Schnitt und Decke schön verziert mit
Golde! Nicht wahr, wenn sich’s nur
nicht so langsam füllen sollte, M
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Der Gärtner

Auf ihrem Leibrößlein, So weiß wie
der Schnee, Die schönste
Prinzessin Reit`t durch die Allee. Der
Weg, den das Rößlein Hintanzet so
hold, Der Sand, den ich stre
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Die Herbstfeier

Auf! im traubenschwersten Tale Stellt
ein Fest des Bacchus an! Becher her und
Opferschale! Und des Gottes Bild
voran! Flöte mit Gesang
verkünde Gleich des Tages letzten Rest
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Peregrina

Ausgeschmueckt ist der
Freudensaal. Lichterhell, bunt, in
laulicher Sommernacht Stehet das offene
Gartengezelte. Saeulengleich steigen,
gepaart, Gruen-umranket, eherne
Schlangen,
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Einer Reisenden

Bald an die Ufer des Sees, der uns von
ferne die Herzen   Lockt in
jeglichem Jahr, Glückliche! kehrst du
zurück. Tag und Nacht ist er dein, mit
Sonn und Mond, mit der Alpen   Gl
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Des Schloßküpers Geister zu Tübingen

Ballade, beim Weine zu singen Ins
alten Schloßwirts Garten Da klingt
schon viele Jahr kein Glas; Kein Kegel
fällt, keine Karten, Wächst aber
schön lang Gras.
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Elfenlied

Bei Nacht im Dorf der Wächter
rief: Elfe! Ein ganz kleines Elfchen
im Walde schlief - wohl um die Elfe!
- und meint, es rief ihm aus dem
Tal bei seinem Namen die Nachtigall,
... weiterlesen


Elfenlied

Bei Nacht im Dorf der Wächter
rief: `Elfe!` Ein ganz kleines Elfchen
im Walde schlief - Wohl um die Elfe
- Und meint`, es rief` ihm aus dem
Tal Bei seinem Namen die Nachtigall,
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Rat einer Alten

Bin jung gewesen, Kann auch
mitreden, Und alt geworden, Drum gilt
mein Wort. Schoen reife Beeren Am
Baeumchen bangen: Nachbar, da hilft
kein Zaun um den
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An Eduard Weigelin

bisher Professor am KatharinenstiftBei
seinem Austritt aus der
Anstalt Freund! dein heiterer Blick
und deine gelassene Miene Heißt uns
die Klage des Abschieds sparen; doch
tief in der Bru
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An Karl Mayer

Dem gefangenen, betruebten Manne Hinter
seinen dichten Eisenstaeben, Wenn ihm
jemand deine holden Lieder Aufs Gesimse
seines Fensters legte, Wo die liebe
Sonne sich ein Stuendlein
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Zu viel

Der Himmel glänzt vom reinsten
Frühlingslichte, Ihm schwillt der
Hügel sehnsuchtsvoll entgegen, Die
starre Welt zerfließt in
Liebessegen, Und schmiegt sich rund zum
zärtlichsten Gedich
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An einen kritischen Freund

der unzufrieden war, da der Verfasser
neue Märchen schreiben wollte Die
Märchen sind halt Nürnberger
War, Wenn der Mond nachts in die
Butiken scheint: Drum nicht so strenge,
lieb
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Ein Stündlein wohl vor Tag

Derweil ich schlafend lag, ein
Stündlein wohl vor Tag, sang vor dem
Fenster auf dem Baum ein Schwälblein
mir, ich hört` es kaum - ein Stündlein
wohl vor Tag: `Hör` an w
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Nixe Binsefuß

Des Wassermanns sein Töchterlein tanzt
auf dem Eis im Vollmondschein, sie
singt und lachet sonder Scheu wohl an
des Fischers Haus vorbei. `Ich bin
die Jungfer Binsefuß
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Der Zauberleuchtturm

Des Zauberers sein Mägdlein saß in
ihrem Saale rund von Glas; sie spann
beim hellen Kerzenschein und sang so
glockenhell darein. Der Saal, als eine
Kugel klar, in Lüften au
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An Clärchen

Die Freundin immer neu zu
schmücken, Ich seh es wohl, ist deine
Lust; Darfst du ins Haar den Kranz ihr
drücken, Des eignen bist du kaum
bewußt. Und deinen Augen zu gefalle
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An Pauline

Die Neune, die zu ewgen Tänzen Sich
schwesterlich die Stirne kränzen, Sie
sollen, heißt’s, im
Dämmerscheine Der dichterischen
Wunderhaine Gar manches Mal dir gern
begegnen
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Maschinka

Dieser schwellende Mund, den Reiz der
Heimat noch atmend,   Kennt die
Sprache nicht mehr, die ihn so lieblich
geformt Nach der Grammatik greifet die
müßige Schöne verdrießlich, &nb
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Der Jaeger

Drei Tage Regen fort und fort, Kein
Sonnenschein zur Stunde; Drei Tage lang
kein gutes Wort Aus meiner Liebsten
Munde! Sie trutzt mit mir und ich mit
ihr, So hat sie
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Gesang Weylas

Du bist Orplid, mein Land! Das ferne
leuchtet; Vom Meere dampfet dein
besonnter Strand Den Nebel, so der
Götter Wange feuchtet. Uralte Wasser
steigen Verjüngt um deine Hü
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Der Liebhaber an die heiße Quelle zu B.

Du heilest den und tröstest jenen, O
Quell, so hör auch meinen Schmerz! Ich
klage dir mit bittern Tränen Ein
hartes, kaltes Mädchenherz. Es zu
erweichen, zu durchglühen,
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An einen Liebenden

Du klagst mir, Freund, daß immer die
Mutter noch Des schönen Kindes gleich
unerbittlich sei.   Geduld! noch
leben wir im Jänner,    
Aber nicht stets wird der Eiswind schn
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An Wilhelm Hartlaub

Durchs Fenster schien der helle Mond
herein: Du saßest am Klavier im
Dämmerschein, Versankst im Traumgewühl
der Melodien, Ich folgte dir an
schwarzen Gründen hin, Wo der Gesang
verst
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An Wilhelm Hartlaub

Durchs Fenster schien der helle Mond
herein; Du sassest am Klavier im
Daemmerschein, Versankst im
Traumgewuehl der Melodien, Ich folgte
dir an schwarzen Gruenden hin, Wo der
Gesang v
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Auf einen Kirchturm

Ein Glockentonmeer wallet Zu Füßen uns
und hallet Weit über Stadt und Land. So
laut die Wellen schlagen, Wir fühlen
mit Behagen Uns hoch zu Schiff
getragen Und blicken sc
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Peregrina

Ein Irrsal kam in die
Menschengärten Einer einst heiligen
Liebe. Schaudernd entdeckt ich
verjährten Betrug. Und mit weinendem
Blick, doch grausam, Hieß ich das
schlanke, Zauberh
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Denk` es, o Seele

Ein Tännlein grünet, wo, Wer weiß! im
Walde, Ein Rosenstrauch, wer sagt, In
welchem Garten? Sie sind erlesen
schon, Denk` es, o Seele, Auf deinem
Grab zu wurzeln Und
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Wo find ich Trost

Eine Liebe kenn ich, die ist treu, War
getreu, solang ich sie gefunden, Hat
mit tiefem Seufzen immer neu, Stets
versöhnlich, sich mit mir
verbunden. Welcher einst mit himmli
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Scherz

Einen Morgengruss ihr frueh zu
bringen, Und mein Morgenbrot bei ihr zu
holen, Geh ich sachte an des Maedchens
Tuere, Oeffne rasch, da steht mein
schlankes Baeumchen Vor dem Sp
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Zur Warnung

Einmal nach einer lustigen Nacht War
ich am Morgen seltsam
aufgewacht: Durst, Wasserscheu,
ungleich Gebluet; Dabei geruehrt und
weichlich im Gemuet, Beinah poetisch,
ja, ich bat die
... weiterlesen


Zur Warnung

Einmal nach einer lustigen Nacht War ich
am Morgen seltsam aufgewacht: Durst,
Wasserscheu, ungleich Geblüt, Dabei
gerührt und weichlich im
Gemüt, Beinah` poetisch; ja ich bat die
Muse
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Schlaflied

Einmal wenn ich dich verlier, wirst du
schlafen können, ohne daß ich wie eine
Lindenkrone mich verflüstre über
dir? Ohne daß ich hier wache
und Worte, beinah wie Augenl
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Ritterliche Werbung

Englisch Wo gehst du hin, du schönes
Kind? Zu melken, Herr! - sprach
Gotelind. Wer ist dein Vater, du
schönes Kind? Der Müller im Tal -
sprach Gotelind.
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Früh im Wagen

Es graut vom Morgenreif In Dämmerung
das Feld, Da schon ein blasser
Streif Den fernen Ost erhellt; Man
sieht im Lichte bald Den Morgenstern
vergehn Und doch am Fichte
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Die traurige Kroenung

Es war ein Koenig Milesint, Von dem
will ich euch sagen: Der meuchelte sein
Bruderskind, Wollte selbst die Krone
tragen. Die Kroenung ward mit
Prangen Auf Liffey-Schloss began
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Die traurige Krönung

Es war ein König Milesint, Von dem will
ich euch sagen: Der meuchelte sein
Bruderskind, Wollte selbst die Krone
tragen. Die Krönung ward mit
Prangen Auf Liffey-Schloß begangen.
... weiterlesen


Der Kanonier

Feindlich begegneten sich auf der Erde
die Scharen des Himmels   Und der
Höllen; es kommt eben zur förmlichen
Schlacht. Vorn auf dem Hügelchen steht
so ein Bocksfuß bei der Kanone;
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Abreise

Fertig schon zur Abfahrt steht der
Wagen, Und das Posthorn blaest zum
letztenmale. Sagt, wo bleibt der vierte
Mann so lange? Ruft ihn, soll er nicht
dahinten bleiben! - Indes faellt
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Abreise

Fertig schon zur Abfahrt steht der
Wagen, Und das Posthorn bläst zum
letztenmale. Sagt, wo bleibt der vierte
Mann so lange? Ruft ihn, soll er nicht
dahinten bleiben! - Indes fällt ein
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Meines Vetters Brautfahrt

Freut er sich denn auch ein wenig, die
künftige Braut zu begrüßen?  
Aber wo bleibt er so lang? Sagt ihm, die
Kutsche sei da! - Droben im Bett noch
liegt er, verdrießlich, und lieset in S
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Das verlassene Mägdelein

Früh, wann die Hähne krähn, Eh` die
Sternlein verschwinden, Muß ich am
Herde stehn, Muß Feuer zünden. Schön
ist der Flammen Schein, Es springen die
Funken; Ich
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Er ist`s

Frühling laesst sein blaues Band Wieder
flattern durch die Lüfte; Süsse,
wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll
das Land. Veilchen träumen
schon, Wollen balde kommen. -
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Die schoene Buche

Ganz verborgen im Wald kenn ich ein
Plaetzchen, da stehet   Eine
Buche, man sieht schoener im Bilde sie
nicht. Rein und glatt, in gediegenem
Wuchs erhebt sie sich einzeln,  
Keine
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An Frau Luise Walther

geb. v. Breitschwert, zu ihrem
Hochzeitstage Wie manchen Morgen,
frisch und wohlgemut, Im lichten
Sommerkleid, Feldblumen auf dem
Hut, Trat sie bei uns, die edle
Freundin, ein,
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Um Mitternacht

Gelassen stieg die Nacht ans Land, Lehnt
träumend an der Berge Wand, Ihr Auge
sieht die goldne Waage nun Der Zeit in
gleichen Schalen stille ruhn; Und
kecker rauschen die Quellen her
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Die heilige Nacht

Gesegnet sei die heilige Nacht, die uns
das Licht der Welt gebracht! - Wohl
unterm lieben Himmelszelt die Hirten
lagen auf dem Feld. Ein Engel Gottes,
licht und klar,
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Ideale Wahrheit

Gestern entschlief ich im Wald, da sah
ich im Traume das kleine Mädchen,
mit dem ich als Kind immer am liebsten
verkehrt. Und sie zeigte mir hoch im
Gipfel der Eiche den Kuckuck, Wie
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Zitronenfalter im April

Grausame Fruehlingssonne, Du weckst
mich vor der Zeit, Dem nur in
Maienwonne Die zarte Kost gedeiht! Ist
nicht ein liebes Maedchen hier, Das auf
der Rosenlippe mir Ein
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Am Rheinfall

Halte dein Herz, o Wanderer, fest in
gewaltigen Haenden!   Mir
entstuerzte vor Lust zitternd das
meinige fast. Rastlos donnernde Massen
auf donnernde Massen geworfen,  
Ohr und Au
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An O. H. Schönhuth

Herausgeber des Nibelungenliedes und
verschiedener Volksbücher Bei der
Geburt seines ersten
Töchterchens Das Neugeborne
spricht:    Herr Vater, gebt
Euch nur zufrieden!
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Einem kunstliebenden Kaufmann

Hermes, der handelbeschützende Gott der
klug mit dem Beutel   Schaltet,
nachdem er dem Sohn Letos die Leier
geschenkt, Wahrlich er sieht dir nicht
scheel um die täglichen Opfer, womit
du,
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Einem kunstliebenden Kaufmann

Hermes, der handelbeschützende Gott,
der klug mit dem Beutel Schaltet,
nachdem er dem Sohn Letos die Leier
geschenkt, Wahrlich er sieht dir nicht
scheel um die täglichen Opfer, womit
du, Fer
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Gebet

Herr! schicke was du willt, Ein Liebes
oder Leides; Ich bin vergnügt, daß
beides Aus Deinen Händen
quillt. Wollest mit Freuden Und wollest
mit Leiden Mich nicht üb
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Im Frühling

Hier lieg` ich auf dem
Frühlingshügel: Die Wolke wird mein
Flügel, Ein Vogel fliegt mir
voraus. Ach, ag` mir, alleinzige
Liebe, Wo du bleibst, daß ici bei dir
bliebe! Doch du u
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Nachts

Horch! auf der Erde feuchtem Grund
gelegen, Arbeitet schwer die Nacht der
Daemmerung entgegen, Indessen dort, in
blauer Luft gezogen, Die Faeden leicht,
unhoerbar fliessen Und hin un
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Nachts

Horch! auf der Erde feuchtem Grund
gelegen, Arbeitet schwer die Nacht der
Dämmerung entgegen, Indessen dort, in
blauer Luft gezogen, Die Fäden leicht,
unhörbar fließen, - Und hin und
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Schiffer- und Nixen-Märchen

I.  Vom Sieben-Nixen-Chor Manche
Nacht im Mondenscheine Sitzt ein Mann
von ernster Schoene, Sitzt der Magier
Drakone, Auf dem
Gartenhausbalkone, Mit Prinzessin Li
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Selbstgeständnis

Ich bin meiner Mutter einzig Kind, Und
weil die andern ausblieben sind - Was
weiß ich wieviel, die sechs oder
sieben, - Ist eben alles an mir hängen
blieben; Ich hab müssen die Liebe,
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Antike Poesie

Ich sah den Helikon in Wolkendunst, Nur
kaum berührt vom ersten
Sonnenstrahle: Schau! Jetzo stehen hoch
mit einem Male Die Gipfel dort in
Morgenrötebrunst. Hier unten spric
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Antike Poesie

Ich sah den Helikon in Wolkendunst, Nur
kaum berührt vom ersten
Sonnenstrahle: Schau! Jetzo stehen hoch
mit einem Male Die Gipfel dort in
Morgenrötebrunst. Hier unten spricht
vo
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Liebesvorzeichen

Ich stand am Morgen jüngst im
Garten vor dem Granatbaum sinnend
still; mir war als müßt` ich gleich
erwarten, ob er die Knospe sprengen
will. Sie aber schien es nicht zu
wissen
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Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch
träumen Wald und Wiesen: Bald siehst
du, wenn der Schleier fällt, Den blauen
Himmel unverstellt, Herbstkräftig die
gedämpfte Welt In warmem G
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Lied eines Verliebten

In aller Früh`, ach, lang vor
Tag, Weckt mich mein Herz, an dich zu
denken, Da doch gesunde Jugend schlafen
mag. Hell ist mein Aug` um
Mitternacht, Heller als frühe
Morgenglocke
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An eine Lieblingsbuche meines Gartens

in deren Stamm ich Höltys Namen
schnitt Holdeste Dryas, halte mir
still! es schmerzet nur wenig:  
Mit wollüstigem Reiz schließt sich die
Wunde geschwind. Eines Dichters Nam
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Auf einer Wanderung

In ein freundliches Städtchen tret` ich
ein, In den Straßen liegt roter
Abendschein. Aus einem offnen Fenster
eben Über den reichsten
Blumenflor Hinweg hört man
Goldglockentöne schw
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Auf ein altes Bild

In grüner Landschaft Sommerflor, Bei
kühlem Wasser, Schilf und Rohr, Schau,
wie das Knäblein Sündelos Frei spielet
auf der Jungfrau Schoß! Und dort im
Walde wonnesam, Ach, gr
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Eberhard Waechter

In seine hohen Waende
eingeschlossen, Mit traurig schoenen
Geistern im Verkehr, Gestaerkt am
reinen Atem des Homer, Von
Goldgewoelken Attikas umflossen: Also
vor seinen Tuech
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Östliches Taglied

Ist dieses Bette nicht wie eine
Küste, Ein Küstenstreifen nur, darauf
wir liegen? Nichts ist gewiß als deine
hohen Brüste, die mein Gefühl ins
Schwindeln überstiegen. Denn d
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Naechtliche Fahrt

Juengst im Traum ward ich
getragen Ueber fremdes Heideland; Vor
den halbverschlossnen Wagen Schien ein
Trauerzug gespannt. Dann durch
mondbeglaenzte Waelder Ging die s
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An meinen Vetter

Juni 1837 Lieber Vetter! Er ist
eine Von den freundlichen Naturen, Die
ich Sommerwesten nenne. Denn sie haben
wirklich etwas Sonniges in ihrem
Wesen. Es sind we
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An Gretchen

Jüngst, als unsere Mädchen, zur
Fastnacht beide verkleidet, Im
Halbdunkel sich scheu erst an der Türe
gezeigt, Dann sich die Blonde als
Schäferin dir, mir aber die
kleine Mohrin mit Lac
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Neue Liebe

Kann auch ein Mensch des andern auf der
Erde Ganz, wie er moechte, sein? - In
langer Nacht bedacht ich mirs, und
musste sagen, nein! So kann ich
niemands heissen auf der Erde,
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Neue Liebe

Kann auch ein Mensch des andern auf der
Erde Ganz, wie er möchte, sein? - In
langer Nacht bedacht` ich mir`s und
mußte sagen: Nein! So kann ich
niemands heißen auf der Erde, Un
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In der Frühe

Kein Schlaf noch kühlt das Auge
mir, Dort gehet schon der Tag herfür An
meinem Kammerfenster. Es wühlet mein
verstörter Sinn Noch zwischen Zweifeln
her und hin Und schaffet Nac
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Verborgenheit

Laß, o Welt, o laß mich sein! Locket
nicht mit Liebesgaben! Laßt dies Herz
alleine haben Seine Wonne, seine
Pein! Was ich traure, weiß ich
nicht: Es ist unbekannte Wehe;
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Alles mit Maß

Mancherlei sind es der Gaben, die
gütige Götter den Menschen Zum
Genusse verliehn, sowie für die
tägliche Notdurft. Aber vor jeglichem
Ding begehr ich gebratenen
Schweinsfuß. Meine Fra
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Pastoral-Erfahrung

Meine guten Bauern freuen mich
sehr; Eine `scharfe Predigt` ist ihr
Begehr. Und wenn man mir es nicht
verdenkt, Sag ich, wie das
zusammenhaengt. Sonnabend, wohl nach
elfe spat,
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Mit einem Teller wilder Kastanien

Mir ein liebes Schaugerichte Sind die
unschmackhaften Fruechte; Zeigen mir
die Prachtgehaenge Heimatlicher
Schattengaenge, Da wir in den
Knabenzeiten Sie auf lange Schnuere re
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Zum Neujahr

Mit einem Taschenkalender An tausend
Wünsche, federleicht, Wird sich kein
Gott noch Engel kehren, Ja, wenn es so
viel Flüche wären, Dem Teufel wären
sie zu seicht.
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Zum Neujahr

Mit einem Taschenkalender An tausend
Wünsche, federleicht, Wird sich kein
Gott noch Engel kehren, Ja, wenn es so
viel Flüche wären, Dem Teufel wären
sie zu seicht.
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An Friedr. Vischer, Professor der ästhetik etc.

Mit meinen Gedichten Oft hat mich der
Freund verteidigt, Oft sogar gelobt;
doch nun? Der Professor ist
beeidigt, Und da hilft kein
Traulich-Tun. Also geht, ihr
... weiterlesen


An J. G. Fischer

Mit Übersendung einer alabasternen
Blumenvase, als er zum Ehrenmitglied
undMeister des freien deutschen
Hochstifts in Frankfurt a.M. ernannt
wurde Künftig, sooft man dem
»Meister« den wohlerw
... weiterlesen


An Eberhard Lempp

Nach angenommener Einladung zu einer
Abendgesellschaft Kennst du der
Furien schlimmste, Freund? Ich hoffe,
nein! Kein Dichter, nicht der alten,
noch der neuen Zeit, Kein Mythograph
... weiterlesen


Akme und Septimius

Nach Catull Akme, seine Geliebte, auf
dem Schoße Haltend, sagte Septimius:
»Meine Akme! Übermäßig hab ich dich
lieb und will auch Jahr für Jahr dich
beständig also lie
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Meiner Schwester

Nach dem Tode der Mutter, mit einem
Blatt von der Birke zwischen dem
Pfarrhaus und dem Kirchhof zu
Cleversulzbach Sommer
1841 »Blättchen, das im losen
Spiel Winde
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Auf das Grab von Schillers Mutter

Nach der Seite des Dorfs, wo jener
alternde Zaun dort   Laendliche
Graeber umschliesst, wall ich in
Einsamkeit oft. Sieh den gesunkenen
Huegel; es kennen die aeltesten
Greise   Ka
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An Frau Pauline v. Phull-Rieppur auf Ober-Mönshei

Nacht für Nacht, mit dem
Zwölf-Uhr-Schlag, auf gespenstigem
Rosse,   War der geharnischte Mann
sonst vor dem Schlosse zu
sehn; Grollend dem fremden Geschlecht,
das hier statt seiner gebiete
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Götterwink

Nachts auf einsamer Bank saß ich im
tauenden Garten, Nah dem erleuchteten
Saal, der mir die Liebste verbarg. Rund
umblüheten ihn die Akazien,
duftaushauchend, Weiß wie der fallende
Schnee d
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Auf eine Lampe

Noch unverrückt, o schöne Lampe,
schmückest du, An leichten Ketten
zierlich aufgehangen hier, Die Decke des
nun fast vergeßnen Lustgemachs. Auf
deiner weißen Marmorschale, deren Rand
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Besuch in Urach

Nur fast so wie im Traum ist mir`s
geschehen, Daß ich in dies geliebte Tal
verirrt. Kein Wunder ist, was meine
Augen sehen, Doch schwankt der Boden,
Luft und Staude schwirrt, Aus tausen
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An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang

O flaumenleichte Zeit der dunkeln
Fruehe! Welch neue Welt bewegest du in
mir? Was ists, dass ich auf einmal nun
in dir Von sanfter Wollust meines
Daseins gluehe? Einem Krista
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An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang

O flaumenleichte Zeit der dunkeln
Frühe! Welch neue Welt bewegest du in
mir? Was ist`s, daß ich auf einmal nun
in dir Von sanfter Wollust meines
Daseins glühe? Einem Kristall g
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Mein Fluss

O Fluss, mein Fluss im
Morgenstrahl! Empfange nun,
empfange Den sehnsuchtsvollen Leib
einmal, Und kuesse Brust und Wange! -
Er fuehlt mir schon herauf die
Brust, Er kuehlt mit
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Mein Fluß

O Fluß, mein Fluß in
Morgenstrahl! Empfange nun, Empfange Den
sehnsuchtsvollen Leib einmal Und küsse
Brust und Wange! - Er fühlt mit
Liebesschauerlust Und jauchzendem
Gesange.
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Opfer

O wie blüht mein Leib aus jeder
Ader duftender, seitdem ich dich
erkenn; sieh, ich gehe schlanker und
gerader, und du wartest nur -: wer bist
du denn? Sieh: ich fühle, wie ich m
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Die Visite

Philister kommen angezogen: Man sucht
im Garten mich und Haus; Doch war der
Vogel ausgeflogen, Zu dem geliebten
Wald hinaus. Sie kommen, mich auch da
zu stören: Es ruft, und
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Agnes

Rosenzeit! Wie schnell vorbei,  
        Schnell
vorbei Bist du doch gegangen! Waer
mein Lieb nur blieben treu,  
        Blieben
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Lied vom Winde

Sausewind, Brausewind, dort und
hier! Deine Heimat sage
mir! `Kindlein, wir fahren seit viel
vielen Jahren durch die weit weite
Welt, und möchten’s erfragen,
... weiterlesen


Nur zu!

Schoen prangt im Silbertau die junge
Rose, Den ihr der Morgen in den Busen
rollte, Sie blueht, als ob sie nie
verbluehen wollte, Sie ahnet nichts vom
letzten Blumenlose. Der
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Der Feuerreiter

Sehet ihr am Fensterlein Dort die rote
Mütze wieder? Nicht geheuer muß es
sein, Denn er geht schon auf und
nieder. Und auf einmal welch
Gewühle Bei der Brücke, nach dem Feld!
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An meinen Arzt, Herrn Dr. Elsaesser

Siehe! da stuend ich wieder auf meinen
Fuessen, und blicke   Froh
erstaunt in die Welt, die mir im Ruecken
schon lag! Aber ich spreche von Dank
dir nicht: du liesest ihn besser  

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Nimmersatte Liebe

So ist die Lieb! So ist die Lieb! Mit
Küssen nicht zu stillen: Wer ist der
Tor und will ein Sieb Mit eitel Wasser
füllen? Und schöpfst du an die
tausend Jahr, Und küssest
... weiterlesen


Nimmersatte Liebe

So ist die Lieb`! So ist die Lieb`! Mit
Küssen nicht zu stillen! Wer ist der
Tor und will ein Sieb Mit eitel Wasser
füllen? Und schöpfst du an die tausend
Jahr` Und küssest ewi
... weiterlesen


An eine Sängerin

Soll auf der Jungfrau Mund die
begeisterte Rede verpönt sein,  
Ist euch des tiefern Gefühls volles
Bekenntnis versagt: O wie preis ich die
Sängerin drum, die, unter der
Muse  
... weiterlesen


Märchen vom sichern Mann

Soll ich vom sicheren Mann ein Maerchen
erzaehlen, so hoeret! - Etliche sagen,
ihn habe die steinerne Kroete
geboren. Also heisser ein maechtiger
Fels in den Bergen des
Schwarzwalds, Stumpf
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An den Schlaf

Somne levis! quanquam certissima mortis
imago,   Consortem cupio te tamen
esse tori. Alma quies, optata, veni!
nam sic sine vita   Vivere, quam
suave est, sic sine morte mori!&nbs
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Leben und Tod

Sucht das Leben wohl den Tod? Oder sucht
der Tod das Leben? Können Morgenröte
und das Abendrot Sich auf halbem Weg die
Hände geben? Die stille Nacht tritt
mitten ein, Die
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An Philomele

Tonleiterähnlich steiget dein
Klaggesang Vollschwellend auf, wie wenn
man Bouteillen füllt:   Es steigt
und steigt im Hals der Flasche -  
  Sieh, und das liebliche Naß sc
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An eine Aeolsharfe

Tu semper urges flebilibus modis Mysten
ademptum: nec tibi Vespero Surgente
decedunt amores, Nec rapidum fugiente
Solem. (Horaz) Angelehnt an die
Efeuwand Diese
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K.

Täglich verletzt euch sein Witz, doch
könnt ihr den Alten nicht
missen;   Flucht ihr ihm heute,
gewiß schmeichelt ihr morgen ihn
her. Trocken erst sitzt er im
fröhlichen Kreis; bald wagt
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Abschied

Unangeklopft ein Herr tritt abends bei
mir ein: `Ich habe die Ehr, Ihr
Rezensent zu sein.` Sofort nimmt er das
Licht in die Hand, Besieht lang meinen
Schatten an der Wand, Rueckt nah
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Jung Volkers Lied

Und die mich trug in Mutterleib, Und die
mich schwang im Kissen, Die war ein
schön frech braunes Weib, Wollte nichts
vom Mannsvolk wissen. Sie scherzte nur
und lachte laut
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An Hermann

Unter Traenen rissest du dich von meinem
Halse!   In die Finsternis lang
sah ich verworren dir nach. Wie? auf
ewig? sagtest du so? Dann laesset auf
ewig   Meine Jugend von mir, la
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Die Geister am Mummelsee

Vom Berge was kommt dort um Mitternacht
spaet Mit Fackeln so praechtig
herunter? Ob das wohl zum Tanze, zum
Feste noch geht? Mir klingen die Lieder
so munter.       &n
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Die Geister am Mummelsee

Vom Berge was kommt dort um Mitternacht
spät Mit Fackeln so prächtig
herunter? Ob das wohl zum Tanze, zum
Feste noch geht? Mir klingen die Lieder
so munter. O nein!
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Der Schatten

Von Dienern wimmelt’s früh vor
Tag, Von Lichtern, in des Grafen
Schloß. Die Reiter warten sein am
Tor, Es wiehert morgendlich sein
Roß. Doch er bei seiner Frauen steht
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Zwei dichterischen Schwestern

von ihrem Oheim Mit einer
Randzeichnung, auf welcher an der Stelle
der Endsilben ein Band herunterlief,
durchdessen abwechselnde Farben das
Reimschema angedeutet war Heut lehr
ich euch die
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An Longus

Von Widerwarten eine Sorte kennen
wir Genau und haben aergerlich sie oft
belacht, Ja einen eignen Namen ihr
erschufest du, Und heute noch beneid
ich dir den kuehnen Fund. Zur
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Begegnung

Was doch heut` nacht ein Sturm
gewesen, bis erst der Morgen sich
geregt! Wie hat der ungebetne
Besen Kamin und Gassen ausgefegt! Da
kommt ein Mädchen schon die
Straßen, da
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Die Tochter der Heide

Wasch dich, mein Schwesterchen, wasch
dich! Zu Robins Hochzeit gehn wir
heut: Er hat die stolze Ruth
gefreit.   Wir kommen
ungebeten; Wir schmausen nicht, wir
tanzen nicht
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Der junge Dichter

Wenn der Schönheit sonst, der
Anmut Immer flüchtige
Erscheinung, Wie ein heller Glanz der
Sonne, Mir zu staunendem
Entzücken Wieder vor die Sinne
trat; Wenn Natur mir oft u
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Der junge Dichter

Wenn der Schönheit sonst, der
Anmut Immer flüchtige Erscheinung, Wie
ein heller Glanz der Sonne, Mir zu
staunendem Entzücken Wieder vor die
Sinne trat; Wenn Natur mir oft und al
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An die Geliebte

Wenn ich, von deinem Anschaun tief
gestillt, Mich stumm an deinem heilgen
Wert vergnüge, dann hör ich recht die
leisen Atemzüge Des Engels, welcher
sich in dir verhüllt.
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An die Geliebte

Wenn ich, von deinem Anschaun tief
gestillt, Mich stumm an deinem heilgen
Wert vergnüge, dann hör ich recht die
leisen Atemzüge Des Engels, welcher
sich in dir verhüllt. Und e
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Der Tambour

Wenn meine Mutter hexen koennt, Da
muesst sie mit dem Regiment, Nach
Frankreich, ueberall mit hin, Und waer
die Marketenderin. Im Lager, wohl um
Mitternacht, Wenn niemand auf
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Zum Neuen Jahr

Wie heimlicher Weise Ein Engelein
leise Mit rosigen Füßen Die Erde
betritt, So nahte der Morgen. Jauchzt
ihm, ihr Frommen, Ein heilig
Willkommen, Ein heilig Willkomme
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Zum neuen Jahre

Wie heimlicherweise ein Englein
leise mit rosigen Füßen die Erde
betritt, so nahte der Morgen. Jauchzet
ihm, ihr Frommen, ein heilig
Willkommen, ein heilig Wil
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Schön-Rohtraut

Wie heißt König Ringangs
Töchterlein? Rohtraut,
Schön-Rohtraut. Was tut sie denn den
ganzen Tag, Da sie wohl nicht spinnen
und nähen mag? Tut fischen und
jagen. O daß
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Die Schwestern

Wir Schwestern zwei, wir schoenen, So
gleich von Angesicht, So gleicht kein
Ei dem andern, Kein Stern dem andern
nicht. Wir Schwestern zwei, wir
schoenen, Wir haben li
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Jägerlied

Zierlich ist des Vogels Tritt im
Schnee, wenn er wandelt auf des Berges
Höh`: Zierlicher schreibt Liebchens
liebe Hand, schreibt ein Brieflein mir
in ferne Land`. In die Lüfte h
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Wispeliaden - Serenade

zu Tübingen, als ich noch Privatdozent,
in dem strengen Winter 1829/30 einer
Dienenden dargebracht Musique von
Bornschein (Con
tenerezza) Eingehüllt in ihre
Daunenf
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An Lottchen Krehl

Zum Geburtstag im Anfang Mai’s Ich
hätte wohl, dein Haar zu zieren, Ein
Kränzchen, auch ein klein Gedicht; Wie
aber? ich will gratulieren, Und weiß
den Tag des Festes ni
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Auf der Reise

Zwischen süßem Schmerz, Zwischen
dumpfen Wohlbehagen Sitz` ich nächtlich
in dem Reisewagen, Lasse mich so weit
von dir, mein Herz, Weit und immer
weiter tragen. Schweigen
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Ländliche Kurzweil

[An Constanze Hartlaub] Um die
Herbstzeit, wenn man abends Feld und
Garten gerne wieder Tauschet mit dem
waermern Zimmer, Bald auch schon den
lang verschmaehten Ofen s
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An Clara

[Cleversulzbach 1837. Als sie ein wenig
kurz angebunden gegen mich war] Da
dein Bruder Das Ruder Des Hauswesens
fuehrt Und kein Narr ist, Sondern
Pfarr’ ist,
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Mausfallen-Sprächlein

[Das Kind geht dreimal um die Falle und
spricht:] Kleine Gaeste, kleines
Haus. Liebe Maeusin oder Maus, Stell
dich nur kecklich ein Heut nacht bei
Mondenschein! Mach aber die
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Zum neuen Jahr

[Kirchengesang] Wie heimlicher
Weise Ein Engelein leise Mit rosigen
Fuessen Die Erde betritt, So nahte der
Morgen, Jauchzt ihm, ihr Frommen, Ein
heilig W
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Restauration

[nach Durchlesung eines Manuskripts mit
Gedichten] Das suesse Zeug ohne Saft
und Kraft! Es hat mir all mein Gedaerm
erschlafft. Es roch, ich will des
Henkers sein, Wie lauter
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Rueckblick

[Zu einer Konfirmation] Bei jeder
Wendung deiner Lebensbahn, Auch wenn
sie glueckverheissend sich
erweitert Und du verlierst, um
Groessres zu gewinnen: - Betroffen
stehst du
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Lebewohl

`Lebe wohl!` - Du fühltest nicht, Was
es heißt, dies Wort der Schmerzen: Mit
getrostem Angesicht Sagtest du`s und
leichtem Herzen. Lebe wohl! - Ach,
tausendmal Hab` ich mi
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Lose Ware

`Tinte! Tinte, wer braucht? Schön
schwarze Tinte verkauf ich!` Rief ein
Büblein gar hell Straßen hinauf und
hinab. Lachend traf sein feuriger Blick
mich oben im Fenster, Eh ich michs irg
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Muse und Dichter

»Krank nun vollends und matt! Und du, o
Himmlische, willst mir   Auch
schon verstummen - o was deutet dies
Schweigen mir an? Gib die Leier!« -
»Nicht doch, dir ist die Ruhe geboten.
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Zum zehnten Dezember

»Sie ist mündig!« Sagt mir,
Leute, Wie versteh ich dieses
Wort? Ach ein Kind war sie bis
heute, Bleibt sie das nicht
immerfort? Hingen denn vor einem
Jahre Um dies
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Erinna an Sappho

»Vielfach sind zum Hades die Pfade«,
heißt ein Altes Liedchen - »und einen
gehst du selber, Zweifle nicht!« Wer,
süßeste Sappho, zweifelt? Sagt es
nicht jeglicher Tag? Doch
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