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Gedichte - Eduard


Lyrik

(1822.) Süßen Wohllaut Gebildeter
Rede, Tiefer Empfindung Gemäßigten
Ausdruck Heischt man vom
Liede; Schmerzenslaute, Aufschrei des
Herzens, S
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Anzeigen



Doppelruf

(1824.) Der Sänger (auf dem
Meere). Wie es wogt und ruft und
klingt! Wie es aus den Wellen
singt! Seht, sie nahen, hold zu schauen
— Ja, es sind die
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Atta Trolls Monolog im Zwischenreich

(August 1849.) Atta Troll ist längst
erschossen, Wie ihr wißt, und seine
Seele Lebt nun fort im
Bärenjenseits, In dem thier`schen
Fegefeuer. Dort im Zwische
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Zur Goethefeier

(August 1849.) Im Jahr
siebzehnhundert vierzig und neun Da
mochten sich die Deutschen freun. Gott
— wie er von Zeit zu Zeit gethan
— Schickt` ihnen einen großen Mann,
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Der politische Wanderer

(Frühjahr 1849) Deputirter (als
Wanderer). Nun hab` ich satt das
Parlament, Die Rechte wie die
Linke! Natur, du frisches
Element, Gib, daß ich Labung trinke!
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Frühlingslied des Gutgesinnten

(Im Mai 1849.) Die Sonne
lacht, Radetzky wacht, Rings überall
ist Leben: Der Blütenpracht Und
Wrangel`s Macht Kann Niemand
widerstreben. Der K
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An Grillparzer

(Im Sommer 1827.) Die Erde schimmert
längst im reichsten Segen, Die Frucht
hat ihre Blüte schon verdrängt; Der
Sense reift die Saat bereits
entgegen, Zu Gold ihr Grün dur
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Die Kriegslustigen

(Leitender Artikel in
Versen) (October 1850) Ueberall,
wohin ich blicke, Herrscht ein ekler
Katzenjammer; Einheit suchten wir und
haben Selber uns verloren, sc
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Das Todtenhemdchen

(Musik von Schubert.) Starb das
Kindlein. Ach, die Mutter Saß am Tag
und weinte, weinte, Saß zur Nacht und
weinte. Da erscheint das Kindlein
wieder, I
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Ein Herr

(tanzend) Schönste, mein
Wagen Steht vor der Thür`! Darf ich
es wagen, Ihn
anzutragen? Mädchen. Gleich an
der Ecke Wohnen wir.
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Zollverein

(Zu Friedrich List`s Festmahl in Wien
1844.) Verein — ein schönes,
trautes Wort, Erschließt euch
herrliche Weiten; Und geht`s auch Zoll
für Zoll nur fort, Es wird sich w
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Die Mücken

Als jüngst mein Mädchen grollte, Ging
ich allein mismuthig in den Wald; Und
wie ich also ging und sann und
dachte An sie, die einsam nun zu Hause
schmollte, Da koste mir des Maient
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König Dagobert und seine Hunde

Als König Dagobert g`nug gessen, Ließ
er auch seine Hunde fressen. Als
Dagobert zum Sterben kam, So redet` er
seine Hunde an: `Keine Gesellschaft
ist so gut,
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Altliberal

Altliberal — ob Schimpf? Ob
Lob? Nenn`s wie du willst, ich freu`
mich drob! Du kannst`s in diesen
Blättern lesen: Stets bin ich freien
Sinns gewesen; Und als du noch der
Macht dic
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Metamorphose

Aus verwittertem Gestein Ueppig grünt
die junge Pflanze, Und der Sonne
gold`ner Schein Färbet sie mit
frischem Glanze. Alles, was da ist,
ist gut! Selbst der schlech
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Frühlingsfeier - II.

Beamter. Sind die Acten
durchgemacht. Kühl` ich mich
zufrieden; Ein Spaziergang in die
Nacht Ist mir dann
beschieden. Kaufmann. Facit i
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Bettlerlied

Betracht` ich ein jedes Geschäft in der
Welt Ich weist mir kein besser`s als
betteln; Da kann ich bequem und so wie
mir`s gefällt, Das Leben, die Tage
verzetteln. Den Bettler nenn`
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Guter Rath

Bist du arm, so kannst du darben, Hast
du Wunden, werden`s Narben; Liebt dein
Mädchen einen Andern, Darfst zur
Nachbarin nur wandern. Aber bist du
dir zu weise, Wie e
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Die Mutter beim todten Kinde

Da liegt es mit dem blassen
Gesicht, Das arme erlosch`ne
Lebenslicht! So schweigend und
kalt! Die Andern schweigen auch
— Sie schlafen — Doch sind sie
roth und warm!
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Franz Schubert

Dank` Gott, daß du gestorben
bist! Dein Ruhm ist dir gewiß, Seit
dich gelobt der berühmte List Und das
leichtsinnige Paris. Ein echter
Wiener — und ein Genie! Es
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Eifersucht

Daß er noch lebt, den du
geliebt, Ist`s, was das Leben mir
vergällt — Daß er noch lebt, der
dich betrübt, Und der das Leben dir
vergällt! Könnt` ich ihn tödten
mit d
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In der Krankheit

Decke mich mit deinen Schwingen Jetzt,
du starker Tod, noch nicht! Manches
möcht` ich gern vollbringen, So im
Leben, im Gedicht. Manches Mannes
Lieb` erwerben, Küsse
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Der Widersacher

Dem Chaos kaum die Welt entrollt, War
schon ein Geist, der drüber grollt`
- Der Geist des Widerspruchs, des
Nichts; Urfeind dem Schöpfer alles
Lichts, Verstoßen drum aus feinem Ha
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Baum und Vogel

Der Baum. Dich nähren meine süßen
Früchte, Dich schützet meiner Zweige
Dichte, Doch kurz verweilst du nur auf
mir; Vor Jahren, bei der Lüfte
Gaukeln, Sah ich schon deine
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Rhapsodie

Der Dichter (am Pult, unruhig). Mich
juckt der Daumen — ich muß schreiben,
Und zwar zum Drama will`s mich
treiben; Wo aber ist ein Stoff zu
finden, Und wo die Form, den
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Förderung

Der Gärtner sät den fremden
Samen, Kennt nicht der künft`gen Blume
Namen; Doch plötzlich bricht am warmen
Tag Der Keim heraus, der gührend
lag. In Monden ward euch keine Kunde,
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Frühlingsfeier - I.

Der Lenz erwacht! — Und in lebend`gen
Scharen Strömt es hervor aus Berges
Schlucht und Kluft, Und Keiner mag das
Haus, die Hütte wahren, Die kalte Wand
beengt, gleich einer Gruft;
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Berg und Thal

Der Ritter haust auf dem Betge, Der
Pfaffe wohnt im Thal; Der Ritter baut
eine Feste, Der Pfaff` ein Kloster
zumal. Der Ritter herrscht
abgeschieden In seinem Felse
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Leichtsinn

Der Westwind fächelt mild der Blume
Haupt, Und flüstert in den Kelch —
sie nickt und glaubt; Dann streift er
munter über Busch und Baum, Und
schüttelt manche Blüte aus dem Traum.
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Liebe und Ehe

Die Lieb` ist Frühlingsblüte, Die Ehe
Herbstesfrucht, Die Lieb` ist
Meereswelle, Die Ehe stille
Bucht. Die holde Liebe zaubert Dich
in ein Paradies; Die milde
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Das Kind schläft

Die Mutter lullt den Knaben Mit süßen
Liedern ein; Er will`s nicht anders
haben, Sie muß am Bettchen
sein. Wie kann`s der Schelm nur
wissen, Ob sie am Bette sitzt,
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Immer dasselbe

Die Raupe kriecht und frißte, spinnt
sich zur Puppe ein, Bald fliegt der
Schmetterling im hellen
Sonnenschein. Nippt Blumenstaub und
liebt, legt Eier auch indessen, Un
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Poetisches Tagebuch

Die Sach` zerfiel in Zänkerein, Es hat
nicht anders kommen können; Deutscher
Kaiser will Keiner sein, Will`s Keiner
auch dem Andern gönnen. Deutsche
Bewegung — es ist zu
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Speculation

Die Spinne sah den Schmetterling Aus
seiner Puppe stiegen; `Wie`, rief sie,
`ist das eitle Ding Aus seinem Grab
erstiegen? `Ich thu`s ihm nach.
Hinaus, hinaus! Und
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Tagebuch

Diese losen Blätter hier Sind so leer
geblieben! Alles Schönste fühlen wir
— Drum bleibt`s ungeschrieben. An
jedem neuen frischen Tag Fühl` ich
mein Glück stets
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Jesus

Du kannst es nicht begreifen, Daß er
der Gottessohn, Und daß er wollte
dulden So bittern Schmerz und
Hohn? Du meinst, bei seinem
Sterben Ein Menschenauge brach; —
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Den Gegnern

Ehrwürdige Herrn, was fällt euch
ein! Wir führen kein Leben voll Saus
und Braus; Wir arbeiten einsam im
Kämmerlein, Der Name Gottes ist uns
kein Graus; Und wenn wir dichten, und
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Der Kärner

Einsam zieht der arme Kärner Hinter
seiner Bürde her: O wie lastet`s auf
den Händen, Auf den Schultern — o
wie schwer! Trauernd schaut er auf zum
Himmel, Und beseufzet s
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Fabel

Einst pflückt` ich ein
Blümchen, Darin saß in Ruh` Die
fleißige Biene — Die pflückt` ich
dazu. Huschte das Bienchen Eilig
davon, Ließ auf der Blume
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Kartenspiel

Es bergen die Karten Gar mystischen
Sinn: Du kannst dir`s erwarten
- Verlust und Gewinn! Die Geister
der Minen Umhüpfen den Tisch, Sie
wollen dir dienen —
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Feuilleton

Es hat mich da Einer herunter
gemacht, Weil ich das Französische
lobte, Und weil ich mit keinem Lobe
bedacht Das vaterländisch
Erprobte. Mein Gott, der Eine lobt
die Kuh,
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Der kranke Löwe

Es lag der gnädige Löwe krank — In
seiner Höhle war großer Stank. Sich
zu zerstreun, lief seine Gnaden Die
Thiere zum Besuche laden. Des
Kämm`rers Ruf erging an drei: A
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An die Wintersonne

Es schläft der Strom; sollst ihm die
Ruh` nicht stören, Und ihn mit süßen
Küssen nicht bethören; Im Innern
schafft und waltet er so still, Drum
laß ihn, Sonne, weil er träumen will.
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Satiriker

Es schrieb der Dichter Archilochus
Eine Satire gar bitter; Darüber
hängte sich Einer auf — Es war ein
griechischer Ritter. `Archilochus,
herzloser Mann`, So kl
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Mahnung

Es singt die Nachtigall an
Feiertagen, Die Sommerfalter halten
keine Fasten; Die hohen Adler tragen
keine Lasten, Die Taube girrt zu Ostern
Liebestlagen. Seht ihr die Vöglei
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Stillstand

Es wehen kalte Flocken Mir in das
Angesicht — Die Lebenspulse
stocken, Es ist wie vormals
nicht! Verweht die holden
Maienglocken, Die Friedensglöcklein
sind verhall
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Die Sternthaler

Es zog ein kleines Mädchen Wol über
Feld und Land, Und hart` ein bisschen
Essen, Das trug es in der Hand. Da
weint` es schwer und bitter: `Nie bin
ich doch allein!
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Der erwachte Brahme

Frühjahr 1849 Brahma schlief, der
Herr des Lebens, Einen Schlaf, dem Tode
ähnlich, Und die Bösen auf der
Erde Jubelten im frohen Muth. Denn sie
wähnten sich des Go
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Weihnacht

Gekommen ist nach Jahresfrist Nun
wiederum der heil`ge Christ; Wie lockt
es uns, voll Andacht und Vertrauen Nach
der verhängten Thür zu schauen, Und
zu erwarten ahnungsschüchtern
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Studierlampe

Gern blick` ich in dein klares, kluges
Licht, Das mir so freundlich und so
heiter brennt; Doch in dem
aufgeschlag`nen Pergament Find` ich den
Aufschluß, den ich suchte, nicht.
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Anthropomorphisch

Gott Vater war ein strenger Herr, Wie
ihr wol Alle wißt; Doch nun ist fast
die Hölle leer, Seit der Sohn gekommen
ist. Und endlich ist der heilig
Geist, Der gar so g
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Der Bildner

Götterbilder Darfst du schaffen, Jeus
und Juno, Cypria, Die
gewalt`gen Marmorblöcke Sind nicht
für Geringes da! Doch wir
müssen Dichten eben, Was das
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Aberglauben

Helden sah ich abergläubisch, Helden,
Liebende und Dichter; Helden lauschten
auf die Adler, Dichter blickten in die
Motten, Liebende auf Blatt und
Blume. Wenn die Kraft, die
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Phönix

Hoch auf den Bergesgipfeln will ich
thronen Des Kaukasus mit seinen alten
Palmen, Wo nicht des niedern Herdes
Dünste qualmen: Hier waren meiner
Väter Regionen. Ihr mögt do
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Romanciers

I. Daß der Herr sich dein
erbarme! Du bist fromm geworden
gar; Wirfst dich in Jehova`s Arme, Du,
der Hegel`s Schüler war. Fromm sein
— treffliche Bescherun
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Poetisches Tagebuch

I. Und der Tag — er ist
vorüber! Seine Schmerzen sind
erlitten, Und die todeswunde Fiber Hat
sich neuen Schlaf erstritten. Und so
wandeln wir in Kreisen,
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Im warmen Frühling

Ich fühle mich so wohl, Trotz allen
meinen Sünden, Und denke mit dem
Himmel Mich eben abzufinden. Ich
trauerte wol sonst — Es scheint mir
dumm gehandelt; Ic
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Zwiespalt

Ich fühl`s in meiner tiefsten
Brust: Ich bin nicht für
Beständigkeit — So bin ich`s
deutlich mir bewußt: Das Scheiden ist
Notwendigkeit. Die Seele seufzt im
tiefsten We
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In Sommer

Ich ging mit meinem Mädchen Auf
einsamen Pfade, Spätsommer zog
silberne Fädchen, Es zirpte die
Cicade. Ich thät` das liebe herzige
Kind In meine Arme schließen
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Doppelte Liebe

Ich liebe die, die mich nicht wieder
liebt, Ich liebe die, die Liebe mir
gewährt; Die Grausamkeit, die jene
mich gelehrt, Hab` ich sogleich an
dieser ausgeübt; So trieb und treib`
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Der junge Dichter

Ich möchte gern ein Liedchen
wagen, Die Saiten rühr` ich an mit
Zittern, Und könnt` ich sie nicht
tönend schlagen, Das Leben würde
mir`s verbittern. In meinem Busen ist

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Nutzloser Fund

Ich streift` am Frühlingsmorgen So
munter durch die Au — Da hatte sich`s
verborgen Im Grase zart und
blau. Das erste Märzenveilchen! Es
duftete so rein; Ich
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Im Winter

Ich weiß, hier hab` ich Blumen keimen
sehen, Und Früchte reifen; frohe
Kinder spielten Im Kreise hier, bei
erster Blüten Wehen, Indeß die Weste
ihre Wangen kühlten. So stand ich
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Parabel

Ihr hörtet von dem Knaben fein, Der
thät` am Strande hangen, Um in einer
Nußschale kliin Das Weltmeer
aufzufangen — Auch blieben wirklich
Tröpfelein In seinem Schälchen
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Poetisches Tagebuch

III. `Ich höre so viel vom Volke
reden - Wie meint man das zu dieser
Frist?` Ich glaube, sie meinen
Jeden, Der ihrer Meinung
ist. `Für`s Volk, nicht durch da
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Noli me tangere

In den zarten Blumenkelch Flog ein
kleines Käferchen, Und der Kelch
verschloß sich schnell. In dem Dufte
schwelgt und stirbt Luftlos der
betäubte Käfer. Be
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Frauenpolitik

Jung ist der Demokrat Und jung ist der
Soldat; Sie mögen kämpfen auf Tod und
Leben So hielt`s von jeher unser
Geschlecht; Dem Sieger will mein Herz
ich geben, Der Ueberwundn
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Beschränkung

Kannst du das Schönste nicht
erringen, So mag das Gute dir
gelingen. Ist nicht der große Garten
dein, Wird doch für dich ein Blümchen
sein. Nach Großem dränget
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Beschränkung

Kannst du das Schönste nicht
erringen, so mag das Gute dir
gelingen. Ist nicht der große Garten
dein, wird doch ein Blümchen für dich
sein. Nach Großem drängt’s dich
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Tod

Kriechende, schleichende,
Kalte Wesen,
Würmchen und Käfer
Nagen an ihm;
Doch er gewahrt`s nicht —
Er ist zu sehr in Träume vertieft.
Reaction

Lag Einer im Fieber und träumte schwer
— Kam gleich ein gelehrter Doctor
her, Der gab ihm Mittel und trieb den
Schweiß, Und reagiere auf Kopf und St
—; Bald war vorbei das Deli
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Die thörichten Lippen

Lippen, Lippen, nicht geplaudert! Denn
nur Thorheit plaudert ihr. Hemmt die
Worte! Nicht gezaudert! Trefflich
schweigt ihr, glaubt es mir. Thöricht
Plaudern mag verdrießen —
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Einsiedler

Meint ihr, ein Siedler Dürfe nicht
rasten, Nie sich erfreu`n? Müsse nur
fasten, Stets sich kastei`n? Glaubt
mir, ick schwelge In Waldes
Mitte, Ruhebewu
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Traum

Mir träumte neulich, ich
wäre Vermählt mit der Liebsten mein
- Da bangte mir auf Ehre, Ich sah
betroffen d`rein. Sie saß im
Morgenhäubchen Mit mir auf dem Kanapee
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Der Missionär

Mitten unter wilden Völkern Hielt er
muthig eine Rede, Wie so schlecht und
unmoralisch Das Geschäft des
Menschenfressens. Und sie hören zu,
aufmerksam. Und zum Schl
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Ein Zwist

Neulich grollten, schmollten
wir, Natürlich wieder um ein Nichts
— Versöhnung keines wollten wir Gar
ernsten Angesichts! Sie saß in ihrer
Ecke da, Ich in der ande
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Stufe der Leidenschaft

Nicht Schlaf, nicht Hunger und nicht
Ruh` - So kann`s nicht länger
bleiben; Die heiße Leidenschaft
dazu. Das taugt, uns
aufzureiben. Der Hunger stellt sich
wieder ein,
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Der beste Anstand

Nicht verliebt zu sein ist
herrlich! Alle Tagesstunden sind Nun
mein köstlicher Gewinn; Muß jetzt
nicht zu halben Tagen Vor gewissen
Fenstern lauschen, Bin zu Allem
aufgeleg
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Nachtigall

Nie gerne mag ich schreiten durch die
Nacht, Wenn Ruhe waltet und Selene
wacht! Da — horch! ertönt der Ruf
der Nachtigall, Zum Schlag verstärkt
sich bald der schwache Schall!
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Der Gebesserte

Nie lange kenn? ich diesen Mann! Man
sieht ihm gar nichts Kluges an; Doch
wie sie freundlich mit ihm
spricht, Verklärt sich mir der ganze
Wicht; Es geht ans ihrem Aug` ein
Strahl:
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Der Tischler

Nur munter, ihr Gesellen, Dann geht die
Arbeit gut; Stimmt an ein frohes
Liedchen, Das schafft euch frischen
Muth. Auch grüßet mir die
Hunden Hübsch artig und hübs
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Sie in Allem

O wie mich mein Geschäft
entzückt! Sonst hab` ich`s düster
angeblickt; Wie reich ist, was ich thu`
und bin. Wie unerschöpflich ist mein
Sinn! Wie fröhlich lebt sich`s mit den
Le
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Wehmuth

Oft sitzt man so an trüben
Feiertagen Und sieht die Leute
fröhlich geh`n und weilen, Hört
fernes Rauschen, Rollen leichter
Wagen, Sieht Kinder, Mädchen hell
gekleidet eilen.
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Zahme Barbarei

Perikles und die Medicis Waren große
Männer gewiß: Sie führten `s Volk au
der Nase fein, Genaseführt will`s
immer sein; Sie legten`s an Ketten,
doch von Rosen, Und schufe
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Künstlerlaunen

Poeten, Maler und Musikanten Haben im
Leben oft scharfe Kanten: Der ist
schwerfällig, jener flüchtig, Eitel
fast Jeder und eigensüchtig;
Weltleute können genug nicht klagen,
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Verwandlungen

Raupe. Immer hier am Boden
kleben Ist ein gar erbärmlich
Loos; Wie der Falter fröhlich flattert
— Und ich Aermste krieche
blos! Ja, ich muß sie mir erwerb
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Poetisches Tagebuch

Reactionär, zu jeder Frist Sollst
kräftig aufzutreten bereit sein; Denn
wenn schon Einer ein Schurke ist, So
muß er doch gescheit sein. `Der
Fremde, den wir ewig hassen,
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Vorsatz

Reinen frischen Mund will ich
berühren, Keine weiche Locke mehr
erfassen, Selbst den ersten Händedruck
vermeiden Und das trauliche Gespräch,
den Faden, Der sich später leicht zum
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In der Assemblee

Saßen jüngst die Herrn und Damen In
gar glänzendem Vereine; Machten ein
Geräusch mit Worten, Daß ich`s noch
zu hören meine. Und es war der Kreis
gebildet Zum Ent
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Besitz

Seht mir den dicken Pächter an: Sein
ist die weite, volle Flur; Sein ist das
üppige Revier Und auch der volle
Fruchtbaum hier. Doch die Dryade in
den Zweigen, Die ru
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Mondschatten

Seht, um mich, wie ich da wandle Bei
dem trüben Mondenschein, Tanzen zwölf
der Schattenbrüder Einen wunderbaren
Reihn. Diese schwebenden und
stillen Nachtgespenster
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Ihr Kuß

Sie küßt so sanft, sie küßt so
süß Mit ihren weichen Lippen, Wie
Zephyrsweh`n im Paradies, Wie kleine
Vöglein nippen. Sie zweifelt, ob sie
küssen darf — Laus
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Die Matrone

Sie lebt so still und ruhig, Im ew`gen
Gleichmuth. Hell glünzt die
Stube, Blank ist der Estrich; Die
emsige Nadel Streift über die
Leinwand, Tag aus, Tag ein —
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Einsamkeit

Soll ein großes Werk gelingen, Muß
uns Einsamkeit umfächeln, Denn nur
nach dem stillen Ringen Kann uns die
Vollendung lächeln. Und zum
allergrößten Werke: Selbst
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Das Totenhemdchen

Starb das Kindlein. Ach, die
Mutter Saß am Tag und weinte,
weinte. Saß zur Nacht und
weinte. Da erscheint das Kindlein
wieder, In dem Totenhemd, so
blaß: Sag
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Stern und Lampe

Stern, du blickst, ein heller Gott, Auf
die dunkle Erde; Lampe, brennst dem
Stern zum Spott, Leuchtest mit
Beschwerde. Lampe, siehst so klug und
alt, Dünkst dich wol
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Die Liebespfänder

Ueber meine Liebespfänder Hielt ich
jüngst die Musterung, Schleifen lagen
da und Bänder - O, wie war ich doch so
jung! Briefchen fand ich mancher Art,
An Gefühl
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Hinderniß

Um Mitternacht am Gitterthor — So
hatten wir`s beschlossen; Sie harrte
d`rinnen, ich stand davor — Wir
fanden das Gitter verschlossen. Da
lachten die Augen, der Mund so s
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Biographie

Und als ich war ein Knabe klein, Da war
ich voll Gedanken, Und Bilder und
Gefühle sein Hegt` ich in Herzens
Schranken. Doch stumm und flönig
blieb der Mund, Die Wonn
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Poetisches Tagebuch

Und mögt ihr Diplomaten uns
verdammen, Herz und Verstand gehören
doch zusammen. Regieren ist nicht so
leicht als man glaubt, Es versuchen`s
so Viele und treffen`s nie; —
... weiterlesen


Rückblick

Und so sind sie hingeschwunden, Jahre,
voll von Leid und Glück, Tief im
Innersten empfunden — Lächelnd
schau` ich jetzt zurück. Diese
Perlen sind die Früchte
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Anti-Thierquälerverein

Vercinler (mit dem
Klingelbeutel). Die Menschen sorgen
für sich allein, Sie hatten Meetings,
halten Reden — Wer aber schützt die
Schaf, die Schwein`? O, helft d
... weiterlesen


Der neue Midas

Was der König nur berührte, Seltsam
ändert` es die Weise; Wie er sie zum
Munde führte, Ward zum harten Gold die
Speise. Und so wird mir unter`n
Händen Alles Leben
... weiterlesen


Fresco-Sonett des Musikers

Was hilft das musikalische Geschnatter?
Das wilde Pauken- und Trombonenwetter?
Die magre Kunst, sie wird dabei nicht
fetter, Und unser armes Publicum nicht
satter. Preist
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An Silvia

Was ist Silvia, saget an, Daß sie die
weite Flur preist? Schön und zart seh
ich sie nahn, Auf Himmelsgunst und
Spur weist, Daß ihr alles untertan.
Ist sie sch
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Eigensinn

Wenn du schürst und Flamme
regst, Dennoch will`s nicht
brennen; Wie du auch die Scheiter
legst, Wirst`s nicht zwingen
können. Aber laß ein Fünkchen
du Unvorsichtig
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Genug!

Wenn Lust und Schmerz die Brust
durchwühlt, Wenn du geweint,
gelacht; Wenn du ein Stück der Welt
durchfühlt, Und auch ein Stück
durchdacht: Wenn du, von Freundes
Wort erf
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Die Lieder

Wie bunte Blumen sind die frischen
Lieder, Vom Sonnenblick des Lebens neu
erregt, Und trocknen Blumen gleichen
sie dann wieder, Die man, ein holdes
Mal, in`s Buch gelegt; Ein Himmel
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Ewiger Widerspruch

Wie der Baum von Blüten strotzt! Kaum
ein Blatt dazwischen! Doch es will dir
keine Frucht Aug` und Herz
erfrischen. Wie die Früchte voll und
fest Von den Bäumen han
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Proletariers Unmuth

Wie die Reichen mich verdrießen, Die
den Mammon, den ererbten, Unbarmherzig
frech genießen, Die Selbstsüchtigen,
Verderbten. - Also ärgern mich die
kleinen Bürger
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Die Liebliche

Wie hold ihr Lächeln! Zephyre
fächeln Duftiger nimmer Als ihres
Mundes Hauch; Und der Mund redet auch
- Das ist doch immer Mehr als ein
Zephyr kann; Lobe mir J
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Die Thränen

Wie ihre lieben Augen Heut so verweinet
sind! Wer konnte dich betrüben, Du
liebes, süßes Kind? Magst lachen
oder weinen, Wie immer hold du
bist! Der Himmel b
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Die Träne

Wie ihre lieben Augen Heut´so
verweinet sind! Wer konnte dich
betrüben, Du liebes, süßes
Kind! Magst lachen oder weinen, Wie
immer hold du bist; Der Himmel
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An einen Freund der Romantik

Wie sich der Erdball rund bewegt, So
ist ein alter Trieb gelegt Auch in der
Erde Kinder: Sie tummeln sich nicht
minder. Zu Haus hat Keiner just
genung, So machen sie den
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Die Reichsversammlung der Thiere

Windspiel (als Herold, tritt
auf). Beschlossen ward`s im ganzen
Reich: Die Thiere sind sich alle
gleich; Mit kurzen oder langen
Beinen, Mit Flügeln oder auch mit
keinen,
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Selbstanklage

Wirthshaus — wir schämen uns Hat uns
ergötzt; Faulheit — wir grämen uns
— Hat uns geletzt. Wir schlendern,
wir springen Im blühenden
Thal: Lachen und singen
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Ausgebraten

Zu Presburg in Ungaren War großer
Jubel im Land, Da krönt` man vor
achtzehn Jahren Den König
Ferdinand. Es ritten die Magnaten In
ihrem Kalpak reich Auf perl
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Mittelalterliche Forschung

Zum Ritterschloß mit Thurm und
Knauf Da stiegen viel Herren und
Damen; Sie schwankten über die Trepp`
hinauf — Wir ließen`s in Gottes
Namen. Ich aber mit dem Mädchen s
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Winterlicher Fleiß

Zur schönen Zeit bin ich herum
geschlendert. Da füllte sich das
Büchlein nicht; Nun ist es Zeit, daß
man sich ändert! Zu Tage will so
manch` Gedicht. Da Vögel, Wald und
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Heines Neue Gedichte

`Der Heine ist so liederlich, Der
Heine ist so toll — Sein Buch ist
schlechter Verse Und schlechter
Gedanken voll. `Er schimpft über
Alles, was heilig ist, Stü
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Neuer Roman

`Die schlanke Braune möcht` ich kennen
- Wie ihre dunkeln Augen brennen! Wie
sicher und wie stolz sie blickt! Wer
sie besitzt, der ist beglückt.` Da
trafen wir im Laubengan
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Ihr Vorwurf

`Du bist nicht wie du warst — gesteh`
es ein! Ich aber bin mir treu
geblieben; Ich weiß, sie wollten uns
entzwei`n — Sie dulden`s nicht, daß
wir uns lieben. `Was mag di
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Das Glück

`Ei, was stürmst du doch so gerne Auf
dem hohen Roß dahin? Trägt dich
wieder in die Ferne, Sprich, dein
ungemessner Sinn? `Freund, mein
Freund, mir ewig theuer Bist
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Die Freunde mahnen

`Ei, wie kannst du deine Zeit So
verzetteln im Getändel? Denk` des
Ruhms, der Wirksamkeit, Denk` der Welt
und ihrer Händel! „Fasse dich und
sei ein Mann — Hast e
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