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Gedichte - Eleonore Kalkowska


Traurigkeit

Aber meine Seele Huscht leises
Schluchzen hin. ... Irrender Finger
suchendes Hasten Aber glatte,
weißglühende Tasten. Schleichenden
Wagens drückender Schatten
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Blumen

Aus vielen Blumen steigt ein weher
Ton Zu mir empor, sobald man sie
geschnitten; Denn über manchen liegt
ein Welken schon, Und andrer Duft ist
wie ein bloßer Fron, Und wieder andre
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Kindheit

Der klare Friede jener Kindertage, Da
noch der Tod so unermeßlich fern Und
alles Spiel noch ist und heitere
Frage; Da jeder Tag aufglüht gleich
einem Stern, Wie junger Vög
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Schmerz

Des Morgens kannst du noch den Schmerz
bezwingen, Der Tag ist jung, und frisch
ist deine Kraft, Und etwas Glanz liegt
noch auf allen Dingen, Der dir auch Mut
und neues Hoffen schafft.
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Die Verlassene

Die Welt, die seine einzige Gestalt Ihr
spiegelte in tausend glühenden
Farben, Ward jäh verschlungen, wie
durch Feuergarben, Durch eines Worts
vernichtende Gewalt Und lag n
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Der letzte Sinn

Dies aber ist der letzte Sinn der
Dinge: Die bunten Stunden sind doch
alle Flocken, Die gleich geräuschlos
fallen auf die Erde. Sind einer Kette
tief gefügte Ringe, Die in
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Erkenntnis

Dies war vielleicht der Adel meiner
Seele, Daß sie vom Unglück nie sich
knechten ließ, Und wenn das helle
Glück sie von sich stieß, Nur betete,
daß dies zu tiefst sie stähle.
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Rückkehr

Du bist mir heut ganz nah, ich sitz an
dich geschmiegt, Wie in der Zeit, da
uns das Glück gewiegt. Mein Herz
schlägt leise unter deiner Hand, So
ist ein jeder Schlag dir zugewandt
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Vergangenheit

Du hörst die Stunden gehn. Scheu und
verstohlen Gehn manche dir vorbei. Auf
leisen Sohlen, Wie man um Stuben
Schwererkrankter geht. Und manche ziehn
dahin gleich weißen Schwänen,
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Im Volksliedton

Ein lachendes Mädchen ging Hand in
Hand Mit ihrem Knaben durch blühendes
Land. Und als sie gelangten zum
dämmernden Wald, Da hört sie, daß
ferne ein Aufschlag erschallt.
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Die Schauspieler

Es ist in ihnen wie ein ewig
Glimmen Vom Glanz der tausendfältigen
Gesichter, Und manchmal wachsen aus den
Funken Lichter Und dringen in das
Dunkel ihrer Stimmen. Langsam, w
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Das ewige Ringen

Es war ein Traum.  Kaum sah ich die
Gestalten, Die in dem
dämmerungbeschwerten Raum Wie
menschgewordne kleine Nebel
wallten. Doch Hände sah ich, die sich
steil nach oben Geric
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Gegrüßt seist du

Gegrüßt seist du mir, junges
Weib1 Gräser und Ähren Sollen sich
neigen Vor dir. Strahlende
Sonnen Sollen sich zeigen Vor
dir. Köstliche Düfte Der Er
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Hat niemals ...

Hat niemals in ihnen Befreiend
gelacht Und Jahre um Jahre mit
schleppendem Gang Geh‘n sie die
dumpfigen Gassen entlang, Voll
Schwielen die welkenden Hände. Ihr
einzig Wiss
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Drei Bitten

I. O Herr, wenn du mir deine Allmacht
neigtest Und deiner Gaben Wundergarten
zeigtest, Daß ich drei holde Dinge mir
erwähle, Für meine durstige,
sehnsuchtsheiße Seele —
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De profundis

I Du tappst im Dunkeln. Deine Augen
schmerzen Vor Finsternis. Die
Dunkelheiten schwarzen Selbst deiner
Hände immer leuchtend Weiß. Nichts
siehst du rings. Und hörst in sch
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Tautropfen

I Ein Mädchen stand an des Wassers
Rand, Sie warf hinein mit spielender
Hand Veilchen und Margueriten. Hinzu
kam ein Knabe mit scherzendem
Mund, Warf Steine h
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Balladen

I Es war einmal ein junges Weib, Das
liebte ein trutziger Knabe; Sie spielte
mit ihm zum Zeitvertreib, Er bracht ihr
sein Herz zur Gabe. Sie nahm es und hat
es mit lac
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Capriccio

Ich halte dein Glück wie ein
zerbrechlich‘ Glas In meinen spitzen
Fingern, Ich halte es lächelnd gegen
das Licht, O, feines Glas, daß es
nicht bricht, Man darf mit solchen
Dinge
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Erscheinung

Ich liebe dich nicht mehr. Dein Bild ist
längst verblichen In meiner Seele, und
manch trüben Flecken Hast du mit
eigener Hand darauf gesetzt. Doch
manchmal kommt es mir im Traum g
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Die letzten Rosen

Ich stand am Fenster, lauschend allen
Schritten, Die mir von ferne deinen
gleichend bauchten, Im Garten sah ich
hell zwei Rosen leuchten Im
Blättermeer. Von fern daher Ein Et
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Vergleich

Ich weiß es wohl: an irgendeinem
Tag Wirst du ein wenig Freude von mir
nehmen, Dann wieder gehn. Wie man ein
froh Gelag Verläßt. Und nichts wird
deine Schritte lähmen. Du
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Den Toten

Ihr alle seid weiser als wir, ihr habt
den Vorhang gelüftet, Deß düsteres
Wallen unsre ahnende Seele
zerklüftet, Daß oft vor Angst im
Traum laut wir schrein. Ihr alle seid
grö
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Die Schauspielerin

Ihr ist das erste Wort. Die dunkle
Masse Dort unten wogt noch wie ein
drängend Tier, Es streift sie seine
heiße Neubegier, Da, mit des
Bändigers Blick und kühlem Hasse Zw
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Marie Antoinette

Im Saale, von tausend Kerzen
beschienen, Tanzen bei girrenden
Violinen Herren und Damen das
Menuett Auf Steckelschuhen mit
lächelnden Mienen; Aber die Schönste
von allen ihnen
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Die Künstlerin

In ihrer Seele lag, so wie auf weißen
Stufen, Ein schlafend Heer von
Königen, Bettlern, Narren, In ihrer
Seele träumt ein Wald voll wirrer
Farren Und rauscht ein Meer, das
tausend Ström
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Einlaß

Jetzt hab ich schon zehnmal Tag und
Nacht Vor dieser Türe zugebracht
— Die Türe blieb
verschlossen. Erst pochte ich an mit
leisem Schlag, So pocht ich drei
Nächte, so po
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Die Besiegten

Manche aber geh‘n am Kampf
zugrunde, Und vielleicht sind jene
Zartgewesenen, Frühermüdenden — die
Ganzerlesenen Und Erlauchtesten der
reichen Runde. Denn als sie die un
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Meine Seele hat kaum gelitten

Meine Seele hat kaum gelitten
Unter den rohen Tritten;
Sie hat sich in sich selbst zurückgezogen,
Und so war es ein saitenloser Bogen,
Um den herum sie sich stritten.
Menschen, die ...

Menschen, die im Schatten hoher Berge
wohnen... Menschen, die im Schatten
hoher Berge wohnen, Lachen selten, und
auch dann noch ist in
ihren Tiefgetönten Stimmen ein
verlegenes Zie
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Bange

Nach Menschen ist mir heute, ach, so
bang, Nach Stimmen, die in stiller
Stunde sprachen, Nach leisem Lachen,
das ganz fern verklang, Nach Händen,
die mir dunkle Blumen brachen Und W
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Frühlingsgruß

O Frühling, ist es wahr, daß du
gekommen? Noch sind die Lider mir im
Schlaf benommen, Schwer öffne ich sie,
das Nahen deiner Pracht Zu ahnen und zu
schaun. O Frühling, si
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Die Liebende spricht

O mein Geliebter, wie ein edles
Wild, Das seinen Herrn erkannt — leg
ich mich leis Zu Füßen dir — und
wart auf dein Geheiß, Denn in der
Seele heiligstem Gefild Ruht mi
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Die Mutter

Sie hat in sich verlöscht das Antlitz
eigener Tage Und sieht sich selber nur
noch wie durch Schleier, Und wie ein
Bild in einem tiefen Weiher, Und dann
als Statue auf weißem Sarkophage.
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Die Zurückgebliebene

Sie sprach ihn nie mehr aus, den leisen
Namen, Der sein war, da ihn jene kurze
Frist Bedruckt der Erde dunkle Schmach
und List, Bis leicht er von sich warf
den morschen Nahmen....
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Die Greisin

Sie war so ihrer Fahre übervoll Wie
eine kostbare, getriebene Schale, Die
man zu reich gefüllt bei lautem
Mahle Mit dunklem Wein, der still nun
überquoll. ... Und immer no
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Die Sterbende

Sie wußte es. Des Lebens bunt
Gewand Glitt bald von ihr, wie löchern
und zertreten, Und wie ein Etwas, das
nun auszujäten Ein Schmerz in ihrer
Seele ragend stand, Bis sie
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Alltag

So geh‘n sie alle stumpf und tief
gebeugt, Ein schmerzlich Staunen hat in
leichtem Bogen Die Brauen ihrer Augen
hochgezogen Und Falten auf der
düst‘ren Stirn erzeugt. Und wenn s
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Die Stille

So kamst du zu mir durch die offene
Türe, Durch die die Schar der Fremden
eben schwand, Und schon die Linderung
deiner kühlen Hand Auf meiner wirren,
heißen Stirn ich spüre. ...
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Präludium

So wie die Nacht sich zu dem Abend
neigt, So wirst du dich heut Abend zu
mir neigen, Und wie der Abend ihr
entgegensteigt, Aufflammend feine
tiefste Glut zu zeigen, Wird meine
Seele
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Die Verklärte

Still lächelnd ging sie hin auf den
verbrauchten, Staubheißen, lauten,
lärmerfüllten Pfaden, Und war wohl
mehr als andere noch beladen, Und ging
doch hin mit ihrem süß-erlauchten
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An den Tod

Und doch, o Freund, auf dessen stillen
Wangen Unwandelbar die gleiche Blasse
ruht, Du hast zuletzt in Liebe mich
gefangen, Und nun gilt dir des Herzens
tiefste Glut Und meiner Seele
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Die Grenze

Und oft kommt mir ein Sehnen nach all
den Gedanken, Die waren und werden und
täglich entspringen In fremden Seelen,
und doch ihre Ranken Am meine Seele nie
werden schlingen. Vor mei
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Und würden sie dich verlassen

Und würden sie dich verlassen, Sie
alle, die ganze Welt, Ich folgte dir
nach wie ein Schatten, Wie ein
Schatten, dir zugesellt. Und hüben
sie Steine vom Wege, Zu bew
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Vor dem Einschlafen

Vergessenheit ... Traumstille ... leise,
leise Ein dunkler Vogel schwebt zu mir
hernieder; Er breitet aus sein
köstlich weich Gefieder Und zieht um
mich die lautlos stillen Kreise,
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Dämmerung

Wenn die Dämmerung ihren
blassen, Matten Schleier in die
Gassen Leis hat niedergleiten
lassen, Trete ich aus meiner Tür In
das graue, weiche Wogen, Und der
Häuser schwere M
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Das große Meer

Wie kannst dein Leben du von andern
trennen, Selbst wenn dus willst? Auf
jedem Weg und Pfad Trifft dich ein
Blick, der wird dich Bruder nennen, Und
wenn du suchst, daß dir nichts Fremdes
n
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Der Tod

Wir fühlen oftmals seines Mantels
Saum An uns vorüberrauschen, ja uns
streifen, Und ahnen ihn doch nur,
gleichwie im Traum Und können nie sein
Wesen ganz begreifen. Denn was wir v
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Begegnung

Wir gingen aneinander vorbei, In
halbdunklen Korridoren, Im Saale tönt
helle Tanzmusik, Klang draußen so
traumverloren. Wir gingen aneinander
vorbei, In stille Gedan
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Chorus der Heutigen

Wir sind die Jungen, wir sind die
Harten, Wir drängen stets vorwärts
und hassen das Warten, Wir lieben den
Lauf, der den Muskel uns strafft. Wir
hassen das zögernde, matte Beraten
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Überwunden

Zurückgekehrt vom dunklen Tal der
Leiden, Zurückgekehrt aus jener
feuchten Kluft, Wo Tränen jede
Felsenwand umkleiden, Und die erfüllt
von eklem Moderduft. Zurückgekehrt vom
dun
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Zwei purpurne Rosen

Zwei purpurne Rosen stehen vor
mir, Sind nicht von dir... Ein anderer
hat sie mir gebracht, Gestern — bei
nahender Nacht — Zwei Rosen, wie
meiner Lippen Pracht. ...
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Die gläserne Wand

`Mutter, was soll diese gläserne
Wand, Die zwischen mich und die
Menschen gespannt? Mutter, manch Wort
klingt so kalt mir und
fremd, Vielleicht machts die Wand, die
den Ton mir hem
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