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Gedichte - Elisabeth Kulmann


Der Strom

Am hohen Fuß der Anden Entsteigt dem
Schooß der Erde Ein klarer Quell, so
breit nur Und seicht, daß hundert
Schritte Von seiner öden Wiege Der
Weidmann ohne Mühe Der Que
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Sappho

Auf dem leukadischen Felsen. Rechts und
links Wald, hier licht, dort dunkel.
Hinter dem ins Meer hinausragenden
Felsen erhebt sich der berühmte
Apollotempel mit offnen Säulenflügeln,
wo in den Zwischenräume
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Des Menschen Pläne

Aus fernen Ländern kehrte Zur Heimat
nun ein Mann Mit Gold und Diamanten, Die
handelnd er gewann. Fern glühn der
Reichsstadt Thürme Vor ihm im
Abendroth. »Hier es
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Der Mittag

Das Auge blendend, heben Sich in des
Himmels Mitte Prunkvolle
Silberstufen Aus leichtgewebten
Wolken. Es raget auf der
Stufen Erhabensten ein blanker Topasner
Thron, auf dem
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Des Mädchens Wünsche

Das Schicksal Heut bin ich in der
Laune Dir alles zu gewähren: Sag` alle
deine Wünsche, Ich will sie all`
erfüllen. Das Mädchen Ich werde
dein Erb
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Das schönste Lied verdanke...

Das schönste Lied verdanke Ich oft der
Gunst des Glücks: Schnell naht`s wie
ein Gedanke, Ein Kind des Augenblicks.
Es blitzt durch das Gehirne, Und steht
vollendet da,
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Der Herbst

Den blauen Aether decket Ein grauer
Wolkenhimmel, Und leichenbleiche
Dünste Ziehn, alle Augenblicke In
andere Gestalten Sich launenhaft
verwandelnd, In mehr als einer Reihe
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Der Winter

Der glückliche Bewohner Des
gleichenlosen Quito, Dem, eh` hier
tausend Rosen Verblühn, dort tausend
andre Die Blumenkelche öffnen Dem jede
Sonne neue Und köstlichere Frü
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Der Sonnenuntergang

Der Sonnenwagen nahet Dem letzten
Himmelsabhang, An dessen Fuße
plätschernd Die Meereswellen
tanzen. Die Sonnenpferde strengen Sich
an, der nahen Kühlung Sich freuend und
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Die letzten Blumen starben!

Die letzten Blumen starben! Längst sank
die Königin Der warmen Sommermonde, Die
holde Rose hin! Du, hehre
Georgine, Erhebst nicht mehr dein
Haupt! Selbst meine hohe
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Der Abend

Die Sonne ruht im Schooße Des
wellenlosen Meeres. Ein weiter
Purpurteppich Bedeckt die
Ruhestätte Der Herrscherin des
Weltalls. Tieftrauernd schweigt die
ganze Natur umher,
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Trost

Du lachst des Klanges meiner Saiten, Und
siehst herab auf mich mit Schmach? Wo
ich hingeh`, wirst du nicht
schreiten, Weit hinter mir laß` ich
dich nach! Nicht immer, Stolze, wi
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Du nennst mich - armes Mädchen

Du nennst mich - armes Mädchen; Du
irrst, ich bin nicht arm. Entreiß dich,
Neugier halber, Einmal des Schlafes
Arm, Und schau` mein niedres
Hüttchen, Wenn sich die Sonne
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Du wanderst nach dem Süden...

Du wanderst nach dem Süden, Beglückter
Schwalbenreihn! Holst dort des Jahres
Krone, Den milden Sommer ein. Falls
eins von euch erkranket Vom wochenlangen
Weg, Kaum
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Die permessische Nachtigall

Du willst, o sanfter Jüngling, Dem
Grame Preis dich geben, Weil Hoffnungen
dich täuschten, Weil Freuden dich
verließen? Befrage du die Sonne, Die
ewigjunge, ob sie
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Meine Wünsche

Ein eignes Halmenhüttchen, Ein
Gärtchen und ein Feld, Ist alles was
ich flehe Für mich vom Herrn der Welt.
Ihr Großen aller Zeiten, Homer,
Virgil, Schakspear, Dan
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Die Berge

Es gibt drei Arten Berge: Der Erde
Berge, Berge Der Luft und Himmelsberge.
Der Erde heitre Berge Erheben sich nur
wenig, Gleich Wogen oder Domen, Auf
meilenweiten Ebn
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Der Sonnenaufgang

Es schwingt die Nacht ihr
dunkles Gefieder und
entweichet Langsamen Flugs gen
Norden. Es zeigt in weißem Flor
sich Die Dämmrung in des
Morgens Geraumen Silberhallen, Und we
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Die Natur und der Mensch

Es senkt das ganze Blumenheer Im Herbst
sich in die Erde nieder, Doch bei des
Lenzes Wiederkehr Erscheint viel
herrlicher es wieder, Es senket sich die
Sonn` in`s Meer, Stets wecke
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Die Nacht

Es spannen unsichtbare Erbauer ein
azurnes, Unendliches Gezelte Von einem
Himmelsrande Zum andern aus. Es
pranget Die Decke des Gezeltes Mit
vielen wundersamen Hellstra
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Die Quelle

Gebirgen, deren Scheitel Stolz in die
Wolken raget, Entsprudelnd, und von
Felsen Auf Felsen niederstürzend In`s
Bergthal; oder schüchtern Der Erde
stillem Schooße Entsteig
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Gekämpft hat meine Barke...

Gekämpft hat meine Barke Mit der
erzürnten Fluth. Ich seh` des Himmels
Marke, Es sinkt des Meeres Wuth. Ich
kann dich nicht vermeiden, O Tod nicht
meiner Wahl! Das
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An ein Hündlein

Gern gab ich die drei Fünfer Dem losen
Buben hin. Er trug, ich möchte
schwören, Noch ärgeres im Sinn. Hier
wird dich Niemand quälen, Läßt jeder
dich in Ruh; Ja
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An meinen Arzt

Gib auf, o Arzt, dein Streben! (Ich sag`
es ohne Harm) Nicht retten wirst mein
Leben Du aus des Todes Arm. Was hold
im Lenze blühte, Fällt vor dem Herbst
oft ab: De
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Der Morgen

Grau ruht der weite Himmel Stumm ob der
stummen Erde. Da hellt ein Punkt im
Osten Sich auf; wird immer größer Und
immer heller; ahmet Itzt schwach der
Perle Farbe, Dann stu
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Die Wintersonne an die Südländer

Hängt länger euch, o Kinder, Nicht an
mein goldnes Kleid! Hab` ja noch andre
Kinder Im Norden, weit, weit, weit! In
ihrem grimmen Winter Bin ich ihr
einz`ger Trost:
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Die Eule

Ich weiß, o Eule, weshalb Die Menschen
dich so hassen. Sie nennen dich die
Feindin Des Tagelichts, der Sonne. Ich
hörte nie dich singen; Vielleicht ist
dein Gesang nicht So
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Die Erscheinung

Im Lenz, beim ersten Schimmer Der jungen
Morgenröthe, Vom zarten
Silberrauche, Der sich der Flur
allmählig Entschwinget, wie
umschleiert, Sang zum anmuth`gen
Tanze Ein Reig
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Meine Lebensart

In der ganzen Stadt ist keine Hütte
kleiner als die meine; Für mich ist sie
groß genug. Noch viel kleiner ist mein
Gärtchen, Ich nur gehe durch sein
Pförtchen; Doch auch so is
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Das Vergißmeinnicht

In feuchter Erde Schooße, Im tiefsten
öden Thal, Sprieß` ich bei Westes
Wehen Und mildem Sonnenstrahl. Das
Veilchen selbst gesellet Nie zu den
Rosen sich; Und ich e
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Das Gewitter

In wellenloser Stille Lag, eine blaue
Ebne, Das Meer vor uns. Im Schooße Des
Meeres schlief ein Riese. Da kam der
Wind und weckte Mit seiner Flügel
Ende Den Riesen auf. Vol
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Die Nixe

Komm, lieber schöner Knabe, Komm näher
an`s Gestad! Und willst du, so
bereite Ich dir ein lieblich Bad. Du
siehst, die See verbreitet Sich
spiegelhell vor dir; Kein
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Der Hagel

Kommt Mädchen, laßt uns eilig Die
schönen Perlen sammeln, Die uns der
gute Himmel Mit vollen Händen
zuwirft! Dann wollen wir in Schnüre Sie
fassen, und am Halse Und zwis
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Die Grotte

Mit schaueriger Wonne Befahr` im
leichten Kahne Ich die helldunkle
Grotte Unabsehbarer Tiefe, Die die Natur
euch, Helden Der grauen Vorzeit,
prachtvoll Hier aufgebaut aus zah
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An den Mond

Mond, meiner Seele Liebling, Wie siehst
du heut so blaß? Ist eines deiner
Kinder, O Mond, vielleicht unpaß? Kam
dein Gemahl, die Sonne, Vielleicht dir
krank nach Haus?
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Die Narzisse

Narzisse war die Tochter Endymions, des
schönen, Des einzigen von Menschen Und
Göttern, der Dianen Zu sanfteren
Gefühlen, Und sanfteren
Geschäften Bewog, als die Gehölze
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Das Eichhorn

O allerliebstes Eichhorn! Schon lang
steh` ich vor deinem, Dir unbequemen
Käfig, Und kann nicht satt mich
sehen An deinen raschen,
holden Bewegungen und Spielen. Ich
möchte
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Der Sommer

O anmuthsvolle Tage, Wo, Sonne, du im
Norden Uns auf- und untergehest, Und wo
die Abendröthe, Den einen Fuß im
Meere, Mit zarter Hand und
leisem Geräusch die Morgenröthe,
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Das Nordlicht

O Mutter, warum wecktest Du mich nicht
auf, als strahlend, Wie du mir sagst,
das Nordlicht Des halben Himmels
Wölbung Erleuchtete? Ich habe, Das
weißt du, nie ein Nordlicht
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An den Himmel

O schöner, blauer Himmel, Der über mir
gewölbet, Sich in der weiten Ferne Zur
Erde niedersenket, Warum vermag dein
Ende Ich nie, nie zu erreichen? Wie oft,
auf freier Ebne
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Abendempfindung

Oft ganze Nachmittage Horch ich am
Waldessaum Des Kuckuks lauter Klage Von
seinem hohen Baum. Mein Blick irrt
durch der Wiesen Mit Gold durchwirktes
Grün, Bis wo die
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Ohn Unterlaß` einander...

Ohn Unterlaß` einander Folgt,
Meereswellen, ihr Und brecht am
Felsenufer Euch nach einander hier.
Nicht Eine kehret wieder, Nicht Eine
bleibet frei Vom allgemeinen L
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Mailied

Pflücket Rosen, um das Haar Schön
damit zu kränzen, Reihe dich, o junge
Schaar, Dann zu frohen Tänzen! Nehmt
die Leier von der Wand, Kränzet sie und
gebet Sie dem
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An eine Wolke

Reich mir die Hand, o Wolke, Heb` mich
zu dir empor! Dort stehen meine
Brüder Am offnen Himmelsthor. Sie
sind`s, obgleich im Leben Ich niemals
sie gesehn: Ich seh` i
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Der Kukuk

Sag` mir, o lieber Kukuk, Warum macht
deine Stimme, Die ich so gerne
höre, Mich jedesmal so traurig? Wenn
andre Vögel singen, So horch` ich
freudig ihrem Lauttönenden Gesa
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Der Rosenstrauch und der Eichbaum

Schien` ich dir nicht verächtlich, Ich
würde dich bewundern, Dem Himmel naher
Eichbaum! Trotz deines Hochmuths
bleibe Ich gegen dich noch billig. Es
ist ein schöner Anblick:
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An meine Gartenblumen

Schlaft, liebe Blumen, schlafet, Mit
weichem Schnee bedeckt, Bis euch des
neuen Lenzes Gelinder Odem weckt!
Jetzt herrscht im Land der Winter: Er
selbst ein lieber Mann;
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Der Frühling

Schnee deckt Gebirg und Ebne; Eis
fesselt Meer und Flüsse; Wie
gräßliche Gerippe Stehn Waldung und
Gebüsche. Im Herbste starb die
Sonne, Seitdem herrscht Tod auf Erden
....
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Korinne

Schon zweimal hatten alle Bewohner
Griechenlandes Zu Delphi sich
versammelt, Und unter Beifallrufen Die
Sieger krönen sehen Im Lauf` und
Wagenkampfe: Doch zweimal auch schon
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An eine Sperlingsmutter

Sei ruhig, nicht zum Kummer Hab` ich
dein Nest entdeckt, Im Winkel zweier
Sparren Des Daches klug versteckt. Von
nun an theil` ich täglich Mit deiner
Brut mein Brot:
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Die Wolken

Seid mir gegrüßt, ihr
Wolken! Allwissende, denn Töchter Seid
ihr des Meers, und wisset Was alles
seine Tiefen Geheimnißvoll
verhüllen; Und kaum geboren,
steiget Ihr in d
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Der Sumpf

Umsonst ist dein Bemühen, O Sumpf, mich
anzulocken! Wie sehr mir auch dein
sammtnes, Nur zart begrastes Ufer, Wie
sehr mir auch dein Schilfrohr, Das Winde
sanft bewegen, Und
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Viel Glück zur Reise, Schwalben!

Viel Glück zur Reise, Schwalben! Ihr
eilt, ein langer Zug, Zum schönen
warmen Süden In frohem, kühnen Flug.
Gern möchte wohl die Reise Ich einmal
thun mit euch,
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Warum bin ich ein Mädchen?

Warum bin ich ein Mädchen? Wär` ich
ein kühner Knab`, Ich hätte längst
ergriffen Den muntern Wanderstab. Land
ein Land aus durchwallte Ich keck die
weite Welt, B
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An den Tod

Was fühlst du für Vergnügen, In
schreckender Gestalt Dich einem Kind zu
zeigen, Das schon zum Grabe wallt? Was
hab` ich denn genossen (Nimmst du die
Freuden weg, D
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An einen Frosch

Was guckest du so traurig, Aus
laichbedecktem Sumpf Zur Hälfte nur
erhebend Den sammetgrünen Rumpf? Der
Frosch O bleib` in unsrer Nähe, Itzt
da Gefahr uns
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Russisches Bauerlied

Was schwatzt von andern Ländern Ihr
Tage lang mir vor! Ich zieh` trotz euerm
Lobe Die liebe Heimath vor. Die
Schneezeit ausgenommen, Ist hier es
immer grün; Oft sag
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Die Lerche

Was siehst du, liebe Lerche, Wann in der
Morgendämmrung, Wann bei der
Abendröthe Du dich in steten
Kreisen Hoch in die Luft erhebest, Daß
du mit solcher Wonne, Mit solcher
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Die Schwalbe

Weshalben ist, o Vogel, So traurig dein
Gesang? Weshalben fliegst so
ängstlich Du hier den Weg entlang? -
Ich flog für meine Jungen Nach Nahrung
etwas weit, Da stah
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An den Winter

Willkommen, lieber Winter, Willkommen
hier zu Land! Wie reich du bist, mit
Perlen Spielst du, als wär` es
Sand! Den Hof, des Gartens Wege Hast du
damit bestreut; Sie
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Abendgebet und Traum

Wir haben viel gelitten Den Tag
hindurch, o Gott! Man mahnte uns an
Schulden, Und, ach! uns fehlte Brot.
Leid schwäche die Ergüsse Des
Dankgefühles nicht, Leid ist
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Der Zeisig

Wir sind ja, Kind, im Maie, Wirf Buch
und Heft von dir! Komm` einmal her in`s
Freie Und sing` ein Lied mit mir.
Komm, singen fröhlich beide Wir einen
Wettgesang, Und
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Zwei Tage, weil ich krankte...

Zwei Tage, weil ich krankte, Sah ich
euch, Blumen, nicht; Wie viel indeß
erblicken Nicht mehr der Sonne Licht!
Als Kind schon liebte, Blumen, Ich
über alles euch: S
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Der Blitz

»Wer mag mit mir sich messen?« - Ich!
sprach die hohe Eiche, Mit stolzem
Wipfel rauschend. - Dem Schooße
schwarzer Wolken Entspringt der Blitz,
gleich einer Ergrimmten Feuerschl
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