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Gedichte - Emanuel Geibel


Hanseatisches Festlied.

(Am Tage des Aufziehens
der Bundesflagge.) Es ist erwacht mit
hellem Schall Ein wunderkräftig
Wort, Das schwingt wie
Osterglockenhall Von Gau zu Gau sich
fort; Das ja

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Die Braut.

(Am Tage vor der
Hochzeit.) Wie schmachtet` ich noch
jüngst Um seinetwillen! Und dennoch
wein` ich nun Für mich im
Stillen, Ach, als er heute mich So

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Valer und Anna.

(Aus einem größeren
Gedichte) Als Bonapart` auf seinem
Siegesgang, Dem keine Hand von Staub
ein Ziel zu stecken Bestimmt schien,
plötzlich stockt` und wankt` und
sank Durc

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Waldgespräch.

(Aus einer
Komödie.) Linde. Guten Abend. Wie
steht`s? Eichbaum. Einstweilen
noch fest. Feststehn dünkt mich das
allerbest In diesen ir

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Elysium.

(Chor aus einer
Komödie) Heitre Nächte, heitre
Tage Feiert der Erwählten Schaar In
Elysiums duft`gem Hage, Wo Musik die
Lüfte hauchen, Und aus Wassern,
spiegelklar

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Clotar

(Fragment.) Es liegt
am Strand der Spree im Preußenland Die
Stadt Berlin, die jede Zeitung
nennt, Berühmt durch ihren Fritz und
ihren Sand Und tausend Dichter, welche
niema

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Der Rhein.

(Fragment.) O Sohn der
Alpen, in krystallnen Wiegen Genährt
von Gletscherbrüsten, heil`ger
Rhein, Wenn du dem blauen Schweizersee
entstiegen Dich jauchzend warfst vom
schro

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Einer jungen Freundin.

(Mit Gedichten.) Es
kommt dies Büchlein zu dir fein Und
möchte gern dein Garten sein. Zwischen
den Blumen, die ihn zieren, Führ deine
Gedanken hübsch spazieren. Wi

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Lied.

(Nach
Byron) Schlafloser Augen Sonne,
trüber Stern, Deß thränenvoller
Stral erzittert fern: Du zeigst das
Dunkel, das vor dir nicht weicht, Wie
dir entschwundnen Glücks E

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In ein Stammbuch.

(Nach Byron.)

Wenn sich auf dieses Blatt dein Auge senkt,
Betracht` es still, als wär`s mein Leichenstein;
Und mild, wie man der Toten sonst gedenkt,
Gedenke mein!
Lieder eines fahrenden Schülers.

(Zu
Volksweisen.) I. Kein Tröpflein
mehr im Becher! Kein Geld im Säckel
mehr! Da wird mir armem Zecher Das
Herze gar so schwer. Das Wandern macht
mir

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Lieder zu Volksweisen

1. Der
Landsknecht. Ein Landsknecht bin ich
worden In des Feldhauptmanns Heer! Dem
frommen Landsknechtsorden, Dem sing`
ich Preis und Ehr. Wer fährt so gut
mit frisch

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Ländliche Lieder.

1. Frühling. Und wenn
die Primel schneeweiß blickt Am Bach,
am Bach auf dem Wiesengrund, Und wenn
vom Baum die Kirschblüt` nickt Und die
Vögelein pfeifen im Wald
allstund

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Ostseelieder.

1. Als ich jung war,
da trieb`s mich Über Land, über
Meer, Mit den Schwalben zu
wandern, War all mein Begehr. Und
das Land der Zitronen, Und die
marmo

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Zwei Psalmen.

1. Aus diesem Thal des
Kummers Vernimm, o Herr, mein
Flehen: Voll Angst, beraubt des
Schlummers Lieg` ich die Nacht hindurch
in heißen Wehen; Durch mein Gebein
rinnt

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Sprüche.

1. So lang du wallst
auf Erdenbahnen, Dem Irrthum, Freund,
entgehst du nicht; Doch läßt dich
Irrthum Wahrheit ahnen, Irrthum ist
Farbe, Wahrheit Licht. 2.

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Aus dem Schenkenbuch.

1. Wein her! Wein,
damit du es lernst, Herz, geduldig zu
harren; Weil du schier mir brächest am
Ernst, Gehn wir unter die
Narren. Weil zwei Schritte von
deine

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Sprüche

1. Das Größeste ist
das Alphabet, Denn alle Weisheit steckt
darin, Aber nur der erkennt den
Sinn, Der`s recht zusammenzusetzen
versteht. 2. So steckt

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Zur Friedensfeier.

18. Juni 1871. Flammt
auf von allen Spitzen, Ihr Feuer
deutscher Lust, Und weckt mit euren
Blitzen Ein Danklied jeder Brust! Das
grause Spiel der Waffen Mit Got

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Die junge Nonne.

Ach Gott, was hat mein
Vater, was meine Mutter gedacht, Daß
sie mich zu den Nonnen in das Kloster
gebracht! Nun darf ich nimmer lachen
und muß im Schleier gehn, Und darf
kein liebend Herz

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Nausikaa.

Als Odysseus
fortgezogen Heimwärts vom
Phäakenstrand Und sein Schiff am Saum
der Wogen Fern im Abendrot
verschwand, Zu des heil`gen Felsens
Zinne Schritt empor Nausikaa,

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Theodor Körner.

Als wider Frankreichs
räuberischen Geier Das Weidwerk anhub
durch die deutschen Lande, Da schoß,
die Seelen zu geweihtem
Brande Entzündend, Blitz auf Blitz ans
deiner Leier.

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Geständnis

Also lieb` ich Euch,
Geliebte, Daß mein Herz es nicht mag
wagen, Irgend einen Wunsch zu
tragen, Also lieb` ich Euch! Denn wenn
ich zu wünschen wagte, Hoffen würd`
ich auc

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Geständnis

Also lieb’ ich Euch,
Geliebte, Daß mein Herz es nicht mag
wagen, Irgend einen Wunsch zu
tragen, Also lieb’ ich Euch! Denn
wenn ich zu wünschen wagte, Hoffen
wür

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Trinkspruch

am 26. Oktober
1870. Stoßt an im Saft der besten
Reben! Stoßt an: Land Mecklenburg soll
leben, Land Mecklenburg mit Schwert und
Pflug! Die Perle gab es uns der
Frauen

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Rheinsage.

Am Rhein, am grünen
Rheine, Da ist so mild die Nacht, Die
Rebenhügel liegen In goldner
Mondenpracht. Und an den Hügeln
wandelt Ein hoher Schatten her Mit
Sch

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Ein Gedenkblatt.

Am Samstagmorgen vor
Palmarum war`s Im Jahre, da man
neunundvierzig schrieb, Daß mich die
goldne Sonne des Aprils Aus meinem
alten Nest am Hafendamm Hinab ins Freie
lockte. Draußen

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Unruhe

An Wunden,
schweren, Langsam verbluten, In
heimlichen Gluten Still sich
verzehren, Täglich voll Reue Den
Wahnsinn verschwören. Täglich aufs
neue Sich wieder b

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Das Lied von Düppel.

April 1864. Was klingt
aus den Städten wie helles
Festgeläut? Die Pauken und Drommeten,
was jubeln sie heut? Was brausen und
jagen die Wasser der Schlei? Der Feind
ist gesc

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Was wir wollen.

April 1867. Was soll
dies Spiel der List, Dies Klirren mit
dem Schwerte, Als ob nach Raub und
Zwist Das deutsche Volk begehrte? Ein
treuer Wunsch allein Steht u

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Die weiße Schlange.

Auf der Burg in
reichgeschmückter Halle Schweigsam
brütend sitzt der greise Stojan, Sitzt
beim vollen Silberkrug und trinkt
nicht, Starrt empor zum Balkenwerk der
Decke, Das von g

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Die weiße Schlange

Auf der Burg in
reichgeschmückter Halle Schweigsam
brütend sitzt der greise Stojan, Sitzt
beim vollen Silberkrug und trinkt
nicht, Starrt empor zum Balkenwerk der
Decke, Das von güldn

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Die Türkenkugel.

Auf der Höh` am
Felsenkirchlein., Rings vom Türkenheer
umschlossen, Liegt ein Häuflein
tapfrer Griechen Von des Bozzaris
Genossen. Achtmal hat die Schaar dort
oben

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Im Herbste.

Auf des Gartens
Mauerzinne Bebt noch eine einz`ge
Ranke: Also bebt in meinem
Sinne Schmerzlich nur noch ein
Gedanke. Kaum vermag ich ihn zu
fassen, Aber dennoch von mi

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Auf glatten Fluten schwamm der Abendstern...

Auf glatten Fluten
schwamm der Abendstern, Ein grünlich
Gold umdämmerte die Fluren: Die Türme
Lübecks spiegelten sich fern, Und
leise zog der Nachen, drin wir
fuhren. Die

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Auf Felix Mendelssohn-Bartholdys Tod.

Auf jeden Tag, und
schwing` in sprühnder Pracht Er noch
so stolz die Fackel, folgt die
Nacht; Steigen und sinken lautet das
Gebot, Das uns beherrscht, und König
ist der Tod. Wir wi

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Auf keinen Fall

Auf keinen Fall gestehe
Du der Mittelmäßigkeit was zu. Hast
Du Dich erst mit ihr vertragen, dann
wird´s Dir bald bei ihr behagen, bis
Du dereinst, Du weißt nicht
wie, gewo

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An der Mosel.

August 1870. Wo der
Mosel dunkle Wellen Um ihr felsig Ufer
schwellen, Schweigt zum drittenmal die
Schlacht, Und die feuchten Winde
tragen Lobgesang und Totenklagen

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Aus zerrißnen Wolkenmassen...

Aus zerrißnen
Wolkenmassen Steigt ins Blau der goldne
Mond Und beglänzt den
Bergesgipfel, Wo die Burgruine
thront. Am bemoosten Turme steh`
ich, Himmelwärts das Ang

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Abendfeier in Venedig

Ave Maria! Meer und
Himmel ruhn, Von allen Türmen hallt
der Glocke Ton. Ave Maria! Laßt vom
ird`schen Tun, Zur Jungfrau betet, zu
der Jungfrau Sohn! Des Himmels Scharen
selber knie

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Der Tod des Tiberius.

Bei Cap Misenum winkt`
ein fürstlich Haus Aus Lorbeerwipfeln
zu des Meeres Küsten, Mit
Säulengängen, Mosaiken, Büsten Und
jedem Prunkgeräth zu Fest und
Schmaus. Oft sah es näc

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Der Tod des Tiberius

Bei Kap Misenum winkt ein
fürstlich Haus aus Lorbeerwipfeln zu
des Meeres Küsten, mit Säulengängen,
Mosaiken, Büsten, und jedem Prunkgerät
zu Fest und Schmaus. Oft sah es
nächtlic

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Ermunterung.

Blick um dich her! Es
redet dir vom Lieben, Was du nur
schaust in aller Höh` und Tiefe; Die
Rose läge still im Moos und
schliefe, Wenn sie die Liebe nicht ans
Licht getrieben.

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Ritornelle von den griechischen Inseln.

Corfu. Auch
Gruftcypressen Trägst du, Corfu, sonst
würde wer hier athmet, Nur Rosen
pflücken und des Grabs
vergessen. Ithaka. Als schroffe
Klippe Im

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Am Waldsee.

Da draußen an der
Halde, Da singt ein Vöglein
frei: Jung Blut, geh` nicht zu
Walde, Im Walde wohnt die Fei. Bei
Tag im Grase funkelt Ihr schuppiger
Schlangenleib!

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Der Page

Da ich nun entsagen
müssen Allem, was mein Herz
erbeten, Laß mich diese Schwelle
küssen, Die dein schöner Fuß
betreten. Darf ich auch als Ritter
nimmer Dir beglü

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Der Page

Da ich nun entsagen
müssen Allen, was mein Herz
erbeten, Laß mich diese Stelle
küssen, Die dein schöner Fuß
betreten. Darf ich auch als Ritter
nimmer Dir beglückt zur

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Daran kranket die Zeit

Daran kranket die Zeit,
daß sie stets mit kleinlichen Mitteln
Spielt und versucht und dabei Großes
zu schaffen vermeint. Niemand wagt den
geradesten Weg; man fügt sich dem
Weltlauf,

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Das ist das alte Lied und Leid...

Das ist das alte Lied und
Leid, daß die Erkenntnis erst
gedeiht, wenn Mut und Kraft
verrauchen; die Jugend kann, das Alter
weiß; du kaufst nur um des Lebens
Preis die Kunst,

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Ehespruch.

Das ist die rechte
Ehe, Wo zweie sind gemeint, Durch
alles Glück und Wehe Zu pilgern treu
vereint: Der eine Stab des andern Und
liebe Last zugleich, Gemeinsam Rast
und

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Das ists, was an der Menschenbrust...

Das ist`s, was an der
Menschenbrust Mich oftmals läßt
verzagen, Daß sie den Kummer wie die
Lust Vergißt in wenig Tagen. Und
ist der Schmerz, um den es weint, Dem
H

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Klage.

Das treibt das Blut mir
heiß in`s Angesicht, Daß, wo ich
schweifen mag im fremden Lande, Ich
hören muß des deutschen Namens
Schande, Und darf nicht sagen, daß man
Lüge spricht,

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Vergänglichkeit

Daß alles uns so rasch
vorübereilet Und sich die Zeit nicht
läßt in Fesseln schlagen, Es war mir
nimmermehr ein Grund zu klagen, Wenn
ich im Kreis der Fröhlichen
verweilet.

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Apologie

Daß ich auch zur
schönen Zeit des Frühlings Morgens
lange stets im Bette säume, Darum
wollt ihr, Freunde, mich verklagen? Tut
es immerhin! Euch hat beim Werden Nicht
die Muse fre

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Prolog zur Friedensfeier.

Den 22. März
1871. Nun hallen fern des Krieges
Donner aus, Und heimwärts zieht, den
Helm mit Laub bekränzt, Mit weh`nden
Fahnen unser glorreich Heer, Das Volk
in Waffen, d

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Fahr wohl.

Den letzten Becher bring`
ich dir, Du schöner, fremder
Strand! Ach, bitter wird das Scheiden
mir, Als wär`s mein Heimatland. Fahr
wohl, fahr wohl! Im Segel ruht Der Wind
und

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Das Mädchen von Paros.

Denkst du des Abends
noch, des hellen, Da mich der Winde
leiser Zug Sanft über die entschlafnen
Wellen An diese stille Küste trug? Da
ich, ermüdet vom Gewühle, Das
drauße

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Sonett.

Der Acker, ewig
umgewühlt vom Pfluge, Erschöpft sich
endlich, gute Frucht zu tragen: So wird
zuletzt nach höchster Blüte Tagen Der
Geist der Völker siech, und lahm im
Fluge.

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Rothenburg.

Der Dichter kommt mit
leichtem Mut gezogen Durch grüne
Triften und durch Korneswogen; Da
steigt vor ihm aus wald`gem
Bergeskranze Ein Schloß empor im
Abendsonnenglanze. Bal

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König Dichter.

Der Dichter steht mit dem
Zauberstab Auf wolkigem
Bergesthrone Und schaut auf Land und
Meer hinab Und blickt in jede
Zone. Für seine Lieder nah und
fern Sucht er den

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Mädchenlied.

Der du am
Sternenbogen Als Erstling kommst
gezogen, Schön vor den Brüdern du, O
sei mit deinem Strale, Gegrüßt sei
tausendmale Lieblicher Bote der
Ruh! Scho

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Gesang des Priesters.

Der du einst in freier
Liebe Dich in unsern Staub
gebannt, Unsrer Brust verworrne
Triebe, Ach, und all ihr Leid
erkannt: Der du selbst in jenen
Tagen Schmecktest der Versuchun

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Der Frühling ist ein starker Held...

Der Frühling ist ein
starker Held, Ein Ritter
sondergleichen, Die rote Ros` im
grünen Feld, Das ist sein Wappen und
Zeichen. Sein Schwert von
Sonnenglanze schwang Er

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Indische Weisheit.

Der Ganges rauscht;
vernimm im Abendroth Die Lehre von der
Wandlung nach dem Tod. Was ist, das
ist von Anfang her gewesen Und wird im
Tod zu neuem Sein genesen. Der
I

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Der Mai ist gekommen...

Der Mai ist gekommen, die
Bäume schlagen aus, Da bleibe, wer
Lust hat, mit Sorgen zu Haus! Wie die
Wolken wandern am himmlischen Zelt, So
steht auch mir der Sinn in die weite,
weite Welt.

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Der Mai ist gekommen

Der Mai ist gekommen, die
Bäume schlagen aus, Da bleibe, wer Lust
hat, mit Sorgen zu Haus; Wie die Wolken
wandern am himmlischen Zelt, So steht
auch mir der Sinn in die weite, weite
Welt.

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Nachtlied.

Der Mond kommt still
gegangen Mit seinem goldnen Schein, Da
schläft in holdem Prangen Die müde
Erde ein. Im Traum die Wipfel
weben, Die Quellen rauschen
sacht;

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Der schnellste Reiter

Der schnellste Reiter ist
der Tod, er überschreitet das
Morgenrot, des Wetters rasches
Blitzen; sein Ross ist fahl und
ungeschirrt, die Sonne schwirrt, der
Pfeil erklirrt und

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Cita mors ruit

Der schnellste Reiter ist
der Tod; Er überreitet das
Morgenrot, Des Wetters rasches
Blitzen; Sein Roß ist fahl und
ungeschirrt, Die Senne schwirrt, der
Pfeil erklirrt Und mu

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Einkehr.

Der Staub ist heiß, die
Sonne glüht, Vom langen Wandern bin
ich müd`; Sieh da, im Schatten der
Linden Muß ich ein Wirtshaus
finden! Gott grüß dich, schöne
Kellnerin!

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An Ada

Der Wald wird dichter mit
jedem Schritt; Kein Pfad mehr, kein
Steig! Nur die Quelle rieselt
mit Durch Farrenkraut und
Brombeergezweig; Ach, und unter den
Eichenbäumen Das Gra

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Eiserne Zeit.

Dezember 1865. Unterm
alten Eichenbaum, Wo das Volk ihm
lauscht im Kreise, Dumpf, gleichwie aus
bangem Traum, Singt der Spielmann seine
Weise: Haltet Mut und Schwert b

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Harr aus.

Dezember 1867. Es
stürmt im rauhen Kleid von
Eisen Beschwingten Schritts dahin die
Zeit, Kaum, daß sie dir und deinen
Weisen Ein Ohr noch leiht. Umbraust
von

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Der Ungenannten

Die du den Blick mir
zugewandt voll Güte, Da mich die
andern in den höfisch
glatten, Prunkvollen Sälen stolz
vergessen hatten, Wie dank` ich deinem
freundlichen Gemüte! D

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Die Sehnsucht des Weltweisen.

Die fernen Flöten hör`
ich schallen, Der Feierhymnus wogt
darein; Es wälzt sich zu des Tempels
Hallen Des Volkes Strom im
Morgenschein, Der Knaben rothe Fackeln
stralen Auf

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Die Freuden, die rosigen Tänzerinnen

Die Freuden, die rosigen
Tänzerinnen, Mit Kränzen und Fackeln,
mit Spiel und Gesang, Wie fliehn sie auf
schimmernden Sohlen von hinnen! Aber der
Kummer hat schleichenden Gang. V

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Memento mori.

Die ihr den Geist zu
fernen Bahnen lenket Und nächtlich
sinnt bis zu des Tags
Erröten, Vergeßt nicht, daß ein
andres noch vonnöten, Und daß des
Lebens Sold euch nicht
geschenket.

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Ostermorgen

Die Lerche stieg am
Ostermorgen empor ins klarste
Luftgebiet und schmettert` hoch im Blau
verborgen ein freudig
Auferstehungslied. Und wie sie
schmetterte, da klangen es tause

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Ostermorgen

Die Lerche stieg am
Ostermorgen Empor ins klarste
Luftgebiet Und schmettert`, hoch im Blau
verborgen, Ein freudig
Auferstehungslied, Und wie sie
schmetterte, da klangen Es tausend

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Volkers Nachtgesang.

Die lichten Sterne
funkeln Hernieder kalt und stumm; Von
Waffen klirrt`s im Dunkeln, Der Tod
schleicht draußen um. Schweb` hoch
hinauf mein Geigenklang, Durchbrich die
Nacht

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Die Liebe saß als Nachtigall

Die Liebe saß als
Nachtigall im Rosenbusch und sang; es
flog der wundersüße Schall den grünen
Wald entlang. Und wie er klang, da
stieg im Kreis aus tausend Kelchen
Duft,

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Romanze.

Die mit dem Reiz der
braunen Glieder Im Tanz bezaubert jeden
Sinn, Sie schwingt das Tamburin nicht
wieder, Flamenca, die
Zigeunerin. Sie trug das Haar im
Purpurnetze,

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Reue

Die Nacht war schwarz,
die Luft war schwül, Ich fand nicht
Schlaf auf meinem Pfühl, Mein Sinn
ward trüb und trüber; Da schritten
die Tage der alten Zeit Zu langem,
langem Zug ger

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Der Husar.

Die Schlacht ist aus,
zersprengt des Feindes Scharen, Ein
schwarzes Bahrtuch sinkt die Nacht
hernieder, Da lagern rings ums Feuer
die Husaren Und wärmen ihre
kampfesmüden Glieder.

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Lied

Die Sonne brannte heiß
am Tage, Nun wird es auf den Abend
kühl; Die Wolken ziehn in dunkler
Lage, Und durch die Luft weht
Harfenspiel. Mir ist so eigen, ist so
trübe; Mein

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Die Sonn hebt an vom Wolkenzelt...

Die Sonn` hebt an vom
Wolkenzelt Verstohlnen Glanz zu
schießen; Da gibt es rings in Wald und
Feld Ein Rauschen, Rieseln,
Fließen. Das Eis zergeht, der Schnee
zerrinnt,

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Die stille Wasserrose...

Die stille
Wasserrose Steigt aus dem blauen
See, Die feuchten Blätter
zittern, Der Kelch ist weiß wie
Schnee. Da gießt der Mond vom
Himmel All seinen goldnen Schein

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Sanssouci.

Dies ist der Königspark.
Rings Bäume, Blumen, Vasen! Sieh, wie
ins Muschelhorn die Steintritonen
blasen! Die Nymphe spiegelt klar sich
in des Beckens Schoß: Sieh hier der
Flora Bild in h

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Drei Bitten

Drei Bitten hab` ich für
des Himmels Ohr, Die send` ich täglich
früh und spät empor: Zum ersten, daß
der Liebe reiner Born Mir nie versieg`
in Ungeduld und Zorn; Zum zweiten,
da

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Blauer Himmel.

Du Aetherblau, von
sel`gem Licht getränkt, Durchsichtge
Tiefe, drein der Blick sich senkt, Bis
er geblendet taumelt, Abgrund
du, Unendlicher, der Heiterkeit und
Ruh, Wie schafft dei

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Du bist so still, so sanft, so sinnig...

Du bist so still, so
sanft, so sinnig, Und schau` ich dir
ins Angesicht, Da leuchtet mir
verständnisinnig Der dunkeln Augen
frommes Licht. Nicht Worte gibst du
dem Gefühle,

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Im April

Du feuchter
Frühlingsabend, Wie hab` ich dich so
gern! Der Himmel wolkenverhangen, Nur
hie und da ein Stern. Wie leiser
Liebesodem Hauchet so lau die Luft, Es

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Du feuchter Frühlingsabend

Du feuchter
Frühlingsabend, wie hab’ ich dich so
gern! Der Himmel wolkenverhangen, nur
hie und da ein Stern. Ein leiser
Liebesodem hauchet so lau die
Luft, e

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Du feuchter Frühlingsabend

Du feuchter
Frühlingsabend, wie hab` ich dich so
gern! Der Himmel wolkenverhangen, nur
hie und da ein Stern. Ein leiser
Liebesodem hauchet so lau die Luft, es
steigt

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Im April

Du feuchter
Frühlingsabend, Wie hab` ich dich so
gern! Der Himmel wolkenverhangen, Nur
hie und da ein Stern. Wie leiser
Liebesodem Hauchet so lau die Luft, Es
steiget

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Du fragst mich, du mein blondes Lieb...

Du fragst mich, du mein
blondes Lieb, Warum so stumm mein
Mund? Weil mir die Liebe
sitzet, Heimlich sitzet Im
Herzensgrund. Kann denn die Flamme
singen, Wenn si

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Antwort

Du fragst mich, liebe
Kleine, Warum ich sing` und weine, Du
fragest, was mich schmerzt? Ich habe
den Lenz versäumet, Ich habe die
Jugend verträumet, Ich habe die Liebe
versc

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Vom Beten.

Du sagst, du magst nicht
beten, denn es sei Doch alles
vorbestimmt. – Wie? Ist dein
Gott Denn schon gestorben, seine
heil`ge Vorsicht Ein bloßes Uhrwerk,
das an Fäden schnurrt, D

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Die Lachswehr.

Du stiller Garten, der
den schattigen Ulmengang Im blauen
Flusse spiegelt, wo zur
Frühlingszeit Die Nachtigall ihr
tönend Nest am Wasser baut, Wie lieb`
ich dich! Und immer, wenn zur
Vate

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Verwünschung

Du willst dich nicht bei
unsrem Feste zeigen, Wo auf dem Rasen
unter grünen Bäumen Gitarren klingen
und Pokale schäumen Und Reb` und Rose
sich zum Kranz verzweigen. Du
fli

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Fausts Jugendgesang.

Durch Klippen, die im
Frühroth baden, Durch schwarzer
Thäler Einsamkeit Hinzieh` ich auf
entlegnen Pfaden, Und Geister nur sind
mein Geleit. Mein Herz, das im Gewühl
verdorrte,

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Mittsommernacht.

Durchs Gewölk die Sterne
lauschen, Und der Lilie Duft
erwacht; Willst du mich, wie sonst,
berauschen, Dunkelschwüle
Sommernacht? Deiner Elfen Schwärme
kreisen Locke

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Deutschland.

Ein Jahr lang rangest du
in bittern Wehen Gleich einem Weibe,
das da will gebären, Hinströmen sah
ich deine blut`gen Zähren, Und deine
Seufzer, Deutschland, hört` ich
gehen.

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Schmetterling.

Ein Wetterfähnlein ist
mein Sinn, Er schwankt und wankt im
Lieben, Er dreht sich her und dreht
sich hin Von jedem Wind getrieben. Ich
weiß nicht, ist`s mit mir
allein, Mag`s

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Einst geschiehts.

Einst geschieht`s, da
wird die Schmach Seines Volks der Herr
zerbrechen; Der auf Leipzigs Feldern
sprach, Wird im Donner wieder
sprechen. Dann, o Deutschland, sei
getrost!

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Entschwunden

Einstmals hab ich ein
Lied gewußt, Einst, in goldenen
Stunden, Sang ich`s, da ich ein Kind
noch war, Aber mir ist`s
entschwunden. Lieblich schwebte die
Weise hin, wei

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Die Kinder schlummern

Einstmals hab ich ein
Lied gewußt, Einst, in goldenen
Stunden, Sang ich’s, da ich ein Kind
noch war, Aber mir ist’s
entschwunden. Lieblich schwebte die
Weise hin, weich w

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Entschwunden

Einstmals hab ich ein
Lied gewußt, Einst, in goldenen
Stunden, Sang ich`s, da ich ein Kind
noch war, Aber mir ist`s
entschwunden. Lieblich schwebte die
Weise hin, weich wie

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Pergolese.

Endlich ist das Werk
vollendet, Und der fromme Meister
sendet Seinen Dank zu Gottes Thron; Da
erbraust in mächt`gen Wogen Durch des
Domes stolze Bogen Schon Gesang und
Orgelt

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Entreiß dein Herz

Entreiß dein Herz dem
Sturm der Sinne, Der Wünsche treulos
schwankend Spiel, Dem dunklen Drange
seiner Minne, Gib ihm ein
unvergänglich Ziel, Auf daß es los
vom Augenblicke,

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Judas Ischarioth.

Er ist es! Jede Stunde
lehrt: er ist`s! Die Flut gehorcht ihm,
und der Feigenbaum Verdorrt auf sein
Gebot. Kein Geist der Plage, Des
Siechthums ist, den er nicht
bändigte: Die Stumm

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Eine Seeräubergeschichte.

Erzählung eines alten
Steuermanns. Wir hatten Öl geladen
und Korinthen Und segelten vergnügt
mit unsrer Fracht Von Malta auf
Gibraltar, Jochen Schütt, Der
lüb`sche Kapit

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Palmsonntagmorgen.

Es fiel ein Thau vom
Himmel himmlisch mild, Der alle
Pflanzen bis zur Wurzel stillt: Laß
dein Sehnen, Laß die Thränen! Es
fiel ein Thau, der alles Dürsten
stillt.

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Das Zauberschloß

Es gibt ein
Königsschloß in alten Sagen, Durch
Zauberbann in wüsten Schutt
zerfallen, Doch wenn die rechten
Lösungsworte schallen, So steigt`s
empor wie in der Vorzeit Tagen.

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Minnelied.

Es gibt wohl manches, was
entzücket, Es gibt wohl vieles, was
gefällt; Der Mai, der sich mit Blumen
schmücket, Die güldne Sonn` im blauen
Zelt. Doch weiß ich eins, das schafft
m

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Es ist das Glück ein flüchtig Ding...

Es ist das Glück ein
flüchtig Ding, Und war`s zu allen
Tagen; Und jagtest du um der Erde
Ring, Du möchtest es nicht
erjagen. Leg dich lieber ins Gras
voll Duft Und

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Ludwig Uhland.

Es ist ein hoher Baum
gefallen, Ein Baum im deutschen
Dichterwald; Ein Sänger schied, getreu
vor allen, Von denen deutsches Lied
erschallt. Wie stand mit seinem
keuschen Psalter

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Der Hidalgo

Es ist so süß zu
scherzen Mit Liedern und mit Herzen Und
mit den ernsten Streit! Erglänzt des
Mondes Schimmer, Da treibt`s mich fort
vom Zimmer, Durch Platz und Gassen
weit;

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Der Hidalgo

Es ist so süß, zu
scherzen Mit Liedern und mit
Herzen Und mit dem ernsten
Streit. Erglänzt des Mondes
Schimmer, Da treibt`s mich fort vom
Zimmer Durch Platz und Gassen
weit

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An Hermann Kretzschmar, den Maler.

Es nahn und fliehn die
wechselnden Gestalten, Und was wir kaum
im Herzen lieb gewannen, Die Ferne
führt es neidisch uns von dannen, Im
Lauf der Stunden muß es rasch
veralten.

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Mythus vom Dampf

Es ruht auf klarem
Perlenthrone Die Meerfei im
Krystallpallast, Der Feuergeist mit
güldner Krone Durchschweift die Lüfte
sonder Rast; Sie meiden sich mit
finsterm Grollen, S

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Meiden.

Es schleicht ein zehrend
Feuer Durch mein Gebein; Mein Schatt`
ist mir nicht treuer Wie diese
Pein. Ich höre die Stunden
ziehen Trüben Gesichts; Sie kommen,
weilen, f

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An Georg Herwegh

Es scholl dein Lied mir
in das Ohr So schwertesscharf, so
glockentönig, Als wär` aus seiner
Gruft empor Gewallt ein alter
Dichterkönig. Und doch! Ich weis` es
nicht von mir, Ich

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Es stand ein Veilchenstrauß an meinem Bette...

Es stand ein
Veilchenstrauß an meinem Bette, Der
duftete mir zu gar süßen Traum: Ich
lag am Abhang einer Hügelkette, Und
überblüht von Veilchen war der
Raum; So viele wuchsen n

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Lieder als Intermezzo XVIII.

Es stand ein
Veilchenstrauß an meinem Bette, Der
duftete mir zu gar süßen Traum: Ich
lag am Abhang einer Hügelkette, Und
überblüht von Veilchen war der
Raum: So viele wuchsen nie a

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Des Woiewoden Tochter

Es steht im Wald, im
tiefen Wald Das Haus des
Woiewoden; Eiszapfen hangen am Dache
kalt, Und Schnee bedeckt den
Boden. Das Fräulein sitzt am Herd
und spinnt Zu ihrem

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Des Woiewoden Tochter

Es steht im Wald, im
tiefen Wald Das Haus des
Woiewoden; Eiszapfen hangen am Dache
kalt, Und Schnee bedeckt den Boden. Das
Fräulein sitzt am Herd und spinnt Zu
ihrem Hochze

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Unruhiger Sinn

Es treibt mich stets ein
wechselndes Verlangen: Bald möcht` ich
unter meiner Heimat Linden Am eignen
Herd ein schattig Plätzchen finden, Um
dort zu rasten ohne Wunsch und
Bangen;

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Letzter Gruß.

Fahrwohl, fahrwohl! Du
ziehst von hinnen, Und all mein Glück
zieht mit dir fort; Doch sahst du keine
Thräne rinnen, Und diese Lippe sprach
kein Wort; Fahrwohl, fahrwohl! Du
ahnest

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An Georg Herwegh.

Februar 1842. Es
scholl dein Lied mir in das Ohr So
schwertesscharf, so glockentönig, Als
wär` aus seiner Gruft empor Gewallt
ein alter Dichterkönig. Und doch! Ich

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Der Zigeunerbube im Norden

Fern im Süd das schöne
Spanien, Spanien ist mein
Heimatland, Wo die schattigen
Kastanien Rauschen an des Ebro
Strand, Wo die Mandeln rötlich
blühen, Wo die heiße Traube w

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Das Lied vom Reiche.

Frisch auf und
unverdrossen, Wie grimm die Welt auch
tut! Die zwei sind dir Genossen, Dein
Gott und deutscher Mut. Ob`s Herz
schier bricht, Verzage nicht, Die
Zähne be

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Deutsche Wanderschaft.

Frühling 1868. Der
Wald steht in Blüte, die wilden
Schwäne ziehn, Mir klingt`s im Gemüte
wie Wandermelodien; Zum Stab muß ich
greifen, leb wohl, altes Haus! Und
singend

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Gebt mir vom Becher nur den Schaum...

Gebt mir vom Becher nur
den Schaum, Den leichten Schaum der
Reben! Gebt nur einen flüchtigen
Liebestraum Mir für dies flüchtige
Leben! Den vollen Zug, das sichre
Gut,

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Goldne Brücken...

Goldne Brücken
seien Alle Lieder mir, Drauf die Liebe
wandelt, Süßes Kind, zu dir. Und
des Traumes Flügel Soll in Lust und
Schmerz Jede Nacht mich tragen

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Herakles auf dem Oeta.

Halt aus! Und ob`s wie
fressend Feuer auch Bis an`s Gebein dir
zehrt: dies ist das letzte, Was du zu
dulden hast, halt aus mein Herz! In
Qualen noch des Todes preis` ich
dich,

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Am Jahresschlusse.

Hast du endlich
allverständlich, Schicksal, deinen
Spruch getan, Und wie Frühlingsbrausen
endlich Weht`s das deutsche Leben
an? Ja, der Bannfluch ist
gebrochen, Der beklemme

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Gesang der Prätorianer.

Heil dem Gewalt`gen, Heil
dem Kaiser, Dem Herrn im blut`gen
Kriegsgezelt! Er gibt uns Gold und
Lorbeerreiser, Wir geben ihm dafür die
Welt. Denn scheu vor unsrer Adler
Blitzen

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Herab von den Bergen zum Tale...

Herab von den Bergen zum
Tale, Vom Tal zu den Höhen hinan, So
zieh` ich wohl tausendmale, Der
Frühling zieht mir voran. Der Strom
im Morgenrote Lockt blinkend das
Uf

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Herbstlich sonnige Tage

Herbstlich sonnige
Tage, mir beschieden zur Lust, euch
mit leiserem Schlage grüßt die
atmende Brust. O wie waltet die
Stunde nun in seliger Ruh’! Jede
schme

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Herbstlich sonnige Tage

Herbstlich sonnige
Tage, mir beschieden zur Lust, euch mit
leiserem Schlage grüßt die atmende
Brust. O wie waltet die Stunde nun in
seliger Ruh`! Jede schmerzende Wu

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Herr Walther.

Herr Walther lag im
Zauberthurm In der Waldfrau
schneeweißem Arm; – Frau Mechthild
klagte bei tiefer Nacht Ihres Herzens
bittern Harm. Sie saß auf ihrem
verwittweten Bett

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Herr, in dieser Zeit...

Herr, in dieser Zeit
Gewog, Da die Stürme rastlos
schnauben, Wahr, o wahre mir den
Glauben, Der noch nimmer mich
betrog: Der noch sieht in Nacht und
Fluch Eine Spur von Dein

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Herz, was willst du...

Herz, was willst du?
Warum schwillst du? Was bewegt dich so
mit Macht? War dies Bangen und
Verlangen Denn nicht längst zur Ruh`
gebracht? Was vor Jahren du
erfahren,

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Der Aether.

Hoher Aether, hoher
Aether, Gestern sonnig, heut mit
sanften Schatten meine Schläfe
kühlend, O wie preis` ich deine
Wunder! Wie ein Vater ruhig
heiter Trägst am Busen du de

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Neugriechische Volkslieder.

I. Das Mädchen im
Hades. O wie glücklich sind die
grünen Felder, O wie glücklich sind
die hohen Berge, Welche nimmermehr den
Hades schauen! Kommt der Winter, deckt
er si

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Distichen aus Griechenland.

I. Die du die Burg dort
oben bewohnst, blauäugige
Pallas, Schau mit segnendem Blick auch
auf den Sänger herab! Zwar mir zeigte
sich Eros geneigt, und der rosige
Bakchos Blickt` au

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Elegien.

I. Im Weinmonde des
Jahrs, da man achtzehnhundert und
fünfzehn Schrieb und des Leipziger
Siegs Feier zum andern beging, Ward ich
geboren zur Welt in mitternächtiger
Stunde. Klar d

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Für Schleswig-Holstein.

I. Deutschland, die
Witib, saß im Trauerkleide Und ihre
Stimme war von Stöhnen heiser, Da man
sie schied von ihrem Herrn und
Kaiser, Dem sie verschworen war mit
teurem Eide

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Lieder aus alter und neuer Zeit.

I. Durch die wolkige
Maiennacht Geht ein leises
Schallen, Wie im Wald die Tropfen
sacht Auf die Blätter fallen. Welch
ein ahnungsreicher Duft Quillt
au

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Mädchenlieder.

I. In meinem Garten
die Nelken Mit ihrem
Purpurstern Müssen nun alle
verwelken, Denn du bist fern. Auf
meinem Herde die Flammen, Die ich
bewacht so ger

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Im Grafenschlosse.

I. Sie waren alle in
den Forst hinaus, Den Hirsch mit
Büchs` und Messer zu erlegen; Ich saß
allein im alten Grafenhaus, Und harrt`
im Saal der Jägerschar
entgegen.

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Distichen.

I. Tageszeiten der
Kunst. Dreifach sind in der Kunst wie
im Leben die Stufen der Schönheit; Geh
zum Garten, im Bild zeigt sie die Rose
dir an. Keusch in sich

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Erinnerungen aus Griechenland.

I. Zu dem schönen
Griechenvolke Übers blaue
Mittelmeer Schifft` in dichter
Schwalbenwolke Wonnevoll der März
daher. Am Hymettus blühn die
Wiesen, Un

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Der Contrabandiste

Ich bin der
Contrabandiste, Weiß wohl Respekt mir
zu schaffen. Allen zu trotzen, ich
weiß es, Furcht nur, die hab’ ich
vor keinem. Drum nur lustig, nur
lustig! Wer

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Der Contrabandiste

Ich bin der
Contrabandiste, Weiß wohl Respekt mir
zu schaffen. Allen zu trotzen, ich weiß
es, Furcht nur, die hab` ich vor
keinem. Drum nur lustig, nur
lustig! Wer kauft S

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Krokodilromanze

Ich bin ein altes
Krokodil Und sah schon die
Osirisfeier; Bei Tage sonn ich mich im
Nil, Bei Nacht am Strande leg ich
Eier. Ich weiß mit listgem
Wehgekreisch Mir stet

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Krokodilromanze

Ich bin ein altes
Krokodil Und sah schon die
Osirisfeier; Bei Tage sonn ich mich im
Nil, Bei Nacht am Strande leg ich
Eier. Ich weiß mit listgem
Wehgekreisch Mir stets die

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Der Knabe mit dem Wunderhorn

Ich bin ein lust`ger
Geselle, Wer könnt auf Erden
fröhlicher sein! Mein Rößlein so
helle, Das trägt mich mit
Windesschnelle Ins blühende Leben
hinein! Es tönt an mein

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Sehnsucht.

Ich blick` in mein Herz
und ich blick` in die Welt, Bis vom
Auge die brennende Träne mir
fällt; Wohl leuchtet die Ferne mit
goldenem Licht, Doch hält mich der
Nord, ich erreiche sie nich

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Lied. (II)

Ich habe wohl in jungen
Tagen Mich stark in mir geglaubt und
fest, Und keck der Sorgen mich
entschlagen, Sah ich den Vogel baun
sein Nest. Doch kommt die Zeit, wo auch
den Sänger

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Gesicht im Walde.

Ich hatte mich verirrt im
tiefsten Wald, Schwarz war die Nacht,
unheimlich troff der Regen, Der Sturm
ging in den Wipfeln wild und kalt. Da
sah ich plötzlich unfern meinen
Wegen

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Von Dingen, die man nicht antasten soll

Ich hatt` ein Bildnis
wunderfein, Mit zarten Farben
ausgemalt, Das hat mit seinem bunten
Schein Gar lieb ins Auge mir
gestrahlt; Ich hielt es ganz für mich
allein, Und wo ich

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Im Weinberg

Ich hatt` im Weinberg
jüngst zu tun, Da fand ich in
Gedanken Meinen langen Magister
ruhn Mitten unter den
Ranken. Schmunzelt` er süß und
streckte sich faul, Schaut`

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Epigonen.

Ich kam in einen grünen
Hain, Viel Eichen standen in der
Runde, Durch die gewölbte
Laubrotunde Floß goldner Sonnenglanz
herein; Da streckt` ich mich ins Gras
zur Ruh` Und s

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Der arme Taugenichts.

Ich kann wahrhaftig doch
nichts dafür, Daß schief mir die Nas`
im Gesichte steht, Und daß sich`s
leichter zur Schenkentür Als hinter
dem Pflug auf dem Felde geht, Und daß
mir be

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Ich möchte sterben wie der Schwan...

Ich möchte sterben wie
der Schwan, Der, langsam rudernd mit
den Schwingen Auf seiner blauen
Wasserbahn Die Seele löst in leisem
Singen. Und starb er, wenn der Abend
schied

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Aus Griechenland.

Ich saß im
Abendschein Auf Naxos
Traubenklippe; Der Krug mit dunklem
Wein Erfrischte meine Lippe. Da sah
ich, wie im Thal Mit Frucht und
Silberblüten Die Gär

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Herbstnacht.

Ich schreit` hinan die
Waldesbahn In Finsterniß und
Schweigen, Da kommt ein Sausen dumpf
heran, Da rührt sich`s in den
Zweigen, Der Geist der Nacht ist
aufgewacht, Er singt

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Der Ritter vom Rheine.

Ich weiß einen Helden
von seltener Art, So stark und so zart,
so stark und so zart; Das ist die Blume
der Ritterschaft, Das ist der erste an
Milde und Kraft, So weit auf des
Vaterla

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Eros, der Schenk.

Ich wähle mir den
Liebesgott zum Schenken, Er füllt den
Becher mir aus Zauberkrügen Und weiß
das Herz in seliges Genügen, Den Sinn
in süßen Taumel zu versenken. Auch
l

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Der letzte Skalde.

Im Föhrenwalde ging der
Sturm, Mitternacht war die Stunde, Da
trat in des alten Sängers Turm Der
Knab` mit trüber Kunde: »Hört auf
mit dem Lesen nun, Herr Skiold,

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Mittagszauber.

Im Garten wandelt hohe
Mittagszeit, Der Rasen glänzt, die
Wipfel schatten breit; Von oben sieht,
getaucht in Sonnenschein Und leuchtend
Blau, der alte Dom herein. Am
Birnbau

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Mittagszauber

Im Garten wandelt hohe
Mittagszeit, der Rasen glänzt, die
Wipfel schatten breit; von oben sieht,
getaucht in Sonnenschein und leuchtend
Blau, der alte Dom herein. Am Birnbaum
sit

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Um Mitternacht

Im Saal
gedankenvoll Saß ich bei
Lampenschein; Durch`s offne Fenster
quoll Die Sommernacht herein. Dein
Bild, von treuer Hand Geschmückt mit
frischem Kranz, S

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Von des Kaisers Bart.

Im Schank zur goldnen
Traube, Da saßen im Monat Mai In
blühender Rosenlaube Guter Gesellen
drei. Ein frischer Bursch war
jeder, Der erst` am Gurt das
Horn, De

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Zigeunerleben

Im Schatten des Waldes,
im Buchengezweig, Da regt sich`s und
raschelt`s und flüstert zugleich; Es
flackern die Flammen, es gaukelt der
Schein Um bunte Gestalten, um Laub und
Gestein.

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Im Wald, im hellen Sonnenschein...

Im Wald, im hellen
Sonnenschein, Wenn alle Knospen
springen, Da mag ich gerne
mittendrein Eins singen. Wie mir
zumut in Leid und Lust, Im Wachen und
im Träumen,

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In den mondverklärten Lüften...

In den mondverklärten
Lüften Welch ein Zauber süß und
fremd, Nun ein Strom von
Blütendüften Markt und Gassen
überschwemmt! Fern vom Fluß aus
Busch und Flieder

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Nachruf.

In diesen Zimmern hast du
jüngst gewohnt, Die Treppen hat dein
schöner Fuß betreten, Durch diese
Wipfel schautest du den Mond Und sahst
den Sommer blühn auf diesen
Beeten.

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Waldmärchen.

In einer Waldschlucht
finster, Wo heimlich baut der
Fuchs, Wo Farrenkraut und Ginster Sich
rankt in üpp`gem Wuchs, Lag ich, vom
Grün umwoben, An einem dunklen
Bach; E

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Die Küsse

In Saloniki war es
nicht, Nicht war`s im schmucken
Städtchen, Im am Wlachenland
liebt` Ich einer Witwe
Mädchen. Jetzt schmückte, Mutter,
schmück` das Haus, Und sch

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Sommer im Süden.

In Teppichzelten, die zum
Schlummer taugen, Am Spiele der
Gedanken sich vergnügen, Dazwischen
dann und wann in langen Zügen Den
kühlen Rauch der Wasserpfeife
saugen, Bald

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Omar

Inmitten seiner
Turbankrieger, Die Stirne voll
Gewitterschein, Zog Omar, der Kalif, als
Sieger Ins Tor der Ptolemäer
ein. Umrauscht von Mekkas
Halbmondbannern, Ritt langsam er
dah

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Ins Unendliche strebt

Ins Unendliche strebt
sich die Bildung der Zeit zu erweitern,
Aber dem breiteren Strom droht die
Verflachung bereits. Fülle die Jugend
mit würdigem Stoff und in froher
Begeistrung

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Zigeunerliedchen II

Jeden Morgen, in der
Frühe, Wenn mich weckt das
Tageslicht, Mit dem Wasser meiner
Augen Wasch’ ich dann mein
Angesicht. Wo die Berge hoch sich
türmen An dem Saum d

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Zigeunerliedchen II

Jeden Morgen, in der
Frühe, Wenn mich weckt das
Tageslicht, Mit dem Wasser meiner
Augen Wasch` ich dann mein
Angesicht. Wo die Berge hoch sich
türmen An dem Saum des Himme

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Alte Poeten

Jetzt erst erkenn` ich
euren Wert, ihr Alten, Seit ich auf
eurem heil`gen Boden schreite; Lebendig
wandelt ihr mir nun zur Seite, Ein
hoher Chor befreundeter
Gestalten. Nun l

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Kriegslied.

Juli 1870. Empor mein
Volk! Das Schwert zur Hand! Und brich
hervor in Haufen! Vom heil`gen Zorn ums
Vaterland Mit Feuer laß dich
taufen! Der Erbfeind beut dir
Schmach

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Ein Psalm wider Babel.

Juli 1870. Nun ist
geschürzt vom Bösen Der Knoten also
fein, Kein Rat mehr kann ihn
lösen, Er muß zerhauen sein. Ihr
habt verworfen den Frieden, Den

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Komm herein

Komm herein, o Nacht und
kühle Diese Gluten, diesen
Schmerz! Aus dem Wirrsal der
Gefühle Wie errett´ich nur mein
Herz? Wo wir einst so glücklich
waren, Hab´ich wi

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Frühlingsoffenbarung.

Kommt her zum
Frühlingswald, ihr Glaubenslosen! Das
ist ein Dom, drin pred`gen tausend
Zungen; Seht diese blüh`nden Säulen,
diese Rosen, Die lichte Wölbung, Grün
in Grün verschlungen!

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Kornblumen flecht ich dir zum Kranz...

Kornblumen flecht` ich
dir zum Kranz Ins blonde
Lockenhaar. Wie leuchtet doch der blaue
Glanz Auf goldnem Grund so klar! Der
blaue Kranz ist meine Lust; Er sagt mir
st

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Lied des Mädchens

Laß schlafen mich und
träumen, Was hab` ich zu
versäumen In dieser Einsamkeit! Der
Reif bedeckt den Garten, Mein Dasein
ist ein Warten Auf Liebe nur und
Lenzeszeit.

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Abschied.

Leb wohl, leb wohl, mein
Kind, und keine Klage! Noch einen Kuß,
noch eine Neige Wein! So licht und
freundlich waren diese Tage, Laß
freundlich auch den Abschied
sein. Sieh,

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An König Wilhelm.

Lübeck, den 13.
September 1868. Mit festlich tiefem
Frühgeläute Begrüßt dich bei des
Morgens Strahl, Begrüßt, o Herr, in
Ehrfurcht heute Dich unsre Stadt zum
erstenmal

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Höchstädt.

Marlbrough zieht aus zum
Kriege, Die Fahnen läßt er wehn; Da
reicht zu Kampf und Siege Die Hand ihm
Prinz Eugen. Sie mustern ihre
Truppen Bei Höchstädt auf dem
Pla

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Das Mädchen vom Don.

Mein Freund Gregor, mit
dem ich manchen Tag Verschwärmt einst
zu Athen, wo damals er, Der nordischen
Gesandtschaft zugesellt, Bei müß`ger
Zeit mit mir die Alten las, Besuchte
letz

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Mein Herz ist schwer

Mein Herz ist schwer,
mein Auge wacht, Der Wind fährt
seufzend durch die Nacht; Die Wipfel
rauschen weit und breit, Sie rauschen
von vergangner Zeit. Sie rauschen von
vergan

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Mein Herz ist schwer

Mein Herz ist schwer,
mein Auge wacht, Der Wind fährt
seufzend durch die Nacht; Die Wipfel
rauschen weit und breit, Sie rauschen
von vergangner Zeit. Sie rauschen von
vergangner

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Letzte Sühne

Meiner Jugend Liebe
du, Bild voll Lust und
Schmerzen, Gehst du wieder auf in
Ruh Ueber meinem Herzen? Ach nicht
ewig kann die Brust Schuld um Schuld
ermessen, E

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Historische Studien.

Mephistopheles. Wie,
Fauste, find` ich hier im Wald Dich
über deinen Büchern
hocken? Verschleppst du die gelahrten
Brocken Jetzt gar in diesen
Frühlingsaufenthalt?

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Aus dem Walde

Mit dem alten Förster
heut bin ich durch den Wald
gegangen, während hell im
Festgeläut` aus dem Dorf die Glocken
klangen. Golden floß ins Laub der
Tag, Vöglein sa

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Aus dem Walde

Mit dem alten Förster
heut bin ich durch den Wald
gegangen, während hell im
Festgeläut` aus dem Dorf die Glocken
klangen. Golden floß ins Laub der
Tag, Vöglein sangen G

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Frühlingslied

Mit geheimnisvollen
Düften Grüßt vom Hang der Wald mich
schon, Über mir in hohen
Lüften Schwebt der erste
Lerchenton. In den süßen Laut
versunken Wall` ich hin durchs

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Liebesleben

Märchen dämmern
herauf, Reizende Märchen. Kennst
du die Sage? Durchs Blau der
Mondnacht Wolkenvorüber Rauscht der
Greif. Schwebend trägt er Die
Sultansk

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Genesung

Nach dumpfer
Schwüle Was mir so frisch Mit
unsichtbarem Fittig Die Stirne
rührt, Bist du`s
endlich Himmelstochter
Genesung? Leise sinkt`s wie
Gewölk Z

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Nach Sonnenrast.

Nach Sonnenrast, wenn
unter Schauern Das Thal versank in
Dämmerschein, Da ist mir`s oft, als
ging` ein Trauern Durch Berg und Flur,
durch Baum und Stein; Als säh`n mit
brü

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Schwerer Abschied.

Niemals werd` ich das
vergessen, Wie dein Arm mich noch
umfing, Jedes Wort beim bangen
Pressen Dir in Thränen
unterging. Ach, wir lernten erst im
Scheiden Unsre Liebe ganz ve

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Platens Vermächtnis.

Noch schweift der
kräft`ge Geist auf fernen Bahnen Und
rasch durch diese Adern pocht das
Leben; Doch Stimmen gibt`s, geheime,
deren Mahnen Das Herz umsonst sich
müht zu widerstreben,

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Nordostwind hatten wir...

Nordostwind hatten wir,
die See ging hoch; Die Wogen rollten an
mit schäum`gem Kamme Und spritzten
gischend aus am Hafendamme, Der Tag sah
durch Gewölk, das flatternd
zog.

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Nun die Schatten..

Nun die Schatten
dunkeln, Stern an Stern erwacht: Welch
ein Hauch der Sehnsucht flutet durch
die Nacht! Durch das Meer der
Träume steuert ohne Ruh, steuert
mei

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Für Musik

Nun die Schatten
dunkeln, Stern an Stern erwacht: Welch
ein Hauch der Sehnsucht Flutet in der
Nacht! Durch das Meer der
Träume Steuert ohne Ruh`, Steuert meine
Seele

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Auf dem See.

Nun fließt die Welt in
kühlem Mondenlicht, Die Berge sind im
weißen Duft versunken; Der See, der
leis` um meinen Kahn sich
bricht, Spielt fern hinaus in irren
Silberfunken, Doch s

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Gudruns Klage.

Nun geht in grauer
Frühe Der scharfe Märzenwind, Und
meiner Qual und Mühe Ein neuer Tag
beginnt. Ich wall` hinab zum
Strande Durch Reif` und Dornen hin, Zu
waschen d

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Die Windsbraut.

Nun ist der Frühling
kommen in`s Land So wonnig geht sein
Hauch: Es schlägt die junge
Nachtigall Im blühenden
Fliederstrauch. Sie schlägt so
süß, sie singt so trüb

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Nun ist der letzte Tag erschienen...

Nun ist der letzte Tag
erschienen Und sonnig blickt er in das
Tal. Der Wald scheint tiefer heut zu
grünen Und Blumen duften ohne
Zahl, Es wogt das Korn in goldnen
Ähren, Die

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Nun kommt die Nacht am Himmelszelt...

Nun kommt die Nacht am
Himmelszelt, Der Pfad wird schwarz und
still die Welt, Die müden Füße
schwanken; Das Mühlrad wogt in Schaum
und Flut, Mein Herz, das wogt in
Liebesglut

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Im Gebirg

Nun rauscht im
Morgenwinde sacht, So Busch als
Waldrevier! So rauscht meine Sehnsucht
Tag und Nacht, Rauscht immerdar nach
dir. Du merkst es nicht, du bist so
weit, Ke

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Nun ringt bei Frühlingswettern...

Nun ringt bei
Frühlingswettern Sich aus der Erde
Schoß In Blume, Blüt` und
Blättern Die alte Sehnsucht
los. Die Bäche hör` ich
brausen Von fern durchs
Waldgebiet

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Nun schwindet allgemach im Blau...

Nun schwindet allgemach
im Blau Der Feuerglanz der Sterne; Der
Garten liegt im frischen Tau Und weiß
im Duft die Ferne. Schon singt die
Nachtigall im Strauch Ihr Lied

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Nun sich blau und blauer immer...

Nun sich blau und blauer
immer Über mir der Himmel
tieft, Goldner stets des Herbstes
Schimmer Durch die roten Wipfel
trieft, Nun empfind` ich`s, wie ein
Schleier Schw

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Frühlingslied.

Nun vergiß der
Klagelieder Und erhebe dein
Gemüt! Endlich steigt der Lenz
hernieder, Der für dich, mein Volk,
erblüht. An der tausendjähr`gen
Eiche Drängt sich j

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Nun will der Ost sich lichten...

Nun will der Ost sich
lichten, Die Hähne krähn von
fern, Und über schwarzen
Fichten Erglänzt der
Morgenstern. Und wie das Haar mir
streifen Die Lüfte kühl erwach

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An Deutschland.

Nun wirf hinweg den
Witwenschleier, Nun gürte dich zur
Hochzeitsfeier, O Deutschland, hohe
Siegerin! Die du mit Klagen und
Entsagen Durch vierundsechzig Jahr`
getragen, Die Z

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Auf dem Wasser

Nun wollen Berg` und Tale
wieder blühn, Die Winde säuseln durch
der Wipfel Grün, Des Waldhorns Klang
verschwimmt im Abendrot - Ich möchte
froh sein, doch mein Herz ist
tot.

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Unterweges.

Nun zieh` ich hin, du
liebes Kind, Frisch vor mir fährt der
Morgenwind Und rührt mit sanftem
Schauder leis Die Wipfel, die vom
Frühroth glühen. – Ach seit ich
dich mein eigen w

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Vorüber!

O darum ist der Lenz so
schön Mit Duft und Strahl und
Lied, Weil singend über Tal und
Höhn So bald er weiter zieht; Und
darum ist so süß der Traum, Den erste
Lieb

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O du, vor dem die Stürme schweigen.

O du, vor dem die Stürme
schweigen, Vor dem das Meer versinkt in
Ruh, Dies wilde Herz nimm hin zu
eigen Und führ` es deinem Frieden
zu: Dies Herz, das ewig
umgetrieben Entlo

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Mut.

O Herz, laß ab zu
zagen, Und von dir wirf das Joch! Du
hast so viel getragen, Du trägst auch
dieses noch. Tritt auf in blanken
Waffen, Mein Geist, und werde
frei!

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O Jugendzeit!

O Jugendzeit, du grüner
Wald, Darin der Liebe Röslein
blüht, Wie ist dein Rauschen mir
verhallt, Verhallt im Ohr und im
Gemüt! Voll Liebeslust der frische
Mut, Der helle B

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Die beiden Engel

O kennst du, Herz, die
beiden Schwesterengel, Herabgestiegen
aus dem Himmelreich: Stillsegnend
Freundschaft mit dem
Lilienstengel, Entzündend Liebe mit
dem Rosenzweig? Schwa

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Gondoliera.

O komm zu mir, wenn durch
die Nacht Wandelt das
Sternenheer! Dann schwebt mit uns in
Mondespracht Die Gondel übers
Meer. Die Luft ist weich wie
Liebesscherz, Sanft spielt der

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Konferenz von London.

O Land am blauen
Sunde, Mit deutschem Blut getauft, So
bist du denn zur Stunde Verraten und
verkauft! Die Herrn am grünen
Tische Verdammen dich zum Joch; Zwar

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Höchstes Leben.

O linder Frühwind,
Schein der Sonne, Wie füllt ihr heut
mir Herz und Sinn! Getaucht in euch
empfind` ich ganz die Wonne, Das holde
Wunder, daß ich bin. Es schwebt mein
Gei

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Welt und Einsamkeit.

O rühmet immerhin mir
eure lauten Feste, Zu denen man
geschmückt mit prächt`gen Rappen
fährt, Wo stetes Lächeln kränzt die
Stirnen aller Gäste, Als sei der Tod
nicht mehr und jedes L

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O schneller mein Roß, mit Hast, mit Hast...

O schneller mein Roß,
mit Hast, mit Hast, Wie säumig dünkt
mich dein Jagen! In den Wald, in den
Wald meine selige Last, Mein süßes
Geheimnis zu tragen! Es liegt ein
trun

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O sieh mich nicht so lächelnd an!

O sieh mich nicht so
lächelnd an, Du Röslein jung, du
schlankes Reh! Dein Blick, der jedem
wohlgetan, Mir tut er in der Seele
weh; Mein Herz wird trüb und
trüber Bei deine

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Die Verlassene

O singt nur ihr
Schwestern mit fröhlichem Mund, Und
führet den Reigen im Lindengrund Mit
den Burschen bei Cithern und Geigen!
- Mich aber laßt gehen und
schweigen. Was bli

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O stille dies Verlangen!

O stille dies
Verlangen, Stille die süße Pein! Zu
seligem Umfangen Laß den Geliebten
ein! Schon liegt die Welt im
Traume, Blühet die duft`ge Nacht; Der
Mond im blau

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Lebensstimmung.

O wer so recht die süße
Kunst begriffe, Allein der schönen
Gegenwart zu leben, Bei sanftem
Windeshauch auf hohem Schiffe Ein
südlich Meer mit Wonne zu
durchschweben, Im Traubenga

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Liebesglück.

O wie so leicht in
seligen Genüssen Sich mir die Stunden
jetzt dahinbewegen! Ins Auge schau` ich
dir, bist du zugegen, Und von dir
träum` ich, wenn wir scheiden
müssen. Of

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Elegie.

O wie war mir daheim am
nordischen Herde die Freude Ein
willkommener zwar, aber ein seltener
Gast! Denn bald scheuchte der Nebel sie
fort, der grau und verdrießlich Über
das lachende Tal,

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Wort und Schrift.

O Wunder sonder Gleichen,
wie im Laut Sich der Gedanke selbst das
Haus gebaut! O zweites Wunder, wie
dem Blick die Schrift Den Schall
versinnlicht, der das Ohr nur
trifft!

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Herbstgefühl.

O wär` es bloß der
Wange Pracht, Die mit den Jahren
flieht! Doch das ist`s, was mich
traurig macht, Daß auch das Herz
verblüht; Daß, wie der Jugend Ruf
verhallt U

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Der Sklav.

O wär` ich frei und
reich, ein Pascha sondergleichen, Wie
liebt` ich dann dies Land mit seinen
Lorbeersträuchen, Von Korn und Trauben
segenschwer, Dies klare Sonnengold in
den kristallnen

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Rückerinnerung.

Oft wenn die Sommernacht
auf lauen Flügeln Von Gärten,
Blütenwäldern, Rebenhügeln Des
Südens Düfte zu mir trägt, Wenn
durch das Bogenwerk am Säulengange Der
Mondstrahl spiel

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Der Ulan.

Oktober
1870. Frühmorgens um vier, eh` die
Hähne noch krähn, Da sattelt sein
Roß der Ulan Und reitet, den Feind und
das Land zu erspähn, Den
Waffengenossen voran.

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In der Ferne.

Sag an, du wildes, oft
getäuschtes Herz, Was sollen diese
lauten Schläge nun? Willst du nach so
viel namenlosem Schmerz Nicht endlich
ruhn? Die Jugend ist dahin, der Duft
z

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Lied der Spinnerin.

Schnurre, schnurre, meine
Spindel, Dreh dich ohne Rast und
Ruh`! Totenhemd und Kinderwindel Und
das Brautbett rüstest du. Goldner
Faden, kann nicht sagen, Welch ein
S

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Gute Nacht.

Schon fängt es an zu
dämmern, Der Mond als Hirt
erwacht Und singt den
Wolkenlämmern Ein Lied zur guten
Nacht; Und wie er singt so leise, Da
dringt vom Sternenkreise

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Der Liebenden.

Seitdem die Liebe dir
genaht, der Reinen, Ist`s wie ein
Zauber über dich gekommen; In süßem
Feuer ist dein Aug` erglommen, Doch
schöner blickt es noch in sel`gem
Weinen.

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Wie es geht

Sie redeten ihr zu: Er
liebt dich nicht, Er spielt mit dir -
Da neigte sie das Haupt, Und Tränen
perlten ihr vom Angesicht Wie Tau von
Rosen; o, daß sie`s geglaubt! Denn als
er kam

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Die Goldgräber

Sie waren gezogen über
das Meer, Nach Glück und Gold stand ihr
Begehr, Drei wilde Gesellen, vom Wetter
gebräunt, Und kannten sich wohl und
waren sich freund. Sie hatten
gegrabe

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Siehst du das Meer?

Siehst du das Meer? Es
glänzt auf seiner Flut Der Sonne
Pracht; Doch in der Tiefe, wo die Perle
ruht, Ist finstre Nacht. Das Meer
bin ich. In stolzen Wogen
rollt Mein

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Sind die Sterne fromme Lämmer...

Sind die Sterne fromme
Lämmer, Die, wenn fern die Sonne
scheidet, Aus den blauen
Himmelsfluren Still die Nacht, die
Hirtin, weidet? Oder sind es
Silberlilien, Die den

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So halt ich endlich dich umfangen...

So halt` ich endlich dich
umfangen, In süßes Schweigen starb
das Wort, Und meine trunknen Lippen
hangen An deinen Lippen fort und
fort. Was nur das Glück vermag zu
geben,

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So ist es...

So ist es, wars und wird
es sein: Gebt Freiheit! rufen die
Partein, Mit was für Farben sie sich
schmücken Das heißt: gebt uns das
Reich allein, Daß wir die andern
unterdrücken!

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Der Bildhauer des Hadrian.

So steht nun schlank
emporgehoben Der Tempelhalle
Säulenrund. Getäfelt prangt die
Kuppel droben, Von buntem Steinwerk
glänzt der Grund, Und hoch aus Marmor
hebt sich dorten

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Ungeduld.

So winterlich noch
schaudern Die Lüfte weit und breit; O
Lenz, was soll dein Zaudern? Es ist
schon Blühens Zeit. Im Tal und in
den Herzen Das Eis ist schier
zertaut;

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Sonett des Dante.

Sobald die Nacht mit
dunklem Flügelpaar Die Erd` umfängt,
daß jeder Stral verblaßt: In Luft und
Meer, im Wald von Ast zu Ast, Und
unter`m Dach wird still was rege
war. De

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Musikfest.

Sommer 1864. Singt und
jubelt nur und laßt Schäumen die
Pokale, Doch beruft den trüben
Gast Nicht zum Freudenmahle. Tiefe
Schwermut überkommt Mich b

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Vorwärts!

Sommer 1867. Durch
Deutschlands Gauen hallt das Wetter
aus, Die Luft wird hell, entschieden
ist der Strauß; Zertrümmert liegt,
das keiner Schmach gewehrt, Das Haus am
Main,

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Aus den Salzburger Tagen.

Spätsommer
1867. Deutsches Volk, was säumst du
länger? Schau, wie deinem alten
Dränger Schon vor deiner Eintracht
graust, Wie er mit beklemmten
Sinnen Diese Zinnen

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Traumkönig und sein Lieb.

Süß schlummert das
Mädchen im Kämmerlein, Gebettet auf
reinlichem Pfühle; Die Sommernacht
haucht würzig herein Mit ihrer
erquickenden Kühle. Am Fenster
blühn die Rose

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Ada

Tagebuchblätter. Was
heißt durch Wald und Aue Mich wieder
träumen gehn? Auf`s Moos gestreckt
in`s Blaue Durch stille Wipfel
sehn? Woher dies sanfte
Glimmen

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Friedrich Rotbart

Tief im Schoße des
Kyffhäusers, Bei der Ampel rotem
Schein Sitzt der alte Friedrich An dem
Tisch von Marmorstein. Ihn umwallt der
Purpurmantel, Ihn umfängt der Rüstung
P

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Friedrich Rotbart

Tief im Schoße des
Kyffhäusers Bei der Ampel rotem
Schein Sitzt der alte Kaiser
Friedrich An dem Tisch von
Marmorstein. Ihn umwallt der
Purpurmantel, Ihn umfängt de

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Und als ich aufstand früh am Tag...

Und als ich aufstand
früh am Tag Und meinte, daß es noch
Winter sei, Da jauchzte schon mit
lustigem Schlag Die Lerch` an meinem
Fenster frei: Tirili, tirili! Vom
blöden Traum,

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Scheiden, Leiden.

Und bist du fern, und
bist du weit Und zürnst noch immer
mir, Doch Tag und Nacht voll
Traurigkeit Ist all mein Sinn bei
dir. Ich denk` an deine Augen blau Und
an dein Herz da

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Hoffnung.

Und dräut der Winter
noch so sehr Mit trotzigen
Gebärden, Und streut er Eis und Schnee
umher, Es muß doch Frühling
werden. Und drängen die Nebel noch
so dicht Sic

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Hoffnung

Und dräut der Winter
noch so sehr Mit trotzigen
Gebärden, Und streut er Eis und Schnee
umher, Es muß d o c h Frühling
werden. Und drängen die Nebel noch so
dicht Sich v

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Verlorene Liebe

Und fragst du mich mit
vorwurfsvollem Blick: Warum so trübe?
Welch ein Mißgeschick Vermag der Seele
Frieden dir zu stören? - Wohlan! Es
sei! Die nächt`ge Stund` ist gut, Im
Beche

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Und gestern Not und heute Wein...

Und gestern Not und heute
Wein, Das ist`s, was mir gefällt; Und
morgen ein Roß, ein schnelles Roß, Zu
reiten in die Welt. Vergangnes Leid
ist kaum ein Leid, Und sü

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Spielmanns Lied.

Und legt ihr zwischen
mich und sie Auch Strom und Tal und
Hügel, Gestrenge Herrn, ihr trennt uns
nie, Das Lied, das Lied hat
Flügel. Ich bin ein Spielmann
wohlbekannt, Ich m

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Babel.

Und sie sprachen: »was
brauchen wir fürder des Herrn? Mag im
Blauen er thronen, wir gönnen`s ihm
gern; Doch die Erd` ist für uns, wir
sind Könige drauf, Laßt uns schwelgen
und glühn,

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Leichter Sinn.

Und wie wär` es nicht zu
tragen, Dieses Leben in der
Welt? Täglich wechseln Lust und
Plagen, Was betrübt und was
gefällt. Schlägt die Zeit dir manche
Wunde, Manche Freude

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Zigeunerliedchen I

Unter die Soldaten ist
ein Zigeunerbub` gegangen, Mit dem
Handgeld ging er durch, und morgen muß
er hangen. Holten mich aus meinem
Kerker, setzten auf den Esel
mich, Geißelten mir mei

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Zigeunerliedchen I

Unter die Soldaten ist
ein Zigeunerbub’ gegangen, Mit dem
Handgeld ging er durch, und morgen muß
er hangen. Holten mich aus meinem
Kerker, setzten auf den Esel
mich, Geißelten m

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Abschied von Lindau.

Valet muß ich dir
geben, Du alte Lindenstadt; Schon
glüht an deinen Reben Wie Purpur Blatt
um Blatt; Schon stiebt es von den
Wipfeln, Und dunkler treibt der
See, Und

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Wandrers Nachtlied.

Vergangen ist nun manch
ein Jahr, Daß ich hier jung und
fröhlich war; Da schritt ich oft des
Wegs daher, Nun kenn` ich kaum die
Straße mehr. Wohl rauscht der Wald
und trä

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Des Müden Abendlied

Verglommen ist das
Abendrot, Da tönt ein fernes
Klingen; Ich glaube fast, das ist der
Tod, Der will in Schlaf mich singen. O
singe nur zu, Du Spielmann du! Du
sollst m

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Neues Leben.

Verhalle nun, Gesang der
Liebesklagen, Du langes, banges Echo
meiner Leiden! Der Tag erscheint, die
trübe Nacht muß scheiden, Die Stunde
der Erlösung hat
geschlagen. Nicht

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Viel tausend, tausend Küsse gib...

Viel tausend, tausend
Küsse gib, Süß Liebchen, mir beim
Scheiden! Viel tausend Küsse, süßes
Lieb, Geb` ich zurück mit
Freuden. Was ist die Welt doch gar
ohn` End`

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Eutin.

Vom alten Lübeck, wenn
die Zeit der Pfingsten kommt, Hinaus
ins Weite treibt mich stets die
Wanderlust, Im jungen Grün zu
schwelgen; nach Eutin zumeist, Dem
waldumkränzten, zieht es mich

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Vorüber ist die Rosenzeit...

Vorüber ist die
Rosenzeit, Und Lilien stehn im
Feld; Doch drüber liegt so klar und
weit Das blaue Himmelszelt. Fahr
hin, du qualenvolle Lust, Du rasches
Liebesglück

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Vöglein, wohin so schnell...

Vöglein, wohin so
schnell? »Nach Norden, nach
Norden! Dort scheint die Sonne nun so
hell, Dort ist`s nun Frühling
worden.« O Vöglein mit den Flügeln
bunt, Und we

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Türmerlied.

Wachet auf! ruft euch die
Stimme Des Wächters von der hohen
Zinne, Wach auf, du weites deutsches
Land! Die ihr an der Donau hauset, Und
wo der Rhein durch Felsen brauset Und

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Wann, o wann?

Wann doch, wann erscheint
der Meister, Der, o Deutschland, dich
erbaut, Wie die Sehnsucht edler
Geister Ahnungsvoll dich längst
geschaut: Eins nach außen,
schwertgewaltig

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Melancholie

Wann, wann erscheint der
Morgen, Wann denn, wann denn! Der mein
Leben löst aus diesen Banden? Ihr
Augen, vom Leide so trübe, Saht nur
Qual für Liebe, Saht nicht eine
Freude

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Melancholie

Wann, wann erscheint der
Morgen, Wann denn, wann denn! Der mein
Leben löst aus diesen Banden? Ihr
Augen, vom Leide so trübe, Saht nur
Qual für Liebe, Saht nicht eine
Freude,

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Was du gründlich...

Was du gründlich
verstehst, das mache! Was du gründlich
erfuhrst, das sprich! Bist du Meister
im eignen Fache, Schmäht keine
Schweigen im fremden dich. Das Reden
von allem magst d

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Deutsches Leben.

Was steht ihr düster und
betroffen, Die ihr ein deutsch Panier
doch tragt, Nun endlich, endlich unsrem
Hoffen Ein Morgen der Erfüllung
tagt? O bannt von eurer Stirn die
Wolke!

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Des Auswanderers Heimweh

Weh mir, daß ich vom
Wahne mein Herz betören ließ, der
überm Ozeane mir eitel Glück
verhieß! Ich dacht zu finden Gold wie
Spreu und Freiheit weit und breit; nun
h

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Fahnentreu.

Weil auf blut`gem
Plane Heut ihr Stern erblich, Ließest
du die Fahne Deiner Wahl im
Stich? Deine Waffen ehrlos Würfst
du in den Sand Und ergäbest
wehrlos

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Nach V. Hugo.

Weil mir dein voller
Kelch die heißen Lippen kühlte, Weil
meine bleiche Stirn in deiner Hand
geruht, Weil ich den süßen Hauch von
deiner Seele fühlte, Der wie ein
Weihrauch ist in dunk

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Dichterleben.

Wen einst die Muse mit
dem Blick der Weihe Mild angelächelt,
da er ward geboren, Der ist und bleibt
zum Dichter auserkoren, Ob auch erst
spät der Kern zur Frucht
gedeihe. D

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Halte die Hoffnung fest!

Wenn der Morgen, der
heute tagt, Nichts als Trümmer dich
schauen läßt, Unter Trümmern noch
unverzagt Halt im Herzen die Hoffnung
fest! Mag dies irre Geschlecht mit
Hohn

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Wenn die Reb im Safte schwillt...

Wenn die Reb` im Safte
schwillt, Kommt die Schwalbe
geflogen, Wenn das Aug` in Tränen
quillt, Kommt die Liebe
gezogen. Blume, Laub und weiße
Blüt` Muß sich rasch e

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Wenn die Sonne hoch und heiter...

Wenn die Sonne hoch und
heiter Lächelt, wenn der Tag sich
neigt, Liebe bleibt die goldne
Leiter, Drauf das Herz zum Himmel
steigt; Ob der Jüngling sie
empfinde, Den

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Auferstehung

Wenn einer starb, den du
geliebt hienieden, So trag hinaus zur
Einsamkeit dein Wehe, Dass ernst und
still es sich mit dir ergehe Im Wald,
am Meer, auf Steigen längst
gemieden.

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Auferstehung

Wenn einer starb, den du
geliebt hienieden, So trag hinaus zur
Einsamkeit dein Wehe, Daß ernst und
still es sich mit dir ergehe Im Wald, am
Meer, auf Steigen längst gemieden.

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Am Schillertage 1859.

Wenn fromm den Kranz aus
hundertjährigen Zweigen Ein ganzes
Volk für seinen Liebling flicht, Wer
nennt` ein ebenbürtig Wort sein
eigen, Zu künden, was aus allen Herzen
bricht! Dr

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Wenn hinabgeglüht die Sonne

Wenn hinabgeglüht die
Sonne, Steht der Mond schon überm
Tal, Und den Abglanz ihrer
Wonne Gießt er aus im feuchten
Strahl. Also bleibt im tiefsten
Herzen Von versunk

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Schlaflosigkeit.

Wenn ich in den
Knabenjahren Abends hinsank auf mein
Bette, O wie war die Rast mir
lieblich! Schon nach wenig
Atemzügen Lösten sich von selbst die
Wimpern, Und des Schlafes

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Wenn sich zwei Herzen scheiden...

Wenn sich zwei Herzen
scheiden, Die sich dereinst
geliebt, Das ist ein großes
Leiden, Wie`s größ`res nimmer
gibt. Es klingt das Wort so traurig
gar: Fahr wohl, fahr wohl au

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Wenn still mit seinen letzten Flammen...

Wenn still mit seinen
letzten Flammen Der Abend in das Meer
versank, Dann wandeln traulich wir
zusammen Am Waldgestad im
Buchengang. Wir sehn den Mond durch
Wolken steigen,

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An Ernst Curtius

Wer hat der Sorge je sein
Herz verschlossen? Und flöhn wir zu
des Poles eis`gen Strecken, Sie würde
dort auch uns vom Lager schrecken, Wenn
auf die Wimper kaum sich Schlaf
ergossen.

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Schulgeschichten.

Wer jemals, war es noch
so kurz, auf schmaler Bank Am
schrägen, vielzerschnittnen Tisch als
Schüler saß, Der kennt den Reiz von
Schulgeschichten. Laßt mich denn Der
Art ein paar bericht

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Morgenwanderung.

Wer recht in Freuden
wandern will, Der geh` der Sonn`
entgegen; Da ist der Wald so
kirchenstill, Kein Lüftchen mag sich
regen; Noch sind nicht die Lerchen
wach, Nur im hohen

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Pause.

Wer will`s denn leugnen,
daß in unsern Tagen Ein rascher
Pulsschlag sich lebendig regt, Daß
rings ein frischer Geist die Welt
bewegt Und die Gedanken neue Flüge
wagen? Die

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Weihnacht.

Wie bewegt mich
wundersam Euer Hall, ihr
Weihnachtsglocken, Die ihr kündet mit
Frohlocken, Daß zur Welt die Gnade
kam. Überm Hause schien der
Stern, Und in Lilien s

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Das sterbende Kind.

Wie doch so still dir am
Herzen Ruhet das Kind! Weiß nicht,
wie Mutterschmerzen So herbe sind. Auf
Stirn und Lippen und Wangen Ist schon
vergangen Das süße Rot;

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Im Frühling.

Wie geht nun, da sich
brach der Stürme Wüten, Durch`s
Frühlingsthal ein wundervolles
Weben! Es weiß in jugendlichem
Freudebeben Kein Wesen mehr sein
Innerstes zu hüten.

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Unter der Loreley

Wie kühl der Felsen
dunkelt Hernieder in den Rhein! Kein
Strahl der Sonne funkelt Im grünen
Wasserschein. Es kommt im
Windesweben Ein Gruß der Märchenzeit
- Wie fer

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Wie lang ists doch, daß ich nicht sang...

Wie lang ist`s doch, daß
ich nicht sang? Wohl Monden sind
dahingegangen – Ein langer Winter
trüb und bang Hielt mir zuletzt den
Sinn befangen. Er brachte mir des
Bittern

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Seid eins!

Wie lang` noch
eifersücht`gen Mutes Verzehrt ihr euch
in Streit und Neid? Ihr
Volksgeschlechter deutschen
Blutes, Besinnt euch endlich, wer ihr
seid! Schon donnert`s überm

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Wie manchen Blick du frei und freier...

Wie manchen Blick du frei
und freier In´s Walten der Natur
getan, Auf´s neue hinter jedem
Schleier Sieht doch die alte Sphinx
dich an. Du kannst ihr nimmer Antwort
geben,

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Wie rauscht ihr Waldesschatten.

Wie rauscht ihr
Waldesschatten So kühl noch weit und
breit; Wie schaut im bunten Kleid Ihr
Blumen nur so lustig aus den
Matten! Wie mögt ihr Vöglein
pfeifen In dieser argen

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Frühlingsmythus.

Wie schauert heute durch
die Lüfte Ein allgewalt´ger
Sehnsuchtshauch! Es dringt bis in die
tiefsten Klüfte Der Sonnenstral durch
Dunst und Rauch. Und drunten hebt
sich`s i

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Feierabend.

Wie sich am westlichen
Himmel Hinter den Bergen im
Purpurgeflock Die Sonne
verliert, Atmet die Brust freudiger
auf, Und saugt begierig Den kühl
erfrischenden Hauch des Abends

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Wie säuselt über Tal und Hügel...

Wie säuselt über Tal
und Hügel Der Gruß des Frühlings
heut so mild! Von fern erklingt`s wie
Schwalbenflügel, Und traumhaft
brütet`s im Gefild. Im Stamm der
alten Linde

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Der Einsiedler.

Wie ward mir das
Gewühle Der Welt doch gar zur
Last! Es rauscht der Wald so
kühle, Und lockt zu süßer
Rast. Fahrt wohl denn, ihr
Beschwerden, Fahr wohl, o Lust der
Erden!

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Tannhäuser.

Wie wird die Nacht so
lüstern! Wie blüht so reich der
Wald! In allen Wipfeln flüstern Viel
Stimmen mannigfalt. Die Bächlein
blinken und rauschen, Die Blumen duften
und gl

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Der Romantiker.

Wie Zeit und Schicksal
immer uns bilden mag, Doch waltet
machtvoll über der Scheitel uns Der
Stern der Kindheit fort, und
ewig Zwingt uns die Seele das früh
Geliebte. In ti

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Winter in Athen.

Winter mit den eis`gen
Locken War mir immer sonst so
leid, Denn er hielt mit seinen
Flocken Alle Freuden
eingeschneit. Wenn die Vöglein
lustig sangen, Wenn das Bächl

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Das Negerweib

Wo am großen Strom die
Sicheln durch das hohe Rohrfeld
flirren, Und im Laub des Zuckerahorns
farb`ge Papageyen schwirren, Sitzt das
Negerweib, den Nacken bunt geziert mit
Glaskorallen, Und de

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Rühret nicht daran.

Wo still ein Herz voll
Liebe glüht, O rühret, rühret nicht
daran! Den Gottesfunken löscht nicht
aus! Fürwahr, es ist nicht
wohlgetan. Wenn`s irgend auf dem
Erdenrund

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Die Erde.

Wohl hast du einst mit
hoher Wonne Mein junges Herz getränkt,
Natur, Wenn mich der Glanz der
Frühlingssonne Zur Ferne zog durch
Wald und Flur; Vertieft in mich, mit
halbem Lauschen

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Wohl lag ich einst in Gram und Schmerz...

Wohl lag ich einst in
Gram und Schmerz, Da weint` ich Nacht
und Tag; Nun wein` ich wieder, weil
mein Herz Sein Glück nicht fassen
mag. Mir ist`s, als trüg` ich in der
Brust

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Mein Friedensschluß.

Wohl netzt` ich heiß mit
Thränen meine Pfühle, Und rang in
Qualen, mich emporzuhalten; Denn
furchtbar brannte dieser Zeiten
Schwüle. Es lag die Welt in grimmem
Kampf zerspalten,

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Wolle keiner mich fragen...

Wolle keiner mich
fragen, Warum mein Herz so
schlägt, Ich kann`s nicht fassen,
nicht sagen, Was mich bewegt. Als
wie im Traume schwanken Trunken die
Sinne mir;

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Woran ich denke!

Woran ich denk`? – An
meines Lebens Morgen, Als noch so
ungestüm, so frei von Sorgen Das
jugendliche Herz mir schlug, Als vor
mir, ein besonnter Meeresspiegel, Die
Hoffnung lag, a

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Neue Sonette

Zur Einleitung. In
Blüten sah ich Tal und Hügel
prangen Und tief im Grün die Spur des
Winters schwinden. Da ist auch mir mein
Denken und Empfinden, Lust, Zorn und
Lieb` in

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Ghasel.

Zur Zeit, wenn der
Frühling die Glut der Rosen entfacht in
Athen, Wie dämmert so lieblich alsdann
die duftige Nacht in Athen! Hoch
leuchtet der Mond und bescheint
Zypressen und Palmen umher

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Zwei Könige

Zwei Könige saßen auf
Orkadal, Hell flammten die Kerzen im
Pfeilersaal. Die Harfner sangen, es
perlte der Wein, Die Könige schauten
finster drein. Da sprach der
ei

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Des Deutschritters Ave.

»Herr Ott vom Bühl, nun
drängt die Noth, Nun zeigt, wie treu
ihr`s meint; Das Feld ist roth, und die
Brüder sind todt, Und hinter uns
rasselt der Feind. »Wohl klag` ich

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Schön Ellen.

»Nun gnade dir Gott, du
belagerte Schar! Was frommt noch, daß
ich`s verschweige? Wir haben nicht
länger Brot noch Wein; Das Pulver geht
auf die Neige. Und kommt nicht
Hilf

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