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Gedichte - Ernst Goll

Geburtstagslied im Winter

Alle Vögel sind nun fort,
Alle Blumen verdorrt,
Was wird das werden?
Trauer, ach, Trauer in Feld und Wald,
Liegt auch die weiße Decke bald
Auf der bitteren ... weiterlesen


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Ein Namenstagsgruß

an Pepo Marx von Ernst Goll und Adorata

Morgen werden alle Glocken klingen,
Morgen werden alle Vöglein singen,

Morgen wird die Welt mit frohem Lachen
Von ... weiterlesen


Schlummerlied

auf der Wiese zu singen

Sonne ist zur Ruh gegangen,
Und die Blumen werden blass,
Schmiegen ihre feuchten Wangen
Tiefer in das kühle Gras.

Schließ ... weiterlesen


Augen schließen sich gelind

Augen schließen sich gelind
Aber uns’re Gläser her
Kommt ein Duft von weißen Nelken,
Blüte, die schon leise welken –
Lider werden feucht und schwer.
Augen ... weiterlesen


Sternennacht

Aus Himmelsfernen leuchten
Die Sterne groß und rein –
Aus deinen Augen, den feuchten,
Strahlt wieder ihr linder Schein.

Dich fasst unendliches Sehnen
... weiterlesen


Rätsel

Blüht ein Blümlein auf der Halde
Ewig ungepflückt,
Liegt ein Schatz im Märchenwalde,
Jedem Aug entrückt,
Wohnt ein Glück in tiefen Schächten
Wunderbar und ... weiterlesen


Vom Glück und Tod

Das aber ist mein Traum von Glück und Tod:
Vom reichen Mahl des Lebens aufzustehn,
Eh noch der rote Kerzenschein verloht
Und abschiednehmend die Genossen gehn.

... weiterlesen


Hochzeitslied

Das große Los im Lebensspiel,
Es ist so wenig, es ist viel:
Ein kleines Haus, im Grün versteckt,
Ein kleiner Tisch, den die Liebe deckt;
Zwei Fenster, darein die Sonne ... weiterlesen


Zu meinem Bilde

Das ist der Mund, der deine Lippen küsste
Und deine Hände, deine Brust, dein Haar,
Das ist das Auge, das dich leuchtend grüßte
Und ganz von deiner Schönheit trunken war. ... weiterlesen


Später Sommer

Das ist des Sommers letztes Dankgebet:
Noch ist die Luft erfüllt von schwülen Träumen,
Doch wo der Wald im Mittagsbrande steht,
Will schon ein leises Rot die Wipfel ... weiterlesen


Schlummerlose Nacht

Das ist in meinem jungen Leben
Die erste schlummerlose Nacht. –
Die mir dereinst das Glück gegeben,
Hat mich um all die Ruh‘ gebracht.

Die Uhren schlugen ... weiterlesen


Der erste Gruß

Der erste Gruß im Morgenschweigen
Ist: Könnt ich dich zu dir!
Der letzte Traum im Abendneigen:
Oh, kämest du zu mir!

Mein Augenpaar und meine Hände
... weiterlesen


Abschied (I)

Der Herbstwind bläht
Die Segel schwer,
Mein Schifflein fliegt
Ins wilde Meer.

Noch einmal sieht
Mein Blick zurück
Nach all dem süßen
... weiterlesen


Abschied (II)

Der schöne Sommer geht zu Ende,
Die Blütenbäume stehn entlaubt,
Oh, leg noch einmal deine Hände
Zum Segnen auf dies müde Haupt!

Die Sehnsucht meiner besten ... weiterlesen


Herbstliche Fülle

Der Tag ist müde worden vom Verschwenden,
Er schlief mit roten Kinderwangen ein –
Rot ruht auf meinen sonnverbrannten Händen
Und meine Seele gärt wie junger Wein.

... weiterlesen


Ein Lied (II)

Der Tag war hell und glanzumloht,
Und auf der grünen Heide
Erblühten Blümlein rosenrot . . .
Da wussten wir es beide.

Dann kühlte Tau den Wiesengrund,
... weiterlesen


Trauriges Lied

Der Tag, der Tag ist zerflossen,
Eine Glocke verklingt.
Selig, selig, dem sie
Zur Ruhe singt!

Im Tale, im Tale verlöschen
Die Lichter gemach. –
... weiterlesen


Abschied (III)

Die liebe Sonne glühte und versank:
Das ist der letzte Gruß der Mutter Erde.
Mein Leben war ein Schönheitslobgesang
Und einer Sehnsucht bittende Gebärde.

Nun ... weiterlesen


Grabschrift

Die Menschen haben mich zu sehr gequält,
Und allzu schwer empfand ich meine Bürde.
Da trat ich frierend aus dem Tor der Welt
Und wünschte nichts, als dass mir Ruhe würde.
... weiterlesen


Mit meinem Bilde

Die Menschen sagen: „Jäh zerbricht ein Glück!“
Vielleicht ist morgen schon die Zeit erfüllt
Und meine Seele kehrt zum All zurück . . .
Ich weiß es nicht. Du aber hast ... weiterlesen


Heimweg

Die Sonne schied – ein letztes Leuchten blieb
Noch hängen in den herbstgoldroten Zweigen.
Ein dunkler Knabe führt sein blondes Lieb
Den Waldpfad heim. Die dunklen Lippen ... weiterlesen


Adorata

Du bist so schön – ein erdenferner Gast,
Von unsrer Sehnsucht heißen Lied gerufen.
Ich sitze nah bei dir – doch dünkt mich fast,
Als kniete ich an deines Thrones ... weiterlesen


Bitte

Du gabst mir, Herr, der Jugend Garten,
Mit tausend Blumen ausgeschmückt.
Soll ich so vieler Knospen warten?
Oh, nimm den vollen Kranz zurück!

Ich will nur, dass ... weiterlesen


Auf einen Fächer

Du hast eine schwarze Seele
Und kamst zur weißen Redoute,
Woher, erzähle, erzähle,
Erwuchs dir dieser Mut?

Ich weiß, du selber erkanntest
Den Frevel ... weiterlesen


Andacht

Du meiner Sehnsucht weiße Taube,
Du alles Schönen Blumenkranz,
Du Maientag, du Osterglaube,
Du meiner Wege Licht und Glanz,

Den Saum von deinem Mädchenkleide
... weiterlesen


Zu Robert Michels Abschied

Du, im laubumkränzten Becher,
Heimatgrundgeschenkter Wein,
Lasse deinen frohen Zecher
Auch verklärten Seher sein!

Tief in deinem goldnen Grunde
Seh ich ... weiterlesen


Zur Hochzeit B.‘s

Es kam ein Bote aus der Sehnsucht Land,
Dem unermesslich weiten, uferlosen,
Und kränzte schweigend eures Hauses Wand
Mit der Erfüllung purpurroten Rosen.

Wir ... weiterlesen


Zwei Lichtlein

Es sieht von deinem Fenster
Ein Lichtlein in die Nacht,
Das hat in meinem Herzen
Ein zweites Licht entfacht.
Ich muss es immer denken
Und denk es doch nicht aus:
... weiterlesen


Legende

Es war einmal ein großer, großer Wald,
Der war so tief, dass keines Menschen Fuß
Sein lichtes Ende fand. Nur schön Getier
Und Vögel ohne Zahl bewohnten ihn.

... weiterlesen


Fasst du das Wunder?

Fasst du das Wunder?
Ich fass es nicht.
Wir lachten und litten
Und kannten uns nicht.

Wir suchten und ahnten
Und sahen uns kaum,
Da wuchs in uns ... weiterlesen


Märchen

Fern im Abendsonnenglanze
Liegt ein wunderbares Land,
Erdenleid und Sorgen reichen
Nicht an seinen heil’gen Strand.

Blaue Anemonen sprießen
Um ein ... weiterlesen


Blüten

Geht ein Windhauch durch den weißen Flieder,
Hundert Blütensterne regnen nieder.
Einer schwebt und fällt auf meine Hand . . .
Bist du eines nahen Glückes Pfand?
Oder ... weiterlesen


Herrn und Frau G. zur 25. Wiederkehr ihres Hochzei

Glück ist ein schräger Sonnenstrahl
In müdes Alltagsleben,
Glück ist ein Blumengruß im Tal,
Ein stummes Händegeben.
Glück ist so schnell, so schnell dahin
... weiterlesen


Einmal ...

Haben uns im Grund der Seele lieb,
Gehn doch jeder seinen Weg allein.
Aber eine linde Hoffnung blieb:
Einmal werden wir beisammen sein.

Einmal geben wir uns stumm ... weiterlesen


Trotzige Liebe

Herr, unser Glück liegt hoch hinan,
Seit wir in Liebe verbunden,
Was Menschenwille uns angetan,
Ist lange überwunden.

Gib uns nun Stürme himmelher
Und ... weiterlesen


Opfer

Herr, von deinem Wolkenthrone
Lass mich Dank und Opfer bringen!
Denn du gabst dem Erdenlohne
Seiner Lieder Himmelsschwingen.

Wenn mich Not und Bitterkeiten
... weiterlesen


Scherzo

Heut, Liebste, um die Abendkühle
Komm ich zu dir, drei Treppen hoch,
Halt dich bereit, wir spielen „Mühle“ –
Nicht wahr, du freust dich doch?

Mit meinen ... weiterlesen


Reiterlied

Hoiho! Ich seh ums Heidekraut
Sich erstes Dämmern spinnen –
Frisch auf, mein Rappe, der Morgen graut,
Nun will die Schlacht beginnen.

Ins Feld! Ins Feld! Durch ... weiterlesen


Hörst du die Menge

Hörst du die Menge: unsre Garben sterben
Vor dieser Gluten tollem Überschwang.
Sie weint und schreit, und ihre Kinder erben
Den Fluch der Väter tausend Monde lang.

... weiterlesen


Sturmlied

Ich hab dem Sturm mein stolzes Herz gegeben,
Dass er’s auf seinen weiten Schwingen trage
Hoch über dieses engbegrenzte Leben
Und immerfort bis an das Ziel der Tage.
... weiterlesen


Leuchtkäferchen

Ich hab Leuchtkäferchen gefragt,
Warum es Licht verschwende. –
Da hat es mir ins Ohr gesagt:
„Dass mich die Liebste fände!“

Seitdem will mir so trüb und ... weiterlesen


Ich hab mein Herz in deine Hand gelegt

Ich hab mein Herz in deine Hand gelegt,
Nun ist ihm gut –
Horch, wie es ruhvoll und beseligt schlägt
In deiner Hut.

Vielleicht ermattet sein gelinder Schlag,
... weiterlesen


Ich habe einen bunten Tag gesehn

Ich habe einen bunten Tag gesehn:
Mit Fahnenwimpeln, frohen Blumenkränzen,
Mit schlanken Frauen, stolz und maienschön,
Mit Lichterglanz und leichtbeschwingten Tänzen. –
... weiterlesen


Sehnsuchtsland

Ich hebe mit taumliger Hand
Den Kelch und bete:
Gib mir das Sehnsuchtsland
Oder erlöschende Lethe,
Du reiner, du goldener Wein!
Nur zwischen beiden
Lass ... weiterlesen


Ich sah ein Blümlein

Ich sah ein Blümlein sich neigen
Zur lieben Gefährtin im Klee,
Ich sah zwei Vöglein kosen
In sonnedurchfluteter Höh.

Ich sah zwei Menschen sich küssen
... weiterlesen


Sehnsucht

Ich schicke dir Blumen vom Heimatwald,
Betaut mit heimlichen Tränen,
Die sagen dir: Liebste, ach, komme bald,
Ich warte deiner in Sehnen. …

Ich warte deiner ... weiterlesen


Mädchenlied

Ich war dereinst in ferner Zeit
Eine frierende Maienblüte,
Die stand in Waldeseinsamkeit,
Verhungert nach Sonnengüte.

Nun bin ich ein stilles Menschenkind
... weiterlesen


Jubel

Ihr schmeichelnden Düfte, du goldener Tag,
Durchzittert die Lüfte wie Lerchenschlag.
Wir lehnen im Walde beseligt zu zweit,
Tief unten die Halde steht blütenbeschneit.
... weiterlesen


Königszug

Ihr, die ihr blinden Aug’s vorübergeht,
Oh, dass ihr doch die Lider höbt und säht

In Morgenfrühe, wenn das Dunkel fällt,
Den Königszug der Jugend in die Welt.
... weiterlesen


Geburtstagslied

Im Lichterspiel der Frühlingstage
Komm ich zu dir, Geburtstagskind,
Verzeih, wenn ich kein Sprüchlein sage,
Weil Worte so armselig sind.

Verzeih, wenn ich nicht ... weiterlesen


Das schöne Bild

In der blauen Dämmerstunde sind
Dir die Hände in den Schoß gesunken,
Beugst das Haupt zurück und lächelst lind,
Wie von einer innern Freude trunken.

Meine ... weiterlesen


Erfüllung (II)

In des Mondlichts dunkelblauen
Mantel sank der Frühlingstag . . .
Weißt du nicht, dass in den Auen
Strahlenwarme Sonne lag?

Soll die Glut vergeudet sterben?
... weiterlesen


Herbsttag

Inmitten dunkler Wolken gleitet
Ein selig Streifchen Himmelblau –
Ich weiß nicht, ob es Glück bedeutet
In meiner Wege Alltagsgau.

Der Herbstwind rüttelt an ... weiterlesen


Irgendwo...

Irgendwo trinke ich süßen Wein,
Irgendwo sehn‘ ich mich wild nach dir,
Irgendwo spielt ein müdes Klavier
„Mädel klein, Mädel fein.“

Irgendwo breitet ein ... weiterlesen


Lebenslauf

J. Fr. Sch. einen Gruß ins neue Jahr 1912

Wir wissen nicht von Raum und Zeit,
Wir wandern durch die Ewigkeit.

Da weckt uns Lärmen und Wirrwarr:
„Das ... weiterlesen


Fragen

Kam ich zu dir? Kamst du zu mir?
Gingen wir uns entgegen?
Gabst du dich mir? Gab ich mich dir?
Ward uns himmlischer Segen?

Birgt es noch Freude oder schon Leid?
... weiterlesen


Ergebung

Kannst du mehr als lieben, hassen,
Freude ernten oder Leid?
Lächelnd durch den Staub der Straßen
Trage ich das Menschenkleid.

Denn ich weiß vor allen Dingen:
... weiterlesen


Herbstabend

Langsam verblasst der Abendsonnenbrand,
Indes die dunklen Schleier tiefer sinken –
Ich seh mit leeren Augen in das Land
Und möchte Frieden in die Seele trinken.

... weiterlesen


Jugend

Lass die junge Seele
Nie verdunkelt sein,
Wenn vin Schuld und Fehle
Böse Menschen schrein.

Wir vom hohen Berge
Sehen niederwärts,
Das Gezücht der ... weiterlesen


Im Weingarten

Lass noch einmal, eh ich gehe,
Meine Brust an deine drängen,
In den stillen Weingarthängen
Ruhen wir in Glück und Wehe.

Von den Zweigen müder Reben
... weiterlesen


Lass uns tief im Herzen tragen...

Lass uns tief im Herzen tragen,
Wie wir um das rote Glück
Mit erhobnen Schwertern stritten,
Wie wir rangen, wie wir litten
Zwischen Sehnsucht und Entsagen.

... weiterlesen


Schifflein

Liegt mein Schifflein ruhelos
Auf den schwanken Wellen,
Nimmer wollen mutgestärkt
Seine Segel schwellen.

Fand so leicht den blauen Weg
Aus der Heimat ... weiterlesen


Sonnenwende

Loht ein roter Feuerschein
Vor dem ruhenden Gelände,
Fern verhallt die Wacht am Rhein. –
Sonnenwende, Sonnenwende!
Lachend trink’ ich meinen Wein:
Geht der ... weiterlesen


Mit Weihnachtsgaben

Macht auf das Fenster und schaut herfür:
    Zwei  K i n d e r  stehen vor eurer Tür!
    Sie haben die Seelen erfüllet ganz
    Mit ... weiterlesen


Die Eine

Manch Mädel hab ich lieb gehabt
In meinen Brausetagen,
Wie viele, kann ich wahrlich nicht
Auch nur beiläufig sagen.

Die meisten waren schwarz und braun
... weiterlesen


Vor Jahr und Tag

Mein Lieb, du hast vor Jahr und Tag
Mir Ruh und Frieden genommen,
Was beutst du nun hinwieder
Dein Händlein zum Willkommen?

Was blinkst du mit den Äuglein ... weiterlesen


Ein Brief

Mein liebes Kind! Die Schwalben ziehen fort,
Die letzten Rosen sind nun auch verdorrt.

Der große Garten schien noch nie so leer,
Es blühen nur die blassen Astern ... weiterlesen


Mein Liebling

Mein Liebling, die ersten Veilchen
Erwachen am Wiesenrain,
Und über Wäldern und Gärten
Liegt goldener Sonnenschein.

Mein Liebling, das Schicksal hat es
... weiterlesen


Abschied

Meine armen Wege gehen
Wieder ferne von den deinen,
Vor dem dunklen Fenster stehen
Wir, und unsre Seelen weinen.

Jahr und Tag und Stunden schwinden,
Meine ... weiterlesen


Meine Sehnsucht ...

Meine Sehnsucht ist ein dunkles Boot,
Löst vom Strande sich im Abendrot.

Deine Schönheit ist ein weißer Schwan,
Mondenschimmer ruht auf seiner Bahn.

... weiterlesen


Tiefes Glück

Menschenwege gehen kreuz und quer,
Dornen ranken sich darüber her.

Wer ein stilles Lächeln erbt, bezahlt
Es mit hundert heißen Tränen bald.

Wer ein ... weiterlesen


Sehnender Traum

Mich segnet goldener Wein
Und Walzerlieder weinen –
Nun küsst die Seele mein
Der Traum von jener Einen.

Was meine Brust entfachte,
Entfühlet keiner ... weiterlesen


Mit der Danaidenlast

Mit der Danaidenlast
Wartet jeder neue Morgen,
Eine kurze Mittagsrast,
Dann von neuem Angst und Sorgen.

Lachend füg ich mich darein:
Denn des trüben Tages ... weiterlesen


Letzter Weg

Nun gib mir deine liebe Hand:
Wir gehen in ein bessres Land.

Wir gehen fern, wir gehen weit
Von Menschenhass und Menschenneid.

Sie wollten nicht, dass wir ... weiterlesen


Mädchenlied (II)

Nun hat die samtene Röte
Der Himmel ausgetan,
Es hebt eine silberne Flöte
In mir zu singen an:

Wohl, dass der Tag sich senkte
Zur atemstillen Ruh‘!
... weiterlesen


Ein Lied

Nun ist der Sterne Schein
Am Himmelszelt erglommen,
Mir fällt ein Liedel ein,
So kinderseelenrein,
Das muss vom Himmel kommen.

Es tönt so selig bang,
... weiterlesen


Abend

Nun losch mit einem Male
Der rosenrote Hauch,
Bald, bald verglimmen im Tale
Die Lichter auch,

Die Glocken läuten im Traume
Selige Abendruh,
Vöglein ... weiterlesen


Erfüllung

Nun neige ich das Knabenhaupt:
So hast du meinem Leben,
Das nimmer an ein Ziel geglaubt,
Das große Glück gegeben.

Mir bangt vor nichts, das kommen will,
... weiterlesen


Erster Schnee

Nun seid ihr wiederkommen
Im Sturme über Nacht
Und habt die müde Erde
So still und weiß gemacht.

Ihr bleichen Flockensterne,
Ob ihr es wissen könnt,
... weiterlesen


Der Falter

Oh, sieh den Falter, wie er immerdar
Um unsrer Lampe stille Flamme wirbt.
Nun sengte ihm die Glut das Flügelpaar,
Er flatter noch im Kreise, sinkt und stirbt. –

... weiterlesen


Weingartenlied

Reben, die lange entblättert sind,
Frieren und liegen darnieder,
Über die Hänge im Abendwind
Weinen Klapotezalieder.

Weinen um all die vergangene Lust,
... weiterlesen


Ahasver

Ruhten wir auf Bergeshöhen
Schweigend in der Sonne Strahl –
Ruhevolle Wolken stehen
Über unserm Heimattal. –

Nahm ich deine kühlen Hände:
... weiterlesen


Sonnenklarheit

Sagen sie: Im Wein liegt Wahrheit!
Aus dem Kelch, den ich gewann,
Blickt mich all die Sonnenklarheit
Meines jungen Lebens an,
Klarheit ist mir diese stille,
... weiterlesen


Schließe die Augen zu

Schließe, schließe die Augen zu!
Gab uns ein Engel die linde Ruh,
Gab uns ein Engel das Angebind,
Dass wir wieder beisammen sind.

Engel, der uns das Glück ... weiterlesen


Ballade

Schreckte nachts mich aus dem Schlafe herfür
Klang von Pferdehuf und losen Zügeln –
Schien, als hielt es vor der Gartentür –  –  –
„Mutter, ward der Wind ... weiterlesen


Mädchengebet

Schütz meinen Liebsten vor Angst und Leid,
Wehr ihm Sorgen und Wehe,
Aber schließ ihm die Augen beid‘,
Dass er kein‘ andere sehe.

Nur in mein eigenes ... weiterlesen


Die Liebenden

Sie sahen ein Licht von ferne
Und gingen nach ihm aus.
Waren es himmlische Sterne
Oder ein funkelndes Haus?

Sie schritten mit heiligem Mute
Durch Sturm und ... weiterlesen


Der Skifahrer

Sie schritten auf eilenden Füßen
Die schneeigen Hänge empor,
Ein letztes verhallendes Grüßen
Der Morgenglocken im Ohr.

Dann fielen die Flocken dichter,
... weiterlesen


Abend (II)

Sieh, nun ist es abendstill,
Dämmerung liegt auf den Wegen. –
Komm! An deine Schulter will
Ich mein Haupt zur Ruhe legen.

Einer fernen Glocke Sang
Stirbt ... weiterlesen


Wundersame Lieder

Sieh, nun lacht uns wieder
Goldig reiner Wein,
Wundersame Lieder
Wiegen sich darein.

Wundersame Lieder,
Hebt euch himmelwärts,
Gieße Gott uns ... weiterlesen


Glück

So ist dein Haupt an meine Brust gesunken,
Ich streichle deine braunen Mädchenlocken –
Es neigt der Tag, von Licht und Farbe trunken,
Sein stilles Angesicht den ... weiterlesen


Schwerer Abend

So neigt sich wiederum ein Tag zu Ende,
Zum Sterben müd von all dem Sichverschenken. –
Ich bette meinen Kopf in beide Hände
Und muss mit allen Sinnen deiner denken,
... weiterlesen


Prolog

So soll denn dieses neue Haus begrüßen
Mit Weihespruch und Segenswunsch mein Lied,
Wie leicht und golden unsre Worte fließen,
Wenn uns Begeisterung das Herz durchglüht.
... weiterlesen


Tag ist schlafen gegangen

Tag ist schlafen gangen,
Schloss die Augen zu,
Mit erglühten Wangen
Träumest nun auch du.

Mondenschimmer gleitet
Um den weißes Haus,
Meine ... weiterlesen


Abendfriede

Und eine große Weihe ist in mir,
Der Abend kam auf mondverklärten Wegen,
So reich gesegnet gehe ich von dir,
Wie ein Versöhnter kehrt vom Abendsegen.

Wie ruhn ... weiterlesen


Einem Mädchen ins Stammbuch

Und einen Sommer, der voll Schönheit ist,
Seh ich dich jeden Tag. In engen Gassen,
Auf stillen Wegen hab ich dich gegrüßt. –
In deinem lieben Mädchenzimmer saßen
... weiterlesen


Tiefe Stunde

Und einer Stunde köstliches Geschmeide
Ist dir im Ring des Lebens eingefasst.
Du gehst versonnen durch die Heimatheide
Und hältst in einem kühlen Hause Rast.

... weiterlesen


Und einmal leuchtet uns der frohe Tag

Und einmal leuchtet uns der frohe Tag:
Lenzjunge Rosen blühn im grünen Hag.

Wir beide gehen enge, Hand in Hand,
Und Glocken läuten unser Glück ins Land.

... weiterlesen


Zu einem Körbchen Schneerosen

Und hat mit seinen Strahlen
Der Lenz auch lange gesäumt,
Wir haben in Wintershallen
Selige Träume geträumt.

Uns träumte von einer süßen
... weiterlesen


Klage

Und heute ist der Tag vergangen,
Hat keinen Gruß von dir gebracht,
Nun wart ich mit geheimem Bangen
Der kalten, schlummerlosen Nacht.

Und morgen wird der Tag ... weiterlesen


Marientag im September

Und von den letzten bunten Sommertagen
Gehört noch einer unsrer lieben Frau
In Sonne, Wiesengrün und Himmelsblau. . . .

Wir aber gehn durchs Feld, das abendklare,
... weiterlesen


Pierrot-Lied

Und wäre das Glück wie die Wolken so weit,
Ich will es suchen im Schellenkleid.

Und strahlte es ferne wie Firnenglanz,
Ich will es holen aus Spiel und Tanz.

... weiterlesen


Traurige Liebe

Unser Haupt umschließt ein Kranz von Leide:
Wissen nicht, wo wir am Abend schlafen,
Ob in eines warmen Glückes Hafen
Oder einsam auf der Sehnsucht Heide.

Eine ... weiterlesen


Unter eines Tages Summe

Unter eines Tages Summe
Ist der schwarze Strich gemacht,
Und wir reichen uns die stumme
Hand zum Abschied: „Gute Nacht!“

Schien die Sonne uns vergebens?
... weiterlesen


Vielleicht

Vielleicht hat dir das fremde Land
Den reinen Kindersinn betört,
Und all das Glück in meiner Hand
Hat längst zu atmen aufgehört.

Vielleicht verdorrt der ... weiterlesen


Am Abend

Violenschleier liegen auf den Wegen,
Die Blumen haben sich zum Schlaf gelehnt,
Und eine Glocke betet Abendsegen. –
Das ist die Stunde, die ich lang ersehnt.

Nun ... weiterlesen


Das Fenster

Von kahlem Strauch umrahmt ein weißes Haus,
An dessen First der laue Föhnwind wirbt.
Ein Fenster, offen in der Abendstunde.
Ein blasses Mädchen lehnt sich weit hinaus,
... weiterlesen


Am Abend (II)

Von Liebe und Seligkeit schwer
Verlass ich dein stilles Haus --
Alle Laternen umher
Löschen die Lichter aus.

Immer wieder zu dir
Gehn alle Wünsche zurück ... weiterlesen


Einem Mädchen ins Stammbuch (II)

Warst du ein Engel? Sag! Warst du ein Stern,
Eh du herniederstiegst im Menschenkleid?
Aus deinen Augen glänzt noch tief und fern
Ein Widerschein von Himmelsseligkeit.

... weiterlesen


Wege, die wir gekommen

Wege, die wir gekommen,
Gehst du glückselig herauf,
Sterne, die uns verglommen,
Blühen dir wieder auf.

Wir stehen und sehen vergebens
Nach dem ... weiterlesen


Stille

Weil Glück und Trost des Seins
Einfalt und Stille sind,
So wünsch‘ ich nur noch eins:
Zu werden wie ein Kind.
Und würd‘ ich es am Ende
Nach all dem müden ... weiterlesen


Verlöbnis

Weil unsre Herzen längst die Liebe band,
Leg ich heut meine Hand in deine Hand

Für dieses Leben, das uns heiter fließt,
Und für das andre, das noch Nacht umschließt. ... weiterlesen


Weiße Redoute

Weißer Schmuck an weißer Wand,
Weiße Feen, weiße Gnomen,
Wer nur irgend Weißes fand,
War zum weißen Fest gekommen.

Hold geblendet von dem Bild
Muss ... weiterlesen


Grabesblumen

Wenn ich einst im kühlen Grabe
Ruhe von des Lebens Mühen,
Werden mir zu Haupt und Füßen
Ungepflanzte Bäume blühen.

Werden aus der dunkeln Erde
... weiterlesen


Ahnst du?

Wenn ich wilder dich umfange
Wenn mein Mund dich heißer küsst –
Ahnst du, dass mir Brust und Seele
Namenlose Angst umschließt?
Angst vor jener dunklen Stunde,
... weiterlesen


Weihnacht

Wenn in den ersten blauen Abendtraum
Mit süßem Klang die Feierglocken läuten,
Entzünden wir an unserm Weihnachtsbaum
Die hundert Lichter, die das Glück bedeuten.

... weiterlesen


Dein Bild

Wie bist du schön! – Von deinen Gliedern fließt
In reinem Faltenspiel das blaue Kleid,
Das fern dich stimmt und herb und weltentrückt.
Den braunen Scheitel küsst ein ... weiterlesen


Sommerklage

Wie eine schöne Frau die Hände gibt und geht,
Entschwand der Sommer. Seine Huld war Segen
Und Weh zugleich. Von dunklen Kronen weht
Verblasstes Lauf und stirbt auf müden ... weiterlesen


Am Jahrestag

Wie liegt, was einmal weh und trübe war,
So tief versenkt!
Nun hast du mir ein ganzes Lebensjahr
Voll Glück geschenkt:

Vom ersten Kusse, den dein Mund ... weiterlesen


Wir sind...

Wir sind zwei verirrte Gefährten
Im großen Walde der Welt,
Wir sind die Glückverwehrten,
Die keine Heimat hält,

Wir sind verfemt und verlassen
Von ... weiterlesen


Morgengruß

Über jenen dunklen Hügeln
Kommt der neue Tag herauf.
Was auch ruht auf seinen Flügeln,
Schließe hell die Augen auf!

Sehnsucht, die mir Harfensaiten
... weiterlesen


Zwei Vöglein

Zwei Vöglein hatten sich lieb einmal,
Sie fanden kein Nest im Heimatland.

Zwei Vöglein wollten in süßeres Land,
Sie flogen und flogen unverwandt.

Zwei ... weiterlesen


Zwischen heut und morgen...

Zwischen heut und morgen
Liegt eine lange Nacht,
Vielleicht vor Angst und Sorgen
Ruhlos verbracht.

Zwischen heut und morgen
Möchte ich bei dir sein ... weiterlesen


Ein Zwiegespräch

„Was bliebst du fern von Spiel und Tanz,
Dass ich alleine war?“
Ich habe einen Blumenkranz
Geflochten für dein Haar.

„So sahst du nicht der Lichter ... weiterlesen



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