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Gedichte - Ernst Rauscher

Der Braut - II.

(In ihr Album)

Ein Zaubergarten ist dein reich` Gemüthe,
Worin viel Blumen sprossen, auserlesen,
Ihr frischer Hauch erquickt und bringt Genesen
Dem Herzen, das in ... weiterlesen


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Erste Begrüßung

Als ich zum ersten Male
Im Garten vor ihr stand,
Da blühten alle Thale,
Da grünte alles Land.

Am blauen Himmel flogen
Die Wolken weiß und weich,
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Reisemorgen

Beginnt noch kaum zu tagen,
Die Sterne löschen aus,
Es rollt mein Reisewagen
Zum Städtchen frisch hinaus.

Zum Thor` hinaus und weiter
Hinauf die ... weiterlesen


Im November

Das Abendroth des Jahres liegt
Nun scheidend auf den Wäldern,
Der Wanderzug der Vögel fliegt
Hin, über braunen Feldern!

Am Rebenstock vergessen hängt
... weiterlesen


Immer mehr!

Daß meine Liebe wachsen mag,
Es fiel mir oft zu glauben schwer;
Doch sagt mir `s jeder neue Tag:
Ich liebe mehr und immer mehr!

Und immer mehr entzück`st du ... weiterlesen


Morgengang

Die Liebste ging beim frischen Hauch`
Der Morgenluft spazieren,
Mit Blumen, wie es Mädchenbrauch,
Sich Haar und Brust zu zieren.

Die Rose sprach: `Nicht hab` ich ... weiterlesen


Vielleicht doch!

Die Sonne ist hinunter,
Es feuchtet sich der Klee,
Die Wolke färbt sich bunter,
Und golden glänzt der See.

Will nach der Gegend gehen,
Wo die Geliebte ... weiterlesen


Gebet

Du güt`ge Macht! du ließest nimmermehr
Uns diese Seligkeit gedeih`n,
Wenn `s nicht dein stillbeschloss`ner Wille wär`,
Ihr lange Dauer zu verleih`n!

Blick` ... weiterlesen


Mit meinen Gedichten

Du zaudertest - dem holden Munde
War jeder Wunsch voraus gewährt,
O hättest du in jener Stunde
Doch Größeres von mir begehrt!

Ach! meinem dienstbefliss`nen ... weiterlesen


Genuß der Gegenwart

Einst strebt` ich in der Zukunft Ferne
Mit ungeduldiger Begier,
Doch nun verweile ich so gerne
Du gold`ne Gegenwart, bei dir!
Im ganzen, weiten Reich der Träume
... weiterlesen


Im Mondenschein

Erhebe nur dein Angesicht,
Laß` mich dein Auge schauen,
Entziehe deine Lippe nicht
Dem Kuß`, du darfst dem Mondenlicht,
Dem schweigenden, vertrauen!

Wie, ... weiterlesen


Fern im Gebirge

Es kommt der Bach mit Rauschen
Gezogen durch die Nacht,
Wie lang` ich auch mag lauschen,
Kein and`rer Ton erwacht.

So zieht nur Ein Gedanke
Jetzt durch die ... weiterlesen


An die Erröthende

Es möchte seiner Lieb` genießen
Dein Herz, geheim vor aller Welt;
Doch ob du noch so sehr beflissen,
Man merkt es wohl, wie schwer dir`s fällt.

Als wollt` er ... weiterlesen


Fern von dir!

Fern von dir, geliebtes Leben,
Fern von deinem Angesicht,
Kann es keine Freude geben,
Die zu meiner Seele spricht.
Selbst der Lenz, was soll er mir
Fern von dir?
... weiterlesen


Dürre Blätter

Friede sei in allen Reichen!
Sei geschlichtet jeder Streit! -
Seht! es pflanzt Vergänglichkeit
Wiederum als Siegeszeichen
Ihr zerriss`nes Banner auf! -
Eine Dohle ... weiterlesen


Auf ein Zimmer

Gegrüßt in der Erinn`rung Schimmer
Du Kämmerlein, so schlicht und traut!
Hier wohnte sie, die nun für immer
Mein eigen ward, als holde Braut!
Du neidest nicht die ... weiterlesen


Nora. Vierter Gesang. Teil 1

I.

Hinaus geschaut vom eig`nen trauten Herde!
Hinaus, wo nicht der Göttin Liebesblick;
Der Schlachtengott mit grimmiger Geberde
Bestimmt der Völker wechselndes ... weiterlesen


Nora. Zweiter Gesang. Teil 1

I.

Nichts mehr von Wald und Flur, vertrautem Schwärmen,
An dem bisher sich Aug` und Herz geletzt! —
Im bunten Treiben, nimmermüden Lärmen
Der Kaiserstadt ... weiterlesen


Nora. Dritter Gesang. Teil 1

I.

Wenn wir den hohen Gipfel nicht erreichen,
Der Fuß ermattet, zweifelnd innehält —
Wenn wir vergebens harren auf ein Zeichen,
Ob uns die Kraft, ob uns der ... weiterlesen


Reisebeschreibung

Ich soll von meiner Reise
Erzählen dir, mein Kind? -
Nach alter Dichterweise
Zur Sache denn geschwind!

Bei all` den blauen Seen
Hab` ich an dich ... weiterlesen


Verlangen

Ihre Lippen, kußverlangend,
Gleichen Rosenblättern, zarten,
Halb geöffnet, selig bangend,
Die den gold`nen Thau erwarten.

Komm` o Liebesmorgenstunde,
Der ... weiterlesen


Sonette - I.

Im  Festgewühl` des Balles, in der Mitte
Von all` den Frauen, Mädchen, welche hier
Wetteifern, dir gebührt er, einzig dir
Der Kranz der zarten Weiblichkeit und Sitte!
... weiterlesen


Sehnsucht

In Abenddämmerung verschwimmt
Gebirg und Thal gemach,
Der Stern der Liebe still erglimmt,
Und leiser geht der Bach.

Mit süßem Heimweh denk` ich dein -
... weiterlesen


Der Geschmückten

Laß` And`re sich mit Flittergold,
Mit Demant sich und Bändern schmücken,
Bist ohne sie nicht minder hold,
Wirst ohne sie mich doch entzücken!

Verließ die ... weiterlesen


Am lieblichsten!

Lieblich bist du, wenn du am Morgen,
Auf der Stirne Hausfrausorgen,
Durch die Zimmer waltend geh`st -
Mit dem Blick`, dem nichts verborgen,
Nach dem Geist der Ordnung ... weiterlesen


Nora. Dritter Gesang. Teil 4

LXI.

O Jungfrau! — geisterhebeudes Gebilde!
Als er zuerst deu Blick dir zugekehrt
Umwallte reizend deine Glanzgefilde
Ein Schleier, der den Gipfel ihm ... weiterlesen


Nora. Zweiter Gesang. Teil 4

LXI.

Und lieblich deine Lieder — der dem Schwerte
Dem tapfern, die Leier hat vermählt,
Du, der als Freund, als Landsmann und Gefährte
Mir dreifach theuer! — ... weiterlesen


Nora. Vierter Gesang. Teil 4

LXI.

Wie Viele nach demselben, — also fanden
Sie vor dem Tage weder Ruh noch Rast,
Der ihre Seelen, die sich längst verbanden,
Zum ew`gen Bunde klar ... weiterlesen


Nora. Dritter Gesang. Teil 5

LXXXI.

O halt` es fest! — und flohst du es, so kehre
Zu ihm zurück, der größte Schatz ist dein!
Die Welt ist groß und schön! was aber wäre
Sie ohne Lieb»? ... weiterlesen


Nora. Vierter Gesang. Teil 5

LXXXI.

O Lenzesahnung, die mit süßem Troste
Mir aus der Zeitenfern` entgegenweht!
Du aber, unglückseliger, im Froste,
Des Herbstes spätgeborener Poet —
... weiterlesen


Nora. Zweiter Gesang. Teil 5

LXXXI.

Verwundet von Gedanken, die nie ruhten,
Verlangt` es ihn nach einer stillen Bucht,
Um uubekannt und schweigend zu verbluten
Dem Wilde gleich in kühler ... weiterlesen


Sonette - III.

Mich freut es nicht, wenn dich die Leute preisen
In ihren Worten, Blicken liegt Entweih`n -
Wie ich dein Herz verstehe ganz allein,
Möcht` ich allein dir Huldigung erweisen!
... weiterlesen


Sonette - II.

Mitleidig lach` ich Jener, die da lehren:
`Daß Liebe sich vermind`re mit den Jahren;
D`rum möge man mit ihrem Gute sparen,
Auf daß man späterhin nicht müss` entbehren!`
... weiterlesen


Vorfreude

Mitternacht ist längst verflossen -
Es erlosch der Lampe Licht;
Halt` die Augen festgeschlossen,
Aber schlafen kann ich nicht.

Nicht weil Kummer, oder Sorgen
... weiterlesen


Mondnacht

Mondesaufgang. Schweigend brütet
Über`m Thal die Sommernacht,
Wünsche, lange still gehütet,
Sind mir in der Brust erwacht;
Geist der Vergangenheit!
Wehest voll ... weiterlesen


Entdeckung

Nicht will ich meine Liebe zeigen
In Worten, voller Kraft und Schwung;
Ich schweige lieber, doch dieß Schweigen
Ist innere Beseligung!

Was könnt` ich auch am ... weiterlesen


Dem Ziele nah

Noch einen kurzen Flug
Fliege, mein Sehnen!
Wirst ja an`s Ziel mit Fug
Flügel bald lehnen;

Stillen den Durst am Quell
Süßer Erfüllung,
Schauen ... weiterlesen


Lenz und Liebe

Nun sind die Veilchen ausgegeben,
Vorüber der Narcissenflor!
Doch sieh`, des Maies Glöckchen heben
Die weißen Köpfchen schon empor!

Der Frühling will nicht ... weiterlesen


Der Braut - I.

O achte nicht der Menschen, die sich quälen
Mit Zweifel uns`re Herzen zu umstricken!
Wir fühlen ja mit wachsendem Entzücken:
Ich konnte dich, du konntest mich nur wählen!
... weiterlesen


Einziger Gedanke

O Hochgefühl! das mich belebt,
Und gleich der Luft, die mich umgiebt,
Mich ohne Unterlaß umschwebt:
Ich liebe und ich bin geliebt!

Ich denk` es jeden ... weiterlesen


An ihrem Geburtstage

O mag wie Lerchenjubel schweben
Mein heutig` Lied auf dich herab!
Wie einsam irrt` ich durch dies Leben
Wenn nimmer diesen Tag es gab!
Den herrlichsten von allen Tagen,
... weiterlesen


Dichterlos

O traurig Los! Verlornes Streben!
Umsonst verschwend` ich Müh` und Zeit -
Und mag ich auch mein Bestes geben -
Was ist mein Lohn? - Vergessenheit.
Manch sinnig Lied hab` ... weiterlesen


Im Walde

O Wonnestunde, nur mit dir
Im kühlen Wald zu sein!
Mir ist zu Muth, als wären wir
Auf dieser Welt allein.

Die Mücke schwirrt, der Käfer summt
Im dunklen ... weiterlesen


Waldgeheimniß

O zaubervolle Helle
Der Waldeseinsamkeit!
Für immer ist die Stelle
Der Liebe nun geweiht.

Allüberall ist Schweigen,
Allüberall ist Ruh`,
Die ... weiterlesen


Unentschlossenheit

Ob ich bleibe? ob ich gehe?
Ach! wie ist die Wahl so schwer!
Traulich ist`s in deiner Nähe,
Lockend blickt die Ferne her.

Sei es denn, wie ich`s beschlossen,
... weiterlesen


Auf der Heimfahrt

Rößlein! Lauf` im Mondenschein,
Führe mich zur Lieben!
Jahre scheinen mir`s zu sein,
Daß ich von der Trauten mein
Schon hinweggeblieben.

Rößlein! ... weiterlesen


So willst du noch einmal verlockender Hauch

So willst du noch einmal verlockender Hauch
Des Lebens, das Herz mir betören? –
Balsamische Düfte entwallen dem Strauch,
Der Blütenstaub fliegt von den Föhren;
... weiterlesen


An eine zertrümmerte Bank

Traute Waldbank, liegst in Trümmer
Ganz zerfallen, kalt und naß,
Wo ich in des Mondes Schimmer
Oft mit der Geliebten saß!

Hat muthwill`ge Hand zerschlagen
... weiterlesen


Glück im Fragen

Und weiß ich `s ohne Frage auch,
Ich frage doch, ob du mich liebst,
Ach! gar zu lieblich klingt der Hauch
Der Antwort, die du immer giebst!

Ich möchte fragen ... weiterlesen


Von Weitem

Was schimmert dort den Weg entlang?
Sie ist`s, das blonde Kind!
Um ihre Wangen flattert bang
Der laue Frühlingswind.

Die Lerche in den Lüften singt
Nun ... weiterlesen


Was du mir bist

Wie herrlich mir, durch dich geschmückt,
Ein neues Leben lacht!
Ich bin geliebt, ich bin beglückt,
Wie nimmer ich`s gedacht;
Mein Herz, berauscht vom Freudenglanz`,
... weiterlesen


Schwarzseher

Wie ist der Himmel so trüb und grau,
Die Erde ganz ohne Schimmer!
So dacht` ich, sinnend, mit finst`rer Brau`,
Und grübelnd in meinem Zimmer.

Ich trat hinaus - ... weiterlesen


An den Wildbach

Wie lange sah ich dich nicht wieder,
Freund meiner Jugend, schaumgekrönt!
Wie lange haben deine Lieder
Mir nimmer in das Ohr getönt!

Noch braust in ihnen ... weiterlesen


Heimkehr

Wie muthest du mich wieder an,
Du Heimat, schön und traut!
Ist schöner, als ich sagen kann,
Auch viel, was ich geschaut.

Gebirg und Hügel, Wald und Stadt -
... weiterlesen


Liebesstärke

Wie stark ich liebe, dir zu sagen,
Reicht nimmer eine Stunde hin,
Du fühlst es erst in spätern Tagen,
Wie ganz ich dir ergeben bin!

Ach! meinem glühenden ... weiterlesen


An ihre Augen

Wie strahlt dein Auge wunderbar
Im blauen Himmelsglanz!
So sternenhell, so unschuldklar,
So treue Liebe ganz!

So wie gebannt den Fischer hält
Die Fluth, ... weiterlesen


Beim Gewitter

Wie traulich weilt es sich allhier
Im stillen Kämmerlein!
Wo könnt` ich besser, als bei dir
Mein Lieb`, geborgen sein?

Der wolkenbange Himmel grollt,
... weiterlesen


In ihr Tagebuch

Wie viele Stürme hast du schon ertragen,
Du junges, reiches Herz!
Und hast in Trauer, Leid und Schmerz
Dem Edlen und dem Rechten nur geschlagen!

Zu Ende sind der ... weiterlesen


Die Veilchen sprechen

Wir waren froh und wohlgemuth,
Das Gärtchen auszuschmücken -
Da kam der Mensch, der nimmer ruht,
Uns seinem Dienst zu pflücken.

In enger Vase mußten wir,
... weiterlesen


Nora. Zweiter Gesang. Teil 3

XLI.

Der Sänger, wie ein König allerorten
Empfangen einst, geehrt und angeseh`n,
Er findet überall verschloss`ne Pforten,
Man heißt ihn nilgehört von dannen ... weiterlesen


Nora. Vierter Gesang. Teil 3

XLI.

Kein Plätzchen giebt es da auf Feld und Wiese,
Das sinniges Gedenken nicht umfängt,
Das er entzückt nicht immer wieder priese,
Solang am Saitenspiel sein ... weiterlesen


Nora. Dritter Gesang. Teil 3

XLI.

Mit reineren, als die daheim unzählig
Bedürfniß häuft, dem du auch dienen mußt -
Du wanderst fort, und wandernd wirst du mählig
Dich jeder edler`n ... weiterlesen


Nora. Vierter Gesang. Teil 2

XXI.

Er aber stürmte von der trauten Stelle
Zur Stadt zurück, die schlummernd vor ihm lag,
In seinem Herzen glühte Rosenhelle,
Vor seinen Sinnen zauberlichter ... weiterlesen


Nora. Zweiter Gesang. Teil 2

XXI.

Gleichgültig ist`s! — Ob meine Verse hinken,
Ob nicht: in des Vergessen`s trübe Fluth
Mit tausend andern wird dies Buch auch sinken,
Worauf nun meine ... weiterlesen


Nora. Dritter Gesang. Teil 2

XXI.

Hier war es, daß er öfters aus der Menge
Der Gäste sich an Nora`s Seite stahl,
Hier gingen sie durch schattige Buchengänge
Zusammen oft im letzten Abend ... weiterlesen



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