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Gedichte - Felix Dörmann


Wiedersehen

- Und ich sah Dich wieder, Sah Dein Haar
ergraut In schwerer
Pflichterfüllung, Und sah die
Linien, Die herber Trotz Und bittre
Menschenverachtung Um Deine schmalen, Bl
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Verloren

1. Die schimmernde Pracht Deiner
Glieder, Ich hab` sie voll Andacht
geschaut, Doch vor der umnachteten
Seele Hat mir gegraut. Ich hätte dich
gerne, so gerne Em
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Namenlos

1. Ich habe nur ihr großes Herz
gekannt Und ihres teuren Leibes
Paradies. - Nicht weiß ich, wer sie war
und wie sie hieß, Denn ihren Namen hat
sie nie genannt. Doch auch
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Sensationen

1. Ihr weichen Düfte und Ihr kühlen
Farben, Euch dank` ich meine letzte
Seligkeit, In Eurem wonneschwülen
Bannkreis starben Die rothen Qualen, die
mich wild umwarben, Der
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Totenliebe

1. Und leise trat ich an Dein
Sterbelager, Du kaum erschlossne,
schnell verwelkte Blüte. - - Mir war ja
heimlich zugeflüstert worden, Du
hättest ganz im Stillen mich geliebt. -
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Satanella

1. Wenn die Gluten des Weines Dein
Antlitz röten, Bleiche Madonna, Dann
flieh` meinen Augen. Ich bete Dich
an Und liebe Dich grenzenlos, - Aber nur
mit todesbla
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Einsam

Abgeschüttelt Hab` ich meiner Freunde
Scharen, Einsam bin ich
geworden Köstlich einsam... Wie ferner
Brandung Schütterndes Tosen
verklang Der Lärm des Lebens,
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Reue

Daß mir der Vater gar so früh
gestorben, Das war für mich der
allerärgste Schlag; Das ist`s, was ich
beweine Tag für Tag, Das ist der Grund,
warum ich ganz verdorben. Ach, un
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Jugendliebe

Dein Auge glüht und funkelt Wie
Morgensonnenlicht, Und meines,
qualenverdunkelt, Von fressendem Elend
spricht. Was treibt den asketischen
Schwärmer Zu Deines Daseins Prach
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Obwohl ich jung

Dem Kelch der Leiden hab` ich viel
enttrunken, Obwohl ich jung, Der Traum
von Erdenglück ist mir
versunken, Obwohl ich jung. Ich sah
genug von Menschenlos, dem herben, Obwo
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Julinacht

Die Mondeslichter rinnen Aus
sterndurchsprengtem Raum Zur
regungslosen Erde, Die müde atmet
kaum. Wie schlummertrunken
schweigen Die Linden rund umher, Des
Rauschens
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Nur Vergessen

Diese Wangen, diese bräunlich
bleichen, Dieses dunkle, leichtgewellte
Haar; Diese Lippen, diese
tollkirschgleichen; Dieser Augen
rabendunkles Paar; Diese Brauen, dicht
und schwer gezoge
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Schneeflocke

Du bist eine weiße Flocke, Ein
himmelentsprungenes Kind Und wirbelst -
licht und selig Dahin durch Wolken und
Wind. Du bist eine weiße Flocke - Du
stirbst der Flocken Tod:
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Hermance

Durch ihren Leib, den zarten,
blutlos-bleichen, Dämonen der
Verwüstung lautlos schleichen. Aus
ihrem Aug`, dem fieberhellen,
blauen, Der hastig heißen Wollust
Gierden schauen.
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Unvertilgbar

Einmal Ein einziges Mal nur Möcht` ich
mich ganz vergessen In Deinen
Armen, Möcht` ich bewußtlos trunken
sein. Aber ach, Mag den
zerfallenden, Siechgefolterten Leib
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Abwehr

Gewahr` ich Deiner Augen banges
Suchen, Ihr liebevolles Hangen an den
meinen, So steigt in mir empor ein
wildes Weinen, Und mein und Dein
Geschick möcht` ich verfluchen. Ich
wei
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Sturmflut

Gleichwie des Meeres Wogen dann und
wann, Den Damm zerreißend, mächtig
überfluten, Erscheinen jedem Menschen
auch Minuten Wo er sein Elend nicht
verschweigen kann. Sich selber
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Verzeiht

Hab` ich Euch gekränkt,
beleidigt, Zugefügt Euch herbes Leid, O
verzeiht! Ach die namenlosen
Schmerzen, Die da fressen tief im
Herzen, Machen böse oft mein
Wort; Bitter fl
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Herbstschauer

Hinter fernen dunklen
Häusermassen, Versinkt die Sonne, Ein
tränenverschleiertes, Müdegeweintes, Riesengroßes
Menschenauge. Der Himmel aber
leuchtet Aus schwarzen Wolkenb
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Bekenntnis

Ich habe zerwühlt und zerbissen Mein
Kissen In ächzenden Qualen der
Nacht, Am Tage dann Witze gerissen, Das
Gewissen Betäubt und die Schmerzen
verlacht. Ich träumt
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Was ich liebe

Ich liebe die hektischen,
schlanken Narzissen mit blutrothem
Mund; Ich liebe die Qualengedanken, Die
Herzen zerstochen und wund; Ich liebe
die Fahlen und Bleichen, Die Fraue
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Sehnsucht

Ich sehne mich nach einer
Traumgestalt, Nach einem unberührten,
keuschen Wesen, Das noch im Buch der
Sünde nicht gelesen, Das Wollust nicht
einmal im Geist umkrallt. In ihrer Se
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Vorwurf

Ich seh` Euch mit den Fingern nach mir
zeigen, Die Achseln zucken, lächeln
dann und schweigen. Ihr rechnet mich
seit jeher zu den Tollen, Und Mitleid
nur vermögt Ihr mir zu zollen; Doc
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Mir ist es gleich

Ich weiß, daß Deine Liebe Verkäuflich
ist; Ich weiß, daß Dir der
Reichste Der Liebste ist; Ich weiß,
daß diese schäumenden
Ekstasen Erheuchelt sind, Daß sie nur
kün
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Ich weiß

Ich weiß, Du bist entstiegen Des Mondes
eisigem Pfühl, Durch Deine Adern
fliegen Und wiegen Lichtwellen bleich
und kühl. Ich hab` mit Dir
Erbarmen, Erbarmen auch mi
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Am Kamin

Im Ofen knistert lustig laut das
Feuer, Phantastisch zucken Lichter hin
und her, Ins Spiel der Flammen starrt`
ich, weltvergessen, Mich überflutet der
Gedanken Meer. Vorüber zog
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Umsonst

Im sausenden
Wettersturm, Barhäuptig, Bin ich
hinangeklettert An
nebeltriefenden, Feuchten Felsen, Hinein
in schauerliche Klüfte, In des
Hochgebirges Grauenhafteste E
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Im Kampf ums Dasein

In schlafberaubter stiller Nacht, Wenn
Alles müde ruht, Steigt auf aus meiner
Seele Schacht, Mit trotzig ungestümer
Macht Der Qualgedanken Brut. Es
schwillt und quillt so
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Kleine, mit den großen Nixenaugen

Kleine, mit den großen Nixenaugen, Mit
dem bleichen, somnambulen Antlitz, Mit
der schweren, goldnen
Flechtenkrone, Schmiege Deine Wange an
die meine, Sag` mir noch einmal die
trauten Wo
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Liebesschauer

Liebesschauer mir im Herzen
wühlen, Deiner Schönheit blutigem
Altar, Sturmgewaltig wettert durch mein
Fühlen, Atemloser Wonnen wilde
Schar. Aus des Herzens abgrundtiefen
Schachten,
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Mit blutigen Rosen

Mit blutigen Rosen Und wachsbleichen
Nelken Durchwinde dein Haar. Und löse
die Flechten... Düfte
verathmende, Wirre Strähne Mögen über
deine Üppig-starren,
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Niemals

Mit ehernem Griffel grub ich Tief in
Dein weiches Herz Für immer mein
Bild. Und wenn auch
Vorsicht, Klugwaltende,
sichergehende Dich behütet Vor des
Dichters Flammenz
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Vergebens

Nimmer löschen, nimmer stillen Kann ich
diese dunkle Sehnsucht Nach dem
Tode. All mein atemloses Kämpfen, Sie
zu zwingen, ist vergebens. Jene Zeiten,
wo ich glaubte
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Noch einmal

Noch einmal, eh` die große
Nacht Erdrückend mich umfängt, Hat
eines Auges Sonnenpracht Mir einen Blick
geschenkt. Es traf ein lichter
Funkenstrahl Mein Dornendiadem,
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Vorgefühl

Noch ruht die Macht in Deinen lieben
Händen, Des Herzens wildes Toben
einzudämmen, Des Zweifels Bohren
kinderleicht zu hemmen - Und
Sehnsuchtsqualen, dunkle, zu
beenden. Ich abe
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Lebensanker

Nur Eines kann mich halten noch im
Leben Und kann die dunkle Stunde weiter
schieben: Ein schrankenloses,
weltvergeßnes Lieben Und Gegenliebe
heischendes Bestreben. Denn Jeder, de
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Klage

O hättest Du nur einmal Die brennende
Stirn mir gekühlt, Entflohen wären die
Geister, Die meine Seele zerwühlt. Du
aber hast mit Grausen Von mir Dich
abgewandt, Un
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O sieh mich nicht so schmerzlich an

O sieh mich nicht so schmerzlich
an, Mein totenblasses Lieb, Und hab` ich
Dir auch wehgetan, Vergib, vergib! Der
Schatten der Vergangenheit Das kranke
Herz umspannt, U
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Ruhbedürftig, liebesübersättigt...

Ruhbedürftig,
liebesübersättigt, Sinkt nach tobenden
Genüssen Dein
gespensterblasser, Herrlicher
Leib Keuchend zurück. Weit geöffnet,
in schweren Atemzügen Zittern die
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Geliebte, kleine Braut!

Schling` Deines Haares Strähne Ums
Haupt mir, kleine Braut, Zerküsse die
funkelnde Träne, Die mir von den
Wimpern getaut. Vom Elend hier auf
Erden Hab` ich genug erschaut
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Stumme Liebe

Selig, willenlos dahingegeben, Ruht der
schlanke Leib in meinen Armen, Und die
feuchten, vollen Lippen suchen Leise die
meinen. Aber keine Liebesworte
schauern Aus bedrängt
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Gebet

Trostlos-weinende Sehnsucht, Du
geleitest Einzig meine
verirrte, Wundenblutige Seele, Und Dein
hilflos Kindisch-thörichtes
Weinen Mehrt ihre Qualen. Weinende Se
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Reinigung

Und als Du leise mich geküßt Und Dich
mir angeschmiegt, War mir`s, als ob ich
weinen müßt` - Mein Lieb, Du hast
gesiegt. Der brandigen Gedanken
Heer Vertrieb Dein junger
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Und meine Seele

Und meine Seele Trat vor mich hin In
kothbesudeltem Purpurgewande Und sah
mich an, Todestraurig, Mit schwimmenden
Augen... Und klagend klangen die
Worte: Siegt die Geme
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Letztes Finden

Verlassene Geliebte,
schwergekränkte, Noch einmal gib mir
freundlich Deine Hand, Die mir Dein
großes Herz in Tagen schenkte, Wo Du
noch viel zu wenig mich gekannt. Ein
heißes L
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Frieden

Weiß Gott, ich hab` Dich lieb, mein
zartes Kind, Und Dein Geplauder - weich
wie Frühlingswind - Es tut so wohl;
aufatmet das Gemüt, Der Wettersturm im
Abendrot verglüht. -
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Mein Herz ist todt

Wenn meiner Lieder düsterrothe Feuer In
wilden Flackertänzen Dich umsprüh`n, O
glaube nicht, dass Du mir lieb und
theuer, Dass diese Flammen aus dem
Herzen glüh`n. Mein Herz i
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Wieder grüßen Deine Augen

Wieder grüßen Deine
Augen Märchenhafte Zaubersterne Herab
zu mir, Vom bleichen Antlitz, Dem
unnennbar süßen, Und die alte, heiße
Liebe Lodert auf; Wie vom Ätna F
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Rückkehr

Wieder ruht mir in den Armen Der
geliebte braune Körper Mit dem dunklen
Kranz der Haare Auf der heißen, vollen
Brust. Wieder bett ich meine Lippen Und
mein tränenfeuchtes
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Schweigend

Wir haben in seligen
Nächten Blutsaumige Küsse
getauscht, Wir haben in stöhnenden
Wonnen Die hungernden Seelen
berauscht. Wir liebten uns bis zur
Erschöpfung Und liebten
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Müde Liebe

Wir liebten uns mit jener müden
Liebe, Die weich und zart die kranken
Seelen eint, Wir liebten uns mit jener
müden Liebe, Der jeder Kuss schon als
brutal erscheint. Die Hände k
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Sturm

Wo sich auf bleichgeglühten
Kalksteinfelsen Der Rosenhain erhebt,
dort ruhtest du... Die Luft ist schwül,
dem fernen Horizont Entsteigt ein
nachtgefärbtes Sturmgewölk, Das noch
ein l
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Rhythmen

Wär`s nicht besser, Tausendmal
besser, Statt langsam
hinzusiechen, Abzusterben Glied für
Glied - Dieses
verschleuderte, Sündenbesudelte, Elende
Dasein Schnell zu end
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Dämmerung

Zur Abendzeit, wenn sich die Wolken
färben, Wenn Alles glüht in
rötlich-gelbem Licht, Da muß der Sinne
Glut in mir ersterben, Und keusch und
lauter meine Seele spricht, - Zur
Abendze
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