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Gedichte - Ferdinand Sauter


Ins Stammbuch meines Freundes A.v.C.

(Salzburg) Kennst du diefe
Blumenfluren, Unsrer Jugend
Aufenthalt, Diesen Teich, den wir
befuhren, Diesen schattenreichen
Wald? Hier des Gaisbergs sanfter Hüg
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An Grillparzer

(Trost, ausgebracht in der
Künstlergesellschaft
„Concordia`). Sei gegrüßt aus
voller Kehle, Unsre Freude, unser
Stolz, Wo ist wohl die kalte
Seele, Deren
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Henriette

1. Als jüngst mein Aug` erblickte
Henrietten, Da wurden locker der
Besinnung Quadern, Glutströme quollen
rings durch meine Adern, So wie sie
qualmen in des Aetna Betten.
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An Nikolaus Lenau

Als jüngst in Hallstadts Mauern Das
Unheil mich ereilt Und zwischen Schmerz
und Trauern Mein Lager war
getheilt; Als ich den Himmel
schwärzen Sich sah und keinen Ste
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Unmuth

Apoll will nimmer sich vertragen Mit
Pfunde wiegendem Merkur, Und meine
wiederholten Klagen Vermehren diesen
Zwiespalt nur. Wenn dieser rafft mit
gier`gen Händen Gewi
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An den Mond

Breite nur die Dämmerstrahlen Auf das
Nachtgefild herab; Wie des Lebens
Schuld wir zahlen Schau — geschichtet
Grab an Grab! Herrlich prangend tief
im Aether Ziehst
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Verschiedene Leute - Soldat

Das Vaterland schirmen Vor jeglichen
Stürmen, Den Thron zu bewahren Vor
feindlichen Schaaren, Auf Leben und
Sterben Die Fernde verderben, Das ist
mein Beruf. Un
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Verschiedene Leute - Staatsmann

Das wahre Glück des Volkes zu
erstreben, Ward ich auf diese Stufe
hingestellt, So sei mein ganzes
vielbewegtes Leben Geweiht dem
allgemeinen Wohl der Welt. Den Streit
des Widerstreb
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Guter Rath

Der bunte Schmetterling, der
lose, Entbietet feinen
Schmeichelgruß Der Nelke, Lilie und
Rose Mit manchem süßen
Liebeskuß. Er ist zwar flüchtig, er
ist leicht, Doch ist er
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Vergebens

Der Frühling blieb so lange aus, Und
ließ sich nicht ersehnen, Da wellte
süßer Wünsche Strauß, Es stockten
selbst die Thränen. Und wie er
endlich lachend kam He
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Letzter Trost

Des Lebens Ziel ist fern und
dunkel, Wenn es die Liebe nicht
erhellt, Gleichwie des Nachtgestirns
Gefunkel Ein düstrer Wolkenschwarm
umstellt. Die Sonne siehst du
täglich l
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Frühlingsaufruf

Des Winters Eisesschanzen sind
geschmolzen, Der Frost zerrann, der
jüngst an`s Fenster schlug: Es spottet
des Tyrannen schon, des stolzen, Der
Schwalb` und Lerche freier Himmelsflug.
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Marie

Dich lieb` ich, dich, Marie, Mit meiner
Jugend Feuerglut, Denn einem Mädchen
nie Noch war mein Herz so innig
gut Als dir, Marie! Im Wald bist du,
Marie, Mein e
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An die Poesie!

Dich, o Abglanz alles
Schönen, Himmelstochter Poesie, Will
ich preisen in den Tönen, Die mir
deine Huld verlieh. Als das Licht die
Welt umflossen, Und enthüllt die
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Verschiedene Leute - Landmann

Die Ernt` ist dießmal schlecht
gerathen, Der Hagelschlag verschlug die
Saaten, Und wo sonst Weizen wuchs und
Korn, Da wuchert nun der
Stacheldom, Und blieb ein guter Fleck
noch steh
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Dahin!

Die Rose blüht, doch birgt sie schon
den Wurm, Der Himmel blaut, nicht ferne
droht der Sturm, Und dort des Stromes
dunkelgrüne Fläche, Nicht lange
währt`s, daß sie in Schaum sich brech
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Getäuschte Hoffnung

Die Schwalben lassen lange warten, Zu
suchen das bekannte Nest, Die Veilchen
im verwaisten Garten Hält noch der
Frost im Grunde fest. Die Lerchen
kamen schon gezogen,
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Im November

Die Sommerlüfte lind und wann Sind
längst schon über`s Meer, Nur rauher
Winde Pöbelschwarm Treibt welkes Laub
umher. Doch zweie blühen fort und
fort, Gedanke und
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Mittagglühen

Die Sonne ruht Mit hellster Glut Auf
Fluren, Wäldern und Hainen, Kein
Wölkchen mag sie beweinen. Der
Schattenquell Netzt frisch und
hell Wohl manche dürstend
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Auf die Reise

Die Tugend übe unter Schweigen, Des
Bruders Fehler hüll` in Nacht; Du
sollst dein glühend Herz nicht
zeigen, Weil es die schnöde Welt
verlacht. Das Wort des Hasses sei ve
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Versagte Liebe

Du gabst mir, Himmel, Freunde Von
achtem Schrot und Korn; Nicht minder
auch der Feinde Verletzend scharfen
Dorn. Die Freunde sind
zerstoben Nach Süden, Ost und West,
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An ***

Du mahnst mich an ein
Frühlingslüftchen, Das jählings aus
dem Süden kam, Urplötzlich fächelt`s
meine Wangen, Verscheuchend allen
Wintergram. Du mahnst mich an die
Schl
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Verschiedene Leute - Liebender

Ein Mädchen weiß ich in der Schönheit
Prangen Und in des Lebensfrühlings
voller Blüte, Aus blauen Augen
leuchtet Herzensgüte, Und Frohsinn
lacht von morgenfrischen Wangen.
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An Levitschnigg

Es schwärmt in Ostens Aufenthalt dem
Lied, Und Indiens ganzen Zauber malt
dein Lied; Der Occident versinkt im
Nebeldunst, Wie Ceylons Morgenröthe
strahlt dein Lied; Wenn Scheidemü
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Grüß Gott!

Grüß` Gott, du edle, holde Maid, Dich
schmückt der Geist mehr als das
Kleid. Nicht trübt die Thorheit deine
Jugend, Zur Lüge wird dir nicht die
Tugend. Du weißt, daß e
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Lebensweise

Ich wandle so mit offnem Sinn Im
heitern Sonnenschein, Gesund und
kräftig, wie ich bin, Freut mich das
schöne Sein. Ich achte meinen Leib
gering, Der einst des Moder
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Verschiedene Leute - Handwerker

Kaum daß noch die Straßen
dämmern, Heißt es werken, heißt es
hämmern, Und dem Stahle und dem
Eisen Tücht`ge Manneskraft
beweisen, Daß sie treu nach unserm
Willen, Zwec
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Der Mutter Abschied

Kindchen mit den Engelszügen, Die den
sanften Schlummer lügen, Jüngst noch
meines Lebens Freude, Nun der Inbegriff
vom Leide, Emma! Kindchen, lebe
wohl! O wie war m
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Verschiedene Leute - Dichter

Mein Gaumen dürstet nicht nach eitlen
Schätzen, Nach äußerm Prunk, nach
hochgestelltem Rang, Mir kann nur
Musenquell den Busen netzen, Mich laben
nur der freudige Gesang. Und wen
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Verschiedene Leute - Priester

Mir ist der schönste Pflichtteil
zugefallen, Den Menschen vor der
Weltlichkeit Begierde Zu wahren,
lehrend ihm die hohe Würde Des
Christenthums in hehren
Tempelhallen. Ich
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Beherzigung

Morgenstrahlen röthen täglich Jener
Berge Gipfelwand, Wolken ziehen,
leichtbeweglich Nach dem fernen
Abendland. Nächtlich übt der
Erdbegleiter, Mond, des reinsten
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Dichters Klage

Neues möcht` ich gerne singen, Doch es
ist die Welt so alt; Müde tont das
eitle Klingen Und die Herzen läßt es
kalt. Alle Haine steh`n
entblättert, Alle Blumen si
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Verschiedene Leute - Philosoph

Nicht frommen mir die irdischen
Gewalten, Die himmlischen, die
geistigen allein, Sie sollen ganz den
Blick gefesselt halten Und führen mich
zum wahren, ächten Sein. Des Menschen
Ge
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An Friedrich Halm

O schönes Vorrecht reichbegabter
Seelen, Zu läutern der Gefühle
Schlackengold, Und was dem Geiste
lieblich dünkt und hold, Mit klugem
Blick zu sichten und zu wählen. Nic
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Frühlingsmuth

O Sonnenschein, so bist du da, Nun ist
auch schon das Blühen nah, Und süße
Maienluft dahinter, Drum troll dich
fort, du blöder Winter! Leb` wohl,
du Kerkerluft der Stadt,
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Hoffnung

Schon schwärmt der Frühling linde Im
frischen Laub der Pappel, Es treiben
günst`ge Winde Der Hoffnung Kahn vom
Stapel. Sie strebt auf
Schaukelwogen Zur fabelhaften
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Verschiedene Stimmen

Schön ist`s, wenn die
Nachtigall Flötet, und der
Wiederhall In zwei losgerissnen
Herzen Wecket längstvergessne
Schmerzen. Lieblich klingt der
Drossel Sang, Schmelze
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Abschied

Still, still, mein Herz, dich trügt
vielleicht der Schein, Du trübst dir
selber deines Daseins Wein — O nein,
o nein! was mir erzählt das
Auge, Erfüllt mein innerst Herz mit
bittrer L
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Banner

Wem gelten jene schwarzumflorten
Banner, Die sich auf einen Sarg
herniederneigen? O dürft` ich feinen
Namen doch verschweigen; Er ist`s, der
Walzertactbeflügler Lanner! Vie
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Einsam

Wie traurig, wem ein Gott Gefühle
gab, So einsam an dem Zeitenstuhl zu
weben, — Indeß der Sommer reift die
vollen Reben, Sich üppig rankend um
den schlanken Stab. Verarm
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Wehmuth im Frühlinge

Wieder ist der Lenz gekommen, Blühend
Wiese, Wald und Hag, Außen ist der
Glanz entglommen - Innen wird es nimmer
Tag. Tausend buntgeschmückte
Blüthen Dringen aus d
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Todtenreigen

Zur Mitternachtsstunde, Wenn rings in
der Runde Nur Schweigen und Tod, Da
dringt in die Gräber, Als
Leichenbeleber, Ein mahnend
Gebot: `Ersteht aus den Särgen
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