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Gedichte - Francesco Petrarca


Als Simon an zum hohen Werk sich schickte

Als Simon an zum hohen Werk sich
schickte, Das seiner Hand für mich den
Stift gegeben, Wenn’s ihm da, Stimm
und ein verständig Leben Dem
lieblichen Gebild zu spenden,
glückte,
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Am linken Strand Tyrrhener-Meeres drüben

Am linken Strand Tyrrhener-Meeres
drüben, Dort, wo die Flut erseufzt, im
Wind zerstoben, Sah plötzlich jenen
Baum ich hoch erhoben, Von dem mit
Recht manch Blatt ich vollgeschrieben.
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Amor sprach oft zu mir: Schreib eigenhändig

Amor sprach oft zu mir: Schreib
eigenhändig, Was du gesehn, schreib es
in goldnen Zeichen, Wie meine Jünger
all ich laß erbleichen, Und
augenblicks sie tot mach’ und
lebendig.
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Amor, mit schmeichelnder Verheißung Tücke

Amor, mit schmeichelnder Verheißung
Tücke, Trieb heim mich zu des alten
Kerkers Türen; Die Schlüssel dann
gebot er ihr zu führen, Die feindlich
aus mir selbst mich hält zurücke.
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Aus gottvergessnem Babylon, von wannen

Aus gottvergessnem Babylon, von
wannen Die Scham entflohn, daß drin
nichts Gutes keime, Der Schmerzen
Heimat, Mutter eitler Schäume, Mußt
ich mich, wollt ich leben, selbst
verbannen.
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Nicht bloß die nackte Hand vor andern Dingen

CC. Nicht bloß die nackte Hand vor
andern Dingen, Die sich – o Leid! –
nun birgt vor meinen Blicken, Die andre
Hand auch und zwei Arme schicken Behend
sich an, mein zage
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Wie neid ich, geizges Land, dich, das umschließet

CCC. Wie neid ich, geizges Land,
dich, das umschließet Sie, deren
Anblick mir nun ist entrungen, Das mir
die schönen Mienen abgedrungen, Drin
Frieden ich nach jedem Kampf b
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O Tal du, voll von meinen Klagetönen

CCCI. O Tal du, voll von meinen
Klagetönen, O Strom, den oftmals meine
Tränen schwellen, O Wild, o Vögel,
und ihr Fisch’ in wellen, Um die sich
hegend grüne Ufer dehnen
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Mich hob mein Geist hinan auf fernem Gleise

CCCII. Mich hob mein Geist hinan auf
fernem Gleise, Zu suchen, was der erd
ach! nun entschwunden. Da sah ich sie,
vom dritten Kreis umwunden, Weit
schöner und mit minder sto
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Amor, der du im Glück mit mir gezogen

CCCIII. Amor, der du im Glück mit
mir gezogen Längs dieser Ufer,
freundlich unserm Dichten, Und, unsre
alten Händel hier zu schlichten, Mit
mir und mit dem Fuß Gespräch
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Als Liebeswürmer mir noch zehrend lagen

CCCIV. Als Liebeswürmer mir noch
zehrend lagen Am Herzen und ich glüht
im Liebesbrande, Sucht ich durch
einsame, durch öde Lande Die Spur des
flüchtgen Wildes zu erfragen
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Das hehre Wunder, das dem Erdenrunde

CCCIX. Das hehre Wunder, das dem
Erdenrunde Unlängst erschien und dann
sich aufgeschwungen, Das Gott uns nur
gezeigt und drauf entrungen, Ein
Schmuck zu sein in seiner Stern
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So weit mein Blick sich öffnete hienieden

CCCIXL. So weit mein Blick sich
öffnete hienieden, So weit mir hoben
Lieb und Lust die Schwinge, Sah neu’
und hold’ ich, aber irdsche
Dinge, Die einem Wesen jeder Stern
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Dies morsch hinfällge Glut, dies flüchtge Schein

CCCL. Dies morsch hinfällge Glut,
dies flüchtge Scheinen, Das Schönheit
heißt und wie der Wind sich
wendet, War nur in letzter Zeit so ganz
vollendet In einem Leib verein
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Die süßen Härten, sanften Weigerungen

CCCLI. Die süßen Härten, sanften
Weigerungen, Voll keuscher Liebe, voll
von Huld und Güte; Der milde Zorn, der
mein entflammt Gemüte Und seinen Wahn
(nun seh ich’s ein
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Beglückter Geist, der du einst sanft die frommen

CCCLII. Beglückter Geist, der du
einst sanft die frommen Augen in
sonnger Klarheit durftest regen Und
Seufzer schufst und ewger Worte
Segen, Die fort und fort mein Herz seit
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Lieb Vöglein du, von sanges Lust getragen

CCCLIII. Lieb Vöglein du, von sanges
Lust getragen, Oder beweinend die
vergangnen Zeiten, Siehst Nächte du
und Winter dir zur Seiten, Im Rücken
Tag und Monde voll Behagen,
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Reich deine Hand dem müden Geist, o reiche

CCCLIV. Reich deine Hand dem müden
Geist, o reiche Sie, Amor, meinem Kiel,
dem schwachen, bangen, Von ihr zu
sagen, die emporgegangen, Unsterblich,
Bürgerin im Himmelreiche
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O Zeit, o Himmelslauf, der du die blinden

CCCLV. O Zeit, o Himmelslauf, der du
die blinden, Elenden Erdner trügst in
flüchtger Eile; O Tage, schneller ihr,
als Wind und Pfeile, Nun aus Erfahrung
kenn ich eure Sünd
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So häufig kehrt die heilge Luft, zu weben

CCCLVI. So häufig kehrt die heilge
Luft, zu weben Um meine Ruhestatt, daß
ich es wage, Zu nennen ihr, was ich
einst trug und trage, Was, weil sie
lebt, ich nimmer durft ers
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Ein jeder Tag ist mir gleich tausend Jahren

CCCLVII. Ein jeder Tag ist mir gleich
tausend Jahren, Bis ich ihr folge, die
mich treulich leitet, Die mich zur Welt
geführt und nun geleitet Auf besserm
Pfad zum Leben sond
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Nicht kann den süßen Blick der Tod verherben

CCCLVIII. Nicht kann den süßen
Blick der Tod verherben; Doch kann den
Tod ein süßer Blick versüßen. Was
brauch ich and’r um Führung zu
begrüßen? Sie führt mich, d
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Oft sagt mein treuer Spiegel mir, daneben

CCCLXI. Oft sagt mein treuer Spiegel
mir, daneben Die andre Haut, der Geist,
dem nichts gelinget, Ermattung
Ohnmacht, die vergebens ringet: „Birg
dir es nicht, du bist doch
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Zum Himmel flieg im Geist so oft ich hinnen

CCCLXII. Zum Himmel flieg im Geist so
oft ich hinnen, Als wär ich deren
einer, die da oben Aus dem zersprengten
Schleier sich erhoben, Ihr Teuerstes
dort wiederzugewinnen.
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Im Tod erlosch die Sonne, die mich blendet

CCCLXIII. Im Tod erlosch die Sonne,
die mich blendet; Die hellen Augen sind
von Nacht umfangen; Staub ist, um die
mich Wärm und Frost
durchdrangen; Statt Lorbeers, Ulm und E
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Amor ließ einundzwanzig Jahr’ mich zagen

CCCLXIV. Amor ließ einundzwanzig
Jahr’ mich zagen, In Gluten froh und
hoffend im Entbehren: Zehn andre Jahre
gab er nichts als Zähren, Seit sie
empor mit sich mein Herz g
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Ich geh und weine den vergangnen Tagen

CCCLXV. Ich geh und weine den
vergangnen Tagen, Die ich verbracht,
hangend an irdschen Dingen, Nicht
trachtend auf im Flug, obwohl ich
Schwingen, Vielleicht zu schönem Beisp
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O schöne Seele du, erlöst von jenen

CCCV. O schöne Seele du, erlöst von
jenen Fesseln, die schöner nie Natur
gegeben, Vom Himmel her sieh auf mein
dunkles Leben, Von frohen Bildern wende
dich zu Tränen!
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Es schloß die Sonne, die zum Himmelsreiche

CCCVI. Es schloß die Sonne, die zum
Himmelsreiche Mich gehen hieß mit
ruhmeswertem Schritte, Kehrend zur
höchsten Sonn, in Steines Mitte Mein
Licht, ihr irdisch Haus, das
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Wohl dünkt ich mich geschickt, empor auf Schwinge

CCCVII. Wohl dünkt ich mich
geschickt, empor auf Schwingen Durch
ihn, des Kraft allein sie regt, zu
schweben, Den schönen Knoten würdig
zu erheben, Den Tod zerreißt und A
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Für die ich Arno ließ ob Sorgas Talen

CCCVIII. Für die ich Arno ließ ob
Sorgas Talen, Um freie Armut knechtsche
Herrlichkeiten, Sie kehrt in bittres
Weh die Süßigkeiten, Durch die ich
lebt und nun vergeh in Q
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Der Zephyr kehrt, die schöne Zeit zu bringen

CCCX. Der Zephyr kehrt, die schöne
Zeit zu bringen, Und Gras und Blumen,
seine süßen Kleinen; Und Progne
schwatzt und Nachtigallen weinen; In
Weiß und Rot will sich der L
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Die Nachtigall dort, die so zärtlich weinet

CCCXI. Die Nachtigall dort, die so
zärtlich weinet, Vielleicht, weil Gatt
ihr oder Kindlein fehlen, Himmel und
Flur in süßen Wonnen einet Mit
Klängen, drin sich Leid und
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Nicht Sterne, die durch heitre Höhn sich schwinge

CCCXII. Nicht Sterne, die durch
heitre Höhn sich schwingen, Noch
wohlgeteerte Kiel’ auf stillen
Wellen, Nicht durch die Flur bewehrte
Kampfgesellen, Nicht Rehe, die durch
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Dahin ist ach! die Zeit und untergangen

CCCXIII. Dahin ist ach! die Zeit und
untergangen, Da Kühl ich fand, von
Flamm und Glut umlichtet; Dahin, von
der geklagt ich und gedichtet, Und die
mir Tränen ließ und Qua
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Mein Geist, der du, vorahnend deine Klagen

CCCXIV. Mein Geist, der du, vorahnend
deine Klagen, In froher Zeit schon mit
so ernstem Sinnen Nachdenklich in
geliebten Blicken drinnen Dir Ruhe
suchtest für die künftgen
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Es flohn, wie Hirsche, meine Tag’ unbändig

CCCXIX. Es flohn, wie Hirsche, meine
Tag’ unbändig, Wie Schatten, hin und
sahn nicht mehr vom Glücke, Als wenig
heitre Stunden, Augenblicke, Die,
bittersüß, ich noch be
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Mein süßes, teures Pfand, das mir entrissen

CCCXL. Mein süßes, teures Pfand,
das mir entrissen Natur, der Himmel nun
mir aufgehoben, Du meine Stütze in des
Lebend Toben, Warum so lang soll ich
dein Mitleid missen?
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War Mitleid, war ein Engel so geschwinde

CCCXLI. War Mitleid, war ein Engel so
geschwinde, Zum Himmel auf mein
Herzeleid zu tragen, Da ich die Herrin,
wie in alten Tagen, So mild und
tugendsam mir nah empfinde,
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Mit Brot, das meinem Herrn zu aller Stunde

CCCXLII. Mit Brot, das meinem Herrn
zu aller Stunde Vollauf, nähr ich mein
Herz, mit Trän und Plage, Und oft
erbleich ich, zittre bang und
zage, Denk ich an seine bittre, t
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Denk ich an ihn, den jetzt der Himmel ehret

CCCXLIII. Denk ich an ihn, den jetzt
der Himmel ehret, Den holden Blick, des
goldnen Hauptes Neigen, Ans Antlitz, an
der Engelstimm Erzeigen, Die Lust mir
gab, nun Gram im He
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Vielleicht war vormals süß der Liebe Leben

CCCXLIV. Vielleicht war vormals süß
der Liebe Leben – Wann, weiß ich
nicht – in Herb ist’s nun
verkehret. Das Wahre kennt nur, wer es
selbst erfähret, Wie sich mit
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Den Boten mein ich stündlich zu erkunden

CCCXLIX. Den Boten mein ich
stündlich zu erkunden, Den mir die
Herrin, mich zu rufen, sendet; So bin
ich inn und außen 
umgewendet, Und so in wenig Jahren
hingeschwund
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Es trieben Schmerz und Liebe, fehlzugehen

CCCXLV. Es trieben Schmerz und Liebe,
fehlzugehen, Die Zunge, die da
ausgelernt in Klagen, Von ihr, für die
ich glüht und sang, zu sagen, Das,
wär es wahr, als Unrecht wä
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Erwählte Engel, sel’ge Bürgerinnen

CCCXLVI. Erwählte Engel, sel’ge
Bürgerinnen Des Himmels hielten droben
sie umschlungen Am ersten Tag, da sie
sich aufgeschwungen, Bewundernd und mit
ehrfurchtsvollem Sinn
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Du Herrin, unserm Urquell angeschlossen

CCCXLVII. Du Herrin, unserm Urquell
angeschlossen In Lust, wie’s deinem
frommen Sinn ersehen, Erhöht zu eines
lichten Thrones Höhen, Von andrem
Schmuck, als Purpur, Perl,
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Von schönsten Augen und von hellsten Wangen

CCCXLVIII. Von schönsten Augen und
von hellsten Wangen, Die je geleuchtet,
von den schönsten Flechten, Die Gold
und Sonn um ihren Schimmer
brächten, Von süßem Lächeln,
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Mein frishes Blütenalter schied soeben

CCCXV. Mein frishes Blütenalter
schied soeben, Und lauer, fühlt ich,
ward des Herzens Schwüle, Gelangt war
ich bereits zu jenem Ziele, Wo sinkend
sich zum Ende neigt das L
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Zeit war’s, in Frieden nun zu ruhn vom Streiten

CCCXVI. Zeit war’s, in Frieden nun
zu ruhn vom Streiten Nach solchem
Kampf, auch war ich fern nicht eben; Da
hieß die frohen Schritte rückwärts
streben, Der ausgleicht a
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Amor hat einen stillen Port gewähret

CCCXVII. Amor hat einen stillen Port
gewähret Nach wilder Stürme langen,
großen Fahren In reiferm Alter,
bessrer Sitt erfahren, Das, schuldfrei,
sich mit Tugend schmückt
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Es sank ein Baum, gerissen aus dem Lande

CCCXVIII. Es sank ein Baum, gerissen
aus dem Lande, Gleich einem, den da Erz
und Sturm bezwingen, Streuend umher
sein hohes Laub im Sande, Zur Sonne
kehrend feuchte Wurzelsch
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Ich fühl ein altes Wehn ...

CCCXX. Ich fühl ein altes Wehn; der
Berge Lehnen, Die sanften, seh ich, wo
das Licht begonnen, Das meinen Augen
Freud und Lust gewonnen, Weil’s Gott
gefiel, nun Trauer gib
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Ist dies das Nest, dem Phönix ausersehen

CCCXXI. Ist dies das Nest, dem
Phönix ausersehen, Drein er die
goldnen Purpufedern legte, Der einst
mein Herz in seinen Flügeln hegte Und
draus noch Wort’ und Seufzer lä
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Nie werd ich trocken Blicks und ungerühret

CCCXXII. Nie werd ich trocken Blicks
und ungerühret Mit ruhigem Gemüt die
Zeilen schauen, Aus denen Liebesfunkeln
scheint zu tauen, Die Mitleid wie mit
eigner Hand gezieret
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O Tag, o Stund, o letzte der Sekunden!

CCCXXIX. O Tag, o Stund, o letzte der
Sekunden! O Stern ihr, arm zu machen
mich, verschworen! O treuer Blick, was
sprachst du, als, erkoren Zu ewgem Weh,
ich schied in jenen
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Das Höchste hast du, was du kannst, begangen

CCCXXVI. Das Höchste hast du, was du
kannst, begangen, O grimmer Tod; hast
Amors Reich verheeret, Hast nun der
Schönheit Blüt und Licht
zerstöret, Und hältst es nun von
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Die Kühlung, die aus süßem Lorbeer quillet

CCCXXVII. Die Kühlung, die aus
süßem Lorbeer quillet, Hach,
Schatten, Duft und Blüten froher
Stunden, Hat, der die Welt verödet,
mir entwunden, Mein Licht und was des
Le
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Der letzte weh! von meinen frohn Tagen

CCCXXVIII. Der letzte weh! von meinen
frohn Tagen (Wie wenige sah ich im
Leben ehe!) Erschien; da ward mein Herz
zu lauem Schne’e, Deutend vielleicht
auf dunkle Zeit voll K
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Der fromme, teure Blick, er schien zu sagen

CCCXXX. Der fromme, teure Blick, er
schien zu sagen: „Nimm das von mir,
was jetzt noch kann geschehen; Denn nie
wirst du mich wieder hier
erspähen, Wann du hinweg den trä
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Zum harten Stein, o Schmerzenslied, entfliehe

CCCXXXIII. Zum harten Stein, o
Schmerzenslied, entfliehe, Der über
meinem Schatze steht erhoben; Da rufe
sie, die Antwort gibt von oben, Wie
auch der Leib an dunklem Ort ver
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Kann tugendsame Liebe Lohn gewinnen

CCCXXXIV. Kann tugendsame Liebe Lohn
gewinnen, Mitleid gewähren, was es
sonst gewährte, So wird mir Lohn; denn
sonnenhell verklärte Sich ihr und
aller Welt mein treues Min
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Bei tausend Fraun sah eine solch ich stehen

CCCXXXV. Bei tausend Fraun sah eine
solch ich stehen, Daß Liebeszagen an
das Herz mir rückte, Als ich in wahrem
Bilde sie erblickte, Von Ansehn gleich
den Geistern sel’ge
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Sie kehrt zum Herzen, ja sie ist darinnen

CCCXXXVI. Sie kehrt zum Herzen, ja
sie ist darinnen, Die Lethe selbst
nicht könnte draus
verschlagen, Leuchtend, wie ich sie sah
in Blütentagen, Von Strahlen, die aus
ihrem
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Der einst besiegt in Duft und Farbenprangen

CCCXXXVII. Der einst besiegt in Duft
und Farbenprangen Den Osten, welchen
Duft und Licht durchfluten, In Laub und
Blüt und Frucht, drum alles Guten Und
Herrlichen der West d
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Du ließest ohne Sonn, o Tod, die Erde

CCCXXXVIII. Du ließest ohne Sonn, o
Tod, die Erde, Dunkel und kalt; blind
Amorn, ohne Wehre; Entblößt die
Anmut; Schönheit sonder Ehre; Mich
trostlos und mir selber zur B
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Mein Glück und Amor hatten mir bescheret

CCI. Mein Glück und Amor hatten mir
bescheret So schöne Bordenzier von
Gold und Seiden, daß auf der Zinn ich
stand von meinen Freuden, Dacht ich bei
mir, wem solches angeh
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Wo ist die Stirn, die sonst mit leisem Grüßen

CCIC. Wo ist die Stirn, die sonst mit
leisem Grüßen Mein Herz gewandt nach
der und jener Seiten? Wo schöne
Brau’n und Sterne, die zu
leiten Durchs Leben mich mit ihrem S
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Aus schönem, hellen, blank-lebendgen Eise

CCII. Aus schönem, hellen,
blank-lebendgen Eise Entspringt die
Glut, die mich entflammt,
vernichtet, Die Herz und Adern trocknet
und verflüchtet, Daß ich zugrunde geh
unme
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Weh, daß ich glüh, und eine nicht will trauen!

CCIII. Weh, daß ich glüh, und eine
nicht will trauen! Es traut mir alle
Welt, nur nicht die eine; Sie, hoch vor
allen, die erwählte meine, Sie,
scheint es, traut mir nicht
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Seele, die du von so verschiednen Dingen

CCIV. Seele, die du von so
verschiednen Dingen Siehst, hörst,
liest, sprichst und schreibst und
denkest innen! Unstetes Aug, und du vor
andern Sinnen, Durch den ins Herz die
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Es zieht die süße Höh, wo ich zurücke

CCIX. Es zieht die süße Höh, wo
ich zurücke Mich ließ, der fliehend
ich nie kann entfliehen, Voraus mir,
daß, die Amor mir verliehen, die teure
Bürd allimmerdar mich d
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Sonst pflegt im Traum mir fernher Trost zu reichen

CCL. Sonst pflegt im Traum mir
fernher Trost zu reichen Die Herrin
durch ihr englisches Erscheinen; Jetzt
sendet sie mir Schrecken nur und
Weinen; Nicht kann ich mehr der Qua
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O jammervolles, schreckliches Gesichte!

CCLI. O jammervolles, schreckliches
Gesichte! So ist’s denn wahr, daß
vor der Zeit dies hehre Gestirn
erlosch, das in des Jammers Schwere, In
Hoffnung bei mir stand mit se
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Voll Zweifels wein ich, wenn ich jetzt gesungen

CCLII. Voll Zweifels wein ich, wenn
ich jetzt gesungen, Und fürcht und
hoff und atme aus meinen Kränken In
Vers’ und Seufzern; Amors Streiche
lenken All auf mein Herz sic
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O süße Blick’, o Wörtlein klug gewendet

CCLIII. O süße Blick’, o
Wörtlein klug gewendet, Werd ich euch
wieder hören, wieder spüren? O blonde
Locken, die mein Herz umschnüren, In
deren Haft zum Tod es Amor s
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Ich lausch und kann doch Kunde nicht erlangen

CCLIV. Ich lausch und kann doch Kunde
nicht erlangen Von meiner süßen
Gegnerin Beginnen; Noch weiß ich, was
ich sagen soll und sinnen, So teilt
mein Herz in Hoffnung sich
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Stets sucht ich Einsamkeit vor allen Dingen

CCLIX. Stets sucht ich Einsamkeit vor
allen Dingen, (Die Ströme können’s,
Feld und Busch verkünden) Um zu
entfliehen jenen Tauben, Blinden, Die
fernab von des Himmels Pf
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Wenn frohe Liebende des Morgens Kunde

CCLV. Wenn frohe Liebende des Morgens
Kunde Hassen und nach dem Abende
verlangen, Mehrt mir der Abend Tränen
nur und Bangen, Ist mir der Morgen
glücklichere Stunde.
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O könnt ich je der Rach an ihr genesen

CCLVI. O könnt ich je der Rach an
ihr genesen, Die mich durch Blick und
Rede gleich zerstöret, Und dann zu
größerm Leid sich von mir kehret, Die
Augen bergend mir, die s
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Wonach ich seufz und schmacht, auf schönen Wangen

CCLVII. Wonach ich seufz und
schmacht, auf schönen Wangen Hing
sehnend fest mein Blick, als, wie zu
fragen: „Was denkst du?“ Amor vor
mir aufgeschlagen Die teure Hand, m
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Hell sah ich Funken aus zwei Lichtern tagen

CCLVIII. Hell sah ich Funken aus zwei
Lichtern tagen, Und, nach mir blitzend,
freundlich mich umspinnen; Aus klugem
Herzen hört ich seufzend
rinnen Erhabne Red, auf sanfter
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In solchem Stern hab ich zwei Augen sehen

CCLX. In solchem Stern hab ich zwei
Augen sehen, An Huld und Tugend allen
überlegen, Daß vor der holden
Liebesnester Regen Mein Herz den
schönsten Anblick muß verschmähe
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Wo eine Frau nach hohem Ruhme strebet

CCLXI. Wo eine Frau nach hohem Ruhme
strebet, Den Geist, Holdseligkeit und
Kraft begründen, Sie wird in meiner
Feindin Aug ihn finden, Die alle Welt
als meine Frau erhebet;
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Wertvoll ist’s Leben, und nach ihm zu preisen

CCLXII. “Wertvoll ist’s Leben,
und nach ihm zu preisen In schönen
Fraun ein ehrbarliches
Streben.“ „Kehrt’s um, o Mutter;
nie ja hat’s gegeben Schönheit und
Wer
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O Baum du der Triumph’ und Sieg’, erzogen

CCLXIII. O Baum du der Triumph’ und
Sieg’, erzogen, Feldherrn- und
Dichter-Scheitel zu umweben, Wieviel in
diesem kurzen Erdenleben Hast du mir
Leid und Freuden zugezogen
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Die Säule brach, des Lorbeers grüner Bogen

CCLXIX. Die Säule brach, des
Lorbeers grüner Bogen, Die Schatten
meinem müden Geist beschieden; Hin
ist, was nirgend mehr vom Nord zum
Süden, Nicht zwischen Mohrenland un
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Das wilde Herz, das rauhe Widerstreben

CCLXV. Das wilde Herz, das rauhe
Widerstreben, Die in demütigem
Engelleibe schalten, Sollt alte Strenge
lange noch sich halten – Siegen sie
auch, ist’s ehrenvoll nicht e
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Mein teurer Herr, mich treibet all mein Sinnen

CCLXVI. Mein teurer Herr, mich
treibet all mein Sinnen, Zu sehen dich,
den immerdar ich sehe; Doch mein
Geschick (und gäb’s ein größres
Wehe?) Treibt mich umher und lä
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Ach, sanfter Blick du! ach, ihr schönen Wangen!

CCLXVII. Ach, sanfter Blick du! ach,
ihr schönen Wangen! Ach, anmutreiches
du und hohes Walten! Ach, Wort du,
rauhen Sinn umzugestalten In Demut, und
in Mut das feige Bangen
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Der Tod zerriß den Knoten, der seit Jahren

CCLXXI. Der Tod zerriß den Knoten,
der seit Jahren, Seit einundzwanzig,
glühend mich gebunden; Und nimmer hab
ich solche Last empfunden; Daß Schmerz
nicht tötet, hab ich
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Das Leben flieht und darf der Ruh nicht pflegen

CCLXXII. Das Leben flieht und darf
der Ruh nicht pflegen, Und eilend kommt
der Tod ihm nachgegangen, Und
Gegenwärtges muß, und was
vergangen, Ja Zukunft selbst mir steten
K
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Was tust, was denkst du, daß du nur nach Tagen

CCLXXIII. Was tust, was denkst du,
daß du nur nach Tagen Zurücke
schaust, die niemals
wiederkommen, Trostlose Seele du? Was
mag dir’s frommen, Zum Feuer, drin du
brennest
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Harte Gedanken, laßt in Ruh mich fahren!

CCLXXIV. Harte Gedanken, laßt in Ruh
mich fahren! nicht gnug, daß Amor, Tod
und Schicksal liegen Mir an der Pfort
und ringsum mich bekriegen; Soll ich
noch andre Streiter d
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Wann Vöglein klagen und in grünen Zweigen

CCLXXIX. Wann Vöglein klagen und in
grünen Zweigen Mit lindem Säuseln
Sommerlüftchen beben, Wann dumpfen
Murmelns lichte Wellen steigen Und um
beblümte, frische Ufer web
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O Augen, unsre Sonn ist untergangen

CCLXXV. O Augen, unsre Sonn ist
untergangen, Leuchtend vielmehr zum
Himmel aufgeglommen! Dort sehn wir sie
dereinst; dort, die wir kommen, Harrt
sie und klagt, daß wir nicht
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Seit meinen Geist in Schmerz und Unbehagen

CCLXXVI. Seit meinen Geist in Schmerz
und Unbehagen Zurückließ und in
bangen Finsternissen Das Engelantlitz,
plötzlich mir entrissen, Such ich
durchs Wort zu lindern meine
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Wenn keinen neuen Rat uns Amor spendet

CCLXXVII. Wenn keinen neuen Rat uns
Amor spendet, Muß ich dem Leben mit
Gewalt entsagen, Weil Furcht und
Schmerz die trübe Seele plagen; Denn
Seensucht lebt und Hoffnung ha
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In ihres Blütenalters schönstem Weben

CCLXXVIII. In ihres Blütenalters
schönstem Weben, Wo Lieb in uns mehr
Kraft zu haben pfleget, Als sie die
Erdenrinde abgeleget, Schied Laura, die
mir Leben hat gegeben,
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Nie sah ich Stellen, wo so licht zu finden

CCLXXX. Nie sah ich Stellen, wo so
licht zu finden, Was, seit es fern, ich
immer sehen mögen; Noch, wo mein Herz
so frei sich könnt entbinden, Mit
Liebeslaut den Himmel auf
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Wie oft, von süßer Einsamkeit umfangen

CCLXXXI. Wie oft, von süßer
Einsamkeit umfangen, Der Welt entflohn
und mir (wär mir vergönnet), Bad ich
in Tränen Hals und Brust und
Wangen, Weil mein Gestöhn die nahen
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Glücksel’ger Geist, den oft ich sehe kehren

CCLXXXII. Glücksel’ger Geist, den
oft ich sehe kehren, In Schmerzensnacht
mich tröstend zu umfangen Mit Glanz
der Augen, die kein Tod
verhangen, Geschmückt vielmehr mit
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Das schönste Antlitz, so je ward gefunden

CCLXXXIII. Das schönste Antlitz, so
je ward gefunden, Hast, Tod, entfärbt,
das schönste Aug geblendet, Den Geist,
dem reichste Tugendglut gespendet, Des
holdesten, des sch
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Zeit und Gedanke, die zurück mir bringen

CCLXXXIV. Zeit und Gedanke, die
zurück mir bringen Die tote Herrin,
ach! so schnell entfliegen, Daß die
Arznei dem Schmerz nicht will
genügen; Nur, seh ich sie, kann mich
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Sie, meine teure Flamme, schön vor allen

CCLXXXIX. Sie, meine teure Flamme,
schön vor allen, Des Himmels Lust im
irdischen Gewande, Mußt allzu früh
für mich zum Vaterlande, Empor zu
ihrem gleichen Sterne wallen.
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Kein frommes Mutterherz hat je beglücket

CCLXXXV. Kein frommes Mutterherz hat
je beglücket Den teuren Sohn, kein
Mädchen den Getreuen So unter
Seufzern, unter bangem Scheuen Mit
besserm Rat, wann Zweifel ihn umstr
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Könnt ich die leisen Seufzer wiedergeben

CCLXXXVI. Könnt ich die leisen
Seufzer wiedergeben Der Herrin, die nun
weilt in Himmelshöhen, Und hier noch
scheint zu fühlen und zu gehen, Zu
atmen und zu lieben und zu l
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Wiewohl du, mein Sennuccio, mich in Leiden

CCLXXXVII. Wiewohl du, mein
Sennuccio, mich in Leiden Und einsam
ließest, soll mir doch nicht
bangen; Denn aus dem Leibe, drin du
lagst gefangen Und tot, schwangst du
dich s
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Mit Seufzern füll ich Nähen so als Weiten

CCLXXXVIII. Mit Seufzern füll ich
Nähen so als Weiten, seh ich herab von
rauhen Bergeswänden Die Flur, wo sie
einst ward, die in den Händen Mein
Herz trug in der Blüt un
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Süß Zorn und Unmut, süß ein friedlich Neigen

CCV. Süß Zorn und Unmut, süß ein
friedlich Neigen, Süß mir die Bürde,
Kummer süß und Bangen, Süß jedes
Wort, mit süßer Lust empfangen, Drin
süße Hauch’ und s
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Du rascher Strom, aus rauher Alpenquelle

CCVIII. Du rascher Strom, aus rauher
Alpenquelle hervorgeronnen, drum du
Rhone heißest, Der Tag und Nacht du
sehnend mit mir reisest, Dich treibt
Natur, mich Lieb an gleiche
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Wie all des Meeres Ufer ich durchspähe

CCX. Wie all des Meeres Ufer ich
durchspähe, Vom Ebro bis Hyaspes
fernen Pfaden, von roten hin bis
kaspischen Gestaden, Nur einen Phönix
weit und breit ich sehe.
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O Weltlauf! Nun erfreut mich und vergnüget

CCXC. O Weltlauf! Nun erfreut mich
und vergnüget, was eh mich schmerzte,
denn nun kann ich sehen, Wie Rettung
ich durch Qualen mir und Wehen, Durch
kurzen Kampf mir ewges He
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Seh ich mit goldnem Haar Auroren schweben

CCXCI. Seh ich mit goldnem Haar
Auroren schweben Herab, von Rosen ihre
Stirn umfangen, Bekriegt mich Lieb, es
bleichen meine Wangen, Und seufzend
sprech ich: Dort ist Laura e
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Das Antlitz und die Händ und Füß und Arme

CCXCII. Das Antlitz und die Händ und
Füß und Arme Und jene Augen, die ich
ohn Ermüden Besprach, die von mir
selber mich geschieden Und mich
gesondert von der Menschen Sch
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Hätt ich geglaubt, daß je die Welt begehrte

CCXCIII. Hätt ich geglaubt, daß je
die Welt begehrte Nach meinen Reimen,
meiner Seufzer Minnen, Gemacht hätt
ich seit meines Wehs Beginnen Wohl mehr
an Zahl, im Stil von s
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Sie lebt im Herzen, mir zum Heil ersehen

CCXCIV. Sie lebt im Herzen, mir zum
Heil ersehen, Wie hohe Fraun an niedrer
Stätte walten: Nun bin ich, sterblich
nicht, nein, tot zu halten, Sie aber
selig durch ihr letzte
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Heimlich in mir sonst pflegten die Gedanken

CCXCV. Heimlich in mir sonst pflegten
die Gedanken Von ihrem Gegenstand sich
zu befragen: „Ist Mitleid nah?
Bereuet sie ihr Schwanken? Gedenkt sie
unser? Mag sie hoffen? za
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Entschuldigend mich, anstatt mich anzuklagen

CCXCVI. Entschuldigend mich, anstatt
mich anzuklagen, Halt ich mich werter
jetzt, daß ich gefunden So teure Haft
und bittersüße Wunden, Die ich
verschlossen Jahre lang get
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Zwei große Feindinnen sah ich verbunden

CCXCVII. Zwei große Feindinnen sah
ich verbunden, Tugend und Reiz, in
Eintracht so verwoben, Daß nie sich in
der frommen Seel erhoben Aufruhr, seit
sie zusammen sich gefund
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Seh ich, vergangnen Jahren zugewendet

CCXCVIII. Seh ich, vergangnen Jahren
zugewendet, Die mir mein Denken nahmen
im Enteilen, Die Flammen tot, so Glut
mit Frost erteilen, Die qualenvolle
Ruhezeit geendet,
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Mich spornt die Lust; voraus mir Amor ziehet

CCXI. Mich spornt die Lust; voraus
mir Amor ziehet; Die Freude lockt;
Gewohnheit treibt und schüret; Die
Hoffnung schmeichelt, tröstet und
berühret Mit ihrer Hand mein Her
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Der Freund am Traum, im Schmachten Lust ich finde

CCXII. Der Freund am Traum, im
Schmachten Lust ich finde, Umarm ein
Nichts, nach Sommerlüftchen
gehe, Durchschwimm ein grundlos Meer
ohn Uferhöhe, Pflüg Äther, bau auf
Sa
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Zu Amor fleht ich, wie ich jetzt noch flehe

CCXL. Zu Amor fleht ich, wie ich
jetzt noch flehe, Daß eure Huld er
freundlich mir erneue, O süßes
Leiden! herbe Lust! wenn Treue Mich
irren ließ vom Pfad zur rechten Hö
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Der hohe Herr, vor dem nicht flüchtge Eile

CCXLI. Der hohe Herr, vor dem nicht
flüchtge Eile, Wehr und Verbergen
Schutz vermag zu spenden, Hatte mein
Herz, zur Freud es
hinzuwenden, Entbrannt mit einem
glühen Liebes
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Schau, müdes, liebes Herz, dort jene Höhen!

CCXLII. „Schau, müdes, liebes
Herz, dort jene Höhen! Da ließ ich
gestern sie, die uns in Treuen Ein
Weilchen hold, sich’s später ließ
gereuen, Dem Aug itzt möcht en
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Du grüne Höh mit schattgen Blütenbogen

CCXLIII. Du grüne Höh mit schattgen
Blütenbogen, Wo singend ruht, oder, in
sich gekehret, Von ewgen Geistern
Zeugnis uns gewähret Sie, die der
ganzen Welt den Ruhm entzog
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Schlimmes bedrängt mich, Schlimmres ich erspähe

CCXLIV. Schlimmes bedrängt mich,
Schlimmres ich erspähe, Und einen Pfad
zu ihm, so breit und eben, Daß ich in
gleichen Wahnsinn mich ergeben, Mit dir
abirrend in demselben
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Wie wird mir bang, kehrt vor die innern Sinnen

CCXLIX. Wie wird mir bang, kehrt vor
die innern Sinnen Der Tag, da ich, in
Schwermut hingegeben, Die Herrin ließ,
bei ihr mein Herz! Im Leben Mag keinem
Ding so gern und oft
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Ein frisches Rosenpaar, gepflückt in Eden

CCXLV. Ein frisches Rosenpaar,
gepflückt in Eden, Vorgestern, bei des
ersten Mais Entfalten, Ein schön
Geschenk von liebem, klugen Alten, Zwei
Jüngeren gereicht, eine für
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Die laue Luft, die lind den Lorbeer reget

CCXLVI. Die laue Luft, die lind den
Lorbeer reget Und lichter Locken Gold,
erseufzend leise, Aus Leibern bannt sie
wunderbarerweise Die Seelen, von so
holdem Spiel beweget.
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Vielleicht glaubt mancher, daß zu weit ich gehe

CCXLVII. Vielleicht glaubt mancher,
daß zu weit ich gehe, Wenn ich, die
ich anbet auf Erden, preise, Und über
alle sie als fromm und weise, Als
adlig, ehrbar, schön und ho
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Wer sehn will, was hier unter uns gewähren

CCXLVIII. Wer sehn will, was hier
unter uns gewähren Natur und Himmel,
komme, sie zu sehen, Als Sonn,
erwählt, nicht mir nur aufzugehen, Den
Blinden auch, die keine Tugend
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Ihr sinngen Frauen, einsam bald zu sehen

CCXXII. „Ihr sinngen Frauen, einsam
bald zu sehen, Bald froh gesellt, die
kosend hin ihr ziehet, Sagt, wo mein
Tod ist, wo mein Leben blühet, warum
nicht unter euch, wie s
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Wenn Sol ins Meer taucht seinen goldnen Wagen

CCXXIII. Wenn Sol ins Meer taucht
seinen goldnen Wagen, Umdüsternd mein
Gemüt, wie Luft und Auen, Wird eine
schwere Nacht voll Angst und Grauen Mit
Himmel, Mond und Stern m
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Wenn Liebestreu, ein Herz, das sonder Lügen

CCXXIV. Wenn Liebestreu, ein Herz,
das sonder Lügen, Ein süßes
Schmachten, höfliches Verlangen, wenn
frommer Wunsch, in edler Glut
empfangen, Wenn langes Irrn auf Labyrin
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Ich sang, itzt wein ich, und ein gleich Vergnügen

CCXXIX. Ich sang, itzt wein ich, und
ein gleich Vergnügen, Wie sonst am
Singen, ich am Weinen finde, Weil,
nicht der Wirkung denkend, nurder
Gründe, Zur Höhe meine irren S
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Zwölf Fraun, ja, Sterne, froh und unbegleitet

CCXXV. Zwölf Fraun, ja, Sterne, froh
und unbegleitet, Ehrbarlich müde, sah
ich; mitten ragen Die Sonn; auf einem
Schifflein all getragen, Wie keines,
glaub ich, je durch Fl
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Nie war auf seinem Dach so abgeschieden

CCXXVI. Nie war auf seinem Dach so
abgeschieden Ein Spatz, wie ich, kein
Wild in dunklem Hage, Seit mir ihr
Antlitz fehlt, der nichts ich
frage Nach andrer Sonn und Augenlust
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O Luft, die du, an blond Gelock geschmieget

CCXXVII. O Luft, die du, an blond
Gelock geschmieget, Es hebst und regst
und, hold von seinem Scheine Bewegt,
das süße Gold zerstreust, das
reine, Und sammelst dann, in Kno
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Amor schloß meine Brust mir auf, zu fügen

CCXXVIII. Amor schloß meine Brust
mir auf, zu fügen Und pflanzen drein,
vom Herzen rings umfangen, So grünen
Lorbeer, daß sein lichtes Prangen Wohl
müßte jeglichen Smar
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Ich weint, itzt sing ich, da ihr himmlisch Glühen

CCXXX. Ich weint, itzt sing ich, da
ihr himmlisch Glühen Nicht mehr die
Sonn entziehet meinen Blicken, In der
mich sittig Amor läßt erblicken All
seine süße Kraft, sein
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Wohl hatt ich einst ein glücklich Los gewonnen

CCXXXI. Wohl hatt ich einst ein
glücklich` Los gewonnen, Von Neide
frei und frei von Tränengüssen; Und
wenn auch andre glücklicher sich
wissen, Ein Weh ist besser, denn v
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Held Alexander ward vom Zorn bezwungen

CCXXXII. Held Alexander ward vom Zorn
bezwungen, Drob Philipp ihn zum Teil
noch überragte; Was half’s, daß nur
Lysipp sein Standbild wagte, Zu malen
ihn, Apellen nur gelu
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Welch großes Heil doch ward mir, als dem einen

CCXXXIII. Welch großes Heil doch
ward mir, als dem einen Der schönsten
Augen, die es je gegeben, Da ich es sah
von Schmerz und Nacht umgeben, Die
Kraft entquoll, die Schwä
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O Kämmerlein, du Port mir sonst nach Tagen

CCXXXIV. O Kämmerlein, du Port mir
sonst nach Tagen Voll schwerer Stürme,
freundlich aufgeschlossen; Ein Quell
der Tränen nun, zu Nacht ergossen, Die
tags vor Scham ich mu
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Weh, Amor trägt mich, meinem Wunsch entgegen

CCXXXV. Weh, Amor trägt mich, meinem
Wunsch entgegen – Und wohl gewahr
ich’s – auf verbotnen Pfaden; Drum
ihr, die mir im Herzen thront voll
Gnaden, Werd ich zur Last;
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Amor, ich irr, und seh, daß irr ich gangen

CCXXXVI. Amor, ich irr, und seh, daß
irr ich gangen; Doch, wie wem Flammen
an dem Busen zehren, Erstirbt Vernunft,
weil sich die Schmerzen
mehren, Bezwungen schon beinah von
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Verstand der Engel, königliches Walten

CCXXXVIII. Verstand der Engel,
königliches Walten, Ein klarer Geist,
ein Auge, scharf und helle, Ein hoher
Sinn, Vorsicht, bedacht und
schnelle Und solchen Herzens wert für
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Was tust, was denkst du, Geist?

CL. „Was tust, was denkst du,
Geist? Wird’s Friede geben? Kommt
Ruhe je? Wird ewig Krieg
geführet?“ „Weiß nicht was wird;
doch das hab ich gespüret, Nicht freut
ih
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Aus schwarzen, wild durchstürmten Wellen flüchte

CLI. Aus schwarzen, wild
durchstürmten Wellen flüchtet Kein
Schiffer, um dem Hafen
zuzuschwanken, Wie ich aus
freudlos-düsteren Gedanken, Wohin mich
große Sehnsucht sporn
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Dies fromme Wild, mit Tiger-, Bärensinne

CLII. Dies fromme Wild, mit Tiger-,
Bärensinne, Mit eines Engels Leib und
Menschenwangen, Kreist zwischen Freud
und Weh, Hoffnung und Bangen Mich so,
daß festen Stand ich n
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Ans kalte Herz geht, heiße Seufzer! Brechen

CLIII. Ans kalte Herz geht, heiße
Seufzer! Brechen Sollt ihr das Eis, das
Mitleid nicht bezwinget! Mag, wenn zum
Himmel sterblich Flehn sich
schwinget, Gnad endlich oder Tod
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Himmel, Gestirn und Elemente gaben

CLIV. Himmel, Gestirn und Elemente
gaben Wetteifernd jede Mühe sich, zu
bauen Ein lebend Licht, in welchem sich
beschauen Sonn und Natur, die sonst
nichts Gleiches haben;
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In welchen Himmel, welcherlei Ideen

CLIX. In welchen Himmel, welcherlei
Ideen Fand die Natur das Muster, zu
bereiten So schön Gesicht, um hier uns
anzudeuten, Was droben sie vermöcht in
bessern Höhen?
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Wie Zeus auch eiferte, den Blitz zu schwingen

CLV. Wie Zeus auch eiferte, den Blitz
zu schwingen, Und Cäsar brannte,
seinen Feind zu schlagen, Doch müßten
sie gerührt dem Zorn entsagen, Und
Mitleid jedem seine Waff e
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Ich sah auf Erden Engelsitte schalten

CLVI. Ich sah auf Erden Engelsitte
schalten Und Himmelsschönheit,
sondergleichen beide, Daß die
Erinnrung Schmerz mir gibt und
Freude; Denn, was ich seh, sind
Schatten, Tra
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Der immer herbe Tag, den stets ich ehre

CLVII. Der immer herbe Tag, den stets
ich ehre, Grub mir sein Bild ins Herz
in solcher Weise, Daß kein Verstand,
kein Stil ist, der es preise, Wiewohl
im Geist ich oft nach
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Wohin mein lasses Aug ich richt und wende

CLVIII. Wohin mein lasses Aug ich
richt und wende, Den Drang zu
sänftigen, der es regieret, Find ich,
der schöne Herrin vor mir
führet, Daß meine Sehnsucht grünend
bleib
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Amor und ich stehn wundernd, sie zu schauen

CLX. Amor und ich stehn wundernd, sie
zu schauen, Wie wer etwas Unglaubliches
ersiehet, Spricht oder lächelt sie,
die, hold erblühet, Allein sich selber
gleicht, nicht ande
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O irre Schritt’, o Wünsch’, ihr wachen, schne

CLXI. O irre Schritt’, o
Wünsch’, ihr wachen, schnellen; O
treu Gedächtnis; o du wildes Weben; O
schwaches Herz du; o du mächtig
Streben; O meine Augen, Augen nicht, n
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Glücksel’ge Blumen, die zu vielen Malen

CLXII. Glücksel’ge Blumen, die zu
vielen Malen Die Herrin wandelnd beugt,
o lichte Sprossen! Ihr Höhn, wo sich
ihr süßes Wort ergossen, Des schönen
Fußes Spuren noch
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Amor, du kennst mein Denken all und Hoffen

CLXIII. Amor, du kennst mein Denken
all und Hoffen Und schweren Weg, den du
mich lehrtest gehen; O komm, in meines
Herzens Grund zu sehen, Verhüllt den
andern allen, dir nur
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Jetzt, da der Himmel schweigt und Erd und Winde

CLXIV. Jetzt, da der Himmel schweigt
und Erd und Winde, Vögel und Wild des
Schlafes Zügel tragen, Die Nacht im
Kreise führt den Sternenwagen, Das
Meer sich ruhig streckt d
... weiterlesen


Der Sehnsucht voll, durch die ich Feindschaft übe

CLXIX. Der Sehnsucht voll, durch die
ich Feindschaft übe All anderm Sehnen
und allein durchs Leben Mich treib, hab
oft ich selbst mich aufgegeben, Die
suchend nur, der besse
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So oft den weißen Fuß, von Huld umfangen

CLXV. So oft den weißen Fuß, von
Huld umfangen, Sie ehrbarlich durchs
frische Gras beweget, Scheint, was in
Blumen sich, in Halmen reget, Von ihren
zarten Sohlen ausgegange
... weiterlesen


Blieb ich einst standhaft in der Höhle stehen

CLXVI. Blieb ich einst standhaft in
der Höhle stehen, In der Apoll
geworden zum Propheten, Hätt auch
Florenz vielleicht seinen Poeten, Nicht
bloß Verona, Mantua gesehen;
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Wenn Amor ihr gebeut, den Blick zu senken

CLXVII. Wenn Amor ihr gebeut, den
Blick zu senken, In einen Seufzer
sammelt mit den Händen Der Sehnsucht
Hauch, als Wort sie zu entsenden, Klar,
lieblich, englisch, göttlic
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Ein süßes Wort, das Amor zu mir schicket

CLXVIII. Ein süßes Wort, das Amor
zu mir schicket, Wie’s längst zum
Boten zwischen uns erlesen, Meldet mir
tröstend, daß er nie gewesen Bereit,
wie jetzt, zu dem, was
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Ihr Antlitz oft mit menschlich-holden Zügen

CLXX. Ihr Antlitz oft mit
menschlich-holden Zügen Hat mir nebst
den Genossen Mut gegeben, Mit ehrbar
kluger worte leisem Weben Demütig
meine Feindin zu bekriegen.
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Liebe gab freundlich-strengem Arm mich eigen

CLXXI. Liebe gab freundlich-strengem
Arm mich eigen, Der schuldlos tötet,
und die Schmerzen schalten, Klag ich,
zwiefach. Drum, wie ich’s stets
gehalten, Ist’s besser, s
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O Neid, der aller Tugend Fehde schwöret

CLXXII. O Neid, der aller Tugend
Fehde schwöret, Und alles Schöne gern
von je bestritten, Wes Weges bist du in
ihr Herz gelitten, So still? mit
welcher Kunst hast du’s be
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Seh ich der schönen Augen heitre Sonnen

CLXXIII. Seh ich der schönen Augen
heitre Sonnen, Drin, der die meinen
malt und netzt, verziehret, Trennt müd
von Herzen sich die Seel und fliehet Zu
ihres Erdenparadieses
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Zeigt auch, mein Geri, mir, von Zorn verblendet

CLXXIX. Zeigt auch, mein Geri, mir,
von Zorn verblendet, Die süße Feindin
stolzes Widerstreben, Ist mir ein Trost
der Rettung doch gegeben, Des Kraft der
Seele neuen Atem s
... weiterlesen


So oft der Zeit ich und des Orts gedachte

CLXXV. So oft der Zeit ich und des
Orts gedachte, Wo ich mich selbst
verlor, und werter Schlingen, Mit denen
Amors Hände mich umfingen, Was Bittres
süß, Weinen zum Spiel m
... weiterlesen


Kühn zieh ich durch der Büsch unwirtbar Grauen

CLXXVI. Kühn zieh ich durch der
Büsch unwirtbar Grauen, Wo fahren Leut
und Waffen rings umstricken; Mit Furcht
kann nur die Sonne mich berücken, Der
Strahlen der lebendgen
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Mit tausend Bächen täglich, tausend Höhen

CLXXVII. Mit tausend Bächen
täglich, tausend Höhen Hat in
Ardennen Amor mich umringet; Der seiner
Treuen Herz und Fuß beschwinget, Daß
lebend sie den dritten Himmel sehe
... weiterlesen


Mich spornt die Lieb und zwingt mich dann, zu steh

CLXXVIII. Mich spornt die Lieb und
zwingt mich dann, zu stehen, Macht kalt
und heiß, macht kühn mich und
verzaget, Zürnet und lächelt, ruft
mich und verjaget, Hält jetzt
... weiterlesen


Wohl kannst du, Po, forttragen meine Rinde

CLXXX. Wohl kannst du, Po, forttragen
meine Rinde Mit deinen reißenden
gewaltgen Wogen; Der Geist jedoch, den
jene hält umzogen, Sorgt nicht, daß
dein und andre Kraft ihn
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Ein zartes Netz, aus Perl und Gold gereihet

CLXXXI. Ein zartes Netz, aus Perl und
Gold gereihet, Spannt Amor in die
Gräser unter Zweigen, Die, immergrün,
mein Sehnen sind, mein Neigen, Obwohl
ihr Schatten mehr betrü
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Die mir das Herz entbrannt mit heißem Streben

CLXXXII. Die mir das Herz entbrannt
mit heißem Streben, Die Liebe,
hält’s mit eisger Furcht
befangen, Und ob die Hoffnung größer,
ob das Bangen, Ob Flamm, ob Kält, es
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Wenn mich ihr süßer Blick zum Tod entzückte

CLXXXIII. Wenn mich ihr süßer Blick
zum Tod entzückte, Und ihre zarten,
hold verständgen Laute, Wenn Amor ihr
so viel Gewalt vertraute, Daß mich ein
Lächeln, ja ein Wor
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Liebe, Natur und eine Seel, ergeben

CLXXXIV. Liebe, Natur und eine Seel,
ergeben In Demut jeder schönen Tugend,
walten Verschworen gegen mich. Nach
langem, alten Gebrauch sinnt Liebe, mir
den Tod zu geben;
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Es muß mein Schiff zu Mitternacht im Kalten

CLXXXIX. Es muß mein Schiff zu
Mitternacht im Kalten Durch Skylla und
Charybd auf wilden Seen, Hoch mit
Vergessenheit beladen, gehen; Das
Steuer hat mein Herr und Feind erha
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Von goldnen Federn, reich und kunstlos, heget

CLXXXV. Von goldnen Federn, reich und
kunstlos, heget Dieser mein Phönix
also teure Spangen, Die seinen hohen
weißen Hals umfangen, Daß allen Lust,
mir Weh es innen reget.
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Sahn einst Virgilius und Homerus tagen

CLXXXVI. Sahn einst Virgilius und
Homerus tagen Das Licht, das meine
Augen hier gewahren, Sie hätten,
seinen Ruhm zu offenbaren, Vereinter
Kraft das Höchste müssen wagen.
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An Held Achills berühmtes Grab gelehnet

CLXXXVII. An Held Achills berühmtes
Grab gelehnet, Seufzt Alexander aus des
Herzens Grunde Glücksel’ger, dem
Posaunenklang erdröhnet So herrlich
aus so hohen Sängers Mu
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Der Zweig, o Sonne, den du liebtest ehe

CLXXXVIII. Der Zweig, o Sonne, den du
liebtest ehe, Mir einzig wert, grünt
einsam, reich geschmücket, An schönem
Ort, wie keiner, seit erblicket Einst
Adam sein und unser
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Ein weißes Reh, dem Goldgeweih verliehen

CXC. Ein weißes Reh, dem Goldgeweih
verliehen, Erschien mir einst auf
grünen Rasenflächen, In
Lorbeerschatten, zwischen zweien
Bächen, Am Morgen, bei des Lenzes
Ersterbl
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Wie Gott anschauen ist das ewge Leben

CXCI. Wie Gott anschauen ist das ewge
Leben, Und niemand mehr da will, noch
dürfe wollen, So, Herrin, hat in
kurzem, kummervollen Dasein mir Euer
Anblick Lust gegeben.
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Laß, Amor, daß wir schaun, was uns beglücket

CXCII. Laß, Amor, daß wir schaun,
was uns beglücket – Neu und erhabne
Dinge -, still uns stehen! Die Wonnen
sieh, die auf sie niederwehen, Den
Himmelsglanz, der unsre Er
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Mich nährt so edle Kost, daß ich entbehre

CXCIII. Mich nährt so edle Kost,
daß ich entbehre Gern Nektar und
Ambrosia dagegen; Im Sehn vergeß ich
jeden andern Segen, Und Lethes Fluten
ich von Grund aus leere.
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Die holde Luft, die rings erhellt die Höhen

CXCIV. Die holde Luft, die rings
erhellt die Höhen, Im schattgen Busch
die Blumen ruft ins Leben, Kenn ich an
ihres Atems sanftem Beben, Durch den
ich steigen muß in Ruhm u
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O schöne Hand, die um mein Herz sich schläget

CXCIX. O schöne Hand, die um mein
Herz sich schläget, Die du mein Sein
umfängst in kleinem Runde; O Hand,
drin allen Fleiß und alle Kunde Gott
und Natur, zum Ruhm sich, a
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Von Tag zu Tag mehr wandl’ ich Haar und Wangen

CXCV. Von Tag zu Tag mehr wandl’
ich Haar und Wangen; Doch nicht von
süßer Angel los mich beiße, Doch
nicht von grünen Zweigen los mich
reiße des Baums, dran Sonn und
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Die heitre Luft, die einen Weg gefunden

CXCVI. Die heitre Luft, die einen Weg
gefunden, Rauschend durch grünes Laub,
zu meinen Wangen, Erinnert mich der
Zeit, da ich empfangen Durch Amor erste
süße, tiefe Wunden
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Die Himmelsluft, die sich im Lorbeer wieget

CXCVII. Die Himmelsluft, die sich im
Lorbeer wieget, Wo Amor in die Seit
Apoll geschlagen, Und mir ein süßes
Joch gebot zu tragen, Dem meine
Freiheit lange noch erlieget,
... weiterlesen


Die milde Luft, die sonnenwärts beweget

CXCVIII. Die milde Luft, die
sonnenwärts beweget Und schwingt das
Gold, das Amor webt und windet, Mit
schönen Augen, selbst mit Locken
bindet das müde Herz sie, flüchtge
... weiterlesen


Amor, der mir im Herzen lebt und waltet

CXL. Amor, der mir im Herzen lebt und
waltet, Und drinnen seinen höchsten
Thron empfangen, Gewappnet kommt er oft
auf meine Wangen, Hält da gelagert
sein Panier entfaltet.
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Wie manchmal Schmetterling’ in warmen Tagen

CXLI. Wie manchmal Schmetterling’
in warmen Tagen, Des Lichts gewohnt, zu
törichtem Vergnügen Andern vor
blinder Lust ins Auge fliegen, So daß
sie selber sterben, andre
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Hör ich so süß euch sprechen und erzählen

CXLIII. Hör ich so süß euch
sprechen und erzählen, Wie’s Amor
nur den Seinen gibt, gleich fange Ich
an, zu glühn in meines Herzens
Drange, Daß es entflammen müßt er
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So freundlich sah ich nie die Sonne walten

CXLIV. So freundlich sah ich nie die
Sonne walten, Wann rings umher die
Nebel sich verzogen, Nach Regen nie des
Himmels bunten Bogen So viele Farben in
der Luft entfalten;
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Hin, wo versengt die Halm’ im Strahl sich beugen

CXLV. Hin, wo versengt die Halm’ im
Strahl sich beugen, Und wo, ihm
trotzend, Schnee und Schollen
ragen; Dahin, wo mäßig wärmt der
Sonne Wagen; Wo ihre Strahlen sinken,
... weiterlesen


O Seel, umstrahlt von Tugend und entzündet

CXLVI. O Seel, umstrahlt von Tugend
und entzündet, Um die so viel ich des
Papiers verbrauche! Du reines Haus von
jedem frommen Brauche! O Turm, in hoher
Stärke fest begrün
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Der Wille, der mich mit zwei feurgen Sporen

CXLVII. Der Wille, der mich mit zwei
feurgen Sporen Und einem harten Zügel
lenkt und leitet, Wenn manchmal das
Gesetz er überschreitet, Daß ich zu
einger Freude sei erkore
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Nicht Etsch, Tessin, Po, Arno, Var und Tiber

CXLVIII. Nicht Etsch, Tessin, Po,
Arno, Var und Tiber, Nil Tigris,
Hermus, Indus, Phrat und
Ganges, Alpheus, Ister, Don, noch,
kräftgen Ganges, Rhon, Elbe, Seine,
Rhein, Eur
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So neuer Art würd ich von Liebe künden

CXXXI. So neuer Art würd ich von
Liebe künden, Daß tags ich zwänge
tausendmal zu stöhnen Die Felsenbrust,
ein tausendfältig Sehnen In dem
erstarrten Herzen würd entzü
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Ist’s Liebe nicht, was ist’s denn, was ich tra

CXXXII. Ist’s Liebe nicht, was
ist’s denn, was ich trage? Ist’s
Lieb, um Gott! was ist denn diese
eben? Ist’s gut, wie mag es Tod und
Schmerzen geben? Ist’s bös, w
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Zum Ziel von Pfeilen macht mich mein Verlangen

CXXXIII. Zum Ziel von Pfeilen macht
mich mein Verlangen, Zu Wachs in Glut,
zu Schnee auf Sonnenhöhen, Zu Nebel
vor dem Wind; von langem Flehen Bin ich
schon heiser, und ihr
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Nicht Frieden findend, nicht im Kriegesstande

CXXXIV. Nicht Frieden findend, nicht
im Kriegesstande, Fürcht ich und
hoffe, schaudr’ ich und
erwarme, Flieg himmelan und haft am
Erdenrande, Umfasse nichts, wenn ich
die
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Je sehnsuchtsvoller ich die Flügel breite

CXXXIX. Je sehnsuchtsvoller ich die
Flügel breite, Zu euch zurück, o
süße Schar, zu dringen, So mehr
verwirrt in seinem Leim die
Schwingen Mir das Geschick, treibt irr
mi
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Möcht Himmelsflamm auf deine Locken träufen

CXXXVI. Möcht Himmelsflamm auf deine
Locken träufen, Gottlose du, von Flut
und Eichelnüssen Nun reich und groß
durch das, was andre missen, Weil so
dich’s freuet, Schul
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Das geizge Babel hat von Gottes Zoren

CXXXVII. Das geizge Babel hat von
Gottes Zoren So voll das Maß und
seiner Schuld, der schweren, Daß es
zerberstet fast; Bacchus,
Cytheren, Nicht Pallas oder Zeus, hat
sich
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Du Haus des Zorns ! o Born du voll Bedrängnis!

CXXXVIII. Du Haus des Zorns ! o Born
du voll Bedrängnis! Schule des Wahns!
Tempel der Ketzereien! Einst Rom, nun
Babel, falsch zu maledeien, Das Tränen
häuft und Seufzer r
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Cäsar, als Ägyptenland des bösen

Cäsar, als Ägyptenland des
bösen Verräters Hand das hohe Haupt
ihm brachte, Die Freude bergend, die in
ihm erwachte, Weint äußerlich, wie
wir geschrieben lesen; Und Han
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Da euch und mir so manchmal sich’s erwiesen

Da euch und mir so manchmal sich’s
erwiesen, Wie unser Hoffen allzumal uns
trüget, So hebt zum höchsten Gut, das
immer gnüget, Das Herz, ein froher
Dasein zu erkiesen. D
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Da, was ich hoffe, bald nicht zu erreichen

Da, was ich hoffe, bald nicht zu
erreichen, Und so behend hinab das
Leben gehet, Wollt ich, ich hätte
bessre Zeit erspähet, Schneller, als
im Galoppflug, zu entweichen. Nun
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Das Fenster, das, so oft ihr’s will behagen

Das Fenster, das, so oft ihr’s will
behagen, Die eine Sonn, um Mittag andre
spüret, Und jenes, das, von kalter
Luft gerühret, Bei kurzen Tagen
klirrt, vom Nord geschlagen;
... weiterlesen


Das mitleidvolle Lied, in dessen Zeilen

Das mitleidvolle Lied, in dessen
Zeilen Ich eure Kunst und Güte
wahrgenommen, Ergriff mich so, daß,
wie es angekommen, Die Feder ich zur
Hand nahm sonder Weilen, Um schnell
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Der Anblick eures Lands, des benedeiten

Der Anblick eures Lands, des
benedeiten, Regt Seufzer um vergangnes
Leid mir innen, Auf! Armer! rufend, was
ist dein Beginnen? Und zeigt den Weg,
zum Himmel aufzuschreiten. D
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Der edle Baum, dem treu ich angehangen

Der edle Baum, dem treu ich
angehangen, So lang mir Zorn nicht
rausch’t in seinen Zweigen, Ließ
blühen meinen schwachen Geist und
steigen Mein Leid, von seinen Schatten
mild umfangen.
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Der in Thessalien sich in alten Tagen

Der in Thessalien sich in alten
Tagen Mühte, mit Bürgerblut das Land
zu färben, Weint, als von seines
Tochtermannes Sterben Des Hauptes
wohlbekannte Züg’ ihm sagen; Und
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Der Kranz, der jene schöne Stirn umfangen

Der Kranz, der jene schöne Stirn
umfangen, Wo Perlenfarb und scharlach
sich verbunden, Scheint er hienieden
dir, o Freund, erfunden? Oder ein Ding
von Engeln ausgegangen? S
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Die Herrin, die mein Herz trägt in den Blicken

Die Herrin, die mein Herz trägt in den
Blicken, War, wo ich liebessinnend
saß, erschienen; Vom Sitz da stand mit
scheuen, bleichen Mienen Ich auf, ihr
meine Ehrfurcht auszudrücken.
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Die Kraft, die damals in Euch blüht, als eben

Die Kraft, die damals in Euch blüht,
als eben Die Lieb euch forderte zu
ihren Schlachten, Bringt Frucht nun,
jener Blüte gleich zu achten, Und, was
ich freudig hoffte, tritt ins Leben.
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Die schöne Herrin, der mit treuem Minnen

Die schöne Herrin, der mit treuem
Minnen Du zugetan, ist schnell von uns
geschieden, Gestiegen, hoff ich, zu des
Himmels Frieden; So süß, so lieblich
war ihr Tun und Sinnen.
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Die schönen Augen, die mich also trafen

Die schönen Augen, die mich also
trafen, Daß sie nur selber heilen
meine Wunde, Nicht aber Steineskraft,
nicht Zauberkunde, Nicht Kräuter, die
in Meerestiefen schlafen, Ve
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Die Wangen, die dem Weinen schon erliegen

Die Wangen, die dem Weinen schon
erliegen, Laßt, lieber Herr, sich auf
das eine neigen; Seid mit Euch karger
ihm, der, die ihm eigen, Grausam zu
bleichen, findet ein Vergnügen.
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Dies reizende Erblassen, zart ergossen

Dies reizende Erblassen, zart ergossen
– Ob süßem Lächeln lichte
Wolkenhülle – Drang mir ins Herz mit
solcher Allmachtfülle, Daß dies ihr
schnell durchs Auge sich erschlossen.
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Doch wenn in Demut, mild und neu verkläret

Doch wenn in Demut, mild und neu
verkläret, Ihr Lächeln wieder Herz
und Sinn erquicket, Wie dann der alte
Schmied auch an sich schicket, Wie er
die Arme hebt, die Flamme nähret –
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Du glücklichste von allen Erdenstellen

Du glücklichste von allen
Erdenstellen, Wo Amor weilte zwischen
Fluß und Höhen Und mir zwei fromme
Lichter gab zu sehen, Die um sich her
im Kreis die Luft erhellen! Wohl e
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Eh beide Schläfe sich nicht weiß gestalten

Eh beide Schläfe sich nicht weiß
gestalten, Die sich entfärben,
scheint’s, von Tag zu Tage, Bin ich
gefährdet, ob ich schon mich
wage Dahin, wo Amors Pfeil’ und Bogen
walten.
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Entflohn der Haft, wo Amor, wie in Mauern

Entflohn der Haft, wo Amor, wie in
Mauern, Mich hielt, mir, was ihm
dünkte, zuzufügen, O Frauen, lange
Zeit nicht würde gnügen, Zu melden
euch der neuen Freiheit Trauern.
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Entspricht so End als Mitte dem Beginnen

Entspricht so End als Mitte dem
Beginnen Vierzehnten Jahres, seit mich
Weh umfangen, Kann mir kein Schatten
Kühlung mehr gewinnen; So wächst –
ich fühl es wohl – mein heiß
Verlangen
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Gesegnet sei mir Jahr und Tag empfangen

Gesegnet sei mir Jahr und Tag
empfangen, Und Mond und Jahreszeit,
Minut’ und Stunden, Das schöne Land,
der Ort, wo mich gefunden Die schönen
Augen, welche mich gefangen!
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Glaubt ich, es könnte mich der Tod entladen

Glaubt ich, es könnte mich der Tod
entladen Der Liebeswehn, die mich zu
Boden schlagen, Zu Grab hätt ich mit
eigner Hand getragen Längst diese
Last, die Glieder schmerzbeladen;
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Gold, Perl und Blumenschmuck in eurem Haare

Gold, Perl und Blumenschmuck in eurem
Haare, Der welken sollte in des Winters
Tagen, Für mich als Dornen, starr und
giftig, ragen, Wie täglich ich im
Herzen drin erfahre. D
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Hab ich in blinder Lust, die mich verzehret

Hab ich in blinder Lust, die mich
verzehret, Die Stunden zählend, mich
nicht selbst belogen, So flieht die
Zeit, dieweil mein Sprechen
währet, Die mir zum Lohn Verheißung
zugewogen.
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Hannibal siegt’ und wußte nicht wie ehe

Hannibal siegt’ und wußte nicht wie
ehe, Auf seinem Siege weislich
fortzubauen; Drum mögt Ihr, teurer
Herr, wohl um Euch schauen Und sorgen,
daß nicht Gleiches Euch geschehe.
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Hier, mein Senuccio, wo zur Hälft ich weile

Hier, mein Senuccio, wo zur Hälft ich
weile, (O wär ich’s ganz und ihr
vergnügt zu finden!) Bin vor dem
Wetter ich und vor den Winden, Die
plötzlich tobten, hergeflohn in Eile.
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Ich bin des Harrens nun so müd, umrungen

Ich bin des Harrens nun so müd,
umrungen Von all des wehs endlos
feindselger Nähe, Daß Hoffnung ich
und Wünsche haß’ und schmähe, Und
jede Fessel, die mein Herz
umschlungen.
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Ich bin so müde meiner Sünden

Ich bin so müde meiner
Sünden Verjährter Last und alter
schlimmer Weise, Daß zu erliegen ich
vorm Schluß der Reise Befürcht und
mich in Feindes Hand zu finden. Wohl
kam
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Ich fürchte so der schönen Augen Pfeile

Ich fürchte so der schönen Augen
Pfeile, Worin der Tod wohnt bei der
Liebe Lichte, Daß ich, wie vor der
Rut’ ein Kind, mich flüchte, Und
ersten Sprung tat vor geraumer Weile.
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Ich sah, wie drin die Kraft sich schon verliere

Ich sah, wie drin die Kraft sich schon
verliere Der Geister, die von euch ihr
Sein empfingen, Und weil aus
anerschaffnem Triebe ringen Dem Tod
entgegen all der Erde Tiere, Li
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Ich weiß, daß, wie sich Menschensinne brüsten

Ich weiß, daß, wie sich Menschensinne
brüsten Sie, Amor, doch nichts gegen
dich vermögen; So viel Meinwort’ und
Schlingen allerwegen Hab ich erfahren,
so viel arge Listen.
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Ich werde fort und fort das Fenster hassen

Ich werde fort und fort das Fenster
hassen, Draus Amor tausend Pfeile schon
entgegen Mir sandte, weil nicht alle
töten mögen; Denn schön wohl ist’s
im Glücke zu erblassen.
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Je mehr ich, Graf Riccardo, überlege

Je mehr ich, Graf Riccardo,
überlege, Was Ihr gesagt, so mehr seh
ich vernichtet Der Tugend Freund, und
so uns zugerichtet, Daß drob ich Zorn
und Scham im Herzen hege; Und
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Kein Heil umher, wohin mein Blick sich wendet!

Kein Heil umher, wohin mein Blick sich
wendet! So langen Augenkrieg ich schon
erfahre – Weh mir! Es wird der
Schmerz, der unzähmbare, Das Herz
zerstören, dessen Kampf nicht endet!
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Könnt ich so gut in Lieder übertragen

Könnt ich so gut in Lieder
übertragen Mein Denken, wie ich’s
trag im Herzen drinnen, Kein Mensch
wär irgend von so harten Sinnen, Daß
er nicht sollt aus Mitleid mich
beklagen.
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Langsam und zögernd kommt mein Glück zur Stelle

Langsam und zögernd kommt mein Glück
zur Stelle – Die Hoffnung schwankt,
es wächset das Verlangen, Und Meiden
weckt, wie Harren, Weh und Bangen
– Erst zögert’s, und dann
flieht’
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Liebe, Geschick und mein Gemüt, gekehret

Liebe, Geschick und mein Gemüt,
gekehret Vergangnem zu, zerfallen mit
der Nähe, Betrüben so mich, daß mit
Neid ich sehe, Wie sich die Meng am
andern Strande mehret. Liebe
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Mehrmal des Tags verzweifl ich jetzt zuweilen

Mehrmal des Tags verzweifl ich jetzt
zuweilen, Denk ich der Kettenlast, die
mich umwindet, Womit die Welt zurück
mich hält und bindet, Daß ich nicht
kommen kann, bei euch zu weilen.
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Mein Feind, drin ihr das Augenpaar erblicket

Mein Feind, drin ihr das Augenpaar
erblicket, dem Amor und der Himmel gibt
die Ehre, Hat euch durch hold und
überirdisch-hehre, Nicht aber seine
Reiz’, in Lieb entzücket.
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Neun Tage schon vom hohen Söller blicket

Neun Tage schon vom hohen Söller
blicket Apoll nach ihr, die seine Ruhe
störet, Die einst umsonst zu seufzen
ihm gelehret Und gleicher Art nun andre
berücket. Er sucht und
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Nicht Polyklet, wie scharf er mochte spähen

Nicht Polyklet, wie scharf er mochte
spähen, Noch andere, derselben Kunst
erfahren, Nähmen das Kleinste wahr in
tausend Jahren Der Schönheit, die mein
Herz sich ausersehen.
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Nicht viel mehr durfte meinen Augen nahen

Nicht viel mehr durfte meinen Augen
nahen Das Licht, das schon von weitem
sie versehret, So hätt ich mich
verwandelt und verkehret, Wie einst
Tessalier sie verwandelt sahen.
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Nie ward ich, Herrin, müd, um euch zu minnen

Nie ward ich, Herrin, müd, um euch zu
minnen, Noch werd ich’s sein, weil
ich am Leben bleibe; Vom eignen Haß
doch nun ans Land ich treibe, Und
kraftlos macht der Tränen endlos
Rinnen.
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Nun, da der Weg der Gnaden mir verwehret

Nun, da der Weg der Gnaden mir
verwehret, Wandl’ ich fernab von
jenen Augen, denen Ein Gott den Lohn
für all mein treues Sehnen Vertraut,
zu der Verzweiflung Pfad gekehret.
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Orso, nicht Ströme, die den Lauf beschränken

Orso, nicht Ströme, die den Lauf
beschränken, Nicht See noch Meer,
darin die Flüss entrinnen, Nicht
schatten auch von Ästen, Bergen,
Zinnen, Nicht Wolken droben, die den
erdkreis tränk
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Orso, wohl kann an euer Roß man legen

Orso, wohl kann an euer Roß man
legen Gebiß und Zaum, der ab vom Lauf
es kehret; Allein das Herz? Wer
bindet’s, wenn geehret Es sich
begehrt, und haßt, was dem entgegen?
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Schon wälzt sich hinab der Himmel siebzehn Jahre

Schon wälzt sich hinab der Himmel
siebzehn Jahre, Seit ich entbrannt und
nie mehr konnt erkalten. Nur wenn mein
Leiden ich mir vorgehalten, Mitten in
Flammen ich wie Frost erfahre.
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Sechzehntes Jahr der Seufzer ist verronnen

Sechzehntes Jahr der Seufzer ist
verronnen, Entgegen ich fortan dem
letzten gehe; Und dennoch dünkt mich,
wann zurück ich sehe, Daß nur vor
kurzem solches Leid begonnen. U
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Sie, die mein jugendliches Herz umschlungen

Sie, die mein jugendliches Herz
umschlungen Ich erster Zeit, da ich
gelernt, zu lieben, Aus ihrer holden
Wohnung ausgetrieben, Hat schmerzlich
mich dem schönen Band entrungen.
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So oft, ach!

So oft, ach ! Amor Krieg mir
zugedachte, (Wohl täglich tausendmal
hab ich’s empfunden!) Kehr ich dahin,
wo sich das Licht entbunden, Das meines
Herzens Flamm unsterblich machte.
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So will ich denn, Sennuccio, dir entfalten

So will ich denn, Sennuccio, dir
entfalten Die Kunde meines Lebens,
meiner Wehen: Noch glüh ich und
vergeh, wie sonst geschehen, Mich
lenket Laura; dennoch bleibt’s beim
alten.
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Stets liebt ich ihn und lieb und werd ihn lieben

Stets liebt ich ihn und lieb und werd
ihn lieben Fortan nur immer mehr von
Tag zu Tagen Den süßen Ort, wohin ich
oft mit Klagen Gekehrt, wann Liebe
sann, mich zu betrüben;
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Und kreisten sich in tausend süßen Ringen

Und kreisten sich in tausend süßen
Ringen, Ein mildes Licht sah ohne Maß
ich dringen Aus Augen, die damit so
karg nun sparen. Und Mitleid schien
ihr Blick zu offenbaren, W
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Vater der Höhn, nach manch verlornem Tage

Vater der Höhn, nach manch verlornem
Tage, Nach Nächten, voll der Torheit
hingegangen, Im Herzen drin ein
glühend wild Verlangen, So zierlich
Wesen sehend mir zur Plage; G
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Verfolgt von Amor nach bekannten Weiten

Verfolgt von Amor nach bekannten
Weiten, Wie einer, den ein naher Krieg
erschrecket, Der klug die Pfade sperret
und verstecket, Stand ich, bewehrt mit
Bildern alter Zeiten, U
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Vermöchtet ihr, durch abgewandte Schritte

Vermöchtet ihr, durch abgewandte
Schritte, Die schneller sich zur
Flucht, als andre, lenken, Durch
Hauptes Neigen und der Augen
Senken, Verschmähend die bescheidne,
fromme Bitte,
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Voll jener Süße, die nicht auszudrücken

Voll jener Süße, die nicht
auszudrücken, Vom schönen Angesicht
mein Aug empfangen Am Tag, wo lieber
blind ich wär gegangen, Um nimmer
kleinre Schönheit zu erblicken, Li
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Wann durch das Aug in Herzens Grund gestiegen

Wann durch das Aug in Herzens Grund
gestiegen Ein herrschend Bild, kein
andres da verweilet, Und was an Kraft
die Seele drin verteilet, Läßt, wie
ein starr Gewicht, die Glieder liegen.
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Weh mir, daß ich einst schlecht mich vorgesehen

Weh mir, daß ich einst schlecht mich
vorgesehen Am Tag, als Amor kam, mich
zu bekriegen, Der Schritt für Schritt
zum Herrn emporgestiegen Von meinem
Leben und besetzt die Höhen!
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Weint, Fraun, und Amor wein in euren Chören

Weint, Fraun, und Amor wein in euren
Chören, Weint, Liebende, ihr auch in
allen Landen; Denn tot ist jener, der
so ganz verstanden, Euch, weil er lebt
auf Erden, hoch zu ehren.
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Wenn Glut in Glut nicht auslischt und verschwindet

Wenn Glut in Glut nicht auslischt und
verschwindet, Kein Strom vertrocknet,
wann ihn Regen nähret, Vielmehr durch
Gleiches sich das Gleiche mehret, Und
oft ein Gegenteil das andr’ entzü
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Wenn jener Fels, der meines Tals Gehege

Wenn jener Fels, der meines Tals
Gehege Zumeist verschließt, was ihm
den Namen spendet, Mit seinem Rücken
Babel zugewendet, Mit dem Gesicht gen
Rom dahin sich zöge; So hä
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Wenn Lieb und Tod nicht hindern das Gelingen

Wenn Lieb und Tod nicht hindern das
Gelingen Neuen Gewebes, das ich jetzt
beginne, Und ich dem zähen Vogelleim
entrinne, Da ich Zwiefaches will in
eins verschlingen, Werd ic
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Wie hast, ach schöne Freiheit, du beim Scheiden

Wie hast, ach schöne Freiheit, du beim
Scheiden Gezeigt mir, wie so selig war
mein Leben Damals, als mir der erste
Pfeil gegeben Die Wund, an der ich
immer werde leiden! Den
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Wie wohl ein guter Schütz sogleich beim Schießen

Wie wohl ein guter Schütz sogleich beim
Schießen Aus weiter Ferne schon es
kann erspähen, Ob der, ob jener Schuß
sei zu verschmähen, Und ob das Ziel
ein andrer werde grüßen;
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Wird seinem Heimatland der Baum entrücket

Wird seinem Heimatland der Baum
entrücket, Des Phöbus einst in
Fraungestalt begehret, Dann schwitzt
Vulcan und schärfet und bewehret Die
Pfeile Jovis, der in Grimm sie
zücket,
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Wohl hab ich dich, soweit ich es imstande

Wohl hab ich dich, soweit ich es
imstande, Vor Lüge stets bewahret und
hoch gepriesen, Treulose Zung, und hast
doch nie erwiesen Mir Ehre drum, wohl
aber Zorn und Schande; D
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Wohl weiß ich, daß zum Raube wir gegeben

Wohl weiß ich, daß zum Raube wir
gegeben Ihm ach! vor dem kein Mensch je
Gnade funden, Und daß, bevor wir’s
ahnen, uns entschwunden Die Welt, und
wenge Zeit in Treu ergeben.
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Zu denken bin ich müde, wie ich’s trage

Zu denken bin ich müde, wie ich’s
trage, Daß mein Gedank an euch nicht
zu ermüden, Und wie ich noch vom Leben
nicht geschieden, Um zu entfliehn der
Seufzer schwerer Plage;
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Zwischen zwei Liebenden sah eine hehre

Zwischen zwei Liebenden sah eine
hehre, Ehrbare Frau, bei ihr den Herrn
ich stehen, Der auf der Erde herrscht,
wie in den Höhen; Hier bot die Sonn
ihr, jenseits ich die Ehre.
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Ihr Augen, weinet, wie das Herz euch lehret

„Ihr Augen, weinet, wie das Herz euch
lehret, Das nur durch euch den Tod
davongetragen.“ „So tun wir stets;
doch müssen wir beklagen Mehr fremden
Wahn, als der uns selbst betöret.
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