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Gedichte - Franz Carl Spitzweg


Des Genügsamen Trost

Behalt die Perlen und dein Gold, Behalt
die Diamanten! Was tut`s wenn auch
Fortuna schmollt Durch ganze
Folianten! Es bleibt zuletzt doch etwas
noch, Was muß das Herz erheb
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Jetztzeit

Billig ist die Klassizität auch jetzt
noch so ziemlich in Ehren; Unseren
Firnis und Glanz kannten die Alten noch
nicht! Übrigens, wunderbar bleibt, wie
doch die Maler, die
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Die gelben Blätter schaukeln

Die gelben Blätter schaukeln Im
Sonnenstrahl, dem fahlen, Nicht
Amoretten gaukeln Wie Anno
dazumalen. In warmer
Ofennähe, Filzschuhe an den
Füßen, Erwart` ich stil
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Der Radi und die gelbe Rubn

Die Veigerln blühn, die Baam schlagn
aus, Im Wald springt`s junge Reh, Und
weil jetzt niemand schießen darf, So
schießt `s Getrad in d` Höh. Und in
an Bacherl silberhell,
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Ständchen

Dir, Holde, tief im Schlummer, Dir sei
mein Sang geweiht! Doch nicht soll er
dich wecken Aus Traumes Seligkeit. Die
Töne, leise schwebend Ums Atmen deiner
Brust, Sie sollen
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Berg und Tal

Erst auf den höchsten Zinnen, Die
mühsam du erklommst, Wird`s hell in
deinen Sinnen, Dem Himmel näher
kommst! Willst du ein Weilchen selig
sein, So leg dich auf den Bauch
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Das kranke Herz

Es gibt nicht leicht an schönern
Stand Als was a Dokter is, Wo no an
Kranken z` helfen is, Da hilft der
Dokter gwiß. Für jeden is er, wer da
will, Für jeden, der no lebt
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Romanze

I hab an Hexenschuß, Weil i `n halt
habn muß, Sonst hätt i `n ned. Wenn i
die Hex nur wißt, Die allweil auf mi
schißt, I brachts ins Gred. Bal i mi
niedersitz,
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Mei Dachstubn

Logier in a Dachstubn, Und da bin i
gern, Da siech i gar weit rum In d` Höh
und in d` Fern. Da tramt mir der
schönst Tram, Wie d` Engerln rum fliegn
- Die drunten, d
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Mein Schatz

Mein Schatz ist wie a Röserl! Grad so
schön lachts oan on, Mi verdrießt nur,
daß i`s net Aufn Hut stecka kon! Mein
Schatz is wie a Nagerl! O du herzige
Maus! Gern
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Mein Stübchen

Nicht die kleinste Freude noch auf
Erden Ist mir mein Stübchen spät bei
Nacht; Des Tages Mühsal und
Beschwerden Bei Lesen mich vergessen
macht! `Wohl besser, in geselligen Krei
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Epilog

Oft denke ich alt den Tod, den herben,
Und wie am End` ich`s ausmach`:
Ganz sanft im Schlafe möcht` ich sterben -
Und tot sein, wenn ich aufwach`!
Stets wandeln wir

Stets wandeln wir dem Abgrund dicht, Wo
Tief und Dunkel schrecken, Aus dem ein
Tod und letzt` Gericht Die Drachenhälse
recken! Wir wandeln, ahnen nicht
Gefahr, So sorglos h
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Wir bleiben alle Kinder

Und wird die Welt auch noch so alt, Der
Mensch, er bleibt ein Kind! Zerschlägt
sein Spielzeug mit Gewalt, Wie eben
Kinder sind! Wann alles erst in klein
zerstückt Und nich
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Der Weisheitszahn

Wart allweil auf den Weisheitszahn, Die
andern fallen aus - I denk, i zieh mein
Pelzrock an Und geh schön stat nach
Haus! Was hilft denn a dös Warten
jetzt, Dös He
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Die Orden

Wenn einer einen Orden kriegt, Bei uns
ist`s so der Brauch, Sagt jeder grad zu
ihm ins G`sicht: `Verdient hätt` ich
ihn auch!` Wahrhaft erfreulich ist dies
schon, Es gibt ein treu
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Ich Dichter

Wenn ich den Tag schon opfre doch Rein
nur Vergnügens Sachen, So will ich
wenigst` abends noch Ein klein Plaisir
mir machen. Ich bitt`, du mußt nun hier
vor all`n Auf jeden Scher
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Mein Schlafrock

Wie arg, daß jetzt mein Schlafrock
hin, Zerfetzt und druchgefressen, Kaum
siebzehn Jahr ich äleter bin, Seit er
mir angemessen. Von Wolle kaum mehr
eine Spur. Durchlöcher
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Para pacem si vis bellum

`s ist nur umgedrehte Wortung!
Sattle ab dein Streiterroß,
Bring nur alles hübsch in Ordnung,
Geht gewiß der Teufel los.