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Gedichte - Franz Grillparzer


Des Kindes Scheiden

(Als meine kleine Muhme starb) Über
des Bettes Haupt flog säuselnden Fluges
ein Engel, Und des Unsterblichen Blick
fiel auf das schlafende Kind. Wie sein
eigenes Bild im Spiegel s
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Weihnachten

(Bei einer Zurücksetzung im
Dienste) Am heilgen
Christtagabend Den Kindern man
beschert, Da ist denn eitel Freude An
Wägelchen und Pferd. Am heilgen
Christta
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Worte über Beethovens Grab zu singen

(Einem seiner eigenen Posaunenstücke
untergelegt) Du, dem nie im
Leben Ruhstatt war, noch Haus; Ruhe
nun, du Müder, Ruh im Tod noch
aus. Und reicht Freundest
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Clara Wieck und Beethoven

(F-moll-Sonate) Ein Wundermann, der
Welt, des Lebens satt, Schloß seine
Zauber grollend ein In festverwahrten,
demantharten Schrein, Und warf den
Schlüssel in das Meer und
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Frühlingsgedanken

(Im Garten vor einem knospenden
Strauche) Mutter. Wie die Knospen
schwellend blitzen, Schon geht auf der
Blüte Stern. Zieren wird er und auch
nützen, Blum un
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Die wahre Glückseligkeit

(nach den gegebenen Endreimen
verfertigt) Das ist wohl nicht das
größte Gut, Ein neues Kleid, ein
neuer Hut, Der hohe Rang, die goldne
Dose! Der Hirt ist glücklicher auf M
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Spaziergänge

1. Bachesgemurmel Erste Welle. Nu,
nu, Was willst du? Zweite
Welle. Hinunter. Erste
Welle. Hier ist mein Platz!
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(Friedrich der Streitbare)

1 Ein Herzog war in
Österreich, Herr Friederich
genannt, Dem tat so leicht es keiner
gleich Im ganzen deutschen
Land. Wenn er erschien, da ward
ringsum
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Bei der Rückkehr nach Österreich

1 Sei mir gegrüßt, mein
Österreich, Du herrlich blühnder
Gottesgarten, Mit deinen Fluren Eden
gleich, Mit deiner Berge ewgen
Warten, Mit deinem Volk, so brav und t
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Huldigungen

1 Wenn man dich Engel nennt, Wills
so der Brauch; Daß dus an Schönheit
bist, Seh ich wohl auch; Magsts auch
an Güte sein: Gib und gewähr! Nur
nicht a
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Verwandlungen

1 Wie bist du schaurig, Du dunkle
Nacht! Hier waren Wiesen, War
Farbenpracht. Doch kaum zur Rüste Der
Sonne Schein, So sank zur Wüste Das
Eden e
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Rudolf und Ottokar

1 Im ersiegten Ungarlager Steht
der Böhmen hoher König, Seines Landes
Hort und Säule, Fürst Przemisl
Ottokar. Hoch empor das Haupt
geworfen,
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Beethoven

Abgestreift das Band der Grüfte, Noch
erschreckt, sich findend kaum, Flog die
Seele durch den Raum Dünn und leicht
gespannter Lüfte. War das Blitzen?
Wars ein Laut? - Ach,
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Elegie eines Schiffbrüchigen auf den Tod seines H

Ach, so war noch dieser Schlag dem
blutenden Herzen Von dem grausen
Geschick zu meiner Folter
bestimmt! Mir, dem schon ein Heer von
Schmerzen den Busen
durchwühlet, Reißt seine mordende H
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Paganini

Adagio und Rondò auf der G-Saite Du
wärst ein Mörder nicht? Selbstmörder
du! Was öffnest du des Busens sichres
Haus Und stößt sie aus, die
unverhüllte Seele, Und stel
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Lied

Alle Freuden, alle Gaben, Die mir heut
gehuldigt haben, Sind nicht diese
Blumen wert. Ehr und Lieb von allen
Seiten, Kleider, Schmuck und
Kostbarkeiten, Alles, was mein Herz b
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Sehnsucht nach Liebe

Alles liebet, alles scherzet In der
fröhlichen Natur; Alles küsset,
alles herzet Auf den Höhn in Wald und
Flur! Läßt der holde Lenz sich
nieder, Sanft umschw
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Liebe im Überschwang der Gefühle

Alles liebet, alles scherzet In der
fröhlichen Natur; Alles küsset,
alles herzet Auf den Höhn, in Wald und
Flur! Und der Löwe flieht das
Morden, Das sonst höchs
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Fünfzig Jahre

Als du heraufkamst an der Tage
Morgen, Da war die Welt bedeckt mit
Mord und Blut, Es hatte scheu das Recht
sein Haupt verborgen, Den Himmel
rötete der Feuer Glut. Du aber, d
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Die Schwestern

Als Gott die Menschen schuf nach seinem
Bilde, Sandt er, der karg und
unvollendend nie, Zwei Engel in das
werdende Gefilde, Die Prosa er genannt
und Poesie. Die eine, stark v
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Schweigen

Als ich noch jung war, Liebt ich zu
klagen, All, was dem Herzen
leid, Vielen zu sagen; Nun da ich
älter, Hehl ich die Pein, Schließe
den Kummer Im Inne
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An Fanny Elssler

Als sie von der Bühne Abschied
nahm So willst du dich der Kunst
entziehen? Gib sie nicht auf, die
heilge Kunst, Was uns zum Schutz ein
Gott verliehen, Hat sich gelöst in Ne
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Schlusswort

Also hatt er lang gesprochen, Hatte
höchste Not geklaget, Daß man ihm das
Herz durchstochen, Und kein
Rettungsmorgen taget. Da kams durch
die Luft gezogen, Saitenkla
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Gartennachricht

Am sechsten März ging in
Schönbrunn Ein Sturm wie sonst noch
nie, Der bracht in höchste
Konfusion Parterr und Menagerie. Die
Wipfel aber, die zuhöchst, Sie
säuselten dare
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Gartennachricht

Am sechsten März ging in
Schönbrunn Ein Sturm wie sonst noch
nie, Der bracht in höchste
Konfusion Parterr und Menagerie. Die
Wipfel aber, die zuhöchst, Sie
säuselten darein.
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In das Stammbuch einer Neuvermählten

Amor würfelt` einst mit Hymen, Und der
kleine Gott der Liebe, Schielend listig
durch die Binde, Wirft beständig hohe
Zahlen, Vier und fünf und fünf und
sechs, Halb zu viel
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Liebe und Wollust

an Molly Schwestern sind sie, doch
sie meiden ewig sich ohn
Unterlaß; wählst du eine von den
beiden, mußt du von der andern
scheiden, schwörest du der andern
Haß!
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Einem Grafen und Dichter

Auersperg, du letzter Ritter Eines
Stamms, der ruhmbelaubt, Streit nicht
mehr im Helmesgitter, Zeig dein freies,
edles Haupt! Nicht mehr grün sind
deine Früchte, Rei
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Polarszene

Auf blinkenden Gefilden Ringsum nur Eis
und Schnee, Verstummt der Trieb zu
bilden. Kein Sänger in der Höh. Kein
Strauch, der Labung böte, Kein
Sonnenstrahl, der frei,
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Kuß

Auf die Hände küßt die
Achtung,      
Freundschaft auf die offne
Stirn,       Auf die
Wange Wohlgefallen,    
  Sel’ge Liebe auf den Mun
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Auf die Hände küßt die Achtung...

Auf die Hände küßt die
Achtung, Freundschaft auf die offene
Stirn; Auf die Wangen
Wohlgefallen; Selige Liebe auf den
Mund; Auf`s geschlossene Aug` die
Sehnsucht, In die hoh
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Kuss

Auf die Hände küßt die
Achtung, Freundschaft auf die offne
Stirne, Auf die Wange
Wohlgefallen, Selge Liebe auf den
Mund; Aufs geschloßne Aug die
Sehnsucht, In die hohle Ha
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Kuß

Auf die Hände küßt die
Achtung, Freundschaft auf die offne
Stirn, Auf die Wange
Wohlgefallen, Sel`ge Liebe auf den
Mund; Aufs geschloßne Aug` die
Sehnsucht, In die hohle Hand V
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Versäumt

Auf Kresna-Hora, hütend seine
Kühe, Stand jener Hirt, da wollt es
ihn bedünken, Er säh es aus dem
Erdreich guldig blinken, Im
Dämmerlicht von Tages erster
Frühe. Mit ku
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Vorzeichen

Augen! meiner Hoffnung
Sterne, Dioskuren meiner
Fahrt! Schimmert nicht so hell und
feurig! Denn, das kündet, sagt man,
Sturm - Und so ist es auch: - Er naht
schon! - Denn ich
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Der Bauer, der sein Kalb verloren hat

aus dem Französischen Um ein
verlornes Kalb zu suchen, Ging einst
ein Bauer in den Wald, Bestieg die
höchste aller Buchen Und lauschte
rings umher. Doch bald Naht ih
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Das Grab im Walde

Ballade »Wie das treue Weib dem
Mann, bleib mir liebend zugetan, bleib
mir treu und hold, treu und rein wie
Gold«! sprach zu Fräulein
Edeltrud Hans v
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Böse Stunde

Begeisterung, was ruf ich dir Und fleh
dich fruchtlos an? Begeisterung?
Wornach? Wofür? Bist du selbständig
außer mir? In dir? Und wo und
wann? Sag mir, wo du dein
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Bescheidenes Los

Bei dem Klang des Saitenspieles Geh ich
einsam und allein, Habe wenig, brauchte
vieles, Doch das Wenige ist
mein. Amor lauscht in
Rosenhecken, Winkt, halb Spott, zu si
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Rückerinnerung

Bin ein Mädchen gewesen Auf heimischer
Flur, Mein Denken, mein Fühlen, Galt
dir, o Natur! Nun hält mich
gefangen Ein liebender Blick, Doch die
Ruhe der Heima
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An einen geschiedenen Freund

Bist du gegangen, müd der ewgen
Kriege, Die Einsicht mit der Torheit
ficht und schlägt, Und hast,
verzweifelnd an dem späten Siege, Die
wohlgebrauchten Waffen hingelegt? W
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(Auf die Genesung des Kronprinzen)

Bist du genesen denn? Sei uns
willkommen! Wir jubeln laut dir in
Begeistrungsglut, Des Glückes sicher,
das uns halb genommen, Der Zukunft
froh: denn du bist gut. Mag sein, d
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Die Spätrose

Blühst du jetzt erst, holde
Rose, deine Zeit, Kind, ist
dahin, Hörst du nicht des Sturms
Getose, siehst du nicht die Vögel
ziehn, Siehst du nicht die kahlen
Gänge, von dem
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Ständchen

Brim blim, klang kling, Höre,
Mädchen, was ich sing! Sieh mich
hier vor deinem Fenster Lauschend mit
der Zither stehn, In der Stunde, wo
Gespenster Nur und Liebende
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Regen und Unmut

Böses Wetter, böses Wetter!
Es entladen sich die Götter,
Reinigen ihr Wolkenhaus,
Und die Menschen badens aus.
Rundgesang

Champagner, Du Königs wein! Die Krone
der Weine geheißen, Kannst du deinen
Namen erweisen, Machst reich und selig
alles umher Und herrschest oft leider
nur gar zu sehr!
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Kantate an den Finanzminister Graf Stadion

Chor Sei uns willkommen, freudige
Stunde, Sei uns willkommen, herrlicher
Tag! Denn du vergönnst zu gestehen dem
Munde, Was sonst schweigend im Herzen
nur lag. Brechet
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An Selenen bei Zurückstellung des Buches: von der

Christus folgen? Wie mich`s
dränge, Fruchtet doch mein Streben
nichts; Heimisch nur im Reich der
Klänge, Bin ich fremd im Reich des
Lichts. Meine Augen, wie erreichten
... weiterlesen


Der wahre Glaube

Dahingestreckt auf grüne Matten, Lag,
mit Almansorn Hand in Hand, Nadir an
eines Baches Rand, In einer Palme
kühlen Schatten. Es war im Lenz. Mit
süßer Kehle Sang
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Alma von Goethe

Das hast du nicht gedacht, Gewaltger
du, Als du noch weiltest in der
Menschheit Schlacken, Daß einst dein
Enkelkind frühzeitge Ruh Soll finden
in dem »Lande der Phäaken«.
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Das Ministerium, hör ich, war schwach...

Das Ministerium, hör ich, war
schwach, Der eine sagts, der andre
sagts nach. Es sei denn schwach! Wir
aber warens nicht, Die lachten, wenn
der Pöbel hielt Gericht. Die Eltern
waren
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Naturszene

Das Wasser rinnt vom Felsgestein Und
furcht die moosge Bank, Die Gräser,
hellgrün, schmal und klein, Sie stehn
umher und saugens ein, Gesättigt ohne
Dank. Und an die Blumen
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Dass ihr an Gott nicht glaubt...

Dass ihr an Gott nicht glaubt, Sei euch
etwa erlaubt, Gott ist überall
Er, Stellt sich von selbst wieder
her. Daß euch die Sitten ein
Spiel, Kümmert mich wieder nic
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Besonnen, aber entschieden vorwärts

Den Kopf von Sorgen müde, ging neulich
ich aufs Land; Ein Freund am Linientore
sich mir entgegen fand. Wir grüßten
uns gar freundlich, wir drückten uns
die Hand, Wir schieden voneinande
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Kölner Dombau

Denkt ihr auf Häuser, eh der Gast noch
da? Die Einheit wohnt in Balken nicht
und Steinen, Sie lebt im Fühlen, das
dem Herzen nah, Und was sich liebt,
wird sich von selbst vereinen.
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Orientalischer Kongreß

Der Esel und der Wolf im Streit, Sie
greifen zum Gewehr, Da treten als
Vermittler ein Die Nachbarn rings
umher: Der Stockfisch und das
Murmeltier, Der Marder und der Fuchs,
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Kosmos

Der Fehler der Deutschen ist immer gewesen,
Wie rühmlich man sie sonst auch nennt,
Daß sie versuchen da zu lesen,
Wo man noch kaum den Buchstab kennt.
Ein Finanz-Gedicht

Der Franke sinnt auf einen Streich. Der
Russe mehrt ein starkes Reich. Ein
Anlehn! Ein Anlehn! Macht alles wieder
gleich. Der lange Friede Segen
schafft, Wir platzen f
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Der Halbmond glänzet am Himmel

Der Halbmond glänzet am Himmel, Und es
ist neblicht und kalt. Gegrüßt sei du
Halber dort oben, Wie du, bin ich einer,
der halb. Halb gut, halb übel
geboren, Und dürftig
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Das Duell

Der Hase und das Lamm im Streite, Sie
fordern sich zum Zweikampf aus. Das
Windspiel, ob geneigt gleich einer
Seite, Soll Richter sein dem blutgen
Strauß. Der Tag erscheint, der Hase
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Dem internationalen Preßkongreß

Der Henker hole die Journale, Sie sind
das Brandmal unsrer neuen Welt, Der
ekle Abhub von dem Wissensmahle, Der,
für die Viehmast, in die Zuber
fällt. Sie sind die breitged
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Jagd im Winter

Der Himmel grau, die Erde weiß, Die
Bäume kahl, die Büsche Gereis, Ihr
Lächeln den Fluren genommen. Mag
zagen, wer will, mir wallet es
heiß, Ich nenne willkommen dich,
blinkende
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Das Mädchen im Frühling

Der Weinstock sprosset, der Apfelbaum
blüht, Das Veilchen duftet, die Rose
glüht, Der Mai senkt sich freundlich
hernieder, Die Nachtigall flötet, die
Wachtel ruft, Die Lerche zwit
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Frühlings Kommen

Der Wächter auf den Zinnen Treibt gar
gewaltgen Spuk. Sieht er wohl Gäste
kommen? Er schreit: »Guck, guck!
Guckguck!« Ein Diener auf sein
Rufen Herum im Hause geht
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Literarische Zustände

Der Ärger ist ein schlimmer Gast, Doch
nützt er ab und zu; Zum mindsten
läßt er keine Rast, Er straft in
Versen, was er haßt, Ist tätig ohne
Ruh. Doch währt der
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An die Sammlung

Die du dein Haus entfernt von Menschen
baust, Steig nieder auf mein Flehen,
Sammlung, du, Ergreif mit starker Hand
die irren Triebe, Die Kräfte, die ins
Weite haltlos streifen, Zwin
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Die du vom Himmel stiegest, Ewig-Schöne...

Die du vom Himmel stiegest,
Ewig-Schöne, O kehr zum Himmel
wiederum zurück, Geboren wardst du
für des Lichtes Söhne, Des Staubes
Söhne meiden deinen Blick. Zwar
glauben
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Die Freiheit, die so hoch man hält...

Die Freiheit, die so hoch man
hält, Nach der ein jeder ruft, Ist
für den Geist, was für die Welt Die
freie, reine Luft. Sie ist der Boden,
der, befreit Von jedem sc
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Der Christbaum für die Kinder im k.k. Wiener Mili

Die ihr versammelt hier nach frommer
Sitte, Gar mancher nennt euch arm - ihr
seid nicht reich! Und habt doch einen
Christbaum in der Mitte, Den Kindern
reicher Menschen heute gleich.
... weiterlesen


Der Triumph der Liebe (Erster Gesang)

Die Liebe herrscht in mancherlei
Gestalten In allen Teilen unsrer
schönen Welt. Nur Harmonie kann diese
Welt erhalten, Und Liebe nur ist das,
was sie erhält. Sie fesselt zum Verein
... weiterlesen


Zu Mozarts Feier

Die nachstehenden Zeilen hatten ein
sonderbares Schicksal. Ursprünglich zur
Enthüllung des Mozartdenkmals in
Salzburg bestimmt, konnten sie daselbst,
wegen Kürze der gegönnten Frist, nicht
zur rechten Zeit
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Fortschritt

Die Zeit, sie eilt so schnell
voraus, Und ich, ich blieb
zurück. Ich schäme mich! Was kommt
heraus? Es bleibt ein
Mißgeschick. Dort stürmt sie hin
unbändig jach,
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Jugenderinnerungen im Grünen

Dies ist die Bank, dies sind dieselben
Bäume, Wo einst, das dunkle Schulbuch
in der Hand, Der Prüfung bang, den
Kopf voll Frühlingsträume, Vor
manchem Jahr sich oft der Knabe fand.
... weiterlesen


An Ovid

Dir, den in wilde, unwirtbare
Wüsten, wo nie ein Glücklicher sich
schauen ließ, auf Pontus ferne
meerumtobte Küsten der Grimm von Romas
tückschem Herrscher stieß; dir, armer
Du
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Du bist mein Mann...

Du bist mein Mann! Dich hab ich mir
ersehn Von allen, die jetzt wirken und
jetzt schaffen. Nicht, weil du siegst,
und was noch sonst geschehn Im blutgen
Spiel des Streites und der Waffen.
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Liszt

Du gleichst dem Engel mit dem
Flammenschwerte, Der aufgestellt vor
unsrer Unschuld Garten; Ein strenger
Spruch, gerecht in seiner
Härte, Straft durch sich selber
jegliches Entarten.
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Contemplations

Du hast die Natur zu viel studiert, Und
den Menschen viel zu wenig. Wenn dort
Notwendigkeit regiert, Ist Leidenschaft
hier König. So daß dort Stoß und
Gegenstoß Si
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In das Gutenberg-Album

Du lichte, schwarze Kunst! Ob
Gutenbergs, ob Fausts, War man mit
Recht in Zweifel; Denn halb stammst du
von Gott, Und halb hat dich der
Teufel. Doch laßt, wie sehr be
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Dem Komiker Hasenhut

Du mir Erinnrung meiner
Jugendjahre, Und jener Jugendzeit zum
Teil ein Bild, Wo noch der Ernst das
Gute war, das Wahre, Der Scherz ein
Bach, der unter Blumen quillt. Die
Welt
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Lope de Vega

Du reicher Geist mit unbekannten
Schätzen, Dir selber mehr als andern
unbekannt, Weil du nicht liebst, an
Zahlen Zahl zu setzen, Nein, einzeln
sie verschenkst mit voller Hand.
... weiterlesen


Du sollst nicht hingehn, wie die andern gehen...

Du sollst nicht hingehn, wie die andern
gehen, Ein Wort bezeichne dauernd den
Verlust, Und wenn wir Gut und Schlecht
vergessen sehen, So sei dein Wert zum
mindesten gewußt.
... weiterlesen


Asmund und Asvit

Durch Fühnen zieht, aus fernem
Land, Ein Schwedenkönig, Alf
genannt. Und hinter ihm sein streitbar
Heer, Von Beut und Ruhm und Wunden
schwer. An einem Steine mächtig
groß
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Der Gegenwart

Ei, wer schilt die Jugend euch? Ihr
sind alle Lebensgüter, Vor der Freuden
Zauberreich Steht sie als des Gartens
Hüter. Sie ist stolz und stark und
kühn, Reich an S
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Dichternot

Ein deutscher Dichter ist übel
dran, Und doch auch wieder gut: Was
plagt sich nicht der arme Mann, Er
weiß kaum, wie sichs ruht. Heut ist
man objektiv gesinnt, Er is
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Einem Regiments-Inhaber

Ein halb Jahrhundert ist
vorbeigerückt, Seit du der Führer
wardst von unsern Fahnen, Erlaube, daß
wir des, die du beglückt, Dein treues
Regiment, dich heute mahnen. Gerec
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Gutgemeinte Bemühungen

Ein Mann kehrt heim zur
Winterszeit, Ihn fror, auch war kein
Mahl bereit, Die Asche kalt auf seinem
Herd, Doch wie er stochernd um sie
kehrt, Da glimmt ein Fünkchen schwach
und klei
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Diplomatischer Rat

Ein Marder fraß die Hühner gern, Doch
wußt er nicht, wie sie erhaschen; Er
fragt den Fuchs, `nen alten Herrn, Dem
Steifheit schon verbot das Naschen. Der
sagt ihm: »Freund, der R
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Klosterszene

Ein Mönch in kleiner Zelle, Mit
sorglichem Gesicht, Halb in der
Sonnenhelle, Halb in des Kreuzgangs
Licht! Es zeigt von frommen
Bitten Manch heilig Konterfei;
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An einen Freund

Ein Schiffer irrt, durch Sturmesnacht
getrieben, Der Wogen und der Winde,
leichtes Spiel, Wohl sind ihm Mast und
Ruder noch geblieben, Doch fehlt der
Reise Wichtigstes: ein Ziel!
... weiterlesen


Krankenbesuche

Eine Ähnlichkeit, die ich mit Christus habe:
Nur die Weiber kommen zu meinem Grabe.
Einfache Myrten...

Einfache Myrten Krönen die
Braut, Wird sie dem Teuern, Dem
Liebsten getraut. Du schmückst der
Tochter Stirne, wie Schnee, Sinnig mit
Rosen, Distel und Klee.
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Entsagung

Eins ist, was altergraue Zeiten
lehren, Und lehrt die Sonne, die erst
heut getagt: Des Menschen ewges Los, es
heißt: entbehren, Und kein Besitz, als
den du dir versagt. Die
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Der Kuss

Einst fand bei ihren Schafen der muntre
Titirus die junge Kloë
eingeschlafen. Er raubt ihr einen
süßen Kuß und fliehet schnell, die
Schläferin erwachet, von seinem kühne
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Der kranke Feldherr

Er ist verwundet, tragt ihn aus der
Schlacht! Ein tapfrer Kämpe wars, ein
kühner Führer, Der vorfocht in der
Finsterlinge Schar. Nun aber traf ein
Pfeil des Lichtgotts ihn Und fuh
... weiterlesen


Der Selbstmörder

Er kam zurück nach Hause vom
langgedehnten Gang, Mit Absicht
ausgedehnet bis
Sonnenuntergang. Gebüsch hatt er
durchdrungen, wo rings kein Mensch sich
zeigt, Am Fluß war er gestanden, das
... weiterlesen


An Kaiser Ferdinand bei Darbringung eines Teppiche

Erst wenn der Mensch aus diesem Leben
scheidet, Wird ihm gerecht das Urteil
dieser Welt; Nicht angefeindet mehr und
nicht beneidet, Steht fest die Hand,
die unsre Wage hält.
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Ungarn

Es fiel einer in eine Grube Und brach
dabei ein Bein, Statt die Grube
zuzuschütten, Beschloß er, achtsamer
zu sein, Doch nachts brach Feuer
aus, Verwirrt von der Fla
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Hamlet

Es geht ein Königssohn im kalten
Norden, Dem man des Lebens Urquell dort
erschlug, Den Thron besitzen, die den
Vater morden, Die Mutter teilt des
Mörders Lust und Trug. Es
... weiterlesen


Wanderszene

Es geht ein Mann mit raschem Schritt
- Nun freilich geht sein Schatten mit
- Er geht durch Dickicht, Feld und
Korn Und all sein Streben ist nach
vorn. Ein Strom will hemmen seinen Mu
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Die wahre Tugend

Es lebt einmal in niedrer Hütte Ein
Klausner im Ardennerwald, Von dessen
Ruhm und strenger Sitte Ringsum das
ganze Land erschallt`. Er betete bei
Nacht und Tage, Sein
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Der Zwerg

Es lebt nicht fern von hier auf einem
hohen Berg Ein Mann, an Geiste groß,
an Körper nur ein Zwerg, Der kennet
manches Kraut, manch zauberische
Tinte, Vor dem flieht jedermann wie
Vögel
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Es war ein Hirt, mild wie die Gottesgabe...

Es war ein Hirt, mild wie die
Gottesgabe, Ein netter Mann und elegant
dabei; Ein blaues Band an seinem
Schäferstabe, Vor allem blies er
lieblich die Schalmei. Der folgt der
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Deutsche Ansprüche

Es waren, wie euch wohl bekannt, Der
frommen Männer sieben, Die in die
Wüste sich verbannt Und schlafend dort
geblieben. So schliefen sie
fünfhundert Jahr Und träu
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Fortschritt-Männer

Euch kann mein Lied, ich fühls, nicht
mehr gefallen, Es ist zu karg, zu
dürftig und zu klein, Die ihr so weit
in jedem und in allen, Faßt euch nicht
gern in enge Schranken ein.
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Geologisch

Euer geschmolzener Erdkern Ist etwa
wohl auch von der Wahrheit fern. Wie
scheinbar Grund und Folge seien, Sollte
wohl Frucht und frohes Gedeihen, Das
Leben mit all seiner Angehörung
... weiterlesen


Gedanken am Fenster

Fernüber durch die Berge Ertönt es
dumpf und schwer, Wie Leichentuch um
Särge, Verhüllt Gewölk die
Berge, Und drinnen geht der
Herr. Die Erde siehts mit Bangen,
... weiterlesen


Incubus

Fragst du mich, wie er heißt, Jener
finstere Geist, Der meine Brust hat zum
Reich, Davon ich so düster und
bleich? Unfried ist er genennt, Weil
er den Frieden nicht
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Erklärung

Fragt ihr mich, was das Schöne sei?
Seht zu, ob ich`s verfehle;
Ein Gleichnis beut die Liebe mir:
Es geht vom Körper aus, gleich ihr,
und endigt in der Seele.
Consilium Medicum

Frau Poesie war krank. Verwitwet schon
seit manchem Jahr, Wuchs scheinbar
stündlich die Gefahr. Die Stirne
heiß, Die Zunge weiß, Die Haut bald
Frost und bald in Schweiß,
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In ein Stammbuch

Freund! auf, genieße das Leben, Jetzt,
da der Lenz dir noch blüht! Da noch
mit feurigem Streben Blut dir die Adern
durchglüht. Fort mit den grämlichen
Sorgen! Sorge sich d
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In trüber Stunde

Frost und Nacht, wohin ich richte Meine
besten Lichtgedanken! Wie ich sinne,
wie ich dichte, Nicht die Mitwelt will
mirs danken. Hab mein Bestes ihr
gegeben, Zwar nich
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Die erstattete Spielschuld

Für neun geliehne Groschen Gibst du
mir dreimal drei, Und sinds gleich auch
nur neune, Der Anmut Hand und
deine Macht selbst das Alte neu. Und
rund umher geschlungen
... weiterlesen


Für unser Glück, du edler Fürst...

Für unser Glück, du edler
Fürst, Bemühst du dich gar sehr; Ist
der Profit nicht immer klar, Es kommt
der Tag zuletzt im Jahr - Wir danken
dir, o Herr. Der lange Fr
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Die Krone

Fürst Midas mit den Eselsohren, Vom
Hauptschmuck so genannt, Wars, der den
Nimbus mancher Toren, Das Diadem
erfand. Er, den Apoll mit langen
Läppchen So herrlich dek
... weiterlesen


Entgegnung

Gabst du schon auf die Poesie? Ich
nicht! Wärs nicht gegönnt zu
schreiben mehr, So lebt ich ein
Gedicht. Verachten, was der Pöbel
ehrt, Sich selbst genug, Zu
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In Deinhartsteins Stammbuch

Gar manche tragen nach der Kunst
Verlangen Und streben ihr auf manchem
Wege nach; Willst du die Himmlische bei
dir empfangen, Bereite ihr ein
würdiges Gemach. Sie liebt in
schmutzge
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Dem Banus

Geboren, um ein Schwert zu sein, Des
Heldenmutes Bild, Verschmähtest du den
eiteln Schein Und machtest dich zum
Schild. Der Erste, in der Zeit, dem
Wert, Als rettend
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Lola Montez

Geht nicht zurück bis auf des Ursprungs
Born, Wenn Wahres obsiegt und wenn
Rechtes wird, Es ist des Menschen Geist
ein Samenkorn, Das selbst erzeugt, doch
selber nicht gebiert.
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Kennst du das Land?

Gelobt sei Gott! die Stund ist da! Den
Wanderstab in die Hand! Zu dir hin
gehts, Italia, Du hochgelobtes
Land! Der Pilger zieht mit Hut und
Stab Zum heiligen Grabe wei
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Chor der Wiener Musiker beim Berlioz-Feste

Genossen, macht ein ernst Gesicht, Es
geht um unsre Ehre, Und können wir das
Leichte nicht, Versuchen wir das
Schwere. Setzt hoch und höher euch
das Ziel, Verspottet
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Regierungsrat Hoffinger

Geplagt mit Fleisch- und Studien
-Referat Vermengt er manchmal sie,
obgleich nicht gerne, Und bracht im
Vorschlag für die Bibliothek, Aus
Schreibversehn, drei Ochsen in die
Terne.
... weiterlesen


Napoleon

Geschrieben im Jahre 1821 So stehst
du still, du unruhvolles Herz, Und bist
gegangen zu der stillen Erde? Was
fünfzig Jahr, voll Hoheit und
Beschwerde, Voll Heldenlust nicht
... weiterlesen


Feldmarschall Radetzky

Glück auf, mein Feldherr, führe den
Streich! Nicht bloß um des Ruhmes
Schimmer, In deinem Lager ist
Österreich, Wir andern sind einzelne
Trümmer. Aus Torheit und aus Eit
... weiterlesen


Dem Kaiser

Glückwunsch eines siebenjährigen
Knaben Der du Segen strömst auf
alle Und auf mich allein, Zieht das
Jahr beim Jubelschalle Tausender dir
ein; Ich darf doch
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Als der alte Saghi die Verdienstmedaille erhielt

Gnade wird mit Recht gepriesen, Stellt
sie sich wo immer dar, Wird sie gar dem
Freund erwiesen, Freut sich drob der
Freunde Schar; Doch kann Lohn den Wert
erreichen, Gibt sich
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Gold und Silber

Gold macher sind verrufen schier, Wie
wohl ein jeder weiß, Doch bleiben
zwei, die längst erprobt, Die Ehe und
der Fleiß. Der Fleiß macht Gold;
nicht jeder triffts,
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An Aphrodite

Golden thronende Aphrodite,  
listenersinnende Tochter des
Zeus,   nicht mit Angst und Sorgen
belaste,   Hocherhabne, dies
pochende Herz! Sondern komm, wenn je
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Zur goldnen Hochzeit

Golden, silbern, eisern, ehern Nennt
die Alter man der Welt, Und zum mindern
von dem höhern Schreitet fort sie,
wird erzählt. Doch der Mensch in
unsern Tagen Sieht d
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Gottlose, ihr sucht einen Gott...

Gottlose, ihr sucht einen Gott! Er
fehlt und ist euch doch vonnöten. Dem
Sünder tut ja auch ein Scherge
not, Soll er nicht fälschen, rauben,
töten. Euch wäre fremd des R
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Gross, Freund, ist dein Talent...

Gross, Freund, ist dein Talent! Ich sehe
dich erblassen Und wie der Zorn dir
drauf im Antlitz brennt. »Weißt du
mein Lob nicht höher aufzufassen, Als
mich benennend, wie man viele nennt?
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Der Kampf der Leidenschaften

Ha! welch unnennbare
Gefühle Durchströmen meine Brust! Es
paart im schrecklichen
Gewühle Verzweiflung sich mit
Lust. Ha! welch ein Chaos nun in
meinem Herzen Mein I
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Erinnerung

Hab` ich mich nicht losgerissen, Nicht
mein Herz von ihr gewandt, Weil ich sie
verachten müssen, Weil ich wertlos sie
erkannt? Warum steht in holdem
Bangen Sie denn i
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Diplomatisch

Halt dich entfernt, geh nicht nach
Stolzenfels. Du bist kein Fels, drum
sei nicht stolz. Und wärst dus auch,
nicht stolz, mein ich, ein Fels, Die
kleinen Wellen waschen unverzagt, B
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Dezemberlied

Harter Winter, streng und
rauch, Winter, sei willkommen! Nimmst
du viel, so gibst du auch, Das heißt
nichts genommen! Zwar am Äußern
übst du Raub, Zier scheint dir
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Der Fischer

Hier sitz ich mit lässigen Händen, In
still behaglicher Ruh, Und schaue den
spielenden Fischlein Im glitzernden
Wasser zu. Sie jagen und gehen und
kommen; Doch werf ich die
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Hekabes Klage

Hier steh ich Arme an dem öden
Strande, Wo jeder mich als seine
Feindin haßt, An meinen Händen
klirren ehrne Bande, Als Sklavin blick
ich nach dem fernem Lande, Das alles,
was mir
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Alpenszene

Hoch auf den höchsten Höhen Gedeiht
am besten das Rindvieh, Da wohnen die
seligen Trotteln Dem Himmel etwa am
nächsten, Doch freilich am fernsten
der Erde. Sie sche
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Alpenszene

Hoch auf den höchsten Höhen Gedeiht am
besten das Rindvieh, Da wohnen die
seligen Trotteln Dem Himmel etwa am
nächsten, Doch freilich am fernsten der
Erde. Sie scheren ge
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Einem Soldaten

Hoch und erhaben steht des Lebens
Baum Und breitet in den Luftkreis seine
Äste, In Grün und Gold erglänzt der
breite Raum, Und singend freun sich
ungebetne Gäste. Von Bl
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Herkules und Hylas

Hylas! Hylas! ruft der Alzide Laut an
Mysias Felsengestad, Ob schon wankend
und wegesmüde, Klimmt er hinan den
steinigten Pfad. Den seine Brust zum
Liebling erkoren, Hylas, d
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Rangstreit

Ich arme, kleine Rose, Ich steh an
ihrem Fenster Und soll ihr Fenster
schmücken, Doch ach, die Augen
aller Sehn nur nach meiner Herrin, Und
keines sieht nach mir hin!
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Des Dichters Vorliebe

Ich begreife,
Dass du vorziehst deine Pfeife
Rosendüften zart und sanft.
Jeder liebt, wie er empfindet;
Deine Glut, sie wärmt und zündet -
Aber auch, mein Freund, sie dampft.
Der Geschichtforscher

Ich gehe mit meinem Kober Und meinem
Hakenstab, Und wo von Mist ein
Schober, Setz ich die Bürde ab. Da
wird geforscht, zerstochen Der Kehricht
weit und tief, O
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Rußland

Ich grüße dich, du Land der eisgen
Steppen, Mit deinen Völkern rauh und
starr und roh, Wo sie die Unschuld zum
Polarkreis schleppen, Wo noch Gewalt
des Übermaßes froh. W
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Ich hab einen Nachbar, halb riesig, halb zwergisch

Ich hab einen Nachbar, halb riesig, halb
zwergisch, Das kommt daher: der Mann
ist energisch. Er will das Höchste,
was keiner getan, Mit jedem Nachbar
fängt er Händel an, Er kennt
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Willkommen bei der Ankunft der vierten Gemahlin Ka

Ich hab sie gesehen, Apart und
genau, Ich hab sie gesehen, Die
herrliche Frau: Ja, staunet nur,
staunet! Ich stand dort am Rain Und
trieb meine Gänse In
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Das Spiegelbild

Ich lag im grünen Laubgezelt, Die
Stirn in heißer Hand, Verbaut von
Zweigen Flur und Feld, An eines
Brunnens Rand. Und als ich so am Rand
gelegt Mein Bild im Quell g
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Ich sah ein Bild von kundger Hand...

Ich sah ein Bild von kundger Hand Nur
jüngst an eines Saales Wand, Darauf
ein Mann war zu erblicken Mit einem
Sack auf seinem Rücken. Der beugt nach
vorn des Körpers Wucht,
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Politik

Ich sah einen Rudel Gassenbuben, Wie
kaum entschlüpft aus des Lehrers
Stuben, Die warfen sich mit Ballen von
Schnee Und lachten, tats einem im
Fallen weh. Sie waren mit Ekelnamen ni
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Mistriss Shaw

Ihr freuet euch an lauten Katarakten Am
schroffen Fels, um den der Nebel
schwebt, Indem euch Schauder über
Schauder packten, Fühlt ihr die Seele
erst, dieweil sie bebt. Es
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Epistel

Ihr wollt denn wirklich deutsche
Poesie, Die es auch sei, nicht bloß
nur so sich nenne? Gerechtre Wünsche
hörte man wohl nie, Doch deutsche Art!
Macht erst, daß ich sie kenne.
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Intermezzo

Im holden Mond der Maien, Wenn lichte
Blumen blühn, Geflügelte
Schalmaien Die Waldesnacht
durchziehn, Da hebt sich eine
Scholle, Die Liebe lauscht hervor, Ob
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Intermezzo

Im holden Mond der Maien, Wenn lichte
Blumen blühn, Geflügelte
Schalmeien Die Waldesnacht
durchziehn; Da hebt sich eine
Scholle, Die Liebe lauscht hervor, Ob
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In dieser Zeit, wo alles sich bestrebt...

In dieser Zeit, wo alles sich
bestrebt, Das Leben möglichst sauer
uns zu machen, Erbarmst du dich der
Kranken und der Schwachen Und hast mit
Kuß und Anteil sie belebt. Mags
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Märchen

In eines alten Turmes Schacht Liegt
goldenhell ein Schatz, So reich, daß,
wer sein kundig ward, Wünscht sich des
Hüters Platz. Der Hüter aber ist
ein Drach, Der wa
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Das Zauberschwert

In eines wüsten Schlosses Hallen Lag
eingesperrt, Bewacht von eines Drachen
Krallen, Ein Zauberschwert. Schon
mancher suchte es zu heben, Vergebens
doch, Der D
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In eure Mitte tret ich tiefbeklommen...

In eure Mitte tret ich
tiefbeklommen, Der Wehmut Wolk
umdüstert meinen Geist, Der Augenblick
des Scheidens ist gekommen, Zum
zweitenmale fühl ich mich
verwaist. Verlassen s
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Zeloten

In Mariazell vor dem Gnadenbild Knieen
die Pilger aus fernem Gefild. Im Opfer
der Wünsche, die früher
empört, Fühlt jeder zur Stelle schon
halb sich erhört. Da schreit ein Eifre
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Mirjams Siegesgesang

In Musik gesetzt von Franz
Schubert Rührt die Cymbel, schlagt
die Saiten, Laßt den Hall es tragen
weit; Groß der Herr zu allen
Zeiten, Heute groß vor aller Zeit.
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In Politik zwei wichtge kleine Dinger

In Politik zwei wichtge kleine
Dinger Sind Daumen eben und
Zeigefinger, Sie halten die Feder, Das
weiß ein jeder. Doch Wichtgres noch
wird oft durch sie betrieben, Wenn sie
sich
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Lehre

In seines Vaters Laden spielend, fand
ein Knabe Ein Stück Arsenik.
Hocherfreut Ruft er: Sieh, Vater, was
ich hier gefunden habe, Welch schöner
Stein! Der Vater schaut und schreit U
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Joseph von Spaun

In Wien erscholl der Freiheit Ruf, Hold
in den ersten Tönen; Des Großen voll,
das je sie schuf, Folgt er den
Musensöhnen. Doch bald nimmt er den
Umschwung wahr Der
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Albumblatt

Ist gleich, seit ich dich kenne, Fast
nur ein Augenblick, Doch, wenn ich wert
dich nenne, Nehm ich es nicht
zurück. Denn flüchtig in
Sekunden Trifft das Geschick, Was
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Der Genesene

Jetzt, da ichs bestanden habe, Leuchtet
mirs erst deutlich ein: Krankheit, du
bist Gottes Gabe! Er soll drum
gepriesen sein! Wie der Mensch dich
schwer bekämpfe, Doch
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Ruhe

Jung war ich aus der Heimat
fortgezogen, Es lockte mich ein Bild,
das, hell und reich, Auf ferner Berge
himmelnahen Bogen Halb Sternbild
glänzte und halb Menschen-gleich. En
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Mein Traum

Jüngst lag ich dort auf jenen grünen
Matten, die um der Donau Beet sich
lachend ziehn, in einer Linde gastlich
kühlem Schatten und starrte in die
weite Schöpfung hin. Da warf ich
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Reiselust

Kam zurück die Lust zu
schweifen? Wunsch zugleich und Scheu
der Rast; Drängts den Mißmut
abzustreifen In gedankenloser
Hast? Sieh die Pferde schon
bereitet, Das Ger
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Auf die Nachricht von dem Tode der jungen Schauspi

Kaum ging auf der bunte Vorhang Deines
jungen, artgen Lebens, Wie? und schon
ertönt das Glöckchen, Das ihn wieder
fallen heißt? - Nur so kurz auf unsrer
Bühne? Und die Rol
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Bretterwelt

Komm, Muse, her, du sollst mir vor das
Volk, Mit diesen Stricken bind ich
deine Arme. Die Glocke, einst der Kuh,
die reichlich molk, Ruft zu Gericht. Ob
dein sich Gott erbarme. Den H
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Abschied von Wien

Leb wohl, du stolze Kaiserstadt, Zwar
nicht auf lange, denk ich; Zu andern
Grenzen, lebensmatt, Die irren Schritte
lenk ich. Schön bist du, doch
gefährlich auch, Dem
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Der Bann

Leb wohl, Geliebte, ich muß
scheiden, Es treibt mich fort in Angst
und Qual, Fort von der Wohnstatt meiner
Freuden, Fort von dem Weibe meiner
Wahl. Nicht dieser Blick und di
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Abschied von der Hofbibliothek

Lebet wohl, ihr guten Musen, ich
verlaß euch bald, denn an eurem welken
Busen ists verzweifelt kalt. Für
den Kopf, ich muß es sagen, sorgtet
ihr recht sehr,
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Frage und Antwort

Lebt der Mensch zu seinem Glücke? Lebt
der Mensch zu seiner Qual? Fragen
weinend meine Blicke Euch, ihr Sterne
ohne Zahl. Lockend winket dort die
Freude, Gräßlich d
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Einem deutschen Fürsten

Liebäugle nicht mit dem
Unverstand, Mit des Volkstums regem
Dünkel! Ich tauschte nicht für Gewalt
und Land Die Ruh im eignen
Winkel. Die Einheit der Deutschen
bahnst du an
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Schalkheit

Lächelst du mir durch die
Zweige, Muse, lieblich
anzuschauen? Und verweigerst doch zu
kommen! Ganz herbei komm, oder fort
ganz! Denn, ich geb es zu
erwägen, Obs auch recht u
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Die beiden Hunde

Längs einem Strom in einem
Felsenschlunde, Ging einst ein
Edelmann, Und ihn umhüpften seine
beiden Hunde: Joli und
Soliman. Joli, das Windspiel, sprang
mit tausend Possen
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An die Überdeutschen

Macht nur nicht so ernste Gesichter, Am
End ist ja viel doch nur Spaß, Ihr
seid nicht Geschworne noch Richter, Und
wärs auch, was hindert uns das? Seht
nur eure Nachbarn, d
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Klage

Mag noch ein Lied in dieser Zeit
ertönen, Die übertreibt all, was sie
spricht und denkt, So daß ihr Ohr,
vorsichtig durch Gewöhnen, Das Wahre
selbst erst mindert und beschränkt?
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Sorgenvoll

Mein Kummer ist mein Eigentum, Den geb
ich nicht heraus. Was gut wohl sonst an
mir und schlimm, Besitzt und teilt! Das
hab und nimm! Mit ihm nur halt ich
Haus. Und wie
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Der Abend

Mit balsamischem Gefieder Deckt der
Abend nun die Flur, Sanfte Kühlung
weht hernieder, Stille sind der Vögel
Lieder, Feiernd schweiget die
Natur. Ruhe träuft von se
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Warnung

Mit einem Schwerte spielt man
nicht, Man zieht es, wills die
Not, Doch mancher, ders im Scherze
schwang, Traf, was ihm nächst, zum
Tod. Man spielt auch nicht mit Lieb
und We
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Meister Klaus

Mit einer tiefgelehrten Miene, Von
einem dichten Bauernkreis umringt, Der
jedes seiner Worte froh
verschlingt, Saß Meister Klaus, der
Küster, am Kamine Und sprach mit
Donnern der B
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Das Rechte und Schlechte

Mit frechen Feinden kriegen, Und sie
nur stets besiegen, Das wär schon
recht! Doch ohn ein Schwert zu
ziehen, Nur immer, immer fliehen, Ei,
das ist schlecht! M
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Das Rechte und Schlechte

Mit frechen Feinden kriegen, Und sie nur
stets besiegen, Das wär schon
recht! Doch ohn ein Schwert zu
ziehen, Nur immer, immer fliehen, Ei,
das ist schlecht! Mit imme
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Die Deutschen

Mit Schillern macht ihrs stumpf und träg,
Wie längst mit Christus es geschehen,
Ihr billigt höchlich seinen Weg,
Doch keiner will ihn gehen.
Politisch

Mit wem soll sich verbünden der
Hase! Der Fuchs schleicht ihm nach im
Grase, Von oben rauschen des Geiers
Schwingen, Der Bauer im Kohlfeld legt
ihm Schlingen, Und macht er sich endl
... weiterlesen


Politisch

Mit wem soll sich verbünden der
Hase! Der Fuchs schleicht ihm nach im
Grase, Von oben rauschen des Geiers
Schwingen, Der Bauer im Kohlfeld legt
ihm Schlingen, Und macht er sich endlich

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Am Geburtstage meines Freundes Hofmann

Monden schwinden, Jahre fliehen Auf den
Fittigen der Zeit! Kaum siehst du die
Rose glühen, Kaum siehst du das
Veilchen blühen, Hat ein Windstoß sie
zerstreut. Heute
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Werbung

Mädchen, willst du mir gehören, So
sprich ja, und schlag’ nur ein! Kann
nicht seufzen, kann nicht
schwören, Willst du! – Gut! – Wenn
nicht, – mag’s sein! Gold ha
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Das wahre Vergnügen

Mögen mordbegierge Helden Sich der
blutgen Siege freun, Und die Trümmer
halber Welten Jubelnd in die Lüfte
streun! Mögen wütenden
Despoten, Die der Krone Zier ent
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Gleiches mit Gleichem

nach der 2ten Novelle des Bandello In
Florenz lebte eine Schöne, berühmt
durch manchen schweren Sieg, so
reizend, daß selbst Anadiomene, als
sie der Flut entschwamm, ihr w
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Des Kaisers Schatten

nach Raimund Ei Pfui Teufel,
Militari, Blaue Hosen,
Tschariwari, Und der Adel,
Sauerei! Reidt ma nieder d`
Polizei, Und die Anlehn ohne End - Na,
i wasch mir me
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Nichts was nur echt historisch ist

Nichts was nur echt historisch ist,
Ging je in diesem Land verloren,
Drum herrschen zwei Parteien itzt:
Die Wichte und die Toren.
Stabat mater

Nun wohl, es ward euch dargebracht, Ihr
habt es nicht erkannt; In all der
Tonkunst Zaubermacht, In des Gefühles
Farbenpracht, Ihr wiest es von der
Hand. Ihr jauchztet wenigst
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An die Spanier (Espartero)

Nun wohl, fahrt hin, des Ankers seid ihr
los, Es war ein plumpes Ding auch,
schwer von Eisen, Daran ein Seil, nur
etwa hänfen bloß, Das fördert nicht,
zurückhält, die da reisen.
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Am Hügel

O Hügel! sanft von Steinen
aufgeschichtet, Die saftig Gras und
Alpenmoos umzieht, Von deinem Haupt ein
Baum emporgerichtet, An dem die
Vogelbeere rötlich glüht, Indes am
Fuß in b
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Galorin und Malwine (Erster Gesang)

O Krieges Muse, stimme mir die
Leier, Die sonst von Scherz und Liebe
nur erklang, Zum freien Ton der
Ritterabenteuer Und leite meinen
schwankenden Gesang. Die Muse ruft der
Sänger v
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Die Tänzerin

Ob Natur dich so begünstigt, Ob die
Kunst dich so gelehrt? Überflüssig
scheint die Frage, Und der Antwort
nimmer wert. Denn Natur ist blind
geboren, Kunst für sich
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Für Camilla

Orange und Myrten Schmücken die
Braut, Wird sie dem Gatten Für immer
getraut. So gingst du damals Sinnig
gebückt, Du, aus dir selber Reicher
geschmüc
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Entzauberung

Pisang mit den breiten
Blättern, Chinarose,
blutig-rot, Winden, die um Palmen
klettern, Kaktus, der mit Pfeilen
droht. Könnt ihr euch um mich
vereinen, Dann bin ich in Indie
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Jahrmarkt

Potz Hegel und Schlegel! Was gibts in
Berlin? Man sieht ja die Gäste, Wie
Spielleut zum Feste, Dort haufenweis
ziehn. Gehts wohl zum
Kongresse? Wie, oder hält
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Die Entdeckung von Madera

Romanze 1 Wenn die Geisterstunde
schallet, Und kein Stern am Himmel
lacht, Wenn kein Fußtritt rings mehr
hallet In der stillen
Mitternacht, Naht sich i
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Der Heilige am Wege

Sankt Erasmus, dort am Hange Scheinst,
ein Mahner, du zu stehn. Ach, wir
kennen uns schon lange, Hast ja oft
mich einst gesehn, Rasch zu Pferd, in
hastger Eile, Hoffnu
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Bitte

Schilt mich nicht arbeitscheu und
träge, Weil ich zum Werke spät mich
rege, Dem Armen gleich ich ganz und
gar, Der Tonnen Goldes schuldig
war; Das Ganze konnt er ab nicht
tragen,
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In der Fremde

Schon bin ich müd zu reisen, Wärs
doch damit am Rand! Vor Hören und vor
Sehen Vergeht mir der Verstand. So
willst du denn nach Hause? Ach nein,
nur nicht nach Haus!
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In der Fremde

Schon bin ich müd zu reisen, Wär`s
doch damit am Rand, Vor Hören und vor
Sehen Vergeht mir der Verstand. So
willst Du denn nach Hause? O nein! Nur
nicht nach Haus!
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Franz Schubert

Schubert heiß ich, Schubert bin
ich Und als solchen geb ich mich. Was
die Besten je geleistet, Ich erkenn es,
ich verehr es, Immer doch bleibts
außer mir. Selbst die Kunst,
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Licht und Schatten

Schwarz ihre Brauen, Weiß ihre
Brust, Klein mein Vertrauen, Groß
doch die Lust. Schwatzhaft mit
Blicken, Schweigend den Zung, Alt das
Mißglücken, Wun
... weiterlesen


Licht und Schatten

Schwarz ihre Brauen, Weiß ihre
Brust, Klein mein Vertrauen, Groß doch
die Lust. Schwatzhaft mit
Blicken, Schweigend den Zung, Alt das
Mißglücken, Wunsch imme
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Todeswund

Schwing dich auf, Adler, zu Mimers
Born Und bringt mir zwei Tropfen, daß
ich mich labe! Sonst war ich kräftig
und stark, In den vordersten Reihen
stand ich, Trat auch wohl vor, als
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Italien

Schöner und schöner schmückt sich der
Plan, Schmeichelnde Lüfte wehen mich
an! Fort aus der Prosa Lasten und
Müh’ Zieh’ ich zum Lande der
Poesie. Gold’ner die Sonn
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Zwischen Gaeta und Kapua

Schöner und schöner Schmückt sich
der Plan, Schmeichelnde Winde Wehen
mich an; Fort aus der Prosa Lasten
und Müh, Flieg ich zum Lande Der
Poesie;
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Seht an uns hier in kriegrischer Tracht...

Seht an uns hier in kriegrischer
Tracht, Wir sind die Wiener
Studenten, Wir haben studiert bei Tag
und Nacht Und haben endlich auf eins
gebracht, Was Furcht und Gewohnheit
trennten.
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Das elegante Frühstück im Kuhstall

Seht mir doch die blanken Rinder, Wie
sie stehn in vollem Glanz, Bunt
geschmückt wie Christtagskinder, Kopf
und Nacken ziert der Kranz! Herren gehn
herum und Frauen, Fein von
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Sei einfach wahr, mein deutscher Christ...

Sei einfach wahr, mein deutscher
Christ, Flieh vor den Hexensalben, Vor
allem hüte jeder Frist Dich vor dem
Schmählich-Halben. Da ist ein Mann
am Rand der Spree, Von
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Mein Vaterland

Sei mir gegrüßt, mein Österreich Auf
deinen neuen Wegen, Es schlägt mein
Herz, wie immer gleich, Auch heute dir
entgegen. Was dir gefehlt zu deiner
Zier, Du hast e
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Die Musik

Sei mir gegrüßt, o Königin! Mit der
strahlenden Herrscherstirn, Mit dem
lieblich tönenden Munde Und dem
Wahnsinn sprühenden Blick, Schwingend
das zarte Plektron, Ein mäc
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Campo Vaccino

Seid gegrüßt, ihr heilgen
Trümmer, Auch als Trümmer mir
gegrüßt, Obgleich nur noch
Mondenschimmer Einer Sonn, die nicht
mehr ist. Nennt euch mir, ich will euch
kennen, I
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Euripides an die Berliner

Seid ihr so arm in eurem eignen
Haus, Daß ihr Geräte borgt aus
fremden, fernen? Spricht das Gefühl
nicht eignen Inhalt aus, Wie solls im
Fremden sich zu finden lernen? Was
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An die vergangenen Lieben

Seid ihr vorausgegangen, Liebe
Gefährten der Reise, Wohnung mir zu
bereiten, Der noch im Staube des
Wegs? Sucht mir ein Kämmerchen,
Liebe! Still und freundlich und k
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Der Wunderbrunnen

Seit ich von dir gekostet, Du labend
heller Born! Dünkt jedes Naß mir
trübe Und leer der Freude Horn. Zu
dir geht meine Liebe, Von dir aus all
mein Zorn; O, daß du
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Jenny Lind

Sie nennen dich die Nachtigall Mit
dürftgem Bilderraube, So süß auch
deiner Lieder Schall, Doch nenn ich
dich: die Taube. Und bist du Rose,
wie dus bist, Seis denn
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Der Justizminister

Sie sagen sich, daß ein Minister
schied, Und sagen sichs gleichgiltig
leerer Mienen, Als wärs ein neuer Ton
zum alten Lied, Und die Justiz
verkörpert schon in ihnen. Und
wahrlich!
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Sie wollen Freiheit, nun wohlan...

Sie wollen Freiheit, nun wohlan! Gebt
ihnen eine Eisenbahn, Da mögen sie
denn frei verkehren, Der Schacher wird
sie dienen lehren. Sie brauchen
gläubig einen Gott, H
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Sinnpflanze

Sieh, wie sich die Blumen freun! Alle
öffnen ihre Blätter In der Sonne
warmem Strahl; Du allein nur bleibst
verschlossen? Bist du fühllos? freust
dich nicht? - »Fühllos n
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Zur silbernen Hochzeit

Silberne Hochzeit Feiern wir
heute, Fröhliche Leute Stehn wir im
Kreis. Hymen, er knüpft
mit Eisernen
Banden, Blumengirlanden Windet er
drum:
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Warschau

So bist du denn gefallen, Stadt der
Ehre, Des Heldensinnes letzter
Zufluchtsort? Wo Männerfreiheit nicht
mit Satz und Lehre, Mit Schwertern
focht, statt mit dem hohlen Wort.
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Nachruf

So bist du hingegangen, armer Mann, Und
bist im wüsten Irrenhaus
erblichen, Gehörend so im Ende denn
auch an Der Zeit, der du in deinem Lauf
geglichen. Bestimmt, ein blühe
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Wert der Freundschaft

So feurig, unverfälscht und rein, wie
unsers Vaterlandes Wein, muß
Freundschaft sein; fest muß sie
halten, wenn auch des Schicksals
Mächte schalten; Sie kann uns
Seligkeit bereit
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Der Christbaum im k.k. Militär-Invalidenhause, am

So ist ein Jahr denn nun
vorbeigegangen, Seit uns der Christbaum
eben hier vereint, Und manches dachte
still wohl mit Verlangen, Ob uns ein
gleicher Tag auch nächstes Jahr
erscheint?
... weiterlesen


Trennung

So laß uns scheiden denn, tuts not zu
scheiden, Allein als Freunde, ohne
Groll und Haß. Ein unerklärtes Etwas
zwischen beiden Stört den Erguß und
hemmt ohn Unterlaß. Ob
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Sendschreiben

So sehr auch unser Freund, der Grenadier
und Dichter, Die Qual geschildert hat,
die grämlichen Gesichter, Die
Langeweile, die im Wildbad nun
regiert, Seit ihr mit euch das
Schönste weggef
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An die Sonne

Sonne, göttliches Licht! Schaffende,
nährende Himmelstochter! Du spendest
uns Wonne, Segen und Lust, Früchte den
lockenden Fluren, zeugest den
Traubensaft. Kaum entfaltet
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Als Sie, zuhörend, am Klavier saß

Still saß sie da, die Lieblichste von
allen, Aufhorchend, ohne Tadel, ohne
Lob; Das dunkle Tuch war von der Brust
gefallen, Die, nur vom Kleid bedeckt,
sich atmend hob; Das Haupt ge
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In Moscheles Stammbuch

Tonkunst, dich preis ich vor
allen, Höchstes Los ist dir
gefallen, Aus der Schwesterkünste
drei, Du die freiste, einzig
frei! Denn das Wort, es läßt sich
fangen, D
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Bekenntnisse eines Vagabunden

Von Menschen, soweit um ich
irrte, Trägt gute und böse die
Welt; Die besten von allen: die
Wirte, Sie laben, wenn auch nur für
Geld. Nächst stehen die lustgen
Kumpane,
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(An Hofrat Karl Ritter v. Kübeck)

Von seiner ewigen Berge Spitzen Hebt
sich Tirols gefürchteter Aar, Hoch ob
der Menschen niedrigen Sitzen Läßt er
die mächtigen Flügel blitzen, Stellet
ein Götterbote sich dar.
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Die tragische Muse

Vor Vollendung des Trauerspiels
»Medea« gedichtet Halt ein,
Unselige, halt ein! Wohin verlockst du
mich? Über Berge bin ich
gekommen, Durch Schlünde dir
gefolgt, K
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Zwei Herrscher

Vorlängst Alexander der Große, Aus
Mißbrauch so genannt, Kam aus der
Mutter Schöße Als Herr von wenig
Land. Und daß er ein Großer
werde, Tat Krieg und Schlacht
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An den Mond

Wandle, wandle, holder Schimmer! Wandle
über Flur und Au, Gleitend, wie ein
kühner Schwimmer, In des stillen
Meeres Blau. Sanft im Silberglanze
schwebest Du so still
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An eine matte Herbstfliege

Wanken dir die matten Füße, ist der
Flügel Schwung erlahmt? Traurig
schleichst du an dem Fenster, das einst
deine Spiele sah: Ach, der Sommer ist
verronnen, und der rauhe W
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Ablehnung

Was folgst du mir auf jedem Schritt Mit
prüfendem Gesicht, Und forschest
meinem Kummer nach, Läßt leuchten
hell dein Licht? Natur gab mir wohl
selber Sinn, Nicht Ra
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Was je den Menschen schwer gefallen

Was je den Menschen schwer gefallen,
Eins ist das Bitterste von Allen:
Vermissen, was schon unser war, Den
Kranz verlieren aus dem Haar; Nachdem
man sterben sich gesehen,
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Die Muse beklagt sich

Was kommt ihr mit Spießen und
Stangen, Mich zu fangen? Dem Himmel
sei es geklagt, Bin doch nur eine arme
Magd! Wollt mit Schlingen und
Netzen Mich rings umsetzen!
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Ein Hochzeitsgedicht

Was schmückt ihr euch, ihr altergrauen
Hallen, Und mehr als sonst, und
freudiger als je? Sind neue Länder
etwa zugefallen, Gilts eines blutgen
Sieges Lust und Weh? Ein fürstlich P
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Kolosseum

Was stehst du da, du stolzer Bau, Und
siehst mich traurig an, Aus deinen
Brauen altergrau, Was hat man dir
getan? Sag an, was dir wohl fehlen
mag, Und sei es noch so v
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Kaiser Franz

Was wollt ihr ihm ein Monument
errichten? Es steht schon lange, wo
ihrs alle kennt, Am Josephsplatz, wo
sich die Straßen lichten, Steht schon
seit lange Franzens Monument. A
... weiterlesen


Appellation an die Wirklichkeit

Weiland Alexander dem Großen War unter
des Hauses Genossen Ein Arzt von hoher
Kunst, Nur voll von der Eitelkeit
Dunst; Hielt Menschenwert viel zu
klein, Dünkt sich ein Gott
... weiterlesen


Weiss nicht, was sie denken und sagen...

Weiss nicht, was sie denken und
sagen, Wie schief ihr Urteil und
schräg, Haben mir Händ und Füße
zerschlagen, Und schelten mich nun
träg. Und in die Brust statt des
Herz
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Der Genius der Zukunft

Wenn bei mancher Kluft im
Leben Hocherschreckt die Menschen
beben, Gram das wunde Herz
durchdringt, In der Brust Verzweiflung
ringt, Siehe, da führt sie mit
warnendem Blicke
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Wenn der Priester opfern geht...

Wenn der Priester opfern geht, Geht er
mit reinen Händen, Wer nicht des
Lebens Schmutz verschmäht, Wird nie
das Edle vollenden. Drum, ist dein
Dasein dem Volk geweiht,
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Wenn der Soldat den Tod im Felde stirbt...

Wenn der Soldat den Tod im Felde
stirbt, Tönt Lebewohl aus donnernden
Geschützen, Und ein Geleit, wie selbst
kein Fürst erwirbt, Wogt ringsumher in
heller Waffen Blitzen.
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Wenn der Vogel singen will

Wenn der Vogel singen will, Sucht er
einen Ast, Nur die Lerche trägt beim
Sang Eigne, leichte Last. Doch der
Fink, die Nachtigall, Selbst der muntre
Spatz Wählen, eh
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Wenn dich die Dichtkunst schaffen heißt...

Wenn dich die Dichtkunst schaffen
heißt, Und du das Drama wählst, Wenn
dich aufs Epos führt der Geist, Und du
dem Volk erzählst: Bist kaum du noch
als Dichter hier,
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Trost

Wenn dich Glück und Freunde
fliehen, Sei du nicht zu tief
besorgt, Wie besitzen nur
geliehen, Ist verloren nur
geborgt. So an trüben
Herbstestagen, Wenn erlosch des
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Als mein Schreibpult zersprang

Wenn im Lenz die Bäume knospen, und
der Saft die Stämme füllt, fängt im
Wald sichs an zu regen, und des
Frühlings Kuß entgegen dehnt,
erwacht, sich Zweig und Ast. Doch n
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Wenn man das Grab nicht kennt...

Wenn man das Grab nicht kennt, in dem er
Ruh erworben, Wen, Freunde, ängstet
das? Ist er doch nicht gestorben! Er
lebt in aller Herzen, aller Sinn Und
schreitet jetzt durch unsre Reihen hi
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Böses Wetter

Wenn starke Winde wehen, Dann fliegt,
vom Schwung erreicht, Papier und dürre
Blätter, Was irgend leer und
leicht. Indes die armen Vögel Sich
bergen in ihr Nest,
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Cherubin

Wer bist du, die in meines Herzens
Tiefen, Die nie der Liebe Sonnenblick
durchstrahlt, Mit unbekannter
Zaubermacht gegriffen? Wer bist du,
süße, reizende Gestalt? Gefühle, die
im
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Wer heut sich umsieht in der Runde...

Wer heut sich umsieht in der Runde Und
kehrt den Blick von Land zu Land, Der
glaubte nah die letzte Stunde, Die
Bosheit mit dem Haß im Bunde, Und ist
doch nur der Unverstand.
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Für Scheffer

Wer im Großen wirkt und Weiten, Hat
den Dank für alle Zeiten, Und der
Nachwelt rühmend Wort Setzt das Lob
der Mitwelt fort. Wer jedoch in
engerm Kreise Wirkt nach e
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Begegnung

Wie schön sie war! Die bräunlich
blonden Flechten Bedeckt vom Strohhut
mit dem breiten Rand, Ging sie allein.
- Doch nein! zu ihrer Rechten Ging
Unschuld, wie ein Kind sie leitend an
der
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Gründlichkeit

Wie viel, im Reich des Geistes
gar, Hängt ab von Ort und Zeit, Was
falsch einst, gilt uns heut für
wahr, Für dumm, was sonst
gescheit. Und mancher, den die eigne
Zeit
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Abschied

Wie wird mir denn so weh und
bang, Jetzt, da du scheiden mußt? Hab
dich gesehen Tage lang, Und still war
meine Brust, Hab dich gesehen Wochen
lang, Und ruhig war mein
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An Katharina Altenburger

Wie, du fliehst, geliebtes Leben, Und
vergilts mit herbem Spott, Alles, was
ich dir gegeben? Wohl mit Recht nannt
ich dich Leben, Denn den Scheiden
bringt mir Tod. Fla
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Lebensregel

Will eine Meinung dich gewinnen, Und
fällt die Wahl, wie öfter, schwer, So
frag, willst du dich recht
besinnen, Nur nach dem Was, dem Wie,
dem Wer. Das Was? es gälte wohl
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Wintergedanken

Willst du, Seele, nicht mehr
blühen, Da vorbei des Sommers
Flucht? Oder wenn der Herbst
erschienen, Warum gibst du keine
Frucht? War vielleicht zu reich dein
Blühen,
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Der Unzufriedene

Wird es ewig nimmer tagen? Dämmert
ewig mir kein Licht? Niemand achtet
meiner Klagen, Er, der Mächtge, hört
sie nicht. Gott! nur einen Tropfen
Wahrheit Schenk mir a
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Allgegenwart

Wo ich bin, fern und nah, Stehen zwei
Augen
da, Dunkelhell, Blitzesschnell, Schimmernd
wie
Felsenquell, Schattenumkränzt. Wer
in die Sonne sieht, Weiß
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Der Reichstag

Wohlan! Werft um, reißt ein! macht euch
nur laut! Verkennt der Gottheit
stillgeschäftgen Finger, Und all,
woran Jahrhunderte gebaut, Erklärt es
als der Willkür Sklavenzwinger.
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Italienische Frage

Wollt ihr Dinge vor Brand bewahren, die glimmend sind,
So bitt ich euch vor allem: macht keinen Wind.
Verwünschung

Wärst du so gut, als schön du bist vor
vielen, Die Krone wärst du dessen, was
man sieht; So aber mußtest du mit Wort
und Treue spielen, Und freun dich noch
des Unheils, das geschieht.
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Vater Unser

Zu J. Führichs Umrissen
(Fragment) Hör uns, Gott, wenn wir
rufen! Wir alle deine
Kinder! Eingehüllt im Mantel deiner
Liebe, Hingelagert zu den Füßen
deiner Macht,
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Vision

Zu Mitternacht, in Habsburgs alten
Mauern, Geht ein Verhüllter,
rätselhaft zu sehn, Man sieht ihn
schreiten, weilen nun und lauern, Dann
heben seinen Fuß und weitergehn. Vom
Haupt
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An Bellinen bei Übersendung einer Spielschuld

Zurück hier send ich, was du mir
geliehen, Was ich dir lieh, ich nahm es
schon zurück, Aus eignem Reichtum nur
kann Segen blühen, Erborgtes Glück
ist nimmer wahres Glück. Dem Re
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Notturno

Zögernd, stille, In des Dunkels
nächtger Hülle, Sind wir hier. Und,
den Finger leicht gekrümmt, Leise,
leise, Pochen wir An des Liebchens
Kammertür.
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Freundeswort

»Mag dein Schmerz sich roh
entladen, Zeigst du ihn durch stummes
Toben? Wen die Musen so
begnaden, Fühle höher sich
erhoben! Bist ja Maler, brauche
Farben! Bist ja
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Die Porträtmalerin

»Malet keine toten Bilder, Tote Bilder
des Lebendgen.« So spricht Mahom der
Prophete, »Denn am Tage des
Gerichtes Werden sie vor euch
hintreten, Leben fordernd, Seel und Ge
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