WISSENSWERTES
Das Gedicht - Eine alte Kunstform

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Gedichte - Franz Kugler

Berliner Weihnachtsmarkt

1.

Hörst du die Waldteufel summen
Und die muntern Knaben schrein?
Liebchen, Weihnachtsmarkt ist heute,
Zu dem Feste kauft man ein.

Dunkel ist`s am ... weiterlesen


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Gesänge der Wenden

1.

In Markgraf Gero`s Schlosse, da glänzet das Mahl,
Da sitzen zwanzig wendische Fürsten im Saal.
      O Wendenland, Wehe!

In Markgraf ... weiterlesen


Feldmesser

1.

Manchen Tag bin ich gegangen
Mit der Kette über`s Feld,
Habe manchen Tag zum Messen
Die Bussole aufgestellt.

Hab` getreulich nachgerechnet
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Wiegenlieder

1.

Schlaf ein, schlaf ein, mein süßes Kind,
Viel Engel wachend bei dir sind.

Sie wehn dir kühlen Schlummers Ruh
Mit ihren klaren Flügeln zu.

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Triolette

1.

Sey gegrüßet, neuer Mai,
Der den Busen mir erfüllet!
Wieder athm` ich leicht und frei,
Sey gegrüßet, neuer Mai!
Der mich lange hat umhüllet,
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Nachtgrüße

1.

Vor meinem Fenster dämmert
Das trübe Mondenlicht;
Auf meinem Tischlein hämmert
Die Uhr und rastet nicht.

Die stille Nacht durchschallet
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Vom eisernen Heinrich

1.

„Das war in frühen Jahren,
Als legen ich gemußt
Dreifache Eisenbande
Um diese meine Brust.

„Die Bande haben treulich
Gehalten mir ... weiterlesen


Gregor auf dem Steine - II.

2.

Im Schloß, da brennen der Kerzen viel,
Da schallet ein lieblich Saitenspiel.

Da schmettern Trompeten jubelnd hinein,
Da tanzt man fröhlichen ... weiterlesen


Legenden vom Kloster Gorvei - II.

2.

Wo einst, am grünen Weserstrand,
Einsam ein dürftig Kloster stand,
Da raget jetzt, mit starken Mauern,
Die schon manch ein Jahrhundert dauern,
Mit ... weiterlesen


Legenden vom Kloster Gorvei - III.

3.

Allmorgens, wenn der erste Schein
Erröthen macht der Wolken Reihn,
Klingt in Corvei ein Glöcklein hell;
Das sammelt alle Brüder schnell
Auf hohen ... weiterlesen


Gregor auf dem Steine - III.

3.

Der junge König und sein Gemahl,
Die saßen zusammen im hohen Saal.

Sie war an Huld und Anmuth reich;
Er schaute finster und war so bleich.

... weiterlesen


Magdalenens Berufung - III.

3.

„Sey still, mein Herz, sey stille!
Es muß einmal so seyn;
Und keine Thräne wieder
Bringt den Verlust dir ein.

„O Bruder und o Schwester,
... weiterlesen


Gregor auf dem Steine - IV.

4.

Ein Klippen-Eiland liegt im Meer,
Die Winde sausen drüber her.

Die Wogen sprühen drüber hin,
Nicht Baum noch Kräuter wachsen drin.

... weiterlesen


Legenden vom Kloster Gorvei - IV.

4.

Geendet ist die lange Zeit,
Da Noth geherrscht und Kampf und Streit;
Des Friedens Sonne lächelt wieder
Aus unumwölktem Blau hernieder,
Und auf den ... weiterlesen


Magdalenens Berufung - VII.

7.

(Evang. Joh. 20. 11.)

Es war am Sonntagmorgen,
Und lauter Sonnenschein;
Maria ging im Garten
So traurig und allein.

Da sieht sie ... weiterlesen


Reisegeschick


Lustig fuhren wir zusammen
Und die Pferde liefen schnell;
Flogen Häuser, Thurm und Brücke,
Und wir schauten nicht zurücke,
Und das Posthorn klang so hell!
... weiterlesen


Ade!

Ade, Ade! Herzliebste,
Es kann ja nicht anders seyn!
Zum letzten Mal heut grüß` ich
Nach deinem Fensterlein.

O lächle nicht so freundlich,
Sey nicht so ... weiterlesen


Zur Antwort

Allerdings hab` ich gelernet,
Wie man Sylben mißt und zählt,
Wie man festlich bunte Reime
Möglichst richtig auserwählt.

Aber Sylben nur und Reime
Machen ... weiterlesen


An einen Dichter

Als ich zum erstenmal dein Antlitz sah,
Die reine Stirn, des Auges hellen Schimmer,
Da trat verwandt mein Geist dem deinen nah,
Nur stumm in deiner Nähe blieb ich immer.
... weiterlesen


Bewußtseyn der Liebe

Als willenlos ich und geblendet stand
Zum ersten Mal vor deiner Schönheit Licht,
In deine Nähe fühlt` ich mich gebannt,
Doch Liebe, Glück und Schmerz, ich ahnt` es nicht.
... weiterlesen


Trennung

Andern zieme das Verzagen
Und ein eitles Klagewort;
Ob die Besten auch entsagen,
„Wandre du nur stille fort!`

Hinter jenem Nebelschleier
Leuchtet deines ... weiterlesen


Sonett

Auch euch noch meinet jene Griechen-Mythe,
Da auf der Dichter Lippen einst die Bienen
Frühzeit`gen Honig trugen, so daß ihnen
In süßem Wohllaut stets die Rede blühte;
... weiterlesen


Glockenspiel

Auf dem Thurm der Frauenkirche
Sieht man viele Glocken hangen,
Darin schon in alten Jahren
Stündlich fromme Weisen klangen.

Auf dem Platze wohnt ein Mädchen
... weiterlesen


Neue Freundschaft

Auf, ihr Verse, meine Verse,
Meine lust`gen Elfengeister!
Wie einst Prospero, der Alte,
Ruf ich heut euch, euer Meister!

Auf zur Arbeit! doch ihr sollt nicht
... weiterlesen


Begrenzung

Berge hinter blauen Fernen,
Meerflut hinter Meeres Saum,
Welten hinter jenen Sternen,
Unermeßlich ist der Raum.
Deine Sehnsucht schweifet stündlich
Weiter ohne ... weiterlesen


An Wanda

Bitter hast du dich beklaget,
Und Verzeihung fand ich nicht,
Daß ich nimmer es gewaget,
Dir zu weihen ein Gedicht.

Ach, sieh her: — der Folianten
Düstre ... weiterlesen


Rückblick

Das ist der alte Mondenschein,
Der auf den hellen Häusern liegt;
Das ist das alte Glockenspiel,
Das nächtens oft mich eingewiegt.

Das sind die alten Straßen ... weiterlesen


Kleinigkeiten

Dedication.

Ob es grade, ob es hinkt,
Möcht` ich nicht entscheiden;
Aber wenn es zierlich blinkt,
Wirst es eben leiden.

Wanderspruch.

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Polterabend-Spiel im April

Der April, bunt phantastisch gekleidet,
Blumenkränze ums Haupt, stürmt herein.
Die Hore, im antiken Gewande, folgt hastig und faßt ihn.


Hore.

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Roman

Der Frühling lockt mit süßem Wehn,
So Thür als Herzen offen stehn,
Viel Blumen, Gras und Krauter sprießen,
Man merkt wohl ein verstohlen Grüßen,
Auch von den ... weiterlesen


Abreise

Der Mond der scheinet so bleich,
So eisig kalt herab,
Der Wächter geht durch die Straßen,
Ruft die vierte Stunde ab.

Wie ist doch Alles so leer.
Wie liegt ... weiterlesen


Ständchen

Der Mond steht über dem Berge,
So recht für verliebte Leut‘;
Im Garten rieselt ein Brunnen,
Sonst Stille weit und breit.

Neben der Mauer, im Schatten,
... weiterlesen


Ständchen

Der Mond steht über dem Berge,
So recht für verliebte Leut´;
Im Garten rieselt ein Brunnen,
Sonst Stille weit und breit.

Neben der Mauer im Schatten,
... weiterlesen


Winterklage

Die Augen, meine Augen,
Die schmerzen mich so sehr,
Es ist so kalt der Winter,
Und ist so weiß umher.

Ach Frühling, holder Frühling,
Wie weilest du so ... weiterlesen


Vom Gebirge

Die grauen Wolken streifen
Der alten Berge Rand,
Sie hüllen mir die Aussicht
Ins glückliche Niederland.

Doch über den grauen Wolken
Ist goldner ... weiterlesen


Frühlingsreise

Die helle Morgensonne
Scheint in den grünen Rhein,
Und Eichenbäume stehen,
Die schauen mit hinein.

Kein Lüft`chen in den Zweigen!
Es spiegeln sich im ... weiterlesen


Der Nachtwandrer

Die Nacht ist dunkel und trübe.
Kein Sternlein äugelt hervor;
Ich wandle zagenden Schrittes
Den Steg durch`s Erlenmoor.

Was ist`s, das durch die Kräuter
... weiterlesen


Bei Nacht

Die Straße hinauf geht einer
Einsam im Mondenschein,
Er trägt eine Zither im Arme
Und greift stillsinnend hinein.

Durch`s Fenster oben schimmert
Das ... weiterlesen


Paulinzelle

Die Säulen und die Bögen,
Die schmuckentblößten Mauern
Künden mit stillem Trauern
Die Zeit, die längst versank.

Verschwunden sind die Lichter,
Der ... weiterlesen


Das Kloster

Draußen vor dem alten Thor,
Da steht ein großer Lindenbaum,
Glänzt ein Frauenbild hervor,
Auf goldnem Mond, mit goldnem Saum.

Draußen vor dem alten Thor,
... weiterlesen


Spät

Du Alter, der du einsam dort
Dich lehnest an des Schlosses Wand,
Wie thust du gar so fremd am Ort?
Und traun, du bist mir wohlbekannt.

Wir waren jung und ... weiterlesen


Du bist wie eine stille Sternennacht

Du bist wie eine stille Sternennacht!
Ein süß Geheimniß ruht auf deinem Munde,
In deines dunkeln Auges feuchtem Grunde,
Ich weiß es wohl und hab` es wohl in Acht.

... weiterlesen


Ciccronianisch

Ein neu Lied für alte Freunde.

Quousqeu tandem! Wie so lang
Ist hier erschollen kein Gesang,
    Die Kehle scheint verrostet!
Quamdiu etiam! Wie weit
... weiterlesen


Frage

Ein Samenkorn wohl manchen Tag
Einsam und heimlich schweigend lag.

Da zieht der Frühling das Land herauf,
Da wachet es in dem Körnlein auf.

Die enge ... weiterlesen


Einkehr

Ein steinern graues Kreuzbild
Steht vor dem alten Thor,
Ein Weib mit blassen Wangen
Saß regungslos davor.

Und sie stand auf und maß mich,
Doch wie mit ... weiterlesen


Ikarus

Ein Wandrer singt.

Der Knabe wirft sich in die Lüfte hinein:
„Und Kreta, nun soll es geschieden seyn!`

Ihn tragt ein mächtiges Flügelpaar,
Im Winde ... weiterlesen


Ein Kamerad

Einen guten Kameraden
Fand ich im fremden Land;
Wir gingen mit einander
Und wurden bald bekannt.

Da sah ich eines Tages
Einen Pfahl am Wege stehn:
... weiterlesen


Heinrich der Heilige

Er stieg den Herzogstuhl herab:
„Du goldner Reif! du goldner Stab!
Du edles Hermelingewand!
Nun ist kein andrer Herr im Land!` —
Und nächtens war es ihm, im ... weiterlesen


Ernst von Sachsen

Erzbischof von Magdeburg

1513.

Zu Halle in den Klöstern, Tag und Nacht,
Da wird gebetet emsig und mit Bedacht,
Da flehn sie zu der heiligen Fürbitter ... weiterlesen


Vaterländisches Trinklied

Es legen die Gelehrten
Der Vorzeit Wunder dar,
Sie schreiben, zum Erempel,
Daß Pommern heidnisch war;
Deß mag manch Chronikante
Ein guter Zeuge seyn,
... weiterlesen


Sehnsucht

Es rinnen die Wasser Tag und Nacht,
Deine Sehnsucht wacht.

Du gedenkest der vergangenen Zeit,
Die liegt so weit.

Du siehst hinaus in den Morgenschein,
... weiterlesen


Friedrich Barbarossa

Es ruht auf dem Lager ein edler Held,
Vier Grafen sind ihm zu Wächtern bestellt.

Am Himmel färbt sich der östliche Raum,
Und freundlich grüßt ihn ein Morgentraum.
... weiterlesen


Auf der Bergstraße

Es steht der Melibokus *)
Im milden Abendstrahl,
Und heimathlich erglänzen
Die Dörfer in dem Thal.

Um helle Häuser ranket
Der dunkelgrüne Wein,
... weiterlesen


Reinigung

Freiaufathmend, lieben Baume,
Will ich wieder euch begrüßen!
Wie doch rauscht es in dem Grase
Seltsam unter meinen Füßen?

Weh, ach wehe! braune Blätter!
... weiterlesen


Im Frühling

Frühling, Frühling! wie so hastig
Drangst du dich hervor an`s Licht`.
Welch ein überquellend Leben,
Das aus allen Zweigen bricht!

Dieser warmen Lüfte Wehen,
... weiterlesen


Klagelied des Privatdocenten

Frühling, wie pochtest du balde
    An meine Scheiben?
Wie mochtest du nicht im Walde
    Bei den Vögeln bleiben?

Die werben von keiner ... weiterlesen


Gruß an Württemberg

Gesungen beim Doctorschmause,
als die Universität Tübingen den
Criminal-director Hitzig zu Berlin
zum Doctor beider Rechte ernannt hatte.

Vom grünen ... weiterlesen


Studium der sicilianisch-maurischen Architectur

Glühend lauschten wir dem reichen,
Mächt`gen Ruf der Siegestuba
Von der Herrin sonder Gleichen,
Hausend in Siciliens Cuba.

Und es lief das Schiff vom Stapel
... weiterlesen


Lebewohl

Herbstlich kühl weht es von Norden,
Höher treibt der dunkle Rhein.
Auf der Fähre lehnt ein Wandrer,
Blicket in den Abendschein.

In die goldigrothen Wolken
... weiterlesen


Sey still!

Hier, wo die grünen Bäume
Im Glanz des Maien stehn,
Erinnerung und Traume
Leis durch die Wipfel wehn,

O armes Herz! und zagst du
In deinem Vaterhaus?
... weiterlesen


Wohin?

Hinter Wolken, trüb` und dicht,
Steht der Sonne falbes Licht,
Nebel auf dem Weg hin streift,
Wind durch dürre Zweige pfeift.

Wohin eilst du ohne Rast?
... weiterlesen


Scenen eines Todtentanzes

I.

Kind.

Auf dieser Wiese, blumig bunt,
Will ich verweilen eine Stund;
Wie weht so wundersüßee Duft
Und ist so lau und sanft die Luft,
... weiterlesen


An Gela

Ich hab` dich gesehn in seliger Stund,
Hell war dein Aug` und rosig dein Mund,
Die Stunden, die Tage vergehen!

Ich hab` dich gesehn zum anderen Mal,
Da war ... weiterlesen


Die Nonne

Ich hab` ein Wort gesprochen
Vor deinem heil`gen Thron.
Der Tag ist angebrochen —
Christe eleison!

Seit ich das Wort gesprochen
Ist mir die Ruh` ... weiterlesen


Zum Geburtstage

Ich hätte gern, mit goldnem Scheine,
Dir Ketten, Spang` und Ring gebracht;
Ich hatte Perlen gern und Steine
Verstreut in deiner Locken Nacht.

Nur Lieder sind es, ... weiterlesen


Erwachen

Ich schlief wohl eine lange Nacht,
Ich träumte einen bangen Traum;
Jetzt bin ich von dem Schlaf erwacht.
Und daß ich`s bin, ich glaub` es kaum. -

Mir flog ... weiterlesen


An die Zierliche

Ich weiß es, dich ergötzen oftmals
Der Dichter Phantasiegebilde,
Und ihre Schmeichelworte öffnen
Dir fremde, lockende Gefilde.

Und sieh! der draußen geht und ... weiterlesen


In der Heimath

Ich  möchte dichten und singen
Von stiller Heimathslust,
Von friedlichen Herbstgefilden,
Vom Frieden in der Brust.

An diesen Orten hab` ich
Geträumet ... weiterlesen


Memento mori

Im Architektenverein gesungen

Freut euch des Lebens,
Weil noch das Lämpchen glüht.
Pflücket die Rose,
Eh` sie verblüht!

Im Anfang ging`s dem ... weiterlesen


Mährchenkunde

Im grünen Garten wandt` ich
Zur stillen Mittagszeit,
Und leichter wird das Herz mir
In dieser Einsamkeit.

Da denk` ich an die Liebste
Im fernen ... weiterlesen


Legenden vom Kloster Gorvei - I.

Im Thal der Weser, wo sich breiten
Bergwände zu des Flusses Seiten,
Wo Buch` und Eiche, dichtverzweigt,
Ringsum von Berg zu Bergen steigt,
Wo keine Art im Walde ... weiterlesen


Beim Studium der Aechitectur-Geschichte

Komm und sieh, mein trautes Mädchen,
Komm und wähle dir in Eil:
Schlösser, Kirchen, Burgen, Städtchen,
Was du willst, ich biet` es feil.

Sey es Nahes oder ... weiterlesen


Die Philister aus der Rudelsburg

Kommt, Herr Schwager und Gevatter,
Lasset uns spazieren gehn!
Heut ist Bußtag, heute bleiben
Pfriem` und Bügel ruhig stehn.

Droben, wo die alten Mauern
... weiterlesen


Naturstudien

Künstler-Nomanze Melodie:
In des Waldes tiefsten Gründen.


Nimmer preis` ich die Methode,
Die mein Meister hat erdacht;
Denn sie ist die Ursach` eben.
... weiterlesen


Fata Morgana

Lange Tag` und Nachte schifft` ich
Durch des Meers einsame Wüste;
Wasser stets und Luft nur sah ich.
Keines fernen Landes Küste.

Und ich stand am Bord in ... weiterlesen


Glosse

Laßt mich ziehen
Und verglühen.
Ueberwinden
Und verschwinden.

Frommen euch die trüben Augen,
Euch der Schmerzzug meines Mundes?
Dürfte der ... weiterlesen


Gedenke mein!

Lebwohl, mein Herz, du meines Lebens Licht,
Ich scheide nun, doch meine Liebe nicht;
Nah will ich dir auch in der Ferne seyn,
Mein Himmelskind, lebwohl, gedenke mein!

... weiterlesen


Kaiser Augustus

Legende.

Als in dem großen Römerstaat
Kaiser Augustus herrschen that,
Der durch Klugheit und weis Regiment
All` Fehd` im Reiche bracht` zu End,
Und jede ... weiterlesen


Franciscus

Legende.

Franciscus hat in brünstigen Gebeten
Schon manche schwere Nacht hindurch gerungen,
Um in Gemeinschaft mit dem Herrn zu treten;
Er hat die Geißel ... weiterlesen


Tutilo

Legende.

Zu Metz im Dome, Tag für Tag,
Erklang einst eines Meisels Schlag;
Da war vom fernen Schweizerland
Ein Meister, Tutilo genannt.
Er schuf in ... weiterlesen


Die Aeuglein

Lieben Aeuglein, wüßt` ich, welches
Ist die Farbe, die euch ziert,
Wollt` ich gern mit hübschen Bildern
Nennen euch, wie sich`s gebührt.

Wart` ihr blau, so ... weiterlesen


Genesung

Liegt ein holdes Kind gar krank darnieder,
Keine Arzenei mehr will ihr helfen,
Und die Ältern stehn am Lager weinend.
Sieh! da naht ein Engel ihr im Traume,
Einen goldnen ... weiterlesen


Trinklied für Künstler

Melodie: Auf Brüder, laßt uns lustig leben

Warum denn soll ich stille schweigen?
Das ist dem Weine ja zu eigen,
Was tief in unsers Herzens Grund
Verborgen liegt, ... weiterlesen


Künstlerstand

Melodie: Der Papst lebt herrlich in der Welt

O wär` ich doch ein Recenfent,
Daß selbst ich recensiren könnt`!
Da schrieb` ich`s in die Zeitung hin,
Daß ich der ... weiterlesen


Dürerlied

Melodie: Erhebt euch von der Erde

Ich grüße dich in Treuen,
Du schöne alte Zeit;
Dein Denkmal zu erneuen
Sey dieses Lied geweiht.
Die alten Sagen ... weiterlesen


Römerzüge

Melodie: Es waren einmal drei Reiter gefangen

Das Wandern wohl ins Freie,
Das Wandern ist meine Lust;
Wenn die Vögel fröhlich singen,
Muß der Sinn sich mit ... weiterlesen


Wanderlied

Melodie: Fahret hin, fahret hin.

Leichter Muth,
Frisches Blut
Ist des rüst`gen Wandrers Gut;
Sonnenpracht,
Waldesnacht
Rings entgegenlacht.
... weiterlesen


Rudelsburg

Melodie: Heute scheid` ich, heute wandr‘ ich

An der Saale hellem Strande
Stehen Burgen stolz und kühn.
Ihre Dächer sind gefallen,
Und der Wind streicht durch ... weiterlesen


Einstweiliger Trost

Melodie: Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust

Italien ist ein schönes Land,
Da ist der Himmel blau;
Und hier, wie Männiglich bekannt,
Hier ist er meistens grau.
... weiterlesen


Festlied im Architecten-Verein

Melodie: Sind wir vereint zur guten Stunde

So sitzen wir denn heute wieder
Beisammen hier im alten Saal;
So tönen freudig unsre Lieder,
Und festlich glänzet ... weiterlesen


Lied der Künstler

Melodie: Vom Hohn Olymp herab ward uns die Freude

Wie wir beisammen hier so traulich sitzen,
Freun wir uns unsrer jungen Zeit;
Und wie der Augen Flammen heller ... weiterlesen


Malerlied

Melodie: Wie, traute Brüder, sitzt man wohl

Zum Maler hat mich nur allein
Der liebe Gott gemacht,
Und Sänger nebenbei zu seyn,
Dran hab` ich nie gedacht.
... weiterlesen


Der arme Maler

Melodie:
Ich war noch so jung und war doch schon so arm.

Ach warum hat mich doch mein Vater nicht gefragt,
Als er mich zu dem Maler in die Lehre hat gebracht!
Ich ... weiterlesen


Kindesmährchen

Mährchen winken aus der Ferne,
Winken Bilder bunter Weise,
Locken Töne, fremd und leise;
Kindesmährchen denk` ich gerne.

An des Ofens warmer Seite
Kauert ... weiterlesen


Caneoh und Pacuna

Nach einer amerikanischen Dichtung.

„Auf des alten Götterberges Zinne,
Den die Väter unsrer Väter bauten,
Auf dem Tempel, der in`s Land hinabschaut,
Dein ... weiterlesen


Das Vermächtniß

Nimm auf die Ruder! laß in dieser Bucht
Den Kahn an`s Ufer treiben! Oft besucht
Hab` ich vordem und kenne wohl die Stelle.
Hier bind` ihn an, den Kahn! reich mir die Hand!
... weiterlesen


Liebesnähe

Nun ist mit seinem lauten Treiben
Der heiße Tag zur Ruh gebracht,
Und nur die kühlen Brunnen bleiben
Einsam geschäftig über Nacht.

Und wie sich tiefgeheime ... weiterlesen


Nächtens

Nächtens wachen auf die irren,
Lügemächt`gen Spukgestalten,
Welche deinen Sinn verwirren.

Nächtens ist im Blumengarten
Reif gefallen, daß vergebens
... weiterlesen


Geheime Liebe

Schweifest du mir deinen großen,
Dunkeln Augen in die Weite?
Wendest du von mir dein klares
Angesicht nach jener Seite?

Ich verschweige ja die Worte,
Die ... weiterlesen


Abendromanze

Schönes Schifferkind, wie sitzest
Sinnend an des Schiffes Bord?
Schon im Westen ging die Sonne,
Ging ihr letzter Schimmer fort!

Unten auf den Wellen schaukelt
... weiterlesen


An einen vergessenen Dichter

Sprich, warum stets du mir erscheinst,
Du armes, altermüdes Haupt?
Mich dünkt, fürwahr! du warest einst
Von grünem Lorbeer dicht umlaubt.

Wohl schwand des ... weiterlesen


Jungfrau Lorenz

Tangermünde`sche Sage.

„Guten Morgen, du Sonntagsglocken-Schall!
Guten Morgen, ihr meine Blümlew all!
Wie tragt ihr so blitzender Perlen Zier:
Wie neigt ihr ... weiterlesen


Rauchs Danaide

Traurig blickest du her; der endlos währenden Arbeit
Suchest du bang ein Ziel: — nimmer doch gehe zur Rast!
Sehe den Fuß nicht ab vom Stein und erhebe den Krug nicht,
Denn ... weiterlesen


Frühlingsfeier

Um das Dorf die Gärten blühen
Wie ein weiter Festeskranz,
Lange Glockentöne ziehen
Feiernd durch den Morgenglanz.

Paar für Paar die Kindlein wandern
... weiterlesen


Schlaf wohl!

Und wie im rothen Morgenschein
Der alte Thurm erglüht,
Zieht mir der Frühlingshauch herein
Durch Sinnen und Gemüth.

Behüt` dich Gott, du feines Kind,
... weiterlesen


Beim Wiedersehen

Und wie kommt`s, daß du so kalt bist,
Trotz der eignen Wange Gluth?
Und wie kommt`s, daß du so alt bist,
Trotz des Herzens Uebermuth?

Zu dem ungekannten Glücke ... weiterlesen


Das Tagebuch

Und wieder ist ein halbes Jahr
Im eiteln Wahn entflogen;
Und wieder um ein halbes Jahr
Hast du dich selbst betrogen.

So nimm zur Hand dein Tagebuch
Und ... weiterlesen


Des Hirten Klage

Und wieder klag` ich es dem Abendstern,
Das müde Herz von Sehnsucht bang geschwellt,
Ach liebster Schatz, und bleibest du mir fern,
So geh` ich in die tiefe, tiefe Welt!
... weiterlesen


Ach über die falschen Zungen!

Viel Blüthen hingen am Apfelbaum,
Nun sind die Zweige leer;
Und hab` ich geträumt einen süßen Traum,
So träum` ich fortan nicht mehr.
    Ach über die ... weiterlesen


Nachtgruß

Vor meinem Fenster dämmert
Das trübe Mondenlicht;
auf meinem Tischlein hämmert
Die Uhr und rastet nicht.

Die stille Nacht durchschallet
Ein einsam ... weiterlesen


Wach auf!

Wach` auf, du thörichter Bursche,
Wach` auf aus deinem Traum!
Wach` auf, der Wind entführet
Die Blüthen vom Lindenbaum.

Du träumtest von Kosen und Küssen,
... weiterlesen


Glosse

Wanderlustige Gedanken
Die ihr flattert nah und fern.
Fügt euch in die engen Schranken
Ihrer treuen Arme gern.
(Wilhelm Müller)

Junger Mensch.

... weiterlesen


Merlin

Warum mit gesenktem Haupte
Schleichest einsam durch die Gassen?
Haben, die dir lieb und werth sind,
Dichter, alle dich verlassen?

„Stille! kennt ihr nicht das ... weiterlesen


Frage

Was blühen die Blumen auf der Au,
Wenn die Sonne sich hüllt in Nebelgrau?

Was stiegen die Vögel nach süßem Wind,
Wenn die grünen Blatter gefallen sind?

... weiterlesen


Liebesruhe

Was heißest du mich Lieder dichten,
Wie ich vor Zeiten sang von dir?
Auf Nichts mehr hab` ich zu verzichten,
Und alle Wünsche schweigen hier.
Wer möchte, wenn in ... weiterlesen


Liebesruhe

Was heißest du mich Lieder dichten,
Wie ich vor Zeiten sang vor dir?
Auf nichts mehr hab ich zu verzichten,
Und alle Wünsche schweigen hier.
Wer möchte, wenn in ... weiterlesen


Ein Schmetterling im Winter

Was schlägt an meine Fensterscheiben,
Gleich Flügeln, leis und fein?
Ein Schmetterling! bei Schneees Treiben,
Wie kamst du hier herein?

Du hattest wohl in meiner ... weiterlesen


Die Bettlerin

Was willst du, Weib, so spät und allein?
Was hüllest das Haupt in`s Tuch du ein?
Die hervor du streckst, deine weiße Hand,
Dein gebrochenes Flehn, mir dünkt es bekannt.
... weiterlesen


Im Odenwald

Weiße Nebel wallen
Auf dem dunkeln Moor,
Rothe Blätter fallen,
Wirbeln wild hervor.

Meine müden Glieder
Hüll` ich in`s Gewand.
Thrän` und Thau ... weiterlesen


Duett

Wenn auf dem Fluß das Eis zergeht
Und stolz das Schiff die Segel bläht,
Da geht sie in ihr Kämmerlein
Und spricht: Du Frühlingssonnenschein,
Wie labt` ich mich an dir ... weiterlesen


Nochmals die Aeuglein

Wer in die Sonne schaute,
Den blendete ihr Licht,
Und bunte Flecken tanzen
Ihm lang vor dem Gesicht.

Das war nicht eine Sonne,
Das war`n zwei Sternelein,
... weiterlesen


Morgenwind

Wie der Morgenwind so frisch
Plaudert in den Buchenzweigen`.
Oder ziehen durch`s Gebüsch
Wandrer, die den Berg besteigen?

Und ich hört` es näher dringen,
... weiterlesen


Waldhornist

Wie ich rastend früher Zeiten
Denke, tauchen viel der alten,
Schon vergessenen Gestalten
Aus der Dämmerung empor;
Und es tönen, wie vom weiten,
Waldhornklänge ... weiterlesen


Mahnung

Wie steht der Dom so still und hoch,
    Wie geht der Strom so klar!
Das läßt, als wär` es eben noch,
    So wie`s vor Zeiten war.

Und doch! ... weiterlesen


Zuflucht

Wildzerrißne Wolken treiben
An dem dunkeln Himmelsraum;
Also schweifen die Gedanken
Rastlos, wie im Fiebertraum.

Dem verwirrenden Gedränge
Zu entfliehn ... weiterlesen


Liebesahnung

Wissen es die blauen Blumen,
Die am Wiesenbache nicken,
Daß sie hold und lieblich duften?
Sinn und Auge sie erquicken?

Wissen es die Nachtigallen,
Die man ... weiterlesen


Geständniß

Zieht der erste Frühlingsstrahl
Funkelnd über Berg und Thal,
Will`s nicht mehr beim Alten bleiben,
Alle jungen Knospen treiben,
Fink und Lerche kehren wieder
Und ... weiterlesen


Dichters Mährchen

Zu Chamisso`s einundfünfzigstem Geburtstage.

Ich schritt in jungen Tagen
Die Bergeshöhn entlang;
Wo die alten Steine ragen,
Da ward hinabgetragen
Zur Ebne ... weiterlesen


Jungfrau Lorenz

`Guten Morgen, du Sonntagsglockenschall!
Guten Morgen, ihr meine Blümlein all`,
Wie tragt ihr so blendender Perlen Zier,
Wie neigt ihr euch grüßend herüber zu mir!

... weiterlesen


Holger Däne

`Holger Däne! von Morganens
Zauberinsel kehrest wieder?
Regst aufs Neu zu Tanz und Kampfe
Deine traumerlognen Glieder?

`Holger Däne! reite heimwärts,
... weiterlesen


Vorwärts!

`Und trägst du ein geheimes Leid?
Wie ttübe ward dein Blick?` -
Ich dachte an die alte Zeit,
Die kehret nicht zurück. —

`Und nennest das ein eigen Leid?
... weiterlesen


Liebes-Frühling

`Wandeltest in deinen Träumen
Wieder du hinaus zum Wald?
Nur der Schnee liegt auf den Bäumen,
Und die Lüfte wehm kalt.

`Keine Blüthe fällt hernieder
... weiterlesen


Erwartung

„Du bist so still und trübe,
Und solltest fröhlich seyn.
Blick auf! am rothen Himmel,
Das ist der Morgenschein.` —

Und ist`s der rothe Morgen,
Doch ... weiterlesen



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