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Gedichte - Fridolin Hofer


Eidgenössischer Weckruf

(Februar 1916) Laßt ab im Namen des
heiligen Christ, des
Friedestifters, von Zank und
Zwist. Und gebt dem Haß, der des
Teufels ist, den Paß fü
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Gottes Nachtkapelle

(Legende) Der Himmel hüllte sich in
tiefstes Blau. Sternbilder stiegen hoch
in Sonnenhelle und überglänzten
Unsere liebe Frau, die segnend auf des
Mondes Schemel stand.
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Der Gottsucher

(Paraphrase zu S. Schülers
Gedicht) Dumpf war ich durch den Tag
gegangen, Ein Suchender im schwülen
Licht. Es dunkelte — ich fand ihn
nicht, Und schwer und schwerer preß
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Geigenspielender Engel

(Von Fra Angelico) Wie grün der
Lorbeer seine Schläfen kröne, Wie du
spielt keiner doch der Erdensöhne. Und
ob sein Tiefstes in den Tönen
klinge Und sich mit Flügeln au
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Apfellese

1. Strotzend von goldhellen Äpfeln
beugt sich der Baum. Bald füllt der
gastliche Herbst alle Keller und
Kufen. Auf schwankender Leiter, hoch
als ob in den Raum über die Wi
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Wortwechsel

Aber buschigen Brauen zieht
Wettergewölk sich zusammen. In den
Augen blitzt es. Flammen schwelen um
den verzerrten Mund. Und schon
springen, wie spritzend aus schlammigen
Gossen, Sc
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Gleißnerischer Mond

Aber die schweigenden Felder von
Eis geisterleis wandert der Mond. Sein
lauschendes Licht flimmert in
Tageshelle. Der Wandler spricht: `Seht
meine leuchtenden Firne! Wirk ich,
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Vom Erderschütterer

Am Baum des Weltalls, der sonnen und
Monde gleich Früchten trägt, rüttelt
ein Niese, bald mit mächtigen
Armen den himmelhochragenden Stamm
umklammernd, bald die schaluppen
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Amsel, du Frühaufsteherin

Amsel, du Frühaufsteherin, bist du
schon wach, da Nacht sich über der
Erde noch wölbt gleich einem
Dach, oder hüllt deine Seele der
Schlaf nur leicht wie Flaum, und singst
du im Dunkel,
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Übers Jahr

Auf breitem Ackergaul im
Holpertrott Kommt trällernd heim der
Klostervogt gezogen. Des Tagwerks froh,
sieht unter Hüft und Hott Im Geist der
Alte schon der Goldsaat Wogen.
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Einem Schönfärber

Auf deinem Jugendparadies, Aus dem dich
längst die Zeit verstieß, Lacht eitel
Glanz von Rosenhainen. Weißt du denn
aus der Kinderzeit Nichts von dem
großen Kinderleid? In
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Alter Friedhof

Auf einem alten Friedhof stand ich
heut: Nicht Kranz noch Kreuz mehr auf
geweihter Stelle! Nur wildes Grün wob
wuchernd ungescheut Den Teppich um der
Gräber Hügelwelle. Ma
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Kinderland

Auf eueren Wegen, ihr
morgenrotdurchglühten Tage der
Frühzeit, mein ich, lag immer von
jungem Buchengrün und
Kirschbaumblüten ein seliger
Schimmer. Bergwaldtannen mit Bä
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Juligewitter

Auf reifenden Feldern
Hochsommerschwüle! Bangend nach
segnender Schatten Kühle Starrt Hügel
und Halm. Der Himmel, ein flammendes
Meer, Zeigt kaum eines Wölkleins
Spur; Üb
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Alte Brücke

Der Gassen wogend Rauschen
surrt gedämpft um deine Pfähle. Du
schleichst abseits von Furt zu
Furt, als ob der Lärm dich
quäle. Jung war die Stadt und jung
der Dom,
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Fernblick ins Seetal

Der Hügel hebt sich schwellend, Um das
geliebte Tal zu schauen, Und sieht zwei
Seen duftig blauen, Die Landschaft
leise hellend. Die taucht in die
verklärten, In die
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Unter Apfelblüten

Der Tag ist heut in lauter Gold
getaucht Und so voll Frohsinn wie ein
Kindersingen. Die Apfelblüten stehn
wie hingehaucht Und fangen
windgeschaukelt an zu klingen. Dann
quil
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Die Flottille

Der West bestrich des Lichtes
Wellen, die spät den Baum ersterbend
hellen. Mit Mast und Steuer durch die
Stille fuhr schaukelnd eine
Luftflottille. Wie Seetang hings
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Lenzrast

Des Lenzes frohe Liederboten Sind
kündend ihm vorausgeeilt. Ob Sturm und
Schnee dem Holden drohten, Daß auf der
Fahrt er zögernd weilt? Nicht
stürme sind es, Gott behüte
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Zwielicht

Die Berge dämmern so wundersam; Nur
hier und dort über Kluft und
Klamm Juckt kämpfend das
wolkenhohe Leuchten der
Sonnenlohe. Wie Dunkel mit Helle
verworren ringt!
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Geigende Hand

Die den Pflug führt und gegen das
störrige Rind sich
stemmt, harztriefende Scheiter häuft
zum Bollwerk der Beige — die klobige
Hand liebkost den schlanken Hals der
Geige, die schier de
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Die Scholle

Die frosterstarrt im Schnee begraben
lag, die Scholle taucht pechschwarz in
lichten Tag. Sieh, wie sie leise
tauend überquillt, die atmend wie ein
junger Busen schwillt.
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Am Grabe der Droste-Hülshoff in Meersburg

Die Julisonne trank aus Fluß und
See; Die Wasser glommen rot wie
Feuerbrände. Vom Säntis flimmerte der
Sommerschnee, Und goldner Rauch zog
durch das Rebgelände. Ich stieg
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Heinrich Federer

Die Kinder bettelten: `Erzähl,
erzähle nur eins noch, eins!` Und
sieh, der Wundermann *, der unvermerkt
das Traumland ihrer Seele in ein
Gespinst von goldnen Fäden
spann, erzählt
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Tauende Firne

Die Sämann Winter im Sturm gesät auf
Kuppen, Halden und Hörner, die weißen
Körner lösen in Tau sich,
südwindumweht. sahst du je Felder
und Auen in reicherm Glan
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Kinder im Nachwinter

Die Weihnachtsglocken sind schon längst
verhallt; Nur daß noch dann und wann
ein Mädchen leise Im Dunkel so für
sich paar Töne lallt Aus einer
halbvergessnen Christbaumweise.
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Dreschen

Dreschmorgenzeit! Die Tore der Tenne
öffnen sich weit. Du Heinz und du
Hansel, du Trinchen und Stine, nun
hurtig die Garben der Bänder
befreit! Schon mustert der Bauer mit
sorglich
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Waldhymne

Durch grünverworrenes Gedränge
Kraftschwellender Kronen, Wo lauschig
am Mittag Dämmer und Dunkel
wohnen, Gehn feierlich
strenge Werdenden Frühlings
Südwindgesänge.
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Der Kinderzug

Ein Kinderzug im grünen
Hügelland. Wie junge Vögel flattern
Schwatz und Kichern den Fröhlichen
voraus. Ein Fähnlein flackert. Licht
sprüht um Knabenhemden,
Mädchenzöpfe, und
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Epilog

Ein weiland Volksschullehrer
gewesen; Lehrte die Kinderchen
Schreiben und Lesen, Das Einmaleins und
das Abc, Was ihnen und mir geschah zum
Weh. Wie sich die rosigen
Menschenblüten,
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Karl Stauffer

Ein wildes Feuer flammte mir im
Busen, beseligend und verzehrend Geist
und Leib. Ich opferte wie wenige den
Musen, und ich verdarb im Taumel durch
das Weib. Aus meinen Träum
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Mutter und Sohn

Eine Stille geht durch die ländliche
Stube. Die Uhr ticktackt. Bekommen der
Bube: `Ich meint, ich dürft es mit ihr
wagen!` schweigen. Das Pendel schwingt
fort und fort, `sie wird d
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Einen Sommer lang

Einen Sommer lang, Prinz und Fee,
Singen wir durch die Gärten der Welt,
Unser Lieben so rein wie Schnee, Der
in heiligen Nächten fällt. Einen
Sommer lang wunderbar
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Brunnen am Wege

Einst kamen Pilgerim und
Wandersmann Mit glüher Stirne und
verstaubter Kehle, Aus hohler Hand von
meiner Flut zu schlürfen. Dann ruhten
sie ein Weilchen, eh` sie gingen; Denn
traut
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Erntesonntag

Es ist ein feiernd Feldgelände, Darauf
die Julisonne ruht. Um eines Kirchleins
weiße Wände Ergießt sich rings die
Saatenflut. Im Korne lachen Mohn und
Wicke; Die U
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Nachwort

Es war seit Jahren mein Wunsch, eine
Aus- wahl des relativ Besten aus meinen
bisherigen Veröffentlichungen und
Manuskripten zu treffen. Der Plan
scheiterte jedoch, weil meine Gedichte
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Stunden

Es wintert aller Enden; Die Welt liegt
starr und stumm. Wie Bettler mit leeren
Händen Schleichen die Stunden
um. Sie wollen nicht weiter
rücken; Sie gähnen vor Lang
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Novalis

Geboren kaum, verklungen schon, war ich
ein Ton, ein Sehnsuchtsruf, den Gott
aus Luft am Klang erschuf. Und ob ich
wie ein Hauch entglitt, das ist mein
Ruhm, das ist m
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Eichendorff

Geheimnisvoller Wälder tiefes
Blaun lag spiegelnd in des Knaben
Träumeraugen. Die waren seltsam wach
und weit im Schaun, den reinen Glanz
der Welt in sich zu saugen. Oft wa
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Der Berggrat

Im Hochgebirge ragt ein Grat, Den noch
kein Fuß betrat, In Banden schlug
nicht Eis noch Firne, So trutzig
springt empor die Felsenstirne, Die
sich zu Füßen und zu selten Im
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Treue

In schwülen Nächten, die voll Träume
sind, Schreckt dich ein Kinderruf aus
Schlaf und Schweigen; Dann haftest du
durch Wetterschein und Wind Und kehrst,
wie wenn du lebtest, in dein Eige
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Reichtum

Ist das im Mittag ein Flimmern und
Flitzen! Die Steine schillern, die
Quellen blitzen. Frau Sonne drängt es,
mit Strahlenhänden Ihr Gold zu
verschwenden. Und geht drum nimmer in
So
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Juni

Juni streift mit warmer Hand
letzte Blüten von den Bäumen.
Wie enttaucht verwelkten Träumen,
schaut aus dunkler Blätterwand
junge Frucht in lichtes Land.
Du, Glocke

Kein Sorgenlichtlein, kein Stern, der
wacht! Nur hin und wieder in Wald und
Moor Geräusch, als ob Angstrufe
schwirrten von einem, der den Weg
verlor.... Was schweigt dein Mund nur d
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Mariengarn

Kristallhelle Töne entstiegen der
Glockenstube wie
Schwalbenflügel, schwingen und wiegen
sich hoch über Tal und Hügel, die
heiligschöne Mutter der Gnade zu
grüßen. Derweilen
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Die Nußbäume

Lieblinge meiner Bergeinsamkeit, o wie
füllt ihr die Seele mit
Wohlgefallen: Alabaster die Stämme,
die Kronen — und schattend breit das
schöne Oval der Blätterhände! Berge
ver
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Selige Nacht

Mainacht, Nacht der Gnaden!
Myriaden von Welten
Wandeln im Raum.
Die Erde blüht wie ein Eden,
Und für jeden
Hat die Nacht einen Traum.
Traum

Mir träumte, du wärest gestorben und
gingest droben im Kranze seliger
Frauen, goldlichtumwoben. Unter
singenden Apfelblütenzweigen leicht
und leise schwebtest du hin im
Reigen der
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Aus meinem Tagebuch

Männer hab` ich gekannt, weiß Gott wie
stolz Und Herd und hart, als wären aus
Eichenholz Die strengen
geschnitten. Und so sind sie durch den
Tag geschritten, Königlich, mit Siege
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Vineta

Nebel überschwemmt, vergleichbar
aschgrauem Gewässer, das Tal und das
Dorf mit Kirche und Turmesknauf. Aus
wogenden Tiefen summen wie hohle
Fässer Vinetas Vesperglocken mühsam
heraus.
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Frohe Fahrt

Noch schien kein Winter heller als dies
Jahr. Die Schlitten stoben unter
Jubelrufen durch Flimmerlicht, das wie
demanten war und sprühend blitzte von
der Pferde Hufen. Und e
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Die Schwestern

Novemberdämmern, nicht Nacht, nicht
Tag! Der Neuschnee stiebt von den
Zäunen. Nun geht ein harter
Dreschstegelschlag Durch meiner Heimat
Scheunen. Sie dreschen den Haber un
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Um Allerseelen

Nun flicht der Herbst zum Strauß den
braunen Halm Um Martinsrosen und um
Asternblüten, Derweil im weißen Mams
vom Firn zur Alm Des Winters Wachen
stiegen, die verfrühten.
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Heller Morgen

Nun will die Welt sich verklären: Rot
wie blühender Mohn Leuchtet das
heilige Frühlicht schon Auf Gottes
Hochaltären. Dir ist, als ob sich
entzünde In Liebesglute
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Präludium

O weltentrücktes Wandern durch den
Morgen, Der mir die Seele füllt mit
goldnem Frühlicht Und Träumereien,
die nicht Worte finden, So schön und
scheu sind sie, so tief verschwiegen!
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Die Weiden

Runzlige Weidenweiblein am Bach. Weiß
wer, wie alt sie sind? Immer traurig in
Regen und Wind sehn sie der gluchzenden
Strömung nach. Maren einst
Jüngferchen schmiegsam, sc
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Großstadtbild

Sah ich heut ein Mädchen hoch zu
Pferde, Schlank und stolz mit reizender
Geberde Spielend lenken einen
Vollblutbraunen, Schöner Anblick, wie
das edle Tier, Ob es schnaubend in des
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Im Schneegestöber

Schneewehen! Verdrossenen Blickes seht
ihr nur Flocken; aber meine Augen
werden groß und frohlocken: Rudel
milchweißer Pferde — Mit wehendem
Schweif und wallender Mähne, die elf
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Im Schneegestöber

Schneewehen! Verdrossenen Blicks seht
ihr nur Flecken, aber meine Augen
werden groß und frohlocken: Rudel
milchweißer Pferde! Mit wehendem
Schweif und wallender Mähne, die
elfenbe
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Südlandsfahrer

Sie hauchte flüsternd mir ins
Ohr: `Siehst du von Urgestein das
Tor, Den Schnee ob steiler
Wälderwand? Dahinter blaut und blüht
mein Strand.` Und immerfort und
nimmer müd
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Nebelgrauen

Sie klagen, daß sie im Nebel
ertrinken; Ich ahne nur siegreicher
Sonne Blinken. sie sagen von Stunden,
die Ewigkeiten; Wie rasch die
melodischen mir entgleiten! sie
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Waldsommer

So still im Wald zu schlendern
Sommerlang Durch Fichtengänge, die
wie Grotten dämmern, In übersonnten
Wipfeln Drosselsang Und hin und wieder
eines Grünspechts Hämmern!
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Sturmnacht

So voller Schrecken sah ich keine
Nacht; Ein Zischen, Züngeln rings von
Feuerschlangen! Mir schritten bebend
durch die grause Pracht Und hielten auf
den Tod uns fest umfangen.
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Letzte Fahrt

So wünscht` ich, daß mein Sterben
möchte sein: Das Julispätrot glimmt
auf meinen Bergen Und überglänzt mit
seinem milden Schein Weltfern im Blau
noch einen Wolkenfergen.
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Einer Verewigten

Sonnfäden umspinnen mich — Schleier
der seligen. Wind lind kühlt die
Stirne mir — weiße, streichelnde
Hände. Aus flüsternder
Quelle schmeichelt herauf ein Heilwort,
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Herbstmorgen

Spinnweben hingen über der Sonne
Gesicht. Ach das grämlich vermummte
Wesen! Aber der Weltscheurer Wind rief:
`Das duld ich nicht!` Und schwang den
Besen. Seht, schon strahlt uns ih
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Ausklang

Spät geht ein Herbsttag über
Land, Der wandelnd jede Unruh
schlichtet Und über Bühl und
Bergeswand Die schweren Wolkenwälle
schichtet. Wie still es ist! Die
Biene nur
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Regen

Tage voll Sonnensegen, Da der Ruf des
Pflügers scholl! Nun singt der
Regen Sein Lied in Moll. Tage lang,
Nächte lang: Tropf, tropf,
tropf! Gurgelt der Drachen
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Notturno

Traumesfluten schwemmen mich
fort. Glockenrufe und
Menschenwort überrauscht der Tritonen
brausendes Tuten. Immer weiter spült
mich die Strömung, weiter und
tiefer. Mein wei
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Junge Liebe

Und schließt du die Fensterläden und
löschest die Ampel sacht, licht weben
blaugoldene Fäden von dir zu mir durch
die Nacht. Hie beben und sie
schwanken, weil heim
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Unter südlichem Himmel

Unendliches Leben will mich
bedrängen: Die Lüfte beben von
Fruchtgesängen. Baumzweige umranken
mich tragend gebogen; rauschend
umschwanken mich Ähren
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Der Ackerknecht

Verlassen dehnt sich herbstliches
Gelände. Kein Baum! kein Wandrer, der
hier Obdach fände! Denn
schollenschwer, wo nur die Blicke
weilen, läuft Ackerzeile neben
Ackerzeilen.
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Junge Mutter

Vom Kinderparadies den Duft der
Blüten hat kaum sie abgestreift und
ist zur Mutter schon herangereift wie
sonnwarm der verfrühten Goldtrauben
eine im August. Und sie genieß
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Einem Landmädchen

Von plauschender Quelle silbern
umflossen, in der Sonnhelle,
Mondhelle scheinst du dem Feld
entsprossen. Aus
duftübersprühten Sommern und
Lenzen trägst du im
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Waldmeister

Waldmeisterlein, Waldmeister, in
grünen Schleiern feierlich umschweben
und umweben dich des Waldes gute
Geister. Liebmütterlich
geborgen, trägst du dein Silberkrön
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Träumerei am Kamin

Warum der Winterwind die kahlen
Reiser heut heftiger schüttelt und
wie von vielem, vielem Rufen heiser an
Türen und Fenstern rüttelt? Das
macht, er kommt auf seiner Weihna
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Einem Starenpärchen

Wen seh` ich? Bekannte? so, so! Wie
geht`s? Auch wieder im Land, in der
Sommerfrische? Die Luft dekömmt Ihnen
wohl wie stets Und gehen mit Appetit zu
Tische? Madame scheint
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Zwetschenbäume im Sturm

Wenn der Wetterwind über die Felder
rauscht, mit Apfel- und Birnbaum
grobklotzige Worte tauscht und
blindlings dreinschlägt, daß Ast- und
Zweigwerk splittert, dann duckt ihr
euch, Zwetsc
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Einst doch, Seele

Wie du morgendlich leicht, eh noch der
letzte Stern erbleicht, in alle
duftigen Weiten schwärmst, wie in
Blüten die Bienen und
Schmetterlinge dich einsaugst in die
göttlich irdisc
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Herbstweben

Wie leis die Stunde rinnt! Der
Herbsttag spinnt Kein Aschentuch um Weg
und Weite, Am Wald und Welt. Unterm
Nußbaum im Feld Sitz` ich sinnend, den
Hund zur Seite,
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Daheim

Wie oft ich mit dem Heimweh rang Und
singend meinen Schmerz bezwang, Stets
in mein Lied stahl sich der Reim Ich
möchte heim! Ich schritt durch
goldne Weizenau`n Auf B
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Nachtwanderung

Wie stürmisch wild der rauhe Tag
gewesen, Die Nacht ist milde wie zur
Sommerwende Und klar der Sterne
Liebesschrift zu lesen. Schon fühl`
ich wandernd meines Wesens Härten
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Weit weit dahinten

Wie viele Tage im Jahr
hier vorüberwandern, eines gleicht
auf das Haar immer dem
andern. Jubelnde Lerchen
steigen über dem Halmenmeer. Zwanzig
Sommer und mehr
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Waldschlaf

Wie voller Mond auch in die Wipfel
fließe und zwischen Stämmen
ungestalt taghelle Strähnen Lichtes
gieße: der Sommerwald sieht ganz in
Schlafs Gewalt. so tief ist seines
Schlumme
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Novemberstimmung

Wie`s nun wieder so einsam wird, Da die
Felder sich leise bräunen Und mit
frierender Herde der Hirt Talwärts
fuhr zu den bergenden Scheunen! Kaum
daß ein Jäger noch dann
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Meine Freunde

Wißt ihr, wie einst in tollen
Jugendtagen, Feuchtfrohe Kehlen, wir so
tapfer zechten, Um dann und wann in
heißen Wortgefechten Mit Fäusten auf
den Schenkentisch zu schlagen?
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Kirschbaum im Gebirge

Wo der Maischnee rieselt vom
Felsgestein, Weltfremder
Siedler, Häuft ein Kirschbaum
verlassen, allein Mit Bergwind, dem
Fiedler. Trauernd ragt er dort oben
so fahl Zw
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Nach Jahren

Wo des Frühlings Goldgewebe Meine
Jugend überspann, Sing ich heut,
Verlornes suchend Leisen Schritts, ein
stiller Mann. Grüßend zog ich durch
den Weiler; Doch sie
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Idylle

Wo die Wiese waldwärts einsam
wird, Fand dich endlich meiner Jugend
Sehnsucht, Fand die stillste stets im
Kreis der Schwestern Die durch
Gassenlärm und Luft des Alltags Wie
ein Mä
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Unförmliche Gesichter

Wohl seid ihr nicht geprägt nach
griechischer Norm, und tief im Kurse
steht ihr beim Gelichter, dem A und O
der Schönheit ist die Form. Doch
meine Seele liebt euch und lobpreist:
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Luzern

Über See und schneeige Gipfel, Villen,
Gärten und heiligen Hain schimmert in
Gold getrieben ein Zipfel südlichen
Himmeldaches herein. Stiegen
lombardische Meister herunter
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Die Beiden

Zur Zeit der Ähren gehn zwei über
Land. Schweigsam. Einst ging es doch
lauter, Als rings der Anger in Blüten
stand: Du Liebe! Du Trauter! Und wie
der Weg die beiden getren
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