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Gedichte - Friedrich Rückert

Frühlingsanfang

(Nach dem Anfang einer Kaside von Saadi.)

Morgens weckte mich ein Hauch:
Frühling hat begonnen,
Auf und bade nun dich auch
Wie die Welt in Wonnen.

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Zum Neujahr 1816

(Stuttgart.)

Im Schoß der Mitternacht geboren,
Worin das Kind bewußtlos lag,
Erwacht, zum Leben jetzt erkoren,
Das Jahr am ernsten Glockenschlag.
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Heldenleben

(Zu Rostem und Suhrab.)

Das ist des alten Heldenlebens Geist,
Daß, wie du immer ihm entfremdet seist,
Du dich ergriffen von der Herrlichkeit,
Erschüttert ... weiterlesen


Amaryllis, ein Sommer auf dem Lande

1. Amaryllis, ein Sommer auf dem Lande

Wenn ich, o du mein Liebling, dich betrachte,
O Amaryllis, meiner Kunst Gebilde,
Ist`s oft, als ob ich fast der Dichtergilde
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Sicilianen

1.

Ach, ein verzaubert Reich ist die Natur,
Stets hoffend, daß man sie des Banns entbinde.
Im Frühling ahnt sie der Erlösung Spur;
Sie hofft, daß ganz in Glanz ... weiterlesen


Freimund

1.

Auf, zum Himmel dich zu schwingen aus der Nacht!
Herz, empor zum Licht zu ringen aus der Nacht!
Sieh, wie Gottes Liebesboten leuchtende
Grüße dir ... weiterlesen


Neunte Stufe. Dämmerklarheit

1.

Der Vater mit dem Sohn ist über Feld gegangen,
Sie können nachtverirrt die Heimat nicht erlangen.
Nach jedem Felsen blickt der Sohn, nach jedem Baum,
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Vierzeilen

1.

Die Rose stand im Tau,
Es waren Perlen grau.
Als Sonne sie beschienen,
Wurden sie zu Rubinen.

2.

Siehst du, hörst du im ... weiterlesen


Erste Stufe. Einkehr

1.

Ein indischer Brahman, geboren auf der Flur,
Der nichts gelesen als den Weda der Natur;
Hat viel gesehn, gedacht, noch mehr geahnt, gefühlt
Und mit ... weiterlesen


Sechste Stufe Prüfung

1.

Ein König ward gefragt, was ihm das Liebste sei
An der erlangten Macht? Er sagte: »Zweierlei:
Daß ich mit Wohlthat nun die, so mein Wohl berieten,
Und meine ... weiterlesen


Abendfeier

1.

Ein Schein der ew`gen Jugend glänzt
Ins Erdenthal,
Die Höh`n mit Offenbarung kränzt
Der Abendstrahl.

Die Lerche singt der Sonne nach
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Achte Stufe. Weltseele

1.

Ein Wunder ist die Welt, das nie wird ausgewundert,
Das niederschlägt den Geist und wieder ihn ermuntert.
Daniederschlägt den Geist vorm ew`gen Stoff ein Bangen,
... weiterlesen


Vierzeilen in persischer Form

1.

Frühling ist, Verklärung schwebt um Busch und Strauch;
Kann so reine Schönheit blühn auf Erden auch?
Eine Himmelsunschuld jedes junge Blatt,
Noch ... weiterlesen


Ein Lebenslauf

1.

Gerissen aus meinem Gleichgewicht,
Begann ich die Welt zu durchschweifen;
Und das Verlorene fand ich nicht,
Wo die Zitronen reifen.

Wie ein ... weiterlesen


Oktaven

1.

Ich hätte Herzzerreißendes zu singen,
Wollt` ich enthüllen, was tief in mir lodert;
Ich müßte mich zu falschen Tönen zwingen,
Wollt` ich der Menge geben, ... weiterlesen


Zehnte Stufe. Vom Totenhügel

1.

In deines Herzens Haus- und Festkalender mag
Nur auch gezeichnet sein ein Allerseelentag.
Gezeichnet soll er sein nicht mit zu düstern Farben,
Doch auch zu ... weiterlesen


Was gestern war, o laß es mich vergessen

1.

Nun aber will ich sehn, ob man mit Armen
Der Poesie kann in die Wolken reichen
Und niederholen aus des Lichtes Reichen
Trostschätze für ein Herz, das will ... weiterlesen


Unvergleichlich blüht um mich der Frühling

1.

Unvergleichlich blüht um mich der Frühling,
In die Fenster schlagen Nachtigallen,
Heiter blickt der Himmel her, die Sonne
In das Stübchen, wo ich sitz` und ... weiterlesen


Elfte Stufe. Im Anschauen Gottes

1.

Wenn das Erhab`ne staunt die junge Menschheit an,
Spricht sie im hellen Traum: Das hat der Gott gethan,
Und wenn sie zum Gefühl des Schönen dann erwacht,
... weiterlesen


Wenn ein Wort die Liebste spricht

1.

Wenn ein Wort die Liebste spricht,
Fühl` ich oft so tief es nicht;
Oder auch im Lustgefühle
Fühl` ich nicht, wie tief ich`s fühle.
Aber wann ich bin ... weiterlesen


Siebente Stufe Erkenntnis

1.

Wenn es dir übel geht, nimm es für gut nur immer,
Wenn du es übel nimmst, so geht es dir noch schlimmer.
Und wenn der Freund dich kränkt, verzeih`s ihm und ... weiterlesen


Wenn zur Thür herein

1.

Wenn zur Thür herein
Tritt dein Mütterlein
Mit der Kerze Schimmer,
Ist es mir als immer,
Kämst du mit herein,
Huschtest hinterdrein
Als ... weiterlesen


Zweite Stufe. Stimmung

1.

Zum Milden sprach ein Freund: »Du mußt die Mild ablegen,
Die dich verarmen macht.« Der Milde sprach dagegen:
»Zur Milde hab` ich mich gewöhnt nach Gottes ... weiterlesen


Zwischen Lied und Liebe war mein Leben

1.

Zwischen Lied und Liebe war mein Leben;
Aber, schwebend zwischen Lieb` und Liede,
Wußt` ich nie die beiden auszugleichen.
Oftmal sang ich anders als ich ... weiterlesen


Im Gebirg

1811.

Wohin, ach! sollen aus des Markts Gewühle
Sich eure Götter retten, wenn die Dichten
Des ew`gen Hains auch unterm Beil sich lichten,
Qualm des Gewerks auch ... weiterlesen


Vierte Stufe. Schule


1.

Ein rechter Lehrer ist, wer pilgernd alle Stätten
Von Gangas Quellenmund hat bis ans Meer betreten;
An jedem heil`gen Strom, der in die Ganga mündet,
... weiterlesen


Zwölfte Stufe. Frieden


1.

Ich freue jeden Tag dem Abend mich entgegen
Und jede Nacht im Traum mich auf den Morgensegen.
Ich freue still mich mit unungestümer Lust,
Nicht ... weiterlesen


Abzuschaffen geschärfte Todesarten

Abzuschaffen geschärfte Todesarten,
Abzustellen den Graus der Folterkammern,
War wohl unseren aufgeklärten Zeiten
Vorbehalten zu einem Ruhm. Doch leider
Daß unschuldige ... weiterlesen


Ach daß ohne Wehen

Ach daß ohne Wehen
Wie ein Blüthenstrauch
Kinder könnten gehen
Aus dem Boden auch!

Daß sie ohne Leiden
Sinken in den Staub
Dürften und ... weiterlesen


Ach von meinem lieben Schwärmchen

Ach von meinem lieben Schwärmchen
Die zwei kleinsten, die zwei feinsten,
Immer unter sich am einsten,
Die sich hatten lieb am reinsten,
Wie sie mit geschlungnen ... weiterlesen


Ach, von dort

Ach, von dort,
Wo sie sind vor mir verholen,
Könnt` ich sie mir wiederholen!

Daß sie nur sich finden ließen!
Suchen soll mich nicht verdrießen,
Auf dem ... weiterlesen


An Habsburgs Adler

Adler, der du hast genistet
Lang` auf deutscher Eiche Stamm,
Bis von Schlangen überlistet
Du heruntersankst zum Schlamm:
Willst nicht in den alten Kronen,
Alter ... weiterlesen


Alle Wässerlein fließen

Alle Wässerlein fließen
In die grundlose See;
Alle Freuden ergießen
Sich ins trostlose Weh.

Alle Freuden ergießen
Sich ins endlose Leid;
Alle ... weiterlesen


Allen harten Proben

Allen harten Proben
Bist du nun enthoben,
Allen rauhen Stürmen,
Die uns hier umtoben.
Ja, dir ist gefallen
(Uns ist es verschoben)
Solch ein Los ... weiterlesen


Alles Klagen frommt nicht

Alles Klagen frommt nicht
Um verlornes Glück;
Was du rufest, kommt nicht
Aus dem Grab zurück.

Was du rufest, kommt nicht,
Wieder aus dem Grab;
Alle ... weiterlesen


Als Blücher auf dem Feld der Schlacht

Als Blücher auf dem Feld der Schlacht
Gewaltig disputieret,
Wo Gott der Herr mit seiner Macht
Ihm selber präsidieret;
Hat England ihn dafür
Nach Recht und nach ... weiterlesen


Als das Kraut ward für den Winter

Als das Kraut ward für den Winter
Vom Krautschnitter eingeschnitten,
Sahen zu die beiden Kinder,
Sitzend auf dem Fenstertrittchen;
Hatten eines um das andre
... weiterlesen


Als der Freund die Kinder wollte

Als der Freund die Kinder wollte
Malen, daß mich`s freuen sollte,
Macht` es mich im Herzen bang,
Weil in mir das Wort erklang:

Was da soll ins Leben leben,
... weiterlesen


Als Gestalten hab ich euch besessen

Als Gestalten hab` ich euch besessen,
Jugendlich-belebte;
Und ich kann den Traum noch nicht vergessen,
Der so schnell entschwebte.

Himmlischen Beschlüssen muß ... weiterlesen


Als ich glücklich war

Als ich glücklich war,
War ich`s zwar bescheiden,
Doch dem Glück Gefahr
Fürchtet` ich vom Neiden,
Und nur allzuwahr
Ward`s durch dieses Leiden.

... weiterlesen


Als Knabe war mein größtes Wohlbehagen

Als Knabe war mein größtes Wohlbehagen,
Ein Schwesterchen im Arm zu tragen,
Geflüchtet aus der engen Stub` hinaus,
Im weiten Garten hinterm Haus.

Doch hatte ... weiterlesen


Als mein Seelchen schied

Als mein Seelchen schied,
Sollte sich erheben
Sanft ein Engellied,
Das es lehrte schweben,
Fliegen in den Wind.

Doch ein wilder Sturm
War die Nacht ... weiterlesen


Am Tage kann ich zügeln meine Schritte

Am Tage kann ich zügeln meine Schritte,
Mich nicht zu tragen mehr zu deiner Hütte;
Nachts kann ich es dem Traume nicht verwehren,
Noch oft daselbst, wie vormals, ... weiterlesen


Auch vom Felsen widerhalle

Auch vom Felsen widerhalle
Meiner Klage Trösten schon,
Wievielmehr im Trauerfalle
Aus der Fremd` ein Herzenston.

Was der Freund von meinen Lieben
Mir ... weiterlesen


Aus dem römischen Tagebuch

Aus dem römischen Tagebuch,
von Allerheiligen bis Weihnachten


Herr! laß mich nicht im fremden Lande sterben,
Wo keine Hand die Augen zu mir drücket
Und ... weiterlesen


Aus der Jugendzeit

Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit
Klingt ein Lied mir immerdar;
O wie liegt so weit, o wie liegt so weit,
Was mein einst war!

Was die Schwalbe sang, was die ... weiterlesen


Aus des Morgens Silberflor

Aus des Morgens Silberflor
Tritt die goldne Sonn` hervor
Lächelnd wie sie niederschaut,
Schaut die Welt zu ihr empor.
Alle Blumen blühen auf,
Aufwärts singt der ... weiterlesen


Hofer, Kommandant von Tirol

Aus Mantua von dem Walle
Komm` ich geschritten her,
Wo noch von meinem Falle
Ein Fleck ist blutig sehr;
Die Augen unverschlossen,
Von der Franzosen Hand,
... weiterlesen


An einen Leinenweber

Beglückt bist du, der du mit stetem Fleiße
Von der zufriednen Spule still und eben
In deine Weberei wie in dein Leben
Stets gleiche Fäden wirkest, ruhig weiße;

... weiterlesen


(Beglückt die Pflanze, die im Spiel der Lüfte)

Beglückt die Pflanze, die im Spiel der Lüfte
Still in des Zeitlaufs fester Ordnung lebet,
An ihrem heimischen Boden ruhig klebet
Und doch zum Himmel aufhaucht ihre Düfte.
... weiterlesen


Bei Gott, ich muß mich zum Empfang

Bei Gott, ich muß mich zum Empfang
»Des alten Helden schicken,
Den ich verfolgt hab` oft und lang
Von hier mit meinen Blicken.

Ich hab` gesehn in mancher ... weiterlesen


Werdender Stirnbau

Bisher war hinter dieser Stirne
Zu spüren wenig vom Gehirne,
Und nur die Sinnwerkzeuge gaben
Gesichtesausdruck meinem Knaben;
Die Lippe reich zum Wort geschwellt,
... weiterlesen


Ritornelle - I.

Blumen im Garten!
Ich red` euch an mit Seufzern, statt mit Worten;
Ihr könnt von mir nicht andern Gruß erwarten.

Blumen im Garten!
Antwortet mir mit Düften, ... weiterlesen


Ritornelle - III.

Blühe mein Neuseß!
Es weint der Bach am Garten hin des Hauses,
Die Turtel klagt im Duft des Waldgesträußes.

O Turteltaube!
Du machst das Wasser, eh` du ... weiterlesen


Ritornelle - II.

Blühende Wicke!
Wenn ich dich pflück` und an den Busen stecke,
Begreifst du wohl, wen ich in dir erblicke!

Blühnde Granate!
Ein Hütchen trug von solcher ... weiterlesen


Ritornelle - IV.

Blühender Flieder!
Goldkäferchen betäubt in deinen Düften
Ist eingeschlafen, wann erwacht es wieder?

Laube der Buchen!
Ich schlief in dir, nun muß ich beim ... weiterlesen


Ritornelle - V.

Blühender Schneeball!
Du streutest auf mein Kind einst linde Flocken,
Das jetzt muß schlafen unter Sturm und Schneefall.

Vergißmeinnichtchen!
Vergiß mir nicht, ... weiterlesen


Vom Bäumlein, das spazieren ging

Das Bäumlein stand im Wald
In gutem Aufenthalt;
Da standen Busch und Strauch
Und andre Bäumlein auch;
Die standen dicht und enge,
Es war ein recht`s Gedränge;
... weiterlesen


Naturpoesie

Das Schönste ward gedichtet
Von keines Dichters Mund,
Kein Denkmal ist errichtet,
Kein Marmor thut es kund.
Es hat sich selbst geboren,
Wie eine Blume sprießt
... weiterlesen


Aus der Brieftasche eines Verzweifelten

Daß ich nur verzweifeln könnte,
Sprechen zu dem Elemente:
»Nimm den matten Geist zurück!«
Daß nicht in die nächt`ge Wüste
Noch ein Strahl mir brechen müßte,
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Adventlied

Dein König kommt in niedern Hüllen,
Ihn trägt der lastbar`n Es`lin Füllen,
Empfang ihn froh, Jerusalem!
Trag ihm entgegen Friedenspalmen,
Bestreu` den Pfad mit grünen ... weiterlesen


Wiedersehn

Deine Kinder, hier verloren,
Wirst du droben wiedersehn;
Denn was aus dir ist geboren,
Kann dir nicht verloren gehn.

Daß du einst sie wiedersehest,
Dieses ... weiterlesen


Wanderlied

Dem Wandersmann gehört die Welt
In allen ihren Weiten,
Weil er kann über Thal und Feld
So wohlgemut hinschreiten.
Die Felder sind wohl angebaut
Für andre und von ... weiterlesen


Vom Büblein, das überall mitgenommen hat sein wo

Denk` an! das Büblein ist einmal
Spazieren gangen im Wiesenthal;
Da wurd`s müd` gar sehr
Und sagt`: »Ich kann nicht mehr;
Wenn nur was käme
Und mich ... weiterlesen


Barbarossa

Der alte Barbarossa,
Der Kaiser Friederich,
Im unterird`schen Schlosse
Hält er verzaubert sich.

Er ist niemals gestorben,
Er lebt darin noch jetzt;
... weiterlesen


Blücher und Gneisenau

Der Blücher hat die Macht,
Der Gneisenau den Bedacht,
Drum hat`s Gott wohl gemacht,
Der sie zusammen gebracht;
Drum sei den beiden,
Den beiden
Ein Lebehoch ... weiterlesen


Goethe

Der euch das Kreuz
Mit Rosen umwunden,
Hat er vor euch
Nicht Gnade gefunden?

Nein, ihr seid stolz,
Am nackten zu hangen.
Laßt mir das Kreuz,
... weiterlesen


Frühlingslied

Der Frühling lacht von grünen Höh`n,
Es steht vor ihm die Welt so schön,
Als seien eines Dichters Träume
Getreten sichtbar in die Räume.

Wann schöpferisch ... weiterlesen


Der Kanarienvogel büßt

Der Kanarienvogel büßt
Am unschuldigen Leibe mit
Die Familientrauer.

Nicht ein Bröckelchen Zucker süßt
Ihm den Schnabel, kein Apfelschnitt
Labt ihn, ... weiterlesen


Die hohle Weide

Der Morgentau verstreut im Thale
Sein blitzendes Geschmeide;
Da richtet sich im ersten Strahle
Empor am Bach die Weide.

Im Nachttau ließ sie niederhangen
... weiterlesen


Anmeldung in der Schenke

Der Ostwind kam ans Schenkethor,
Mit lautem Gruß zu pochen;
Da trat der alte Wirt hervor,
Den hat er angesprochen:

»Ich wünsche dir Glück zu dieser Zeit,
... weiterlesen


Spekbacher

Der Spekbacher, der Spekbacher!
Wenn der die Schützen rief;
Der Tag und Nacht und Nacht und Tag
Den Feinden auf der Fährte lag
Und gar des Nachts nicht schlief.
... weiterlesen


Tausch

Des verstorb`nen Töchterchens
Bild in meinem Zimmer,
Frische Blumen aus dem Wald
Holend, schmück` ich`s immer.

Heute trat mir, als ich kam
Heim mit meinem ... weiterlesen


Die Gestalten meiner Lieben

Die Gestalten meiner Lieben,
Aufgelöst in goldnen Duft,
Weil in Staub die Leiber stieben,
Die Gestalten sind geblieben
Um mich schwebend in der Luft.

Die ... weiterlesen


Abendlied (II)

Die ihr mit dem Odem linde
Jedes Blümchen küßt und grüßt,
Sagt mir, laue Abendwinde,
Wo ihr jetzt mein Mädchen küßt?

Ob im Spiegel eines Quelles
... weiterlesen


Glückliche Rettung

Die Liebe fiel ins Grübchen am Kinn
Und war unendlich erschrocken.
Sie langte mit entschlossenem Sinn
Nach einer der flatternden Locken
Und zog sich mit Geschicke
... weiterlesen


Ermutigung zur Übersetzung der Hamasa

Die Poesie in allen ihren Zungen
Ist dem Geweihten eine Sprache nur,
Die Sprache, die im Paradies erklungen,
Eh` sie verwildert auf der wilden Flur.
Doch wo sie nun auch ... weiterlesen


Rückblick auf die politischen Gedichte

Die Politik ein Herz zu rühren,
Den sanften Lieberobrungskrieg,
Wie hab` ich lassen mich verführen,
Gering zu achten diesen Sieg!
Ich wollte stolz mich überheben,
... weiterlesen


Rosengeschmeide

Die Rose meiner Liebe,
Der keine Sonne scheint;
Daß sie nicht schmucklos bliebe,
Hat Perlen sich geweint.

Sie trägt als Brustgeschmeide
Der Thränen ... weiterlesen


Schwalbengruß

Die Schwalbe kam geflogen;
Kaum hatt` ich sie gesehn,
So ist sie weggezogen
In rauher Lüfte Weh`n.

Sie grüßte mich verstohlen,
Wie soll ich es ... weiterlesen


Winterlied

Die schöne Sommerzeit ist hin,
Der Winter ist nun da;
Wir müssen aus dem Garten fliehn,
Der uns so fröhlich sah.

Der Busch ist kahl und abgelaubt,
Der ... weiterlesen


Sonne und Mond

Die Sonne sprach: »O Mond, ich wende
Der lieben Erde nun mich ab
Und lasse dich zurück; o spende
Ihr alles das, was ich nicht gab.
Ich gab ihr die Erregung
Des ... weiterlesen


Fünfte Stufe Leben

Die Weisheit des Brahmanen

1.

Erhab`nes, findet es erhab`ne Stimmung nicht,
Erscheinet lächerlich im Leben, im Gedicht.

2.

... weiterlesen


Zum Schlusse

Die Welt ist rauh und dumpf geworden,
Die Stimm` entfiel ihr nach und nach,
Die einst in tönenden Akkorden
Zum offnen Ohr des Menschen sprach.

Als, aus der Welten ... weiterlesen


Du bist vergangen, eh ichs gedacht

Du bist vergangen, eh` ich`s gedacht,
Wie eine Blume verblüht über Nacht.
Wie eine Blum` über Nacht verblüht,
Auf die umsonst der Frühtau sprüht.
Es sprüht umsonst ... weiterlesen


Huldigungsruf

Du hast an lieblicher Herrlichkeit
Erstiegen die höchste Stufe;
Die ganze Seele sei dir geweiht
Zu einem Huldigungsrufe.

O liebentglommener Rosenstrauch,
... weiterlesen


Du hattest ein viel zu großes Glück

Du hattest ein viel zu großes Glück,
Das du nicht konntest ermessen.
Gott hat dir davon genommen ein Stück,
Nun weißt Du erst, was du besessen.
Er ließ dir einen ... weiterlesen


Du heißest Ernst, und Spielen war dein Ziel

Du heißest Ernst, und Spielen war dein Ziel,
Du warest uns und warst dir selbst ein Spiel.
O wie so furchtbar ernst
Du wurdest nun, indem du dich entfernst!
Fahr` wohl, ... weiterlesen


Du kannst mich auch nicht trösten

Du kannst mich auch nicht trösten,
Natur, wie ich geglaubt;
Dir ist von Gluth und Frösten
Selbst aller Trost geraubt.

Ich muß an andrer Quelle
Erst ... weiterlesen


Großes aus Kleinem

Du sagest mir: »O nicht zersplittre
In Lieder dich! web` ein Gedicht!«
Ich aber sage dir: Verbittre
Mir die unschuld`ge Freude nicht!
Sieh hin, wie auf der Aue
... weiterlesen


Du sprichst, o Freund: O Freund, laß dich belehre

Du sprichst, o Freund: O Freund, laß dich belehren,
Wie du das Schlimme mußt zum Besten kehren,
Wie du den bittern Stachel kannst versüßen
Und mit Gewinne lernest ... weiterlesen


Du warest klein, und kleine Blumen schling ich

Du warest klein, und kleine Blumen schling` ich
Zum Kranze dir, und kleine Lieder sing` ich,
So kleine Gaben großer Liebe bring` ich.

An Blumen hast du wohl wie sonst ... weiterlesen


Du warest mein Gast in der guten Zeit

Du warest mein Gast in der guten Zeit,
Und in der bösen flogst du weit;
Nun hör` ich dein Gefieder,
Kommt etwa die gute wieder?

Du sangest mich an den Sommer ... weiterlesen


Herbst Lebensabend

Du, dieses Jahres Abend, Herbst,
Sei meines Lebensabends Bild!
Wie langsam du den Hain entfärbst,
Und deine Sonn` ist frühlingsmild:
Es lacht das grünende Gefild`
... weiterlesen


(Durchmessen habt ihr längst Gebirg und Wogen)

Durchmessen habt ihr längst Gebirg und Wogen
Mit Wanderschritt und mit des Schiffes Kiele;
Nur noch gekommen seid ihr nicht zum Ziele,
Wo auf der Erde steht der Himmelsbogen!
... weiterlesen


Ein fleißiges Hausmütterchen

Ein fleißiges Hausmütterchen
Versprachest du zu werden,
Besorgtest gern ihr Fütterchen
Des Hofes zahmen Heerden.
Dir sei, verblühtes Bräutchen,
Des Todes ... weiterlesen


Ein Knöspchen unentfaltet

Ein Knöspchen unentfaltet
Ist`s was der Sturm dir bricht;
Und was daraus gestaltet
Sich hätte, weißt du nicht.

Willst du so stark nun klagen,
So zeigest ... weiterlesen


Ein leichenbalsamirender

Ein leichenbalsamirender
Aegypter ist mein Herzensdrang,
Ein nach der Kunst verzierender,
Was er dem Tod von dir entrang;
Das alles, was uns peiniget,
... weiterlesen


(Ein Schreibtäfelchen im Busen)

Ein Schreibtäfelchen im Busen
Ging ich in den Frühlingswald;
Euch, mir lang` entwöhnte Musen,
Sucht` ich auf und fand euch bald.

In die Tafel auf den Knieen
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(Einen klassischen Dichter in den Händen)

Einen klassischen Dichter in den Händen,
Den romantischen Frühlingshain durchirrend,
Konnt` ich lesend und wandelnd nicht vereinen
Jene Klassicität und die Romantik.
... weiterlesen


Was thut nicht eine Frühlingsnacht?

Eingeschlafen im Abendhauch
War der knospende Rosenstrauch,
Und staunend, als er früh erwacht`,
Stand er in voller Blütenpracht,
Was thut nicht eine Frühlingsnacht
... weiterlesen


Zum Christtag 1813

Einst hab` ich Märchen zum Einschläfern dir gesungen,
Nun haben dich in Schlaf gesungen Engelzungen.
Um zu erwachen dort, bist du hier eingeschlafen;
Fahr wohl! im Sturme sind ... weiterlesen


Engel umschweben uns

Engel umschweben uns,
Wo wir auch gehn,
Engel umgeben uns,
Wie wir uns drehn.

Doch wir erkennen sie
Nicht in dem Licht,
Und zu benennen sie
... weiterlesen


Entgegen geh ich nun den trüben Tagen

Entgegen geh` ich nun den trüben Tagen,
Der traur`gen Zeit, die mir vom ganzen Jahr
Die unerfreulichste schon sonst auch war,
Eh` sie so herbe Wunden mir geschlagen;

... weiterlesen


Bethlehem und Golgatha

Er ist in Bethlehem geboren,
Der uns das Leben hat gebracht,
Und Golgatha hat er erkoren,
Durchs Kreuz zu brechen Todes Macht.
Ich fuhr vom abendlichen Strande
... weiterlesen


(Erschöpft von langen winterlichen Wegen)

Erschöpft von langen winterlichen Wegen,
Auf meines Lebens allertrübster Reise,
Kam ich hieher, in froher Hoffnung, leise
Mein Herz an eines Freundes Herz zu legen.

... weiterlesen


Es bringt die Magd die Todeskunde

Es bringt die Magd die Todeskunde
Vom Schwesterchen der Knabenschaar;
Da rufen sie mit Einem Munde:
Sie ist nicht todt, es ist nicht wahr.

Sie sehen sie mit ... weiterlesen


Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt

Es ist ein Bäumlein gestanden im Wald
In gutem und schlechtem Wetter;
Das hat von unten bis oben
Nur Nadeln gehabt statt Blätter;
Die Nadeln, die haben gestochen,
... weiterlesen


Es ist kein Fleckchen

Es ist kein Fleckchen
Im Hause weit,
Kein dunkles Eckchen
Ist weit und breit,
Aus dem hervor nicht dränge
Und mir entgegen spränge
Von Zeit zu Zeit
... weiterlesen


Es ist mir unbegreiflich

Es ist mir unbegreiflich,
Wenn ich`s erwäge reiflich,
Dich einst gehabt zu haben,
Schönste der Himmelsgaben.

Schönste der Himmelsgaben,
Verloren dich zu ... weiterlesen


Es ist zu schwer, was ich erlitt

Es ist zu schwer, was ich erlitt,
Es ist zu stark, was mich bestritt;
Ich dacht`, ich wollt` es besiegen,
Aber ich muß erliegen.

Es ist zu stark, was ich ... weiterlesen


Es kommt der lieblichste der Lenze

Es kommt der lieblichste der Lenze,
Von Glanz umringt,
Doch alle Kränze, die er bringt,
Sind Todtenkränze.

Den Frühling sah ich diesmal lächeln
... weiterlesen


Es kommt der Regen des Frühlings

Es kommt der Regen des Frühlings
Und bringt den Segen des Frühlings,
Die Blumen stehen und warten
An allen Stegen des Frühlings.
Und Düfte streuen die Lüfte
... weiterlesen


Verschließung

Es rührt mich an der Frühlingslüfte Schauern,
Sie kommen sanft ans Herz herangeglitten
Und wollen draus vertreiben dumpfes Trauern,
Das drinnen wohnet wie in Winters ... weiterlesen


Bestrafte Ungenügsamkeit

Es war das Kloster Grabow im Lande Usedom,
Das nährte Gott vorzeiten aus seiner Gnade Strom.
Sie hätten sich sollen begnügen!

Es schwammen an der Küste, daß es die ... weiterlesen


Es war eine Thür, kein Schlüssel dran

Es war eine Thür, kein Schlüssel dran,
Die Thür ward niemals aufgethan,
Wir brauchten sie gar nicht aufzuthun,
Wir wußten nicht, wozu sie war.
Wir wissen`s nun,
... weiterlesen


Es war kein Traum

Es war kein Traum,
Ich muß mirs immer wieder sagen,
Und glaub` es kaum,
So traumhaft hat es sich zerschlagen.

Es war kein Traum,
Ich hab` in schönern ... weiterlesen


Die drei Gesellen

Es waren drei Gesellen,
Die stritten wider`n Feind,
Und thäten stets sich stellen
In jedem Kampf vereint.
Der ein` ein Österreicher,
Der andr` ein Preuße ... weiterlesen


Es waren meine Kindchen

Es waren meine Kindchen
Zu halten nicht im Haus,
Wann mit dem Schäferhündchen,
Die Schafe zogen aus.
Sie hüpften mit den Lämmern
Durch`s Feld im Abendschein,
... weiterlesen


Angereihte Perlen

Es wird durch Seufzerhauch getrübt ein Spiegel zwar;
Doch wird durch Seufzerhauch der Seele Spiegel klar.
Vor Gott ist keine Flucht, als nur zu ihm. Nicht Trutz
Vor Vaters ... weiterlesen


Anmaßung und Bescheidenheit

Etwa bei gewalt`gen Thaten
Läßt sich auch Anmaßung leiden;
Bei bescheidnen Resultaten
Aber sei nicht unbescheiden!

Wenn du nur das Kleinste leistest,
... weiterlesen


Euch ihr beiden

Euch ihr beiden,
Muß ich neiden,
Daß ihr fühlet
Keine Leiden,
Daß ihr frühe
Durftet scheiden
Von des Lebens
Oeden Heiden,
Rauhe Stürme
... weiterlesen


Euch preis ich bei jedem rauhen Wind

Euch preis` ich bei jedem rauhen Wind,
Daß er euch nicht berühret,
Und klag` euch bei jedem Lüftchen lind,
Daß ihrs im Grab nicht spüret.

Euch preis` ich bei ... weiterlesen


Euer Locken

Euer Locken
Lockt mich nicht,
Morgenglocken,
Morgenlicht!

Daß nur ließen
Euerm Chor
Sich verschließen
Aug` und Ohr!
Daß mich ... weiterlesen


Auf dem Kirchhof

Eure Geister sind nicht hier zugegen,
Wo die Todten ihre Todten legen.
Doch die Gegenwart auch eurer Leiber
Fühl` ich nicht in diesen Grabgehegen.
Daß ihr läget unter ... weiterlesen


Bei Sonnenuntergang

Fahr` wohl, o goldne Sonne,
Du gehst zu deiner Ruh`;
Und voll von deiner Wonne
Gehn mir die Augen zu.

Schwer sind die Augenlider,
Du nimmst das Lied mit ... weiterlesen


Feige sind die Unglücksfälle

Feige sind die Unglücksfälle,
Denn sie kommen stets in Schaaren.

Calderon.


Einen einzlen Mann, der wehrlos
Steht und friedlich angethan,
... weiterlesen


Freuet euch, ihr Lebenden

Freuet euch, ihr Lebenden,
Liebenden Vereines,
Freut euch freudegebenden
Himmelssonnenscheines!

Und die euch erworbenen,
Die man euch entrissen
Euere ... weiterlesen


Freundesbrief, zu guter Stunde

Freundesbrief, zu guter Stunde
Kommst du, ob, in der du kamest,
Eine böse Stund` auch sei.
Denn ich fühlte mich verlassen
Von den Menschen; doch den Menschen
... weiterlesen


Frühlingsblumen müßten

Frühlingsblumen müßten
Welken eh` sie blühn,
Dächten sie und wüßten,
Was sie machet grün,
Daß es stammt aus Grüften
Und aus Moderduft,
Was geklärt ... weiterlesen


Auf einen Pfeifenkopf mit Blüchers Bild

Füll` mich mit edlen Blättern an,
Weil Blüchers Bild hier steht,
Und zünde sie als Opfer an,
Daß ihn der Rauch umweht.

Der alte Held, von Pulverrauch
... weiterlesen


Fünfzig Fabeln für Kinder

Fünfzig Fabeln für Kinder,
Mit anschaulichen Bildern,
Nett von Spekter gezeichnet,
Für die Jugend geeignet,
Hast du, Freund, mir empfohlen,
Und ich ließ sie mir ... weiterlesen


Gar zu schnakisch, gar zu schnakisch

Gar zu schnakisch, gar zu schnakisch
War mir anzusehn dein Tanz;
Ob kosakisch, ob hanakisch,
Ob polakisch, ob morlakisch,
Wußt` ich nicht zu sagen ganz.
Gar zu ... weiterlesen


Becher und Wein

Gebt Ohren meinem Spruche,
Vernehmt und trinket nur,
Ein Bruchstück aus dem Buche
Der Weisheit der Natur.

Es fiel ein Strahl der Sonne
Zugleich mit Adams ... weiterlesen


Geh nur immer grade

Geh nur immer grade
Fort auf deinem Pfade!

Nur nicht so mit schwerem
Bündel dich belade!
Ob dich Sonne senge,
Oder Thau dich bade;
Geh nur immer ... weiterlesen


Geh! du kannst ja doch nicht bleiben

Geh`! du kannst ja doch nicht bleiben;
Warum willst du gleich nicht gehn?
Warum willst du länger leiden,
Ringen noch mit Todeswehn?
Geh`, der Schwester nachzueilen,
... weiterlesen


Führung

Geschrieben im vierzigsten Lebensjahre.

Dich, Israel, hat in der Wüste Jehova wunderbar geführt,
Er hat dich zum Verheißungslande durch Irren vierzig Jahr` geführt.
... weiterlesen


Gespräch

Gespräch
zwischen einem Altwürttemberger und dem Freiherrn von Wangenheim


(Gegenstück zu Uhlands »Gespräch« in dessen Gedichten.)

(November ... weiterlesen


Gestorben sein, muß eine Wonne sein

Gestorben sein, muß eine Wonne sein,
Zu sterben auch ist keine große Pein;
Als sterben schwerer ist es, sterben sehn
Das, was man liebt, doch wird`s vorübergehn;
Wenn ... weiterlesen


Glücklich ihr, daß ihr der Welt entronnen

Glücklich ihr, daß ihr der Welt entronnen,
Eh das Netz der Wirrung euch umsponnen,
Das um die da leben wirft das Leben,
Und nicht Einsicht kann`s, nur Tod, entweben.

... weiterlesen


Glücklich, wer zur Ruh sich legt

Glücklich, wer zur Ruh sich legt,
Eh sein Herz ein Wunsch bewegt.
Denn die Welt befriediget
Nie den Wunsch, den sie erregt.
Glücklich, wer in seiner Brust
Diesen ... weiterlesen


Primula veris

Goldne Himmelsschlüsselchen
Erschließt den Blumenhimmel jetzt!
Mit thaugefüllten Schüsselchen
Werde der Frühlingstisch besetzt!

Mit thaugefüllten ... weiterlesen


Als sich der Tod meiner Kinder bejährte

Grad` in diesen Tagen,
Da ich wollte klagen,
Daß du hingeschieden
Um die Zeit vorm Jahr,
Blickt dein Bild so klar,
So mit stillem Frieden
Auf mich ... weiterlesen


Großvater ist gegangen

Großvater ist gegangen,
Eh` er dich konnt` umfangen.
Ihr waret, um zu wandern
Das eine hier zum andern,
Zu jung, zu alt von Jahren.
Da ist er hingefahren,
... weiterlesen


Habt ihr, liebe Knaben

Habt ihr, liebe Knaben,
Wohl um eure Gaben
Zweimal schon gebeten?
Und seid gar betreten,
Daß ich schwieg - unhuldig?
Seid nicht ungeduldig!
Höret, was mich ... weiterlesen


Hat von allen Lächeln

Hat von allen Lächeln
Sich verhalten keines?
Hat sich von so vielen
Lächeln nicht ein kleines
Zwischen Erd` und Himmel
Hier verhalten? Eines
Nur von all` ... weiterlesen


Hats doch schwer genug zu tragen

Hat`s doch schwer genug zu tragen,
Am Verluste schwer genug;
Soll das Herz dazu sich sagen,
Daß es ihn als Strafe trug?

Nagte, meine Schuld zu strafen,
... weiterlesen


Hebet, Wolkendecken

Hebet, Wolkendecken,
Euch hinweg vom Licht! -
Liebe Wolkendecken,
Hebt euch lieber nicht!

Denn in meiner Seele
Bild` ich jetzt mir ein,
Wie zur ... weiterlesen


Heiland Frühling

Heiland Frühling ist ins Land gekommen;
Bring` er Heil und Heilung allem, allen!
Heile von Beklemmung, was beklommen,
Heile vom Verfalle, was verfallen,
Von der ... weiterlesen


An die Kleingebliebenen

Heranzualtern ist der Jugend Los,
Und kleine Kinder wachsen mählich groß,
Dann machen sie sich von den Eltern los,
Und wiegen kannst du sie nicht mehr im Schoß.

... weiterlesen


Geduld

Herz! wir haben manches Jahr
Nun gedient in Treuen,
Und gehofft wohl immerdar,
Lohn sollt` uns erfreuen.
Da die Hoffnung eitel war,
Soll es uns gereuen?
... weiterlesen


Herbsthauch

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen,
Was dir der blühende Frühling nicht trug,
Werde der Herbst dir noch tragen!

Läßt doch ... weiterlesen


Fränkisches Volksliedchen

Heut auf die Nacht
Schüttl` ich meine Birn`,
Fallen`s oder fallen`s net.
Heut auf die Nacht
Geh` ich zu meiner Dirn`,
Mag sie oder mag sie net.


Der Kinder Geburtstagswunsch an ihre Mutter

Heut kommen deine Vier,
Um Glück zu wünschen dir
Zum Tag, der dich gebar.
Sechs waren es vorm Jahr;
Nun fehlt das Pärchen. Nein!
Es stellet mit sich ein,
... weiterlesen


Hier im dunkeln Stübchen

Hier im dunkeln Stübchen
Saßen meine Bübchen,
Und das Mädchen drunter,
Lauschten froh und munter,
Harrend ungeduldig,
Bis die Mutter huldig,
Würd` ... weiterlesen


Himmelschlüssel

Himmelschlüsselchen ist genannt ein goldnes
Feingebildetes Blümchen auf der Wiese,
Weil den Himmel auf Erden sieht die Unschuld
Aufgeschlossen im Frühling unter Blumen.
... weiterlesen


Hoffte, daß du solltest bei mir bleiben

Hoffte, daß du solltest bei mir bleiben,
Nie verlassen, Töchterchen, den Vater,
Wenn die Knaben aus dem Hause liefen,
In der Welt ihr eignes Glück zu suchen,
... weiterlesen


Oder Vogelsang zu tragen

Holly-tree.

Also sei ich selbst, und also mein Gedicht,
Wie die Stechpalm` unten rauh von Blättern sticht,
Wo das Vieh sie wollte nagen;
Aber oben stechen ihre ... weiterlesen


Hyacinthe, deren Glocken

Hyacinthe, deren Glocken
Mandelröthelnd ich den Locken
Den kastanienbraunen gab
Meiner Liebsten mit ins Grab!

Hyacinthe, deiner Glocken
Nun beraubt, mußt ... weiterlesen


Ritornelle

I.

1.

Laßt Lautenspiel und Becherklang nicht rasten,
Solang` es Zeit ist zu der Jugend Festen.
Ist Fasching aus, so folgen dann die Fasten.

... weiterlesen


Schöner Lebenslauf

Ich bin geboren schöner als es euch deuchtet;
Ich bin gestorben schöner als ihr es denket.
Der Morgenstern hat mir ins Leben geleuchtet,
Der Abendstern mich ins Grab mit ... weiterlesen


Winter und Frühling

Ich danke Gott, daß diese Plage
Gefallen in die kurzen Tage,
Die schneller gehn mit nächt`gem Tritt,
Und nehmen doch die Plage mit.

Mir blieb in diesen kurzen ... weiterlesen


Erste und letzte Reise

Ich ging aus meinem Vaterland
Ein einziges Mal im Leben,
Und habe, weil ich dich draußen nicht fand,
Mich schleunig zurück begeben.
Ich werde nach keinem fremden ... weiterlesen


Vor den Thüren

Ich habe geklopft an des Reichtums Haus!
Man reicht` mir `nen Pfennig zum Fenster heraus.

Ich habe geklopft an der Liebe Thür!
Da standen schon funfzehn andre dafür.
... weiterlesen


Ich hab ein Märchen gehört einmal

Ich hab` ein Märchen gehört einmal:
Ein Mann waldeinwärts machte
Den Weg, da saß im Abendstral
Ein Kinderpaar und lachte.

Das lachende Paar ihn Wunder nahm,
... weiterlesen


An Freund Barth

Ich hatt` im Haus zwei Bilder,
Die waren ganz gleich gethan,
Und eines sah immer milder
Mich als das andre an.

Jedes gefiel mir besser,
Das mir zuletzt ... weiterlesen


Auf das Mädchen aus Potsdam, Prochaska

Ich müßte mich schämen, ein Mann zu heißen,
Wenn ich nicht könnte führen das Eisen,
Und wollte Weibern es gönnen,
Daß sie führen es können!

Wer ist der ... weiterlesen


(Ich sah den Himmel seltsam geteilt)

Ich sah den Himmel seltsam geteilt
In Trübes und in Klares;
Alles Dunkle zusammengeeilt
Und alles Helle war es.

Die ganze nordische Hälfte war
Mit grauem ... weiterlesen


Morgen-Abendstern

Ich schaut` am Neujahrsabend
Zum Himmel aus und sah:
Im Westen stand so labend
Der Stern der Liebe da.
Ich blickt` am Neujahrsmorgen
Dann wieder auf, und sieh`!
... weiterlesen


Abendlied

Ich stand auf Berges Halde,
Als heim die Sonne ging,
Und sah, wie überm Walde
Des Abends Goldnetz hing.

Des Himmels Wolken tauten
Der Erde Frieden zu,
... weiterlesen


Schlummerlied

Ich war ein böses Kind
Und schlief nie ungesungen.
Doch schlief ich ein geschwind,
Sobald ein Lied erklungen,
Das meine Mutter sang gelind.

Und also bin ... weiterlesen


Abschied

Ihr Berg` und o ihr Thäler, hoch und tief,
Die ihr mir lange war`t ein fremdes Land,
In welchem nie mein Herz die Heimat fand,
Die stets der Sehnsucht aus der Ferne rief!
... weiterlesen


Ihr fünf Rosendorne

Ihr fünf Rosendorne,
Ihr fünf Rittersporne,
Ihr fünf Eisenhütchen,
Löwenrachenblütchen!

Ihr fünf Rosendorne
Was habt ihr im Zorne
Röslein ... weiterlesen


Vorreiter Schill

Ihr kühnen Lützowschen Jäger,
Die ihr reitet im Mondenlicht,
Ihr kühnen Lützowschen Jäger,
Vergeßt doch euren Vorreiter nicht.

Ihr kühnen Lützowschen ... weiterlesen


An die Widersacher des deutschen Steins

Ihr seid gewiß nicht echtes deutsches Gold,
Und scheut euch vor der Probe,
Weil ihr davon durchaus nichts hören wollt,
Daß man den Prüfstein lobe.

Den, der den ... weiterlesen


Traurige Frühlingsherrschaft

Ihr Vögel, wenn ihr warten wollt mit Singen,
Bis meine Lieder hell wie sonst erklangen!
Ihr Blumen, wenn ihr eh`r nicht wollt entspringen,
Bis Freude blühn ihr seht auf meinen ... weiterlesen


Im Sommer war es mir ein Trost, mit Blüten

Im Sommer war es mir ein Trost, mit Blüten
Die Gräber meiner Kinder zu umfloren;
Neu glaubt` ich mir die blühenden geboren,
Wenn sich die Knospen aufzubrechen mühten.
... weiterlesen


Gestillte Sehnsucht

In goldnen Abendschein getauchet,
Wie feierlich die Wälder stehn!
In leise Stimmen der Vöglein hauchet
Des Abendwindes leises Wehn.
Was lispeln die Winde, die ... weiterlesen


Winter-Lerchenton

In Lüften hängt ein Lerchenton,
Mein Ohr hat staunend ihn vernommen.
Ist`s eine, die noch nicht entflohn?
Ist`s eine, die zurückgekommen,
Gelockt von Frühling ... weiterlesen


Zu Lessings Denkmal

Jeder Deutsche, wenn er Lessing nennen höret, fühle Stolz;
Der, der Bildung Baum zu pflanzen, ausgereutet faules Holz.
Deutschen Geistes sprödes Erz mit männlicher Begeist`rung ... weiterlesen


Adler und Lerche

Könnt` ich steigen,
Dem Adler gleich,
Der kommenden Sonn` entgegen,
Die Brust getaucht
In Morgenrot,
Badend in Glanz des Äthers,
Weil in Tiefen
Die ... weiterlesen


Festlied

Lasset uns zählen,
Welch`s sind unsre Bundsgenossen,
Damit wir sehn unverdrossen,
Ob`s uns kann fehlen!

Wer ist der erste der Bundsgenossen?
Das ist der ... weiterlesen


Bild der Erinnerung

Lerchenabendsang
Schwebet in den Lüften,
Hirtenflötenklang
Kommt aus fernen Triften;
Und des Waldes Grün
Zittert im Karmin,
Den die Abendstrahlen
... weiterlesen


Zum Anfang

Mache deinem Meister Ehre, o Geselle, baue recht!
Wie das Maß er hat genommen, nimm die Kelle, baue recht!
Nicht um deine Mitgesellen sorge, wie sie mögen baun;
Dafür laß den ... weiterlesen


Ausdruck der Empfindung

Manches hab` ich wohl empfunden,
Als es lebend vor mir stand,
Doch den rechten Sinn gefunden
Erst, als ich die Worte fand.

Darum auch ist Weltverklärung,
... weiterlesen


An meinen Bruder

Mein Bruder zieht ins Feld,
Und ich soll bleiben!
Daß ich ihm bleibe gesellt,
Will ich eins schreiben,
Seines Mutes rauhes Erz
Gürten mit des Liedes Scherz.
... weiterlesen


Frühling Liebster

Mein Liebster geht mit fliegenden Haaren,
Mit blauem Barett und grünem Gewand;
Die Blumen gehn um ihn in Scharen,
Und die Rose an seiner Hand.

Anheben zu schlagen ... weiterlesen


Meine Guten

Meine Guten,
Meine Lieben,
Auf den Fluten
Fortgetrieben,
Auf den dunkeln Fluten fort

Nach dem Hafen
Aus dem Meere,
Um zu schlafen
Mit ... weiterlesen


Totenopfer

Meinem Vater muß ich`s danken,
Der nunmehr im Grabe ruht,
Daß er nie die kühnen Ranken
Stutzte meinem Jugendmut.

Ihm im Grabe muß ich`s danken,
Daß er ... weiterlesen


(Mir träumt, ich stünd auf einem Fels-Eilande)

Mir träumt`, ich stünd` auf einem Felseilande
Allein mit mir, und wie aus Nebelflore
Späht` ich mit Augen, horcht` ich mit dem Ohre
Hinüber fern nach einem festen Lande;
... weiterlesen


Mir zum Troste wollt ich sprechen

Mir zum Troste wollt` ich sprechen:
Die ein Töchterchen begraben,
Hat noch Hoffnung, daß sie eine
Andere gebäre.

Doch mir dünkt es ein Verbrechen,
... weiterlesen


Die Eintagsfliege am Johannistag

Mit dem ersten Strahl der Sonne
Bist du weislich aufgestanden,
Daß von deines Tages Wonne
Dir kein Teilchen komm` abhanden,

Flüchtigste vom Stamm der Fliegen,
... weiterlesen


Mit dem Himmel zanken

Mit dem Himmel zanken
Kann ich freilich nicht,
Aber ihm zu danken
Für das Strafgericht,
Scheint mir eine schwere Pflicht,
Daß von meinen Kranken
Zwei ins ... weiterlesen


Mit der Fülle liebevollster lieblichester Namen

Mit der Fülle liebevollster lieblichester Namen,
Herzchen, Liebchen, Kind! mit jedem besten besten Namen
Nannt` ich gern im Leben dich; in solchem Liebesschwanken,
Tochter, ... weiterlesen


Mit frischen Blumen täglich will ich zieren

Mit frischen Blumen täglich will ich zieren
Dein Bild, und wenn sie ihren Glanz verlieren;
So, sprech` ich dann, verlor sie selber ihren.

Dann lächelt sanft dein liebes ... weiterlesen


Mit soviel ich einst zu deinen Thoren

Mit soviel ich einst zu deinen Thoren
Eingezogen bin,
Daß soviel mir noch sind unverloren,
Das ist mein Gewinn.
Was in dir mir ward hinzugeboren,
Nahmst du wieder ... weiterlesen


Wintersonne

Mond und Sonne scheint so schön,
Wie im Frühling immer;
Öder nur die Winterhöh`n
Macht der kalte Schimmer.

Ach vom Himmel kann die Lust
Nicht hernieder ... weiterlesen


Morgenlicht

Morgenlicht!
Weckst du heut` und morgen nicht
Meine schlafen gegangnen,
Die vom Schlummer umfangnen,
Dicht von Schatten umhangnen, dicht?
Die vom Schlummer ... weiterlesen


Musen, meine Freundinnen

Musen, meine Freundinnen,
Oft schon in betrübten Lagen
Brachtet ihr mir Trost ins Haus,
Nie doch wie in diesen Tagen,
Als die lieben Kinder mir
An der Seuche ... weiterlesen


An den Sturmwind

Mächtiger, der du die Wipfel dir beugst,
Brausend von Krone zu Krone entsteigst,
Wandle du stürmender, wandle nur fort,
Reiß mir den stürmenden Busen mit fort.

... weiterlesen


Auf die Schlacht an der Katzbach

Nehmt euch in acht vor den Bächen,
Die da von Tieren sprechen,
Jetzt und hernach!
Dort bei Roßbach! dort bei Roßbach!
Dort von eueren Rossen
Hat man euch einst ... weiterlesen


Nicht allein zu Schmerzerbeutung

Nicht allein zu Schmerzerbeutung
Unheilvoller Worte Deutung
Sprech` ich, wie ich hörte, nach,
Die zum Kind die Mutter sprach:

Was zu naschen, was zu spielen
... weiterlesen


Wohnlichkeit

Nicht am Meere will ich wohnen,
Wo ans Land die Woge schlägt,
Grüße bringt von fremden Zonen,
Wo mich hin kein Nachen trägt.

Wohnen nicht am großen Flusse,
... weiterlesen


Nicht ein Rosenknöpfchen

Nicht ein Rosenknöpfchen
Mit gesenktem Köpfchen,
Mit dem Wurm im Herzen,
Sank vom schwachen Stiel.

Nicht ein Apfel, tödtlich
An den Bäckchen ... weiterlesen


Nicht genug, daß ich mich grämen

Nicht genug, daß ich mich grämen
Muß und schämen,
Vor die Augen zu treten
Aller frohen Leute,
Die ich sonst nicht scheute,
Selbst betreten
Bin ich ... weiterlesen


Nicht von kunstbehaunen

Nicht von kunstbehau`nen,
Gelben, weißen, braunen
Marmorn anzustaunen
Soll ein Grabmal stehn.
Sollt` ich starre Massen
Schwer euch drücken lassen?
Hier ... weiterlesen


Nie von Zeichendeutelein

Nie von Zeichendeutelein
Laß dich mehr betrügen!
Denn die bösen treffen ein,
Und die guten lügen.

Meines Kindes Herze brach,
Wie`s der Traum ... weiterlesen


Niemals anders sah ich dich erwachen

Niemals anders sah ich dich erwachen
Als mit einem heitern Lachen,
Gleich als ob vom Paradiesesbaume
Blüthen du gepflückt im Traume.

Und so hoff` ich, daß mit ... weiterlesen


Reiseziel

Nun ist das Leben an seinem Ziel,
Und ohne Zweck war die Reise.
O Jüngling, rühre das Saitenspiel,
Schon morgen wirst du zum Greise.

Das lecke Schiff und der ... weiterlesen


Nun laß den Handel uns beendigen

Nun laß den Handel uns beendigen,
Was ist noch fällig deinen Ordern?
Leicht ist`s und kurz uns zu verständigen;
Zu lassen hab` ich, du zu fordern.

Nimm, was du ... weiterlesen


Nun seh ich wohl, warum so dunkle Flammen

Nun seh` ich wohl, warum so dunkle Flammen
Ihr sprühtet mir in manchem Augenblicke,
O Augen, gleichsam um in einem Blicke
Zu drängen eure ganze Macht zusammen.

... weiterlesen


Nun will die Sonne so hell aufgehn

Nun will die Sonne so hell aufgehn,
Als sei kein Unglück die Nacht geschehn.

Das Unglück geschah auch mir allein,
Die Sonne, sie scheinet allgemein.

... weiterlesen


Nun will ich fahren in die Grube

Nun will ich fahren in die Grube
Mit leichtem Herzen, unverzagt
Und schamfrei, da der Dänenbube
Aus Schleswig-Holstein ist gejagt.

Da wieder predigen und ... weiterlesen


Nun, mein Köpfchen flachsen

Nun, mein Köpfchen flachsen,
Glaubt ich dich entwachsen
Jeglicher Gefahr,
Da so hoch du reichest,
Daß dem Tisch du gleichest,
Und darüber gar
Ungehindert ... weiterlesen


Nur wer gelebt in einer Volksgemeine

Nur wer gelebt in einer Volksgemeine,
Sollt` in derselben werden auch begraben;
So möchten sie ihr Fest zusammen haben,
Im Mondschein nun, wie sonst im Sonnenscheine.

... weiterlesen


O Bildnerin, Natur, von keinen Schranken

O Bildnerin, Natur, von keinen Schranken
Ist deiner Phantasie Gebiet umgrenzet;
Und wie dein Odem wintert oder lenzet,
Entflittert er und kräuselt neue Ranken.

... weiterlesen


O goldnes Morgenroth

O goldnes Morgenroth,
O süße Frühlingsluft!
Die Todten sind doch todt,
Die Gruft bleibt eine Gruft.

Wie auch mit buntem Leben
Euch blühend mag ... weiterlesen


O ihr Sternenaugen

O ihr Sternenaugen,
Oder Augensterne!
Könnt` ihr aus der Ferne
Diese Thränen saugen,
Die ich um euch wein` und weine gerne?

O ihr Augensterne,
Oder ... weiterlesen


O Weihnachtsbaum

O Weihnachtsbaum,
O Weihnachtstraum!
Wie erloschen ist dein Glanz,
Wie zerstoben ist der Kranz,
Der um dich den Freudentanz
Schlang zur Weihnachtsfeier.

... weiterlesen


O wie matt

O wie matt
Ist dein Glanz,
Jedes Blatt
Welk am Kranz.
Welk am Kranz
Jedes Blatt,
Und dein Glanz
O wie matt!

O wie stumpf
Ist ... weiterlesen


Einladung

O wie soll der Nachtigallen
Seele denn ins Ohr dir fallen,
Wenn dir immer noch vor Ohren
Summet das Geschwätz von Thoren.

Und wie soll dir Rosenblüte
... weiterlesen


Oft denk ich, sie sind nur ausgegangen

Oft denk` ich, sie sind nur ausgegangen,
Bald werden sie wieder nach Haus gelangen,
Der Tag ist schön, o sei nicht bang,
Sie machen nur einen weitern Gang.

... weiterlesen


Oft ist mir, müss ein Wunder geschehn

Oft ist mir, müss` ein Wunder geschehn,
Es müsse das Grab sich theilen,
Hervor meine beiden Engel gehn
Und in die Arme mir eilen.

Geduld! es wird kein Wunder ... weiterlesen


Waldandacht

Orgeltöne brausen
Durch der Tannen Haar,
Und mit stillem Grausen
Knie` ich am Altar,
Den in Waldeshallen
Mir der Frühling baut,
Und des Herzens Wallen
... weiterlesen


Pflegte stets die Poesie

Pflegte stets die Poesie
Mir den Zustand zu begleiten,
Doch im Anfang pflegte sie
Zu begleiten ihn vom Weiten.

Immer näher ist gerückt
Dann dem Zustand ... weiterlesen


An unsere Sprache

Reine Jungfrau, ewig schöne,
Geist`ge Mutter deiner Söhne,
Mächtige von Zauberbann,
Du, in der ich leb` und brenne,
Meine Brüder kenn` und nenne
Und dich selber ... weiterlesen


Goethe und die Dichtung

Reinem Meister ahmt` ich nach,
Ob es auch der größte wäre;
Seinen Lauf hat jeder Bach,
Jeder Strom hat seine Sphäre;
Aber einen muß ich nennen,
Ihn als ... weiterlesen


Reizender als alle Sprachen

Reizender als alle Sprachen,
Die ich jemals lernt` und sprach,
Tönt, was deine Lippchen brachen,
Mir noch jetzt im Traume nach.

Wenn man dir von Großpapachen
... weiterlesen


Roland zu Bremen

Roland, der Ries`, am
Rathaus zu Bremen
Steht er im Standbild
Standhaft und wacht.

Roland, der Ries`, am
Rathaus zu Bremen,
Kämpfer einst Kaisers
... weiterlesen


Sagt mir nichts von Erden Jammerthalen

Sagt mir nichts von Erden Jammerthalen!
Quält euch nicht, so habt ihr keine Qualen.
Laßt mich freu`n der Erd`, auf die der Himmel
Täglich ausgießt volle Freudenschalen!
... weiterlesen


Sagt mir nur und laßt mich fühlen

Sagt mir nur und laßt mich fühlen,
Daß ich noch was andres bin
Als ein Vater, dem durchwühlen
Diese Schmerzen jeden Sinn!

Sagt mir nur und laßt mich ... weiterlesen


Sag, wo nun entbunden

Sag`, wo nun entbunden
Geht dein Himmelsflug,
Ob er ist verschwunden
Jener Schmerzenszug,
Den umher am Munde
In der letzten Stunde
Hier dein Antlitz trug?
... weiterlesen


Scharnhorsts Grabschrift

Scharnhorst, der edle Horst der Scharen,
Der unermüdet seit fünf Jahren
Ein Preußenheer im stillen schuf;
Als er das Heer ins Feld geführet
Und sah, es hielt sich, ... weiterlesen


Schlafet bei der Blumen

Schlafet bei der Blumen
Stillem Kerzenschein
In den Heiligthumen
Meiner Schmerzen ein!
Keine Klag` erschreck` euch,
Und kein Seufzer weck` euch,
Gottes ... weiterlesen


Ein Seufzer

Schlimme Lose,
Daß der Himmlischen Zorn
Jeder Rose
Beigegeben den Dorn;

Aber schlimmer,
Daß die Rose verblüht,
Und noch immer
Sticht der ... weiterlesen


Schmeichelndste der Lügnerinnen

Schmeichelndste der Lügnerinnen,
Hoffnung,
Laß die Täuschung nicht zerrinnen,
Hoffnung.

Webe zu dein Truggewebe,
Fahr` nur
Fort, den goldnen Duft ... weiterlesen


An den Lenz

Schmücke doch, du Hand des Lenzen,
Schmücke diese Fluren doch,
Daß ich sie zuletzt erglänzen
Seh` in vollem Glanze noch.

Daß, wenn ich einst einsam weine,
... weiterlesen


Seh ich eure Bettchen

Seh` ich eure Bettchen
Beide stehen leer,
Wird das Herz mir schwer;
In dem Ruhestättchen
Regt es sich nicht mehr.

O ihr Amorettchen,
Seid ihr ... weiterlesen


Sei in deinem Trauerfall

Sei in deinem Trauerfall
Doch nicht so unduldsam all,

Wenn sie trösten dich, so gut
Sie`s verstehn, mit Wortgelall!

Wenn man dir dein Herzgefühl
... weiterlesen


Sei nur ohne Sorgen

Sei nur ohne Sorgen,
Wie sich das ertrage!
Schläfst du lang am Morgen,
Sind dir kurz die Tage.
In der Nacht verborgen
Ruhet wohl die Plage,
Und von heut zu ... weiterlesen


Selber der Gesundheit Fülle

Selber der Gesundheit Fülle
Dient dir jetzt nur zum Verderben;
Schwerer sprengt der Geist die Hülle,
Und wir seh`n dich langsam sterben.

Nicht als wie ein Licht ... weiterlesen


Selbst den Tod wollt ich belügen

Selbst den Tod wollt` ich belügen,
Ließe sich der Tod betrügen!

Weil es heißt, der lebe lange,
Den man todt gesagt,
Hab` ich, deines Lebens bange,
Dich ... weiterlesen


Seufzer, die ihr wehet

Seufzer, die ihr wehet,
Thränen, die ihr gehet,
Könnt ich selber mit euch gehn,
So entging ich meinen Wehn.

Seufzer, die ihr wehet,
Von mir angeflehet:
... weiterlesen


Sie feiern Freudenfeste

Sie feiern Freudenfeste
Und laden frohe Gäste,
Und haben uns, o Schaden,
Dazu nicht eingeladen.

Ich denke gar, sie nähmen
Uns auf nicht, wenn wir ... weiterlesen


Sie haben das Herz aus der Brust mir genommen

Sie haben das Herz aus der Brust mir genommen
Und haben`s gelegt in ein Grab;
Das Leben, es ist mir abhanden gekommen,
Es ist mir gegangen hinab.
Ihr Seufzer beklommen,
... weiterlesen


Sie haben ganz, o Kind, um das wir trauern

Sie haben ganz, o Kind, um das wir trauern,
Mit Blumen dich und Kränzen überdecket;
Die werden tief nun, wo du liegst gestrecket,
Mitmodernd, deinen Leib nicht überdauern.
... weiterlesen


Glosse

Sie hat nicht Lust, mich freizulassen,
Noch Lust, auch mich ans Herz zu fassen.
Dem Vogel gleich im Vogelbauer,
Der Tag und Nacht von Liebe singt,
Der, ob`s ihr nicht zu ... weiterlesen


Siebenundzwanzig Franzosen in einer fränkischen S

Siebenundzwanzig Franzosen
In einer fränkischen Schmieden;
Der Schmied soll die Säbel fegen,
Sie lassen ihm keinen Frieden.

Siebenundzwanzig Franzosen,
... weiterlesen


So bringt ihr mir noch immer eure Rosen

So bringt ihr mir noch immer eure Rosen,
Ihr bringt mir, meine Theuren, theure Rosen.
Wie einst im Lächeln eurer Wangengrübchen,
Bringt ihr nun aus der Gruft mir eure Rosen.
... weiterlesen


Die Winternachtigall

So laut im Winterzimmer schmettert
Die Nachtigall,
Daß sich ein Frühlingshain beblättert
An ihrem Schall:
Zum blauen Himmel wird die Decke
Und jede Wand zur ... weiterlesen


Herbstfrühlingslied

So oft der Herbst die Rosen stahl,
Ich weiß nicht, wie`s entsprungen,
Doch ist mir hell noch jedesmal
Ein Frühlingslied entklungen.

Der Frühling, der ... weiterlesen


So weit nun hab ichs schon gebracht

So weit nun hab` ichs schon gebracht
Mit meinem Schmerz bei Tag und Nacht,
Daß ich dich lieber weiß begraben,
Als sollt` ich nie gehabt Dich haben.
Doch daß ich nicht, ... weiterlesen


Soll ich nun die Stadt verlassen

Soll ich nun die Stadt verlassen,
Wirds nicht schwer mir fallen,
Meinen Abschied kurz zu fassen
Von den Lebenden Allen.

Aber schwer wird mir das Scheiden
... weiterlesen


Sonne, gehst du nieder

Sonne, gehst du nieder,
Und der Lerche Lieder
Jubeln nach mit Schall
Deinem Feuerball!

Wenn Du aufgehst wieder,
Jubeln Lerchenlieder
Deinem ... weiterlesen


Sonst pflegen die Menschen Mitleid zu tragen

Sonst pflegen die Menschen Mitleid zu tragen
Mit einem, den der Himmel geschlagen.
Mich aber wollen in diesen Tagen
Nur desto mehr die Menschen plagen;
Soll ich darüber ... weiterlesen


Sonst vom Sterben konnt ich plaudern

Sonst vom Sterben konnt ich plaudern,
Ohn` Entfärben oder Schaudern,
Und der Mund wohl lachte,
Der dabei nichts dachte.

Etwas hab` ich jetzt zu denken,
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Sonst wann ich dich, mein Kindchen

Sonst wann ich dich, mein Kindchen,
Am Morgen sah erwacht,
Fand ich dich schöner, frischer
Geworden übernacht.

Nun Morgens, wenn dein Bildchen
Mir hier ... weiterlesen


Sonst wenn ich gegangen

Sonst wenn ich gegangen
Durch Felder ein Stück,
Mich zog das Verlangen
Zum Hause zurück.

Und wenn ich zur Reise
Mich wagte hinaus,
Aus fernerem ... weiterlesen


Sprechen muß ich immerdar

Sprechen muß ich immerdar:
Ach, das ist nicht! ach, das was war!

In ein Bild versenk` ich mich
Mit Gedanken lieb und traut,
So darein verdenk` ich mich,
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Für die sieben Tage

Sprich, liebes Herz, in deines Tempels Mitten,
Für sieben Wochentage sieben Bitten.
Zum ersten Tag: Laß deine Sonne tagen
Und Licht verleihn der Erd` und meinen Schritten.
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Statt des Arztes stehn zwei Ärzte

Statt des Arztes stehn zwei Aerzte
Nun am Bett, und jeder schaut,
Ob des Lebens Tag sich schwärzte,
Oder Hoffnungsmorgen graut.

Doch da sind so viele Zeichen,
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Rosen auf das Grab einer edlen Frau

Stuttgart, Juli 1816.

1.

Gehöret hab` ich, und ich kann es schauen,
An dieser Thränenstürme lautem Tosen,
Daß wohl die Vater- und die Mutterlosen,
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Thränen fließen reichlich

Thränen fließen reichlich,
Werden doch kein Bach,
Sie sind dem vergleichlich,
Dem sie fließen nach:

Lebensstrom, der wiegte
Sich in vollem Rand,
... weiterlesen


Tief im Waldesgrund

Tief im Waldesgrund
Und im Felsenthal
Laut mit Herz und Mund
Ruf` ich tausendmal:
Kinder, seid ihr da?
»Da!«
Wo denn da? »Da! da!«

Dunkles ... weiterlesen


Trauriger Ahnung Gedanken

Trauriger Ahnung Gedanken
Schlage sogleich danieder,
Eh` sie in Körperschranken
Treten und werden Lieder.

Lebendig gewordne Gedanken
Sind nicht Schatten, ... weiterlesen


Trost für Winterfrost

Trost für Winterfrost,
Mai, bringst du herbei;
Roth läßt dein Gebot
Blühn die Blum aus Grün;
Und durch Vogelmund
Thust du jeder Brust
Lust und Freude ... weiterlesen


Ueber alle Gräber wächst zuletzt das Gras

Ueber alle Gräber wächst zuletzt das Gras,
Alle Wunden heilt die Zeit, ein Trost ist das,
Wohl der schlechteste, den man dir kann ertheilen;
Armes Herz, du willst nicht, daß ... weiterlesen


Nachklang

Und du hast mich nicht verlassen,
Mich verlassen wirst du nie.
Wenn die Rosen hier erblassen,
Dort am Himmel blühen sie.

Wo der Himmel dort im Osten
... weiterlesen


Und soll ich nicht der Sitte fluchen

Und soll ich nicht der Sitte fluchen
Ein Fest zu feiern beim Begraben?
Man bäckt im Hause Mandelkuchen,
Weil wir der Tochter Leiche haben,
Und ofenwarm läßt ihn ... weiterlesen


Unglaublich, wie erträgt ein Herz

Unglaublich, wie erträgt ein Herz,
Was schon zu denken unerträglich!
Hinhalten Hoffnungen den Schmerz,
Ihn brechend, den sie steigern täglich.

Man hofft und ... weiterlesen


Unglückselige Wohnung

Unglückselige Wohnung
Hier weit hinter der Mauer,
Aus der Stadt, der bewohnten,
Aus der Welt wie verwiesen!
Wo ein heulender Kater
Und ein ächzendes Käuzchen,
... weiterlesen


Verlodert ist die Jugendglut

Verlodert ist die Jugendglut,
Die achtzehnhundertdreizehn glühte,
Doch ist`s dem Herzen heut` zu Mut,
Als ob es noch ein Fünkchen hüte.

Dies Opfer sei nicht ... weiterlesen


Viel hab ich, was gelernt, vergessen

Viel hab` ich, was gelernt, vergessen,
Und viel verloren, was besessen,
Doch alles ist im Grunde
Geblieben mein zur Stunde.

Als wie die Schöpfung nichts ... weiterlesen


Vom Frühlingshimmel ausgegossen

Vom Frühlingshimmel ausgegossen
Ein Blüthenschauer!
So sah ich dich.

Nun seh` ich ach von Winterschlossen
Und Hagelschauer
Getroffen dich.

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Von den Spielsachen

Von den Spielsachen
Zu Weihnachten,
Von den vielfachen,
Die sie brachten,

Will ich auswählen
Schönste, beste,
Nebenaus zählen
Von dem ... weiterlesen


Von des Lebens Plage

Von des Lebens Plage
Hast du nichts geschmeckt
Als die vierzehn Tage,
Die dich hingestreckt;
Sie sind überstanden,
Geh nun hin und sei
Von des Lebens ... weiterlesen


Von Freuden floß um mich vorzeiten

Von Freuden floß um mich vorzeiten
Ein Ueberfluß;
Und wie ich schöpfte, blieb beiseiten
Ein Ueberschuß.

Wie dacht` ich, daß versiegen könnte
Der ... weiterlesen


Von fünf Brüdern, o beneidenswerthe

Von fünf Brüdern, o beneidenswerthe
Schwester, warest du umworben;
Jeder zu gefallen dir begehrte,
Gern für dich entbehrte,
Wäre gern für dich gestorben.

... weiterlesen


Von Gebirg umschlossen

Von Gebirg umschlossen,
Rings von Flut umflossen,
Geht kein Weg von dir,
Welt, herein zu mir.

Keine Stimme klinget
Und kein Auge dringet
In die ... weiterlesen


An die Neugierigen

Von zwei schönen Schwesterrosen
Welche mir im Herzen steht?
Da ihr mich mit leichtem Rosen
Zwischen beiden flattern seht?

Forscht und späht ihr auszufinden?
... weiterlesen


Vor deinen Augen hänget

Vor deinen Augen hänget
Ein Thränenflor,
Wodurch zum Frühlingshimmel
Du schaust empor.

Und weil du schaust so trübe
Den Himmel an,
Da kommt der ... weiterlesen


Sonnengruß

Wann mein Liebchen mit dem schlanken
Wuchse meinem Grab sich naht,
Wird Cypressenschatten wanken,
Wo ich schlummre, früh und spat.

Eh` um mich die Schatten ... weiterlesen


Entschuldigung des Persönlichen

Warum ich Weib und Kinder nenne
So oft in meinen Liedern?
Weil ich sie im Gefühl nicht trenne
Von meinen eignen Gliedern.

Und wie man spricht von seinem Leibe,
... weiterlesen


Warum tobst du, Sturm

Warum tobst du, Sturm,
Daß der alte Thurm
Zitternd wankt und kracht,
In der Schreckensnacht!

In der Schreckensnacht,
Wo die Mutter wacht
Und ... weiterlesen


Was blickest du beklommen

Was blickest du beklommen,
Von Thränen trüb` umschwommen,
Zum Himmel, wo in Strahlen
Der Frühling angeglommen!

»Es kann mit seinen Strahlen
Der ... weiterlesen


Was fang ich an mit Frühlings Anfang

Was fang ich an mit Frühlings Anfang?
Mich geht nicht an des Frühlings Angang.
Der Saft dringt an in dürre Zweige;
Ich fühle keinen Frühlings-Andrang.
Der Lerche ... weiterlesen


Was geschehn, ist nicht zu ändern

Was geschehn, ist nicht zu ändern,
Mit verweinten Augenrändern.

Nicht zu ändern sind die Sachen,
Noch auch, wie sie sind, zu lassen,
Sondern so zurecht zu ... weiterlesen


Herr Kongreß

Was hat Herr Kongreß in Wien gethan?
Er hat sich hingepflanzt
Und hat nach einem schönen Plan,
Anstatt zu gehn, getanzt;
Frau Deutschheit war die Tänzerin,
... weiterlesen


Was ich noch irgend verlier an Habe

Was ich noch irgend verlier` an Habe,
Davon ich nicht viel zu verlieren habe;
Denk` ich, wenn ich es habe verlor`n,
Was ist an der schlechten Habe verlor`n,
Da ich viel ... weiterlesen


Was ist sterben? was ist todt sein?

Was ist sterben? was ist todt sein?
Sprach mein Knab` im vollsten Leben.
Was soll ich zur Antwort geben?
Sich entfärben, nicht mehr roth sein.

Was ist sterben? ... weiterlesen


Was soll das Glockenläuten

Was soll das Glockenläuten
In aller Früh bedeuten?
Man trägt aus meinem Haus
Wieder ein Kind hinaus.

Und dieses frühe Läuten
Sagt in der Stadt den ... weiterlesen


Weltpoesie

Was vor Jahrtausenden gerauscht
Im Wipfel ind`scher Palmen,
Wie wird es heut von dir erlauscht
Im Strohdach nord`scher Halmen!

Ein Palmenblatt, vom Sturm ... weiterlesen


Weihnachten frisch und gesund

Weihnachten frisch und gesund
Im frohen Geschwisterrund,
Am Neujahr mit blaßem Mund,
An den drei Kön`gen im Grund.
So thaten die Feste sich kund
Mit Tod und Grab ... weiterlesen


Weg und Ziel

Weil das Ziel erfreulich ist,
Hat mich`s nicht gerühret,
Daß der Weg abscheulich ist,
Der zum Ziele führet.

Aber danken wollt` ich dir,
Glück, wenn ... weiterlesen


Weil ich mich nirgends fürchte zu verlieren

Weil ich mich nirgends fürchte zu verlieren,
Wohin mich, Herr, dein Machtgebot
Versetzen mag in deines Reichs Revieren,
Das deine Geister unter dir regieren;
So fürcht` ... weiterlesen


Weil ich nicht am Fastnachtdienstag

Weil ich nicht am Fastnachtdienstag
Hatte mit zu schwärmen,
Hab` ich auch am Aschermittwoch
Mich nicht mit zu härmen.

Wie ich durft am Fastnachtdienstag
... weiterlesen


Weil Schönres nicht im Garten blüht

Weil Schönres nicht im Garten blüht, als Ros` und Lilie,
So blüht ihr stets mir im Gemüth als Ros` und Lilie.
Im Garten meines Herzens ist als Gärtner früh und spat
Mein ... weiterlesen


Welch plumper Fuß ist mitten hier in meinen Blume

Welch plumper Fuß ist mitten hier in meinen Blumenflor getreten?
Welch ein vermummter Schauder ist in meinen Freudenchor getreten?

In meinen stillen Wänden war ein Fest der ... weiterlesen


Wen angeht, was in der Welt geschieht

Wen angeht, was in der Welt geschieht,
Vergißt was er fühlt, über dem was er sieht;
Mich geht nichts an all` dessen,
Drum werd` ich euch nie vergessen.

Es ist ... weiterlesen


Wenn auch ein Wind des Unglücks weht

Wenn auch ein Wind des Unglücks weht
Und bricht des Baumes Ranken;
Die Wurzel nur, auf welcher steht
Der Baum, soll nicht erkranken.
Die Mutter nur, um die sich dreht
... weiterlesen


Wenn das Tausendgüldenkraut

Wenn das Tausendgüldenkraut
Offen blüht in Waldgehegen,
Darf gewiß sein, wer es schaut,
Daß es hat bei Nacht gethaut,
Und am Tage kommt kein Regen.

Als ... weiterlesen


Wenn dein Herz Gedanken nachhängt

Wenn dein Herz Gedanken nachhängt,
Deren einer anderm nachdrängt,
Wie es anders konnte gehn,
Als es leider ist geschehn,
Wie, was so ein Zufall wendet,
Anders ... weiterlesen


Wenn die Sonne lustanregend scheinet

Wenn die Sonne lustanregend scheinet,
Seufz` ich wie aus dunkler Haft:
Ach, die Wonne, die dein Glutblick meinet,
Daß dazu mir fehlt die Kraft!

Nicht ein Etwas, ... weiterlesen


Wenn dir nicht deine Todten leben

Wenn dir nicht deine Todten leben,
Wie kannst du dich zu Frieden geben?
Wenn dich in jedem Augenblicke
Gespenster, Leichen dich umgeben?
Erwehrst du dich im Wachen ... weiterlesen


Wenn du an das Knie die setztest

Wenn du an das Knie die setztest
Deiner Mutter, sie ergetztest
Mit unschuld`gen Plaudereien,
Waren es mit lautem Schreien
Brüder, die dazwischen stürzten,
Die ... weiterlesen


Wenn du gealtert, dir die Jugend wieder

Wenn du gealtert, dir die Jugend wieder
In deiner Kinder Jugend siehst gegeben,
Wenn dir der Anblick frühlingsfrischer Glieder
Bringt frischen Blüthenhauch ins welke Leben;
... weiterlesen


Wenn erst das Todte ist unter der Erde

Wenn erst das Todte ist unter der Erde,
Hat das Lebende halbe Beschwerde.

Laß es ruhn, es ist gut bedeckt,
Und glaube, daß es wird aufgeweckt.

Es ist ... weiterlesen


Wenn ich betet über meinem Kinde

Wenn ich betet` über meinem Kinde:
Herr, erhalte du sie mir!
Eine Stimme sprach in mir gelinde:
Wenn es gut ist ihr und dir.

Anders fügst du`s nun mit meinem ... weiterlesen


Ziel der Sehnsucht

Wenn ich durch die Fluren schweife,
Jene suchend her und hin,
Die mich schlug in goldne Reife,
Der ich ganz zu eigen bin:

Welch ein Wünschen, welch ein Wähnen
... weiterlesen


Wenn ich euch so klein und niedlich

Wenn ich euch so klein und niedlich
Vor mir spielen sah so friedlich,
Und ihr selber mir ein Spiel
Waret ohne Maß und Ziel;
Konnt` ich ordentlich mich grämen,
... weiterlesen


Erwartung

Wenn ich gegen Tages Mitte
Setz` ins Zimmer meine Schritte,
Die auf Schnee und Eis geweilt;
Denk` ich, auf dem Wust des Tisches
Liegen müss` ein Blatt, ein frisches
... weiterlesen


Aus der Jagdtasche eines mißmutigen Schützen

Wenn ich mir einst eine Hütte will bauen,
Will ich nach einem Stamm umschauen,
Wo in der Mitte Bienen wohnen,
Am Fuß Ameisen und Tauben auf den Kronen;
Damit, wenn ich ... weiterlesen


Wenn ich, mit Augen und mit Ohren trunken

Wenn ich, mit Augen und mit Ohren trunken,
Oft lauschte deinem Blicke, deinem Wort,
Erschrocken nahm ich wahr an einem Funken
Des Innern, welch ein Feuer brannte dort.
Und ... weiterlesen


Wenn, wie mich, dich Kummer labt

Wenn, wie mich, dich Kummer labt,
Komm und laß uns laben,
Klagen, daß wir sie gehabt,
Und nicht mehr sie haben.

War es nur ein schöner Traum,
Oder war`s ... weiterlesen


Weltnot und eigne

Wer die Weltnot heilen will,
Thu`, was ich ihm gern erlaube,
Meine eigne muß ich still
Heilen mit dem Saft der Traube.

Glaubet mir, es ist kein Rat,
All ... weiterlesen


Einkehr

Wer durchs Lebensmeer gesucht
Und ein Gut gefunden,
Flüchte sich zur stillen Bucht,
Weitrer Fahrt entbunden.

Eh` erschlafft die Segel sind,
Kann der Wind ... weiterlesen


Wie dauert mich der Freund, so oft ich ihm begegne

Wie dauert mich der Freund, so oft ich ihm begegne,
Wie er sein arm Gesicht mißhandelt, das verlegne.
Er meint, um Mitgefühl des Leids mir auszudrücken,
Müß` er auch jede ... weiterlesen


Abendgemälde

Wie der Abend stiller wird
Und von fern die Mühlen wogen,
Kommt an seinem Stab der Hirt
Singend durch das Thal gezogen.

Lächelnd tritt er zu dem Bach,
... weiterlesen


Wie der Baum der indianischen Feige

Wie der Baum der indianischen Feige
In den Boden senkt die untern Zweige,
Und sie schlagen Wurzeln und gedeihn;
Also senk` ich meine jüngsten Kinder
In die Erd`, und ... weiterlesen


Wie der Strahl der glühende zischt

Wie der Strahl der glühende zischt
Und des Zimmers Luft erfrischt,
Besprengt mit saurer Feuchte,
Bis seine Glut erlischt;

Könnte von dem heißen Schmerz
... weiterlesen


Wie die Biene

Wie die Biene
Flogest du,
Froher Miene
Sogest du
Blüthenthau, o welchen
Thau aus allen Kelchen
Saugend zogest du!

Wie die Biene
Labest ... weiterlesen


Die Kerze

Wie die Kerze
Treu am Bette aller Schönen wach` ich;
Wie die Kerze
Jedem trunknen Nachtgelage lach` ich.

Wie die Kerze
Muß ich, mich verzehrend, Flammen ... weiterlesen


Herbstgefühl

Wie ein herbstdurchschütterter Strauch
Ist das zagende Vaterland;
Wo in Blättern sich regt ein Hauch,
Löst er einem das Lebensband.

Wie das sterbende Blatt sich ... weiterlesen


Schiffahrt

Wie ein Schifflein auf dem Meer,
Schwebt das Leben überm Tod,
Oben, unten, ringsumher
Von Gefahren stets umdroht.

Eine schwache Bretterwand
Trennet dich ... weiterlesen


Die deutsche Eiche

Wie ihr zu dem Wahn gekommen,
Deutsche, daß für euern Baum
Ihr die Eich` habt angenommen,
Zu begreifen weiß ich`s kaum.

Sie ein Bild von euerm Reiche?
... weiterlesen


Erziehung

Wiewohl man dir vom Nutzen spricht,
Den andre edle Wissenschaften schafften,
Doch lasse du die Liebe nicht,
Sie ist die edelste der Wissenschaften.

Wenn die ... weiterlesen


Wies der armen Henne

Wie`s der armen Henne
Mag zu Muthe sein,
Wenn sie sich betrogen
Sieht mit Entenbrut;

Ob die Mutter renne
Um die Flut mit Schrein,
Ihre Kinder ... weiterlesen


Windstille

Windstill ist es auf der Flut,
Windstill ist`s im Hage,
Windstill ist es mir zu Mut`
Wie dem Frühlingstage.

Eine leise, leise Luft
Fächelt und ... weiterlesen


Die gnädige Frau

Wir haben eine gnäd`ge Frau,
Die ist so weich von Herzen,
Die Augen stehn ihr gleich voll Tau,
Wenn andre munter scherzen.
Und hätte sie mehr Nadelgeld,
Sie ... weiterlesen


(Wir stilles Volk in des Gebirges Kluft)

Wir stilles Volk in des Gebirges Kluft,
Tief schlummernd in der Mutter Schoß, Metalle;
Was habt ihr uns mit eurer gierigen Kralle
Heraufgezogen aus der dunklen Gruft?

... weiterlesen


Wir verbitten uns Beileidsbezeugungen

Wir verbitten uns Beileidsbezeugungen,
Seufzende Worte, stumme Verbeugungen,
Förmlich in Falten gelegtes Gesicht,
Das hilft uns nicht und tröstet uns nicht.

Wir ... weiterlesen


Wo ihr Sommerlüfte

Wo ihr Sommerlüfte
Unter Blumen lauschet,
Und an ihre Düfte
Eure Seufzer tauschet,
Rauschet, Lüfte, rauschet!

Wo auf schwankem Stiele
Sich die ... weiterlesen


Wo sind Schranken

Wo sind Schranken
Zwischen Leben und Tod,
Für die Kranken
Zwischen Leben und Tod?

Schranken zwischen
Tod und Leben, die ich
Baute, sanken
... weiterlesen


Trost der Deutschheit

Wo willst du hin, o edles Weib,
Und wie bist du genannt?
Du trägst fürwahr an deinem Leib
Gar seltsames Gewand.

»Die Deutschheit zubenannt ich bin,
Und ... weiterlesen


Zu Goethes westöstlichem Diwan

Wollt ihr kosten
Reinen Osten,
Müßt ihr gehn von hier zum selben Manne,
Der vom Westen
Auch den besten
Wein von jeher schenkt` aus voller Kanne.
Als der ... weiterlesen


Wär ich minder eingescheucht

Wär` ich minder eingescheucht,
Diesmal würd` ich hoffen;
Denn so schön war, wie mir deucht,
Nie der Himmel offen.

Doch auf meinem letzten Gang,
Auf dem ... weiterlesen


Beschwichtigter Zweifel

Über meinen eignen Kopf
Bin ich nicht im reinen,
Hab` ich, wie ein andrer Tropf,
Einen oder keinen?

In der Schenke, wann der Wein
Mir zu Kopfe steiget,
... weiterlesen


Zweites Grab

Zu Ottensen an der Mauer
Der Kirch` ist noch ein Grab,
Darin des Lebens Trauer
Ein Held gelegt hat ab.

Geschrieben ist der Namen
Nicht auf den ... weiterlesen


Erstes Grab

Zu Ottensen auf der Wiese
Ist eine gemeinsame Gruft;
So traurig ist keine wie diese
Wohl unter des Himmels Luft.

Darinnen liegt begraben
Ein ganzes ... weiterlesen


Die Burgen

Zu Trümmern sankt ihr unter Schicksalsstreichen,
Doch noch in Trümmern scheint ihr stolz zu stehen,
Verdammend von den Höh`n herabzusehen
Auf eine Welt, die nicht an euch kann ... weiterlesen


Zu verschwinden, zu verschweben

Zu verschwinden, zu verschweben
Ins glanzvolle Leere;
Ohne vor dem Tod zu beben,
Könnt` ich mich darein ergeben,
Tropfen gleich im Meere.

Aber seh` ich die ... weiterlesen


Vogeldeuterei

Zur Mauer, hinter der ich wohne,
Dringt aus der Stadt kein Glockenschlag;
Doch Sänger von verschiednem Tone
Erwecken mich zu jedem Tag.

Und jedes Tags Geschick ... weiterlesen


Zwischen Welt und Einsamkeit

Zwischen Welt und Einsamkeit
Ist das rechte Leben,
Nicht zu nah` und nicht zu weit
Will ich mich begeben.

In der Straßen lautem Drang
Find` ich mich zu ... weiterlesen


Geht, Kinder, nicht ans Wasser nan

»Geht, Kinder, nicht ans Wasser `nan!
Im Wasser wohnt der Wassermann,
Der wird hinein euch ziehen,
Wenn ihr nicht werdet fliehen.«

Da flohn sie, wo ein Wasser ... weiterlesen


Welt und ich

»Wo auf Weltverbesserung
Wünsche kühn sich lenken,
Willst du nur auf Wässerung
Deines Wieschens denken?

Wenn man erst die Welt gemacht
Ganz zum ... weiterlesen



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