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Gedichte - Friedrich Emil Rittershaus


An einen verlor’nen Freund

(1860.) Wir gingen in der
Jugendzeit, Im Lebenslenze Hand in
Hand; Wir litten an dem gleichen
Leid Und glühten in dem gleichen
Brand. Wir rangen um des Ruhmes Glanz
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Wiedergefunden

(1864.) Du bist nicht ich, ich bin
nicht Du! Dein Baum blüht anders wie
der meine, Doch streben, treuvereint,
wir zu Demselben lichten
Sonnenscheine, Doch halten, tre
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Am Todestag der Mutter

(4. Oktober 1853) Schon hat es
Mitternacht geschlagen Und keinen Laut
vernimmt mein Ohr; Es steiget aus
vergang’nen Tagen Ein Bild aus meiner
Brust empor. Auf schau
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Rechtfertigung

(An Albert Träger.) Wohl möchten
wir die Harfe schlagen, Wie sie in
alten Zeiten klang, Als einst in Hellas
gold’nen Tagen Homer die ew’gen
Sänge sang! Wohl mö
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Was ist dein?

(An einen
Freund.) I. „Erinn’rung“,
sprachst du, „ist das einz’ge
Gut, Das du dein eigen nennst für alle
Zeiten. Das Bild der Toten, der im
Grabe ruht,
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Bitte, erzählen Sie –

(An Hugo Rademacher.) „Noch ein
Geschichtchen, Freund, erzähle! Das
Lachen ist so sehr am Platz! Noch
einmal eine Perle wähle Aus Deinem
Anekdotenschatz!“ – So
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Manitou

(Bruchstück.) - - - - - - Weit
über’m Meer, im fernen Westen, Wo
blühend die Vanille hängt an
hunderjähr’gen moos’gen
Ästen, Dort unter’m Indianer-Volk,
den Kindern je
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Trost in dunkler Stimmung

(Der Gattin eines Freundes
gewidmet.) I. O, weine nicht und
klage nicht! Was soll die Klage, soll
das Weinen? Du kannst den Himmel
strahlen sehn Im hellen Auge
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Wache auf, Deutschland!

(Für Luxemburg.) Du deutsches Volk,
nicht länger stumm! Wahr‘ Deines
Ruhmes Kränze! Es schleicht der alte
Feind herum, Voll Gier, im jungen
Lenze. Du deutscher Zo
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In der Frühlingsnacht

(Mai 1868.) Den Strahlenbecher hat
der Lenz am Tag` Auf Wald und Wiese
ausgegossen, Da ist das junge Grün im
Buchenhag Aus braunen Knospen jäh
hervorgeschossen, Da f
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Lyrik

(September 1866.) Ein Büchlein
Lyrik! Wie’s mich seltsam fasst, Wenn
ich in diese Blätter
niederblicke! Heut‘ jagt die Zeit mit
blitzgeschwinder Hast Und die
Geschichte
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An die Deutschen jenseit des Ozeans!

20. Juli 1870 Nun steht die Welt im
vollsten Sommerprangen; Die Lerche
schwingt sich auf im Morgenlicht.
– Im deutschen Lande gramerblasste
Wangen Und Wolken in der Männer
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Die Träume der Toten

I. Meerfantasie Wenn hoch vom
Himmelsbogen Der Stern zum Meere
sieht, Dann singen alle Wogen Ein
wunderbares Lied. Das ist ein Lied,
so traurig, Wie’s
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Ein deutsches Herz

Am Eriesee ein Abend ist’s sommermild
und lind; Es ging der Tag zur Rüste;
es schläft der Abendwind In duft’gen
Blumenkronen; zuweilen aus dem
Rohr Fliegt noch ein Wasservogel mit
hel
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Der erfrorne Posten

Auch ist gestern Abend hier ein Posten
erfroren. Zeitungs-Nachricht. (26. Dez.
1853.) I. Der Herrgott hat zu
Weihnacht‘ uns großen Frost gesandt.
– Am Pulverturm
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Die Lotosblume

Auf der Villa von Lilienthal. Die
Jugend mag beim Becher toben, Wenn sie
den Wein im Kopfe spürt; Die
Tafelrunde will ich loben, Wo hoch der
Geist der Zepter führt.
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Aus Deinem Auge

Aus Deinem Aug‘, Du Auserkor’ne, Du
wundersüße, holde Maid, Grüßt mich
noch einmal die
verlor’ne, Begrab’ne, schöne
Kinderzeit! Wie oftmals lag ich in
der Jugend
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Rückblick des Greises.

Aus fernen Kindertagen die Freuden und
die Pein, Sie graben sich am tiefsten
in das Gedächtnis ein. Die Zeit
verlöscht gar vieles, gar manches wird
verweht, Doch sonnenklar die Kindheit n
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Knospe und Blüte

Bin ich, Liebste, Dir zur Seite, Bist
Du froh und wohlgemut; Bin ich Dir, o
Liebste, ferne, Strömet Deine
Tränenflut. Nicht die Sehnsucht nur
alleine Wandelt durch des Busen
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Schöngeister

Botanisiert nur spät und früh Auf
alles Wissens Feldern, Pflückt euch
die Blume Poesie In allen
Dichterwäldern! Macht Kränze draus
und Sträuße draus Und sammelt
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Auf dem Friedhof

Das ist der Friedhof. Stiller, trauter
Ort! Die Erde birgt die müden
Schläfer dort. Dem war es Hölle, dem
ein Paradies, Das Leben. Sieh, nun
schlafen alle süß! Es singt
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Das ist der Schwachheit Art und Weise

Das ist der Schwachheit Art und
Weise Das ist der Schwachheit Art und
Weise: So lang‘ die Lust den Busen
schwellt, Erklingt ihr Wort zu lautem
Preise Der freudenreichen Gotteswelt;
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Trübe Weltanschauung

Das Leben wird trübe und trüber! So
seufzest und klagest du gern. – Die
Wolken, sie ziehen vorüber Und
ewiglich strahlet der Stern! Die
Freude, o nenn‘ sie nicht Schim
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Der Einsame

Das sind die Buchenbäume! Das ist der
dunkle Hain! Die längste verwehten
Träume Fallen mir wieder ein! Hier
tanzte in den Wipfeln Der laue Wind den
Tanz; Es
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Gott in der Welt

Das Streben lass‘, o Ew’ger, meinem
Geist, Das mich in aller Welt Dich
suchen heißt! Du grüßest mich in
einer Blume Duft, Im Lied der Lerche in
der blauen Luft, Im Kuss des We
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Deutschlands Siegesdank

Das war in heißer Erntezeit, Im
Sommersonnenbrand, da rief uns auf zum
heil’gen Streit Das
Vaterland: „In’s Feld, in’s Feld,
was Waffen führt! Ein hoher Tag
erschein
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Frühlingsseligkeit

Dass ich jetzt so froh, so
munter, Kann’s euch wundern? Sprecht,
o sprecht, Wird die Flur nicht täglich
bunter, Dichter nicht das
Laubgeflecht? Bin ich kaum
hinausgezogen,
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Deingedenken

Dein gedenkend bin ich froh. Denk‘
ich, dass mein eigen Du, Hab‘ in
Frieden, Lebensmut, Hab‘ ich alles:
Glück und Ruh‘! Traurig wird‘
ich, denk‘ ich Dein!
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Deine süßen, roten Lippen

Deine süßen, roten Lippen, Holdes,
braunes Mädel, sprich: Haben mehr sie
noch als Lächeln, Haben Küsse sie
für mich? Deine wunderklaren
Augen, Holdes, braunes M
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Der schönste Preis

Dem ward der schönste Preis der
Preise, Der nach der Jahre Leid und
Lust Noch lehnen kann das Haupt, das
greise, An eine lieberfüllte
Brus; Der, ob auch die Sirenen
riefen,
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O komm, mein Lieb!

Der Abend naht mit süßer Labe, Es
stirbt der Sonne letzter Strahl. Schon
prangt auf ihrem Wolkengrabe Ein
flammendes Gedächtnismahl. Nun
schweibt das Lied der Lerchenkehle,
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Die deutsche Eiche

Der Friede ist das goldne
Sonnenlicht Dem Völkerbaum und
Freiheit muss ihn tränken Mit lindem
Tau; in Zweige, voll und dicht, Wird
dann sich gern des Liedes Vöglein
senken.
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Der Abendfalter

Der Lerche letztes Abendlied War hoch
im Wolkenraum verklungen, Und einsam
hat die Nachtigall Der Liebe hohes Lied
gesungen. Im Wiesengrunde noch am
Bach Die Unke leise, leise
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Am letzten Lenztag in der Heimat

Der letzte Lenztag! – O, wie alles
blüht! Die Nelke duftet und die Rose
glüht, Die wilde, aus dem bläulich
grünen Laube. Vom Schneeballbaum die
weißen Sternchen wehten, Doch p
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Sie schläft

Der Nachtwind rauscht im
Blütenbaume Und alles ruht in tiefster
Ruh‘. Nun schließt zum Schlaf, zu
sanftem Träume Mein süßes Lieb die
Augen zu. Der Mondschein in der n
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Der Greis am Grabe

Der Rosenstock auf Deinem Hügel, Der
hat nun schon so oft geblüht, Seit
Deine Seele hob die Flügel Und von dem
Reich des Staubes schied. Längst
wuchern dicht die Efeuranken
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Tanne und Rose

Der Rosenstrauch, er hat geweint Zur
Winterzeit in tiefem Gram, Weil ihm der
Herbst, der Blütenfeind, Den grünen
Schmuck der Blätter nahm. Die Flur
ist öd‘, die Luft is
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Schmerz

Der Schmerz soll auf der Gasse
schweigen, Wenn er auch laut im Busen
grollt. Die Wunden auf dem Markt zu
zeigen, Den Memmen lasst es, lasst’s
den Feigen! Für sie des Mitleids Bett
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Wechsel

Der Wind, der heut‘ die Blume kosend
neckt, Wird morgen ihres Kelches Pracht
verwehn; Die Sonnenglut, die heut‘
die Blüte weckt, Lässt morgen schon
sie welkend untergehen.
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Morgenandacht

Des Tages Ahnung zittert durch die
Flur; Vom Himmelsbogen scheu die Sterne
eilen, Und eine Lerche flog schon zum
Azur Und hat gefragt: „Wo mag die
Sonne weilen?“ Von jung
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Gefunden

Des Tages Freuden gehn und
schwinden Und lassen keine Spur
zurück. – Sich selbst in Andrer
Herzen finden, Das ist das einzig wahre
Glück! Ich suchte lang das Glück,
das
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Johannes-Sendung will Johannes-Los

Des Täufers Sendung ist in unsern
Tagen Beruf des Dichters! Was dem
Zeitenschoß Sich einst entringt, er
soll’s prophetisch
sagen! Johannes-Sendung will
Johannes-Los. O, w
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Dich suchen meines Geists Gedanken

Dich suchen meines Geists
Gedanken; Dich sucht mein Traum in
dunkler Nacht! Es ist ein tiefgeheimes
Kranken Und Wonne doch, die selig
macht! Wo ich auch geh‘, auf allen
Weg
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Lenz und Herbst

Die Blumen weinten in der Maiennacht Um
des geschied’nen Tages süße
Wonne. Der Morgen kam. O, sieh‘ die
Tränenpracht! Zu Diamanten schuf sie
um die Sonne. Zur Herbstna
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Abenddämmerung

Die Dämmerung herrscht. Im
frischbelaubten Hag Das helle Lied der
Nachtigall erwacht; In dieser Stunde
drückt der müde Tag Den Kuss der
Liebe auf den Mund der Nacht. Auf
ros’gen
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Ein Dichter sei sich selbst genug

Die ganze Welt mit ihren Schmerzen, Die
ganze Welt mit ihrer Lust, Sie lebt und
webt im Dichterherzen, Sie ruht in
einer Dichterbrust. In Deiner Brust, du
Sohn der Musen, Da s
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Einem Poeten

Die Glut des Hohen hat Dein Herz
entflammt! Nicht heuchelnd senkst Du
Deine Stirne nieder. Du weißt, Dir
ward des Sängers heilig‘ Amt; Du
weißt es selbst, Du hast das Schwert
der Liede
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Die große Zeit

Die große Zeit, sie gleichet dem
Vulkan. Hoch auf gen Himmel schleudert
er den Stein; Der Glutdurchzuckte
glaubt ein Stern zu sein Und
mitzukreisen in der Sonnenbahn. O
sieh
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Unglück

Die Götter will ich nicht
verklagen, Dass alles Glück vergeht im
Flug. Noch keinen hat die Welt
getragen, Den nie die Hand des
Unglücks schlug! Doch  e i n e

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Im Vorfrühling

Die Lerche stieg im Sonnengolde; Der
Winter schien für immer fort, Schon
lächelte der Lenz, der holde, Aus
Veilchenaugen hier und dort. Ein
Frühlingwehn die Welt beglückte;
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Hass und Liebe

Die Liebe gleicht dem Winde, Der mit
der Rose kost; Es gleicht der Hass dem
Sturme, Der wildverheerend tost. Die
Rose hat entblättert Des Zephyr’s
leiser Hauch;
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Die Liebe

Die Lieb‘ ist ewig wie das
Sonnenlicht, Und nur die Blumen
sterben, die sie weckt. O, liebe,
liebe, bis das Auge bricht, Bis deinen
Leib der grüne Rasen deckt! Du
stehst a
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Um Mitternacht

Die schwarzen, düstern Wolken
jagen Vorüber an der Sternenbahn, Und
schwere Regentropfen schlagen An’s
Kammerfenster klirrend an. Er wühlt
der Sturm in allen Zweigen, Das
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Sonnenlos

Die Sonne sinkt, ich seh’ ihr sinnend
nach. – Einförmig zirpt ihr Liedchen
die Zikade, Als wäre nichts geschehn;
viel tausend Kelche blühn Noch fort so
lustig wie im Sonnenscheine;
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Dichterzorn

Die stolze Eiche bricht der Sturm; Es
fällt der Blitz den hohen Turm; Es
kämpfet in der Sagenwelt Mit Helden
immer nur der Held. Den Dichter
schmäht der Neider Tross;
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Abendfrieden

Die Vögel auf den Zweigen Im kühlen,
grünen Hain, Die bergen unterm
Flügel Den Kopf und schlafen ein. Am
Himmelsrund, dem blauen, Erglänzt der
Sterne Pracht, Und v
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Denker und Dichter

Die Weisheit ist wie rotes Gold, Das in
der Berge Adern rollt; Das Lied ist wie
der Sonnenschein, Von oben fließt’s
in’s Herz hinein! In Schutt und
Stein verborgen ruht
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Die Welt ein Strom

Die Welt ein Strom! Auf glatter
Flut, Noch ungetrübt vom Wehn der
Stürme, Das Kind im Kahne träumend
ruht Und senkt den Blick zum
Wasserspiegel, Es schaut das Aug‘ den
blauen Do
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Das Auge

Die Welt ist eine große Seele Und jede
Seele eine Welt; Das Auge ist der
lichte Spiegel, Der beider Bild
vereinigt hält. Und wie sich dir in
jedem Auge Dein eignes B
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Dieselbe Glut, die früh mich weihte

Dieselbe Glut, die früh mich weihte Zu
eines Sängers heil’gem Amt, Die mir
ins Herz die Lieder streute, Sie hat
auch Deine Brust entflammt. Die Glut,
in der ich längst erglühte
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Die Sonne meines Lebens

Du bist die Sonne meines Lebens Und
lieben hast Du mich gelehrt, Ich aber
bin die Sonnenblume, Die sich nach Dir,
o Sonne, kehrt! Mein Lebensglück, es
kann ersprießen
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Trennung

Du bist mir fern und doch nicht
ferne; Im Geiste darf ich bei Dir
stehn. Mich lässt in Deiner Augen
Sterne Der Liebe guter Engel
sehn. Ich fühle Deines Odems
Fächeln;
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Gebet (II)

Du Herr der Welt, der alle Tränen
zählt, Wann soll des Todes grauses
Würgen enden? Du siehst die Armen,
die, von Angst gequält, In stiller
Nacht zu Dir die Blicke wenden, Die Fra
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Du thöricht‘ Herz!

Du thöricht‘ Herz, wie hast Du manche
Stund‘ Um einen welken Lorbeerzweig
gerungen; Wie schien es Dir ein reicher
Himmelsfund, Wenn Dir die Welt ein Lied
des Lob’s gesungen! O
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An Karl Siebel

Du treuer Freund, ein warmer
Liedergruß Aus warmem Herzen Dich
begrüßen muss. So selten ist ein
Freund – Gott sei’s geklagt!
– Der frisch uns in’s Gesicht die
Wahrheit sagt.
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Unter grünen Ästen

Dämmerungsstunde; Tag und
Nacht Reichen sich die Hände. Deinen
schönsten Engel jetzt, Gott der
Freude, sende! Flaschen her und Gläser
her! Her den Wein, den besten!
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Am Sarge meiner Adele

Eh‘ die Rosen heimgegangen, Die der
junge Frühling bot, Hat die Rosen
deiner Wangen Abgepflückt der kalte
Tod. Heute musstest du
erblassen, Blütest gestern lebens
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Der erste Sieg

Ein erster Sieg! Herüber
schallt’s Und füllt die Brust mit
Wonne: Uns strahlte in der schönen
Pfalz Von Waterloo die Sonne! Wie
hat’s das deutsche Herz
erfrischt! Ein d
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An Frankreich!

Ein Krieg, ein Krieg! Noch einmal
Blutvergießen? Wer hat entfacht der
Völker wilden Zorn? – Wir seh’n
die Saat in volle Garben schießen
– Wer tritt zu Boden unser goldnes
Korn?
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Ein Menschenherz

Ein Menschenherz ist wie die Blume, Die
blühend auf dem Felde steht, Die heute
lustig prangt und duftet, Die morgen
schon der Wind verweht. Die Blumen
waren einstens Sterne
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Unmut

Ein Reich für einen
Matador! Freiligrath. I. Das ist
in unsrer Zeit das Trübe, Und unser
größter Fluch ist das: Wir haben
keine  g a n z e  Liebe
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Wahre Liebe

Eines Weibes wahre Liebe, Lieb‘, die
nur beglücken kann, Ist des eignen
Ichs Verleugnung für den lieben, teuren
Mann, Ist ein gottgesandter Engel, der
des Friedens Palmen hält, Ist das
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Herbst

Einst sah die Nacht so sternenhell und
mild Auf Auen, voll von frischen
Blumen, nieder. Das war die Zeit, als
noch im Lenzgefild Erklangen laut der
Nachtigallen Lieder. Nun schaut di
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Trübe Ahnung

Er hat mich noch wie sonst umfangen; Er
hat mich noch wie sonst geküsst, Und
doch, mich fast ein trübes Bangen. Mir
ist, als ob ich weinen müsst‘! Er
sah so oft zu Boden nieder
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Der Feldherr

Er kam zurück zur Heimat wieder, Nach
Haus, vom stolzen Siegeszug. Zum Himmel
hallten Jugendlieder Und jede Hütte
Fahnen trug. Guirlanden prangten,
Völker krachten, Am Aben
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Die Treulose

Er sprach zu mir: „Mein süßes
Glück!“ – Die Tränen hielt ich
kaum zurück – Er sprach zu mir:
„Mein einz’ger Trost!“ Und hat
die Wange mir gekos’t! – Wenn er nu
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Das Lied vom Sturm

Es braust der Sturm, es heult der
Wind, Der durch die Bäume zieht; Das
ist des Sommers wild Ade, Das ist sein
Schwanenlied! Es ist des Sommers wild
Ade; Doch, wenn de
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Der Strom im Lenz

Es bricht der Strom mit wildem
Grollen Im Lenze sich aufs Neu‘ die
Bahn Und türmt des Eises mächt’ge
Schollen Zu Bergen rings am Ufer
an. Aus grauen Wolken stürzt der
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Sterben

Es darf im süßen Traum der
Wonne, Wenn Dir den Kranz die Freude
flicht, Nicht sinken Deine
Lebenssonne, Nicht löschen aus Dein
Lebenslicht. Sollst Du Dir ew’ge
Ruh‘ er
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Zu Hilfe!

Es geht durch’s Land der Schrei der
Not; er        
        will an
jeden Busen klopfen. Für heiße
Wunden, purpurrot – o, gebt der
  &n
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Liederlust

Es gibt noch auf Erden Der Freuden
genug, Für Junge beim Tanze, Für
Alte beim Krug! Doch Freude für
Alle, Für Jung und für Alt, Ist da,
wo im Kreise Ein Lie
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Die Eichen

Es hat zu hohen Eichengipfeln Das
Eichenreis empor gesehn; Es möchte
gern mit stolzen Wipfeln Wie jene
Altersgrauen stehn. Es weiß nicht,
dass das Windessausen, Das
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Winterlied

Es hängt am blätterlosen
Baum Arglistig eine Efeuranke, Sie
spricht zu ihm vom Frühlingstraum, Wo
schnell genese alles Kranke. Ob er
wohl kommt, der Frühlingstraum,
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Wiedersehen

Es kann mein Lied Dir nimmer sagen, Was
ich gefühlt, was ich empfand, Als nach
der Trennung langen Tagen Auf’s Neue
Dich mein Arm umspannt. An Deinem
Busen sank ich nieder
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Auf Nimmerwiedersehen

Es lag im Dämmerlichte Die Welt um uns
herum; Wir saßen am Stamm der
Fichte Und waren beide stumm. Der
Mond fing an zu scheinen, Der Wind zog
durch die Haid‘ –
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Der Poesie

Es ließ die Lust den Lebensbecher
schäumen; Die Wonne gab den reichsten
Blütenkranz; Der Frühling gab den
schönsten von den Träumen; Die Sonne
gab den hellsten Strahlenkranz. W
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Nach der Nacht

Es rauscht der Wald in leisem
Psalme, Wenn Morgenrot die Wipfel
säumt, Und es erzählen sich die
Halme, Was sie in dunkler Nacht
geträumt. Wenn kaum der letzte Stern
versch
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Natur und Mensch

Es ruht in einer Menschenbrust Der
helle Tag, die dunkle Nacht, Die
Winterzeit mit Eis und Schnee, Der
Frühling mit der Blumenpracht; Der
Sonne Strahl, der Wolke Blitz,
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Der Tau

Es spiegelt sich die weite Welt In
einemTropfen Tau; Der Blumen Schmelz,
der Wiesen Grün, Des Himmels
sonn’ges Blau. Der Tau im Glanz der
Sonne blitzt, Er stirbt in
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Freiheit

Es trifft der
Frühlingssonnenstrahl Zuerst die
eisgekrönten Firnen, Dann stürzen
niederwärts in’s Tal Lawinen von den
Alpenstirnen. – Ich hab’ den
Strahl des Lichts
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Zweiter Mai

Es trägt im Sommersonnenstrahl Der
Strauch sein grünes Kleid; Er hofft,
es komm` zum zweitenmal Vielleicht die
Blütenzeit. Noch grüne Blätter
trägt der Strauch,
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Im Lenze

Es träumt die Welt den
Frühlingstraum; Sie prangt im
Brautgeschmeide. Im Garten blüht der
Kirschenbaum, Der Ginster auf der
Haide. O sieh, o sieh, wie
himmelswärts Die mun
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Die Sonntagspuppe

Es war an einem Sonntagmorgen - Ob
hell, ob düster, weiß ich nicht, Ich
weiß nur das, ich war in Sorgen, Und
finster war mein Angesicht. Mir war die
Welt voll Gram und Grauen,
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In stiller Mitternacht

Es will der Vogel
Frühlingsweh’n, Wenn er sein Lied
Dir singen soll, Und zwischen Blumen
muss ich geh’n, Wenn ich den Strauß
Dir bringen soll! Auf meinem Pfad liegt
Fels und Do
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Im Kreise

Es zieht die Erde ihre Bahn; Von wo sie
ausging, kommt sie an; Und also alle
Sternen reisen, Denn alles, alles geht
in Kreisen, Es reist das Kind zum
Mann geschwind, D
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Was sollst du erflehen?

Fleh‘ nicht, dass Gott dein Glück im
Schlaf dir sende, Fleh‘, dass zum
Schaffen er die Kraft erhält! Ein
Fleckchen Land, das selber du
errungen, Gilt mehr als eine dir
geschenkte Welt
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Frage nicht

Frag‘ nicht, warum ich still
betrübt So oftmals vor Dir stehe!
– Die ich am meisten einst
geliebt, Taten so oft mir wehe. Ich
schloss den Schmerz im Busen ein, Ich
hielt
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Tagelöhner mit dem Geiste!

Freiligrath. „Mit dem Hute in der
Hand Musst Dich durch das Leben
winden, Und den prüfenden
Verstand Zeitig lernen knechten,
binden!2 Haben so mir nicht gesagt
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Freiheit für Alle!

Für jedes Auge tränenrot, Der Freude
lichten Sonnenstrahl! Für jede Brust,
die Qual und Not Gelitten bei der Armut
Brot, Den Trunk aus vollem
Glückspokal! Ich hab’s gewo
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Wen ich liebe

Gesegnet sei in Näh‘ und Ferne, Wer
vorwärts geht mit festem Fuß! Mit
solchem Manne tausch‘ ich gerne Den
Bruderkuss und Brudergruß. Zu jenem
hat mich’s nie getrieb
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Begrabener Traum

Glückselig, wer da Glauben hat! Ich
will ihn keiner Seele rauben! Mit
Tränen grub‘ ich, müd‘ und
matt, Das Grab dem Traum vom frommen
Glauben. Fest hielt den toten Traum das
H
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Freundschaft

Hast nie du solche Tat begangen? Hast
treu du stets am Freund gehangen? Bist
du in Stunden, wo du grolltest, Dem
Freund begegnet, wie du solltest? So
frag‘ dich, wenn dich
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Schaffen

Heil dem Mann, der ohne Rasten Seine
Pflichten treu vollbracht, Den des
Lebens schwere Lasten Nimmermehr
verzagt gemacht! Heil ihm, wenn nach
Tages Walten Er die Sorgen dann v
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Lerchenlied

Hoch im blauen Himmelsrund Laut die
Lerche singt, Was bei Nacht vom
Blumenmund Auf den Wiesen
klingt. Was sie sprach, die
Elfenschar, Die im Tanz sich schwang,
... weiterlesen


Horch, die Abendglocken klingen

Horch, die Abendglocken klingen Und es
singt die Nachtigall, Und die
Abendwinde singen In den Schlaf die
Blumen all‘. Und die Blumen schlafen
alle Unter Freudestränen ein,
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Leben

Hüte Dich Gehör zu geben Bösen,
trüben Träumerei’n, Denn Du lebest
um zu leben, Lebst, um beglückt zu
sein! Toren nach den Sternen
greifen; Greif‘ der Erde B
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Trennung (II)

I. Der Bursche Wenn sonst ich in die
Ferne ging, So war’s bei
Sternenscheinen. Wenn Nacht noch auf
den Dächern hing, Dann war ich auf den
Beinen, Mit hellem Sang das Dorf e
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Zwei Blumen

I. Der weißen Lilie, rein und
licht, Der möcht‘ ich, Mädchen,
Dich vergleichen! Sah’st Du im Geist
mit Lilien nicht Die Engel in der
Sel’gen Reichen?
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Herz und Geist

I. Die Blume wünsch‘ ich nie zu
werden, Die nur für Dich die Düfte
hat; Ich such‘ noch mehr auf dieser
Erden Als stiller Freuden
Blumenblatt. Ich ruh‘ nicht a
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Untreue

I. Einst hatt‘ ich einen
Blumenstrauß Von Blumen, weiß wie
Schnee. Für rote Rosen gab ich ihn
– O Gott, wie ist mir weh! Die
roten Rosen sind verdorrt.
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Meerlieder

I. Er hat die Muscheln rings
gesä’t Hier in den Sand das
Meer, Doch alle Muschelschalen
sind Von edlen Perlen leer. Im
tiefen Grund die Perle ruht, V
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Der Gatte bei dem Tode der Gattin

I. Es sprach der Arzt: „Nun
geht’s zu Ende!“ Da hab‘ ich mich
zu Dir gebeugt, Da wurden Deine kalten
Hände Von meinen heißen Tränen
feucht. Den letz
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Lieder beim Brand

I. Hast du gesehn der Flamme
Wüten Im ungezähmten wilden
Brand? Sie stammt vom Reich der
ew’gen Blüten, Der Himmel ist ihr
Vaterland. Der Donner sang die
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Lenzklänge

I. Hör‘ ich rings die Lerchen
singen, Wenn so mild die Sonne
scheint, Ist es mir, als hätt‘ ich
nimmer Tränen auf der Welt
geweint, Und ich glaub‘ das
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Lieder eines Pessimisten

I. Ich hör‘ nach Gold die Schar
der Krämer fragen, Und jener ringt
nach Ruhm und hohen Ehren. Der Denker
dringt in aller Weisheit Lehren Und
Segen, hofft er, soll sein St
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Friedrich von Borckel

I. Ich trag‘ seit meiner Kindheit
Tagen Im Herzen einen lieben
Greis; Die Saiten hab‘ ich
angeschlagen Zu seinem Lobe, seinem
Preis. Nun ist er tot. Es hat noch Ke
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Zuleika

I. Im kleinen Hause vor dem Tor Lebt
meines Herzens Sonnenlicht; Um Tür und
Fenster Laubgewind‘ Des Weinstock’s
schmucke Ranke flicht. Ein Palmbaum
vor de
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Zecherlieder

I. Nehmt nur zur ernst das Leben
nicht! Der Becher winkt beim
Schmause! Wer jetzt noch zieht ein
schief‘ Gesicht, Den werft mir aus
dem Hause! Die Flasche blinkt im
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Maiblumen

I. Nun liegt der Mai auf Wald und
Au, Der Mai, der ros’ge, lichte, Und
heute macht die schlimmste Frau Kein
brummiges Gesichte; Und wer ein Mann
von Schrot und Korn,
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Auf der Reise

I. O, dass ich ferne weilen
muss! Dürft‘ ich auf Deinen
Mund Nur drücken einen einz’gen
Kuss. So wär‘ mein Herz
gesund! Mich quält der Sehnsucht
schlimme Pei
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Nach trüber Zeit

I. O, wären’s nur um mich die
Sorgen, Ich hätt‘ begrüßt der
Sonne Licht, Begrüßet nicht so
manchen Morgen Mit kummervollem
Angesicht. Nicht schafft mir Sorg
... weiterlesen


Jetzt

I. Ob jemals wird die heil’ge
Stunde schlagen, Wo wir ein Traum die
düstre Nacht entweicht? Die
Völkerschar, die jetzt dem Blick sich
zeigt, Sie fühlt sich selig, kann s
... weiterlesen


Bei den Leichensteinen

I. Seh‘ ich ein Kreuz auf einem
Grabe stehen, Seh‘ ich die Kränze,
die man drauf gelegt, So muss ich immer
denken, schmerzbewegt: Ich hab’ des
Menschenlebens Bild gese
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Abendlieder

I. Sieh, der Tag, er geht zur
Neige, Und das Abendrot
zerrinnt. Durch die blätterlosen
Zweige Wogt und rauscht der
Abendwind. In dem Westen, freundlich
winken
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Jugend

I. So lang wir nicht den
Lebensmut, Den starken, ungebeugten,
lassen, So lang wir nicht die schöne
Welt Und ihre tausend Freuden
hassen: So lang wir geistig
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Von den Sorgen

I. Um die Bergeskuppen spinnt Sich
die Abendröte golden, Und im lauen
Abendwind Wiegen sich die weißen
Dolden. Alles ruhig. Leise
schweben Falter dort am Wies
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Sonette

I. Wenn auf die Sänger rings mein
Auge schaut, Fühl‘ ich den Geist des
Zornes sich mir nahn. – Für
selbstgeschaffne Schmerzen klagen
laut Die feigen Seelen rings das S
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Sprüche

I. Wir wissen’s all‘: Ein großer
Baum Die kleinen stets in Schatten
stellt, Drum ist es zum Verwundern
kaum, Wenn Großes trifft der Hass der
Welt. Ein Je
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Herzenserguss eines fünfzehnjährigen Poeten

Ich bin ein fünfzehnjähr’ger
Dichter! Ich weiß es, dass ich Dichter
bin, Und vor die Welt, den strengen
Richter, Tret‘ ich getrosten Mutes
hin. Mich treibt des Geistes inn’r
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Den Freunden

Ich buhlte niemals um der großen
Massen Beifall und Gunst, und meine
Pulse pochten Nicht höher drum., wenn
sie mich loben mochten; Ihr Tadeln
hört‘ ich lächelnd und gelassen.
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Auf dem Rhein

Ich fahr‘ hinunter Den grünen
Rhein! Am Ufer singen Die
Vögelein. Die Berge glänzen In
Frühlingspracht Und alles jubelt Und
alles lacht. O,
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Wintermittag

Ich ging zum Wald zur
Mittagsstund‘; Der Schnee lag auf den
Zweigen dicht. Die funkelten in weiter
Rund‘ Im heilen
Wintersonnenlicht. Die Sonn‘
beschien den Bergeshang
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Glaube, Liebe, Hoffnung

Ich glaub’ an Dich! Ob tausend
Riefen: Ein Sturm der Liebe Bau
zerschlägt, Ich weiß, in Deines Busen
Tiefen Hat sich mein Bildnis
eingeprägt. Den Glauben wahr’ ich,
dass ihn r
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Ich hab‘ gelacht

Ich hab‘ gelacht. Was soll ich
klagen? Die Klage macht kein Herz
gesund! Was ich in meiner Brust
getragen, Das gibt euch nicht die Lippe
kund. Des Mitleids feile Bettlerspende
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An August Bredt

Ich hab‘ im Tempel meiner Brust Der
Freunde Bilder aufgestellt; Sie sind
die Schätze, die mein Herz Vor Allem
lieb und teuer hält. Und unter jedes
Bildnis schrieb Ich eine
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Ich kenn‘ den blassen Engel nur zu gut!

Ich kenn‘ den blassen Engel nur zu
gut. Auf seinen Wangen blühn die Rosen
nicht; Nicht Liebesglut, nicht frische
Lebensglut Aus seinen dunkeln Augen
spricht. Er sah mich an. Wohl
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Im Juni

Ich lag im Wald. Gleich Flammenpfeilen
sandte Die Sonne ihre Strahlen auf die
Flur. Mein Haupt war müd‘ und meine
Stirne brannte. Im Juni war’s. Die
muntern Lerchen schwiegen;
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Für Dich!

Ich lieb‘ Dich heiß, wie ich auf
Erden Noch nimmermehr ein Weib
geliebt, Und nimmer kann mir Frieden
werden, Wenn nicht Dein Herz mir
Frieden gibt. Darf ich auf Deine Liebe
hoffen
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An Hedwig

Ich möchte‘ mit Dir im ew’gen
Bunde Mir meines Glückes Tempel
bau’n; In froher und in trüber
Stunde Möchte‘ ich in Deine Augen
schaun! Ich hab‘ gespäht nach al
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Der Aar

Ich sah den Aar in blauer Luft Die
stolzen Schwingen wiegen; Ich sah ihn
über Berg und Kluft Hinauf zur Sonne
fliegen. Ich hab‘ im Käfig einen
Aar Erschaut vor wen
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Greife zu!

Ich saß gar oft in trübem Harme, Von
jeder Lust und Freude fern; Ich hab‘
in der Erinn‘rung Arme Geborgen meine
Seele gern. Ich schwelgt‘ in den
vergangnen Stunden, In
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Ich saß wohl sonst im Zecherkreise

Ich saß wohl sonst im Zecherkreise Und
sang so manche lust’ge Weise; Nun
lockt mich weder Spiel noch Wein; Nun
sitz’ ich lieber ganz
allein. Verwundert drein die Freunde
schaun,
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Was ist Liebe

Ich sprach zur Sonne: `Sprich, was ist
die Liebe?` Sie gab nicht Antwort, gab
nur goldnes Licht. Ich sprach zur
Blume: `Sprich, was ist die
Liebe?` Sie gab mir Düfte, doch di
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Ewige Rosenzeit

Ich stand auf herbstlich öder Flur Mit
Dir, du liebes Kind. Hin durch die
Stoppelfelder fuhr Ein kühler
Abendwind. Ich hatte einen Strauß
gepflückt, Wie ihn der Herbst mir
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Unmut (II)

Ich such‘ den Kampf mit Sturm und
Wellen. Verflucht sei diese träge
Ruh‘! Mag nun das Schiff im Sturm
zerschellen, Mag’s treiben schnell
dem Hafen zu! Die Woge ruht; d
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Resignation

Ich war ein Träumer schon als
Knabe; Im Traum zu schweigen war mir
süß. Des Glückes reichste
Zaubergabe Die Fantasie dem Kind
verhieß. Sie gab ein Königskleid dem
Kinde,
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Herbstabend

Ich weil‘ im Wald. Der Herbstwind
weht; die Höh’n sind blumenlos und
kahl. Auf halbverdorrte Blumen fällt
der Abendsonne goldner Strahl. Im
Waldteich schaust dein Strahlenbild, o
Sonne, jetz
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Ich habe Dich!

Ich weiß nicht, was die Welt noch
hätte, Wonach mich ein Verlangen
treibt, Wenn nur Dein Herz mir
Zufluchtsstätte, Mir Deine Brust die
Heimat bleibt! Dein eigen hab‘ ich
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Sei mein!

Ich weiß, ich bin der Einz’ge
nicht, Der Dich um Deine Liebe
bat, Das aber weiß ich, dass ein
Licht Du bist auf meinem
Lebenspfad! Wenn nicht Dein Herz mich
glücklich macht,
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Meinem Vater!

Ich wollt‘, ich könnt’s Dir, Vater,
sagen, Was liebend ich für Dich
empfand, Wenn auch die Gluten meiner
Seele Dein treues Herze nie
verstand! Ich wollt‘, ich könnt
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Komet

Ich wollt‘, ich wär‘ wie ein
Komet! O, trag‘ mich hoch, du
Liederschwinge! Mich lüstet’s nicht
wie ein Planet Zu gehn in ewig gleichem
Ringe. Zur Sonne einen kühne
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Westfalenlied

Ihr mögt den Rhein, den stolzen,
preisen, Der in dem Schoß der Reben
liegt; Wo in den Bergen ruht das
Eisen, Da hat die Mutter mich
gewiegt. Hoch auf dem Fels die Tannen
steh`n,
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Ihr sagt, ich soll die Welt verachten

Ihr sagt, ich soll die Welt
verachten Und nach dem Ew’gen
schau’n allein! – Mir sollt ihr
nicht den Blick umnachten Mir eurem
falschen Heuchelschein! Mein Aug‘
ist un
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Die Jugend

Ihr, die als töricht ihr die Jugend
schmäht, Und klagt, ihr fehl‘ der
Selbsterkenntnis Segen, Ihr kennt es
nicht, des jungen Herzens Regen, Und
ihr verlästert, was ihr nicht versteht.
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Drei immergrüne Zweige

Im Garten auf der Rasenbank, Im
Schatten eines Baums, Da ruht ein
schlummernd Kind; es trinkt Den Trank
vom Kelch des Traumes. Der Knabe
hält in seiner Hand Der grün
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Im Mai

Im schönen Mai, Im schönen Mai Der
Vöglein Lieder schallen. O Zeit der
Lust und Blütenpracht! Es klingt die
Nacht, die ganze Nacht, Das Lied der
Nachtigallen! Im L
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Sonst und Jetzt

In der Erinn’rung Dämmerschein sich
sonst so gern der Geist erging; Am
Blütentraum der Kinderzeit die Seele
voll Entzücken hing. Ein Blick zurück
in jene Zeit, und, o, wie anderes ward
es sc
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Die Stunde

In des Daseins reichster Fülle, in der
vollsten Kraft des Lebens Flammt in der
Brust, der tiefen, nicht des Mutes Glut
vergebens. Rückwärts mag er schaun,
der Träumer, bis die letzte Kraft zer
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Der hat noch alles, dem die Lieb‘ geblieben!

In weichen Mutterarmen liegt das
Kind; Die Mutter schaut ihm in das
Aug‘, das klare. Sie hüllt es ein,
dass sie vor Frost und Wind, Vor jedem
Hauch des Lieblings Leben wahre. O Ki
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Lenzmorgen

Jetzt hat der Morgen ganz gesiegt; Die
Lerchen seinen Sieg verkünden. Nur hie
und da der Nebel liegt Noch auf den
grünen Wiesengründen. Der Tau an
allen Halmen funkelt; Von
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Eine Verlassene

Johannisabend. Vor dem Haus, beschattet
von der grünen Linde, Saß, müde von
des Tages Last, die junge Mutter mit dem
Kinde. Johanniskäfer schwebten sacht
hin durch die Sommernacht, die reine,
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Vision

Jüngst führte mich bei Nach ein
Traum Auf eines Friedhofs öden
Raum. Rings Gruft an Gruft im
Mondenscheine! Der Wind pfiff um die
Leichensteine. Und als sie kam, die
zwöl
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Der Blick nach oben

Kannst du’s sagen, welche Fee In dem
Kranz der Sterne lebt, Dass ein
tränend‘ Auge gern Sich empor zum
Himmel hebt? Hat bei Menschenfreuden
je Höh’rer Glanz de
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Bei Nacht am Herde

Klirrend an die Fensterscheiben jagt der
Wind die Regentropfen. Draußen
bleiben, draußen bleiben! Kein Herein
zu eurem Klopfen, Sturm und Wind! Am
warmen Herde lausch‘ ich, wie es
stürmt und
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Meiner Gattin

Komm‘, liebes Weib, komm‘ in des
Gatten Arme! Dich gab das Schicksal mir
als beste Gabe; O, könnt‘ ich
schützen bis zum kühlen Grabe Vor
jedem Grab Dich und vor jedem Harme!
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Das Lied vom Schatten

Könntest wie die Lerchen du Dich zum
Aether heben, Immer blieb der Schatten
doch An der Erde kleben. Mahnen will
der Schatten dich, Dass du Sohn der
Erde, Dass dein st
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Lass mich in Deinen dunklen Augen lesen!

Lass mich in Deinen dunklen Augen
lesen Das hohe Evangelium der
Liebe! Ja, Winter ist’s in meiner
Brust gewesen; Nun kommt der Lenz mit
seinem Blütentriebe! In meinem Herz
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Gebet

Lass‘ alle Sterne, die da freundlich
schau’n In’s Leben mir, vergehn in
Nacht und Grau’n, Nur lass mich
schaue unumwölkt und klar, So lang ich
leb‘, der Liebsten Augenpaar!
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Der Seeräuber

Leb’ hoch, meine schöne Lady! Den
Becher bringt Robin dir, Und komm’
ich einmal wieder, Dann herzest wohl
auch mit mir! Und diesen Becher
trink’ ich Hochschäum
... weiterlesen


Tag und Nacht

Mag auch durch die Himmelsfern‘ Nacht
den Sternenschleier weben, Ach, es wird
kein einz’ger Stern Wärme dir und
Leben geben! Sieh, der Tag ist
sternenleer, Aber r
... weiterlesen


Mein Doppelkleeblatt

Mein Doppelkleeblatt, blühe! Gott
schütz‘ dich immerdar! Der Jugend
Morgenfrühe Bleib‘ hell und
sonnenklar; Kein dunkler Schatten
trübe Das Aug‘, das fröhlich flamm
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Liebespein

Mein Herz an Deinem Herzen hängt, Dir
blühen meiner Seele Triebe! Zu Dir, zu
Dir, o Liebste, drängt Mich hin die
Allgewalt der Liebe! Ich irr‘ umher
durch Wald und Flur,
... weiterlesen


Der alte Hund

Mein Vater hatt‘ einen alten Hund, So
hässlich, wie ich nur einen
wüsst‘, Den hab‘ ich als Kind in
mancher Stund‘ Mitten auf seine
Schnauze geküsst. Und jeden Aben
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Penelope

Mein Vaterland, mich dünkt, du
gleichst Odysseus Weib, Penelope! Der
unverschämten Freier Schar Ich
lärmend dich umdrängen seh’. Ein
Jeder schwört, er hab’ dich lieb
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In Scheveningen

Meine Stirne küsst die Seeluft; Meine
Sohlen küsst das Meer. Langbeschwingte
Möwen flattern Ob den Wogen hin und
her. Auf den hohen Wellenbergen
Glänzt der Mittagssonne G
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Marschgesang

Mel. Stimme an mit hellen, hohem Klang
2c Nun weg mit Feder und Papier, Und
Säbel her und Flinte! Die deutschen
Noten schreiben wir Mit Stahl und roter
Dinte.
... weiterlesen


Die Muse

Mich hat die Muse an die Brust
gepresst. Von ihrem heißen Liebesodem
trunken, Bin ich zu einem sel’gen
Freudenfest An ihrer Brust in süßen
Traum gesunken. Dann wacht‘ ich auf.
... weiterlesen


Einem Reichen

Mit Deinen Talern kannst Du
klimpern Auf Säcken Goldes kannst Du
ruhn; Doch zucken Deines Weibes
Wimpern, So schweigst Du, wie’s die
Diener tun. Nicht um die Zukunft hast
du Sorge
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Annette von Droste-Hülshoff

Mitten im Eichkamp, wo die Drossel
baut Ihr Nest im Lenze unterm grünen
Zelt, Mitten im Eichkamp, wo im
Haidekraut Der Bienen Schar im Herbst
die Ernte hält, Dort Dir ein Grab auf
... weiterlesen


An Richard Seel

Nach acht und vierzig war’s, in
Zeiten, Wo man die Freiheit rau
verstieß, Wo die Romantik ihre
Saiten Wie nie zuvor erklingen
ließ. Vertrocknet war der wilde
Sprudel Des V
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In der Menschenbrust

Nicht im Reiche dunkler Mythen, Nicht
in Flur und Wald und Feld, Nicht im
Grün, im Duft der Blüten, Such‘ das
ew’ge Herz der Welt! Nicht in fernen
Himmelssphären Such
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An der Wiege

Noch ruhst du, Kind, auf weichem
Flaume, Schläfst in dem Bettchen
heimlich traut Und siehst das
Mutteraug‘ im Träume, Das liebevoll
dich angeschaut. Schlaf, Kindlein,
sch
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Zu Karl Siebels Hochzeit

Novemberzeit Aus Norden pfeift der
Wind; Er wirft die dürren Blätter von
den Zweigen, Er bringt den Tod dem
blassen Blumenkind Und heißt im Wald
die letzten Sänger schweigen. –
... weiterlesen


Auf dem Berge

Nun bin ich auf den Berg gestiegen Und
schau‘ in’s grüne Land hinein. Im
Sonnenschein die Täler liegen; Die
Berge deckt der Sonnenschein. Im
Sonnenschein die Falter scherzen,
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Im Sturme

Nun sind des Waldes schatt’ge
Hallen Mit wilden Rosen dicht
umsäumt; Nun haben schon die
Nachtigallen Den schönsten
Frühlingstrum geträumt. Nun blüht
das Feld in vollen Farben
... weiterlesen


Warum nicht ich?

Nur hie und da noch Lampenschein In
einem Schlafgemach; Nur hie und da noch
schleicht zum Frei’n Ein Kätzlein
über’s Dach. Im West statt roter
Abendglut Erglänzt ein fa
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Im Herbste

O selig stille Abendstund’, Wo ich
auf Deinen roten Mund Die Lippen durfte
pressen! Ich sah’ Dich an; Du sahst
mich an. Der Himmel war uns
aufgetan; Die ganze Welt vergess
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Sommerlied

O Seligkeit, am Sommertag Zu schweifen
durch den grünen Hag! Im Laub die
Vöglein zwitschern laut; Die Biene
summt im Haidekraut, Als wär‘ das
Honigtröpfchen klein Im Blu
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Unsre Zeit

O Zeit, wie bist du tatenarm! Im Süden
wie im Norden, Da ist der Schwachen
Träumer Schwarm So groß, so groß
geworden! Sie sinnen hin, sie sinnen
her Und hoffen sch
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Maske

O, glaubt es mir, dass oft den
Scherz Der Gram zur Maske braucht. Es
lacht der Mund, indes das Herz In
tiefes Weh‘ getaucht! Ob auch der
Mund von Lächeln strahlt, D
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See und Sumpf

O, macht doch nimmermehr zu schnell Das
Wort zu einem Richterschwert! Es trübt
der Sturm wohl oft die Welle, Doch
bleibt die Perle unversehrt. Der
Sumpf wird nie in Wogen br
... weiterlesen


Nur unverzagt

O, mög‘ den Liedertempel bauen, Wer
Geistesmacht im Busen fühlt! – Es
kann nicht nach den Sternen
schauen, Wer nach dem Gold im Staube
wühlt. Doch soll auch nicht in T
... weiterlesen


O, schau‘ mich an ein einzig‘ Mal!

O, schau‘ mich an ein einzig‘
Mal, Du holdes Auge, lieb und
fromm, Dass in die Brust, voll wilder
Qual, Noch einmal Ruh‘ und Frieden
komm‘! Du bist die hohe Sonne nic
... weiterlesen


O schöne Welt

O, schöne Welt, du falsche Welt, Ich
kann dich nimmer lassen, Und, bis das
Herz in Staub zerfällt, Soll es dich
fest umfassen! O Welt, du bist ein
Zauberweib, Hast A
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O, welche Zeit!

O, welche Zeit! In West und Osten Der
Macht gefügig groß und klein! – Wer
will auf halb verlor’nem Posten Nun
noch der Freiheit Streiter sein? Die
Menge folgt dem Siegeswagen,
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Zigeunerleben

Rings auf den kahlen Bergen saß Das
schwarze Weib, die düstre Nacht, Da
hat im Wald im feuchten
Gras Zigeunervolk geschmaust,
gelacht. Ein Feuer brannt‘ in
nächt’ger Stund‘
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Eine Sage

Schlaflos auf den bleichen Kissen lag
das Kind, so bleich und krank, Und die
schönsten Schlummerlieder ihn umsonst
die Mutter sang. Wimmernd auf dem
Pfühle wälzte sich der Kleine ohne R
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Der Hammer

Sehen wir das Licht der Welt Vor den
Augen dämmern, Hebt der Hammer in der
Brust Leise an zu hämmern. – Vor
des Kindes Augen tritt Ersten
Frühlings Leben –
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Die Wolken

Seh‘ ich die Wolken droben
jagen! Möchte‘ das Los der Wolken
teilen; Möchte‘ wie jene ohne
Rasten Über Meer und Länder
eilen. Wo des Guten Glück
zerschlagen,
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Sei ruhig, Herz!

Sei ruhig, Herz! Noch eine Spanne
Zeit, Noch eine Handvoll Tage ist dein
eigen, Und dann wird’s Frieden! Von
dem Lebensleid Für ew’ge Zeiten darf
die Lippe schweigen. Dann stirb
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Der Liebsten

Seit ich empfand der Liebe Segen, Mein
Auge ohne Sorgen schaut Der dunkeln
Zukunft still entgegen Und froh das
Herz auf Gott vertraut. Ich weiß, wenn
nichts auf Erden bliebe,
... weiterlesen


In der Nacht

Sie schläft, von meinem Arm
umfangen; Sie lehnt an meine Brust die
Wangen. Nicht ahnen soll’s ihr
heitrer Sinn, Dass ich unsäglich elend
bin! Der Traum auf ihre Wimpern taut

... weiterlesen


Nach dem Sturm

Sieh, nun ist vorbeigezogen jene düstre
Wolkenschar. Auf den Blättern, auf den
Blüten funkeln Tröpflein, hell und
klar; Durch des Äthers blaue Räume
eine weiße Wolke tanzt, Eine lich
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Am 4. Oktober 1854

So ist ein Jahr denn
hingeschwunden, Seit ich in stillem,
tiefem Leid Um Mitternacht, in dunklen
Stunden Zurückgeschaut in ferne
Zeit; In jene Zeit, wo Gram und
Sorgen Noch n
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Die Herzen

So leise weht ein Lüftchen kaum, Dass
nicht davon der Efeu schwanke, Und
doch, der Sturm bricht nur den
Baum, Doch selten eine
Efeuranke. Vom Frauenaug‘ die
Träne fährt,
... weiterlesen


Das Schicksal

So wie ein Kind der Mutter naht, so trat
ich einst als Kind Zum Schicksal hin
und gütig war’s, wie Mütter Kindern
sind, Doch unaufhaltsam floh die Zeit,
die alles ändern muss. Ich werb
... weiterlesen


Nichts für Spatzen!

Sommerspinne spinnt das Netzlein, In
den Feldern blüht der Mohn, Und es
zanken sich die Spätzlein Um die
reifen Kirschen schon. Gärtner
unter’m Baume sitzt: „Spätzlein
... weiterlesen


Pflicht

Sorglich pfleg` ich stille
Tugend, Sorglich üb` die strenge
Pflicht, Dass du vor dem inn`ren
Richter Heben darfst dein
Angesicht. Das ist nur das
allerschönste, Ist das einz
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Sternblümchen blüht

Sternblümchen blüht und Kuckuck
schreit – S’ist alles wie in
frührer Zeit! – Nur, wo er einst
an’s Herz mir sank, Da wuchert wildes
Dorngerank! – Ich pflück‘
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Eine Hand

Und ist Dir alles Glück beschieden, Es
ist doch nichts als leerer Tand, Hast
Du gefunden nicht hienieden Der treuen
Liebe Segenshand! Was hilt’s, wenn
hier im Erdenleben
... weiterlesen


Selbsterkenntnis

Und könntest Du Dich ganz
durchschau’n, Dein eignes Wesen ganz
verstehn, So hättest Du in diesem
Bild Das Bild der ganzen Welt
gesehn. Ich klag‘ nicht drum, dass
man so
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Die Edelsteine

Vernahmst Du, dass vom Edelsteine Gar
wunderbare Sage geht? Einst haben
Blumen, holde, kleine, Ein ew’ges
Blühn von Gott erfleht. Sie wollten
nicht in Herbstestagen
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Vollkommenheit

Vollkommenheit darf es nicht auf Erden
geben! Nur Unvollkommnes strebt und
ringt zum Lichte. Ein Herz ergänzt das
andre nun im Leben, Ein Volk das andre
in der Weltgeschichte!
... weiterlesen


Eine Sonntagspost

Vom Pfälzer Gau, vom Saargebiet Herbei
die Boten fliegen Und immer nur
dasselbe Lied Von Siegen, nur von
Siegen! Das ist die rechte
Sonntagspost! Nach Nord und Süd, nach
Wes
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Strohblumen

Vorüber ist die Zeit der Rosen, Die
sich gedünkt des Gartens Herrn, Weil
die verlieben Falter kosen Mit den
verbuhlten Rosen gern. Die roten Rosen
wie die weißen, Sie liege
... weiterlesen


Erdenlust und Erdenschmerz

War mein Herz zerfleischt, zerrissen von
des Unglücks Wurfgeschossen, Ist in
trüber Stund‘ die Träne von der
Wimper geflossen, Hab‘ ich meine
Blicke aufwärts zu der Sterne Herr
gesandt
... weiterlesen


Herz und Geist (II)

Was der Verstand auch denkt und
sinnt. Sein Licht ist kalter
Schein! Es wohnt das Glück, das
Himmelslind Im Herzen nur
allein. Die Zeit verlöscht des
Geistes Licht,
... weiterlesen


Pflichterfüllung

Was die Natur dir hat
gegeben, Benutz‘ dein zugewognes
Teil, Benutz‘ es durch dein ganzes
Leben Zu deiner Brüder Glück und
Heil! Hast mit der Kraft, der ganzen,
vollen,
... weiterlesen


Was fragst du Andre um dein Denken, Tun?

Was fragst du Andre um dein Denken,
Tun? Warum nur immer ziehn in fremden
Kreisen? Im eignen Herzen lichte Sonnen
ruhn, Die dir den Pfad, den allerbesten
weisen! Dem Rat der Menge fo
... weiterlesen


Die Heimat

Was ist die Heimat? Ist`s die
Scholle? Drauf deines Vaters Haus
gebaut? Ist`s jener Ort, wo du die
Sonne, Das Licht der Welt zuerst
geschaut? O nein, o nein, das ist sie
nimm
... weiterlesen


Einer Schriftstellerin

Weib, wenn Du die Vestalin wärst, die
auf des Herzens heil’gem Herd Des
Liedergottes Flamme schürt, wohl wärst
Du mir als Freundin wert! Als Schwester
grüßt‘ ich Dich, o Weib, ich grüßt
... weiterlesen


Winter ist es

Weil der Frühling ferne, Flammen an
dem Himmelszelt Doppelt hell die
Sterne. Wenn der Winter Bahn sich
bricht In des Busens Räume, Funkeln
dort die Sterne licht:
... weiterlesen


Schwarz-Rot-Gold

Welch‘ große Zier! Verschwunden sind
die Raben, Die um den Barbarossa’s
Berg gekreist; Es ist des Lebens wert
gelebt zu haben In dieser Zeit, voll
Mut und Heldengeist! Die Weltg
... weiterlesen


Böse Stunden

Wenn auch das Herz ein Herz
gefunden, Wenn Liebesglut den Busen
füllt, So kommen doch die trüben
Stunden, Wo sich der Freude Stern
verhüllt, Wo seine schwarzen, düstern
Fahnen
... weiterlesen


Leiden

Wenn der Sturm die Eiche
schüttelt‘, Wild durch ihre Krone
fuhr, Schlägt sie in den Boden
tiefer, Fester ihre Wurzeln
nur. Ihre Blätter mag er
rauben, Treiben for
... weiterlesen


Betrogene Liebe

Wenn die Andern zum Tanz gehn, Sitz‘
ich einsam zu Haus; Bringt mir keiner
den Kranz mehr, Reicht mir keiner den
Strauß! Komm‘ ich hin zu
Gespielen, Dann ist alle
... weiterlesen


Wundert’s Dich?

Wenn die Bäume grünen, Wenn die
Knospen springen, Wunderts Dich,
wunderts Dich, Dass die Vögel
singen? Wenn die muntern
Burschen Volle Becher
schwingen, Wunderts Dic
... weiterlesen


Ewig bei Dir

Wenn ich den Blick zum Himmel
richte, Wo windgejagt die Wolken
ziehn, Wenn zu der Sterne mildem
Lichte In trüber Stund‘ die Seufzer
fliehn; Dann klammert an der Wolken
Flügel
... weiterlesen


Der Kranken Liebsten

Wenn in dem Wald die Vögel
singen, Dann wollen wir in’s Grüne
gehn Und sehen, wie die Knospen
springen Und Maienglöcklein
auferstehn; Und, wie die Welt in
solchen Tagen D
... weiterlesen


Treue

Wenn Liebe dir den Busen schwellt, Wenn
für ein Weib dein Herz entbrennt, So
frag‘ dein Herz in stillen
Stunden, Ob es der Liebe Pflichten
kennt, Ob es in stürmevollen Tagen
... weiterlesen


Frühlingsnacht

Wer aufwärts will zum Himmel
sehen, Sieht droben licht die Sterne
stehen; Und, wer sein Auge
niederschlägt, Sieht, wie die Erde
Blumen trägt. O, warum sind die
gold’nen
... weiterlesen


Sonett

Wer zu der Sonne wandte sein
Gesicht, Wird manche Blume unbewusst
zertreten. Ein Schwärmer und ein
Träumer bin ich nicht! Das Wort der
Freiheit lehrt die Zeit mich beten. F
... weiterlesen


Wes Herze nie

Wes Herze nie in Liebe glühte, Was
Auge nie im Zorn entbrannt, Dem ist
gestorben im Gemüte Das Gute, das von
oben stammt. Der ist im tiefsten
Herzensgrunde, Der ist
... weiterlesen


Die Kalten

Wes‘ Herze nie in Liebe
glühte, Wes‘ Auge nie in Zorn
geflammt, Dem ist erstorben im
Gemüte Das Gute, das von oben
stammt! Der ist im tiefsten
Herzensgrunde, Der
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Wie die Sonne

Wie die Sonne siehst den Großen, Edlen
du vorüber wllen. – Fragt die Sonne,
wo die Strahlen ihres Segens
niederfallen? Lacht sie hell, weil ihr
die Blume ihres Duftes Opfer
bringt, Weil
... weiterlesen


Wie groß des Weltengeistes Liebe

Wie groß des Weltengeistes Liebe, Es
sagt es ringsumher die Welt, Wenn vor
des Frühlings mächt’gem Triebe Des
Winters Reich in Trümmer fällt. Mit
Flammenstrahlen sagt’s die
... weiterlesen


Lenznacht

Wie ist die Nacht so still und
milde! Allüberall der Frieden
wohnt; Am Busen einer weißen
Wolke Träumt überm Berg dort der
Mond. Die Erde küsst der Geist der
Träume; In
... weiterlesen


Wenn zwei von Herzen lieb sich haben

Wie jagt das Herz nach tausend
Dingen, Wenn’s nicht der Liebe Geist
beseelt, Und mag es Kranz um Kranz
erringen, Der schönste Kranz doch ewig
fehlt! Es will am Kelch der Lust sich
... weiterlesen


Das höchste Ziel

Willst Du das höchste Ziel, so lern‘
entsagen! – Die Alpenhöh‘ kann
keine Reben tragen. Willst Du empor auf
Adlerflügeln steigen, Verzicht‘
auf’s Nestlein in den Blütenzweigen
... weiterlesen


Frauengröße

Willst du das Weib in ganzer Größe
sehn, So sieh es nicht umstrahlt von
Glückes Glänzen, Wenn unumwölkt die
Freudensterne stehn, So sieh’s, wenn
Dornen seinen Pfad bekränzen;
... weiterlesen


Windeslob

Winterlieder. I. Hast Du dem
Windessang gelauscht? Verstandes Du,
was drin gerauscht? Es ist der Wind ein
wildes Kind; Ein wilder Dichter ist de
Wind.
... weiterlesen


Mitten in die Wogen

Wo die schaumgekrönten Wogen Greifen
nach dem Sternenbogen, Mitten in die
Wellenbahn Lenk‘ ich meinen
Lebenskahn! Nie dem Strande
allzuferne Lenkst du, Freund, dein
... weiterlesen


Weihnacht der Seele

Wohl jauchzt das Herz in sel’ger
Wonne, Wenn es der Freuden Hauch
umweht, Wenn seines Glückes gold’ne
Sonne Am Himmel seines Lebens
steht; Doch nicht am Tag der duft’gen
Blüt
... weiterlesen


Achtung und Liebe

Wollte einsam und verlassen Lieber
meines Weges gehn, Als des Weibes Knie
umfassen Und im Staub um Liebe
flehn. Nur der Kraft gebühren
Kränze! Spott und Schande jedem Mann,
... weiterlesen


Wissen und Können

Wär‘ noch so viel Di auch
beschert Von Wissen, gern will ich
Dir’s gönnen! – Wohl hat das
Wissen hohen Wert, Doch Deinen Wert
gibt Dir Dein Können! Ja, plünderst
Du
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Wolken und Sterne

Über dem Haupt dir Segeln die
Wolken, Tragen den
schnellen, Tötenden Blitz. Über
dem Haupt dir Strahlen die
Sterne, Winken dir traut in Trauriger
Nach
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Zuerst der Sturm ...

Zuerst der Sturm und dann der
Regenbogen! (Den Freunden des ewigen
Friedens gewidmet.) Nur „Frieden,
Frieden!“ tönet eure Weise, Indeß
die Nacht,die alte, grimme Hyder
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Drei Geschwister

Zum Herzen kamen, dem kranken
Kinde, Leisen Schritt’s der
Geschwister drei, Dass es bei ihnen
Ruhe finde, Dass es friedlich und
stille sei. Der Glaube erzählte ihm
Märche
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Ein Deutschland nur!

„Das ganze Deutschland soll es
sein.“ Ernst Moritz Arndt. Vom
ein’gen deutschen Vaterland Sei
himmelan ein Lied gesandt! Kein
Diplomat, kein Fürstenwort Soll tr
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Stimmen der Natur

„Die Nachtigall, sie singt vom
Liebesscherz!“ So spricht ein froh‘
und liebbeglücktes Herz. „Die
Nachtigall, sie singt ein klagend‘
Lied!“ So spricht ein Herz, das
trüb‘ in
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Gedenke zu leben!

„Eitel sind der Erden Freuden!“ also
klagst du und du weinst Und du seufzt:
„Wär‘ ich wieder doch ein Kind, ein
Kind, wie einst! Kinderherz, du
trägst verborgen still das Bild de
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An Mathilde

„Ich hörte noch nie eine Nachtigall
singen.“ Die Lerche sah den
Frühling geh’n Durch’s dürre,
winterkalte Land: Sie fühlte seines
Odems Weh’n Und hat ein Lied e
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Libussa

„Mich hat’s erfasst mit tief
geheimer Macht: Nicht durft‘ ich
länger Dir zur Seite sitzen! Ich sah
zu tief in Deiner Augen Pracht. – O,
diese Augen! Schwüle Wetternacht, Ni
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Im Frühling

„Nun grünt’s und blüht’s an
allen Enden; Die Welt im Arm der
Frühling hält; Und rings die
Lerchenkehlen senden Ein Lied des Danks
zum Herrn der Welt! Und rings ist
Frieden,
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Baum und Astern

„Warum blüht in
Herbstestagen, Astern ihr?“ so sprach
der Baum; „Längst vorüber ist des
Lenzes Wonnevoller
Blütentraum.“ „Tor,“ so rief
die Schar der Astern,
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