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Gedichte - Friedrich Gottlieb Klopstock


Die Frühlingsfeyer

(1. Fassung, 1759) Nicht in den
Ocean Der Welten alle Will ich mich
stürzen! Nicht schweben, wo die ersten
Erschafnen, Wo die Jubelchöre der
Söhne des Lichts
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Unsre Sprache

An der Höhe, wo der Quell der Barden in
das Tal Sein fliegendes Getöne, mit
Silber bewölkt, Stürzet, da
erblickt` ich, zeug` es, Hain! Die
Göttin! sie kam zu dem Sterblichen h
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Das Wiedersehn

Der Weltraum fernt mich weit von dir, So
fernt mich nicht die Zeit. Wer überlebt
das siebzigste Schon hat, ist nah bei
dir. Lang sah ich, Meta, schon dein
Grab, Und seine L
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Die Trennung

Du wurdest ja so ernst, da sie die
Leiche Vorübertrugen; Fürchtest du den
Tod? `Ihn nicht!` Was fürchtest du
denn? `Das Sterben!` Ich selbst dieses
nicht. `Du fürchtest also n
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Wingolf

Erstes Lied Wie Gna im Fluge,
jugendlich ungestüm, Und stolz, als
reichten mir aus Iduna`s Gold Die
Götter, sing` ich meine Freunde Feyrend
in kühnerem Bardenliede.
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Die Gestirne

Es tönet sein Lob Feld, und Wald, Thal,
und Gebirg, Das Gestad` hallet, es
donnert das Meer dumpfbrausend Des
Unendlichen Lob, siehe des
Herlichen, Unerreichten von dem Danklied
der Natur!
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Die Wahl

Europa herrschet. Immer
geschmeichelter Gebietest du der
Herrscherin, Sinnlichkeit! Die
Blumenkette, die du anlegst, Klirret
nicht, aber umringelt fester, Als jene,
die den bl
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Kennet euch selbst

Frankreich schuf sich frey. Des
Jahrhunderts edelste That hub Da
sich zu dem Olympus empor! Bist du so
eng begränzt, dass du sie verkennest,
umschwebet Diese Dämmerung dir noch
den B
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Die Erinnerung

Graun der Mitternacht schliefst mich
nicht ein, Ihr Verstummen nicht; auch
ist, in dem Namen der
heiligen, Freyheit, jüngst kein Mord
geschehn; dennoch ist mir Ernst die
ganze Seele.
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Herr, Du wollest uns bereiten

Herr, du wollest uns bereiten Zu Deines
Mahles Seligkeiten; Sei mitten unter
uns, O Gott! Laß uns, Leben zu
empfahen, Mit glaubens-vollem Herzen
nahen Und sprich uns los vo
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An den Erlöser

Ich hofft` es zu Dir, und ich habe
gesungen, Versöhner Gottes, des neuen
Bundes Gesang! Durchlaufen bin ich die
furchtbare Laufbahn, Und Du hast mir
mein Straucheln verziehn! Beg
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Die Barden

Ihr Dichter! ihr Dichter! es
hüllt Nacht die Telyn der Barden
ein! Der am Quell Mimer oft Braga`s
Saite schwieg, Wenn die Erfindung, im
West schlummernd, gebar Erhabneren
Geist,
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Das Rosenband

Im Frühlingsschatten fand ich sie; da
band ich sie mit Rosenbändern: sie
fühlt` es nicht und schlummerte. Ich
sah sie an; mein Leben hing mit diesem
Blick an ihrem Leben;
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Aus der Vorzeit

In dem Maye war ihr eben das swölfte
Jahr Mit dem Morgen dahin
geflohn. Dreyzehn Jahre, nun sie fehlten
den siebzigen, Die den Frühling
er wiedersah. Schön war die Laube,
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Stintenburg

Insel der froheren Einsamkeit, Geliebte
Gespielin des Wiederhalls Und des Sees,
welcher itzt breit, dann, versteckt Wie
ein Strom, rauscht an des Walds Hügeln
umher, Selber von s
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Kaiser Heinrich

Lass unsre Fürsten schlummern in
weichem Stuhl, Vom Höfling rings
umräuchert, und unberühmt, So jetzo,
und im Marmorsarge Einst noch
vergessner, und unberühmter! Frag
nicht d
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Liebeslied

Noch währt der Schmaus! Noch fließt
der Wein! Doch auf, vom Becher weg! Das
liebste Mädchen küßt mich heut Im
Europäerland. Schon rauscht ihr leicht
gehobner Fuß Und
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Der Tod

O Anblick der Glanznacht,
Sternheere, Wie erhebt ihr! Wie
entzückst du, Anschauung Der herrlichen
Welt! Gott Schöpfer! Wie erhaben bist
du, Gott Schöpfer! Wie freut sich des
Em
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Der Rheinwein

O du, der Traube Sohn, der im Golde
blinkt, Den Freund, sonst Niemand, lad`
in die Kühlung ein. Wir drey sind unser
werth, und jener Deutscheren Zeit, da
du, edler Alter, Noch un
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Die Erscheinung

Ode Im Jahr 1793 Paris Welcher
Schatten wandelt dort her? Wie
fürchterlich leise Tritt er! hat noch
die Dolch` in der Brust! Ah Tribuna,
kennest du ihn? Es be
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Der Zürchersee

Schön ist, Mutter Natur, deiner
Erfindung Pracht Auf die Fluren
verstreut, schöner ein froh Gesicht,
Das den großen Gedanken Deiner
Schöpfung noch einmal denkt. Vo
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Mein Vaterland

So schweigt der Jüngling lang, Dem
wenige Lenze verwelkten, Und der dem
silberhaarigen thatenumgebenen
Greise, Wie sehr er ihn liebe! das
Flammenwort hinströmen will. Ungestüm

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Braga

Säumst du noch immer an der Waldung auf
dem Heerd`, und schläfst Scheinbar
denkend ein? Wecket dich der silberne
Reif Des Decembers, o du Zärtling!
nicht auf? Noch die Gestirne des
krystall
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Siona

Töne mir, Harfe des Palmenhains, Der
Lieder Gespielin, die David sang! Es
erhebt steigender sich Sions Lied, Wie
des Quells, welcher des Hufs Stampfen
entscholl. Höher in Wolken
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An Cidli

Unerforschter, als sonst etwas den
Forscher täuscht, Ist ein Herz, das
die Lieb` empfand, Sie, die wirklicher
Werth, nicht der vergängliche
Unsers dichtenden Traums gebahr, Jen
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Der Eislauf

Vergraben ist in ewige Nacht Der
Erfinder grosser Name zu oft! Was ihr
Geist grübelnd entdeckt, nutzen
wir; Aber belohnt Ehre sie auch? Wer
nannte dir den kühneren Mann, D
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Der Lehrling der Griechen

Wen des Genius Blick, als er gebohren
ward, Mit einweihendem Lächeln
sah, Wen, als Knaben, ihr einst
Smintheus Anakreons Fabelhafte
Gespielinnen, Dichtrische Tauben
umflogt, und
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Die Sommernacht

Wenn der Schimmer von dem Monde nun
herab In die Wälder sich ergießt, und
Gerüche Mit den Düften von der
Linde In den Kühlungen wehn; So
umschatten mich Gedanken an das Grab
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Thuiskon

Wenn die Strahlen vor der Dämrung nun
entfliehn und der Abendstern Die
sanfteren, entwölkten, die
erfrischenden Schimmer nun Nieder zu dem
Haine der Barden senkt, Und melodisch in
dem Hain d
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Der Abschied

Wenn du entschlafend über dir sehen
wirst Den stillen Eingang zu den
Unsterblichen, Und aufgethan die
erdeferne Pforte des Himmels, enthüllt
den Schauplaz Der Ewigkeit! dann nah
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An Fanny

Wenn einst ich todt hin, wenn mein
Gebein zu Staub` Ist eingesunken, wenn
du, mein Auge, nun Lang` über meines
Lebens Schicksal, Brechend im Tode, nun
ausgeweint hast, Und stilla
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Aganippe und Phiala

Wie der Rhein im höheren Thal fern
herkomt, Rauschend, als käm Wald und
Felsen mit ihm, Hochwogig erhebt sich
sein Strom, Wie das Weltmeer die
Gestade Mit gehobner Woge bestürm
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Dem Unendlichen

Wie erhebt sich das Herz, wenn es
dich, Unendlicher, denkt! wie sinkt
es, Wenns auf sich herunterschaut! Elend
schauts wehklagend dann, und Nacht und
Tod! Allein du rufst mich aus
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Schlachtgesang

Wie erscholl der Gang des lauten
Heers Von dem Gebirg in das Thal
herab, Da zu dem Angriff bey dem
Waldstrom das Kriegslied Zu der
vertilgenden Schlacht und dem Siege den
Befehl rief!
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Die frühen Gräber

Willkommen, o silberner Mond,
Schöner, stiller Gefährt der Nacht!
Du entfliehst? Eile nicht, bleib,
Gedankenfreund! Sehet, er
bleibt, das Gewölk wallte nur hin.
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Der Gränzstein

Wirke! Das ist das große Gesetz, in des
Tempels Tafel gehaun, dass es kund sey,
und von Golde In den parischen Stein
gesenket, Wie auf die Lilie
wallt Goldener Staub. Noch fasses
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Hexenbewirtung

Wo kommt der liebe Bote her? - Ich
glaube von Schwerin, Er stabelt durch
den Eichenwald: da sieht er Hexen
ziehn, Erst eine, zweie dann, dann
drei: Dann hüpfen immer mehr
herbei, Flink,
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Die Waage

`Du zählst die Stimmen: wäge sie,
willst du nicht Des Ruhms dich töricht
freuen, der dir erschallt.` Sehr
mühsam ist die Wägung! `Nun so
Zähle zugleich denn die Widerhalle.`
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