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Gedichte - Friedrich Hebbel


Auf dem Meer

(Bei einer Überfahrt nach Kopenhagen im
Feuerjahr 1842.) Allheilig Meer! Es
donnern deine Klänge Mir so gewaltig
ins erschreckte Ohr, Als brächen die
verhaltnen Fluchgesänge
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An des Kaisers von Österreich Majestät

(Bei Gelegenheit des Attentats.) War
auch der Mörder, welcher, tief
verblendet, Den meuchlerischen Stahl auf
Dich gezückt, Ein Bote, den die Hölle
selbst gesendet, Nachd
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Kunst und Afterkunst

(Bei Gelegenheit eines Gastspiels der
Rachel.) Mit der Mutter Natur, die
leise vom Sommer zum Winter Schreitet
und wieder zurück, rechtet das
russische Bad. Matt sind Frühling
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Die alten Naturdichter und die neuen

(Brockes und Geßner, Stifter, Kompert
usw.) Wißt ihr, warum euch die
Käfer, die Butterblumen so
glücken? Weil ihr die Menschen nicht
kennt, weil ihr die Sterne nicht
seht! Sc
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An Hedwig

(Eine holsteinische junge
Schauspielerin.) Es war in schöner
Frühlingszeit, Als ich dich fand bei
Spiel und Scherz, Da drängte all die
Lieblichkeit Sich lind, wie nie no
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Auf Götz von Berlichingen

(In das Berlichingen-Album.) Du hast
im Leben jede Zier, Die Helden ehrt,
errungen, Doch ist der Taten höchste
dir Im Tode erst gelungen. Du hast den
größten Dicht
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Drei Schwestern

(Nach einem Bilde von Palma
vecchio.) Drei Schwestern sind`s, von
sanftem Reiz umstrahlt, Ihr eigner Vater
hat sie uns gemalt, Sich ähnlich an
Gestalt und an Gesicht, Soga
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Meiner Tochter Christine ins Gebetbuch

(Zu ihrer Konfirmation.) Das Mägdlein
tritt im weißen Feierkleid Zum
erstenmal vor Gott an den Altar, Und
auch der Greisin hält man es
bereit, Die niedersinkt an ihrer T
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Ein frühes Liebesleben

1. Die Jungfrau. O süßes, süßes
Jungfraunbild! In Engelfrieden
hingegossen! Noch Kind, und doch so
göttlich abgeschlossen! Demütig,
sicher, stolz und mild! O Ju
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Das Mädchen im Kampf mit sich selbst

1. Schweigend sinkt die Nacht
hernieder, Und in tiefster
Dunkelheit Löst das Mädchen ihre
Glieder Aus dem engen
Sonntagskleid. Aber ihre Hände
irren Bei den Locken
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Abstrahieren

Abstrahieren heißt Luft melken.
Adam und der Fruchtkern

Adam hatte die Frucht mit großem
Behagen genossen, Doch an dem steinernen
Kern biß er die Zähne sich
aus. Grimmig warf er ihn von sich und
stampfte in wütendem Schmerze Mit dem
erhobenen F
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An den Äther

Allewiger und unbegrenzter
Äther! Durchs Engste, wie durchs
Weiteste Ergoßner! Von keinem Ring des
Daseins Ausgeschloßner! Von jedem Hauch
des Lebens still Durchwehter! Des Une
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Das Genie und die Talente

An der höhern Stufe vermißt ihr
gewöhnlich die niedre, Lernt`s doch
endlich, sie wird eben mit dieser
erkauft. Daß ein Ganzes werde, muß
jeglicher Teil sich bescheiden, Tritt er
einzeln h
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Nächtlicher Gruß

An meine Freunde. In dieser dunklen
Stunde Der rings ergossnen Nacht Hab`
ich bei euch die Runde Zu Gruß und Kuß
gemacht. In eines jeden Hause Sprach ich
getr
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Meisenglück

Aus dem goldnen Morgenqualm Sich
herniederschwingend, Hüpft die Meise
auf den Halm, Aber noch nicht
singend. Doch der Halm ist viel zu
schwach, Um nicht bald zu knicken,
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Meeresleuchten

Aus des Meeres dunklen Tiefen Stieg die
Venus still empor, Als die Nachtigallen
riefen In dem Hain, den sie erkor. Und
zum Spiegel, voll Verlangen, Glätteten
die Wogen sich
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Eine Mondnacht in Rom

Beim Dämmerlicht des Mondes schau` ich
gerne Der grauen Weltstadt bröckelnde
Ruinen, Die uns als Maß für ihre
Größe dienen, Woran der Mensch sich
selber messen lerne; Denn d
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Die beiden Zecher

Beim Weine sah ich einst zwei Zecher
sitzen; Der eine rief: kein Tropfen wird
vergossen, Bevor sich das Geheimnis mir
erschlossen, Woher es kommt, dies Perlen
und dies Blitzen! De
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Der Greis

Bin ich wieder genesen und glaubte,
sicher zu sterben? Dank dir, gütiger
Tod, daß du ein Umsehn mir
noch Wolltest vergönnen, ein letztes!
Zu lange werd` ich nicht zögern! Einen
einzigen Bl
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Ein nächtliches Echo

Blitzend Ziehn die Sterne auf am
Himmelsrand, Spritzend Senkt der Tau
sich auf das durst`ge
Land. »Liebe!« Singt der Knabe in die
Nacht hinein. »Liebe!« Klin
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Der Kirschenstrauß

Blond und fein, ein Lockenköpfchen, Das
kaum vier der Jahre hat, Trippelt
ängstlich durch das Gäßchen, Jeder
Schritt noch eine Tat. Eier trägt es
in den Händen, Die es
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Blumen und Dornen

Blumenkränze entführt dem Menschen der leiseste Westwind,
Dornenkronen jedoch nicht der gewaltigste Sturm.
Diokletian

Da steht auch das! Mein Grabmal! Sieben
Jahr` Sind abermals herum, und hell und
klar, Wie immer blickt die Sonne auf den
Greis, Der müde ist und nicht zu
sterben weiß. Dies sollte mein
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Das Bettelmädchen

Das Bettelmädchen lauscht am Tor, Es
friert sie gar zu sehr; Der junge Ritter
tritt hervor, Er wirft ihr hin den
Mantel Und spricht: was willst du
mehr? Das Mädchen sagt k
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Die Kirmes

Das ist ein Geigen und Flöten Bis über
das Dorf hinaus: Sie feiern die Kirmes
heute Mit Tanz und Spiel und
Schmaus. Wenn ich ein Mädchen
wäre, So schaut` ich die Bursche
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Das letzte Glas

Das letzte Glas! Wer mag es denken! Und
dennoch muß ein letztes sein! Mich
drängt`s, es hastig
einzuschenken, Fällt auch die Träne
mit hinein. Stoß an! Du stießest gar
zu heftig!
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Die Schönheit

Das Loos der Götter ist auch dir
gefallen; Denn du bist schön, du
brauchst dich nur zu zeigen, So wird
sogar von Lippen, welche schweigen, Wenn
Jeder jauchzt, dir Lob und Preis
erschallen.
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Auf ein altes Mädchen

Dein Auge glüht nicht mehr, wie
einst, Und deine Wang` ist nicht mehr
rot, Und wenn du jetzt vor Sehnsucht
weinst, So gilt es keinem, als dem
Tod. Nichts bist du, als ein Monument,
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Ethischer Imperativ

Deine Tugenden halte für allgemeine des Menschen,
Deine Fehler jedoch für dein besonderes Teil!
Prolog zu Goethes hundertjähriger Geburtsfeier

Dem Freiherrn Friedrich von Uechtritz
freundschaftlichst zugeeignet. (Zu Wien
im Theater am Kärnthner-Tor
gesprochen.) Es scheint vielleicht zu
schlicht, das Fest, das wir hier
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Husarenwerbung

Dem Fürsten Friedrich zu Schwarzenberg
freundschaftlichst zugeeignet. Der
kaiserliche Offizier, Der wirbt im Dorf
Husaren, Und laut aus seinem
Standquartier Ertönt`s, wie
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Mann und Weib

Dem Weibe ist ein schönes Los
beschieden, Was sie auch hat, sie hat es
ganz und immer, Sie freut sich an des
fernsten Sternes Schimmer, Allein sie
schließt sich ab in klarem Frieden.
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Das Korn auf dem Dache

Der Frühling ist gekommen, Doch war der
Winter scharf Und hat mir
weggenommen Den nötigsten Bedarf; Die
Pflüge bleiben stehen, Es fehlt ja an
der Saat, Und muß auch was g
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Das Hermelin

Der Jäger spürt dem reinsten
Hermelin Seit lange nach, doch welches
Netz er stellt, Das edle Tier weiß
jedes klug zu fliehn Und hüpft nur um
so froher durch das Feld. Dann abe
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Der Heideknabe

Der Knabe träumt, man schicke ihn
fort Mit dreißig Talern zum Heideort,
Er ward drum erschlagen am Wege
Und war doch nicht langsam und
träge. Noch liegt er im Angstschw
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Der Kranke

Der Kranke in seinem Bette, Wie schlief
er so schwer und so bang, Als hin zu der
schwülen Stätte Der erste Lenzhauch
drang. Ein Fenster war
aufgegangen, Durch das er hinei
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Das alte Haus

Der Maurer schreitet frisch heraus, er
soll dich niederbrechen; da ist es mir,
du altes Haus, als hörte ich dich
sprechen: »Wie magst du mich, das lange
Jahr` der Lieb` und Eintr
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Der Mensch

Der Mensch sollte sich selbst
immer als ein Experiment
der Natur betrachten.
Erquickung

Der Vater geht hinaus aufs Land, Sein
muntres Knäblein an der Hand; Getragen
ist des Tages Last, Nun geht er bei der
Nacht zu Gast. Solch frisches
Menschenangesicht, Draus
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Ein Dithmarsischer Bauer

Der warme Sommer scheidet Mit seinem
letzten Strahl; Der Sohn des Südens
schneidet Das Korn zum zweiten Mal; Man
bäckt`s am Donaustrande, Man mahlt`s am
Rhein und Main, Und
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Verschiedener Kasus

Deutsche zogen nach Rom, warum nicht
Russen nach Deutschland? Jene waren ein
Volk, tapfer und markig und frisch, Und
als solches vom Himmel zum Erben der
Römer berufen, Ja, sie blieben`s bis
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Gebet

Die du, über die Sterne weg, mit der
geleerten Schale aufschwebst, um sie am
ew`gen Born eilig wieder zu
füllen: einmal schwenke sie noch, o
Glück, einmal, lächelnde Göttin!
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Nachts

Die dunkle Nacht hüllt Berg und
Tal, Ringsum die tiefste Stille; Die
Sterne zittern allzumal In ihrer
Wolkenhülle; Der Mond mit seinem roten
Schein Blickt in den finstern Bach hi
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Das Kind

Die Mutter lag im Totenschrein, zum
letztenmal geschmückt; da spielt das
kleine Kind herein, das staunend sie
erblickt. Die Blumenkron` im blonden
Haar gefällt ihm gar zu
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Adams Opfer

Die schönsten Früchte, frisch
gepflückt, Trägt er zum grünen
Festaltar, Und bringt, mit Blumen reich
geschmückt, Sie fromm als Morgenopfer
dar. Erst blickt er froh, dann wir
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Der Mensch und die Geschichte

Die Weltgeschichte sucht aus spröden
Stoffen Ein reines Bild der Menschheit
zu gestalten, Vor dem, die jetzt sich
schrankenlos entfalten, Die Individuen
vergehn, die schroffen. D
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Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen
sah! Die Luft ist still, als atmete man
kaum, Und dennoch fallen raschelnd, fern
und nah, Die schönsten Früchte ab von
jedem Baum. O stör
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David und Goliath

Diesen Riesen zu töten, war leicht für
den mutigen Hirten, Welcher, im
Schleudern geschickt, sicher versandte
den Stein. Schwerer fand er es schon,
den Toten des Haupts zu berauben, Doch
es
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An die Kunst

Dir, heil`ge Kunst, dir hab` ich mich
ergeben! Nicht drängt` ich mich, du
riefst mich zum Altare, Ich rang mit
dir, ob ich mich frei bewahre, Du
siegtest, nimm mich denn auf Tod und
Leben!
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An ein schönes Kind

Du blickst, um deiner Mutter Hals dich
schmiegend, Mich hold und lächelnd an,
ein sel`ger Stummer; Die Wonne schließt
den Mund, ihn löst der Kummer, Du
brauchst die Sprache nicht, in Lust d
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Juno Ludovisi

Du lässest uns die Blüte alles
Schönen Und seines Werdens holdes
Wunder sehen; Die Stirn` ist streng, man
sieht`s in ihr entstehen, Wo es noch
ringen muß mit herben Tönen. Di
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An eine edle Liebende

Du meinst in deiner Seele
Dämmerweben, Dir sei das Tiefste so
gelöst in Liebe, Daß dir nichts Eignes
zu bewahren bliebe, Drum willst du ganz
und gar dich ihm ergeben. O, tu` es
... weiterlesen


An Christine Engehausen

Du tränkst des Dichters dämmernde
Gestalten, Die ängstlich zwischen Sein
und Nichtsein schweben, Mit deinem Blut,
und gibst den Schatten Leben, In denen
ungeborne Seelen walten.
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Der schlimmste Egoist

Egoisten sind alle. Der schlimmste aber ist jener,
Welcher nicht glaubt, es zu sein, weil es am Maß ihm gebricht.
Der Maler

Ein Maler trat heran zu mir: »Ich male
dir ihr Bild!« Ich führt` ihn alsobald
zu ihr, Sie litt es freundlich-mild. Er
malte unter Spiel und Scherz Das süße
Angesicht,
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Zwei Wandrer

Ein Stummer zieht durch die Lande, Gott
hat ihm ein Wort vertraut, Das kann er
nicht ergründen, Nur einem darf er`s
verkünden, Den er noch nie
geschaut. Ein Tauber zieht d
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Im römischen Karneval

Einst bin ich unterm Maienbaum
gelegen, Und, wie ich lag, hat sich ein
Wind erhoben! Wie sind die Blüten da um
mich gestoben! Wie unermeßlich schien
des Frühlings Segen! Jetzt,
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Lied

Erdbeer`n pflücken, Ist es doch nicht
weit zum Wald, Wollen junge Rosen
brechen, Sie verwelken ja so
bald! Droben jene Wetterwolke, Die dich
ängstigt, fürcht` ich nicht;
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Die Erde und der Mensch

Ernst Brücke freundschaftlichst
zugeeignet. (1846 gedichtet.)
Dich, alte Erde, muß ich etwas
fragen, Damit ich endlich mir das
Rätsel löse, Mit dem in
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Meinung

Es gehört mehr Mut dazu,
seine Meinung zu ändern,
als ihr treu zu bleiben.
Die Odaliske

Es harrt auf weichem Purpursamt Die
jüngste Sklavin ihres Herrn, Und unter
dunkler Braue flammt Ihr Auge, wie ein
irrer Stern. Sie stammt aus jenem Lande
nicht, Wo ehrbar-b
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Unsere Zeit

Es ist die Zeit des stummen
Weltgerichts; In Wasserfluten nicht und
nicht in Flammen: Die Form der Welt
bricht in sich selbst zusammen, Und
dämmernd tritt die neue aus dem
Nichts.
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Die treuen Brüder

Es sind zwei treue Brüder, Die ziehn in
den Streit hinaus, Noch reden sie hin
und wieder, Da schmettert`s den einen
darnieder, Der andre sieht`s mit
Graus. Der Bruder in se
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Der Baum in der Wüste

Es steht ein Baum im Wüstensand, Der
einzige, der dort gedieh; Die Sonne hat
ihn fast verbrannt, Der Regen tränkt
den durst`gen nie. In seiner falben
Krone hängt Gewürzi
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Die poetische Lizenz

Es tanzt ein Mann auf einem Seil Mit der
Lizenz, den Hals zu brechen, Doch der
Poet an seinem Teil Muß mir nicht von
Lizenzen sprechen; Je schwerer, was er
vor sich sieht, Je leic
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Einsprache aus München

Faselst du? Dies Pasquill verleumdet die
nobelsten Helden, Wie es der rohste Poet
nie noch vermeßner gewagt, Äschylos
nicht einmal, der doch der Prinzessin
von Troja Bilder vom Stier und der
... weiterlesen


Neapolitanisches Bild

Fleißig hämmert der Schmied, mein
Nachbar, da naht sich bedächtig Ihm der
heischende Mönch, willig auch reicht
ihm der Mann, Den er noch kaum verdient
durch frühe Arbeit, den Groschen, Un
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Das Kind am Brunnen

Frau Amme, Frau Amme, das Kind ist
erwacht! Doch die liegt ruhig im
Schlafe. Die Vöglein zwitschern, die
Sonne lacht, Am Hügel weiden die
Schafe. Frau Amme, Frau Amme, d
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Der Invalide

Frei zieh ich durch Dörfer und
Städte, Frei zieh ich von Haus zu
Haus, Und um mein Amt zu vermelden: Ich
glaub, ich säe die Helden Für
künftige Schlachten aus. Einst ha
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Fatale Consequenz

Freunde hast du so viele, wie Tage im Jahre, doch leider
Schließt der Plural hier meistens den Singular aus.
Abendgefühl

Friedlich bekämpfen Nacht sich und
Tag. Wie das zu dämpfen, Wie das zu
lösen vermag! Der mich
bedrückte, Schläfst du schon
Schmerz? Was mich beglückte, Sag
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Herbstgefühl

Grünen, Blühen, Duften,
Glänzen, Reichstes Leben ohne
Grenzen, Alles steigernd, nirgends
stockend. Selbst die kühnsten Wünsche
lockend: Ja, da kann ich wohl
zerfließen,
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Höchstes Gebot

Hab Achtung vor dem Menschenbild, Und
denke, daß, wie auch verborgen, Darin
für irgendeinen Morgen Der Keim zu
allem Höchsten schwillt! Hab Achtung
vor dem Menschenbild,
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An den Tod

Halb aus dem Schlummer erwacht, Den ich
traumlos getrunken, Ach, wie war ich
versunken In die unendliche
Nacht! Tiefes Verdämmern des
Seins, Denkend nichts, noch empfindend
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Halt nicht zu fest...

Halt nicht zu fest, was du gewannst,
Und schlag`s dir aus dem Sinn,
Denn eh` du`s recht beweinen kannst,
Bist du schon selbst dahin!
Das Haus am Meer

Hart an des Meeres Strande baut man ein
festes Haus; als sollt` es ewig
dauern, so heben die trotz`gen
Mauern sich in das Land
hinaus. Mächtige
Hammerschläge erdröh
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Devise für Kunst und Leben

Hast du begriffen, warum die Wanzen und
Flöhe entstehen, Fluchst du nicht mehr
der Natur, daß sie sie schafft, wie
dich selbst, Dann bekämpfe sie einzeln
und warte nicht, bis sie dich stechen:
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Der beste Liebesbrief

Hat sie`s dir denn angetan Im
Vorüberschweben, So verfolge rasch die
Bahn Zu dem neuen Leben. Hasche dir den
Schmetterling Auf dem Rosenhügel, Nimm
ihm mit dem blaue
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Schiffers Abschied

Hier stehn wir unterm Apfelbaum, Hier
will ich von dir scheiden, Hier träumte
ich so manchen Traum, Hier trägt sich
auch ein Leiden. Hier sah ich dich zum
erstenmal, In wi
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Auf eine Biene in der Villa Medicis

Holdes Bienchen, du irrst! Dort winkt
dir blühend der Lorbeer, Sprich, was
umsurrst du denn mir emsig die Wang` und
den Mund? Honig entsaugst du mir nicht,
du seist denn ein schelmisches Mädchen,
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In der Gasse

Ich blicke hinab in die Gasse, Dort
drüben hat sie gewohnt; Das öde,
verlassene Fenster, Wie hell bescheint`s
der Mond. Es gibt so viel zu
beleuchten; O holde Strahlen des
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An meinen Freund Gurlitt

Ich dachte dein, als ich die
Herrlichkeiten Der Steiermark vom Berg
herab erblickte Und im Empfindungswirbel
fast erstickte, Weil mir die Kraft
gebrach, ihn abzuleiten. Denn wer,
... weiterlesen


Geburtsnacht-Traum

Ich durfte über Nacht im Traum Ein
seltsam Fest begehen, Ich habe meine
Väter all Um mich vereint
gesehen. Mein Vater führte stumm den
Zug, Er lächelte hinüber, D
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Die Lerche

Ich kam in Ungarn durch ein Tal
gefahren, Von leichten Rossen schnell
dahingetragen, Und hörte über mir die
Lerche schlagen, Die durch den Äther
zog, den bläulich-klaren. Bald
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Auf ein errötendes junges Mädchen, das ich im Lo

Ich ließ mein Auge auf dem deinen
ruhn, Da ward zur Purpurflamme dein
Gesicht; Du warst ein Kind, ein Mädchen
bist du nun, So weigre auch die
Mädchenfrucht mir nicht. Dein Mund
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Memento vivere

Ich ritt einmal im Dunkeln Spät durch
ein enges Tal; Die Nacht war still und
traurig, Ich still und traurig
zumal. Ich dachte der wenigen
Freunde, Die ich auf Erden fand,
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Sommerbild

Ich sah des Sommers letzte Rose
stehn, Sie war, als ob sie bluten
könne, rot; Da sprach ich schauernd im
Vorübergehen: `So weit im Leben, ist zu
nah am Tod!` Es regte sich kein
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Linde

Ich schritt vorbei an manchem Baum Im
Spiel der Morgenwinde, Ich schwankte hin
in wachem Traum Und sah nicht, wie der
Blinde. Doch plötzlich fuhr ich auf im
Traum Und rief:
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An —

Ich seh` dein Haupt mit Lorbeern reich
bekränzt, Doch auch vom Schnee des
Alters weiß umglänzt. O, kauftest du,
der Welt, wie dir, zum Glück, Jetzt
für den Kranz die Locken dir zurück!
... weiterlesen


Auf die deutsche Künstlerin

Ich will das rohe Feuer nicht, Das,
durch kein Maß zurückgehalten, Hervor,
wie aus der Hölle, bricht, Um gleich
dem Element zu walten; Ich will den
Funken aus den Höhn, Der san
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Der verborgene Kaiser

Ihre Könige kennen die Völker der
Erde: sie rollen Stolz in Karossen
daher, Trommeln und Fahnen voran; Aber
sie haben zugleich auch einen
verborgenen Kaiser, Welcher am Brunnen
vielleicht se
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Schön Hedwig

Im Kreise der Vasallen sitzt Der Ritter,
jung und kühn; Sein dunkles Feuerauge
blitzt, Als wollt` er ziehn zum
Kampfe, Und seine Wangen glühn. Ein
zartes Mägdlein tritt h
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Ein Bild

Im Morgenwinde sah ich Blumen wanken Und
sah, wie sie den Tau der goldnen
Frühe, Daß jede voller dufte, tiefer
glühe, Mit heißem Mund begierig in
sich tranken. Gesättigt sah
... weiterlesen


In das Album meiner Frau

In deiner Seele unbefleckten Adel, In
ihrer Unschuld, wurzeln deine
Schwächen, Und was die meisten vor
gemeinem Tadel Bewahrt, das ist ihr
innerstes Gebrechen. Es könnte einer d
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Der Brahmine

In den bängsten Qualen windet sich der
frömmste der Brahminen, Jahre hat er`s
ausgehalten, heute ist der Tag
erschienen, wo die Kräfte ihn
verlassen, die in ihm den Göttern die
... weiterlesen


Die heilige Drei

In erster Morgenfrühe Naht Herzog
Heinrich schon, Sich für des Tages
Mühe Zu weihen, Gottes Thron. Die
alternde Kapelle Verschwimmt noch halb
im Duft, Doch ist er gleich z
... weiterlesen


Blume und Duft

In Frühlings Heiligtume, Wenn dir ein
Duft an`s Tiefste rührt, Da suche nicht
die Blume, Der ihn ein Hauch
entführt. Der Duft läßt Ew`ges
ahnen, Von unbegrenztem Leben
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Erleuchtung

In unermeßlich tiefen Stunden Hast du,
in ahnungsvollem Schmerz, Den Geist des
Weltalls nie empfunden, Der
niederflammte in dein Herz? Jedwedes
Dasein zu ergänzen Durch ei
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Ein griechischer Kaiser

Ist`s ein Narr bloß? Ist`s ein
Weiser? Dreißig Jahre
eingeschlossen, Sitzt er schon in
dunkler Klause. Selbst erforschen will`s
der Kaiser, Und, vom höchsten Glanz
umflossen, Na
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Nach dem ersten Abend bei Franconi in Paris

Jammer, du rührst mich nicht mehr! Denn
daß es dem feurigen Proteus In des
Odysseus Arm, der ihn nicht einmal
befragt, Der ihn nur stumm erdrückt und
an der Verwandlung verhindert, Daß es
... weiterlesen


Ein eckiges Etwas

Jedenfalls ist es besser,
ein eckiges Etwas zu sein
als ein rundes Nichts.
Letzter Gruß

Jungfraunbilder, früh erblichen, In dem
Haar den
Myrtenkranz, Dämmernd-schwebende
Gestalten, Steigen auf bei
Mondenglanz. Wollt ihr mit den weißen
Händen, Die den Knaben
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Das Höchste und das Tiefste

Kein Gewissen zu haben, bezeichnet das Höchste und Tiefste,
Denn es erlischt nur im Gott, doch es verstummt auch im Tier.
Kein Lebewohl, kein banges Scheiden

Kein Lebewohl, kein banges
Scheiden! Viel lieber ein
Geschiedensein! Ertragen kann ich jedes
Leiden, Doch trinken kann ich`s nicht,
wie Wein. Wir saßen gestern noch
beisammen,
... weiterlesen


Thorwaldsens Ganymed und der Adler

Knabe, süßer, wunderbarer, Unterm Kuß
des Zeus gereift, Blüte, die in
leuchtend-klarer Schönheit nie der Wind
gestreift: Sorgsam tränkst du und
ästhetisch, Wenn auch
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Liebesprobe

Laß den Jüngling, der dich liebt, Eine
Lilie pflücken, Eh dein Herz sich ihm
ergibt, Um ihn zu beglücken. Wird kein
Tropfen von dem Tau Dann durch ihn
vergossen, D
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Lustig tritt ein schöner Knabe...

Lustig tritt ein schöner Knabe In die
Abendschenke ein, Und sogleich zur
kühlen Labe Bringt die Kellnerin den
Wein. Ihn gelüstet`s, sie zu
küssen, Er umschließt sie, fe
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Höchstes Kriterium der Bildung

Mancher ist ehrlich genug, mit Ernst und
Eifer zu prüfen, Was er ist in dem
Kreis, dem die Natur ihn
bestimmt; Wenige haben den Mut, den
Kreis zu prüfen und redlich Zu
ermitteln, wieviel die
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La chiesa sotterranea die Capucini a Roma

Menschengebeine hat man zu Sternen und
Blumen verflochten, Von der farbigen
Wand grinsen sie zierlich
herab; Aufgestapelte Schädel umstehn in
geordneten Reihen Dämmernde Nischen,
worin manch
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Vor dem Laokoon

Michel Angelo hieß als Wunder der Kunst
dich willkommen, Weil du als
Gegengewicht gegen den schönen
Apoll, Der den Raphael trug und ihn
verneinte, ihm dientest; Mancher sprach
es ihm nach, a
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Großmutter

Mit Ehrfurcht stand ich einst vor
dir, In einer ernsten Stunde; Den Segen,
fromm, erbat ich mir Von deinem heil`gen
Munde. Du sahst nicht mehr, du hörtest
kaum, Kalt wurden deine
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An Freund La Roche

nachdem er an zwei aufeinander folgenden
Tagen der Gefahr, im See zu ertrinken
und im Bade erschlagen zu werden,
glücklich entgangen war: Zu welchen
ungeheuren Dingen Hat dich der Him
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Natur, du kannst mich nicht vernichten

Natur, du kannst mich nicht
vernichten, Weil es dich selbst
vernichten heißt, Du kannst auf kein
Atom verzichten, Das einmal mit im
Weltall kreist; Du mußt sie alle
wieder wecke
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Napoleon

Nennt doch den Korsen nicht groß! Er
wußte die Menschen zu brauchen, Wies
jedwedem den Platz, welcher ihm eignete,
an, Knüpfte, was rings geschah, mit
klugem Geiste zusammen, Nutze es listi
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Geschlossener Kreis

Nicht vermochte die Traube den Wein noch
länger zu halten, Als man sie kelterte,
war sie dem Zerspringen schon nah; Auch
nicht konnte das Faß, das starke, den
feurigen fesseln, Wenn man nich
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Der Führer durchs Leben

Nie verbinde dich einem, der das als Mittel behandelt,
Was dir Zweck ist, du selbst bist nur ein Mittel für ihn!
Neue Liebe

O Blitz, der aus dem Tiefsten
springt Und mir durch jede Faser
zuckt, Der mich mit neuer Glut
durchdringt, Die sonst mein Innres still
verschluckt; Ich grüße dich viel
tausendmal
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Die Freiheit der Sünde

O glaube nicht, daß du durch deine
Sünde Die Welt verwirrst! Wie du
auch freveln mögest, Und ob du Gott
dein Ich auch ganz entzögest, Du
hinderst nicht, daß sie zum Kreis sich

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Morgen und Abend

O Morgenzeit, du frische Zeit! Des
Lebens reichste Quelle! Du machst die
enge Brust mir weit, Das trübe Aug` mir
helle! Mir ist, als dürft` ich
auferstehn Aus einem dumpfen Grabe
... weiterlesen


An den Künstler

Ob du auch bilden magst, was
unvergänglich Durch alle Zeiten wandeln
soll und glänzen, Doch wird dich die,
in der du lebst, nicht kränzen, Sie
wird dir trotzen, stumpf und
unempfänglich.
... weiterlesen


Natur und Mensch

Oft schon kam es mir vor, Natur, als
hättst du zu zeitig In dein Werk dich
verliebt und die Vollendung
versäumt. Weil der Mensch dir gefiel,
so bliebst du stehen beim Menschen, Und
erwecktes
... weiterlesen


Mysterium

Oh, könnte ich den Faden doch
gewinnen, Der, mich mit Gott und der
Natur verknüpfend, Und, abgewickelt,
das Geheimste lüpfend, Verborgen sitzt
im Geist und in den Sinnen! Wie w
... weiterlesen


Nachtlied

Quellende, schwellende Nacht, Voll von
Lichtern und Sternen: In den ewigen
Fernen, Sage, was ist da erwacht! Herz
in der Brust wird beengt, Steigendes,
neigendes Leben,
... weiterlesen


An die Exakten

Rasselt nur nicht zu viel mit Kette und
Messer und Wage, Machte der
Himmel euch stolz, den ihr berechnet und
meßt, Nun, so schaut auf die Frau und
werdet wieder bescheiden,
... weiterlesen


An die Exakten.

Rasselt nur nicht zu viel mit Kette und
Messer und Wage, Machte der Himmel euch
stolz, den ihr berechnet und meßt, Nun,
so schaut auf die Frau und werdet wieder
bescheiden, Denn ihr fragt euc
... weiterlesen


Grenze des Denkens

Rein zu denken, vermeinst du? Wie sehr
du die Bilder auch sichtest, Bilder
bleiben es doch, wenn auch zu Worten
verdünnt, Und sie borgen sich bloß im
ewigen Wechsel die Lichter, Denn das ers
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Frühlingslied

Ringt um des Jubels Krone! Die Sonne
ruft zum Strauß Vom blauen
Himmelsraume, Auch schaut aus jedem
Baume Der Frühling schon heraus. Ringt
um des Jubels Krone! Das V
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Das Opfer des Frühlings

Sah ich je ein Blau, wie droben Klar und
voll den Himmel schmückt? Nicht in
Augen, sanft gehoben, Nicht in Veilchen,
still gebückt! Leiser scheint der Fluß
zu wallen Unter seine
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Mahnung

Schilt nimmermehr die Stunde hart, Die
fort von dir was Teures reißt; Sie
schreitet durch die Gegenwart Als ferner
Zukunft dunkler Geist; Sie will dich
vorbereiten, ernst, Auf das
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Einziges Geschiedensein

Schlummernd im schwellenden Grün Liegst
du, wo Lüfte dich fächeln! Mädchen,
was spiegelt dies Lächeln, Spiegelt
dies zarte Erglühn? Ach, wie
beschleicht es mit Schmerz
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Liebeszauber

Schwül wird diese Nacht. Am
Himmelsbogen Ziehn die Wolken dichter
sich zusammen, Breit beglänzt von
Wetterleuchtens Flammen Und von roten
Blitzen scharf durchzogen. Alles Leben
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Leben

Seele, die du, unergründlich Tief
versenkt, dich ätherwärts Schwingen
möchtest und allstündlich Dich gehemmt
wähnst durch den Schmerz - An den
Taucher, an den stillen, Denke,
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Die junge Mutter

Sie hat ein Kind geboren, Zu höchster
Lust in tiefstem Leid, Und ist nun ganz
verloren In seine stumme
Lieblichkeit. Es blüht zwei kurze
Tage, So daß sie`s eben küssen m
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Niederländische Schule

Siehst du den Meister? Er spuckt! Nun
hat er, was ihn begeistert, Wenn er den
Auswurf kopiert, tut er der Schule
genug. Greift dann gar der Beschauer mit
einem Pfui! zum Schnupftuch, Weil er f
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Der letzte Baum

So wie die Sonne untergeht, Gibt`s einen
letzten Baum, Der, wie in Morgenflammen,
steht Am fernsten Himmelssaum. Es ist
ein Baum und weiter nichts Doch denkt
man in der Nach
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Auf das Nibelungenlied

Taubstumm scheinst du mir zwar, du
redest öfter durch Zeichen Oder
Gebärden, als durch unser geschmeidiges
Wort, Ja, du bedienst dich auch dann
noch des schlichtesten, das du nur
findest, Ab
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Der Mensch und die Güter des Lebens

Tausend Libellen umgaukeln den Menschen
und schillern und locken, Aber die
schönste ist grau, wenn er sie endlich
erhascht. Wäre es anders und schmückte
der goldene Staub, der die Flügel J
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Horn und Flöte

Tief in des Berges Grunde, Da ruhte das
Metall, In ödem Steingeklüfte, Taub,
ohne Glanz und Schall. Oft um des Berges
Gipfel Hat dumpf der Sturm
gerauscht, Man hat in seine
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An die Jünglinge

Trinkt des Weines dunkle Kraft, Die euch
durch die Seele fließt Und zu heil`ger
Rechenschaft Sie im Innersten
erschließt! Blickt hinab nun in den
Grund, Dem das Leben still entst
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Villa reale a Napoli

Unter duftigen Bäumen, vom Hauch des
Abends durchsäuselt, Sammelt von
reizenden Fraun still sich ein
glänzender Flor; Leise ergießt sich
der Strom melodischer Klänge und
schaukelt Zwische
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Unterm Baum

Unterm Baum im Sonnenstrahle Liegt ein
rotes, träges Kind, Schläft so lange,
bis zum Mahle Früchte abgefallen
sind. Einer hängt der schweren
Äste Fast herab auf sein Ge
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Bei der Bestattung des Herzogs von Augustenburg

Volk, was tummelst du dich? »Der Herzog
wird ja begraben! Hörst du die Glocken
denn nicht? Laut genug hallen sie
doch!« O, du glückliche Menge, dir
kann es nimmermehr fehlen, Alles wird di
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Knabentod

Vom Berg der Knab`, Der zieht hinab In
heißen Sommertagen; Im Tannenwald, Da
macht er Halt, Er kann sich kaum noch
tragen. Den wilden Bach, Er sieht ihn
jach
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Sie seh`n sich nicht wieder

Von dunkelnden Wogen Hinunter
gezogen, Zwei schimmernde Schwäne, sie
schiffen daher, Die Winde, sie
schwellen Allmälig die Wellen, Die
Nebel, sie senken sich finster und
schwer.
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Sie sehn sich nicht wieder

Von dunkelnden
Wogen Hinuntergezogen, Zwei schimmernde
Schwäne, sie schiffen daher, Die Winde,
sie schwellen Allmählich die
Wellen, Die Nebel, sie senken sich
finster und schwer.
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Menschenlos

Was der Mensch auch gewinne, er muß es zu teuer bezahlen,
Wär` es auch nur mit der Furcht, ob er`s nicht wieder verliert.
An einen Freund

Was dir Schlimmes oder Gutes Auch das
Leben bringen kann, Nimmst du stets
gelaßnen Mutes Und zufriednen Sinnes
an. Nur das Ganze macht dir
Sorgen, Nur, was nie ein Mensch e
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Jedermann ins Album

Was ich dir wünsche, mein Freund? Ich
wünsche allen dasselbe: Finde jeglicher
den, der ihm im Innersten gleicht! Bist
du ein Guter, so kann dich der Himmel
nicht besser belohnen, Bist du ein
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Das Gesetz

Was ich will vom Gesetz? Es soll das
Höchste verlangen, Was der Beste
vermag, wenn er die Kraft nur
gebraucht. So beschützt es die Welt
vorm Bösen und steht auch dem
Guten Gegen sich selber
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Was ist das für ein Frauenbild...

Was ist das für ein Frauenbild In
dürftigem Gewand? Sie stützt ein
Antlitz, krank und mild, In eine weiße
Hand. Sie sieht nach mir, wird rot und
bleich, Lacht gellend au
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Dämmer-Empfindung

Was treibt mich hier von hinnen? Was
lockt mich dort geheimnisvoll? Was
ist`s, das ich gewinnen, Und was, womit
ich`s kaufen soll? Trat unsichtbar mein
Erbe, Ein Geist, ein
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Herr und Knecht

Weg das Gesicht! Ich duld es nicht! Wo
ist der zweite Jäger? So ruft der Graf
in zorn`gem Ton, Der Alte schleicht
betrübt davon, Des Forstes bester
Pfleger. Das Hift
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Monolog eines Modelljägers

Welch ein herrlicher Kopf! Und einer der
vielen des Pöbels! Macht sie nicht heut
das Modell, macht sie es morgen
gewiß, Wenn sie des Hutes bedarf, ihn
gegen die Sonne zu schützen; Welchem R
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Homo sapiens

Welch ein Narr ist der Mensch! In allem muß er sich spiegeln!
Selbst in Sonne und Mond hat er sein Antlitz entdeckt.
Im Frühling

Welch ein reizendes Bild! Der Baum, von
ferne gesehen, Zeigt uns nicht Zweige
und Laub, zeigt uns die Blüten
allein, Die, zur Wolke geballt, ihn
krönen, da scheint denn sein Wipfel Uns
ein m
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Auf die Genesung eines schönen Mädchens

Wenn der Tod in neidischem
Verlangen Auch schon an dein keusches
Bette trat, Ist er doch
zurückgegangen, Als er dich gesehen
hat. Seine tränenlosen Augen
hingen, Wie ersta
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Die menschliche Gesellschaft

Wenn du verkörpert wärst zu einem
Leibe, Mit allen deinen Satzungen und
Rechten, Die das Lebendig-Freie schamlos
knechten, Damit dem Toten diese Welt
verbleibe; Die gottverfluch
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Bubensonntag

Wenn ich einst, ein kleiner
Bube, Sonntags früh im Bette lag, und
die helle Kirchenglocke all das
Schweigen unterbrach: O wie schlüpft`
ich dann so hurtig aus dem Bett ins
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Nachtgefühl

Wenn ich mich abends
entkleide, Gemachsam, Stück für
Stück, So tragen die müden
Gedanken Mich vorwärts oder
zurück. Ich denke der alten Tage, Da
zog die Mutter mich au
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Das Heiligste

Wenn zwei sich ineinander still
versenken, Nicht durch ein schnödes
Feuer aufgewiegelt, Nein, keusch in
Liebe, die die Unschuld spiegelt, Und
schamhaft zitternd, während sie sich
tränken;
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Apollo von Belvedere

Wer schön, wie du, ist, soll dich einst
zerschlagen! So sprach der Meister, als
er dich vollendet Und vor dir stand, von
deinem Glanz geblendet: Er hatte nichts
bei diesem Wort zu wagen.
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Doppelter Krieg

Wie sollten sich des Schönen Priester
hassen, Wie sollten sie unedel sich
bekriegen! Ein jeder wird dem andern
gern erliegen, Das heißt, sich gern von
ihm bewirten lassen! Doch
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Napoleon und Staps

Wie vor Varus, den Römer, so trat im
geknechteten Deutschland Vor Napoleon
auch mahnend die Nemesis hin. Hätt` er
den Jüngling verstanden, der, ohne zu
zittern, das Leben Vor die Füße im
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Ein Geburtstag auf der Reise

Wie wird mir so beklommen, Obgleich ich
ruhig schlief! Wär` heut der Tag
gekommen, Der mich ins Leben rief? Ja,
sagt mir der Kalender, Ein Strauß des
Freundes auch, Den der
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An meine Frau

Wieder anders die Blumen gesetzt und die
Nipse geordnet, Anders die Bilder
gehängt, anders die Spiegel
gestellt! Teuerstes Weib, du bist so
treu und beständig im großen, Daß du
das starke
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Ich und du

Wir träumten voneinander und sind davon
erwacht. Wir leben, um uns zu
lieben, und sinken zurück in die
Nacht. Du tratst aus meinem Traume, aus
deinem trat ich hervor.
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Zur Geburt

Wir wünschen euch und eurem Kinde an
Glück, so viel das Herz nur fasst. Und
ein Willkommensangebinde sei Gruß dem
neuen Erdengast. Er soll ein braver
Junge werden und euc
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Auf ein sehr schönes junge Mädchen

Wohl lächelt mir dein roter Mund, Wohl
reizt mich deine Huldgestalt, Doch such`
ich nicht mit dir den Bund, Denn du bist
jung und ich bin alt. Dir würde ein
Antinous, Der
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Die tragische Kunst

Wohl soll die Kunst euch stets
erfreun, Selbst durch das blut`ge
Trauerspiel, Nur müßt ihr nicht das
Mittel scheun, Durch das sie`s hier
erreicht, dies Ziel. Die Sonne lacht
euch ohne
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An den Menschen

Wünsche dir nicht zu scharf das Auge, denn wenn du die Toten
In der Erde erst siehst, siehst du die Blumen nicht mehr!
Das abgeschiedne Kind an seine Mutter

Zu Weihnacht. O, meine Mutter, schwer
war unser Scheiden, Drum muß ich mich
noch einmal zu dir wenden, Dich zu
beschwichtigen in deinem Leiden! Und ob
mich auch die tausen
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Christus und seine Apostel

Zwölf Apostel und doch nur ein einziger Judas darunter?
Würbe der Göttliche heut, zählte er mindestens elf!
`s ist Mitternacht!

`s ist Mitternacht! Der eine schläft,
der andre wacht. Er schaut beim blauen
Mondenlicht Dem Schläfer still ins
Angesicht; Drin tut ein böser Traum
sich kund, Wie seltsam zuckt
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Ein Narr in Folio

»Dichter sollte ich sein, doch will es
leider die Zeit nicht; Wäre sie, was
sie nicht ist, wäre ich, was ich nicht
bin!« Schwanger fühle ich mich, den
Heiland könnt` ich gebären, Aber d
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Grundirrtum

»Hätte der Rüstige nicht so viel
gedichtet, er hätte Höhere Flüge
getan, hätte die Sterne
erreicht!« Wäre die Wiese nicht leider
in Butterblumen zerflossen, Eine Aloe
wär` sicher zul
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Aus der Kindheit

»Ja, das Kätzchen hat gestohlen, und
das Kätzchen wird ertränkt. Nachbars
Peter sollst du holen, daß er es im
Teich versenkt!« Nachbars Peter hat`s
vernommen, ungerufe
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Wohin so flink, du junges Kind?...

»Wohin so flink, du junges Kind?« Ich
trage Geld ins Städtchen! »Da weiß
ich einen viel nähern Weg, Den führ`
ich dich, o Mädchen.« Sie folgt ihm
in den dicken Wald;
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