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Gedichte - Friedrich Logau


Von denen dreyen Briegischen Fürsten

(1) George, (2) Ludwig,
(3) Christian, Was zeiget dieses
Kleeblatt an? (1) Viel Segen für das
Vaterland, (3) Viel Heil für Christus
Kirchen-Stand, (2) Viel Trost und Lust
für iede

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An die Braut

(Auß Versetzung des
Nahmens: eilff Knaben.) Jungfer
Braut, in eurem Namen Find ich so
gewiß als Amen Eurer Ehe
Kinderlein. Was darinnen von Eilff
Knaben Wo ist übri

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Neunerlei Fragen und neunerlei Antwort

1. Wie kümmt es, daß
die Welt im argen ist versunken? Sie
ließ den rechten Weg und gieng nur nach
Gedunken. 2. Wie kümmt es, daß die
Zeit nicht wil gebessert werden?

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Straff-Buchstaben

size='4'>1P1K1H 2e2r2u 3s3i3n 4t4e4g 5g5e 6r Wen
Gott nicht mit Vier, Fünff, Sechs
Zeichen Kan auß dem A.B.C.
erweichen, Der wird nicht weich (ist
gläub
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Engel

Ach, wann wir solten
sehen, Was uns künt offt
geschehen, Wann nicht deß Himmels
Wächter Uns stünden für
Verfechter, Wir würden uns
entsetzen, Und für gar blöde
schätz

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Brautschrifft

All ihr Künstler in der
Welt, Derer kühnes Auge-schauen Euch
so viel kan Häuser bauen In das blaue
Götter-Feld: Könnt ihr nicht voran
mir sagen, Was sich gutes zu wird
tr

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Die Ost-See, oder das balthische Meer

Alle Flüsse gehn ins
Meer; Alle kummen dannen her. Zwar,
daß in die Osten-See, Ist gewiß, die
Oder geh, Ungewiß, daß ihre
Flut Unsrer Oder kummt zu
gut. Ost-See, u

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An die Schweden

Alles Inselt von dem
Vieh, das ihr raubtet durch das
Land, Asche von gesammtem Ort, den ihr
setztet in den Brand, Gebe Seiffe nicht
genug, auch die Oder reichte
nicht Abzuwaschen innren Fle

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Von einer Fürstin

Alles, was heilsam, was
löblich sich nennet, Was sich selbst
herrlich und witzig bekennet, Kumme mit
Eile, den Fehler zu büssen, Lege der
Fürstin sich nieder zun
Füssen. Alles, w

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Feste-macher.

Als Cænis hieß Cænis,
da war sie ein Weib, Da lidte, da
thäte, was weibisch, ihr Leib; Da
Cænis hieß Cæneus, da war sie ein
Mann, Dem Schwerter nichts hatten, dem
Spiesse nichts an;

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An die Fichte auff meinem Gute

Als offt ich sagen kan,
daß ich, du edle Fichte, Deß Sommers
meinen Gang zu deinem Schaten
richte, So offte muß ich mir auch
beichten meine Schuld, Daß ich dich
nicht geehrt, wie billic

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Menschliches Elende

Alsbald ein neues
Kind Die erste Lufft entfindt, So hebt
es an zu weinen; Die Sonne muß ihm
scheinen Den viermahl zehnden Tag, Eh
als es lachen mag. O Welt, bey
deinen

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Schmätzrichen

Amor saß zu nechst
betrübet, Weil sein Pfeil was
mißgeübet, So doch selten sich
begibet; Sahe drauff zwei Mündlein
ringen, Hörte süsse Schmatzer
klingen, Da hub Amor an

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Brautschrifft

An den Bräutigam. Ich
weiß nicht, was man glaubt; ich weiß
nicht, wem man trauet. Ich hätt` ein
hohes Schloß, Herr Bräutigam,
gebauet Auff eurer Worte Grund, als wie
auff Fels

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An einen Geistlichen...

An einen Geistlichen,
Martinus Nentwieg; versetzet: Sey gut
mit warnnen Deß Herren Schwerdt, das
schmeisst, der Zorn des Herren
brennet; Wir sind schon um und um von
seinem Heer berennet

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An etliche Lobsprecher eines verstorbenen Heldens

An etliche Lobsprecher
eines verstorbenen Heldens Ihr klugen,
derer Faust die Feder embsig
führet, Zu klagen dessen Tod, der an
die Wolken rühret Durch Thaten ohne
gleich, durch Thaten, d

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An I.F.G. Hertzog Ludwigen zum Brieg. Ludewig

An I.F.G. Hertzog
Ludwigen zum Brieg. Ludewig, durch
Theilung der Sylben: Lud ewig Der
redliche Piast, begabt mit fromer
Güte, Gerechtigkeit und Treu, lud
alles Volcks Gemüte Durc

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Heutige Welt-Kunst

Anders seyn und anders
scheinen, Anders reden, anders
meinen, Alles loben, alles
tragen, Allen heucheln, stets
behagen, Allem Winde Segel
geben, Bös- und Guten dienstbar
lebe

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Steuer

Andre Länder geben
Steuer nach dem Kopff und nach
Genieß; Wir, nach dem sich unbesonnen
weiland einer schätzen ließ. Wer das
Leben kaum noch hat, wer sonst alles hat
versetzet, Muß noc

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Kurtzweilen

Andre mügen Gläser
stürtzen; Andre mügen Hund
anbeten; Andre mügen näschig geilen
da bey Greten, dort bey Keten, Mügen
Glück auff Blätter bauen, mügen
blicklich Kleider wandeln, M

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Anne Sofie, Hertzoginn

Anne Sofie, Hertzoginn,
versetzt: Sonne zog in eine Fahrt. Oder:
Anne Sofieh, Hertzoginne, versetzt: Geh,
o feine Sonnen-Ziraht Sonne, die das
Land vergoldte, wo das frome Strelitz
steht, Zog in e

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Brautschrifft

Auff deinen Hochzeit Tag,
mein Freund, dir was zu machen, Hast du
mich angesucht. Ich bin zu diesen
Sachen So willig als verpflicht; nim du
für lieb nur an Diß, was nicht, wie
es soll, is

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Reime außm Stegereiff

Auff einem Fusse stehn
und hundert Verse schmieden Das hab ich
nie gekunt und bins auch wol
zufrieden, Daß ich es noch nicht kan.
Ein Piltz wächst eine Nacht, Die andre
fällt er hin; dru

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Beschreibung der Fuchsschwäntzerey

Auß Joseph Hallens
Charactere Vitiorum et Virtutum, zum
theil übersetzt. Ich kenn ein
höllisch Volck, die Brüder der
Erinnen, Ein Art, von aussen Gold und
lauter Koth von innen;

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Weg deß Lebens

Bey dem Tag in einer
Wolcke, In dem Feuer bey der
Nacht Gieng Gott herfür Jacobs
Volcke, Biß er in ihr Land sie
bracht. Christus geht für seinem
Volke, Daß er sie durch he

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Ein guter Koch, ein guter Rath

Bey Hofe kan ein guter
Koch auch seyn ein guter Rath; Er
weiß, was seinem Herren schmeckt, und
was er gerne hat; Er trägt verdecktes
Essen auff und Essen nur zu
schau, Geust Söder auff u

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Brautschrifft

Bey so wildem wüsten
Wesen, Da fast niemand kan genesen, Da
die Wolfahrt gar verfähret, Da das
Heil sich abezehret, Wil von ihren
besten Sachen Ordnung eine Jungfer
machen.

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Von einem Geschencke an die Liebste

Beßres was solt euren
Ehren, Edles Bild, zu dienen
kummen, Aber wo wird das
genummen, Daß sie möcht um etwas
mehren? Das, was kummt, ist kaum zu
nennen; Der es schickt, ist

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Auff Bonosum

Bonosus ist ein
Stücke In grosser Läng und
Dicke; Das ladet man mit
Speise Gemeinlich
Centner-weise; Stöst Wein mit Wein
zusammen, So speit es dicke
Flammen; Zwar ni

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Von einem Bräutigam, Braut und Pfarr

Braut und Bräutgam ward
getraut; eh ein iedes nun empfing Ihrer
Pflichten offnes Pfand, wie
gebräuchlich, einen Ring, Ward die
Braut noch fertig eh, als damit der
Bräutigam war; Dann der

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Brieg, versetzt: Begir

Brieg, du warst für
allen Nimpffen, Die am Oderstrome
schimpffen, Lange Zeit her für und
für Aller Cavalliers Begir. Alle
liebten dein Vermügen, Keiner aber
dein Vergnüge

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Ein Buch

Buch kümmet her vom Bug
und Bogen von dem bügen, Wann sie man
in ein Buch zusammen pflegt zu
fügen. Bey Klugen, du mein Buch, thu
willig einen Bug Und bitte sie um Gunst
für das, was ni

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Gute und Böse

Bös und Gute lässt GOTT
wallen Auff deß Lebens krummer
Brucke, Nicht daß jen ihm wol
gefallen, Daß er sie zur Busse
locke. Wir, die wir für Ketzer
schätzen, Wollen wir

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Der Schamhafftigkeit Farbe

Carmesin-roth hält man
werth; Reines Weiß wird offt
begehrt; Purpur hat nicht schlechten
Ruhm; Gold begehrt das
Eigenthum; Billich aber wird
geacht Farbe, die die Tugend mac

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Reich, durch Versetzung: Cheir

Cheir heist Griechen eine
Hand, Stecket in dem Wörtlein
Reich. Wer da reich ist, werde
gleich Einer milden Hand erkant, Die
da gibet und nichts nimmt, Die
verschenkt und nich

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Von vier Hirtinnen

Chloris, Doris, Iris,
Ciris liebten einen Hirten alle; Ihm zu
weisen mit dem Wercke, daß er ieden wol
gefalle, Krönte Chloris ihn mit
Blumen; Doris bracht ihm
Honig-Schnidte; Iris grüsse

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Christi Verdienst um mich Unverdienten

Christus, der für mich
gab sich, Wil für sich nichts mehr als
mich. Lieber Gott! wann an der
Zahl Ich wer ich viel tausend
mahl, Wär mein Werth doch nimmer
werth, Daß mich

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Seligmacher

Christus, der uns selig
macht, Ward für uns ans Creutz
gebracht. O wie würden sich
bedencken, Die manchmal das
Seligseyn Suchen nur durch frembde
Pein, Wenn sie selbsten sol

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Auff Curiosum

Curiosus grämt sich
sehr, was ein andrer hat zu
leben; Curiosus grämt sich sehr, was
ein andrer hat zu geben; Curiosus
grämt sich sehr, was ein andrer führt
für Lehre; Curiosus grämt

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Der Frühling

Da der göldne
Sonnen-Wagen Frühlings-Zucker bringt
getragen, Daß die süssen
Zwillings-Küsse Tag und Nächte machen
süsse, Da der Himmel gütig
lachet, Da die Erde Schmü

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Reiche Verwüstung

Da dieses Land war reich
für Jahren, Da glaubten wir, daß
Bettler waren; Nun dieses Land durch
langes kriegen Bleibt Menschen-leer und
wüste liegen, Ist Steuer gar nicht zu
berede

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Auf eines Helden Verleumder

Da du lebtest, werther
Held, Ward dein Ruhm bergauff
gestellt. Nun von uns du bist
entwand, Wird dein Ruhm kaum noch
erkannt. Nämlich wenn der Löw ligt
tod, Ist er auch der

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Hochzeit-Wuntsch

Da gleich das Jahr
ietzund ist kummen in die Wochen Und
trägt uns gütig auff Confeckt und gute
Kuchen, So viel der Unfall ließ, da
habt ihr, liebes Paar, Gleich euren
Hochzeit-Tag. Gott

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Rückkunfft vom Freunde, Ankunfft zur Freundin

Da, wo ich ietzund war,
da war mir hertzlich wol; Wol wird mir
wieder seyn, wohin ich kommen
sol. Gunst ohne Falsch war hier, dort
ist Lieb ohne List; Hier ward ich sehr
geehrt, dort werd i

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Deutsche Sprache

Das Deutsche Land ist
arm; die Sprache kan es sagen, Die
ietzt so mager ist, daß ihr man zu muß
tragen Auß Franckreich, was sie darff,
und her vom Tiber-Strom, Wo vor Latein
starb auch m

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Der beste Wechsel

Das verwesen
Bringt genesen;
Das verzehren
Kan verklären
Uns gewehren.
Gottes Wort

Das, Was Gott
heist, Wers leist, Der besteht, Wanns
gleich geht Arg überauß, Tumm, krumm
und krauß. Er lacht nur dazu, Was
immermehr thu

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An eben denselbten

Daß die dreimal drei
Göttinnen Dich so herrlich
angenommen, Da du bist auff Pindus
kommen, Ist geschehen, daß sie
können Ietzund für Bellona
wüten Ihren Stand durch dich

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Ein thätiges Christenthum

Daß glauben, lieben und
das leiden Die lassen sich nicht gerne
scheiden; Der diese drey begehrt zu
trennen, Den darff man keinen Christen
nennen. Dann der, dem leiden ist
verdrießl

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Kunst verstummet

Daß ietzund die
Pierinnen, Mars, für dir nicht reden
können, Freu dich nicht; es ist ihr
Wille, Ungehindert in der Stille Sich
mit Rechte zu berathen Auff ein Urtheil
deine

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Von meinen Reimen

Daß immerdar mein Reim,
das sag ich nicht, recht lauffe; Ich
schliesse mich nicht gantz in
Schrancken, die der Hauffe Der
Reimen-Künstler baut. Das lang für
kurtz, für lang Das kurtz, d

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Die Lügen

Daß mehr als Hurerey,
Daß Lügen Sünde sey,
Kümmt her, weil dieses fuhr
Gar wider die Natur,
Und jenes in gemein
Natürlich pflegt zu seyn.
Die Steuer

Daß mein Buch die theure
Gabe Allen zu gefallen habe, Gläub
ich nicht; doch wil ich hoffen, Das,
was folgt, sei gar getroffen: O es
müsse höllisch Feuer Fressen die
verflu

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Von diesem Buche

Daß mein Buch, sagt mir
mein Mut, Noch gantz böse, noch gantz
gut. Kummen drüber arge Fliegen, Wird
gesund es bleiben liegen, Und das faule
leiden an; Kummen aber Bienen dr

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Gewerbs-Mittel

Daß nicht Justinian uns
allewege zeiget, Wodurch man was
erwirbt und viel davon
verschweiget, Geschah vielleicht auß
Neid, vielleicht auß
unbewust, Vielleicht auß Überdruß,
dieweil es

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Hofe-Lied

Daß was gehet auff,
Sauffet tapffer drauff!
Leicht ist zu gedencken,
Magen muß man träncken;
Wo da ist ein Fürst,
Ist auch wer, den dürst.
Auf den Tadler

Dein Momus wil ich nicht
seyn, Momus, noch vernichten Dein
Urtheil, wenn du sprichst: Das Vers- und
Reime-Tichten Sei Schulenfüchserei.
Wie aber, daß das lesen Noch gültig
bei dir ist al

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Schmähliche Feigheit

Den, der sich nicht
wehren wil, heist man, wie man heist das
Theil, Das deß Hundes Weib so frey
pflegt zu brauchen und so geil. Wie so
diß? Weil ieder Hund dran sich macht,
dran reibt, dran reuc

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Mittelbare Thaten

Der an Jahren schwer
gleich träget, Viel an Kräfften
abgeleget, Wann er nur ist frisch von
Rathe, Ist noch doch ein gut
Soldate. Wer nichts mehr vermag von
Thaten, Ob er vie

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Würde

Der Centner-schweren
Bürde Von Hoheit und von Würde Wird
emsig nach getrachtet; Die Last wird
nicht geachtet. O, drunter nicht zu
schwitzen, Nur weich darauff zu
sitzen,

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Rhein-Fluß

Der dich erstlich nante
Rhein, Wolte, glaub ich, sprechen
Wein. Der dich erstlich nante
Rhenus, Wollte, glaub ich, sprechen
Venus. Was die Venus im Latein Ist
uns, Rhenus, deu

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Haus-Uhr

Der Ehstand ist zur Zeit
dem Uhrwerck zu vergleichen, Das nach
dem Wetter offt von rechter Spur wil
weichen. Die Unruh, die keinmal sol
stehen, ist das lieben, Die vom
Gewichte doch deß Gl

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Hochzeit-Wuntsch

Der Fried ist nun
gemacht, die Einigkeit
verpflichtet; Die Treu ist nun
verknüpfft, die Freundschafft
angerichtet. Der diesen Bund gestifft,
erhalte diesen Bund, Daß er besteh
zuletzt, wi

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Auff Melampsychum

Der Himmel geust nicht
leicht auff einen alle Gaben; Daß
derer dann so viel Melampsychus kan
haben? Durch Kirche, Schule, Hof, durch
Rent- und Cantzeley, Land,
Wirthschafft, Rathhaus, Stad

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Erneuertes Schlesien

Der Krieger Art und Werk
bißher war rauben, stehlen; Der
Stäter Art und Werk erkauffen und
verhölen. Es ist was starck gesagt. Es
ist ja gut gemeinet, Wiewols von aussen
nicht, als wie e

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Auff Schwollium

Der Praler Schwollius wil
gar nicht wohnen enge; Sein Hauß muß
sein geraumt, gewaschen alle
Gänge; Nicht wunder! ihn verdruß, da
er erst ward ein Kind, Beschlossen seyn
dahin, wo lauter

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Betriegliche Hoffnung

Der seinen Segel hin nach
Engeland gewendet, Ist manchmal durch
den Wind in Holland angeländet, Und
der durchs enge Meer zu lauffen ihm
getrauet, Hat unverhofft sein Schiff in
offner See g

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Grabschrifft eines Schmiedes

Der Tod ward Schmied, der
Ambos ich; Drauff schlug er wie das
Eisen mich; Mein Blasebalg gab mehr
nicht Wind; Deß Pulsses Hammer fiel
geschwind; Die Kohlen leschten
gäntzlich auß;

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Überfluß

Der Überfluß hat keinen
Feind, der ärger sey als er; Er läst
nicht nach, biß über sich den Mangel
er führt her. 069. An einen
Freund Indem ich, Freund, dich liebe,
so zahl ich etwas

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Die gezuckerte Welt

Der Zucker ist ietzt so
gemein; Fisch, Vogel, Thier und
Frucht Taug nicht, wie die Natur es
gab; im Zucker wirds gesucht; Iedoch
der Zucker machet Schleim, und
Krafftmeel fälscht ihn oft.

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Deutschland

Deutschland bey der alten
Zeit War ein Stand der Redligkeit; Ist
ietzt worden ein Gemach, Drinnen
Laster, Schand und Schmach, Was auch
sonsten auß-man fegt, Andre Völcker
ab

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Theure Ruh

Deutschland gab fünff
Millionen, Schweden reichlich zu
belohnen, Daß sie uns zu Bettlern
machten, Weil sie hoch diß mühen
achten. Nun sie sich zur Ruh
gegeben Und von unsr

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Abfuhre der Soldaten

Deutschland soll ietzund
purgiren Und deß Krieges Wust
abführen. Wer doch glaubt, was diese
Wust Wol für Müh und Mittel
kost? Wer hierzu nicht gab das
Leben, Muß das andr

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Der Redligkeit Aderlässe

Deß Nero Meister nam die
Flitte Sein Leben hin wie sein
Geblüte. All Adern schlägt bey dieser
Zeit Die freche Welt der
Redligkeit. Niemand wil mehr für
Schand erröthen; D

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Die unartige Zeit

Die Alten konten frölich
singen Von tapffern, deutschen
Heldens-Dingen, Die ihre Väter
außgeübet. Wo Gott noch uns ie Kinder
gibet, Die werden unsrer Zeit
Beginnen Beheule

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Von meinen Getichten

Die Anzahl meiner Reimen,
die macht ein Regiment, Das weiland
auff drey tausent gericht ward und
genennt. Wo dieses wird gemustert, und
viel von Mannschafft fehlt, So bleibts
vielleicht bey

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Geschmünckte Weiber

Die Damen, die sich gerne
schmüncken, Die lassen sich wol selbst
bedüncken, Daß wo Natur an ihren
Gaben Muß etwas übersehen
haben; Drum wo man Schmuck und
Schmüncke schauet,

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W-ehe-W

Die Ehe heist für sich
und hinter sich die Ehe, Dieweil sie
niemand trennt, als nur das bittre
Wehe. Soll W bey Ehe seyn, so bringt W
hinten her Als daß von fornen an weit
nicht so viel b

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Fraw, umbgekehrt Warf

Die erste Fraw zwar warf
das Joch Der Sünd` an unsern
Hals; Doch sind ietzt unsre Frauen
noch Was klüger dieses Falls: Sie
setzen manchem Hörner an, Daß er sich
nicht ents

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Die unbehutsame Jugend

Die Jugend ist wol gut,
Ist voller Geist und Mut,
Ist voller Glantz und Zier;
Nur dieses mangelt ihr:
Sie liebt nur ihr Gemach,
Denckt künfftigem nicht nach.
Englische Tracht

Die Jungfern, die das
geile Rund, Das zu der Liebe legt den
Grund, So frech ans Lichte stellen
auß, Die sind ein rechtes
Ballen-Haus, Da stets der Ballen liegen
viel Und wart

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Nacht und ein Nacht-Wuntsch

Die Mutter unsrer Ruh,
die Arznei vieler Sorgen, Die finstre
Nacht ist da; die Sonne geht
verborgen; Die halbe Welt ist schwartz,
ist traurig ohne Liecht, Ist gleichsam
mehr nicht da, lebt

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Die H. Schrifft

Die Schrifft die ist ein
Licht, den Gang uns recht zu
weisen; Die Schrifft die ist die Kost,
die Seele wol zu speisen; Die Schrifft
die ist das Kraut, Gebrechligkeit zu
dämpffen; Die Schri

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Hofe-Leute

Die Schweine fressen
Eicheln, so viel für ihnen liegen; Sie
fressen ohne Sorgen und schaffen ihr
Vergnügen; Wie lang es werde wehren,
wo mehr sey her zunehmen, Das ist nicht
ihres Wesens.

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Adel

Die Tugend alleine gibt
tüchtigen Adel; Das Waffen-Gemäld An
Helm und an Feld Bedecket vergebens den
inneren Tadel. Die Wiege deß Cyrus wie
Irus ist Thon; Ein leeres Geklä

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Wein-Freunde

Die von dem Weine
Sind worden deine,
Sind nur zum schertzen,
Sind nicht von Hertzen,
Sind zum behagen
Nur für den Magen.
Tüchtige Wahr

Die Wahren, welche vornen
an In einem Laden liegen, Die kaufft
nicht gern ein iederman; Sie pflegen
nicht zu tügen. Die Jungfern, welche
zu dem freyn Die Freyer selbst wie
la

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Geraubt ist erlaubt

Die Welt ist voller Raub.
Sie raubet Gott die Ehre Und gibt sie
ihr nur selbst. Sie raubt sein Wort und
Lehre, Sein Ordnung und Befehl und
setzt an dessen stat, Was ihr
gevöllter Wanst zur

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Die Welt

Die Welt ist wie das
Meer: ihr Leben ist gar bitter; Der
Teuffel machet Sturm, die Sünden
Ungewitter; Drauff ist die Kirche ein
Schiff und Christus Steuer-Mann; Sein
Segel ist die Reu, das

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Die Welt ward nicht auß Sonnen-Staube

Die Welt ward nicht auß
Sonnen-Staube, sondern wird zu
Sonnen-Staube Ich weiß nicht, ob die
Welt kan länger stehn und halten, Weil
da und dort ihr Bau nimmt Brüche,
Risse, Spalt

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Der Sünden unzehliche Anzahl

Drey hundert sechtzig
fünffe sind Tage von dem Jahre; Wann
siebenmal deß Tages der Frome fällig
ware, Was meint man, was für Summen
der Sünden werde spinnen Der Böse,
der stets frevel

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Auff Milonem

Du bist ein grosser Mann!
dein Hertz ist, Milo, klein; Du sagst,
es sey so recht und müsse billich
seyn. Dein Hertze, das zwar klein, sey
doch ein solcher Gast, Für den nicht
nach Person,

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Der deutsche Krieg

Du bist, Cypressen-Baum,
ein Baum gerader Höhe, Dran aber
niemand sah, daß sondre Frücht viel
stehe. Dein Brauch war sonst nicht
groß, als daß man dich
gebraucht, Wann weiland eine Lei

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Fürsprecher

Du must fürher wol stechen,
Soll Anwalt für dich sprechen;
Gesetze wird er bringen,
Nach dem die Müntzen klingen;
Am besten ist gerathen
Mit denen für Ducaten.
Auff Vitum

Du stacktest, Veit,
nechst unterm Dache In einer
unvergunten Sache; Wofern du mehr wirst
drinnen stecken, So magst du dich wol
besser decken, Sonst möcht es sein
vergunte Sache,

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Der Buchstabe tödtet

Du tödtest, Buchstabe;
Wem graut für dem Grabe,
Der lasse dich bleiben!
Drum hüten die Leute
So fleissig sich heute
Für lesen und schreiben.
Unterscheid

Duplex, der mit Pfeiffen
handelt, führet meistens schlimme
Pfeiffen, Die ihm aber wol gehn abe;
denn er kan sie selbsten
greiffen. Simplex handelt auch mit
Pfeiffen, derer kein ihm abe
gehet,

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Der Ärtzte Glücke

Ein Artzt ist gar ein
glücklich Mann. Was er berühmtes hat
gethan, Das kan die Zeit selbst sagen
an; Sein Irrthum wird nicht viel
gezehlet; Dann wo er etwa hat
gefehlet, Das

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Eines Fürsten Amt

Ein Fürst ist zwar ein
Herr; im Fall er herrschet recht, So
ist er seinem Volck als wie ein treuer
Knecht; Er dient zu ihrem Heil, er
müht sich, daß er schwitzt, Daß sein
vertrautes Vol

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Des Menschen Alter

Ein Kind vergisst sich
selbst; ein Knabe kennt sich
nicht; Ein Jüngling acht sich
schlecht; ein Mann hat immer
Pflicht; Ein Alter nimmt Verdruss;
ein Greis wird wieder Kin

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Ein Gerichte

Ein Kläger kam und
sprach: Herr Richter, ich
bekenne, Beklagter soll mir thun, so
viel als ich benenne. Der Richter
sprach: So schau und gibs, Beklagter,
hin, Daß du von Schulden los,
und

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Von einem Landstreicher

Ein Künstler war nechst
hier, der suff nur Wasser ein, Gab
wieder doch herauß gebrant- und rothen
Wein Und Wasser von Anis, von Ziemet
und Violen, Von Rosen, andrem mehr,
gantz frey und u

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Gespräche eines Pfarrers und Küsters

Ein Küster sprach: Herr
Pfarr, sie bringen eine Leiche. Der
Priester sprach: Wol gut! ists aber eine
reiche? Der Küster sprach: O nein. Der
Priester sprach: Deß Armen, Deß
hätte sich d

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Wurtzel-Krafft

Ein Mägdlein, dem ein
Traum hat etwas warm gemacht, Den sie
auch kunte nicht bald bringen aus der
acht, Ging Morgens früh hinauß
spatziren in das Gras, Da spritzt ihr
dessen Thau hinauff

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Der vereinigte Glauben

Ein Reichstag ist nicht weit,
Da aller Glaubens-Streit
Wird gantz beschieden werden,
Wann Gott hier von der Erden
Wird haben alle Welt
Für seinen Thron gestellt.
Die viehische Welt

Ein rinderner Verstand
und kälberne Geberden, Dabey ein
wölffisch Sinn sind bräuchlich ietzt
auff Erden. Das Rind versteht sich
nicht, dann nur auff Stroh und
Gras; Ein Mensch laufft, re

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Auff Mummium, ein Banckkind

Ein wolbenamtes Volck
sind gleichwol Hurenkinder. Bey Bauren
heist man sie zwar so nichts desto
minder, Bey Bürgern besser noch
Banckhart und im Geschlechte Der Edlen
Bastarten und Beyschl

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Die Zunge

Eine Brück ist
auffgebauet, drüber bringt man in die
Stadt Thiere, Fische, Vögel, Früchte,
was man kaum zu nennen hat; Dieses
nicht, sonst aber manches, kümt zu
rücke durch das Thor,

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Von einer Fliege

Eine Fliege war so
kühn, Setzte sich vermessen hin Auff
deß Mündleins süsses Roth; Chloris
schlug und schlug sie tod. Florus
sprach: O, wann nur ich Dürffte so
erkühnen

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Ein Trost

Eine Fürstin starbe noch
in bester Jugend, War wie an dem Stande
Fürstin auch an Tugend; Ieder, der sie
kante, obs gleich nichts gegolten, Hat
deß Todes Toben, dennoch sehr
gescholten.

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Schläge

Eine Glock und eine Nuß
und ein Esel und ein Knecht Thun nicht
leichtlich ohne Schlag, was sie sollen
iemals recht. Jene schweiget; die
verharrt; jener steht, und dieser
liegt; Wann das Ei

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Auff Fugipodem oder Lauff-Füßlern

Eine Schlacht solt ietzt
betreten Fugipus, da wolt er
beten, Sprach: O Gott, ach mache
mir, Wie dort David rühmt von
dir, Hirschen-Füß und führ mich
ehe Weit von hinnen in

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Eine Früh-Mutter

Eine war von zwantzig
Wochen schwanger, aber noch nicht
Frau, Gieng mit einem fromen Manne wie
gebräuchlich zu der Trau. Als er sie
ein wenig hatte, merckt er, daß sie
ungesund, Weil er S

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Von einer Witfrau

Eine Witfrau gieng zur
Trau, nam ietzund den vierdten
Mann. Als die Zeit zum schlafen gehn
auch nun endlich kam heran, Ach! sprach
sie, ach! ach! hätt ich vor an dieses
Ding gedacht, Niema

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Auff Vitum

Einem andren
abgeliebet, Einem andren
abgediebet, Einem andren
abgelogen, Einem andren
abgetrogen, Einem andren
abgeeydet, Einem andren
abgekreidet Weib, Geld, Gut, Vie

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Ein Trunckener

Einen Greiner, einen
Schreyer, Einen Praler, einen
Dräuer, Einen Buhler, einen
Zäncker, Einen Balger, einen
Stäncker, Einen Herren, einen
Narren, Einen Richter, einen
Pfarr

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Vergebene Arbeit

Einen Mohren weiß
erwaschen, Trincken auß geleerten
Flaschen, Einen Esel nackt
beschehren, Eine Sackpfeiff
abehären, Einen Peltz im heissen
baden, Mit dem Siebe Wasser lade

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Gekrönte Poeten

Einen zum Poeten
krönen, Hält man heute für
verhöhnen; Gebet ihnen für das
kräntzen, Was im Beutel pflegt zu
gläntzen; Dieses bringt, ihr hohen
Leute! Euch viel Namen,

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Eines Fürsten Bewust von den Seinen

Eines Fürsten Bewust von
den Seinen./Schweinen Ist deß
Fürstens gröste Tugend, daß er die
kennt, die sind Seine? Ist deß
Fürstens gröste Tugend, daß er kennt
die wilden Schweine?

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Von der Phyllide

Eines Morgens schaut ich
gehen Phyllis vor den Rosenstrauch, Da
sie nach gewohntem Brauch Seine Zierden
sahe stehen. Damals kont ich nicht
vergleichen Welches unter ihnen
wol,

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Waffen und Schrifften

Eisen schützet zwar den
Mann, Wann Gewalt ihn sprenget
an; Aber weder Schild noch Degen Kan
der Zeit sich wiederlegen. Wann der
Zeiten scharffer Zahn Kluge Schrifften
fasset

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Der Zeiten Schauspiel

Es denkt mich noch ein
Spiel bei meinen jungen Jahren, Drinn
ich ein König war, da andre Knechte
waren. Da nun das Spiel war auß, fiel
meine Hoheit hin, Und ich ward wieder
der, der ich n

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Dienstag und Freytag

Es hat durch unser Land
sich alles umgekehret; Drum wundert
mich der Brauch, daß der so lange
wehret, Daß Dienstags noch und nicht
man Freytags Hochzeit macht, Und mehr
als göldnes frey

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Eine Einigung zwischen Jove und Marte

Es hat mich jüngst ein
Freund auß Pindus lassen wissen, Daß
Jupiter und Mars wolt einen Frieden
schliessen: So Mars hinfort nicht mehr
bei allen seinen Tagen Nach Himmel und
nach dem, wa

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Fröhlicher Tod

Es ist ein fröhlich Ding
um aller Menschen Sterben: Es freuen
sich darauf die gerne reichen Erben
- Die Priester freuen sich, das Opfer
zu genießen - die Würmer freuen sich
an einem gute

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Frölicher Tod

Es ist ein frölich Ding
um eines Menschen sterben; Es freuen
sich darauff die gerne-reichen
Erben. Die Priester freuen sich, das
Opffer zu genissen; Die Würme freuen
sich an einem guten B

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Bücher

Es ist mir meine Lust bei
Todten stets zu leben, Mit denen um und
um, die nicht seyn, seyn gegeben, Zu
fragen, die sind taub, zu hören, die
nichts sagen, Und die, die haben
nichts, sehr vi

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Fremdes Gut

Es ist nur so bewand:
Was in der fremden Hand,
Das wil uns mehr vergnügen,
Und unsres wil nicht tügen;
Was uns das Glücke gibt,
Hat andren auch beliebt.
Paten-Zettel

Es ist sehr gut,
Durch Christus Blut
Das Ewig-seyn im Himmel erben;
Dann, was die Welt
Zum höchsten hält,
Ist täglich Tod und endlich sterben.
Lebens-Lauff

Es mühet sich der
Mensch, auff daß er was erwerbe, Und
was er dann erwirbt, soll, daß er wo
nicht sterbe, Und wann er nun nicht
stirbt, so sol er drum nur leben, Auff
daß er, was er wir

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Der Capernaitische Hauptmann.

Es war ein Mensch, es war
kein heutig Cavallier, Der zu Capernaum
den Knechten stunde für. Der Obrigkeit
war er, Knecht` ihm, gar
unterthan; Drum gilt er ietzt bei uns
kaum als ein Gauckel

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Hofe-Leute

Esel sinds, es sind auch
Affen, Diener, denen Fürsten
schaffen; Jene braucht man Last zu
tragen; Diese braucht man zum
behagen; Diese pflegt man zart zu
halten; Jenen wird da

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Etliche Wuntsche an eine Durchlauchte Person

Etliche Wuntsche an eine
Durchlauchte Person, unter dem Namen
etlicher Tugenden in einem Spiel
fürgestellt. Erfahrenheit Die Ihr
bißher, o Fürst, bey vielen langen
Jahren Der Zwi

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Anzeigungen deß Sieges

Ey lustig, ihr Krieger,
ihr werdet nun siegen! Es wolte die
neue Verfassung dann lügen. Die
Waffen, um euere Lenden gebunden, Sind
neulich auß Häuten der Bauren
geschunden; Die Mi

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Poeterey mindert das Ansehen

Ey, so laß ich den nicht
bleiben, Was ich schrieb, noch mehr zu
schreiben? Erbarkeit hats bald
verdrossen, Wann sie um soll gehn mit
Possen. Ist mir recht, Verdruß zu
mindern,

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Kennzeichen eines rechten Freundes

F rey. R edlich. E
hrlich. U nverdrossen. N amhafft. D
emütig. Ein Freund, der Freund seyn
soll, soll seyn zugleiche frey, Daß
sagen er dir darff, was

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Schertz und Schimpff

Flut, die nicht
ersäufft, nur badet, Schimpff und
Schertz, der keinem schadet, Glut, die
wärmt und nicht verbrennet, Zucht, die
rühret und nicht nennet: Wer nicht
diese mag erduld

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Beute

Frantzosen tragen Schuld,
daß so sie, wie sie schreiben, Nicht
reden auch; dazu so, wie sie Worte
treiben, Gar selten sind gesinnt. O,
Deutschland kan es auch! Sih an das
Wörtlein Beut un

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Grabmal einer redlichen Frauen

Fremder, wilstu Nachricht
haben, Wer für dir hier liegt
begraben? Ach, ein Schatz, den
Sterbligkeit Mir vergunte kurtze
Zeit! Eine Perle von der Tugend, Eine
Rose von der Jug

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Kenne dich selbst

Frey von eigner Lieb und
Gunst, Sich von aussen und von
innen Kennen, ist das beste
künnen Und passirt für alle
Kunst. Andrer Leute Mängel
richten, Seine schlichten,

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Von der Frucht-bringenden und Frucht-tilgenden Ges

Frucht-tilgende
Gesellschafft hat viel bißher
vernichtet; Frucht-bringende
Gesellschaft hat viel bißher
verrichtet; Frucht-tilgende
Gesellschafft nam Deutschland manche
Zier; Frucht-bring

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Wuntsch

Für fremdem Brot,
Für grossem Spot,
Für Seelen-Noth,
Für bösem Tod
Bewahr mich Gott!
Wiedervergeltung

Für gut nicht gutes
geben, ist eine böse That; Für böses
böses geben, ist ein verkehrter
Rath; Für gutes böses geben, ist
schändlicher Beginn; Für gutes gutes
geben, gebühret from

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Quid juris? Quid ruris? Quid furis?

Für spöttisch Ding
hält Mars, quid juris etwa
künnen; Quid furis aber ist ein
ehrenreich Beginnen. Noch dannoch wirds
geschehn, daß Mars um einen
Bissen Wird endlich noch wol gar quid

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An eine fürstliche Person. Ludewig, versetzt: Wie

Fürst und Herr, wie eine
Glud brennt ihr immerdar, Weil Euch
stets an Eurer Seit Euer Feuer
war, Feuer, das der Tugend Schein
theilt in weiten Kreiß, Feuer, das
durch seinen Glantz andrem

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Herren-Diener

Fürsten werden
unverholen, Als die Niedren, mehr
bestohlen. Grosses Brot gibt grosse
Bissen, Und von viel ist viel zu
nissen; Grosses Holtz gibt grosse
Späne; Ochs, als Scha

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Hofe-Regel

Fürsten wollen keinen
Diener, der da wil, daß Tranck und
Essen Soll nach Ordnung und Vermögen
seyn getheilt und abgemessen. Fürsten
wollen keinen Diener, der da wil voran
verkünden, Wa

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An eine fürstliche Person über I.F.G. Geburts-Ta

Fürstin! Ihr gabt dieser
Welt eure Zier und euer Leben, Da den
Engeln gleich ihr Fest pflegt die
Christenheit zu geben; Dann, ihr soltet
wie ihr seyd, durch der Schönheit
reinen Schein, D

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Gasterey

Gemässige
Trachten, Vermiedene Prachten, Bekante
Gesellen, Berühgliche
Stellen, Vertreuliche
Schwäncke, Belieblich Geträncke Sind
Stücke, die Gäste Befinde

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Armut und Reichthum

Gib mir, wilstu mir was
geben, Armut nicht, HErr, Reichthum
nicht! Dieses möcht auß deinen
Furchten reissen mich in seine
Pflicht; Jenes dürffte zwingen mich,
mich durch Unrecht zu ernähren;

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An mein väterlich Gut, so ich drey Jahr nicht ges

Glück zu, du ödes Feld!
Glück zu, ihr wüsten Auen! Die ich,
wann ich euch seh, mit Threnen muß
betauen, Weil ihr nicht mehr seyd ihr;
so gar hat euren Stand Der freche
Mord-Gott Mars g

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Iedes Glücke hat sein Glücke

Glücke hat sein
Ungelücke, Daß bey seinem
Freuden-Blicke Menschen dannoch beßres
wehlen. Ungelücke hat sein
Glücke, Daß bey seiner
Wandel-Tücke Christen nimmer Trost
d

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Glücke

Glücke läst sich nicht
beherrschen von dem Alter oder
Zeit. Manchem bringt es schone
Früchte, wann er noch auf Stecken
reit; Manchem hebt es an zu blühen,
wann er schon an Krücken
schleicht;

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Glückwuntsch

Glückwuntsch an eine
fürstliche Person über geschlossenem
Friede An von der Zeit, da das
Heil Uns durch Christum ward zu
theil, Hatte gleich den
Bilder-Bogen Und der zwöl

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Gott dient allen, wer dient ihm?

Gott schafft, erzeucht,
trägt, speist, tränckt, labt,
stärckt, nährt, erquickt, Erhält,
schenckt, sorgt, beschert, vermehrt,
gewehret, schickt, Liebt, schützt,
bewahrt, erlöst, beschattet,

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Göttliche Hülfe

Gott, der David das
erwehren Gab vom Löwen und vom
Beeren, Gab ihm auch durch einen
Stein, Deß Philisters Mann zu
seyn. Gott, der uns vom
Höllen-Rachen Gab das Mittel los
z

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Welt-Beherrscher

Gott, Fleiß und die Gelegenheit
Beherrschen Menschen, Welt und Zeit:
Gott ist in Nöthen anzuflehn;
Gelegenheit nicht zu versehn;
Der Fleiß muß fort und fort geschehn.
Großmut und Hochmut

Großmut gilt und Hochmut
nicht. Jener steht, und dieser
bricht; Dieser pflegt sich selbst zu
fällen; Jener pflegt sich hoch zu
stellen; Jener schaffet, was er
wil, Dieser sc

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Menschen sind böse

Guten Friede, gute
Rechte, Gute Tage, gute Nächte, Gut
Gewitter, gute Zeiten, Gut zu melcken,
gut zu reiten, Lauter Güt und gute
Gaben Wolln die Menschen häuffig
haben,

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Handwercks-Leute

Handwercks-Leute haben
Zunfften, haben Ordnung und
Gesetze, Daß sich Niemand in ihr
Mittel, sein Gewerb zu treiben,
setze, Der nicht ehlich ist geboren, ob
er sonsten gleich ist tüchtig,

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Ewiger Lentz, an eine Fürstliche Person

Herr, ob ietzt begraben
liegt Lust und Zierde der Natur, Weil
der graue Flockenmann drüber führt die
raue Spur, Gleichwol haben Euer Augen,
Euer Mund und Eure Sinnen Immer Frucht
und imme

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Grabschrifft einer Hure

Hier liegt, die gerne
lag; Hat immer Nacht für Tag, Weil
als der Tag die Nacht Ihr mehr Belieben
bracht. Nur diß ist ihr Beschwer: Die
Armen sind ihr leer. Der Tod li

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Poeten

Hippocrene soll euch
träncken, Und, ihr Tichter, wollt nur
dencken An Lyæus süsse Kost? O, es
ist euch wol bewust, Hyppocrene macht
den Meister; Bacchus, der erhält die
Ge

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Ein Krieges-Hund redet von sich selbst

Hunde, die das Vieh
behüten, Hunde, die am Bande
wüten, Hunde, die nach Wilde
jagen, Hunde, welche stehn und
tragen, Hunde, die zu Tische
schmeicheln, Hunde, die die Frauen

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Geschminkte Freundschaft

Hände küssen, Hüte
rücken, Knie beugen, Häupter
bücken, Worte schrauben, Rede
schmücken, Wer, dass diese
Gaukelei, Meinet, rechte Freundschaft
sei, Kennet nicht Betrüg

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Geschmünckte Freundschafft

Hände küssen, Hüte
rücken, Knie beugen, Häupter
bücken, Worte schrauben, Rede
schmücken, Wer, daß diese
Gauckeley, Meinet, rechte Freundschafft
sey, Kennet nicht Betri

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Gottlose Schwälgerey

Häuffig sauffen Schweiß
und Blut armer Christen-Leute, Drüber
führen guten Mut, ist gebräuchlich
heute; Was muß drinnen wol für Lust,
für Vergnügen stecken? Ey! zum
Truncke diese K

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Dreyerley Völcker.

Ich bin von Hertzen feind
den runden Samarittern, Die ietzund
warm, ietzt kalt, ietzt klar, ietzt
trübe wittern. Ich bin von Hertzen
feind dem Philistiner-Stamm, Der ihm,
wo Recht gebrach,

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Fruchtbringende Gesellschafft

Ich bin zwar auch ein
Theil und denen beygestellet, Die ihres
Geistes Hoch zusammen hat gesellet Zu
treffen einen Bund, zu würcken tapffre
Frucht, Daß deutsches Hertz und Mund
von neuem a

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Die hinfällige Welt

Ich bin zwar wol kein
Rath aus Gottes Cantzeley; Doch weiß
ich, was daselbst ietzund im Werke
sey. Es wird der kranken Welt ihr
Leichendienst bestellet, Weil sie ie
mehr und mehr in schwer

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Hören

Ich höre manchmal viel;
Doch glaub ich, was ich wil;
Wer willig ist zum hören,
Kan Thorheit selbst bethören;
Ein unverdrußnes Ohr,
Lockt manche List hervor.
Von mir selbst

Ich kan es noch nicht
thun, daß ich mich solte stellen Hin
zur Poeten-Rey; ein Urthel mag vor
fellen, Der selbst ist ein Poet mit
recht und durch die Kunst; Fellt dieses
nun für mich, so

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Frantzösische Bräuche

Ich kan es wol gestehen,
daß zierliche Geberden Und höfliches
verhalten in Franckreich kündig
werden; Diß aber kümt zu wichtig,
daß gar nichts sonst soll tügen, Was
Deutsche für sic

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Verleumbder

Ich kenn ein höllisch
Volck, die Brüder der Erinnen, Ein
Volck von süsser Zung` und von
vergifften Sinnen, Das zwischen Mund
und Hertz, das zwischen Wort und
That Hat einen engen Raum, w

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Jungfrauen

Ich kenn ein Rehe, Dem
frey thut wehe, Das nach dem
fangen Trägt ein Verlangen, Das
ungejaget Ins Garn sich waget, Das ihm
ein Netze Für Zierath schätze,

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Christus ist der Weg, die Warheit und das Leben

Ich kumm in diese Welt,
hindurch dort nauff zu reisen; Weil
Christus ist der Weg, so wird er mich
wol weisen. Ich kan in dieser Welt viel
Redligkeit nicht schauen; Weil er die
Wahrheit ist,

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Von meinen Sinn-Getichten

Ich mach es wie die
Türcken, wann sie zu Felde ziehen: Sie
schicken halb Armeen, die nennen sie
Partyen. Drey tausent Sinn-Getichte,
wol mehr noch, sind gegangen, Um hin
und her zu streiff

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Mittel zu verarmen

Ich möchte wissen, wie
es käme, Daß unser Haab und Gut
zuneme. Was nicht auß Pflicht wir
geben müssen, Soll Höfligkeit
zusammen schissen; So was fürs Maul
noch übrig blieben,

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Hofe-Diener

Ich weiß nicht, ob ein
Hund viel gilt, Der allen schmeichelt,
keinem billt. Ein Diener, der die
Auffsicht führt Und Augen nur, nicht
Zunge rührt, Thut nicht, was seiner
Pflicht ge

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Von meinen Reimen

Ich weiß wol, daß man
glaubt, daß einer gerne thu Das, was
er gerne sagt; allein es trifft nicht
zu; Die Welt ist umgewand. Ich kenne
manchen Mann: An Worten ist er Mönch;
an Thaten ist

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Die Welt-Freundschafft

Ich wil nicht Damon seyn;
die Welt darff auch nicht werden Mein
Pythias; wir sind von zweyerley
Geberden: Mein Sinn steht auffgericht;
die Welt geht krumm gebückt. Mein Sinn
ist ungefärbt

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Reichthum

Ich wäre gerne reich;
denn daß ich reich nicht bin, Drum wil
man mich dazu noch zu der Strafe
ziehn. Ich wäre gerne reich; wer arm
mich nicht kan leiden, Der mag mir
tausend Pfund und no

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Hand und Finger, ein Vorbild brüderlicher Einigke

Ieder Finger an der
Hand Hat sein Maß und seinen
Stand; Ieder hilfft dem andren
ein; Keiner wil sein eigen
seyn. Brüder, die deß Blutes
Pflicht Hat in einen Bund
gericht,

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Die auffgeweckte Chimæra

Ihr Heliconisch Volck,
euch ist zu viel geschehen, Dieweil man
nie geglaubt, drum daß mans nie
gesehen, Was ihr uns habt gesagt, wie
Lycus armes Land Chimæra hat
erschreckt, verwüstet un

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Jungfrauen

Ihr Jungfern, hört mir
zu; doch fasset die Geberden Und meint
durch meinen Ruhm nicht stöltzer wo zu
werden! Die Jungfern sind ein Volck,
sind unter uns gestellt Als Engel in
der Zeit, al

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Ein Jüngling an die Jungfern

Ihr Jungfern, wenn ich solte,
So wie ich gerne wolte,
Ihr würdet sehn, ich wolte
Nicht anders, als ich solte;
Denn diß wer, was ich solte,
Was Euer Wille wolte.
Schutz-Rede einer Jungfrau über die spielenden Au

Ihr Schwestern, lacht ihr
nicht der alber-klugen Lappen, Die
Damen sperren ein als wie in blinde
Kappen Und halten gar für schön, wann
unsre schönste Zier, Der schönen
Augen Liecht, ste

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Das Haus Österreich

Ihr Töchter Hesperi,
nicht rühmt die goldnen
Früchte! Zweyträchtiges Geschlecht
der Bäume, bleib vom Lichte, Du und
Alcinous! Die Epicurus hegte, Auch die
Mäcenas baut, und die Lucanu

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Die verheurathete Venus

Ihr, die ihr die Venus
hönet, daß sie ihr zum Mann
erlesen, Der da lahm, grob, starck und
tölpisch, der ein Hammerschmid
gewesen, Wist ihr nicht, daß
Götter-Augen tieff auch ins verborgne
dri

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An die Kunst-Göttinnen

Ihr, ihr süssen
Zucker-Mägdchen, Ihr, ihr zärtsten
Pindus-Töchter, Seyd nicht wie die
andern Jungfern, die da treiben ein
Gelächter, Wann ein Haar-bereiffter
Buler, wann ein Gicht-gekränckte

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Die Zeiten deß Jahres und deß Christenthumes

Im Lentzen glaubt man
Brot; Brot hofft man in dem Sommer; Im
Herbste nimmt man Brot; Der Winter
stillt den Kummer. Ein Christ lernt
glauben erst; nach diesem lernt er
hoffen; Die Hoffnung m

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Auff Carponem

In der Muttersprache
tichten Pfleget Carpo zu
vernichten. Ey, daß da er doch nicht
lebte, Da der Römer Maro schwebte! O,
er hätt ihn künnen zwingen Deutsch,
und Römisch n

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Grabschrifft über ein Brautbette

In die Lust liegt hier
begraben Eine Magd mit ihrem
Knaben, Die einander gantz
ergeben, Dieser Welt wie mehr nicht
leben, Die mit Armen umgewunden, Wie
in einen Sarck gebunden

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In Person eines guten Freundes ...

In Person eines guten
Freundes, welcher seinem Hause den Grund
legte und dieses begehrte
beyzulegen Ich, der ich Haus und
Stadt im Kriege hulffe stürmen, Bau
ietzund hier ein Haus: so sie

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Das Haus-Leben

Ist Glücke wo und was,
so halt ich mir für Glücke, Wann ich
mein eigen bin, daß ich kein dienstbar
Ohr Um weg verkauffte Pflicht darff
recken hoch empor Und horchen auff
Befehl. Daß mi

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Von meinem Buche

Ist in meinem Buche was,
das mir gaben andre Leute, Ist das
meiste doch wol mein, und nicht alles
fremde Beute; Iedem, der das seine
kennet, geb ich willig seines
hin, Weiß wol, daß ich

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Dürfftigkeit

Ist man arm, was hilfft
die Jugend? Ist man arm, was hilfft die
Tugend? Ist man arm, was hilffet
schön? Ist man arm, was hilfft
verstehn? Dieser sey, dem Welt soll
weichen, R

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Egyptische Dienstbarkeit

Jacobs Stamm klagt alter
Zeit Über schwere
Dienstbarkeit. Steht es dann ja so
übel, Wo man Fleisch hat, Knobloch,
Zwiebel? Unsre Leut in dieser
Zeit Hielten es für Herrligk

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Geduld

Jener Zeit, die ietzt die
alte, Hilt man Deutschland viel zu
kalte, Daß daselbst, wie ieder
wolte, Die Geduld erwachsen solte. Nun
nur aber die sind kummen, Die den Bau
recht

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Jungfern-Sinnen

Jungfern haben hertzlich
gerne, daß man sie bedien und
ehre; Jungfern haben hertzlich gerne,
daß ihr Schmuck sich täglich
mehre; Jungfern haben gerne Geld;
Jungfern leben gerne gut; Jung

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Ursprung der Bienen

Jungfern, habt ihr nicht
vernummen, Wo die Bienen her sind
kummen? Habt ihr doch vielleicht
verstanden, Was der Venus gieng zu
handen, Da sie den Adonis liebte, Der
sie labt u

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Jungfern

Jungfern, seyd ihr blind
an Augen, daß ihr nicht am Fenster
lieget, Jungfern, seyd ihr taub an
Ohren, daß ihr nicht für Kuppler
tüget, Jungfern, seyd ihr lahm an
Füssen, daß ihr nicht die St

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Die Menge menschlichen Fürhabens

Kein Deutscher hat noch
nie (ließ ich mich recht
berichten) Gevöllt ein gantzes Buch
mit lauter Sinn-Getichten. Was mache
denn nun ich, daß ich sie heuffig
bringe Und mache sie durch Men

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Über die deutschen Getichte Herren Wentzel Schär

Kein Kraut dient für das
tödten; Nein, sagen die Poeten: Ein
Blat von unsrem Krantze Der frischen
Lorber-Pflantze, Erwärmt von unsrer
Stirne, Begeistert vom Gehirne,

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Gerechtigkeit des Neides

Keine Straff ist außgesetzet
Auff deß Neides Gifft;
Denn er ist zu aller Zeit
Selbsten voll Gerechtigkeit,
Daß er meistens trifft,
Und sich durch sich selbst verletzet.
Heuchler

Kirchen-gehen,
Predigt-hören, Singen, beten, andre
lehren, Seuffzen und gen Himmel
schauen, Nichts als nur vom
Gott-vertrauen Und vom glauben und vom
lieben Und von andrem Gu

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Asche und Kohle

Kohl und Asche sind
Geschwister; Holtz ist Mutter, Vater
Feuer; Kohl ist Bruder, Asche
Schwester; beyde sind ein
Ungeheuer; Denn der Vater wie die
Mutter ist so bald durchauß
verlohren, Wa

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An die Frauen

Krieg hat der Männer
Zahl gemindert Und Menschen-Wachsthum
sehr verhindert. Ihr Weiber sollt hier
Rath zu schaffen, Die Sinnen recht
zusammen raffen Und euch fein rund und
kurtz erk

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Krieg und Hunger

Krieg und Hunger, Kriegs
Genoß, Sind zwey ungezogne
Brüder, Die durch ihres Fusses
Stoß Treten, was nur stehet,
nieder. Jener führet diesen an; Wann
mit morden, rauben, br

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Deß Krieges Buchstaben

Kummer, der das Marck
verzehret, Raub, der Hab und Gut
verheret, Jammer, der den Sinn
verkehret, Elend, das den Leib
beschweret, Grausamkeit, die unrecht
fehret: Sind die Fruc

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Von einem Pfarrer

Kummet her und kauffet
ein Gar umsonsten Milch und
Wein! Pflegt ein Dorff-Pfarr stets zu
sagen; Wolte gleichwol sich
beklagen, Wann ihm nicht dafür kam
ein Fette Milch und ed

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Auff Kühnmunden

Kunimundus giebt sich an,
Manche Stunde seinen Mann
Zu bestehen, das ist viel.
O es ist bedinget worden,
Daß er weder selbst ermorden,
Noch ermordet werden wil.
Glückliche Unbesonnenheit

Kühnheit mit
Vermessenheit Bringt es offters noch so
weit, Als bedacht und Witzigkeit. Was
auff keinen Grund gericht Und auß
Zufall nur entbricht, Ist plump Ding;
man acht e

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Freyen oder heurathen

Kümmt vom freuen freyen
her? Wie daß manchem armen
Tropffe Nicht das freuen kümmt vom
freyen, sondern krimmen in dem
Kopffe? Kümmt vom freyhen freyen her?
Wie daß manchem armen Freyer

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An dem Taufftage eines jungen Printzen

König der Tage, du
herrliches Licht! Drinnen man jauchzet,
sich muntert und spricht: Briegische
Cedern verneuen das steigen, Steigen
gen Himmel mit jüngeren Zweigen. Es
wachse die

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Übereiltes Freyen

Leichte fällt es, Lieb
bekummen; Leichte fällts, ein Weib
genommen. Lieb bekummen bald zur
Stunde, Gar genummen ohne
Grunde, Heist: zur Reue Lieb
bekummen, Heist: zur Straff

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Auff Levulum

Levulus ließ Treu und
Glauben seiner Buhlschafft
auffzuheben; Nachmals hat er Treu und
Glauben ihr für eine Nacht
gegeben. Wer ein älter Recht drauff
führet, muß Beweis und Grund
erfinden,

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Schädliche Liebe

Lieben läst nicht lange leben;
Lange leben läst nicht lieben.
Wer dem Leben ist ergeben,
Muß das lieben sparsam üben;
Wem das lieben wil behagen,
Muß dem Leben abesagen.
An das Frauen-Volck

Lieben Weiber, lasst mir
zu, daß ich sag: ihr seyd wie
Nüsse. Diesen ist in zarte Haut
eingehüllt deß Kernes Süsse; Drauff
folgt gar ein harter Schild, letzlich
dann die bittre Schale:

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Hochzeit-Wuntsch

Liebes Paar, lebt so im
Leben, Daß euch Wolfarth sey
gegeben Wie zu einem Eigenthum! Lebt,
daß eurer Ehe Ruhm Für sowol als nach
dem Grabe Alle Welt zur folge
habe.

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Ein thierischer Mensch

Lupula wil keinen
lieben, Der Vernunfft zu sehr wil
üben, Weil ihr besser der
gefällt, Der sich etwas thierisch
stellt. Der da kan wie Tauben
hertzen, Der da kan wie Spatzen

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Verheurathete Weine

Lustig, ihr Brüder und
Ohmen deß Weines! Hoffet was gutes und
wartet ein kleines; Schnaltzet und
lecket mit lustigen Zungen, Unsere
Weine, die werden bald
jungen! Ungrische

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Ein fromer Edelmann

Mag dann auch ein
Rittersmann Redlich, from und ehrbar
seyn? Dünckt mich doch, es steht
schlecht an, Gibt auch einen feigen
Schein. Ein Bericht ist noth: Ob
der, Der ein Ritt

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Auff Mammosam

Mammosa hat den Berg
Parnassus auff der Brust; Dann dem, der
drauff entschlieff, ist mehr als mir
bewust, Wann ihm vielleicht geträumt,
was ihm für Regung kam, Auch ob er
seinen Weg zum R

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Auff Jungfrau Mammæam

Mammæa funckelt her an
Schönheit wie die Sterne, Doch,
welches seltsam ist, weicht Hoffart von
ihr ferne; Dann daß sie gar nicht sich
als andre besser deucht, Das macht,
daß Fleisch und

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Poeterey

Man hält mir nicht für
gut die Poesie zu üben; Das Buch, das
grosse Buch, darinnen
auffgeschrieben Der Römer langes
Recht, solt eher meine
Hand Durchsuchen, daß darauff sich
gründe me

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Auff Paulam

Man liebt dich, Paula,
nicht nach richen; Der Bock ist bey dir
eingeschlichen. Man liebt dich, Paula,
nicht nach hören; Dein Witz ist
zinsbar dem bethören. Man liebt dich,
Paula, n

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Sachen-Walter

Man muß mit schmieren
Wie dürren Thüren
So Advocaten
Zum meisten rathen,
Solln schweigen Thüren,
Sie Reden führen.
Glückseligkeit

Man sagt mir viel vom
Glück und dessen Seligkeiten, Und war
und ist und wird doch keiner aller
Zeiten, Der glücklich sey durchauß.
Dann ist das Glücke rund, So steht es
morgen nicht, al

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Wanderschafft der Leute und der Güter

Man sagt, man lieset
viel, wie daß für langen Jahren Zu
Zeiten ein gantz Volk aus seinem Sitz
gefahren Und neues Land gesucht.
Hinfüro wird man sagen Was andres: Wie
man sah bei uns in v

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Fremde Hülffe

Man solt uns Hülffe
thun. Da nam man ein Gebieß, Das man
in unser Maul, uns zu beschreiten,
stieß. Man riet uns hin und her; man
ließ uns keine Ruh Und sagte, daß man
uns riet unsrer W

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Welt-Gunst

Manchen treibet grosse Brunst
Durch geübte List und Kunst,
Welt, zu werben deine Gunst,
Die zu haben fast umsonst
Und für sich doch nichts als Dunst.
Auff Marcum

Marcus kunte baun ein
Haus Auff von Grund und auß und
auß: Kalck, der schwiert ihm auß der
Haut; Lenden ist der Stein
vertraut; Nägel stehn ihm für der
Hand; In der Blase

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Der verfochtene Krieg

Mars darff keinen
Advocaten, Der ihm außführt seine
Thaten; Keinem hat er nichts
genummen, Wo er nichts bei ihm
bekummen. Keinem hat er nichts
gestohlen; Dann er nam es unve

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M-ars

Mars, der guter Lehr und
Kunst Trägt viel Haß und wenig
Gunst, Trägt die Kunst in seinem
Namen. Eh noch wenig Jahre
kamen, Dürffte M bleiben stehn, Ars
hingegen fornen geh

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Das Dorff

Mein Gut besucht ich
nechst; das Feld war voller
Segen; Sonst war mirs nicht so gut, wie
in der Stadt, gelegen: Mein Tisch, der
war ein Bret; mein Bette kunte
gehen; Ich hatte fromen Tranck

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Von einem eintzelen Freunde meiner Reimen

Meine Musa hat kaum
einen, Der ihr Phöbus wil
erscheinen. Gar genug! Sie hat
alleine, Was für sich sonst in
gemeine Alle dreimal drei
Göttinnen Dieser Zeit kaum haben
könn

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Von meinen Reimen

Meine Reime rüchen nicht
Noch nach Öle, noch nach Wein;
Beydes kan gar schwerlich seyn,
Jenes wegen Amtes Pflicht,
Dieses wegen schlimmer Gicht.
Vernünfftige Unvernunfft

Menschen sind Thiere,
vernünfftige Thiere, Aber nicht alle;
was wilden gebühre, Pflegen
vernünfftige gerne zu treiben; Hohe
sind Löwen und dienen den
Leiben, Wollen nur herrschen

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Über die Schäferey Amœna eines ungenannten Freu

Musa, Venus, Charis
schauet, Wie Amœna Staffeln
bauet, Auffzusteigen euren Thron. Gebt
ihr Raum zur rechten Seite; Schaffet,
daß man ihr bereite Eine frische
Lorber-Kron`.

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Hofe-Werckzeug

Mäntel zum
bedecken, Larven zum
verstecken, Röcke zum
verkleiden, Scheren zum
beschneiden, Zangen zum
verzwicken, Pressen, auß zu
drücken, Pensel zum vergolden,

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Schutz-Rede einer Jungfrau über die gänge Zunge

Nechst sagt ein alter
Greiß: Iemehr die Jungfern
schweigen, Iemehr künn ohne Wort ihr
Preis gen Himmel steigen; Die stille
frome Zucht, die Eingezogenheit, Die
Rede, wann sie schweigt, br

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Eine Lock-Fincke

Nicht zu weit von meinem
singen Liegen Netz und falsche
Schlingen; Die für mir hier hat
gelogen, Hat mich, wie ich euch,
betrogen. Ich, die ich gefangen
sitze, Bin nur meinem

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Martis Treu

Niemand wag es, der
verneine, Daß es Mars nicht treulich
meine, Weil er niemals Winters
halben Weichet wie die falschen
Schwalben, Sondern bleibt auff unsrer
Erde, Weil da we

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Auff Nivulam

Nivula brennt ihrer
viel; Ieder, der sie siht, der
wil Diß und das an sie verwagen; Was
dann wird es Nutzen tragen? Was sie
gab, das bleibt ihr doch; Wer es hatte,
sucht es n

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Auff Nivulam

Nivula ist wie ein Schnee,
Der kaum ietzt fiel auß der Höh.
Wie auch ihre Redligkeit
Ist wie Schnee zu Mertzens-Zeit,
Der, wie neu er ist geacht,
Immer trübes Wasser macht.
Nicht zu mutig, nicht zu furchtsam

Noch frech wagen,
Noch weich zagen
Hat iemals gar viel Nutz getragen;
Wol bedacht,
Frisch verbracht
Hat offt gewonnen Spiel gemacht.
Von meinen verlornen Reimen oder Getichten

Nun der Frieden über
Krieg Endlich hat erkriegt den
Sieg, Pfleg ich gleichwol
nachzudencken, Wie mich pflegte Krig zu
kräncken. Was er brachte für
Beschwer, Dient zu sagen,

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Abschied eines Verstorbenen

Nun gehabt euch alle
wol Derer Augen Threnen voll Hin mir
in mein Grab nachsehen! Weil ihr weint,
so muß ich flehen: Lieber fasset
wieder Mut; Was euch kränckt, das ist
mir

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Eine Helden-That

O That, die nie die Welt,
dieweil sie steht, gesehen! O That,
dieweil die Welt wird stehn, wird nie
geschehen! O That, die Welt in Ertzt
und Cedern billich schreibt, Und wie
sie immer kan,

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An den Tod

O Tod, du schwartzer Tod,
du Schauer unsrer Sinnen! O, thu ich
dir zu viel? Ja, ja; du kanst
gewinnen Ein englisches Gesicht. Dann
du bists, der erfreut; Du bists, der
uns entzeucht dem Tob

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Wissenschafft der Rechte

Ob der rechte
Rechts-Verstand Ie sey worden wem
bekant, Ist zu zweiffeln; allem
meinen Wil stets was zu wider
scheinen; Ist also, was
zweiffelhafft, Schwerlich eine
Wissenscha

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Gut Gewissen

Ohne Leben lebt der
Welt, Wer nicht gut Gewissen
hält; Gut Gewissen in der Zeit Hebt
schon an die Ewigkeit. Gut Gewissen
traut auff GOTT, Trit für Augen aller
Noth, I

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Amadis-Jungfern

Pfui euch, die ihr euch
rühmt der geilen Buhler-Lügen Deß
frechen Amadis, die dahin deutlich
tügen, Wo Circe machte Säu, wo
Messalina gieng Und für den schnöden
Sieg der Wette Lohn e

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Von einer Biene

Phyllis schlieff; ein
Bienlein kam, Saß auff ihren Mund und
nam Honig, oder was es war, Corydon,
dir zur Gefahr; Dann sie kam von ihr
auff dich, Gab dir einen bittren
Stich;

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Irrthum

Pica nam ihr einen
Gärber; selten gärbt er oder
nie, Trieb vielmehr als wie ein Bütner
Stäb und Prügel über sie. Sie
besprach das Mittel drum, daß er
Handwercks Recht nicht hielte, D

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Jungfern-Wangen

Poeten steht was frey,
ihr Jungfern! eure Wangen, Worauff die
Schönheit spielt, die Charites so
prangen Und Flora Wohnung hält, die
ehr ich. Die Natur Hat reichlich bracht
hieher in einer

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Christliche Liebe

Ptochus lag in tausent
Nöthen, Die ihn drängten biß auffs
tödten; Solte Christen-Liebe
haben, Sich zu retten, sich zu
laben; Ließ sie hin und wieder
suchen, Weil sie sich

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Auf Pudibundam

Pudibunda, wie sie
spricht, Ehret hoch deß Tages
Licht. Wer mit ihres Leibes Gaben Noch
für Nachtes sich wil laben, Muß sich
mühen, daß er macht, Wenn es Mittag,
Mitterna

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Danckbarkeit

Rechter Danck
Wird nicht kranck,
Pflegt im dancken
Nie zu wancken.
036. Menschliche Thorheit
Wann keine Thorheit mehr wird seyn,
So wird die Menschheit gehen ein.
Zeit-Verlust

Red und antwort ist zu
geben Beym Gericht in jenem Leben Für
gesamte nütze Gaben, Die wir her von
oben haben. O gewiß! das
Zeit-vernichten Wird man auch gar
ernstlich richt

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Grabschrifft einer tugendhafften Frauen

Schaut diesen schlechten Stein!
Ein Demant soll es seyn;
Denn das, was er beschwert,
Ist mehr als dieses wehrt:
Hier liegt die Frömigkeit
Und harrt auff jene Zeit.
Der schlesische Parnaß

Schlesien, daß dein
Zabothus worden ist für wenig
Jahren, Was den Grichen ihr Parnassus,
Helicon und Pindus waren, Daß dein
Opitz ist Apollo, daß die andren klugen
Sinnen Deiner Kinder

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Schönheit

Schönheit, die man hält
so werth, Schönheit, die man so
begehrt, Ist gar sparsam
eingericht, Meistens unters
Angesicht; Wann die Menschen giengen
bloß, Wär sie vielmals n

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Auff Bloscum

Seh ich recht, so kummt
mir für, Bloscus sey ein
Wunderthier. Augen hat er, keine
Stirne, Einen Kopff und kein
Gehirne, Einen Mund und keine
Zunge, Wenig Hertzens, viel von
L

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Auff Simonem

Simon wüntschet, daß
sein Weib Eine Moschkowitin
wäre; Wann er ihr gleich bleut den
Leib, Daß sie sich doch nicht
beschwere. Aber weil sie deutsch
gesinnet, Schaut sie, wi

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Die Faste

So gute Fische häuffig
essen, So ohne Maß den Wein
vermessen So viel als fasten heissen
sol, So fastet der so gut und
wol, Der, wann er wil ein Hun
verzehren, Nur meint, als

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Ein andrer

So lebt ihr beide nun,
lebt eines in der Liebe; Lebt eines in
dem Sinn, damit euch nicht
betrübe Deß Glückes runde Macht;
denn seine Tück und Neid Hat keinen
andern Feind als Lieb und E

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Hochzeit-Wuntsch

So lebt nun, liebes Paar,
lebt zwischen Krieg und morden In
dennoch süsser Ruh und in dem schönen
Orden Der lieben Einigkeit; lebt, daß
deß Glückes neiden Muß Euch und euer
Thun stets

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Weiber-Haut böse-Kraut

So soll ich mich, Echo,
dann noch nicht beweiben? E. Ey,
laß es bleiben! Dein Antwort hat mich
von Hertzen verdrossen. E. Ey,
welche Possen! Ich muß m

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Stern-Deutung

Soll man dann am Himmel
sehen, Was hierunten soll
geschehen? Soll der Himmel geben
Blick Auff so manches
Schelmen-Stück? Wer wird mehr den
Himmel achten, Drauff man sonst so

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Das lieblichste Thier

Solt ich Wahl und Wandel
führen Unter aller Orte
Thieren, Sollte mir kein liebers
seyn, Als deß Natans
Schäfelein. Dieses leg an meiner
Brust, Nem auß meinen Händen
Kost;

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Verstorbene Freunde

Solte Krieg nicht alles
fressen, musten bißher feste
Plätze (Selten hat es viel geholffen)
sichren unsre beste Schätze; Nun der
Friede triumphiret, holen wir die besten
Sachen, Daß wir

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Eine entschiedene Strietigkeit

Stadt und Land hat viel
gestriten, Wer im Kriege mehr
erlidten; Aber nun liegt an der
Thür, Wie sich Städte brechen
für, Wer also die Haut gefunden, Die
dem Lande weg gesch

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Arm. Nar

Streich vom m ein Strichlein aus,
Dann wird dir ein n drauß;
Thu` das n für das a,
Also steht für Augen da,
Wie da den die schnöde Welt,
Welcher arm ist, hat und hält.
Auff Technicum

Technikus kan alle
Sachen: Andre lehren, selbsten
machen, Reiten kan er, fechten,
tantzen, Bauen kan er Stät` und
Schantzen, Singen kan er, messen,
rechen, Schön und zierlic

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Wissenschafft auß Bernhardo

Theils sucht man
Wissenschaft nur bloß zu schlechtem
wissen, Und dieses dient dahin den
Fürwitz nur zu büssen; Theils sucht
man Wisssenschafft, damit man sey
geehrt, Und dieses thun nur

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Ein andrer

Theures Paar, deß
Glückes Neid Muß euch nimmermehr
versehren, Und die Macht der
Sterbligkeit Schade nimmer euren
Ehren. Gebe Gott, daß übers Jahr In
der Mutter Armen lach

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Auff Thrasonem, auß dem Plauto

Thraso hat nechst Krieg
geführt mit den Völckern, die da
fliegen, Das bey sechtzig tausent Mann
ihm zun Füssen blieben liegen; Denn er
hat viel Vogel-Leim auß Musqueten
außgeschossen,

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Artzney der Liebe

Thraso meint: Zu Amors Possen
Sey er viel zu viel verdrussen,
Lade Lieb in ein Pistol,
Schiesse sie ins weite Hol;
Wann er dieses fürgenummen,
Sey sie selten wieder kummen.
Auff Thrasonem

Thraso preiste seine
Wunden, Die er im Gesicht
empfunden, Da er nämlich wie ein
Held Sich für seinen Feind
gestellt. Ey, sagt einer, daß dir
nicht Dieses mehr schimpfft dei

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Neu-Jahrs-Wuntsch an Eine Fürstliche Person

Treue Fürstin, unsrer
Welt Ist auffs neue zugestellt Von der
Sonn ein edler Ring, Wie sie iedes Jahr
empfing. Ach! es wolle diesem
Ringe Seyn verpflichtet diß
Gedinge:

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Abschied von einem verstorbenen Ehegatten

Treues Hertze, du zeuchst
abe Auß der Welt und gehst zu
Grabe, Ein zu nemen Freud und Ruh, Die
der Himmel richtet zu. Mir und andren
deinen lieben Ist an deiner Stelle
bliebe

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Befestigung

Unsre Festungs-Berge
sincken; O, ich ließ michs wol
bedüncken, Da ich hört und kunte
schauen Thren- und Seuffzen
drein-verbauen; Erdenbau kan übel
längen, Drein sich Wind

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Die fressige Zeit

Unsre Zeit und ihr
Gesinde Fressen geitzig und
geschwinde Alles auff biß an den
Grund. Wetten wil ich, daß ihr
Schlund Kürtzlich rauß gibt
ungedeuet, Was sie fressen ungek

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In der Welt ist nichts als Wanderschafft, Eitelkei

Unsres Lebens Eigenthum
In der Welt ist Wanderschafft;
Unsres Wesens ganzer Ruhm
Ist der Eitelkeit verhafft.
Auff das Leid in tausend Nöthen
Folgt zuletzte gar das tödten.
Unterscheid zwischen Land-Mann und Lands-Knecht

Unterscheiden muß man
recht Landes-Mann und
Landes-Knecht: Jener muß, wenn dieser
wil; Jener gibt, nimmt dieser
viel; Jener dient, und dieser
schafft; Jenes Angst ist dessen

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Auff Venerillam

Venerilla hasset
Schertz; Was sie meint, das ist ihr
Hertz. Wer an ihr was suchen wil, Such
und säume nicht zu viel. Der nichts
sagt und viel doch thut, Ist für
Venerilla gu

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Poetische Namen

Venus soll man mehr nicht
sprechen; nur Lustinne soll man
sagen, Als wann Name zu der Sache künt
ein ander Art beytragen. Ist lateinisch
Venus Hure, wird Lustinne deutsch nicht
frömer; Ob

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Jungfrauen

Venus war gefährlich
kranck, schickte hin den kleinen
Schützen, Daß er solle
Jungfern-Fleisch mit dem göldnen Pfeile
ritzen, Weil sie Jungfern-Blut
bedurffte; zwar der Knabe schoß
gewiß,

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Haus-Wesen

Viel erdulden, nichts
nicht fechten; Schaden leiden, doch
nicht rechten; Andre völlen, sich
entleeren; Lohnen, doch den Dienst
entberen; Immer geben, nimmer
nemen; Nimmer lac

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Vom Pyasto...

Vom Pyasto, dem
Stamm-Herren Liegnitzischer und
Briegischer Fürsten Dein Meth-Faß,
o Piast, das iedem kunte flissen, Gab
dir die Polsche Kron. Dein Stamm pflegt
zu besüssen Noch

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Waffen-Anstand

Von Anstand und von Fried
und vielen schönen Dingen Will Fama
dieser Zeit ein neues Liedlein
singen; Doch weiß ich nicht, obs neu.
Der Anstand ist gar alt; Der Fried` ist
auch für längs

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Von außen guter Fried

Von außen guter
Fried und gute Ruh von innen, in
wohlgesundem Leib auch wohlgesunde
Sinnen, des Himmels Freude dort, der
Erde Segen hier: Ein mehres weiter
nicht

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Christen

Von Christus heissen
Christen wir; Die That ist weg, der Nam
ist hier. Was Christus heist, was
Christus lehrt, Wird nicht gethan, wird
kaum gehört; Nur da sind wir deß
Namens werth

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Von einem Siebzig-Jährigen Manne…

Von einem Siebzig-Jährigen Manne und Funffzehn-Jährigen Weibe

Kan auch Funffzehn (dencket doch!) Siebzig iemals in sich haben?
Ja, wann andre Zahlen mehr Funffzehn sich zu Hülffe gaben.
Von Fürst Ludwigen von Anhalt

Von Fürst Ludwigen von
Anhalt, Stifftern der fruchtbringenden
Gesellschafft, nunmehr lobsel.
Gedächtnüß. † 1649 Deutschland
hat für längst geherrscht als ein
Haupt der Christenheit

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Von Hertzog Frantz Albrechten zu Sachsen

Von Hertzog Frantz
Albrechten zu Sachsen, Käyserl. General
in Schlesien Krieg war auß dem Krieg
entlauffen Zu dem tollen
Frevler-Hauffen, Der in seines Freundes
Blute Ehre

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Enderung der Zeit

Vormals ward auß
pflügen kriegen; Nunmehr wird auß
kriegen pflügen. Vormals worden
Egen-Degen; Nunmehr werden
Degen-Egen. Vormals ward auß pflantzen
schantzen; Nunmehr wi

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Wunder

Wann bey der Römer Zeit
man sah mit Milche triffen Den Himmel,
sah man auch, wie furchtsam hin sie
liffen Zum Sybilliner-Buch und stellten
überall Viel Wallen und Proceß durch
reiner Jun

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Auff Pseudonem

Wann die Warheit sonst
nur wolte, künte Pseudo sie wol
freyen; Weil sie ihm ist zugesippet gar
mit keinen Stammes-Reyen. Immer ist
der Tag zu lang, immer dir zu kurtz die
Nacht, Pi

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Der Offenbarung Johannis Prophecey

Wann man noch fünff Jahr
wird von hinnen zehlen, Soll die Welt
nicht mehr Gottes Kirche quälen. Ey,
ich gebe zu fünff und noch fünff
Jahr, Bin gar wol vergnügt, so es dann
wird wahr.

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Auff eines guten Freundes Hochzeit

Wann Propheten Gottes
Willen seinem Volcke sagten an, Hingen
sie gemein ein Zeichen und ein sondres
Merckmal dran, Welches offt für
läppisch Ding von den sichren ward
geschätzet, Aber Go

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Vom Mißbrauch der Sing-Kunst

Was denckstu, lieber
Gott, wann ietzund deine Christen In
deinem Hause dir nach ihres Ohres
Lüsten Bestellen Sang und Klang? Die
krause Melodey Wird angestimmt zum
Tantz und süsser Buhler

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Auff Gellulam

Was Gellula verspürt an
Thaten und an Wercken, Das geht ihr
lieblich ein, den Glauben dran zu
stärcken. Von Zeichen hält sie
nichts; vom Wesen hält sie hoch; Ist
vielfach eine Frau und

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Der deutsche Friede

Was kostet unser Fried?
O, wie viel Zeit und Jahre! Was kostet
unser Fried? O, wie viel graue
Haare! Was kostet unser Fried? O, wie
viel Ströme Blut! Was kostet unser
Fried? O, wie viel To

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Man, umgekehrt: nam.

Weib, durch Versetzung:
bei-w Nam ihm ein Mann ein Weib, der
wohnt bey einem W; Dann Weh ist
täglich Brot auch bey der besten
Eh. Ein ieder hat sein Weh; doch wann
ein Mann ihm nam

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Weiber-Arten

Weiber, die man wacker
nennt, sind gemeinlich
schnöde; Weiber, die man from beniemt,
sind gemeinlich blöde; Weiber, die man
wirthlich heist, sind gemeinlich
böse. Schwer ists, wie mans t

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Weiber-Zanck

Weiber-Händel, die, wie
bräuchlich, unter ihnen stets
entstehn, Pflegen endlich auff ein
sagen und auff nichts mehr
außzugehn. Jene sagte dieses neulich,
und es sagte jenes die; Dieses h

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Fürsten-Freundschafft

Weil Fürsten Menschen
sind, die doch der Menschheit
Bestes, Die Freundschafft, kennen
nicht, weil Herrschafft nicht viel
Festes Von Bund und Treuen hegt, so
ists natürlich Ding, Daß auch

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Jugend

Weil Junge denn Alte weit
muthiger springen, Weil Junge denn Alte
weit lustiger singen, Weil Junge denn
Alte weit rüstiger jüngen: So pflegt
es den Jungen bey solcherley
Dingen Bey

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Die graue Treu

Weil man schone bey den
Alten Reine Treu für grau
gehalten, Was ists Wunder dieser
Zeit, Daß sie schon im Grabe
leit? Daß nicht Erben nach ihr
blieben, Drüber ist sich zu

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Überall Krieg

Weil nunmehr die gantze
Welt Wider sich zeucht selbst ins
Feld, Kan der Glaub in solcher
Zeit Auch nicht bleiben ohne
Streit. Dennoch führt er so den
Krieg, Daß Geduld behä

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Grabmahl eines redlichen Mannes

Weil Welt die Redligkeit
verjagt und duldet nicht, So sey du,
der du hier fürüber gehst,
bericht, Daß nicht ein schlechter
Theil, daß grosser Schatz von ihr Hat
unter diesen Stein sich

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Listige-Anschläge

Weistu, was ein Anschlag
heist? Wann man weißlich sich
befleißt Seinem Feind, eh ers wird
innen, Schand und Schaden
anzuspinnen? Nein, es ist was beßres
noch, Gilt auch meh

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Schönheit

Wenn der Schönheit
schöne Frucht Wäre Keuschheit, Ehr
und Zucht, Wären manche schöne
Wangen Nicht ins Hurenhaus
gegangen, Manches krauses Haar wär
nicht Mit der Grichen

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Zagheit

Wenn ein Harnisch wäre
gut Für die Zagheit, Furcht und
Schrecken, Wenn ein Spieß und eisern
Hut Könnten Mut und Hertz
erwecken: Ey, was hätten die für
Zeit, Die ein solc

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Reichthum

Wer auff übrig Reichthum
tracht, Der wird sonsten nichts
erstreben, Als daß er noch bei dem
Leben Ihme selbst ein täglich
sterben Und hernachmals seinen
Erben Ein gewüntsc

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Wieder-Hall

Wer dich, Echo, viel wil
fragen, Hat von dir doch nichts als
sagen; Was die Buler für dir
lallen, Kanst du listig
wiederschallen; Was du ihnen hast
versprochen, Drauff hat ke

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Arm auf Erden, reich im Himmel

Wer einen Reichen nennet,
hat alles dieß genennt, Was diese Welt
für gut, für hoch, für herrlich
kennt. Wer einen Armen nennt, der hat
von dem gesagt, Was alle Welt veracht
und aller Un

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Erfahrung

Wer hinterm Ofen her wil
von der Kälte schlissen, Wer auß dem
Keller rauff wil viel von Hitze
wissen, Wer eines Dinges Art nie recht
erfahren hat, Wil ordnen aber dran, wil
geben Rath und

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Feind

Wer ist Feind? Der mir
nicht günnet, Was mir Gott und Glücke
schenckt, Der bey Tag und Nachte
sinnet, Wie er Hertz und Sinn mir
kränckt, Der nach meinem Leben
trachtet, Der

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Die Fuhrmans-Sprache

Wer mit Pferden reden wil,
Darff den Amadis nicht viel.
Hotte, stoh,
Tschwuid und O!
Wer es kan mit Fuß, Hand, Mund,
Kan der Sprache meisten Grund.
Frantzösische Sprache

Wer nicht Frantzösisch kan,
Ist kein gerühmter Mann;
Drum mussen wir verdammen,
Von denen wir entstammen,
Bey denen Hertz und Mund
Alleine deutsch gekunt.
Hofe-Föderung

Wer nicht hin weiß an
das Meer, Geh bey einem Flusse
her. Wem bey Hofe Gnade fehlt, Seh,
daß er zum Freunde zehlt Den, der das
daselbst geneust, Was auß
Hofe-Quällen fleus

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Mars und Venus sind zugehörige

Wer Poeten nennet
Tichter, Ist ein ungerechter
Richter. Heute kan man noch
erfahren, Daß sich Mars und Venus
paaren; Denn es ist ein Theil vom
kriegen Auff der Magd zu Felde

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Die Zeiten

Wer sagt mir, ob wir
selbst so grund-verböste
Zeiten Verbösern, oder ob die Zeiten
uns verleiten? Der Tag, daran ein Dieb
dem Hencker wird befohlen, Hätt ihn
wol nicht gehenckt,

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Stadt-Leute und Dorff-Leute

Wer sind Bürger? Nur
Verzehrer. Was sind Bauern? Ihr
Ernährer. Jene machen Kot auß
Brote, Diese machen Brot auß
Kote. Wie daß denn der Bürger
Orden Höher als der Bauern

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Der schrift-kündige Mars

Wer spricht, daß unser
Mars auff Gottes Buch nicht fraget? Er
hat genau gemerckt, was König Saul dort
saget: Wer mir nicht nach zeucht auß,
deß Rinder soll man stücken, Und also
hin un

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Gelehrte Schrifften

Wer verlachet dich,
Papier? Paart sich kluge Hand mit
dir, Wird der Marmor nicht
bestehn, Werden Cedern eh zergehn, Hat
das Eisen nicht Bestand, Tauret nicht
der Diamant;

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Lob

Wer zu loben von viel
Sachen, Da wil Lob sich schwerer
machen Als bey dem, wo nichts sich
weiset, Das man füglich rühmt und
preiset; Denn dort mangelts an den
Worten, Die ma

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Diebe menschlichen Vermögens

Wercke stehlen uns die Zeit,
Fälle die Vermögligkeit,
Sorgen stehlen uns das Leben;
Was dann bleibt uns auffzuheben?
Was der Seele Gott gegeben.
An einen verstorbenen Alten

Werther Freund, du lieber
Alter, alt von alten Bidersinnen, Alt
von Jahren, Witz und Ehren, wir sind
hier; du bist von hinnen, Einzunemen
Ehr und Gut, das durch Alt-seyn nicht
vergeht, Sond

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Hochzeit-Wuntsch

Werthes Paar! das gantze
Leben Sey bey euch ein steter
Krieg, So daß Beyden sey
gegeben Gleiche Beut und gleicher
Sieg. Kämpfft mit Liebe gegen
Liebe, Und mit Treu kämpfft

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Hochzeit-Wuntsch

Werthes Paar! das gantze
Leben Sey bey euch ein steter
Krieg, So daß Beyden sey
gegeben Gleiche Beut und gleicher
Sieg. Kämpfft mit Liebe gegen
Liebe, Und mit Treu kämpfft

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Hochzeit-Wuntsch

Werthes Paar, lebt in die
Wette Mit deß Glückes bester
Zeit, Biß daß euch die Ewigkeit Von
der Sterblichkeit errette! Wann der
neunde Monat weicht, Hebet »eines« an
zu z

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Vergnügung

Wie das Kind im sanfften
wiegen, So beruh ich im
begnügen; Pursche sonst mit
Redligkeit Hin zu bringen meine
Zeit, Wann ich werde seyn
begraben, Werd ich beßres Glücke
habe

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Bücher-lesen

Wie die
Honigmacherinnen Auß viel Blumen
saugen künnen Ihren süssen
Nectar-Safft: So auch unsre
Wissenschafft Wächst durch
unverseumtes lesen In ein gleichsam
Göttlich We

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Neidische

Wie ich essen soll und
trincken, wie ich mich bekleiden
soll, Wie ich sonst mein Thun soll
richten, sind die Leute Kummers
voll; Wann ich nicht zu trincken,
essen, noch mich zu bekleiden
hätte,

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Rechen-Kunst

Wiewol manch andre Kunst
ist spöttisch blieben liegen, Ist
Rechen-Kunst doch hoch im Krieg ietzund
gestiegen. Daß fünffzehn funffzig
gab, daß funffzig hundert war, Daß
hundert tausend

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Von meinem Buche

Wil der mein Buch nicht
lieben, Der beßres hat
geschrieben, Wil der mein Buch
vernichten, Der mehres kunte
tichten, So laß ichs so
geschehen. Doch wird man auch wol
sehen,

... weiterlesen


Die H. Schrifft, der beste Schatz

Wo eure göldne Frucht,
Hesperides, ietzt stehet, Wo wer,
Alcinous, in deinen Garten gehet, Wo
Argo und sein Held nach Gold in Colchos
schifft, Weiß keinen ich, der ietzt
dahin die Wege tr

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Poetische Entzückung

Wo Poeten durch entzücken
Sich zu guten Reimen schicken,
Hat es allenthalben Hasen,
Hat es Leute, die da rasen;
Hat auch demnach keine Nöthen
An den Reimen und Poeten.
Steuer

Wo Venus weiland saß und
den Adonis küste, Wuchs Gras und
Blumen auff, ob gleich der Ort war
wüste. Wo Bacchus weiland zoh, da
wuchsen lauter Reben, Und aller dürrer
Strauch müst eitel

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Hochzeit-Wuntsch

Wolfahrt müsse, liebes
Paar, Euch wie ihr euch selbsten
lieben. Glücke muß auch
immerdar Sich in euren Diensten
üben. Segen, Heil und Seligkeit Müß
euch in die Arme schl

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Abgedanckte Soldaten

Würmer im
Gewissen, Kleider wol
zerrissen, Wolbenarbte
Leiber, Wolgebrauchte
Weiber, Ungewisse Kinder, Weder Pferd
noch Rinder, Nimmer Brot im
Sacke, Nimmer Gel

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Das andere Leben

Wäre gleich in jener
Zeit Keine größre Herrligkeit, Als
daß steuren uns und stehlen Nicht wie
hier mehr dürffe quälen, Wolt ich
dessentwegen noch Hin mich sehnen eben
ho

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Über deß nackten Cupidinis Bildnüß ...

Über deß nackten
Cupidinis Bildnüß, welchen seine
Mutter züchtiget Was hat doch
verbrochen der liebliche Knabe, Daß
ihme so ernstlich die Mutter streicht
abe? Er hat sich gesa

... weiterlesen


Auff Zart-Lieben

Zart-Lieb ist im Bett
erzogen, Hat sechs Ammen
außgesogen, Die von Hünern, Mandeln,
Wein Müsten stets gemästet
seyn. Zartlieb ist der Welt zu
zärtig; Eh er, dünckt mich,

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Ein babylonischer Gebrauch

Zu Babel worden schöne
Töchter auff freyem Marckte feil
gestellt; Die ungestalten aber namen
zur Mitgifft so gelöstes Geld. Wann
dieses heute noch bey Tage solt
ebenmässig auch geschehn,

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Ein Feigenbaum im Capitolio zu Rom

Zu der Zeit, da in Jovis
Schlosse Zu Rom ein Feigenbaum
entsprosse, Fing Keuschheit an von dar
zu weichen. Ich weiß nicht, ob nicht
dessen gleichen Bey uns geschieht. O,
wie ich tr

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Meine Herren

Zu dienen zweyen Herren,
ist schwer; ich diene dreyen Und darff
mich doch bey keinem der Redligkeit
verzeihen. Gott dien ich mit dem
Hertzen nach meinem besten künnen, Dem
Fürsten mit dem

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Sarckschrifften eines lieben Ehegattens.

Zun Haupten

Gott sey Danck! mir ist erlaubt,
Daß wie, Jesu, du mein Haupt,
Ich, dein Glied, mag triumphiren
Und den Tod gefangen führen.
Offtmals voll macht endlich toll

Zunfft und Zechen sind
verwand, Eines zwiefach nur
genant. Drum wer anhängt allen
Zechen, Ist auch kühnlich
einzurechen In die tolle, wilde
Zunfft Bey das Volck der
Unvernun

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Zweyerley Nacht und zweyerley Tag

Zwey Nächte hat der
Mensch, der Mensch hat zwene
Tage, Drauff er sich freue theils,
theils drüber sich beklage: Der Mutter
Leib ist Nacht; das Grab ist wieder
Nacht; Geburt gibt einen Tag

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Ärtzte

Ärtzte sind den Menschen
gut, daß für derer Menge Endlich
nicht die gantze Welt werde gar zu
enge. 153. Ein verlorner Freund Mein
Freund ward nechst nach Hof in
Ehrendienst erkoren.

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