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Gedichte - Friedrich Ludewig Bouterweck


Nach der Trennung

Allein, im Kampf mit unsichtbaren
Mächten, Erblick` ich mich.
Verhaßtes Selbstgefühl! Ich sehe
Licht in kalten Mitternächten, Und
bin im Sturm der Elemente Spiel. Was
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Lebenslied

Auch des Lebens Bestes schwindet,
Rinne, Thräne, nur herab! Auch die
reinste Freude findet In dem Schlund
der Zeit ihr Grab. Reihend wiegt auf
freyen Schwingen Sic
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Stoicismus

Aus Liebe schuf der Schöpfer seine
Welt. Für Liebe schuf er sie. Drum gab
er Fülle Von Allem, was den Geist und
seine Hülle In sanfter Harmonie
erhält. Hier sollten wir uns Hüt
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Psyche im Walde

Da schreitet, wie im Nymphen-Chor,
Diane. Sie, die ich liebe, durch den
Eichenhain! Wer schwüre nicht in
seines Herzens Wahne, Sie müsse
selbst Latonens Tochter seyn! So ragt
i
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Die Dämmerungsfeyer

Das war ein Kuß! Mit Jahren, freudenlos
Und düster, wiird` ich ihn nicht
theuer büßen, Ich saß im
Dämmerlicht zu ihren Füßen, Und
drückte mein Gesicht in ihren
Schooß.
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Der Kuß

Ein Kuß von meinem Mädchen Enthebt
mich aller Sorgen. Er ruft den lichten
Morgen Um Mitternacht hervor. Er
zaubert Lil` und Rose Aus dürrem
Felsenmoose. Er zau
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Der Gruß

Ein trauter Gruß ist Goldes werth,
Ist mehr, als Wort und Tand. Er
knüpft, wo man noch Wahrheit ehrt,
Der alten Treue Band. Wie Harfenton
erfreulich klingt Ein f
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Amors Herrschaft

Gott der Liebe, Der du in`s Auge
Sehnsucht träufelst, Der du in
Seelen, Die dein Zepter lenkt,
Götter-Grazie hauchst, Nie
erscheine mir im Zorne! Denn des
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Licht und Liebe

Gott sprach: `Es werde Licht!` Und es
ward Licht. Da rollten die
Wolkenwogen, Die dicht mit dumpfer
Nacht Den trüben Himmel umzogen,
Zusammen vor dem Wort der Mac
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Erinnerungsopfer

Göttin mit dem Auferweckerstabe:
Heilige! Verschwieg`ne! Dir allein
Will ich, dir, Erinnerung, am Grabe
Meiner Freuden, Dank und Thränen
weih`n. Wo die schönsten Träum
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Poetisches Gebet

Herr Latonens Sohn! Vom Zeus Erzeugter!
Bedenk` ich deiner. Zu dir wend` ich
auch endigend mich. Dich erheben werd`
ich vor Allen, du Erster und
Letzter! Höre mein kurzes Gebet! Gib
mir
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An Psyche

Hüllte kein geweihter Schleyer Deiner
Seele Schönheit ein; Leuchtete kein
höh`res Feuer Aus des Herzens
Flammenschein: Denn in usern
Blumenbanden, Psyche! Psyche! du u
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An die Dämmerung

Hüll` in deinen Schattenmantel,
Freundin Dämmerung, mich ein! Laß
des Tages Bilder fliehen! In
verschwiegnen Fantasien Will ich,
sinnend, glücklich seyn. Dämm
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Urania

Im vollen Fluge trag` mich
himmelan, Erschafferinn noch nie
geseh`ner Wesen! Ein Bild, von dir zur
Andacht auserlesen, Erscheine mir, wenn
ich es schauen kann! Und soll dann auch
der
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An das Leben

Leben, du bist arm an Freuden, Stur an
Schmerzen bist du reich. Gäben auch
die guten Götter Beydes uns im
gleichen Maße, Wäre Beydes doch
nicht gleich. Freude,
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Nachtgesang des Schiffers

Leuchtet heller, all`, ihr tausend
Sterne! Endlich drückt die Hoffnung
mir die Hand. Aus der weiten,
mondbeglänzten Ferne Dämmert dem
verschlag`nen Schiffer Land. Gleite,
glei
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Jünglings Rundgesang im Frühlinge

Löse ab vom Stamm das Epheulaub, Und
schlingt es um die Locken! Laßt
Bücherwitz beym Bücherstaus Zur Zeit
der Mayenglocken! Wer nicht sein Herz
in sich begräbt, Wer
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Philosophie der Liebe

Mag, wer will, ergrübeln und erklären,
Was das Herzensräthsel, Liebe, sey.
Nennt es blinde Sinnenschwärmerey!
Nennt es einen Flug in höh`re
Sphären! Ist es dieß: so
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Menschliches Dasein

Nach Pindar. Was ist der Mensch? Was
ist er nicht? Wir sind der Traum von
einem Schatten. Nur wenn ein Strahl der
Göttlichkeit Des Menschen Sinn
erleuchtet, Da
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Der Gesang

Nach Pindar Gold`ne Leyer Apollon`s,
Vollstimmiges Freudenwerkzeug Der
dunkellockigen Musen! Dir horcht der
Jubelführer, der Tanz; Dir horcht der
Chor, Wen
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Wunderglauben

Nach Wundern fragst du, blindes Volk,
Das Unsichtbares sehen will? Was
Knabenwitz natürlich nennt, Hast du
es schon erfaßt? Daß über dir der
Himmel sich Mit hu
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Das Mühlenwäldchen

Nimm du mich auf mit allen meinen
Träumen, Vertrauliches, geliebtes
Dämmergrün! Hier gaukelt hin.
Erinn`rungs-Fantasien! Umschwebt den
Quell, und flüstert mit den Bäumen!
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Quellenlied

Nur dem Glücklichen entschlüpft
Stund` und Tag mit gleicher Schnelle,
Wie uns dort die Bacheswelle
Blinkend aus den Augen hüpft. Aber
wer mit schwerem Sinn Brü
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Schranke der Menschheit

Schranke der Menschheit Daß doch nie
der Alleslenker Meiner schwachen
Kunst Mit Götterkraft entgegne! Daß
ich nie ermüde, Zu den Himmlischen zu
stehen? Daß ich ni
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Vaterlehre

Sey stolz, mein Sohn, in dieser Welt
Der Kindeseitelkeit, Wo Dünkel, der
nur sich gefällt, Von hoher Tugend
schreyt! Genüge dir! Bescheidenheit
Sey dein erkorne
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Fernandos Trauer

Verloren in Gedanken, die die Seele
Des Denkenden mit kalter Nacht
umziehn, Verfolgte, wie durch eine
Todtenhöhle, Fernando einen Pfad, wo
keine Blumen blüh`n. Es war im
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Der Kirchhof

Wenn ich einst, wie sie, entschlummnern
werde, Die kein Gruß der Morgensonne
weckt; Wenn das schmale Hügelchen mit
Erde Meine dunkle Friedenskammer
deckt: Wird dann wohl, wie i
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Liebe ohne Hoffnung

Wer nicht dann noch lieben kann, Wenn
die Hoffnungen verwehen, Schwingt sich
zu den Himmelshöhen Wahrer Liebe nie
hinan. Herzen, die das Glück
besticht, Folgen nur v
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Ergebung

Wirklich, wirklich, bist du schon
Verschwunden, Meines Lebens holder,
schöner May? Eh` ich noch mir einen
Kranz gewunden, Ist die Zeit der
Blumen schon vorbey? War es das
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Männerschönheit

Wohl singt und preist, wer singen kann
Des Weibes Zauberglanz; Doch gab der
Kenner Winkelmann Nicht ihm den
Siegeskranz. Bescheiden und doch
herrschend tritt Der J
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