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Gedichte - Friedrich


Die sechste Ode des Horaz im dritten Buche.

Du büßest, unverdient, der Väter
Missethaten. Bis du, o sichres Rom, die
Tempel wieder baust, Der Götter
Wohnungen, die in Verfall gerathen, Auf
deren Bildern du noch Rauch und
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Abdallah

Abdallah, Hassans Sohn, der vor dem
Großvizier, Wie vor dem Mahomet, sich
bis zur Erde krümmte, Fleht um ein
reiches Amt, das der dem Seraskier, Dem
Pascha Bajazet, freundvetterlich besti
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Aesopus und der Muthwillige

Aesop bewies zu seiner Zeit Die
schwerste Kunst in unsern Tagen, Die
Kunst, die Narren zu ertragen, Die
Zunft, die immer sich verneut. Ein
Bube, den nichts fröhlich machte, A
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La-Fontaine

Aesop und Gabrias und Phädrus und
Horaz, Ein Ariost, Machiavell,
Boccaz, Dein Rabelais, und die du oft
verhehlest, Erzählten dir, was du
erzählest. Du schreibest gut genug:
man g
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Alcest und Philint

Alcest. Ein wahrer Freund sagt alles
frei, Er haßt die stumme
Heuchelei. Philint. Ganz recht!
die lieb ich nicht; Doch auch ein
kluger Freund gefällt
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Mascar

Alcinous speist so nicht beim
Homer, Als Mascar thut, den Freund und
Feind benagen. Doch über etwas will
man klagen: Kein Inquisitor forscht so
sehr; So viele Bissen, so viel Fragen
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Doris

Als Doris, die freundliche Schöne, Den
Vorzug der Freiheit verlor, Und man
ihr, nach langem Gehöhne, Den
häßlichsten Eh`schatz erkor; Da
flohen die gaukelnde Freude, Das S
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Die Natter

Als einst der Löwe Hochzeit
machte, Kroch zu der neuen
Königin Auch eine kleine Natter
hin, Die zum Geschenk die schönste
Rose brachte. Doch jene weist sie ab,
und spricht:
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Das geraubte Schäfchen

Als Joabs Heldenheer die Kinder Ammon
schreckte, Und schon ganz Israel das
Land um Rabba deckte, Wo der Gewaltigen
und Hanons Unverstand Die Boten
schänden ließ, die David abgesandt,
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Jupiter, die Thiere und der Mensch

Als Jupiter der unbewohnten Erde Die
Menschen und die Thiere schuf, Bestimmt
er jeglichem den künftigen Beruf, Des
Lebens Art und Zeit und Arbeit und
Beschwerde. Zum Esel sa
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Das Kind

Als mich die Mama Hänschen küssen
sah, Strafte sie mich ab. Doch sie
lachte ja, Als ihr der Papa Heut` ein
Mäulchen gab. Warum lehrt sie
mich: Mädche
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Phryne

Als Phryne mit der kleinen Hand Noch um
der Mutter Busen spielte, Nichts als
den keimenden Verstand Und den Beruf
der Sinnen fühlte; Da kam ihr schon,
an jener Brust, Das ers
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Die Küsse

Als sich aus Eigennutz Elisse Dem
muntern Coridon ergab, Nahm sie für
einen ihrer Küsse Ihm anfangs dreißig
Schäfchen ab. Am andern Tag erschien
die Stunde, Daß e
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Lysimachus und Philippides

Als Witz zu Würden half, die Weisheit
der Poeten Ein Recht an Gunst und
Glück besaß, Und mancher König ohn`
Erröthen Gedichte schrieb, und Dichter
las, Ward zu des Hofes Ehrenst
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Apollo und Minerva

An den Verfasser der Trauerspiele: die
Horatier und Timoleon. Mein Behrmann,
den Geschmack und Witz und
Redlichkeit Von niederträcht`gem Wahn
entfernet, Den auch ein innrer Reichth
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An die heutigen Beförderer

An die heutigen Beförderer der schönen
Wissenschaften und freien Künste Ihr
Gönner des Geschmacks! Ihn würdig zu
erhöhn, Ahmt so dem Colbert nach, wie
Colbert dem Mäcen. Vedi
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Daphnis

An einem Hügel voller Linden Saß
Amarill, und war bemüht, Aus Blumen
einen Kranz zu winden, Und sang ein
angenehmes Lied. Sie, die so manches
Herz gerühret, Sie, vieler Se
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An einen Freund (I)

An einen Freund, der mir Burmanns
Ovidium geschenkt hatte Freund, dein
Ovidius vermehrt dir meine Pflicht. So
reizend sieht man gern, was er so schön
geschrieben. Wie leicht entbehrest du
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Die Thiere

An Herrn C.L. Liscow. Der Freiheit
unverfälschte Triebe Erhöhn den Werth
der Wahrheitliebe, Die deine Seele
stark gemacht. Dein glücklicher
Verstand durchdringt in edler E
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Ben Haly

An Herrn C.P. Krieger. Gelehrter
Kenner der Gesetze, Bei dem im Herzen
Recht, im Munde Wahrheit gilt; Der nie
mit müßigem Geschwätze Hammoniens
Gericht erfüllt!
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Stentor

An Herrn I.I.D. Zimmermann. Mein
Zimmermann, zu dem die Musen eilen, Die
unereilt den wilden Strephon fliehn! O
lehre mich, durch wohlgeprüfte
Zeilen Mein schüchtern Werk d
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Die Kenner

An Herrn M.A. Wilkens. Es ließ sich
in der Vögel Chören Unlängst ein
junger Vogel hören, Und suchte nichts
so sehr, als wahrer Kenner
Gunst. Gemeiner Sänger List wirbt
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Bruder Fritz

An Herrn P. Carpser. Versprechen
machet Schuld; drum send` ich dir die
Zeilen, Die meine Dichterei zu deiner
Lust entwarf. Dafür entdecke mir: Ob
sich ein Kranker heilen, Un
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Die Vergötterung

An Phyllis. Holde Phyllis, die
Göttinnen (Traue mir die Wahrheit
zu) Waren anfangs Schäferinnen Oder
Mädchen, so wie du. Eine, die mit
blauen Augen Mehr als
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Alcon

Apollo stand betäubt durch Söhne
seiner Kunst, Denn jeder singt ihm
Dank, oft für weit größre Gunst, Als
ihm der Gott gewährt, und nach
verrauschten Chören Bat Alcon
insgeheim Apoll
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Der großmüthige Herr und seine Sklaven

Auf dem Aegäermeer wird einst ein
Handelsmann Von einem schnellen Sturm
ergriffen. Er wendet sich, so gut er
kann, Und darf nur langsam seitwärts
schiffen. Allein es mehret sich di
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Auf einen Papefiguier

Auf einen Papefiguier und Verächter der
schönsten Stellen im Milton Der
blasse Chaerilus wird oft, aus Eifer,
roth, Wann ich das erste Paar im Milton
reizend finde. Er bleibe, was
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Arist und Suffen

Auf Ortolanen, Lachs und Samos stolzen
Wein Hat oft Arist das Glück,
Suffenens Gast zu sein. Dann aber liest
Suffen ihm seiner Dichtkunst
Proben, Und diese muß Arist stets
hören und stet
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Grenzen der Pflicht

Aus Beifall und gewohnten Gründen Nur
Menschen recht vernünftig finden, Das
will die Pflicht: Doch manche Menschen,
die wir kennen, Viel klüger, als die
Thiere, nennen, Das
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Die Tarraconenser

aus dem Quintilian, de Institut. Orat.
L. IV. C. III. Es schrieb einst
Tarracon dem römischen
August: »August, dem Kaiser, Heil! Zu
deiner Völker Lust, Und deiner Siege
Bild, die
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Der Wein

Aus den Reben Fleußt das Leben: Das
ist offenbar. Ihr, der Trauben
Kenner! Weingelehrte Männer! Macht
dies Sprichwort wahr. Niemals
glühten Rechabiten
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Das Glück und Melinde

Aus einem Sonett des Girolamo
Gigli. Ich sahe jüngst das Glück,
und durft` ihm kühnlich sagen: Bereue
deinen falschen Tand; Dein
flatterhafter Unbestand Berechtigt alle
We
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An einen Verfasser weitläuftiger Grabschriften

Aus Pope. Der Gräber Ueberschrift
ist sehr dein Werk gewesen; Doch jedes
Mal zu lang, und dies ist nicht
erlaubt: Die eine Hälfte, Freund, wird
nimmermehr geglaubt, Die and
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Der Zorn eines Verliebten

Aus Priors Gedichten. Brief und Wink
verhießen mir Schon um Zwei die
liebste Schöne; Doch der Zeiger ging
auf Vier, Und mir fehlte noch
Climene. So Geduld al
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Axiochus und Alcibiades

Axiochus, ein Schalk von
schmeichelhaften Sitten, Und
Alcibiades, der Stutzer von
Athen, Zween Freunde gleicher Art, bei
Mädchen wohl gelitten, Schlau, feurig,
jung, galant, beredt und wun
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Die Aussöhnung

Bavius. Als dein Geschmack nur meine
Verse wählte Und ich bei dir noch
keinem Witzling wich, Da war gewiß,
wann ich sie überzählte, Kein neuer
Fürst halb so vergnügt al
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Die Alster

Befördrer vieler Lustbarkeiten, Du
angenehmer Alsterfluß! Du mehrest
Hamburgs Seltenheiten Und ihren
fröhlichen Genuß. Dir schallen zur
Ehre, Du spielende Flut! Die
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Der Gelehrte

Beglückt ist der, zu dem sein Vater
spricht: Sohn, sei gelehrt! und der den
Vater höret, Und, nur auf Ruhm, auf
Meisterschaft erpicht, Bald vieles
lernt, und endlich alles lehret,
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Der Mann

Bestimmter wählt ein Mann, nach
Zweifeln und Verdacht: Ihm lächelt nur
die Welt, die ihm zuvor gelacht, Der
Tanzplatz jüngrer Lust. Nun richtet er
die Kräfte Erhabner auf den Zweck vers
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Der ordentliche Hausstand

Crispin geht stets berauscht zu
Bette, Und öfters, wann der Tag schon
graut. Sein Weib, die lächelnde
Finette, Lebt mit dem Nachbar recht
vertraut. Ihr ganzes Haus- und
Wirthschaft
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Schreiben an einen Freund

Da die gelehrte Welt jetzt recht
geschäftig ist, Castel die Töne
färbt, und Körber Seelen mißt, Klim,
nach dem Lucian, belebte Bäum`
entdecket, Wann Hellmund Zeichen merkt,
und Jachin
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Burgunder-Wein

Damit ich singen lerne, Soll mir der
Saft der Reben Jetzt Muth und Töne
geben Und neue Kunst verleihn. Mich
reizen deine Sterne, Ihr Einfluß
wirket Wunder, O feuriger
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Bei einem Carneval

Das Spiel der Welt besteht aus
Mummereien: Ein Hofmann schleicht in
priesterlicher Tracht; Als Nonne winkt
die Nymphe Schmeicheleien; Ein Wuchrer
stutzt in eines Sultans Pracht; Der
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An Charin

Dein Pandus, der so zu dir
schleicht, Hat Eulenaugen, und sie
schielen; Sein Kinn ist spitz; er lacht
nicht leicht, Und wird stets mit der
Zunge spielen. Ich weiß, daß du ihm
güns
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Philosophen. Redner

Den Weisen von Stagir entehret eine
Metze: Demosthenes spricht als ein
Held; Doch er verläßt Schild,
Schlacht und Feld: Und Harpalus
Geschenk ersticket sein
Geschwätze; Ein Diogen
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Die Helden

Der Aerzte Haubt, die sich zu Pferde
zeigen, Ein Chiron sprach zum durstigen
Achill: Der Thetis sei das
Wassertrinken eigen! Ihr Sohn trinkt
Wein, wenn er mir folgen will. Ih
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Mops und Hector

Der beste Freund in unsrer Welt, Mops,
war mit Hector auferzogen, Und blieb
ihm immer unverstellt, Mit wahrer
Hundetreu gewogen. Ihm ging es recht
nach seinem Sinn: Wo
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Melson

Der Dollmetsch, welcher oft mehr
Sprachen, als er wußte, Vor seiner
Königin sogleich erklären mußte; Der
schlaue Melson fand durch seine
Munterkeit Den Rath, den nur der Witz
verleiht.
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Der erste Mai

Der erste Tag im Monat Mai Ist mir der
glücklichste von allen. Dich sah ich,
und gestand dir frei, Den ersten Tag im
Monat Mai, Daß dir mein Herz ergeben
sei. Wenn mein Gest
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Myron und Lais

Der graue Myron hielt um eine Nacht voll
Küsse Bei der geliebten Lais an; Doch
weil sein Seufzen nichts
gewann, Errieth er, daß sein Haar den
Abscheu wirken müsse. Er schw
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La-Motte

Der Houdart, den ich mir zum Muster nie
erlesen, Ist nicht so groß, auch nicht
so klein gewesen, Als Fontenell` und
Rousseau ihn gemacht. Sein Tadel wird
noch jetzt von vielen nachgeschrie
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Der Hänfling des Papstes

Der Hänfling des Papstes Johannes des
dreiundzwanzigsten Zwei Dinge haben
sich noch nie verbinden können: Ein
Weib und recht verschwiegen sein. Abt
Grecourt sagt`s. Ich muß ihn n
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Die Wunder der Liebe

Der Liebe Macht ist allgemein, Ihr
dient ein jeder Stand auf Erden. Es
kann durch sie ein König klein, Ein
Schäfer groß und edel
werden. Tyrannen raubt sie Stolz und
Wuth,
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Der Frühling

Der malerische Lenz kann nichts so
sinnreich bilden, Als jene Gegenden von
Hainen und Gefilden; Der Anmuth
Ueberfluß erquickt dort Aug` und
Brust: O Licht der weiten Felder! O
Nacht
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Der Mai

Der Nachtigall reizende Lieder Ertönen
und locken schon wieder Die
fröhlichsten Stunden ins Jahr. Nun
singet die steigende Lerche, Nun
klappern die reisenden Störche, Nun s
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Auf den Gothilas

Der stolze Gothilas, ein neugedruckter
Dichter, Ein Geist von starker
Zeugungskraft, Fand, seiner Einsicht
nach, den Glauben fehlerhaft, Und ward
des Christenthums unbärt`ger
Winkelrichter
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Die Eulen

Der Uhu, der Kauz und zwo
Eulen Beklagten erbärmlich ihr
Leid: Wir singen; doch heißt es, wir
heulen: So grausam belügt uns der
Neid. Wir hören der Nachtigall
Proben, Und
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Der Alte

Der weisheitvolle Greis, der
gegenwärtge Zeiten Hofmeisterlich
belehrt, der Freund der
Schwierigkeiten, Ist hämisch,
mißvergnügt, der Erben Trost und
Last, Und hoffet, scherzt und liebt
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Der Geheimnißvolle

Der Zischler Aeltester, Bisbill, Lehrt
heimlich, was er lehren will, Und
spricht mit allen im Vertrauen. Noch
gestern hat er, recht erstaunt, Mir,
unter uns, ins Ohr geraunt:
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Seltsamer Zorn des Cleons

Des Cleons spanisch Rohr, der Rächer
seiner Ehre, Gab einem Lästerer
empfindlich Unterricht. Wie sinnlich
demonstrirt die Lehre, Die fast des
Schülers Rückgrad bricht! Wol zehnma
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An Euphem

Dich schilt ein Staar, ein Papagei: Das
hörst du mit gerechtem Lachen, Denn
dich wird auch ihr Lobgeschrei Nicht
eitel, noch berühmter machen. Nur
Sbrullus sprach jüngst wider dic
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Die Nachbarschaft der Buhlerei

Die Buhlerei, die oft sich Liebe
nennt, Erscheint, vermummt, an einem
Fest der Freude, Im schlausten Putz, in
Neadarnens Kleide, Wovon den Werth sie
und die Jugend kennt. Ihr Auge sp
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Freiheit

Die Freiheit ist dein Wunsch! Kaum
trau`ich dem Entschluß. Lern` und
vernimm von mir, wie man sie suchen
muß. Lachst du, wann Jourdains Stolz
und Cadenas sich weisen, Und sein
erhabnes Ma
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Arsinoe

Die Kennerin der Fehler und der
Sünden, Arsinoe, kann nichts
unsträflich finden, Nicht Chloens
Witz, nicht Juliens Gestalt. Sie ist
mit sich, mit andern, unzufrieden; Nie
wird ihr
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Hobbes

Die meisten hüten nur die Schätze, die
sie erben, Wie einen todten Schatz, den
niemand größer macht. Sie sammeln,
was man meint, und blättern Tag und
Nacht, Bis sie, sich unbekannt und
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Gastereien

Die Wissenschaft, ein Gastmahl
anzustellen, Wo zwanzig sich, als wie
durchs Loos, gesellen, Geliebte Stadt!
die war dir längst bekannt; Allein,
die Kunst, drei, die von gleichen Sitten
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Der Blumenkranz

Dort, wo die Alster sich in engen Ufern
krümmt, Und rauschend ihren Lauf durch
Busch und Wälder nimmt, Wo deutsche
Treue sich beim deutschen Handschlag
findet, Des Landmanns froher Fleiß
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Der Wunsch einer Schäferin

Dort, wo im Thal die schlanken Erlen
stehn, Hielt mich mein Schäfer an, bei
jenen frischen Quellen, Und sprach:
Gebötest du, mich wieder
einzustellen, Du würdest mich für
Liebe sterben
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Adelheid und Henrich, oder die neue Eva und der ne

Dritte Erzählung Der Frauenlist, dem
Eigensinn getreu, Flieht Adelheid so
gar der Ehe Schatten; Doch liefert ihr
und ihrer Gleißnerei Der zwölfte Tag
den sehnsuchtvollen G
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Telephus, nach der neunzehnten Ode des Horaz im dr

Du bist gelehrt, mein Telephus! Du
weißt und du erzählst, wie manches
Jahr verstrichen Vom fast vergeßnen
Inachus Bis auf des Codrus Zeit, der,
nach des Schicksals Schluß, Beherz
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Der Wein

Du brausender und frischer Most, Du
gährend Mark der milden Reben, Des
Herbstes Ehre, Götterkost! Mein Lied
will deinen Ruhm erheben. O
feuerreicher Traubensaft! Gib meinen
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Der Wunsch

Du holder Gott der süßsten Lust auf
Erden, Der schönsten Göttin schöner
Sohn! Komm, lehre mich die Kunst,
geliebt zu werden: Die leichte Kunst zu
lieben weiß ich schon.
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Die Freundschaft

Du Mutter holder Triebe, O
Freundschaft! dir zur Ehre, Dir,
Freundschaft, nicht der
Liebe, Erschallen unsre Chöre, Und
Phyllis stimmt mit ein: Doch sollte das
Entzücken
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Der Kuckuk

Du Rufer zwischen Rohr und
Sträuchen, Schrei immer muthig durch
den Wald! So lange deine Stimm`
erschallt, Wird weder Gras noch Laub
verbleichen. Uns spricht der
Scheinfreund, so wi
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An Hyperbolus

Du sagst uns güldne Berge zu, Und
leistest nichts, und darfst dies Geben
nennen: So wirst du heute mir
vergönnen, Freigebiger zu sein, als
du. Ich schenke dir, so mancher
Wahrheit
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Lindor

Du sagst, daß Lindor Daphnen
küßt, Allein, du fehlest weit: Denn
kein verliebter Schäfer ist So voll
Bescheidenheit. Finette, die dir
widerspricht, Macht beider Unschuld k
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Die Empfindung des Frühlings

Du Schmelz der bunten Wiesen! Du
neu-begrünte Flur! Sei stets von mir
gepriesen, Du Schmelz der bunten
Wiesen! Es schmückt dich und
Cephisen Der Lenz und die Natur. D
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An Melint

Du willst, ich soll jetzt mit
Cecil, Dem feinen Mann, Bekanntschaft
machen. Du rühmest ihn: er spricht
nicht viel, Hält Ordnung in den
kleinsten Sachen, Liebt Häuslichkeit,
und fl
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Die Schule

Durch tiefe Seufzer blöder
Lust Erklärte Damis alle
Triebe Seiner Liebe; Doch rührt er
nicht der Schönen Brust. Es konnt` ihm
durch sein Gold ja glücken; Doch
spart` er d
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Ja und Nein

Ein Barde hieß, aus frommer
Pflicht, Ein ganzes Heer von Silben
ringen. Ich will nur zwo zur Sprache
zwingen, Weil doch in Fabeln alles
spricht. Es sind die, so ich reden
lasse,
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Der Fresser

Ein berühmter Held im Fressen, Den das
Schlemmen aufgeschwellt, Hatt` einmal
zum Abendessen Sich den größten Stör
bestellt. Dieser ward sehr bald
bezwungen: Nur das Kopfst
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Der Esel, der Affe und der Maulwurf

Ein betrübter Esel heulte, Weil des
Schicksals karge Hand Ihm nicht Hörner
zugewandt, Die sie doch dem Stier
ertheilte; Und der Affe fiel ihm
bei, Daß der Himmel grausam se
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Die Taube, der Falk und der Tauber

Ein Blaufuß steigt zum neuen Raube Aus
Nest und Wald empor, reviert in hoher
Luft, Beschauet Berg und Thal, und
sieht in einer Gruft Des treuen Taubers
Lust, die schönste Turteltaube.
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Der Traum eines Dervis

Ein Dervis sah im Traum den Himmel und
die Hölle: Hier traf er einen Mönch,
dort einen König an. In jener Welt
allein erkläret unsre Stelle Der
Menschen wahren Werth, da nichts mehr

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Das Dasein

Ein dunkler Feind erheiternder
Getränke, Ein Philosoph, trat neulich
hin Und sprach: Ihr Herren, wißt, ich
bin. Glaubt mir, ich bin. Ja, ja!
Warum? Weil ich gedenke. Ein S
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Das Bekenntniß

Ein feuriger Galan, der schlechten Dank
erwarb, Und nicht viel rühmlicher, als
Pherecydes, starb, Bekannte, was an ihm
bereits unheilbar worden, Dem Priester
Francion vom Carmeliterorden,
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Der Hirsch, der Hund und der Wolf

Ein jeder Frommer thut, was man in
Hamburg thut: Das Gute glaubt er oft,
allein das Böse selten. Ihn lehrt der
Lauf der Welt, daß Neid und
Frevelmuth Der Tugend Henker sind, und
auch die
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Crispin von Paß.

Ein kleiner Eigensinn sei Künstlern
gern verziehen! Ich setze mit Bedacht:
ein kleiner Eigensinn; Denn allen, die
sich nicht um Kunst und Witz
bemühen, Dem groben Theil der Welt,
geh` auc
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Der Beleidiger der Majestät

Ein König, dem an Macht und Weisheit
keiner glich, Erwies sich jederzeit im
Herrschen väterlich. Sein Liebling,
dessen Glück, so lang` er treulich
diente, So, wie ein starker Baum an fri
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Der Weise

Ein Midas trotzt auf den Besitz der
Schätze, Um die der Geiz nach fernen
Ufern reist. Prüft auch der Thor der
Wahrheit ew`ge Sätze, Des Weisen
Glück, den ächten Heldengeist, Den
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Der ruhmredige Hase

Ein Rammler, den zu früh der Dünkel
aufgeblasen, Hielt sich für einen
hohen Geist. Warum? Das Närrchen war
gereist, Und konnte freilich mehr als
grasen. Ihm sollte kaum ein Fuchs
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Das Delphische Orakel und der Gottlose

Ein Schüler des Diagoras, Ein
Bösewicht, der wenig glaubte, Und
seinem frechen Götterhaß Die größte
Frevelthat erlaubte, Ging einstens, aus
verruchtem Sinn, Nach Delphos
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Das Schäfchen und der Dornstrauch

Ein Schäfchen kroch in dicke
Hecken, Dem rauhen Regen zu
entgehn. Hier konnt` es freilich
trocken stehn; Allein die Wolle blieb
ihm stecken. Beglückt ist, den dies
Schaf be
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Ruffin

Ein schöner Herr, der Pflastertreter
Krone, Schon um fünf Uhr der Oper edle
Zier, Mit einem Wort: Ruffin, das
Wunderthier, Glaubt, daß in ihm die
Weisheit sichtbar wohne. Was mach
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Processe

Ein vorgeladner Abt fragt einen klugen
Alten: Ihr kennt das ganze Recht; mich
rügt ein Bösewicht; Die Schriften
bring` ich mit; gebt mir doch
Unterricht: Wie soll ich mich dabei
verhalten
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Reue über eine nicht begangene Bosheit

Ein Weib, die Lais ihrer Zeit, Gerieth
in seltne Traurigkeit, Als ihr Verehrer
fliehen mußte. Mit Recht, sagt` ihre
Nachbarin, Liegt dessen Absein dir im
Sinn, Der dich so sc
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An Murtzuphlus

Ein Wolkenbruch und ganzer Städte
Brand Wird dir zuerst, und uns durch
dich, bekannt! Du weißt zuerst, wo
Mißwachs, Theurung, Noth Und Krieg und
Pest den sichern Ländern droht: D
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Der Zeisig

Ein Zeisig, der sein Nest nur eben
angelegt, Versang an einem heitern
Morgen Den Schlaf, die Bau- und
Nahrungssorgen. Ihm wuchs sein kleines
Herz, durch West und Lust erregt. Sein
Wa
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Der Tag der Freude

Ergebet euch mit freiem Herzen Der
jugendlichen Fröhlichkeit: Verschiebet
nicht das süße Scherzen, Ihr Freunde,
bis ihr älter seid. Euch lockt die
Regung holder Triebe; Di
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An Celsus, einen jungen anacreontischen Dichter

Erheb` und zeige dich dem deutschen
Vaterlande! Doch, sollen jetzt noch
Kuß und Wein Der Inhalt deiner Töne
sein, So singe beider Lob nicht zu der
Sitten Schande! Wie dir Anacreon
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Aufmunterung zum Vergnügen

Erlernt von muntern Herzen Die Kunst
beglückt zu scherzen, Die Kunst
vergnügt zu sein. Versucht es. Laßt
uns singen, Das Alter zu
verjüngen, Die Jugend zu erfreun.
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Adelheid und Henrich, oder die neue Eva und der ne

Erste Erzählung Nichts schmeckt so
schön, als das gestohlne Brod. Ein
Sprichwort sagt`s, das ich nicht falsch
befinde. Man prüfe sich! Liegt etwan
im Verbot Die stärkste
... weiterlesen


An eine Schläferin

Erwache, schöne Schläferin, Falls
dieser Kuß nicht zu bestrafen: Doch
wenn ich dir zu zärtlich bin, Schlaf,
oder scheine mir zu schlafen. Die
Unschuld, die nur halb erwac
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Drei Tauben

Es haben oft zugleich der Leser und der
Dichter, Und auch der Criticus kein
zuverlässig Ohr. So lud vor einen
tauben Richter Ein Tauber einen Tauben
vor. Der Kläger sagt`: Auf mein
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Eine, vor dem Jahre , seltene Sache

Es herrschet überall ein dürft`ger,
stolzer Neid, Das lächerlichste Loos
der lächerlichen Zeit, Als ob das
große Gut, Unsterblichkeit und
Ehre, Nur Eines Eigenthum, und nicht zu
theile
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Die Glückseligkeit

Es ist das wahre Glück an keinen Stand
gebunden: Das Mittel zum Genuß der
schnellen Lebensstunden, Das, was
allein mit Recht beneidenswürdig
heißt, Ist die Zufriedenheit und ein
gesetzt
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Fabel

Es ist Euphrast, der stets gefiel In
allem, was wir von ihm
lesen, Bescheiden-sinnreich, wie
Virgil, Erfindsam, wie Homer
gewesen. Er schrieb nicht bis ins
Stufenjahr, Nicht v
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Charakter eines würdigen Predigers

Es ist Theophilus ein Lehrer jeder
Pflicht: So heilig wie sein Amt, so
wahr als sein Gesicht: Dem Irrthum
billig feind, ohn` Irrende zu
hassen: Voll Liebe, wie sein Gott, und,
als sein Knec
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Die Fledermaus und die zwo Wiesel

Es kam die Fledermaus in einer Wiesel
Loch; Die war den Mäusen feind, und
sprach: Wie darfst du doch, Der Mäuse
Mißgeburt! dich meinen Augen
weisen? Wiewol du kömmst mir recht;
ich woll
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Cincinn

Es lassen sich Cincinn und seines
Lächelns Kunst, In früher Gegenwart,
bei Hofe täglich sehen, Und hieraus
schließest du, er müsse recht in
Gunst Bei herrschenden Ministern
stehen;
... weiterlesen


Phanias

Es schreibt, mit leichter Hand, der
leere Phanias, Bei ungeduld`gem
Müßiggang, Ohn` Achtsamkeit, Beruf
und Zwang, Ohn` Ordnung und
Zusammenhang, In eines Buchs Gestalt,
geschwind i
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Der grüne Esel

Es schöpft ein Fabulist aus alten
Wunderzeiten, Gibt, lenkt, und hemmt
Erdichtungen den Lauf. Erzähler halten
sich bei neuern Seltenheiten Sogar, wie
Wohlgemuth, beim grünen Esel, auf.
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Der Schwimmer

Es wagte sich einst in den Rhein Ein
Baccalaureus, der nie zuvor
geschwommen. Vom Ufer mocht` er kaum
fünf ganzer Schritte sein, So steckt`
er schon im Schilf, fing zappelnd an zu
schrein,
... weiterlesen


Aurelius und Beelzebub

Es wird Aurel, der nichts, als Armuth,
scheut, Zum Mammonsknecht, zum Harpax
unsrer Zeit. Ihm ist der Klang von
vielen todten Schätzen Ein
Saitenspiel, das Zählen ein
Ergötzen. Of
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An die Freude (II)

Freude, Göttin edler Herzen! Höre
mich. Laß die Lieder, die hier
schallen, Dich vergrößern, dir
gefallen: Was hier tönet, tönt durch
dich. Muntre Schwester sü
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Prophezeiung

Freund, sterb` ich einst, so wird ein
Bösewicht, Der jetzt noch schweigt,
mir keinen Nachruhm gönnen. Und über
mich und meinen Werth erkennen. Es mag
geschehn! Den Schnarcher fürcht` ic
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An den Marschall von Frankreich, Grafen von S.

Gemeiner Tugenden kann nur ein Held
entrathen: Der Glanz von seinem Ruhm
strahlt aus erhabnen Thaten, Aus dem,
was andern schwer und unerreichlich
fällt. Die Niedern müssen sich ein
leich
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Die Landlust

Geschäfte, Zwang und Grillen, Entweiht
nicht diese Trift: Ich finde hier im
Stillen Des Unmuths Gegengift. Ihr
Schwätzer, die ich meide, Vergeßt mir
nachzuziehn: Ver
... weiterlesen


An die Dichtkunst

Gespielin meiner Nebenstunden, Bei der
ein Theil der Zeit verschwunden, Die
mir, nicht andern, zugehört; O
Dichtkunst, die das Leben lindert! Wie
manchen Gram hast du vermindert,
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Die verliebte Verzweiflung

Gewiß! der ist beklagenswerth, Den
seine Göttin nicht erhört; Dem alle
Seufzer nichts erwerben. Er muß fast
immer schlaflos sein, Und weinen,
girren, winseln, schrein, Sic
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Wett-Trunk und Wett-Lauf

Glaub, Anacharsis hatte Recht, Der,
weil er sich zuerst bezecht, Begehrte,
daß man ihm des Wett-Trunks Preis
ertheilte: Was, sprach er, trug nicht
der den Lohn Im Wett-Lauf jederzei
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An den Schlaf

Gott der Träume! Freund der
Nacht! Stifter sanfter Freuden! Der
den Schäfer glücklich macht, Wann ihn
Fürsten neiden! Holder Morpheus!
säume nicht, Wann die Ruhe mir gebr
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Jodel

Herr Jodel, Jodels Sohn, erblaßte
schnell und satt: Er, dem die Stadt die
Welt, sein Kirchspiel eine Stadt, Sein
Haus das Kirchspiel war: der nie in
fremdem Lande Luft oder Witz geschöpft
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Leichen-Carmen

Herr Jost ist todt, der reiche
Mann! Wär` er nicht reich
gewesen, Wir würden, falls ich rathen
kann, Auf Ihn kein Carmen lesen. Sein
hocherleuchteter Papa Pflag Ihn oft
selb
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Mezendore

Herr Nicolaus Klimm erfand Mehr Länder
als ich Reime, So gar ein unterirdisch
Land Vernünft`ger Thier` und
Bäume. Die Ober- und die
Unterwelt Bewunderten den großen Held.
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Allgemeines Gebet

Herr und Vater aller Wesen, aller
Himmel, aller Welten, Aller Zeiten,
aller Völker! Ewiger! Herr
Zebaoth! Die Verehrung schwacher
Menschen kann dein Wohlthun nicht
vergelten, Gott, dem all
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Wallraff und Traugott

Heulend drang sich Boreas in die
dichtverzäunten Felder, Ueberraschte
Berg und Thal, beugte, brach, zerriß
die Wälder. Durch die räuberischen
Winde ward in einer
Unglücksnacht Nordens
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Grabschrift des Herrn Sextils

Hier ruht der Herr Sextil, das Bild
erfahrner Männer, Der Leser jeder
Stirn, und der Aspecten Kenner. Der
sechste Carl verschied, und kein Komet
erschien, Kein Nordlicht streift`
umher, un
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Jersbeck

Hier seh` ich mehr als das, was jenen
Kaiser trieb, Der Rückkehr zu dem
Thron die Gärten vorzusetzen: Ein
Reich, das er gepflanzt, wo Freiheit
voll Ergötzen, Zum täglichen Triumph,
sein
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Horaz

Horaz, mein Freund, mein Lehrer, mein
Begleiter, Wir gehn aufs Land. Die Tage
sind schon heiter; So wie anjetzt die
Furcht der blinden Nacht Ein heller
Mond uns minder nächtlich macht.
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Harvstehude

Ich bin ein Freund der
Klosterländer, Und gönn` und wünsch`
insonderheit Den rechten Kern der
Segenspfänder Der jüngferlichen
Geistlichkeit. Was Heilige für sich
verwalten,
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Der Traum

Ich schlief in einem Garten, Den Ros`
und Myrthe zierten, In dem drei holde
Schönen Den habentblößten Busen Mit
frischen Blumen krönten, Die jede
singend pflückte.
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An Trivius

Ich sehe dich beim Schönemann: Ich
sehe dich in Iphis Garten; In
Harvstehude land` ich an, Auch dort
seh` ich dich auf mich warten; Auf
unserm Walle seh` ich dich: Im Baumhau
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Das Heidelberger Faß

Ihr Freunde! laßt uns altklug
werden Und weiser, als die Weisen,
sein; Entsaget aller Lust auf
Erden; Entsagt den Schönen und dem
Wein! Ihr lacht und spitzt den Mund auf
Küsse:
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Das Gesellschaftliche

Ihr Freunde, zecht bei freudenvollen
Chören! Auf! stimmt ein freies
Scherzlied an. Trink` ich so viel, so
trink` ich euch zu ehren, Und daß ich
heller singen kann. Der Rund
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Der Löwe

Ihr Räthe, merkt in diesem
Jahre, Merkt, was die treue Fabel
schreibt, Der Clio Schwester, die das
Wahre Auch diesem Mährchen
einverleibt. Daß sie den Hochmuth
nicht verletze,
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Lob unsrer Zeiten

Ihr Tadler, schweigt! ich will der
Welt Den Vorzug unsrer Zeiten
melden. O wißt, wohin mein Blick nur
fällt, In jedem Stand` entdeck` ich
Helden. Ich will der Menschen Lob
besingen
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Die Verliebten

Ihr, deren Witz die Sehnsucht übt Und
immer seufzet, harret, liebt, Wie spät
erreicht ihr, unbetrübt, Der Liebe
Freuden! Furcht, Knechtschaft, Unruh
und Verdacht, D
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Rath

Ihr, die ihr wagt, und stets geschäftig
seid, Durch Vortheil reich, durch
Knechtschaft groß zu werden, Begebt
euch ja des Vorzugs voll
Beschwerden, Den Geist, Geschmack und
Wissenschaft v
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Der Papagei

In Cuba war ein Papagei, Den neckt` ein
jeder um die Wette; Kein einziger
gestand, daß er gelehrig sei, Noch
daß ihn die Natur recht schön
befiedert hätte. Er wird drauf
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Die Vögel

In diesem Wald, in diesen
Gründen Herrscht nichts, als Freiheit,
Lust und Ruh. Hier sagen wir der Liebe
zu, Im dicksten Schatten uns zu
finden: Da find` ich dich, mich findest
du.
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Die beiden Wölfe

In einem dicken Wald, wo Wind und Hunger
heulten, War zweener Wölfe Sitz, die
sich in mancher Nacht Nichts im Gebiß,
als Raubsucht, heimgebracht, Die sie
recht brüderlich, und ohne Mißg
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Die Vorzüge der Thorheit

in einem Rund-Gesange. Den Thoren ist
ein Glück beschieden, Das vielen
klugen Leuten fehlt. Die Herren sind
mit sich zufrieden Und haben immer wohl
gewählt. Was hilf
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Phyllis

In einem Thal, wo den verjüngten
Hain Der Frühling schmückt, ein
klarer Bach benetzet, Fand Phyllis sich
zur muntern Doris ein, Die sich bereits
ins Grüne hingesetzet. Ihr schwar
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Die Kinder Ruben

In Israel straft jeden Stamm sein
Fluch Auf diesen Tag. Dies lehrt ein
kleines Buch Von einem unglücksvollen
Schwätzer. Der Kinder Ruben Fluch wird
schrecklich angeführt: Was grü
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Chloris

In jenem zarten Alter, Als ich mit
meinem Schäfchen Mich noch zu messen
pflegte Und älter war, doch
kleiner, Als mein getreues
Schäfchen, Da folgt ich schon der
Chloris,
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Anacreon

In Tejos und in Samos Und in der Stadt
Minervens Sang ich von Wein und
Liebe, Von Rosen und vom
Frühling, Von Freundschaft und von
Tänzen; Doch höhnt` ich nicht die
Götter
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Der Wink

Ist gleich dein Wink verstohlen: So
find` ich doch mein Glücke In jedem
deiner Blicke, Der meine Hoffnung
nährt. Laß ihn oft wiederholen, Dir
fehle nur die Stunde, I
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Der schöne Kopf, an *** Ja, ja, es reizt auch mic

Ja, ja, es reizt auch mich das blühende
Gesicht, Auch ich empfinde selbst die
Kraft von diesen Blicken. Der Mund, das
Auge kann entzücken, Und wer verehrt
den vollen Busen nicht, D
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Johann, der Seifensieder

Johann, der muntre
Seifensieder, Erlernte viele schöne
Lieder, Und sang, mit unbesorgtem
Sinn, Vom Morgen bis zum Abend
hin, Sein Tagwerk konnt` ihm Nahrung
bringen: Und wann
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Jupiter und die Schnecke

Jupiter verhieß den Thieren, die er in
der Welt erschuf, Das zu geben, was sie
wünschten. Jedes kam auf seinen
Ruf. Alle wünschten, alle baten; was
sie baten, ward verliehn. Zu den ander
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Dat veniam corvis, vexat censura columbas

Juvenal. Sat. II. 65. Der schwarzen
Locken Glanz wird, fast ohn`
Unterscheid, Bei dir der Schönen Rang
entscheiden. Auf Blonde stichelst du.
Mich däucht, du gehst zu weit:
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An einen Arcadier

laeva in parte mamillae Nil salit
Arcadico juveni. Juvenal. Sat. VII.
159. Du grübelst Tag und Nacht,
umringt vom Dichterchor, Der in Athen
und Rom der Kenner Lust gewesen.
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Momar und Sophron

M. Du kennst mein Werk, du weißt die
Gründe, Womit ich, zu der Freiheit
Ruhm, Den Helden für das
Christentum, Den Grotius ganz
überwinde. Weil meine Lehre siegreic
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Der welsche Hahn, der Habicht und der Adler

Man diene, wem man kann, doch nicht um
reich zu werden. Denn nichts ist
kärglicher, als die
Erkenntlichkeit. Es ging ein welscher
Hahn, in stolzer Sicherheit, Aus seinem
Hof ins Feld, und
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Der Ursprung des Grübchens im Kinne

Man glaube nicht, was mancher Dichter
spricht: Nun ruht mein Kiel; nun
schreib` ich ferner nicht. Wie selten
weiß ein Dichter aufzuhören! Apollo
darf uns auch im Schlafe stören. K
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An Hypsäus

Man muß nicht allezeit was Hocherhabnes
sagen: Der allgemeine Witz ist nicht
der Hoheit Freund. Des Weltlichts
vollen Glanz kann mancher nicht
ertragen, Der seinen Schimmer liebt,
wann er
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Der vertheidigte Schwan

Man tadelt` einen Schwan, der
Wasservögel König; Da nimmt sich
seines Ruhms ein schlauer Vogel
an. Hört, singt er, wie ich euch
gleich widerlegen kann: Wahr ist es,
dieser Schwan
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Dauer der Scribenten

Mein Cleon, Jahr` und Zeiten
fliehen; Wie bald sind wir des Moders
Raub! Wie bald sind wir und alles
Staub, Was wir mit regem Kiel der
Dunkelheit entziehen! Vergebens
schreiben wir f
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Apollo, ein Hirte

Mein Herz gleicht den zufriednen
Herzen, Die Lieb` und freier Muth
belebt, Die gern in sichrer Ruhe
scherzen, Wann rauschend Glück den
Stolz erhebt. Die Ehre gönn` ich
größern Le
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Der Wettstreit

Mein Mädchen und mein Wein, Die wollen
sich entzwein. Ob ich den Zwist
entscheide, Wird noch die Frage
sein. Ich suche mich durch Beide Im
Stillen zu erfreun. Sie gibt
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Trostgrüne

Mein Sophron, nichts geschieht
vergebens. Uns witziget, uns übt die
Widerwärtigkeit Im Prüfungsstande
dieses Lebens. Die Seele siegt nicht
ohne Streit. Wenn wir auch nicht den
Sie
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Die Ursache der Kriege

Mein! sage mir, warum die Fürsten
fechten? Fragt Görgel den Gevatter
Hein. Der lacht und spricht: Wenn sie,
wie wir, gedächten; Sie stellten alle
Händel ein. Wenn sie, wie wir, n
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Auf ein gewisses Lobgedicht

Mich nennt der durstige Hircan Recht
dichterisch den Dichter-Schwan, Den
Phöbus sich erkießt. Durch ihn werd`
ich so stolz gemacht, Als wenn mir eine
Metze lacht, Und mich e
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Mirene

Mirene stand an einer Quelle, Bei
welcher schöne Veilchen blühn, Und
sah um rasche Wasserfälle Die
ungezählte Heerde ziehn. Die zählte
sie mit wenig Freude, Und sprach: K
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Die Undankbarkeit des männlichen Geschlechtes

Mit Lauretten, seiner Freude, Sitzt am
Alsterfluß Tiren, Wo sie, auf der
nächsten Weide, Zween Spatzen buhlen
sehn. Voll von zärtlichem
Gefühle Scheinen beide glei
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Hoheit und Liebe

Monarch im Reiche stolzer Thoren, Dich,
hohes Glück, verehr` ich nicht! Mir
ward in Phyllis mehr geboren, Als
alles, was dein Tand verspricht. Der
Traum der Wachenden, die Ehre,
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Marcus Aurelius Antoninus Verissimus

Monarchen, euren Werth wird jede Zeit
erheben, Und die Benennungen berühmter
Herrscher leben. Noch wiederholt die
Welt das Lobwort ungeschwächt: Noch
heißen sie uns groß, noch weise, no
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Montagne

Montagne, Günstling der Natur, Es
sollte dich nur der, den Witz und
Freiheit adeln, Weil er dir rühmlich
gleicht, erheben oder tadeln; Dem sei
ein Socrates; wo nicht, ein Epicur! D
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Der Schwätzer

Nach Horaz. Jüngst, da ich mich, wie
sonst, den Grillen überlasse, Gerath
ich ungefähr in die Mariengasse. Ein
Fremder, den ich nur dem Namen nach
gekannt, Läuft plötzli
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Nasidien

Nasidien, ein Herr von hohem
Stande, Ergrübelte sich täglich neue
Pein, Und hielt es sich für keine
kleine Schande, Den Bauern gleich,
gesund und stark zu sein. Er klagte
jüngst
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Wein und Liebe

Nein, Liebe, nein! dir gilt nicht dieses
Lied; Es soll mit Bacchus Ruhme
prangen, Was mich erweckt, und was man
hier ersieht, Ist wichtiger als weiß`
und rothe Wangen. Ein jedes Gla
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Die Verschwiegenheit der Phyllis

Nein, nein, man fängt mich nicht so
bald! Ich sage keinem was ich
denke. Ich kenne schon der Schäfer
Ränke, Und bin nun sechszehn Sommer
alt. Und höre meine Schwester sagen:
... weiterlesen


Grabschrift des Neodars

Neodar, seiner Freunde Plage, Ruht
hier, und hört zu fragen auf. Das
Fragen war sein Lebenslauf, Und er
verschied in einer Frage. Du fragst bei
diesem Leichenstein: Ward er d
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Unverdiente Eifersucht

Neulich sah man aus den Sträuchen Den
verschwiegenen Elpin Heimlich von der
Weide schleichen, Heimlich in die
Waldung fliehn. Die Begierde, dort zu
sehn, Warum dieser Gang ge
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Das Gelübde

Nichts pflegt der Rachbegier an Thorheit
gleich zu sein. Ein Mann, der
unverhofft sein feistes Kalb
vermißte, Schwur, wenn er seinen Dieb
nur zu entdecken wüßte, So wollt` er
einen Bock
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Der Jüngling

Nun wird der junge Herr von seinem
Mentor frei. Wie froh ist ihm die Welt,
und die Natur wie neu! Nun sucht er
Luft und Lust, schweift aus, flucht
allem Zwange: Verschwendet
hoffnungsreich:
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Doris und der Wein

O Anblick, der mich fröhlich
macht! Mein Weinstock reift, und Doris
lacht, Und, mir zur Anmuth, wachsen
beide. Ergötzt der Wein ein menschlich
Herz, So ist auch seltner Schönen Sc
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Die erste Liebe

O wie viel Leben, wie viel Zeit Hab`
ich, als kaum beseelt, verloren, Eh`
mich die Gunst der
Zärtlichkeit Begeistert und für dich
erkohren! Nun mich dein süßer Kuß
erfreut,
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Philippus, König in Macedonien, und Alster

Oft ist der Witz ein scharfes
Schwert, Das plötzlich aus der Scheide
fährt, Und, den es schützen soll,
verletzet. Der Einfalt offnes Maul
bleibt, ihr zum Vortheil, stumm; Ihr
Schw
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Auf Furius, einen heutigen noch ungedruckten Schol

Ovidius erfährt`s: du bist an Glossen
reich; Allein, du wirst dem Text nur
neue Wunden schlagen. Die blindlings,
so wie du, sich ans Verbessern
wagen, Sind Pamphus, dem Cyclopen,
gleich.
... weiterlesen


Philemon und Baucis

Poeten wissen tausend Sachen, Die in
dem groben Theil der Welt Der Wahn und
Aberwitz belachen, Und Einfalt für
unmöglich hält. Wir singen: Boreas
muß schweigen; Der Wald e
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An Reptill

Rebuff verfolget mich; ihn darfst du
nicht erbittern: Und Arbas; doch auch
er ist dir ein Matador: Selbst Struma;
»Struma selbst?« Du widersprichst
nicht Rittern, Und wie schwingt Struma
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Der Fuchs ohne Schwanz

Reinike verwirrte sich In die ihm
gelegten Stricke, Und, wiewol er selbst
entwich, Ließ er doch den Schwanz
zurücke. Um nicht lächerlich zu
sein, Predigt` er den F
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Der verliebte Bauer

Rühmt mir des Schulzens Tochter
nicht. Nein! Sagt nur, sie ist
reich. Im ganzen Dorf ist kein
Gesicht Der flinken Hanne gleich. Das
Mensch gefällt, auch ungeputzt; Ich
sag`
... weiterlesen


Wilhelmine

Sie lebt` und liebt`, und nun ist sie
dahin, Die Flüchtigste der
Wilhelminen. An Witz, an Lust, an
freiem Sinn Glich sie den Ninons, wie
den Phrynen: Ihr war genug, als
Schäferin,
... weiterlesen


Die Rose

Siehst du jene Rose blühen, Schönste!
so erkenne dich: Siehst du Bienen zu
ihr fliehen, Phyllis! so gedenk` an
mich. Deine Blüte lockt die
Triebe Auf den Reichthum der Natu
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Leander und Scapin

So glichen sich wol niemals Herr und
Knecht. Der Herr ist lang; der Diener
ist nicht kleiner: Der Herr lacht laut;
der Diener wiehert recht: Der Herr ist
grob; der Diener ist nicht feiner:
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Die Jugend

Sollt` auch ich durch Gram und
Leid Meinen Leib verzehren, Und des
Lebens Fröhlichkeit, Weil ich leb`,
entbehren? Freunde, nein! es stehet
fest, Meiner Jugend Ueberrest
... weiterlesen


Die Verleumdung

Stolzer Schönen Grausamkeiten Sind
noch immer ungemein. Auch die Spröden
unsrer Zeiten Können ewig spröde
sein. Dennoch sagt und glaubet
man, Daß man sie erbitten kann.
... weiterlesen


Susanna

Susanna, nach Veranlassung zweier
Sinngedichte des Prior und
Cobbs Susannens Keuschheit wird von
allen hochgepriesen: Das junge Weib,
das jeder artig fand, That beiden
Greisen Widerstand,
... weiterlesen


Susanna im Bade

Susannens Keuschheit wird von allen
hochgepriesen: Das junge Weib, das
jeder artig fand, tat beiden Greisen
Widerstand und hat sich keinem hold
erwiesen. Ich lobe, was wir von ihr le
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Tochter der Natur...

Tochter der Natur,
Holde Liebe!
Uns vergnügen nur
Deine Triebe.
Gunst und Gegen-Gunst
Geben allen
Die beglückte Kunst
Zu gefallen
An die Liebe

Tochter der Natur,
Holde Liebe!
Uns vergnügen nur
Deine Triebe.
Gunst und Gegengunst
Geben allen
Die beglückte Kunst
Zu gefallen.
Fallacia causae non causae

Trotz einer Elster schwatzt Ursin, Und
keine Grabschrift lügt, wie er: Dem
jüdisch schreienden Gingrin Fällt,
auch im Schlaf, das Schweigen
schwer. Sie, deren Mund nichts sprachlo
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Turpill

Turpill, der reiche Filz, gab einmal,
doch im Traum, Ein königliches Mahl,
und hatte fünfzig Gäste. Aus Cypern
war der Wein bei diesem
Freudenfeste, Der Schüsseln Menge fand
nicht auf d
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Der Adler, die Sau und die Katze

Tyrannin! die du jung und alt Mit
unumschränkter Macht regierest! Dich
mit der weiblichen Gestalt Der meisten
Mode-Laster zierest, Und bald des
Stolzes, bald der List, Auch o
... weiterlesen


Ueber das Bildniß...

Ueber das Bildniß des Herrn Professor
Bodmer, Mitgliedes des großen Raths zu
Zürich In dieser Bildung herrscht
der schöpferische Geist, Der neuen
Witz und Muth im Noah uns beweist.
... weiterlesen


Ulysses und seine Gefährten

Ulysses und der Rest der ihm getreuen
Schaaren, Die, vielen Helden gleich,
nur selten glücklich waren, Verließen
kaum der Lästrigoner Land, Als ihr
Verhängniß sie zu einer Insel führt
... weiterlesen


Nutzen der Zärtlichkeiten

Unmuth und Beschwerden Würden uns auf
Erden Unerträglich
werden, Unvergeßlich sein: Könnten
nicht, zu Zeiten, Treue
Zärtlichkeiten Den Verdruß
bestreiten,
... weiterlesen


Der Morgen

Uns lockt die Morgenröthe In Busch und
Wald, Wo schon der Hirten Flöte Ins
Land erschallt. Die Lerche steigt und
schwirret, Von Lust erregt; Die Taube
lacht und girre
... weiterlesen


Der Lauf der Welt

Unzählich ist der Schmeichler
Haufen, Die jeden Großen
überlaufen, So lang er sich
erhält. Doch gleitet er von seinen
Höhen; So kann er bald sich einsam
sehen. Das ist de
... weiterlesen


Lob der Zigeuner

Uraltes Landvolk, eure
Hütten Verschont der Städter Stolz
und Neid; Und fehlt es euch an feinen
Sitten, So fehlt`s euch nicht an
Fröhlichkeit, Ihr scherzt auf Gras und
unter Zweig
... weiterlesen


Veit

Veit, Schulz zu Michelsdorf, pflag immer
zu verzeihn. Bald ward auch, unter ihm,
die Bosheit allgemein, Und Frevler
lachten frei des Galgens und der
Schande. Ein Knecht war mit dem Hengst
d
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Liebe und Gegenliebe

Vom schweren Dienst der Eitelkeit, Von
theuren Freunden voller Neid, Den
Henkern unsrer Lebenszeit, Eil` ich den
Freuden und der Ruh` An deinem vollen
Busen zu. Laß jetzt mei
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Goldoni

Von vielen, die sich jetzt Thalien
zugesellen, Kennt keiner, so wie er,
was bessert und gefällt. Der
Schauplatz und die heut`ge Welt Sind
seiner Fabeln stete Quellen. Wie
lehrreich
... weiterlesen


Wider den Horaz

Wahr ist es, auch Horaz folgt andrer
Weisen Spur, Entlehnet vom Chrysipp,
und borgt vom Epicur: Alcäus,
Archiloch sind dieses Schülers
Meister, Und Pindar und Homer, das
Muster großer Ge
... weiterlesen


Paulus Purganti und Agnese

War nicht der Arzt Purganti zu
beklagen? Er hatt` in seinen alten
Tagen Ein schwaches Haubt, und einen
schwächern Leib, Auch überdieß, zum
Zuwachs seiner Plagen, Ein junges Weib.
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An die heutigen Eucratiten

Was edle Seelen Wollust
nennen, Vermischt mit schnöden Lüsten
nicht! Der ächten Freude Werth zu
kennen Ist gleichfalls unsers Daseins
Pflicht. Ihr fallt oft tiefer, klimmt
oft hö
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Die Schriftsteller

Was gibt dem, was man schreibt, der
Dauer Sicherheit? Nicht Ordnung, nicht
Geschmack: nicht Fleiß, noch
Gründlichkeit. Nicht immer ist es
g`nug, der Welt durch Wahrheit
nützen, Nicht g`n
... weiterlesen


Laurette

Was können Witz und Liebe nicht, Wenn
beide sich genau vereinen! Dann wird,
wann uns ein Rath gebricht, Der
Anschlag von sich selbst
erscheinen. Denn Amor ist noch so
verschmitzt,
... weiterlesen


Die einunddreißigste Ode des Horaz im ersten Buch

Was mag der Wunsch des Dichters
sein, Der den geweihten Phoebus
bittet? Und was ruft er ihn an, da er
den neuen Wein Aus seiner Opferschale
schüttet? Er wird den Reichthum voller
Ae
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Vorzug dieses Jahres

Was nimmt jetzt ab? Das Silber und die
Treue. Was nimmt jetzt zu? Das Gold und
der Verstand. Nichts ist so wahr:
nichts ist so sehr bekannt, Und jeder
Tag beweiset es aufs neue. Unz
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Elpin Weil nach des Schicksals bestem Schluß Die

Weil nach des Schicksals bestem
Schluß Die junge Welt sich lieben
muß, So ward Elpin verliebt. Auch er
fand, daß es artig sei, Wenn man, bei
süßer Schmeichelei, Den Schö
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Der schlechte Wein

Wein! den die Bosheit ausgedacht, Des
Wassers Ruhm empor zu bringen, Der aus
Verzweiflung trunken macht, In dem wir
Gift und Tod verschlingen, In dem des
Hafens Aufruhr tobt,
... weiterlesen


Der Falke

Wem ist dein Ruhm, dein Vorzug
unbekannt, Hetrurien, der Künstler
Vaterland, Wo die Natur, das Auge zu
entzücken, Recht sinnreich ist, Berg,
Thal und Busch zu schmücken, Und Wahl
... weiterlesen


Unterricht für einen Reisenden

Wenn dir ein Mann, den du nicht kennst,
begegnet, Der lächelnd schleicht, und
dich durch Minen segnet, Scharf nach
dir schielt, sich ehrerbietig
krümmt, Gebete brummt, und tiefe
Seufzer s
... weiterlesen


Vergleichung

Wie edel ist ein Herz, das reich an
steter Liebe, Zum Wohlthun lebhaft ist,
aus unerlerntem Triebe! So wirkt ein
lautrer Bach, der durch zwo Wiesen
schleicht, Nicht heftig schwillt, noch
ra
... weiterlesen


Cosmus

Wie klug ist Cosmus von Gesicht! Man
muß ihm etwas Stolz erlauben: Doch
alles, was er heute spricht, Scheint
ihm des Witzes Ruhm zu rauben. Ist
Cosmus klug? Ist er es nicht?
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An den Doctor Logus

Wie leicht beschämst du den
Macrin! Wie schwach sind seine
Kleinigkeiten, Wann deine Waffen sie
bestreiten, Und mit Soriten
überziehn. Allein zu oft besiegst du
ihn. Man mu
... weiterlesen


Warnung

Wie leichtlich wird man
hintergangen! Doch das Verhängniß
läßt geschehn, Daß, die uns gerne
hintergehn, Oft mit Geräusch und
vielen Worten prangen. So macht die
Schrecklichste
... weiterlesen


Die Schönheit

Wie lieblich ist des heitern Himmels
Wonne, Der reine Mond, der hellen
Sterne Heer, Aurorens Licht, der Glanz
der güldnen Sonne! Und doch ergötzt
ein schön Gesicht weit mehr. Der
... weiterlesen


Witz und Tugend

Wie schön ist nicht Homer, der Dichter
aller Zeiten, Wie reizend, wie gelehrt,
wie reich an Trefflichkeiten! Doch auch
nur eine That rechtschaffner
Menschenhuld, Der wahren Mäßigung,
der
... weiterlesen


Alcetas an die Alsterschwäne

Wie sehr ist euch das Schicksal
hold, Ihr Schwäne, die ich fast
beneide! Ihr Säufer trinkt so viel ihr
wollt, Und bleibt auch dann der
Schönen Freude. Ich weiß es, Bacchus
schenk
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Ein klägliches Schicksal der Poeten

Wie sorglos schläft der sichre
Musensohn, Wann er, bei Kerz` und
Nacht, in dichterischen Stunden, Nun,
wie er glaubt, den Einfall
ausgefunden, Den er gesucht, der ihn zu
sehr geflohn!
... weiterlesen


Der Kuß

Wie unvergleichlich ist Die Schöne,
die recht küßt! In ihren Küssen
steckt Was Tausend Lust erweckt. Den
Mund gab die Natur Uns nicht zur
Sprache nur: Das,
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Menor

Wie weit ich Menors Herz besessen, Das
weiß er freilich mehr als ich; Doch
hat er öfters sich vermessen, Mich
lieb` er, und recht brüderlich. Als
einen Feind würd` er mich nicht
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Die Nacht

Willkommen, angenehme Nacht! Verhüll`
in deine Schatten Die Freuden, die sich
gatten, Und blende, blende den
Verdacht! Wann treue Liebe küssen
macht; So wird der Kuß der Li
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An einen Maler

Willst du den Stolz für alle kenntlich
malen, So laß den Muth ihm aus den
Augen strahlen! Sein Blick sei Hohn:
ein Trotz, der herrisch droht, Krümm`
ihm den Mund, färb` ihm die Wangen r
... weiterlesen


Erill

Wir wissen, daß Erill nie günstig
denkt noch spricht: Zum Beifall bringen
ihn Geist oder Sitten nicht. Es gleiche
noch ein Herz, mein Wilckens, deinem
Herzen, Ein Witz selbst Rab`ners Wit
... weiterlesen


An den verlornen Schlaf

Wo bist du hin, du Tröster in
Beschwerde, Mein güldner Schlaf? An
dem ich sonst die Größesten der
Erde Weit übertraf. Du hast mich oft
an Wassern und an Büschen Sanft ü
... weiterlesen


Wünsche

Wünsche, aus einem Schreiben an einen
Freund vom Jahre 1733. Um diese
Pilgrimschaft vergnüglich zu
vollenden, Die mich von der Geburt bis
zur Verwesung bringt, Darf
... weiterlesen


Zemes und Zulima

Zemes. Als noch dein Mund um meine
Lippen scherzte, Als nur mein Arm den
weißen Hals umfing, Da schien es mir,
wann ich dich zärtlich herzte, Daß
mich, an Glück, kein Sop
... weiterlesen


Die Alte

Zu meiner Zeit, zu meiner Zeit Bestand
noch Recht und Billigkeit. Da wurden
auch aus Kindern Leute, Aus
tugendhaften Mädchen Bräute; Doch
alles mit Bescheidenheit. O gute Ze
... weiterlesen


Hofmann von Hofmannswaldau

Zum Dichter machten dich die Lieb` und
die Natur. O wärst du dieser stets,
wie Opitz, treu gewesen! Du würdest
noch mit Ruhm gelesen: Jetzt kennt man
deinen Schwulst und deine Fehler nur.
... weiterlesen


Der Esel, der Fuchs und der Löwe

Zum Esel kam der Fuchs auf seine
Distelweide, Und sprach: Freund, meinen
Gruß zuvor, Du scheinst noch immer
jung in deinem alten Kleide. Wie lustig
spielt noch jetzt dein hochansehnlich Oh
... weiterlesen


Helena und Menelaus

Zum Menelaus kam die Helena
zurück, Und sprach, mit Recht
beschämt, und mit bethräntem
Blick: Es ward dir zwar mein Leib, die
irdische Last, entrissen; Doch, wie der
Himmel weiß, blieb
... weiterlesen


Mahomet und der Hügel

Zum Volk sprach der Prophet bethörter
Muselmänner: Der Wahrheit zum Beweis,
ist unsers Allah Schluß, Daß, wenn
ihr würdig glaubt, versammelte
Bekenner, Der Hügel, der dort ruht,
sich
... weiterlesen


Die Bärenhaut

Zween Helden, die der Douze-Strand Von
Jugend auf, in frühen
Wechselchören, Nach tapfern Flüchen
singen hören, Verließen, um die Zahl
der Reisenden zu mehren, Ihr
liederreiches
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Adelheid und Henrich, oder die neue Eva und der ne

Zweite Erzählung Die arme Frau
erblasset, seufzt und schweigt; Der
frohe Mann bewundert ihre
Stille. Allein ihr Aug`, ihr wildes
Auge, zeigt, Daß nichts, als Zorn, ihr
ganz
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