A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Georg Bötticher

Mainacht am Rhein.

(Den Stalaktiten gewidmet.)

Eine Laube am Rhein.
Und ich träume beim Wein,
In der wonnigsten Maiennacht einsam.
Von des Fliederbaums Duft
Weht berauschend ... weiterlesen
Anzeigen


Vor Lessings Schäksbier-Monnement in Weimar

(D’r Weimerschen Schäksbier-Gesellschaft gewidmet)

An letzten Sonndag war ich mal in Weimer
Un stand in Bark vorn Schäksbier-Monnement.
So sahk där also aus? Ei ... weiterlesen Thal-i-a un Thal-ja.

(Sächsisch.)
     

Mir Sachsen – m`r weeß es
Un `s is je nischt Beeses,
Och hat m`r de Wahl ja –
Mir sagen stets: » Thal-ja.«
... weiterlesen D‘r Sakkse.

(Sächsisch.)

In Schbrachgebied von Meißen
Driffd m`r dän Menschen ann,
Dän sich – zumal in Breißen –
Gee Mensch vergleichen gann.

Von ... weiterlesen An Leibzg!

(Sächsisch.)

Mei liewes Leibzg – m`r sinn doch noch de Alten
Trotz allen Wechsel in der Zeiten Lauf? –
Laß mich mit dir ä bißchen unterhalten
Un nimm mei ... weiterlesen D‘rnähm.

(Sächsisch.)

Vom »Gaffee Geßwein« hammse wohl geheert,
Am Briehl in Leipzg? – Das is Sie sähenswert!
Da is in Angdreh änne Inschrift ze läsen,
Daß ... weiterlesen Gesellschaftsregeln

1. Bist du um sieben Uhr geladen,
So geh nicht etwa erst um neun.
Sieh: Pünktlichkeit kann keinem schaden,
Und’s erste Stück kann’s beste sein!

2. Gut ... weiterlesen Frei nach Heine.

1. Idyll.

Ein Oberkellner steht einsam
Spät nachts im öden Café.
Ihn schläfert. Das Trinkgeld-Ergebnis
War heute schlechter denn je.

Er träumt ... weiterlesen Kurorts-Elegien.

1.

Ja, ich gratuliere mir!
Der so zuverlässge »Meyer«
Rühmt den Kurort ungeheuer
Und zumal die Gegend hier.
Noch hab ich sie nicht gesehn –
... weiterlesen Etwas vom Esel.


1.

Treff ich ein Grautier in der Stadt,
Sich stets noch dies bestätigt hat:
Wohlwollend sieht der kluge Mann
Und mit Humor den Esel an.
Ihn ... weiterlesen Klage.

Ach, wie hat sich doch verschoben
Heut so vieles in der Welt,
Rechts und links und unten, oben
Scheint vertauscht und umgestellt!

Nicht mehr führt der Herr die ... weiterlesen Die Rathaustreppe zu Fulda.

Am Rathausbrunnen zu Fulda,
Da stehen die Mägde zu Hauf:
Die spitzen, klatschenden Zungen,
Die werden da wacker geschwungen
Wie Räder beim Wasserlauf!

... weiterlesen Widmungen.

An Atz vom Rhyn.

(Arthur Rehbein.)
         

    Uns ist aus alten Zeiten wunders viel gesagt
Von fahrnden ... weiterlesen Fer nischt un wiedernischt

An Sonntagen sein de Ziege oft voll
Un weil de Bahn alle befeerdern soll,
Bassiert’s, daß wär vierter Klasse geleest,
An solchen Tagen mal ärschte reest.
So is es ä ... weiterlesen Aus alten Tagen.

Anno 1400.

Auf dem Markt zu Ebingen
Ist Geschirr zu kaufen:
Teller, Tassen, Henkelkrüg`,
Ganze hohe Haufen!
Aus dem offnen Rathaussaal
Dröhnt es ... weiterlesen Das Festspiel.

Auch Schilda will sein Festspiel haben:
Seit Monden tagt im »Singverein«
Ein Komitee von alten Knaben –
Denn schön und – billig soll es sein.

Daß ... weiterlesen Die Schatzgräber.

Bei Fussingen giebt`s einen Platz,
Da gruben Drei nach einem Schatz.
Schon blinkte aus der Erde hold
Ein Kessel voll gemünztem Gold . . .
Die Dreie schaufelten mit ... weiterlesen Doppelte Abrechnung.

Bei Wörth die heiße, ruhmreiche Schlacht,
Haben auch die Badenser mitgemacht.
Unter General Werder fochten sie brav
Und verhalfen manchem zum ewigen Schlaf.
Das ... weiterlesen Nadierlich

Da neulich uff’n Gohliser Wääch
Belauscht’ch zwee Herren in ä Gespräch:
»Ich hab Se nu ooch de Wartburg erstiegen.
Sie hatten ganz recht: das is ä Vergniegen!« –
... weiterlesen Das Ewig-Weibliche.

Das Ewig-Weibliche! Wer kennt es aus?
Wer traut sich, es in Wort und Bild zu haschen?
Mit immer neuen Seiten kommt`s heraus
Und weiß aufs neue stets zu überraschen.

... weiterlesen Moderne Tapetenmuster.

Das wichtigste an den modernen Tapetenmustern sind bekanntlich die Namen.

» Sehnsucht«

(Vor dem die Sehnsucht nicht will weichen:
Es nächstens mal zu ... weiterlesen Nich kleen Baris

Daß Geehde Leibzg ä Kleen-Baris genannd hat,
Das will un will mr ganz un gar nich bassen.
Entschuldgen gann sichs heechstens damit lassen,
Daß Geehde ähm das Ding nur halb ... weiterlesen Die Süßigkeit.

Dem Laienbruder Maurer Kiehn
Im Kloster Apenrade
War von dem lieben Gott verliehn
Die ganz besondre Gnade,
Daß er stets während dem Gebet
`ne Süßigkeit ... weiterlesen Luther und Melanchthon

Denkmal von Schilling un Bronce aufn Johannesblatz

So sehr se meinen Gunstgefiehl behagen –
(Mer gann de Ähnlichgeet nich weider dreiwen!)
Eens werd mer ewig dran ä ... weiterlesen Spitzen.

Der Männergesangverein.

Ich bin der Männerg`sangverein:
Ich donnre laut – ich säusle fein.
Im Kontrastieren bin ich groß,
Erstaune, Welt: gleich geht es ... weiterlesen Schnurren.

Der Treue.

War einst ein Minnesinger,
Zählt` neunundneunzig Jahr,
Trug einen Ring am Finger,
Der von der Liebsten war.

Den Ring nie lassen kunnt ... weiterlesen Guter Rat.

Die heutge Art hat alles ja
Längst auf den Kopf gestellt.
Was willst du`s anders machen da?
Spiel auch »verkehrte Welt!«

Vom Geist der neuen Zeit erfüllt,
... weiterlesen Unsere Neuesten.

Die Verkannten.

Gigerln hab ich neulich belauscht,
Als sie »Gedanken ausgetauscht.«
    »Kennen Sie Douglas?« der eine sprach.
    ... weiterlesen Seltsam.

Die wir mit dem Namen »Freunde« begaben –
Welch Herzensbedürfnis ein Brief an sie!
Besonders wenn wir ein Anliegen haben –
Dann wird unsre Liebe so heiß wie noch nie.
... weiterlesen Stoßseufzer.

Die Zeitung hat es jüngst gebracht –
`was Herrliches ward ausmacht:
Ein Leierkasten-Automat,
Der spielt und orgelt früh und spat;
Doch um das Instrument herum
... weiterlesen De Haubtsache

D’r ahle Ladernenbutzer Ginther,
Där war Sie mal eenes Morjens in Winter
Bein Butzen runtergesterzt von d’r Ledder.
Da lag er nu, bei änn Hundewedder
Uff’n ... weiterlesen ’s Vorurdeel

D’r ahle Musterzeechner Stechen
Is schlecht uff de deutschen Fabriken ze sprechen.
»Da heeßt’s immer ›deitsche Gunstindustrie‹ –
Awer deitsche Muster – wär ... weiterlesen Das Genie.

Ein Herbsttag war`s von seltner Pracht:
In Schwärmen zog`s durch Feld und Hain –
Hier ward gejauchzt und da gelacht
Und dort gerast im Ringelreihn!

Nur eines ... weiterlesen Ratschlag. (II)

Ein Pseudonym hält heute dicht.
Erraten aus des Buches Ton,
Ob Mann ob Weib zum Leser spricht,
Unmöglich ist es heut, mein Sohn!

Kann sein, daß es im ... weiterlesen Der Hagestolz.

Eine Riesenkette seh ich schwingen,
Und sie gliedert sich aus Ehe-Ringen.
Alle weicheren Gemüter drängen,
Ihr mit einem Ring sich einzuhängen.
Andre aber, die von ... weiterlesen Die erste Erdbeerbowle.

Eine römisch-rheinische Legende.

Zu Bonn in seiner Villa
Hemdärmlich saß Trajan
Und flucht: »Charybd und Scylla!
Ich glaub, man brennt noch an!

... weiterlesen Ballade.

Einst traf in einer Öde
Ein fahrnder Rittersmann
Ein schönes Weib, das schnöde
Ein Drache hielt in Bann.

Der Ritter wie das Wetter
Erschlug das ... weiterlesen Dichter-Pech.

Er schwärmt für Madam Melanie
Und schreibt – um ihre Gunst bemüht –
Ein feurig »Liebeslied« für sie,
Und für den Sohn ein »Schlummerlied.«

Der Plan ... weiterlesen Das Lied vom Rad.

Es hat das Rad
Gestehn wir`s grad,
Sich heut die Welt gewonnen.
Spott, Haß und Hohn
Sind lange schon
Vor ihm in nichts zerronnen.

Im Anfang fuhr,
... weiterlesen Den Rettern der Nation.

Es ist im germanischen Lande
Kein Trank so von allen begehrt
Wie jener, den die Levante
Für teueres Geld uns beschert,
Der Trank, den aus Gläsern und Tassen
Bald ... weiterlesen Mein Freund, der Mime.

Es nimmt kein Mensch so regen Teil an mir
Als wie mein Freund, der Bühne Stolz und Zier.
Erzähl ich Heitres in der Freundesrunde
Lacht keins wie er so ganz aus ... weiterlesen Der Grundfalsche.

Falsch ist alles an dem Biedern:
Zähne, Waden, Teint und Haar,
All sein Fragen und Erwidern
Immer falsch und niemals wahr.

Falsch sein Trauern, falsch sein ... weiterlesen Mein Lied.

Feuchtfröhliches.

Und tadelt ihr, daß ich so gern
Von Wein und Trinken singe –
Sind Wein und Trinken, strenge Herrn,
Nicht sangeswerte Dinge?
Doch ... weiterlesen In vino veritas.

Feuchtfröhliches.

Öfters nennt man mich verdrießlich,
    Trüb und gräulich, nur die Schwächen
Andrer sehend und Gebrechen –
    Und ... weiterlesen Säkscher Stosseifzer

Gennse Geln? – Ä wunderscheenes Städtchen!
(Geln am Rheine meen ich, mit’n »Ga«)
Un das scheenste drinne sein de Mädchen,
(Un de Fraun nadierlich) – herrnse ja!
... weiterlesen Boesieen ännes gebildten Leibzjersch

Gochs Denkmal

Hoch uff jenes Hiegels heechster Zacke,
Där von Leibzjer Bergen iewrig noch –
Dhront in weißen Marmor un in Fracke
Unser eenst’jer ... weiterlesen Die Frauschau.

Graf Ullerich von Württemberg
Hat schöne Weiber gern gesehn;
Obwohl von großer Leibesstärk,
Konnt solchen er nit widerstehn.

Nun kam nach Stuckert selbger ... weiterlesen Hahnemanns Monnement

Hahnemann, nee Hahnemann!
Guckt mer dich von weiten an –
Geht mer anstandshalwer liewer
Gar nich ärscht noch näher ran –
Sondern meeglichst schnell voriewer!
... weiterlesen Etwas vom Fluchen.

Ich will`s nicht zu beschönigen suchen:
Aber was nützen – tut das Fluchen!
Nicht nur, daß es die Brust befreit
Von Ärger, Zorn und Verdrießlichkeit,
Nein – – ... weiterlesen Bruder Liffard

Im Kloster Himmerode war
Ein wackrer Schweinehüter,
Herr Liffard, mehr als vierzig Jahr
Die Zier der Laienbrüder.
Voll Demut und Bescheidenheit
Hat er in dieser ... weiterlesen Dichterbedenken.

Im Kopf mir summten Lieder . . .
Da dacht ich: Hol` geschwinde
Ein Fläschchen schwarze Tinte
Und schreibe schnell sie nieder!

Zum Krämer also renn ich,
... weiterlesen Der kluge Hund

Im Worzner Ratsgeller treiwen de Herrn
Ihren Spaß mit’n Gastwertsbudel gern:
Där gann abordiern und Schildwach stehn
Un uff zwee Beenen dorch’s Zimmer gehn,
Holt ... weiterlesen Humor.

In Deutschland war vor Zeiten
Ein mannlicher Gesell:
Breitbrüstig, Schwert zur Seiten,
Kopf hoch und Auge hell;
Gern in der Zecher Mitte,
Allewig scherzbereit,
... weiterlesen Chansons und Überbrettl

In diesen schönen Tagen,
Wo neue Vögel schlagen
Mit so viel Wohlbehagen
Im deutschen Dichterwald –
Wollt ich beim Wipfelrauschen
Den jungen Sängern ... weiterlesen Gonversazjohn

In Eisenbahnwagen is es gewäsen:
Da fuhren Sie zwee von Leibzg nach Dräsen,
Se gannten sich nich, se hatten sich nie
Gesähn, un saßen sich wis-a-wis.
Von Bassaschieren ... weiterlesen Der »Unverbesserlich.«

In Köllen hat, vor grauer Zeit,
Ein Sündenstrolch gehauset,
Ein Kerl, vor dessen Schändlichkeit
Dem Teufel selbst gegrauset.
In Lug, Trug, Raub und Totschlag hat
... weiterlesen ä Hymnus

In Leibzig hamm’r jetzt ä Mann,
So weltberiehmt wie Eener.
Von allen, die m’r nennen gann,
Da reicht’n Wasser geener:
Was där gezeechnet und gemalt
Und ... weiterlesen Moderne Kunst.

Jüngst halt ich einen sonderbaren Traum:
Ich sah – und traute meinen Augen kaum –
Auf offnem Markt viel Leute köpflings stehn
Und statt auf Füßen auf den Händen gehn.
... weiterlesen Deutsch.

Kein Fleck in deutschen Landen,
Kein Winkelchen im Frein:
Es stellt mit einer Cigarre
Sich dampfend einer ein!

Kein Lüftchen kannst du atmen,
Einziehn ... weiterlesen Der Musik-Philister.

Kennt ihr den Herrn Musik-Philister?
Er fehlt, wo ein Konzert ist, nie.
Beständig in Verzückung ist er,
Sich wiegend nach der Melodie.

Gern pflegt er diese ... weiterlesen Der werte Ich.

Ließst du beim Photographen schon
Dein Bild anfertgen je, mein Sohn,
Und zwar, damit er nichts verpfusche,
Ganz ohne jegliche Retouche? –
Dann weißt du auch, wie der ... weiterlesen Zur gefälligen Notiz!

Man liest so oft, daß schöne junge Frauen
Kaltherzger Männer Gegenlieb erflehn,
Und dann, zurückgewiesen von den rauhen,
Mit Waffen ihnen scharf zu Leibe gehn.

... weiterlesen Den Herren Gymnasiasten.

Man preist in den Schulen die Griechen
Als Muster auf jeglichem Feld: –
Mit ihrem Ballvergnügen,
Da war es mäßig bestellt!

Es lagen bei solch einem Feste,
... weiterlesen Zechers Rat

Mein lieber Sohn, bezech dich nie allein,
Laß einsam dich auf keine Bowle ein!
Die Götterlust, die mächtig dich erfaßt,
Wenn du den Zaubertrank erst in dir hast –
... weiterlesen Thal-i-a un Thal-ja

Mir Sachsen – m’r weeß es
Un ’s is je nischt Beeses,
Och hat m’r de Wahl ja –
Mir sagen stets: »Thal-ja.«

Dagegen de weisen
Klugschnauzigen ... weiterlesen Heitzudage

Nee, hamm Se denn nur schon mal druff geachtet,
Wie alles jetzt werrd uff ’n Gobb gestellt?
Ä jedes Dingk, was m’r Sie nur betrachtet –
’s is werklich heite de ... weiterlesen Merkwürdig!

Nichts Hübscheres von vielen hübschen Dingen
Als eine Wiese voll von Schmetterlingen!
Von weitem scheinen sie dir alle gleich.
Doch komm nur näher erst in ihr Bereich,
... weiterlesen Erkenntnis.

Ob der Narrheit dieser Tage,
Die die Narrheit ist von immer,
Lächle, lache meinethalben,
Aber – ärgere dich nimmer!

Aller Leutnants drollig-plötzlich-
... weiterlesen Plakate.

Plakate sind in unsrer Zeit
Von allgemeinster Wichtigkeit.
Es zählt drum zu den nötgen Sachen,
Mit ihnen sich vertraut zu machen,
Und einge Winke dürften Lain
... weiterlesen ’s Gewandhaus

Res severa verum gaudium
(Inschrift am Gewandhaus)

»Zu diesen Gaudjum gommt mer sehre schwere« –
So gennde mr de Inschrift iewerdragen,
Die uff ladeinisch an ... weiterlesen `s Gewandhaus

Res severa verum gaudium
(Inschrift am Gewandhaus)

»Zu diesen Gaudjum gommt mer sehre schwere« -
So gennde mr de Inschrift iewerdragen,
Die uff ladeinisch an Giebel ... weiterlesen Die Über-Originellen.

Sahst du, Freund, die Tisch` und Schränke
Schon der Allerneusten Richtung?
Die Kommoden, Stühl` und Bänke
Hochmodernster Formendichtung?

So gequält sie und ... weiterlesen Dem Autor.

Scheint dein Verleger materiell,
So scheint das nur. Du probst es schnell:
Sprich ihm vom Honorieren mal
Und – jählings wird er ideal!
Er zeigt dir und beweist dir ... weiterlesen Seffnersch Geede aufn renovierten Naschmarchte

Seffnersch »Geede« auf`n renovierten Naschmarchte

Immer schwärmt` ich schon fer Seffners »Geeden«,
Wie `r`n als Student vergerbert hat –
Awer heite gilt er ... weiterlesen In Vino Veritas

Seit langem gilt, und nicht im Spaß,
Der Spruch: »in vino veritas«.
Es kommt die Wahrheit aus dem Wein –
Das Trinken kann nicht sündhaft sein.
Drum klinge Glas an ... weiterlesen Trink- und Lebenskunst.

Sich den Lebenstrank bereiten,
Daß er munde und dich labe –
Vom Geschick ist`s eine Gabe,
Zählend zu den Seltenheiten.

Zwar nicht schwierig ist`s zu ... weiterlesen Regeln für Dichterfreunde

So dir zum Freund ein Dichter ward,
Nun, so behandle ihn nicht hart –
Doch weck auch nicht den in Poeten
Schlummernden Trieb: von sich zu reden!

Leihst du ihm ... weiterlesen Mitteelungsbedärftig

So ä Inglischmänn mit ä Buch in d’r Hand
Un ä Opernglas an ä langen Band,
Der geht um de Bauten ze inspiziern
Eenes Morjens uffn Dräsner Schloßblatz spaziern.
... weiterlesen Die Vorstellung.

Stumm, vom Mondlicht bleich umflossen,
Ruhn des Städtleins Häusermassen:
Sieh, da schwanken engumschlossen
Zweie durch die stillen Gassen.

Traun für einen ... weiterlesen De heeflichste Nazjohn

Um Anno Dreizen is es gewäsen:
Da gommt Sie eenes Dags in Dräsen
D’r Gaiser Nabolejohn angeschbrenkt,
Un wie er bein Marcht um de Ecke lenkt,
Da sausen doch bletzlich ... weiterlesen Die Mär vom Ritter Hammelsterz und seiner Gotelin

Vernehmt die Mordgeschichte
Vom Ritter Hammelsterz,
Der freundlich von Gesichte,
Doch falsch und schwarz von Herz.

Sein Ehgemahl, die gute
Und fromme ... weiterlesen Kein Geist.

Vernehmt, was jüngst am Rheine
In dunkler Nacht passiert:
Ein Pärchen kommt alleine
Des Wegs daherspaziert.

Und wie sie Küsse tauschen,
Schlägt ... weiterlesen Der Genügsamste

Vier verwegene Gesellen
Stiegen einst hinab zur Höllen.
Vor dem höllischen Palast
Machten sie ein Weilchen Rast.

Alle schwitzten sie erklecklich,
Denn die ... weiterlesen Beim Neuen.

Vom Baume wirbelt gelbes Laub
Und fliegt in alle Weiten;
Was alt, das wird des Todes Raub,
Was welk und morsch, will scheiden.
So war`s, so ist`s, so wird es sein
... weiterlesen D’rnähm

Vom »Gaffee Geßwein« hammse wohl geheert,
Am Briehl in Leipzig? – Das is Sie sehenswert!
Da is in Angdreh änne Inschrift ze läsen,
Daß »Gäthe« als Studio hier ... weiterlesen Frau Därichens Sommerfrische

Von Herrn Därichen erzählt

Ich bin Sie werklich so samft wie ä Lamm
Un fer ee gemiedliches Wertchen ze hamm.
Doch wenn ich von »Sommerfrischen« heer,
Da, ... weiterlesen Der Luxemburger.

Von Luxemburg, der Marschall,
War zwerghaft an Gestalt;
Ein Riese doch im Felde:
Wer immer ihm sich stellte,
Den schlug er alsobald.

Den Prinzen von ... weiterlesen Der Schiedsspruch.

Vor altersgrauen Zeiten hat
Ein Fall sich zugetragen –
In welchem Land, in welcher Stadt,
Ist nit mehr recht zu sagen.
Gewiß nur ist: ein Edelmann
Kam nachts vor ... weiterlesen Wurst und Dichtung.

Vor einem Fleischerladen
Steht träumend ein Poet – – –
Über die großen Braten
Achtlos sein Auge geht – – –

Er sieht im Schein der Lichter
... weiterlesen Ein heikler Fall.

Vor Zeiten in Magdeburg ist einmal
Ein Jud gefalln in ein heimlich Lokal.
Es blieb ihm an Luft noch zum Atmen satt,
Doch konnt er nit raus, weil die Wände glatt.
Da nun ... weiterlesen Zur Jahreswende.

Vor, nach und während den Neujahrspünschen
Pflegen die Freunde uns manches zu wünschen.
Am meisten wünscht man »ein gutes Jahr,«
Das besser sei, als das alte war;
... weiterlesen Ratschlag.

Ward dir, lieber Sohn, die Neigung
Zu poetischen Ergüssen –
Wirst nach meiner Überzeugung
Du ihr schließlich folgen müssen.

Dichte also! Doch bescheiden
... weiterlesen An meine Stirnlocke

Was de Leibzg so scheene macht,
Daß eens Herz in Leiwe lacht,
Is (wen wär das unbegennt?)
Was mr de »Umgäwungk« nennt.
Heernse, heernse: anderschwo –
Wie is ... weiterlesen Verleger-Wünsche

Was doch ä Verleger nich winschen gann!
Da sagt m’r neilich ä solcher Mann:
»Ihr Manuskript iewern seligen Geenig
Hat m’r sehre gefallen, mei liewer Herr Heenig,
... weiterlesen Sprach-Ökonomie.

Was viele doch im Reden und Schreiben
Für eine Wortverschwendung treiben!
Da lob ich mir den Corpsstudent,
Der nur zwei Kategorieen kennt:
Biersorten, Bilder, ... weiterlesen Vor der Feierkugel

Wenn ich auf dän historschen Boden gehe
Un denke, daß vor nich ze langen Zeiden
Dies selwe Pflaster Geehde dahd beschreiden –
Da zuckt mersch wie elektrisch dorch de ... weiterlesen Dichter und Verleger.

Wenn Verleger und Poet
Ich beisammen sehe,
Mir das Bild vor Augen steht
Einer Durchschnitts-Ehe.

Sind die beiden im Verband
Erst ein Vierteljährchen –
... weiterlesen Anonyme Schmähbriefe.

Wer dich beleidigt anonym,
Wer hinterrücks dir stellt ein Bein –
An Mut zwar mangelt`s immer ihm,
Doch braucht er noch kein Schuft zu sein.

Sehr häufig ist`s ... weiterlesen Moderne Architektur.

Wer die Baukunst sieht von heute,
Schaut mit Staunen ihre Schwäche,
Fläche, Fläche, nichts wie Fläche,
Keine Fülle, keine Breite!
Neurasthenische Phantastik
... weiterlesen `s Dagebladd

Wer läs es nich - mei Leibzger Dagebladd?!
Der Stadtrat un der Mann in Leinwandgiddel -
Ä jeder hälds. In Rathaus wie in Spiddel
Reißd mer sich drum un seifzd wenn mersch nich ... weiterlesen ’s Dagebladd

Wer läs es nich – mei Leibzger Dagebladd?!
Der Stadtrat un der Mann in Leinwandgiddel –
Ä jeder hälds. In Rathaus wie in Spiddel
Reißd mer sich drum un seifzd wenn mersch ... weiterlesen Fatal.

Wie ist`s in der Frühe
Im Stadtpark so schön:
Da duften die Rosen,
Die Lüfte, sie wehn.

Es schimmert, es leuchtet
Erquickend und frisch,
Und ... weiterlesen De Blumenmädchen

Wo de Verfihrung sonst (in andern Städtchen)
He heechsten Drimpfe geck flegt auszespielen,
Da strebt mei Leibzig nach moralschen Zielen –
Zum Beispiel à broboh der ... weiterlesen Sonderbar.

Zwei Schenkenschilder leuchten weit hinaus:
» Zum Fuchsbau« links, und rechts » Zum Herrscherhaus.«
Wie jedes imposant in Farben strahlt!
Auf dem seh ich das ... weiterlesen ’s Leipzger Rosendahl

Ä gar zu hibsches Eckchen
Is unser Rosendahl!
Wo find m’r so ä Fleckchen
In Deitschland noch ämal?

Es is ä bischen niedlich
Un ooch ä bischen ... weiterlesen ’s Neie Gewandhaus

Ä scheenres Gonzerthaus besitzt gee Ort
Un geens von so ehrlichen Namen:
Das »Neie Gewandhaus« – es zeigen Sie dort
Ihre »neien Gewänder« de Damen!

D’n ... weiterlesen D’r Schnee als Humorist

Änne Leibzjer Denkmäler-Studie

Gomisch, wie d’r Schnee de Dinge ändert
Un mit allen seine Späße macht!
Neilich bin ich dorch de Stadt geschlendert,
Frieh, ... weiterlesen Die Ausnahme.

`nen Dicken treff ich oft beim Wein,
Der kann was schlucken, heil`ger Graus!
Zehn Schoppen gießt er nur so `nein
Und geht dann schnurgerad nach Haus.

Ich frug ihn ... weiterlesen `s Leipz`ger Gamäleonn

`s Gamäleonn - jaa, das is Sie ä Dier,
Das nu eemal nicht fortgommt ze Lande hier.
Die vielen, die m`r hat eingefang`n,
Die sein Sie alle bald druff gegang`n.
So is es mit ... weiterlesen Die Absonderlichen.

`s gibt Menschen von absonderlichem Wesen,
Die sich die »Form« zur Lebensnorm erlesen,
Die ängstlich jede freie Wallung scheun,
Nichts Höhres kennen als »korrekt« zu ... weiterlesen Der Ohrwurm.

`s giebt Kerls, die sich mit jedem streiten müssen,
Die alles besser als der andre wissen,
Für Schwarz erklären, was du Weiß benennst,
Für häßlich das, was du als schön ... weiterlesen ’s Leipz’ger Gamäleonn

’s Gamäleonn – jaa, das is Sie ä Dier,
Das nu eemal nicht fortgommt ze Lande hier.
Die vielen, die m’r hat eingefang’n,
Die sein Sie alle bald druff gegang’n.
... weiterlesen De Klatsche

’s hat vorhins gegossen wie aus ä Faß,
De Gasse is itze noch klitschenaß.
Un mitten in dicksten Matsche
Steht de Kretschmern, de ahle Klatsche.
Se steht d’r ganz ... weiterlesen Der eenz’ge Grund

»Gloobt mersch wohl? – ä Schepsraguh
War d’r eenz’ge Grund derzu,
Daß de in d’r Leibz’ger Schlacht
Mei Nabolejohn verkracht! – – –
Wie mersch gann bei ... weiterlesen De säkschen Erdbähm

»In Dräsen hätte de Erde gebebt?«
»Ja, hamm Se ’s denn nich geläsen?«
»Geläsen schon, awer nischt gespiert,
Un ich war doch gestern in Dräsen...«

... weiterlesen

Anzeigen

Dies & Das

Abkürzungen - wichtige u. oftgesuchte Abkürzungen
Universitäten - deutsche Fach - und Hochschulen
Vornamen - Herkunft und Bedeutung von Vornamen
Zitate - umfangreiche Zitatdatenbank, Sprüche, Reime,...