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Gedichte - Georg Busse-Palma

Bohemien - III. Als ich zu sterben glaubte

(An meine Freunde)

Die Not der Jugend nicht allein
Läßt mich so früh schon enden.
Jung Weibervolk und alter Wein
Das schwächte mir die Lenden.
Frau ... weiterlesen


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Wir Frühverstorbnen

(Fragment)

Mitunter greift nach einer schwarzen Schale
Des Friedens Fürst und schüttet sie hinaus.
Dann strömt`s auf Bergen und dann quillt`s im Tale,
Und ... weiterlesen


In der Fremde

Ach, schließt das Fenster! Denn die Nacht ist lau.
Voll wird der Mond und alles hell und luftig,
Und in den Gärten blüht es süß und blau,
Und wenn ein Wind weht, ist er ... weiterlesen


Meine Pfleglinge

Als ich heut über die Wiesen ging,
Sah ich mit einmal ein seltsam Ding.
Kleine Gesellchen
Mit langen Löffeln und braunen Fellchen
Trottelten dort so behaglich umher,
... weiterlesen


Herbstsonne

Als jeder Tag voll Blütenblust
Und heitrem Sonnenglühen,
Da war kein Platz in meiner Brust,
Um so wie sie zu blühen.
Da schritt ich einsam und allein
Verdrossnen ... weiterlesen


Die Selbstmordhymne

Bevor die fern verbell`nde Meute
Jedweder Übel dieser Welt
Mich noch mit heiserem Geläute
Wie einen Eber rings umstellt!
Bevor die Kniee mir noch brachen
Und ... weiterlesen


Stefan Losonczy - II.

Blind und stumm ist die Nacht. Wacheruf ab und zu,
Durch die Gezelte der Türken schleicht Deak der Heimat zu.
Tod, du fälltest so viele, läßt du den Knaben ziehn?
Ja, der ... weiterlesen


Hier

Braunes Kraut, Gestrüpp und Steine -
Hier, wo Rosen blühen sollten,
Blühten keine ...

Jahre meines Lebens rollten
Über dieses karge Land,
Die mit andern ... weiterlesen


Der Wind, mein Bote...

Deiner denk` ich stets, du Süße,
Wenn der Wind die Flügel regt.
Sag mir, ob er all die Grüße
Meiner Sehnsucht zu dir trägt?
Oder ob mein Deingedenken,
... weiterlesen


Apotheose

Der Flieder nickt vom Gartenzaun.
Die Sehnsucht wandert wieder.
Und wieder reckt sich nackt und braun
Dein Leib durch meine Lieder.

Ich hab` dir Vers an Vers ... weiterlesen


Ein Sterbelied

Der Förster ging am grauen Tag
Mit seinem Hund zum Eichenschlag,
Um einen Baum zu kerben
Der reif genug zum Sterben.

Der Schläger kam und schwang den Stahl.
... weiterlesen


Der wilde Wein

Der wilde Wein, der das Spalier umflicht,
Sein grüner Vorhang schützt uns vor den andern.
Hier sieht uns niemand. Nur die Stunden wandern
An uns vorbei, und die auch sehn uns ... weiterlesen


Pierrot und Kolombine

Der Wind und die wirbelnden Flocken,
Die sargten den Fasching ein,
Und dröhnend mahnten die Glocken:
Von lachenden Lippen und Locken
Muß wieder geschieden sein.
... weiterlesen


Vom Tod

Die blasse Stirn tief in die Hand gesenkt
Sitzt er und denkt:
Wann kommst du, Tod?
            Zu ruhig stehn die Gräser
Und grünt der ... weiterlesen


Schicksal

Die Rosse dampften im Galopp
Und knirschend flog der leichte Schlitten,
Denn hinterher mit Hopplahopp
Kam wild ein Schneesturm angeritten.
Die Flocken stoben rechts und ... weiterlesen


Im Ofen

Die Scheite wurden eingeschoben,
Rot sprüht es durch die Ofentür -
Die erste Flamme zuckt nach oben
Und tausend Fünkchen folgen ihr.
Bis daß der Kien am harz`gen ... weiterlesen


Zigeuners Weihnachten

Durch das Dunkel des Waldes überm Tannenreis,
da flackert`s wie Lichter, so brennend und heiß.
Da traben die Wölfe und bellen und schrei`n
mir eine einsame Christnacht ein ... weiterlesen


Susa Salai

Ein Gedicht aus Ungarn

Ein wildes Kind von Jugend her,
Doch schön war Susa Salai.
Sie sprach: Und wenn`s ein König wär`,
Der um mich freit`, ich nähm` ihn ... weiterlesen


Nach dem Tanz

Ein Idyll aus Halensee

Als sie vom Tanzen müde waren,
Hans Sausewind, der ewig lacht,
Und sie mit ihren sechzehn Jahren,
Die kaum zum Mädchentum erwacht;
... weiterlesen


Nacht

Ein Krähenschwarm, der krächzend fliegt,
Taucht einmal auf und schwindet bald.
Ein grauer Tag ward eingewiegt
Und schläfrig knarrt der Fichtenwald.

Ein junger ... weiterlesen


Narben

Eine Antwerpener Schenkenszene

Blanker Stahl ist gut,
Aber blutiger ist besser.
Fremder, sei auf deiner Hut,
Durstig ward mein Messer.
Laß die Schenkin ... weiterlesen


Auf ein Dichtergrab

Er war ein Krug, den seines Bildners Hand
Die Stärke probend in den Kot gestürzt,
So daß er übel vor den Augen stand.

Doch breit gebaucht war voll er bis zum Rand
... weiterlesen


Allerseelen

Ernsthaft und still stieg heut der Tag herab.
Die Menschheit träumt und in umflorten Schalen
Fängt sie der Sonne herbstlich blasse Strahlen
Und schüttet all` auf ein geliebtes ... weiterlesen


Treue

Es fielen Fesseln und Gewänder,
Als sich die Nacht herniederbog,
Und sehnend sah ich sel`ge Länder
Im Tor, durch das die Sonne zog.
Ich fuhr ihr nach mit flücht`gen ... weiterlesen


Das Ende vom Lied

Es hat meine Heimat dort oben gelegen,
Wo der pflügende Bauer oft stille steht,
Weil knirschend sein Eisen durch rostige Degen,
Zerspaltene Czapkas und Schädel geht;
... weiterlesen


Meiner Mutter Grab

Es ist der Weg zu deinem Hügel
Verwachsen längst - und leicht erschreckt
Bebt schon im Strich der Falterflügel
Das Zittergras, das ihn verdeckt ...

So lang hat ... weiterlesen


Altes Lied

Es ist manch` heimliche Quelle,
Die klagend im Dunkeln singt:
Ist denn kein Becher zur Stelle,
Kein Becher, der mich trinkt?

Es ist an heimlicher Stelle
... weiterlesen


Einsame Mädchen

Gar viele Lieb` ist in der Welt,
Die ihren Herrn nicht kennet,
Die ungenützt ohn` Ziel und Zelt
Für sich allein verbrennet.
Soviel auch dran vorübergehn,
Die ... weiterlesen


Vagabundenlied

Herdfeuer rauchen in aller Welt.
Wo meines wohl flackert?
Mein Feuer frißt Stoppeln,
mein Herd ist das Feld,
Wenn keiner es ackert.

Im Regen verqualmt, im ... weiterlesen


Rosen

Heut erwartet mein Schatz die Schwester, die ferne verweilte,
Und auf der Mitte des Tischs, in dem Familiengemach,
Nicken aus zierlichen Vasen die roten Rosen der Liebe
Schon ... weiterlesen


Der Einsiedler

Hier sitz` ich nun mit überkreuzten Beinen
Jahrhundertlang schon auf zerspülten Steinen.
Je fünfzig Jahr den einen Ellenbogen
Aufs Knie gestützt, die Wange in der Hand,
... weiterlesen


Stefan Losonczy - III.

Hält eine Handvoll Erde die Sturmflut ein?
Dringt durch Harnisch und Helme ein Kieselstein?
Macht eine einsame Fackel die Nächte licht?
Elsa Losonczy wie diese kannst du es ... weiterlesen


Frühling

I

Oben lichte Bläue,
Unten alles hoffnungsgrün. -
Rot wie Liebe, blau wie Treue,
Frühling, deine Blumen blühn!

Junge Schmetterlinge
... weiterlesen


Ausgewandert

Ich hab` gelacht und hab` geküßt
In vielen fremden Ländern.
Daß alles Süße fremde ist,
Kann ich es etwa ändern? -
Daheim, da drückte mich Sorgenlast
Und ... weiterlesen


Bohemien - II. Krank

Ich konnt` die rauhe Winterluft
So niemals recht vertragen. -
Nun geht`s nach Glanz und Blütenduft
Mir selbst wohl an den Kragen.
Der, den ich früher oft ersehnt,
... weiterlesen


Mädchenlieder - II.

Ich sah heut nacht viel Sterne,
Die Gott wohl wandeln hieß,
Und hört` ein Horn von ferne,
Das so wie deines blies.

Da bin ich ausgeschritten
In aller ... weiterlesen


Mondlied

Im Lindengrün hat sich der Mond verfangen
Und sieht so aus, als ob er weinen möcht` -
Wie er im Laub, versing sich mein Verlangen
In eines Mädchens braunem Haargeflecht.
... weiterlesen


Den Philologen

In dieser Zeit der Spürerei
Nach jeder Dichterliebelei

Küßt mich mein Mädel früh und spät
Aus praktischer Humanität,

Daß, wenn wir einst begraben ... weiterlesen


In meine Kammer braust...

In meine Kammer braust das Wehr.
Die Nacht ist schwül, die Nacht ist lang. -
Da dröhnt es dumpf von ferne her
Wie Bechern und wie Burschensang.
Dazwischen rauscht`s wie ... weiterlesen


Einsame Weihnacht

In meinem Zimmer sitz` ich traumversunken.
Die breiten Scheiben hat der Frost bedeckt
Mit Schlinggewächs, das ohne Duft und Prunken
Des Winters eis`ge Phantasie erweckt.
... weiterlesen


Sehnsucht

Kaum noch, daß ich heimgekommen,
Drängt es mich von neuem fort.
Denn soviel ich mitgenommen,
Meine Liebe ließ ich dort!

Wenn auf blauen Havelwellen
... weiterlesen


Klaus Störtebeker

Klaus Störtebekers gepanzerte Hand,
Die Hansa hat sie gezwungen.
Sie nahm ihn gefangen bei Helgoland
Mitsamt seinen trotzigen Jungen.
Laut brüllte ihr Schlachtschiff ... weiterlesen


Leben

Leben, wie ich`s wend` und wäge,
Immer bleibt der alte Schluß:
Lieber deine härtsten Schläge
Als des Todes weichsten Kuß.

Jedem läßt du Sterne funkeln,
... weiterlesen


Angst

Mein Hoffen du und Seligkeit,
Sag, wirst du meiner warten?
Du blühst ja so viel Meilen weit
In einem fremden Garten.
Dort sieht manch andrer Gärtnersmann
Sich ... weiterlesen


Erwartung

Mein liebes Mädel, so komm doch wieder.
Daß du so lang fernbleibst, das tut mir weh.
Noch blühn keine Rosen, noch duftet kein Flieder
Und doch ist es Frühling, sobald ich ... weiterlesen


Junger Zigeuner

Mit der Weidenflöte sprang
Er ins Gras und ließ sie klingen.
Tausend junge Falterschwingen
Tanzen nun das Tal entlang.

Plötzlich hält er ein und lauscht.
... weiterlesen


Unsterblichkeit

Muß sich das Hohe auch in diesem Leben
Dem Niedern beugen, tröste dein Gemüt!
Ein Narr ist jeder, der ein edles Streben
Verloren gibt, weil er die Frucht nicht sieht.
... weiterlesen


Mädchenlieder - IV.

Noch liegt die Sonne leuchtend überall,
Mir aber ist, als wär` es spät im Jahr.
Es soll noch grün sein auf dem Festungswall,
Doch anders wohl, als wie es früher war.
... weiterlesen


Bohemien - I. Winterlied

Nun das Land im Eise liegt,
Ließ auch ich vom Wandern,
Und ich hab` den Hals geschmiegt
In das Joch der andern.
Freies Brot ist gar zu hart
Und der ... weiterlesen


Reichtum

Nun hält mein Herz den reichsten Schatz
An Glück und Deingedenken.
Für alles aber ist nicht Platz,
Und viel muß ich verschenken.
Viel Zärtlichkeit und Träumerei,
... weiterlesen


Scheiden

Nun packt und schüttelt mich beim Scheiden
Ein Ängsten nach dem Wiedersehn,
Als müßte einer von uns beiden
Im Strom der Sehnsucht untergehn.
Als müßt` ich deine ... weiterlesen


Sonne

O Braut des Himmels, sel`ge Sonne, sage:
Du kennst die Sehnsucht, die mein Herz verzehrt, -
Was tat die Kleine heut so früh am Tage?
Ach, allzu heimlich hab` ich sie gehört!
... weiterlesen


Mädchenlieder - I.

Ob wohl ein Mädel` mal weinen gemüßt hat,
Weil er es geherzt hat, weil er es geküßt hat?
Das glaube, wer will!
Ich hab` ihm so selig im Arme gelegen,
Jeder Kuß war ... weiterlesen


Zwiesprache

Sag, hast du mich gerne und hängt dein Herz an mir? -
Ich hab` dich gern und es hängt mein Herz an dir
Wie eine rote Blüte am Mandelstrauch,
Und wenn das Leben dich ... weiterlesen


Stefan Losonczy - I.

Schwarz wälzen Wolken sich über das Ungarland;
Drohend gen Temesvar reckt sich des Türken Hand.
Öd wird die Ofener Burg, sauer der süßeste Wein -
Wer will nach Temesvar ... weiterlesen


Mädchenlieder - III.

Seit ich mich damals dir ergeben
In jener süßen sel`gen Nacht,
Hat still in mir ein neues Leben
Die dunklen Augen aufgemacht.

Ich darf in junger Frauenwürde
... weiterlesen


Unsagbar

Seit mir dein Auge heimlich lachte,
Ward ich mir selber wundersam,
Als ob ein Gott in mir erwachte,
Der alles Böse von mir nahm.
Durch meine Adern rollt die Sonne,
... weiterlesen


Mädchenlieder - V.

Sie hat viel zu selig geküßt und geherzt
Im vorigen Jahr, wie es Mai war;
Und hat`s nicht verwunden und niemals verschmerzt,
Daß alles dann, alles vorbei war.
Sie sah ... weiterlesen


Ein lieb‘ Gesicht...

Und ging` ich ohne Enden
Und flücht`ger noch als wie der Wind:
Die Welt ist viel zu weit und breit,
Als daß in dieser Lebenszeit
Die Herzen sich auch fänden,
Die ... weiterlesen


Zukunft

Viel Jahre hab` ich schon verschwendet,
Doch die noch kommen, nütz` ich mir,
Die Stirn der Zukunft zugewendet,
Ein reicher Winzer, nah` ich ihr.

Die Tage, die ... weiterlesen


Der Kranke

Von allen müßt` ich Abschied nehmen
Und knüpf` doch neue Freundschaft nur.
Mag sich mein Haupt im Dunkeln grämen,
Mein Herz folgt einer licht`ren Spur!

Ich ... weiterlesen


Erinnerung

Von fernen Sommern träumt ein trübes Heute.
Herbstwolken regnen, grau und sonnenlos.
Ein welker Strauß, der blühend mich einst freute,
Zieht auch in mir ein bittres Grämen ... weiterlesen


Epistel

Weißt du auch, Ruth, daß mir dein freches Lachen
Seit jener Nacht am eignen Herzen frißt!
Du willst dein Leben zur Komödie machen
Und spielst dich selbst noch schlechter als ... weiterlesen


Abendfalter

Wenn deine Lampen sich entzünden
Und durch die dunklen Gärten glühn,
Dann tauchen aus verschlafnen Gründen
Die Falter auf, die zu dir ziehn.

Sie drängen ... weiterlesen


Verbotne Liebe

Wenn sie verträumt vom Schlaf ersteht,
Sie wirft ihr Haar zurück und lacht:
Nun kämm` es auch, mein Liebster,
Zerwühlt hast du`s zur Nacht! - -

Wenn Abends er ... weiterlesen


Abschied

Wenn wir uns heut auch trennen müssen,
Ich bleib` dir treu bis in den Tod.
Nie werd` ich einen andern küssen
Als deinen Mund, so süß und rot.
Nur Rosen, die am Wege ... weiterlesen


Zigeunerkönig

Wie dem Roß die Hürde winkt,
Winken eure Sittenschranken,
Daß man flott sie überspringt,
In dem Schädel hier, dem blanken,
Einem Rennstall von Gedanken! -
... weiterlesen


Ein Dichter

Wohl möcht` auch er in junger Seligkeit
Nach Kränzen greifen, die ihm Mädchen banden.
Doch blühn die Blumen der Unsterblichkeit
In Gärten nur, die tief im Schatten ... weiterlesen


Trost

Wohl traf es mich ins tiefste Leben,
Daß du mich auch verlassen hast,
Und doch bin ich beim Humpenheben
Auch heute noch ein heitrer Gast.
Die Welt ist weit und ... weiterlesen



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Gedichte vom Autor Georg Busse-Palma

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