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Gedichte - Gottfried August Bürger


Der Entfernten

1. Sonett O wie soll ich Kunde zu ihr
bringen, Kunde dieser ruhelosen
Pein, Von der Holden so getrennt zu
sein, Da Gefahren lauernd mich
umringen. Hüll` ich, der Ent
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Ein Casus Anatomicus

Der Kaufmann Harpax starb; sein Leichnam
ward sezieret; Und als man überall dem
Übel nachgespüret, So kam man auch
aufs Herz, und sieh! er hatte keins: Da,
wo sonst dieses schlägt, fand ma
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Lied

Du mit dem Frühlingsangesichte, Du
schönes, blondes Himmelskind, An deiner
Anmut Rosenlichte Sieht sich mein Auge
noch halb blind! Nach etwas durst ich
lang im stillen, Na
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Lückenbüßer

Ein Harfner hatt` ein Harfenspiel Für
seine Hand ersonnen Drauf hatt` er
süßen Lobes viel Im Land umher
gewonnen. Keck stahl das Harfenspiel
ein Schwarm Von Affen gleiche
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Die Schatzgräber

Ein Winzer,der am Tode lag, rief seine
Kinder an und sprach: `In unserm
Weinberg liegt ein Schatz, grabt nur
danach!`-`An welchem Platz?` schrie
alles laut den Vater an. `Grabt nur
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Es vergeht keine Stund` in der Nacht...

Es vergeht keine Stund` in der Nacht,
da mein Herz nicht erwacht,
und an dich gedenkt,
daß du mir viel tausendmal
dein Herz geschenkt.
Das Lied vom braven Mann

Hoch klingt das Lied vorn braven
Mann Wie Orgelton und Glockenklang. Wer
hohen Muts sich rühmen kann, Den lohnt
nicht Gold, den lohnt Gesang- Gottlob!
daß ich singen und preisen kann,
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Der Kaiser und der Abt

Ich will euch erzählen ein Märchen,
gar schnurrig: Es war `mal ein Kaiser;
der Kaiser war knurrig; Auch war `mal
ein Abt, ein gar stattlicher Herr; Nur
schade! sein Schäfer war klüger, als
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Der Bauer

In seinen Durchlauchtigen Tyrannen Wer
bist du, Fürst, daß ohne Scheu
Zerrollen mich dein
Wagenrad, Zerschlagen darf dein
Roß? Wer bist du, Fürst, daß in
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Lenore

Lenore fuhr ums Morgenrot Empor aus
schweren Träumen: `Bist untreu,
Wilhelm, oder tot? Wie lange willst du
säumen` - Er war mit König Friedrichs
Macht Gezogen in die Prager Schl
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Liebe ohne Heimat

Meine Liebe, lange wie die Taube Von dem
Falken hin und her gescheucht, Wähnte
froh, sie hab` ihr Nest erreicht In den
Zweigen einer Götterlaube. Armes
Täubchen! Hart getäusch
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Räthsel

Verfertigt ist`s vor langer Zeit,
Doch mehrentheils gemacht erst heut.
Höchst schätzbar ist es seinem Herrn,
Und dennoch hütet`s Niemand gern.
Mittel gegen den Hochmut der Großen

Viel Klagen hör ich oft erheben
Vom Hochmut, den der Große übt.
Der Großen Hochmut wird sich geben,
Wenn unsre Kriecherei sich gibt.
Die Weiber von Weinsberg

Wer sagt mir an, wo Weinsberg
liegt? Soll sein ein wackres
Städtchen, Soll haben, fromm und klug
gewiegt, Viel Weiberchen und
Mädchen. Kömmt mir einmal das Freien
ein, So werd`
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Die beiden Maler

Zum Zeuxis prahlt` einst Agatharch, ein
kleiner, Fixfingriger, behender
Pinselmann: `So schnell, wie ich, malt
wohl so leicht nicht Einer!` - `Und
ich`, hub Zeuxis ruhig an, `Ich rühme
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