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Gedichte - Gottfried Keller


Panard und Galet

1 Sie kamen von der Tränke, Sie wankten
aus der Schenke Mit einer
Zecherschar, Als es Karfreitag
morgen Und grabesstille war. Von
heissen Stirnen nicken Und st
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Herbstnacht

Als ich, ein Kind, am Strome ging, Wie
ich da fest am Glauben hing, Wenn ich
den Wellen Blumen gab, So zögen sie zum
Meer hinab. Nun hält die schwarz
verhüllte Nacht Ersc
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Abendlied

Augen, meine lieben Fensterlein, Gebt
mir schon so lange holden Schein, Lasset
freundlich Bild um Bild herein: Einmal
werdet ihr verdunkelt sein! Fallen
einst die müden Lider zu,
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Da hab` ich gar die Rose

Da hab` ich gar die Rose
aufgegessen, Die sie mir in die starre
Hand gegeben! Dass ich noch einmal
würde Rosen essen, Hätt nimmer ich
geglaubt in meinem Leben! Ich möcht`
nur w
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Justinus Kerner

Dein Lied ist rührend, edler
Sänger, Doch zürne dem Genossen
nicht, Wird ihm darob das Herz nicht
bänger, Das, dir erwidernd, also
spricht: `Die Poesie ist angeboren, Un
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Poetentod

Der Herbstwind rauscht; der Dichter
liegt im Sterben, Die Blätterschatten
fallen an der Wand; An seinem Lager
knie`n die zarten Erben, Des Weibes
Stirn ruht heiß auf seiner Hand.
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Im Meer

Der Himmel hängt wie Blei so
schwer Dicht auf dem wildempörten
Meer; Ein englisch Segel, fast die
Quer, Schiesst wie ein Pfeil darüber
her. Ein Messer, so das Meer sich
schliff
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Die kleine Passion

Der sonnige Duft, Semptemberluft, sie
wehten ein Mücklein mir aufs Buch. Das
suchte sich die Ruhegruft und fern vom
Wald sein Leichentuch. Vier Flügelein
von Seiden fein trug`s a
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Land im Herbste

Die alte Heimat seh` ich
wieder, Gehüllt in herbstlich feuchten
Duft; Er träufelt von den Bäumen
nieder, Und weithin dämmert grau die
Luft. Und grau ragt eine Flur im
Grauen,
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Liebchen am Morgen

Die Sonne fährt durchs
Morgentor Goldfunkelnd über den
Bergen, Und wie zwei Veilchen im frühen
Mai, Zwei blaue Augen klar und frei, Die
lachen auf ihren Wegen Geöffnet ihr
entg
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Die Zeit geht nicht...

Die Zeit geht nicht, sie stehet
still, Wir ziehen durch sie hin; Sie ist
die Karawanserei, Wir sind die Pilger
drin. Ein Etwas, form- und
farbenlos, Das nur Gestalt gewinnt,
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Auf den Tod der Luise Scheidegger

Du solltest ruhen und ich störe
dich, Ich störe deine Ruhe, süsse
Tote, Ich wecke dich im kühlen
Morgenrote Und wecke dich, wenn Schlaf
die Welt beschlich. Die in der Morgenfr
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Sommernacht

Es wallt das Korn weit in die Runde Und
wie ein Meer dehnt es sich aus; Doch
liegt auf seinem stillen Grunde Nicht
Seegewürm noch andrer Graus; Da
träumen Blumen nur von Kränzen
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Has von Überlingen

Es war der Has von Überlingen, Der
scheut` den Märzen wie den Tod; Denn in
die Glieder fühlt er dringen Mit ihm
des Alters leise Not. Wann nun die
Morgenlüfte wehten Nac
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Die Entschwundene

Es war ein heitres goldnes Jahr, Nun
rauscht das Laub im Sande, Und als es
noch im Knospen war, Da ging sie noch im
Lande. Besehen hat sie Berg und Tal Und
unsrer Ströme Wa
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Frau Rösel

Frau Rösel ist eine gute Frau, wie
liebt sie ihren König, Den König und
sein ganzes Haus, und isst und trinkt so
wenig! Die gute, arme Frau Rösel. Und
als es hiess, der junge Prinz
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Herbstlied

Lasst uns auf alle Berge gehen, Wo jetzt
der Wein zu Tale fliesst, Und überall
am nächsten stehen, Wo sich der Freude
Quell ergiesst, Uns tief in allen Augen
spiegeln, Die durch
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RegenSommer

Nasser Staub auf allen Wegen! Dorn und
Distel hängt voll Regen Und der Bach
schreit wie ein Kind! Nirgends blüht
ein Regenbogen, Ach, die Sonn` ist
weggezogen Und der Himmel taub
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Nun schmücke mir dein dunkles Haar mit Rosen

Nun schmücke mir dein dunkles Haar mit
Rosen, Den Schleier laß die Schultern
klar umkosen! In holden Züchten laß
die Augen streifen, Sie können es so
wunderbar, die losen! Du sollst
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Schifferliedchen

Schon hat die Nacht den
Silberschrein Des Himmels aufgetan; Nun
spült der See den Widerschein Zu dir,
zu dir hinan! Und in dem Glanze
schaukelt sich Ein leichter dunkler Ka
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Friede der Kreatur

Spinnen waren mir auch zuwider All meine
jungen Jahre, Ließen sich von der Decke
nieder In die Scheitelhaare, Saßen
verdächtig in den Ecken Oder rannten,
mich zu erschrecken,
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Seemärchen

Und als die Nixe den Fischer gefaßt, Da
machte sie sich abseiten; Sie schwamm
hinaus mit lüsterner Hast, Hinaus in
die nächtlichen Weiten. Sie schwamm in
gewaltigen Kreisen her
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Unruhe der Nacht

Unruhe der Nacht Nun bin ich untreu
worden Der Sonn` und ihrem Schein; Die
Nacht, die Nacht soll Dame Nun meines
Herzens sein! Sie ist von düstrer
Schönheit, Hat ble
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Der Narr des Grafen von Zimmern

Was rollt so zierlich, klingt so
lieb Treppauf und -ab im Schloss? Das
ist des Grafen Zeitvertrieb Und
stündlicher Genoss: Sein Narr, annoch
ein halbes Kind Und rosiges Gesellchen
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Die Aufgeregten

Welche tief bewegten
Lebensläufchen, Welche Leidenschaft,
welch wilder Schmerz! Eine Bachwelle und
ein Sandhäufchen Brachen gegenseitig
sich das Herz! Eine Biene summte hohl
und
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Der Kirchenbesuch

Wie ein Fischlein in dem Garn Hat der
Dom mich eingefangen, Und da bin ich
festgebannt, Warum bin ich
dreingegangen? Ach, wie unter breiten
Malven Taubesprengt ein Röslein blitzt,
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Im Schnee

Wie naht das finster türmende Gewölk
so schwarz und schwer! Wie jagt der
Wind, der stürmende, Das
Schneegestöber her! Verschwunden ist
die blühende Und grüne Weltgesta
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Dankbares Leben

Wie schön, wie schön ist dieses kurze
Leben, Wenn es eröffnet alle seine
Quellen! Die Tage gleichen klaren
Silberwellen, Die sich mit Macht zu
überholen streben. Was gestern f
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Revolution

»Es wird schon gehn!« ruft in den
Lüften Die Lerche, die am frühsten
wach; »Es wird schon gehn!« rollt in
den Grüften Ein unterirdisch Wetter
nach. »Es geht!« rauscht es in alle
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Rote Lehre

»Ich bin rot und hab`s erwogen Und
behaupt` es unverweilt! Könnt` ich,
würd` ich jeden köpfen, Der nicht
meine Meinung teilt!« In des Baders
enger Stube Vetter Hansen a
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Auf die Motten

»Wo ist ein Volk, so frei von allen
Plagen, Die andrer Völker traurig
Erbteil sind, Ein glücklicher
nutzniessrisch Heldenkind, Als unser
Schweizervölklein zu erfragen? Und doc
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