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Gedichte - Gotthold Ephraim Lessing


Der Verlust

Alles ging für mich verloren,
Als ich Sylvien verlor.
Du nur gingst nicht mit verloren,
Liebe, da ich sie verlor!
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Die Biene

Als Amor in den goldnen Zeiten Verliebt
in Schäferlustbarkeiten Auf bunten
Blumenfeldern lief, Da stach den
kleinsten von den Göttern, Ein
Bienchen, das in Rosenblättern, Wo es
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Auf die Europa

Als Zeus Europen lieb gewann, Nahm er,
die Schöne zu besiegen, Verschiedene
Gestalten an, Verschieden ihr
verschiedlich anzuliegen. Als Gott
zuerst erschien er ihr; Dann als ein M
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Die sieben und vierzigste Ode Anakreons

Alter tanze! Wenn du tanzest, Alter, so
gefällst du mir! Jüngling, tanze! Wenn
du tanzest, Jüngling, so gefällst du
mir. Alter, tanze, trotz den
Jahren! Welche Freude, w
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An seinen Bruder

Auch dich hat, da du wardst geboren, Die
Muse lächelnd angeblickt; Auch du hast
dich dem Schwarm der Toren Auf jungen
Flügeln kühn entrückt! Ihm nach, dem
Liebling des Mäcene
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Pompils Landgut

Auf diesem Gute läßt Pompil
Nun seine sechste Frau begraben.
Wem trug jemals ein Gut so viel?
Wer möchte so ein Gut nicht haben?

Der Irrtum

Den Hund im Arm, mit bloßen
Brüsten, Sah Lotte frech herab. Wie
mancher ließ sichs nicht
gelüsten, Daß er ihr Blicke gab. Ich
kam gedankenvoll gegangen Und sahe steif
h
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Klimps

Der alte fromme Klimps, bei jedem Bissen Brot,
Den er genoß, sprach: Segne Gott!
Den schönen Spruch nicht halb zu lassen, sprach
Und stirb! sein frommes Weib mit Hiobs Weib` ihm nach.
Die Küsse (2)

Der Neid, o Kind,Zählt unsre
Küsse:Drum küß geschwindEin Tausend
Küsse;Geschwind du mich,Geschwind ich
dich!Geschwind, geschwind,O Laura,
küsseManch Tausend
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Der Regen

Der Regen hält noch immer an!
So klagt der arme Bauersmann;
Doch eher stimm` ich nicht mit ein,
Es regne denn in meinen Wein.


Alexander

Der Weise sprach zu
Alexandern: »Dort, wo die lichten
Welten wandern, Ist manches Volk, ist
manche Stadt.« Was tut der Mann
von tausend Siegen? Die Memme weint,
daß, dort zu
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Der Taback

Dich, Taback, lobt der Medicus, weil uns
dein fleißiger Genuss An Zahn und Augen
wohl kurieret, Und Schleim und Kolster
von uns führet. Dich Lobet der
Philosophus, wenn er
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Ich

Die Ehre hat mich nie gesucht; sie
hätte mich auch nie gefunden. Wählt
man, in zugezählten Stunden, ein
prächtig Feierkleid zur Flucht? Auch
Schätze hab ich nie begehrt.
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Die Türken

Die Türken haben schöne Töchter, Und
diese scharfe Keuschheitswächter; Wer
will, kann mehr als Eine frein: Ich
möchte schon ein Türke sein. Wie
wollt` ich mich der Lieb` erg
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An die Schwalbe

Die zwölfte Ode
Anakreons Schwatzhafteste der
Schwalben, sprich, Was tu ich dir? wie
straf ich dich? Soll ich dich um die
Schwingen Mit meiner Schere
bringen? Soll ich, zu
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Der geizige Dichter

Du fragst, warum Semir ein reicher Geizhals ist?
Semir, der Dichter? er, den Welt und Nachwelt liest?
Weil, nach des Schicksals ew`gem Schluß,
Ein jeder Dichter darben muß.
Die Küsse (1)

Ein Küßchen, das ein Kind mir
schenket, Das mit den Küssen nur noch
spielt, Und bei dem Küssen noch nichts
denket, Das ist ein Kuß, den man nicht
fühlt. Ein Kuß, den mir ei
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Die Musik

Ein Orpheus spielte; rings um ihn, Mit
lauschendem Gedränge, Stand die
erstaunte Menge, Durchs Ohr die Wollust
einzuziehn. Ein Trinker kam von
ungefähr, Und taumelte den Weg dahe
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Antwort eines trunknen Dichters

Ein trunkner Dichter leerte Sein Glas
auf jeden Zug; Ihn warnte sein
Gefährte: Hör` auf! du hast
genug. Bereit vom Stuhl zu
sinken, Sprach der: Du bist nicht
klug; Z
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Die Ente

Ente, wahres Bild von mir, Wahres Bild
von meinen Brüdern! Ente, jetzo schenk`
ich dir Auch ein Lied von meinen
Liedern. Oft und oft muß dich der
Neid Zechend auf dem Teic
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Der Stachelreim

Erast, der gern so neu als eigentümlich spricht,
Nennt einen Stachelreim sein leidig Sinngedicht.
Die Reime hör` ich wohl; den Stachel fühl` ich nicht.
Der Donner

Es donnert! – Freunde, laßt uns
trinken! Der Frevler und der Heuchler
Heer Mag knechtisch auf die Kniee
sinken. Es donnert! – Macht die
Gläser leer! Laßt Nüchterne, laßt
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Lob der Faulheit

Fleiß und Arbeit lob ich nicht, Fleiß
und Arbeit lob ein Bauer. Ja, der Bauer
selber spricht, Fleiß und Arbeit wird
ihm sauer. Faul zu sein sei meine
Pflicht, Diese Pflicht erm
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Die Faulheit

Fleiß und Arbeit lob` ich nicht. Fleiß
und Arbeit lob` ein Bauer. Ja, der Bauer
selber spricht, Fleiß und Arbeit wird
ihm sauer. Faul zu sein, sei meine
Pflicht; Diese Pflicht e
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An den Herrn N**

Freund, noch sind ich und du dem
Glücke Ein leichter Schleiderball. Und
doch belebt auf seine Tücke Kein
beißend Lied den Widerhall? Der Tor
gedeiht, der Spötter steiget,
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Die Beredsamkeit

Freunde, Wasser machet stumm: Lernet
dieses an den Fischen. Doch beim Weine
kehrt sichs um: Dieses lernt an unsern
Tischen. Was für Redner sind wir
nicht, Wenn der Rheinwein aus u
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Lied aus dem Spanischen

Gestern liebt ich,
Heute leid ich,
Morgen sterb ich:
Dennoch denk ich
Heut und morgen
Gern an gestern.
Der Tod

Gestern, Brüder, könnt ihrs
glauben? Gestern bei dem Saft der
Trauben, (Bildet euch mein Schrecken
ein!) Kam der Tod zu mir
herein. Drohend schwang er seine
Hippe, Drohend
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An den Marull

Groß willst du, und auch artig sein?
Marull, was artig ist, ist klein.


Der über uns

Hans Steffen stieg bei Dämmerung (und
kaum konnt er vor Näschigkeit die
Dämmerung erwarten) in seines
Edelmannes Garten und plünderte den
besten Apfelbaum. Johann und Hanne ko
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Der Tod eines Freundes

Hat, neuer Himmelsbürger, sich Dein
geistig Ohr nicht schon des Klagetons
entwöhnet, Und kann ein banges Ach um
dich, Das hier und da ein Freund bei
stillen Tränen stöhnet, Dir unter
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Grabschrift auf einen Affen

Hier faulet Mimulus, ein Affe. Und
leider! Leider! Welch ein Affe! So zahm,
als in der Welt kein Affe; So rein, als
in der Welt kein Affe; So keusch, als in
der Welt kein Affe; So
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Hinz und Kunz

Hinz: Was doch die Großen alles
essen! Gar Vogelnester; eins, zehn Taler
wert. Kunz: Was? Nester? Hab ich doch
gehört, Daß manche Land und Leute
fressen. Hin
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Die Namen

Ich fragte meine Schöne: Wie soll mein
Lied dich nennen? Soll dich als
Dorimene, Als Galathee, als Chloris, Als
Lesbia, als Doris, Die Welt der Enkel
kennen? Ach! Nam
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Widerruf des Vorigen

Ich möchte so ein Gut nicht haben.
Denn sollt` ich auch die sechste drauf begraben:
Könnt` ich doch leicht – nicht wahr, Pompil? –
Sechs gute Tage nur erlebet haben.
Der schwörende Liebhaber

Ich schwör` es dir, o Laura, dich zu
hassen; Gerechten Haß schwör` ich dir
zu. Ich schwör` es allen Schönen, sie
zu hassen; Weil alle treulos sind, wie
du. Ich schwör` es dir, vor
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Für wen ich singe

Ich singe nicht für kleine Knaben, Die
voller Stolz zur Schule gehn, Und den
Ovid in Händen haben, Den ihre Lehrer
nicht verstehn. Ich singe nicht für
euch, ihr Richter,
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Die drei Reiche der Natur

Ich trink`, und trinkend fällt mir
bei, Warum Naturreich dreifach sei. Die
Tier` und Menschen trinken, lieben, Ein
jegliches nach seinen Trieben: Delphin
und Adler, Floh und Hund
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Der alte und der junge Wein

Ihr Alten trinkt, euch jung und froh zu
trinken: Drum mag der junge Wein Für
euch, ihr Alten, sein. Der Jüngling
trinkt, sich alt und klug zu
trinken: Drum muß der alte Wein
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Der Eintritt des 1752sten Jahres

Im Spiel, dem Huld und MachtDie Welt zur
Bühne gab, das Weisheit ausgedacht,In
diesem Spiel zur kurzen Szen?
erlesen,Jahr! Zeit, für Sterbliche
gewesen!Für ihn, der eh du kamst, dich
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Auf den neuern Teil dieser Sinngedichte

Ins zweimal neunte Jahr, mit stummer
Ungeduld, Bewahrt`, auf Besserung, sie
mein verschwiegnes Pult. Was sie nun
besser sind, das läßt sich leicht
ermessen: Mein Pult bewahrte sie; ich
hatte
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Nachahmung dieser Ode

Jüngling, lebst du nicht in
Freuden, Jüngling, o, so haß` ich
dich! Alter, lebst du nicht in
Freuden, Alter, o so haß` ich
dich! Jüngling, trauerst du in
Jahren, Wo die
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An eine kleine Schöne

Kleine Schöne, küsse mich. Kleine
Schöne, schämst du dich? Küsse geben,
Küsse nehmen, Darf dich jetzo nicht
beschämen. Küsse mich noch
hundertmal! Küß` und merk` der Küs
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Die eheliche Liebe

Klorinde starb; sechs Wochen drauf Gab
auch ihr Mann das Leben auf, Und seine
Seele nahm aus diesem Weltgetümmel Den
pfeilgeraden Weg zum Himmel. `Herr
Petrus, rief er, aufgemacht!
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Der größte Mann

Laßt uns den Priester Orgon fragen: Wer
ist der größte Mann? Mit stolzen
Mienen wird er sagen: Wer sich zum
kleinsten machen kann. Laßt uns den
Dichter Kriton hören: We
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Phyllis an Damon

Lehre mich, o Damon, singen, Singen, wie
du trunken singst. Laß auch mich dir
Lieder bringen, Wie du mir begeistert
bringst. Wie du mich willst ewig
singen, Möcht` auch ich dich
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Die lügenhafte Phyllis

Mein Dämon spricht: Kind, lüge
nicht! Sonst werd` ich strafen
müssen, Und dich zur Strafe küssen. Er
droht mir, sieht verdrüßlich aus, Und
strafet mich schon im voraus.
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Niklas

Mein Esel sicherlich
Muß klüger sein, als ich.
Ja, klüger muß er sein!
Er fand sich selbst in Stall hinein,
Und kam doch von der Tränke.
Man denke!

Merkur und Amor

Merkur und Amor zogen Auf Abenteuer
durch das Land. Einst wünscht sich
jener Pfeil und Bogen; Und gibt für
Amors Pfeil und Bogen Ihm seinen vollen
Beutel Pfand. Mit so ver
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Der trunkne Dichter lobt den Wein

Mit Ehren, Wein, von dir bemeistert, Und
deinem flüß`gen Feu`r
begeistert, Stimm ich zum Danke, wenn
ich kann, Ein dir geheiligt Loblied
an. Doch wie? in was für kühnen
Weisen
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Die Planetenbewohner

Mit süßen Grillen sich
ergötzen, Einwohner in Planeten
setzen, Eh man aus sichern Gründen
schließt, Daß Wein in den Planeten
ist: Das heißt zu früh
bevölkern. Freun
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Das Alter

Nach der eilften Ode Anakreons Euch,
lose Mädchen, hör` ich
sagen: »Du bist ja alt,
Anakreon. Sieh her! du kannst den
Spiegel fragen, Sieh, deine Haare
schwinden schon;
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Die schlafende Laura

Nachlässig hingestreckt, Die Brust mit
Flor bedeckt, Der jedem Lüftchen
wich, Das säuselnd ihn
durchstrich, Ließ unter jenen
Linden Mein Glück mich Lauren
finden. Sie sc
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Nikander

Nikandern glückte jüngst ein trefflich
Epigramm, So fein, so scharf, als je von
Kästnern eines kam. Nun schwitzt er Tag
und Nacht, ein zweites
auszuhecken. Vergebens; was er macht,
verdirbt
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Der Flor

O Reize voll Verderben!
Wir sehen euch, und sterben.
O Augen, unser Grab!
O Chloris, darf ich flehen?
Dich sicher anzusehen,
Laß erst den Flor herab!
Die Gewißheit

Ob ich morgen leben werde,
Weiß ich freilich nicht:
Aber, wenn ich morgen lebe,
Daß ich morgen trinken werde,
Weiß ich ganz gewiß.

Der Geschmack der Alten

Ob wir, wir Neuern, vor den Alten Den
Vorzug des Geschmacks erhalten, Was
les`t ihr darum vieles nach, Was der und
jener Franze sprach? Die Franzen sind
die Leute nicht, Aus welche
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Die Liebe

Ohne Liebe Lebe, wer da kann. Wenn er
auch ein Mensch schon bliebe, Bleibt er
doch kein Mann. Süße Liebe, Mach`
mein Leben süß! Stille nie die regen
Triebe S
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Auf eine vornehme Vermählung

Paar, das, vom Glück geliebt, auch
Liebe glücklich macht, –Sie, die ein
fühlend Herz, und nicht die Ahnen
schätzet,Und nicht der Würden saure
Pracht,Und nicht der Taten Glanz, die
man i
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Der Faule

Rennt dem scheuen Glücke nach!
Freunde, rennt euch alt und schwach!
Ich nehm teil an eurer Müh:
Die Natur gebietet sie.
Ich, damit ich auch was tu -
Seh euch in dem Lehnstuhl zu.
An die Kunstrichter

Schweigt, unberauschte, finstre
Richter! Ich trinke Wein, und bin ein
Dichter. Tut mir es nach, und trinket
Wein, So seht ihr meine Schönheit
ein. Sonst wahrlich, unberauschte
Richter,
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Das Leben

Sechs Tage kannt` ich sie, Und liebte
sie sechs Tage. Am siebenten erblaßte
sie, Dem ersten meiner ew`gen
Klage. Noch leb` ich, zauderndes
Geschick! Ein pflanzengleiches Leben.
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Das Paradies

Sein Glück für einen Apfel geben, O
Adam, welche Lüsternheit! Statt diener
hätt ich sollen leben, So wär das
Paradies noch heut.- Wie aber, wenn
alsdann die Traube Die
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Auf Lucinden

Sie hat viel Welt, die muntere
Lucinde. Durch nichts wird sie mehr rot
gemacht. Zweideutigkeit und Schmutz und
Schand` und Sünde, Sprecht was ihr
wollt: sie winkt euch zu, und lacht. Er
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Die Schöne von hinten

Sieh Freund! sieh da! was geht doch
immer Dort für ein reizend
Frauenzimmer? Der neuen Tracht
Vollkommenheit, Der engen Schritte
Nettigkeit, Die bei der kleinsten
Hindrung stocken,
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Der Genuß

So bringst du mich um meine
Liebe, Unseliger Genuß? Betrübter Tag
für mich! Sie zu verlieren, - meine
Liebe, - Sie zu verlieren, wünscht` ich
dich? Nimm sie, den Wunsch so mancher Li
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Der Sonderling

Sobald der Mensch sich kennt, Sieht er,
er sei ein Narr; Und gleichwohl zürnt
der Narr, Wenn man ihn so nennt. Sobald
der Mensch sich kennt, Sieht er, er sei
nicht klug;
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Thrax und Stax

Stax. Thrax! eine taube Frau zu nehmen!
O Thrax, das nenn` ich dumm.
Thrax. Ja freilich, Stax! ich muß mich schämen.
Doch sieh, ich hielt sie auch für stumm.
An die Leier

Töne, frohe Leier, Töne Lust und
Wein! Töne, sanfte Leier, Töne Liebe
drein! Wilde Krieger singen, Haß und
Rach` und Blut In die Laute singen, Ist
nicht Lus
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Der müßige Pöbel

Um einen Arzt und seine Bühne Stand mit
erstaunungsvoller Miene Die leicht
betrogne Menge In lobendem
Gedränge. Ein weiser Trinker ging
vorbei, Und schriee: welche Polizei!
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Die Ewigkeit gewisser Gedichte

Verse, wie sie Bassus schreibt,
Werden unvergänglich bleiben: –
Weil dergleichen Zeug zu schreiben,
Stets ein Stümper übrig bleibt.
Trinklied

Voll, voll, voll, Freunde, macht euch
voll! Wein, Wein, Wein, Freunde, schenkt
ihn ein! Küßt, küßt, küßt, Die
euch wieder küßt! Voll von Wein, Voll
von Liebe,
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Nach der 15. Ode Anakreons

Was frag` ich nach dem Großsultan, Und
Mahomets Gesetzen? Was geht der Perser
Schach mich an, Mit allen seinen
Schätzen? Was sorg` ich ihrer
Kriegesart, Und ihrer Treffen
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Die Stärke des Weins

Wein ist stärker als das Wasser: Dies
gestehn auch seine Hasser. Wasser reißt
wohl Eichen um, Und hat Häuser
umgerissen: Und ihr wundert euch
darum, Daß der Wein mich umgerisse
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An den Wein

Wein, wenn ich dich jetzo trinke, Wenn
ich dich als Jüngling trinke, Sollst du
mich in allen Sachen Dreist und klug,
beherzt und weise, Mir zum Nutz, und dir
zum Preise, Kurz, zu
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An die Herren X und Y

Welch Feuer muß in eurem Busen lodern!
Ihr habt den Mut, euch kühn herauszufodern.
Doch eure Klugheit hält dem Mute das Gewicht:
Ihr fodert euch, und stellt euch nicht.
Der 24ste Jänner in Berlin

Welch leichter Morgentraum ließ, auf
den heil`gen Höhen, Der Musen Fest um
Friedrichs Bild Mich bei Aurorens Glanz
mit frommem Schauer sehen, Der noch, der
noch die Seele füllt.
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Der Eintritt des Jahres 1754 in Berlin

Wem tönt dies kühnre Lied? dies Lied,
zu wessen Lobe, Hört es noch manche
späte Welt? Hier steh` ich, sinne nach,
und glüh` und stampf` und tobe, Und
suche meiner Hymnen Held.
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Der Wunsch

Wenn ich, Augenlust zu finden, Unter
schatticht kühlen Linden Schielend auf
und nieder gehe, Und ein häßlich
Mädchen sehe, Wünsch` ich plötzlich
blind zu sein. Wenn ic
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Die Sinngedichte an den Leser

Wer wird nicht einen Klopstock loben?
Doch wird ihn jeder lesen? – Nein.
Wir wollen weniger erhoben,
Und fleißiger gelesen sein.

Der Eintritt des Jahres 1753 in Berlin

Wie zaudernd ungern sich die Jahre
trennen mochten, Die eine
Götterhand Durch Kränze mancher Art,
mit Pracht und Scherz durchflochten, Uns
in einander wand! So träg, als hübe
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Ebendieselben

Wir möchten gern dem Kritikus gefallen:
Nur nicht dem Kritikus vor allen.
Warum? Dem Kritikus vor allen
Wird auch kein Sinngedicht gefallen.
Die Haushaltung

Zankst du schon wieder? sprach Hans
Lau Zu seiner lieben
Ehefrau. »Versoffner,
unverschämter Mann« –
– – Geduld, mein Kind, ich
zieh` mich an – –
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Hänschen Schlau

`Es ist doch sonderbar bestellt`,
Sprach Hänschen Schlau zu Vetter Fritzen,
`daß nur die Reichen in der Welt
Das meiste Geld besitzen.`