WISSENSWERTES
Das Gedicht - Eine alte Kunstform

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Gedichte - Gustav Falke

Der Radfahrer

    Ein köstlicher Sommertag. In Hemdsärmeln - der Hitze wegen trug ich den Rock an meinem Gangstöckerl, wie der Bayer sagt, auf der Schulter - schlenderte ich auf der Landstraße hin, ... weiterlesen


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Aus allen Zweigen

(Allen sangesfrohen
Goldschnittlyrikern gewidmet.)

Gedüftel.
Getüftel,
Gedächtel,
Gemächtel,
Ein Dudel, ein Didel
Ein wunderschön`s ... weiterlesen


Die Drei

(An Max Klinger).

Was willst von mir du, dürr Gebein?
Mußt wohl vorüber gehn.
Ich bin der Ruhm, bleib` trutzig stehn,
Die Ewigkeit ist mein.

Ich ... weiterlesen


Die Mutter

(Ein Traum)

Es war im Garten. Fröhliche Gesellen
Umgaben mich. Wir tranken. Und in hellen
Plätschernden Bächen sprudelten die Worte
Von jungen Lippen. Aber nah ... weiterlesen


An die Jugend

(Falkes letzte Dichtung)

Deutscher Knabe, du wirst Mann,
wenn vorbei die schweren Tage,
wenn verstummt die laute Klage,
wenn das letzte Blut verrann.

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Prolog zur Böcklin-Gedenkfeier der Gesellschaft h

(Fräulein Minna Persoon gewidmet.)

Ein Großer starb: _Böcklin_. Vor wenig Tagen
Gab man der Erde ihren Anteil wieder –;
Und legte Rosen auf den Hügel nieder
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Die Gedenktafel

(Meinem Bruder.)

Du wolltest, jung und hohen Sinns,
Paläste bau’n und Tempel
und sehntest dich, ein Haus zu sehn
mit deines Geistes Stempel.
Was dir der ... weiterlesen


Die feinen Ohren

(Meiner Mutter)


Du warst allein,
ich sah durchs Schlüsselloch
den matten Schein
der späten Lampe noch.

Was stand ich nur und trat nicht ein?
... weiterlesen


Die feinen Ohren

(Meiner Mutter.)

Du warst allein,
ich sah durchs Schlüsselloch
den matten Schein
der späten Lampe noch.

Was stand ich nur und trat nicht ein?
... weiterlesen


Sicilianen

(Mittagsstille.)

Am Strande, halb umplätschert von den Wellen,
Ein Toter, ein Ertrunkner, drüber neigen
Zwei junge Birken schattend sich im hellen
Glühheißen ... weiterlesen


Abendlied

(Nach Hans Thoma.)

Hat der junge Geigenmacher
Mit dem Tagwerk aufgeräumt,
Sitzt er gern, ein seligwacher,
Auf der Lindenbank und träumt.

Auf der ... weiterlesen


Jesus im Olymp

(Nach Max Klinger.)

Sie saßen, lagen. Und der Becher ging
Im Kreis herum. Zeus in der Götter Ring.
Da trat Er ein, den Menschen Jesum nannten.
Wie sie verstummt, ... weiterlesen


Unter der Maske

1.

Du Kleine mit den Veilchen und den Rosen
Im Korbe, laß mir deine duftige Fracht,
Und gieb dich selbst zum Küßen mir und Kosen.

Sei mein für eine ... weiterlesen


Nachtgewitter


Der runde, rote Mond rollt
auf schwarzen Wolken her.
Die Nacht ist schwül, die Nacht ist schwer,
sie zittert, wenn hinterm Wald heraus
das Wetter grollt.
... weiterlesen


Die tapfere Kehle


Faust auf den Tisch! Und das bin ich!
Titel und Würden zu Hause gelassen.
Hier bin ich Mensch. Beim Humpenfassen
        Stören sie mich.

... weiterlesen


Ko-ai - II.

Aber weißer wie die Blüte,
Weißer wie das Licht des Mondes,
Das auf diesen zarten, weichen
Blumenkissen nächtens schlummert,
Färbte jetzt der große Kummer
... weiterlesen


Die Wahrsagerin

Abgesessen, ausgespannt,
Schmutziger Karren, magere Pferde,
Bunte Sippschaft, sonnverbrannt,
Freies Volk der freien Erde.
Bei der Brücke vor dem Dorf,
Grabenlängs ... weiterlesen


An de Gorenport

Aewer de Wischen weit de Wind
So week as de Atem vun en Kind,
Un kümmt doch vun dat grote Meer,
Vun de wille Nordsee her.

De liggt dar nu wull ganz so still
... weiterlesen


Das Geisterschiff

Alle Schiffer kamen wieder,
Kay kam nicht.
Auf die Erde warf Meike sich nieder,
In den Sand das Gesicht.

Sie weinte und rang die weißen Arme:
Kay, ... weiterlesen


Ein Sonntagmorgenabenteuer

Als ich gestern über die Hecke guckte,
Sonntag war es, ein Stündchen noch vor der Predigt,
ei, was sah ich im Grase, ligusterbeschattet
und umspielt von wundersamem Getöne?
... weiterlesen


Aus Liebestiefen

Als ich heute deiner gedacht,
Hat mich mein Töchterchen angelacht.
Holdseliges empfand ich da
Und war dir, wie noch niemals, nah.

Die Mutter meiner Kinder ... weiterlesen


Die Botschaft

Als ich heute morgen erwachte, spürt` ich
eines gehörigen Schnupfens fröhlichen Anfang.
Meine Tante, die Gute, behauptet ernstlich,
so ein Katarrhchen wäre keine ... weiterlesen


Scherz

Als ich heute Nacht
Das Fenster aufgemacht,
Sah ich ein Bübchen mit zitternden Flügeln,
Das stolperte zwischen weißen Hügeln;
Bald auf dem linken, bald auf dem ... weiterlesen


Meinen Sohn zur Taufe

Als wir deine Schwestern getauft,
Hab ich die herrlichsten Rosen gekauft,
Brauchte sich keine zu verstecken,
War jede ein Schmuck fürs geweihte Becken.

Inzwischen ... weiterlesen


Gesang wandernder Kinder

An dem Abgrund schmale Wege,
Über Schluchten leichte Stege
Führen uns die Engel hin.
Mitten unter Schwergefahren
Heitere Ruhe sich bewahren
Lehrt Vertraun und frommer Sinn.


Am Bahnübergang

An der Barriere zum Halt gezwungen
Lief mein Blick längs den Eisenschienen.
Pustend und schnaubend aus feurigen Lungen,
Raste der eiserne Renner heran.
Funken schwärmten ... weiterlesen


Lied des Armen

An die Arbeit! Mürrisch treibt
Mich ins Joch die Sorge wieder,
Und ihr harter Peitschenschlag
Fällt im Gleichtakt auf mich nieder.

Selig, wem beim ... weiterlesen


Ein Ostergesang an Deutschland

Auf deinen Armen lag ich,
ein hungerndes Kind.
Und du sättigtest mich;
und ich wuchs auf,
seliger Knabe,
träumevoll.
Wolke und Stern,
Blume und ... weiterlesen


Strandidyll

Auf dem Rücken im warmen Sand
Nie ein schöneres Lager ich fand.
Murmelnde, kichernde Wellen zu Füßen,
Oben im Wind ein Lispeln und Grüßen
Schwankender Halme und ... weiterlesen


Auf dem Amboß

Auf einem Block von Eisen kalt
Lag rücklings ich und festgeschnallt,
Und neben mir die Sorge stand.
Mit sehnigem Arm und harter Hand
Sie ihren schweren Hammer schwang,
... weiterlesen


Das Trio

Auf meinem Schreibtisch, rechter Hand
Vom Tintenfaß, stehen drei hübsche Sachen,
Auf jedes läßt sich mit etwas Verstand
Und Geschick ein Dutzend Verse machen.
Höchst ... weiterlesen


Wieder daheim

Auf Schneebergen sahen wir
den letzten Saum der sinkenden Sonne,
andachtdurchschauert.
Auf blauen Seen schaukelten wir,
und es war ein Lächeln auf unseren Gesichtern,
... weiterlesen


Mit dem Leben

Auf und ab, her und hin,
Jeder Tag brachte Gewinn.
War alles Nehmen zugleich ein Geben,
Ich brauchte kaum die Hand zu heben,
Fiel eine volle Frucht herein;
Ich ... weiterlesen


Am Morgen

Aufs offne Mäulchen ein Kuss.
Augenreiben und halber Verdruss.
Aber Erkennen und Lachen
Hilft völlig erwachen.
Dann ein Schlupfunter,
Ein drüber und drunter.
... weiterlesen


Am Morgen

Aufs offne Mäulchen ein Kuß.
Augenreiben und halber Verdruß.
Aber Erkennen und Lachen
Hilft völlig Erwachen.
Dann ein Schlupfunter,
Ein drüber und drunter.
... weiterlesen


Die Nixe

Aus der Tiefe tauchte sie nach oben,
Tauchte auf aus einem dunklen Traum,
Halben Leibes aus der Flut erhoben,
Äugt die Nixe auf zum Himmelsraum.

Welch ein ... weiterlesen


Dichter und Richter

Aus Nichts eine Welt erschafft
Mit der Zauberrute: Dichterkraft.
Fährt der Geist drüber her,
Wogt`s auf wie ein Meer
Und das Nichts gebiert.
Publikus steht und ... weiterlesen


Das Opferkind

Bei Heiligenstedten, der Stördeich war`s,
Der Deich wollte nicht halten.
Da war ein Loch, man krigt es nicht zu,
Die Flut weiß zu spülen, zu spalten.
So viel man ... weiterlesen


Denkmalkantate

Bimmbamm, Bimmbumm,
Bitte, bitte, bettel, bettel,
Klingelbeutel geht herum,
Blankes Silber, blaue Zettel,
Nickel ist und Gold willkommen,
Alles wird mit Dank ... weiterlesen


Eine Liebe

Blühst du meinen späten Tagen,
Süße Liebe, noch einmal?
Bäumen, die schon Früchte tragen,
Lacht ein zweiter Frühlingsstrahl?

Zwischen Blüten, zwischen ... weiterlesen


Auf der Bleiche

Bringst du Leinen auf die Bleiche?
Kommt dir nicht der Wind darüber?
Über Dämme, über Deiche
Wirbelt er vom Meer herüber.

Willst mit Klammern, willst mit ... weiterlesen


Das Vorstadthaus

Da bauen sie ein neues Haus,
die Steine sind geschichtet,
schnell wächst es mit dem Dach heraus,
und schon wird es gerichtet.

Dann aber steht es lange leer,
... weiterlesen


Dämmerung

Da draußen die dunkle Ferne,
Alles wie ein Traum;
Schwach nur leuchten die Sterne
Aus unendlichem Raum.

Die Häuser, die Büsche und Bäume
In den Feldern ... weiterlesen


Zum Jahreswechsel 1914-15

Das alte Jahr bracht uns viel Leid,
es tauschte sein schlichtes Werkelkleid
gegen eiserne Wehr.
Das Korn war reif, die Sense sang,
und rings im Land war Friedensklang -
... weiterlesen


Mondlicht

Das blasse Licht des vollen Mondes geistert
Durchs schlechtverhängte Fenster uns ins Zimmer.
Du schläfst. Die Kinder auch. Mir aber meistert
Der Magier der Nacht den Schlaf wie ... weiterlesen


Frühlingsschlacht

Das erste Frühlingswetter zog
mit fliegenden Standarten
nachts über meinen Garten
und lärmte in den Lüften hoch.

Ihm aber stürmte gleich aus Nord
ein ... weiterlesen


Von weißen Rosen

Das Glück teilt seine Rosen aus,
Macht auch wohl mal ein Kränzlein draus,
Aus roten, die gleich Sonnen glühn,
Aus weißen, die gleich Sternen blühn.
Der roten viel am ... weiterlesen


Das Wunder

Das Gräflein saß auf seinem Schloß
So recht in vollem Fett,
Nur eins blieb ihm versagt: Ein Sproß
Aus ehelichem Bett.
Es tat, was man in solchem Fall
Mit ... weiterlesen


Unterm Weinstock

Das ist nun der erste Wein,
Unter eigenem Dache erblüht;
Von himmlischer Sonne durchglüht,
Ward er so süß und fein.

Die Trauben hängen so schwer,
... weiterlesen


Die Bodenkammer

Das war auf unsrer Bodenkammer,
Wo schräg das Dach darüber lief.
Ach, was verschloß die rostige Klammer
Der schweren Thür! Von keinem Brief
Wurd` je ein Siegel ... weiterlesen


Gute Nacht

Das war der Junker Übermut,
Die Stirne frei, den schlappen Hut
Verwegen nur im Nacken;
Laut klirrten ihm die Hacken.

Das war die Jungfer züchtiglich,
Ging ... weiterlesen


De Snurkers

De Klock sleit acht,
Nu Kinners, go` Nacht.
Man gau un man fixen
Herut ut de Büxen,
Man flink ut de Schoh
Un rinne in`t Stroh.

De Klock sleit ... weiterlesen


Es war

Dein Herz ist so voll stillen Glücks gewesen
Und Zuversicht,
Von allen Schmerzen war es lind genesen.
So sitzt im Licht
Des Maienmorgens ein gesundet Kind,
Wirft ... weiterlesen


Der Trommelgraf

Dem Markgrafen Ludwig von Hessenland
Ging nichts über Trommeln und Pfeifen,
Wers Trommeln und Pfeifen am besten verstand,
Den schmückte die Durchlaucht höchst eigener Hand
... weiterlesen


Der zweite Kranz

Den ersten Lorbeer hat er sich errafft.
Wie das ihm gleich die jungen Muskeln strafft.
Der Jüngling glüht. Im raschen Siegeswagen
Will er sich einen volleren Kranz erjagen.
... weiterlesen


September

Der Dornbusch prangt im Schmuck der roten Beeren,
Die Dahlien in ihrer bunten Pracht,
Und Sonnenblumen mit den Strahlenspeere
Stehn stolz wie goldne Ritter auf der Wacht.
... weiterlesen


Es schneit

Der erste Schnee, weich und dicht,
Die ersten wirbelnden Flocken.
Die Kinder drängen ihr Gesicht
Ans Fenster und frohlocken.

Da wird nun das letzte bischen ... weiterlesen


Tagesanbruch

Der Fluß mit leisem Klingen,
Er schlief nicht in der Nacht,
Begrüßt das erste Singen,
Das über ihm erwacht.

Ein Schifflein, ohne Hasten,
Schwimmt durch ... weiterlesen


Das Frühlingsfest

Der Frühling hat zu seinem Fest
Frau Sonne herbefohlen,
Jetzt schickt er Boten aus und läßt
Die lieben Gäste holen,
Nicht lange, und aus Tür und Tor
Tritt ein ... weiterlesen


Gesang am Morgen

Der ganze Himmel glüht
In hellen Morgenrosen;
Mit einem letzten, losen
Traum noch im Gemüt,
Trinken meine Augen diesen Schein,
Wach und wacher, wie ... weiterlesen


Großes Scheuerfest

Der Himmel hat die ganze Nacht
Viel Wasser ausgegossen,
Auch schwang der Sturm mit aller Macht
Den Besen unverdrossen.
Seht nur, wie alles blitzt und lacht!
Das ... weiterlesen


Gestorben

Der Himmel senkte seine grauen Fahnen
tief auf des Parks umflorte Sommerwipfel,
und durch die stillen Schattengänge schwebten
der Schwermut dunkle Falter leisen Fluges.
... weiterlesen


Gleich

Der Kaiser, hungert ihn, fühlt wie der Bauer
Und geht zu Tisch und speist. Im Regenschauer
Wird die Prinzessin naß wie der Lakai,
Und kalt macht kalt, es sei auch wen es ... weiterlesen


Fromm

Der Mond scheint auf mein Lager,
Ich schlafe nicht,
Meine gefalteten Hände ruhen
In seinem Licht.

Meine Seele ist still, sie kehrte
Von Gott zurück,
... weiterlesen


Fromm

Der Mond scheint auf mein Lager.
ich schlafe nicht,
meine gefalteten Hände ruhen
in seinem Licht.

Meine Seele ist still, sie kehrte
von Gott zurück,
... weiterlesen


Heimgang

Der Mond steigt überm Hügel her,
der Weg erglänzt in seinem Licht,
der Wind hebt kaum die Flügel mehr,
legt sich ins Korn und rührt sich nicht.

Vom Tal herauf ... weiterlesen


Die verhexte Mühle

Der Müller will gern mahlen,
Die Mühle will nicht gehn.
Was soll der Müller machen?
Die Flügel bleiben stehn,
So sehr der Wind auch ächzt und keucht
Und ... weiterlesen


Regentag

Der Regen fällt. In den Tropfentanz
Starr ich hinaus, versunken ganz
In allerlei trübe Gedanken. Mir ist,
Als hätt` es geregnet zu jeder Frist,
Und alles, so lange ich ... weiterlesen


Regentag

Der Regen fällt. In den Tropfentanz
Starr ich hinaus, versunken ganz
In allerlei trübe Gedanken. Mir ist,
Als hätt` es geregnet zu jeder Frist,
Und alles, so lange ich ... weiterlesen


Was haben denn wir Schneider auch groß für ein G

Der Riese sitzt am Brückenhaus
Und will den Zoll erheben,
Der Meister Zwirn im Wanderflaus
Will ihm den Zoll nicht geben:
    Zoll hin, Zoll her! Den zahl ich ... weiterlesen


Des alten Ritters letzter Ritt

Der Ritter reitet durch den Tag,
sein schlachtmüd` Schwert zur Seite:
nun schlage, wer da schlagen mag,
ich hab` genug vom Streite.

Mein Arm war jung, da wußt` ... weiterlesen


Der Ritter

Der Ritter zieht durchs Land allein.
Will keiner mit ihm streiten?
Im Morgen- und im Abendschein
Blitzt ihm sein Schwert zur Seiten.
Ein hoher Mut schwellt ihm die ... weiterlesen


Im Schnellzug

Der Schnellzug stürmt durchs Sommerland,
Und draußen in den Winden,
Da weht und winkt viel buntes Band,
Zu binden mich, zu binden!

Die Hütte dort in ... weiterlesen


Der alte Seemann und das Meer

Der Seemann:

Segel, sturmzerfetzt,
salzzerfressener Bug,
ruht im Hafen jetzt,
habt der Fahrt genug.

Die wir uns bekriegt,
Meer, besiegtes, ... weiterlesen


Ruhm und Ehre

Der stolze Ruhm und alle lauten Ehren,
Sie können nichts zu meinem Glücke fügen.
Es trägt mein Herz ganz anderes Begehren;
Es lernte früh, sich in sich selbst genügen
... weiterlesen


Der goldene Reiter

Der Tag, der edle Reitersmann,
Hat ganz ein golden Prachtkleid an,
Mit blauem Mantel drüber.
Die Augen gehn einem über.

Sein Rotfuchs wirft den feinen Kopf,
... weiterlesen


Kurzes Gewitter

Der Tag, ein Jüngling, schlank und braun,
Lehnte an meinem Gartenzaun.
Da kam ein Wetter schnell herbei,
Schlug aus der Hand ihm die Schalmei,
Fuhr hart ihn an mit Blitz ... weiterlesen


Die Teufelsbraut

Der Teufel auf die Erde ging,
Daß er sich eine Seele fing.
Da kam er an ein letztes Haus,
Sah grad ein junges Weib heraus.

Die hatt` ein schön und schier ... weiterlesen


Der Tulpenbaum

Der Tulpenbaum hat über Nacht
All seine Blumen aufgemacht,
Die weißen Sterne leuchten weit
In ihrer keuschen Herrlichkeit.

Es ist, als hätts die Nacht ... weiterlesen


Im Irrenhaus

Des Dichters Kraft und Schwinge brach
Von Neid und Not gehetzt,
Im Narrenturm ein eng Gemach
Giebt Herberg ihm zuletzt.

Einst war er jung und sang hinaus
... weiterlesen


Der Angler

Des Himmels blasse Bläue, leicht betupft
Mit Wolken, die geballter Watte gleichen,
Und kleinsten, die wie weiße Dunen leicht
Mit einem höhern Wind ins Weite streichen:
... weiterlesen


Wunsch

Die alte Sehnsucht: auf den Gassen liegt
Die Sonne eines ersten warmen Tags.
Fern, fern ein Weg durch Wiese und durch Feld
Und unterm Schatten jungen Buchenschlags.

... weiterlesen


Stolze Gesellschaft

Die Astern und die Dahlien
Stehn gar zu stur im Garten,
Als ob sie auf den ersten Gruß
Von ihrem Diener warten.

Der Mohn allein neigt tief den Kopf,
Als ... weiterlesen


Abendstimmung

Die Blumen, die im Grase stehn,
Die weichen Halme, die im Winde wehn,
Ein später Falter irrt durch diese Wildnis -
Sieh, Seele, träumende, dein schwankend Bildnis.
Fehlt ... weiterlesen


Dichters Dankgebet

Die du erhabenen Fluges
über Sternen schwebst,
oder gelassenen Schrittes,
freundlich lächelnd,
wandelst zur Seite mir.
Immer liebte ich dich!

War ... weiterlesen


Die Morgenpredigt

Die Felder lagen still und schwer,
der Sommer brachte Segen.
Wir gingen kreuz und gingen quer
und kamen von den Wegen.

Es stand ein roter Mohn im Korn
und ... weiterlesen


Das Märchenbeet

Die gelben Schwarzwurzblüten ragen hoch
Und streuen durch die stille Mittagsluft
Den leisen, lieblichen Vanillenduft.

Zwei kleine blaue Falter wiegen sich
Auf ... weiterlesen


Sehnsucht

Die große Sehnsucht, die in allem lebt,
Hat immer ihre dunkeln Augen offen;
Den stillen Baum beseelt dasselbe Hoffen,
Das deine Tage aus dem Dumpfen hebt.

... weiterlesen


Ekel

Die ihr umstolzt mich mit den vollen Taschen,
Krummnasig oder nicht, verfluchte Beter
Vorm goldnen Kalb, o würd` mein Wort zum Schwerte,
Wie wär` Musik mir euer ... weiterlesen


Liebesspiele

Die keuschen, weißen Anemonensterne,
Fünf an der Zahl, wie deines Namens Zeichen,
Fünfblättrig wieder jeder Stern - du lächelst?
Ach, Liebe liebt zu deuten und zu ... weiterlesen


Die Kinder schlummern

Die Kinder schlummern in den Kissen,
Weich, weichen Atems, nebenan,
Ein Traum vom heutigen Tag, und wissen
Nicht was mit diesem Tag verrann.
Wir aber fühlen jede ... weiterlesen


Vor Schlafengehen

Die Kinder schlummern in den Kissen,
Weich, weichen Atems, nebenan,
Ein Traum vom heutigen Tag, und wissen
Nicht, was mit diesem Tag verrann.

Wir aber fühlen jede ... weiterlesen


Die Kinder schlummern

Die Kinder schlummern in den Kissen,
Weich, weichen Atems, nebenan,
Ein Traum vom heutigen Tag, und wissen
Nicht was mit diesem Tag verrann.

Wir aber fühlen jede ... weiterlesen


Uhlands Frühlingslied

Die Lampe gießt ihr stilles Licht
Auf eines Buches weiße Blätter
Und überleuchtet ein Gedicht,
Draus blüht und sprüht ein Frühlingswetter.

Das laute ... weiterlesen


Tote Jahre

Die letzten Kohlen verglimmen,
Ein Dunkel, wir sehen uns kaum.
Wir sprechen mit leisen Stimmen,
Wie aus einem Traum.

Wir sprechen von toten Jahren
Und ... weiterlesen


Die Heiratseiche

Die schönste Eiche, weitbekannt, stand vor Jenas Tor,
Der tat es keine zweite gleich an vollem Wuchs und grünem Flor.
Und oben in den Zweigen, wars auch kein Nachtigallensang,
... weiterlesen


Am Waldteich

Die sommerschöne Waldeinsamkeit
Verträumt am stillen Teich die Zeit
In ihrem grünen Kleide, ruht
Und freut sich an der kühlen Flut.

Sie badet ihr holdes ... weiterlesen


Besitz

Die Sonne überstrahlt dein Bild,
Mein Herz wird warm und freut sich.
Dein liebes Bild.
Alles Licht ferner Tage erneut sich.

So recht in tiefstem dankbar sein,
... weiterlesen


Der Schiffer

Die Sterne steigen auf in allen Weiten,
Die Rätselgrüße einer andern Welt.
Stromabwärts seh ich still ein Segel gleiten,
Wer ists, der einsam dort sein Steuer stellt?
... weiterlesen


Die Friedensinseln

Die stillen Inseln - wenn den Weg ich fände!
Doch nur im Traum ist dort vergönnt zu landen;
Erwacht, siehst du das Leben dich umbranden,
Versunken sind die lockenden ... weiterlesen


Stimme der Nacht

Die stillen, schlafenden Felder,
Darüber der Atem geht
Der Nacht, und die schwarzen Wälder,
Die schweigenden, schwarzen Wälder,
Darüber der Vollmond steht -
Was ... weiterlesen


Vision

Die Tage gingen und die Jahre gingen,
Und ich war alt und liebte dich noch immer,
Und der Erinnerung duftige Rosen hingen
Noch um dein Bild mit erstem Jugendschimmer.
Ich ... weiterlesen


Der Liebesturm

Die trotzige Klippe trägt den trotzigen Turm
An hundert Jahre, und nicht einen Stein
In diesen Mauern lockerte der Sturm.
Ohnmächtig brüllt das Meer herauf. Im Schein
... weiterlesen


Lob des Herbstes

Die volle Traube strotzt in Saft,
Es ist, als wollt` der süße Wein
Gewaltsam aus der engen Haft
In eines Bechers Rund hinein.

Und purpurn, wie die Frucht du ... weiterlesen


Mittag

Die Watten glühn, die Watten dünsten,
Weit hinten schläft das müde Meer,
Und über Watt und Dünen jagen
Die Möven lautlos hin und her.

Einmal ein Schrei, ein ... weiterlesen


An gewisse Virtuosen

Die Welt ist ungerecht.
Hans Schlau, der sich empfahl
Mit seines Nachbars altem Tiegel,
Ihn setzt man, weil er stahl,
Flugs hinter Schloß und Riegel.
Und ihr, die ... weiterlesen


Die Wichtelmännchen spenden...

Die Wichtelmännchen spenden der Märchenprinzessin den Weihnachtsbaum

Die Wichtelmännchen haben es hild,
mancherlei ist zu bedenken:
Weihnacht ist morgen und es ... weiterlesen


Die Schwestern

Die wie zwei Segel waren,
von Einem Wind geschwellt,
die sollten nun nicht länger fahren,
Bord an Bord gesellt.

Der rauhe Tod rührte
die eine Schwester ... weiterlesen


Lied der Ärmsten

Die wir hinter Mauern hausen,
hinter dumpfem, kaltem Stein,
eng in Höfen, tief in Kellern
fristen unser Schattensein.

Rollte nicht die liebe Erde
auch für ... weiterlesen


Sturm

Die Wolken bersten. Blitz auf Blitz, als ob
Ein Sack voll glühender Schlangen platzte, zischt
In das erschrockene Meer. Der Sturm trompetet:
Krieg! Krieg! Und fährt, ein ... weiterlesen


Abenteuer

Dies Stückchen wird als Märchen man mir schelten. Sei`s!
Beglaubigt ist es meinerseits durchaus als wahr,
doch geb` ich zu, es mutet allerseltsamst an.

Ich ging allein ... weiterlesen


Die bunten Kühe

Drei bunte Kühe in guter Ruh
Und des Nachbarn Hanne dazu
Traf ich heute in der Früh,
Junghanne und ihre bunten Kuh.

Das gab einen guten, glücklichen Tag,
... weiterlesen


Die gelben Margeriten

Drei gelbe Margeriten
In meinem grünen Glas
Nicken von schlanken Stengeln,
Eine Sense hör ich dengeln,
Ihr gelben Margeriten
In meinem grünen Glas.

... weiterlesen


Lebensläufe

Drei kleine Knaben
Hüteten die Gänse,
Hatt` jeder seine Gaben,
und wurde große Hänse.

Einer ward ein Schneider,
Der hatte zehn Gesellen,
Dem ... weiterlesen


Helden

Drei Reiter halten im Heidekraut.
Die Wolken jagen. Der Tag vergraut.
Ein alter Recke, weiß quillt ihm das Haar,
Erspäht vom Rappen die Türkenschar.
Rechts, auf dem ... weiterlesen


Zwei

Drüben du, mir deine weiße
Rose übers Wasser zeigend,
Hüben ich, dir meine dunkle
Sehnsüchtig entgegen neigend.

In dem breiten Strome, der uns
... weiterlesen


An Verschiedene

Du da und du -
Ihr dünktet euch immer mehr als ich.
Du
In deinem strammschenkligen Kraftprotzentum,
Ein sogenannter `famoser Kerl`
Bei Weibern und Pferden.
... weiterlesen


Keusche Liebe

Du hast in meinem Herzen
Ein reines Feuer erweckt,
Dran hab` ich erlosch`ne Kerzen
Wieder angesteckt:

Kleine Liebeslieder
Sind wieder erwacht,
Leben ... weiterlesen


Meinem Kinde

Du schläfst, und sachte neig ich mich
Über dein Bettchen und segne dich.
Jeder behutsame Atemzug
Ist ein schweifender Himmelsflug,
Ist ein Suchen weit umher,
... weiterlesen


Meiner Mutter

Du warst allein,
ich sah durchs Schlüsselloch
den matten Schein
der Lampe noch.

Was stand ich nur und trat nicht ein?
Und brannte doch,
und war mir ... weiterlesen


Heimkehr

Du weißt, ich hab dich lieb gehabt,
Und immer gleich, an jedem Tag,
Ob ich ein wenig Glück uns fing,
Ob still in Sorgen abseits ging.

Da kam ein ... weiterlesen


Die Zierliche

Du Zierliche, Leichte,
Wenn ich dich erreichte.
Du Feine, Zarte,
Warte nur, warte.
Wenn ich dich fing`?
Solche zierliche Dinger
Faßt man mit Daumen und ... weiterlesen


Die Zierliche

Du Zierliche, Leichte,
Wenn ich dich erreichte
Du feine Zarte,
Warte nur, warte,
Wenn ich dich fing?
Solche zierliche Dinger
Faßt man mit Daumen und ... weiterlesen


Soldatenlied

Du, kleines Mädel, eins ist dumm,
eins ist dumm, eins ist dumm,
sieh, der Tornister ist zu klein,
potz Blitz, der müßte größer sein,
und weißt du auch, warum?
... weiterlesen


Der Schwerenöter

Dummes Mädel, nicht so zieren,
ist ein Schmerz doch nicht dabei.
Heute Mittag heißt`s marschieren,
und dann bist du wieder frei.

Steh ich, wo die Kugeln ... weiterlesen


Nächtliche Heide

Dunkel deckt die Heide nun,
Geh nicht hinaus, wenn`s graut.
Es geht was um auf schleichenden Schuhn,
Kriecht mit dem Nebel durchs Kraut.

Schwarze Arme strecken ... weiterlesen


Weihnachtswunder

Durch den Flockenfall
klingt süßer Glockenschall,
ist in der Winternacht
ein süßer Mund erwacht.

Herz, was zitterst du
den süßen Glocken zu?
... weiterlesen


Sechsunddreißig sollen wandern

Durch die Straßen geht die Pest,
reich und arm muß elend sterben,
keine Mauern, noch so fest,
wehren dem Verderben;
nur im Kloster sind sie noch,
Mönch und ... weiterlesen


Schwester

Durft` dich nicht mein eigen nennen,
aber darf bald `Schwester` sagen,
und du wirst das Kleid der Liebe
und des schönsten Dienens tragen:

Kranken Trost und ... weiterlesen


Seele

Dämmerung löscht die letzten Lichter,
Noch ein irrer Schall und Schein,
Und die Nacht hüllt dicht und dichter
Alles Leben ein.

Und die Erde will nun ... weiterlesen


Glocken

Eben mit den Schwestern froh
Und auf einmal still beiseite,
Mädchen sag, was horchst du so
Traumverloren in die Weite?

Ist`s, daß wo ein Glöcklein tönt,
... weiterlesen


Der Reigen

Ein blasser Reigen lieblicher Gestalten
Entschlafne Wünsche, die zu kurzem Leben
Sich wieder aus vergessnen Gräbern heben
Und schwesterlich sich an den Händen halten.
... weiterlesen


Trüber Tag

Ein feuchtes Wehen wühlt im Laub und streut
Ins nasse Gras ringsum den Tropfenfall,
Und wo noch gestern laute Lust, träumt heut
Schwermütiges Schweigen überall.

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Spinngewebe

Ein flüchtig Bild, ein flüchtig Wort,
Phantasie die schweifende, klebt
ihren Faden dran, spinnt fröhlich fort.
Wie zierlich das Gewebe schwebt!
Brummelt ein großer ... weiterlesen


Das übermütige Männlein

Ein Kinderlied

Es war einmal ein Männlein,
war kaum ein Spännlein,
das wollte gern reisen.
Da hat sich`s auf den Uhrzeiger gestellt,
rundum ging die ... weiterlesen


Kaiser Karl und der Spielmann

Ein Longobarde wars, der mußt
Majestät was blasen,
Er stieß ins Horn mit Kraft und Lust,
Ei, klang das über den Rasen!
Kaiser Karolus Magnus rief:
Einen Bessern ... weiterlesen


Das Mädel

Ein Mädel sah ich gehen,
Ich stand am Gartenthor,
Mich konnte das Mädel nicht sehen,
Goldregen hing davor.

Ganz nah ging es vorüber,
Hätt`s mit der Hand ... weiterlesen


Das Nixchen

Ein Nixchen ist ans Land geschwommen,
Steht unter einem Blütenbaum,
Die warmen Sommerwinde kommen
Und trocknen ihr den feuchten Saum.

Mit großen Augen sieht die ... weiterlesen


Pusteblumen

Ein Schaf und zwei Lämmlein
Und all drei schneeweiß,
Und grün ist die Wiese,
Und heiß ist`s, heiß.

Am Heckchen, am Büschchen,
Kühl schattet`s ... weiterlesen


Die Equipage

Ein Spielball seiner scheugewordenen Pferde,
Der Vollblutfüchse, die wie furchtgepeitscht
Durch Staub und Funken in den heißen Tag
Den eierschalenleichten Wagen reißen,
... weiterlesen


Ein Mädchenlachen

Ein stiller Park. Ein ganz verträumtes Schloß,
So tief im Schatten, daß das Lichtgeschoß
Des Tags wohl niemals diese Fenster streift.
Das Dunkellaub uralter Ulmen greift
... weiterlesen


Der Parkteich

Ein stiller Teich träumt im verlassnen Park,
Von sonnendunklem Laub dicht überschattet.
Nur manchmal, wenn der Wind heftiger rauscht,
Huscht ein verlorner Lichtstrahl übers ... weiterlesen


Aus bangem Traum

Ein tiefes Ängsten trübte dein Gesicht,
Ich wollt dich wecken, aber wagt es nicht.

Bedarfst du doch des Schlafes, liebes Weib,
Für deinen müden und zermürbten ... weiterlesen


Begräbnis

Ein Trauermarsch. Sacht schwankt der Leichenwagen,
Den schwarzen Sarg verhüllt ein Blumendach.
Ein Weißbart folgt zunächst. Die Hände tragen
Auf samtnen Kissen kaum, so alt ... weiterlesen


Das Licht

Ein Traum nur war es, ein Gesicht,
Aus Dämmerung geboren:
Es kam des Wegs ein kleines Licht,
Als hätt`s den Weg verloren.

Es zitterte und schwankte sacht
... weiterlesen


Das unscheinbare Vögelchen

Ein unscheinbares Vögelchen
sitzt auf seinem Ast
und singt sein schlichtes Abendlied,
Ein kleiner, scheuer Gast.

Das unscheinbare Vögelchen
rührt mich, ... weiterlesen


Ein Frühlingslied

Ein Vöglein fliegt im Winde
Mit seinen bunten Flügeln
Und kann sich gar nicht zügeln.
Wie fliegt es so geschwinde,
Das kleine Vöglein Hoffen;
Die Welt steht ihm ... weiterlesen


Winter

Ein weißes Feld, ein stilles Feld.
Aus veilchenblauer Wolkenwand
Hob hinten, fern am Horizont,
Sich sacht des Mondes roter Rand.

Und hob sich ganz heraus und ... weiterlesen


Vorstadtgärtchen

Ein wenig Raum für enge Bretterlauben,
Ein wenig Feld für Kohl, Kartoffel, Rüben,
Und ein paar Beete, die am Weg verstauben. -
Man muß sich in Genügsamkeit dort üben
... weiterlesen


Maulheld

Ein Wetter fährt gewaltig her,
beugt Wipfel stark und stolz
und schleudert seinen blanken Speer
in alt und junges Holz.

Die Vögel ducken sich ins Nest,
... weiterlesen


Nächtlicher Besuch

Eine kleine Weile nur
Bleibt noch holde Geister,
Schnell verliert sich eure Spur,
Wird der Morgen dreister.

Liebliche Gedankenwelt,
Zauber eurer Hände,
... weiterlesen


Musik

Eine Musik lieb ich mehr
Als die schönste der größten Meister.
Täglich klingt sie um mich her,
Klingt täglich lauter und dreister.

Ich liebe sie sehr, und ... weiterlesen


Der Rittmeister

Eine Schwadron am Waldessaum,
Schwarze Husaren. Stehn wie der Baum,
Die Linke am Sattelknopf.
Vergoldet vom letzten Tagesstrahl
Pferdehals, blitzender Reiterstahl,
... weiterlesen


Tag und Nacht

Einen dichtesten, dunkelsten Schleier trug
Die Nacht. Quält alte Schuld und Not
Sie immer noch? Auf ihrem Flug,
Was sie mit leisem Flügel schlug,
Stand alles starr und ... weiterlesen


Sehnsucht

Einen höchsten Berg hatt` ich erstiegen,
weithin blaute uferloser Tag,
große, fremde Vögel sah ich fliegen,
sonnenwärts mit raschem Flügelschlag.

Nehmt mich ... weiterlesen


Der Trauermantel

Einsamer Mohn glühte am Grabenrand,
Ein Falter zog um ihn zitternde Ringe.
Ein Trauermantel. Sonnig lag das Land,
Der einzige Schatten war die schwarze Schwinge
Des ... weiterlesen


Auf der Straße

Einsamkeit bot ihren Gruß
Heute mir im Lärm der Gassen,
Wie verzaubert hielt mein Fuß,
Mensch und Tier vorbei zu lassen.

Braune Haide, schwarzer Wald;
... weiterlesen


Malönchen

Elfchen hat ein Flügelpaar,
Elfchen hat ein Krönchen,
Elfchen hat ein Ringelhaar,
Elfchen heißt Malönchen.

Elfchen schlürft vom Rosenwein,
Elfchen ... weiterlesen


Prolog zur Nietzsche-Gedenkfeier der Literarischen

Er fuhr vorüber, hellen Angesichtes,
Der Tod, als ging`s zu einer Hochzeitsfeier.
Wohin? Wem neidest du das Glück des Lichtes,
Du mit der Hast des beutefrohen Geiers?
... weiterlesen


Schelmkönig

Er ist ein Schelm, wer ist es nicht?
Der Schelme gibts die Menge.
Dem einen liest mans am Gesicht,
Stellt er sich noch so strenge,
Dem andern läuft ein Wörtchen quer,
... weiterlesen


Der Alb

Er liegt in Träumen, aber mit offnen Augen,
und sieht das Licht sich in den Vorhang saugen,
der vor dem hohen Fenster hängt,
sieht in der Ferne ungewissem Schein
die ... weiterlesen


Der Lichtträger

Er trägt ein Licht in der einen
und schützt es mit der andern Hand.
Es fällt ein mildes Scheinen
über ein klein Stück Land.

Er hat sein Licht nicht selbst ... weiterlesen


Herr Müller

Er ward über Nacht ein berühmter Mann.
Die guten Leute starren ihn an,
Grüßen tief und zeigen mit Fingern:
Seht den, ist keiner von den Geringern.
Ein Fremder fragte ... weiterlesen


Der törichte Jäger

Er zog hinaus, das Glück zu fangen,
und jagte mit erhitzten Wangen
bis in den späten Abendschein.
Umsonst, es war ein schlimmes Jagen,
er kehrte müde und zerschlagen
... weiterlesen


Der törichte Jäger

Er zog hinaus, das Glück zu fangen,
und jagte mit erhitzten Wangen
bis in den späten Abendschein.
Umsonst, es war ein schlimmes Jagen,
er kehrte müde und zerschlagen
... weiterlesen


Deutsche Weihnacht 1914

Erstarrte Hügel, winterliche Welt,
Helmspitzen, schlichte Kreuze, Grab an Grab.
Und auf die Helden, Freund und Feind, die hier
der Tod gesellt,
neigt segnend sich die ... weiterlesen


Auf Urlaub

Erzählen soll ich, wie`s gewesen?
Schön war es nicht. Geht selber hin!
Ich möchte von dem Druck genesen,
so lang ich in der Heimat bin.

Erzählt mir lieber, ... weiterlesen


Hand in Hand

Es geht ein Weinen durch das Land
und eine bebende Freude,
eine bebende Freude Hand in Hand
mit einem bebenden Leide.

Heiliger deutscher Opfermut!
Sterbende ... weiterlesen


Liebesgestammel

Es ist alles nicht auszusagen,
Was ich um dich gelitten.
Du musst meine schlaflosen Nächte fragen,
Da ich mit Beten um dich gestritten,
Mit Wünschen und Sehnen und ... weiterlesen


Vision

Es ist ein Feld, ein Feld der Schlacht,
das hat deutsches Blut getrunken,
da sind in frühe Todesnacht
die edelsten Söhne gesunken.

Es blüht eine Rose aus all ... weiterlesen


Der rechte Ort

Es ist ein stiller Pfad
Entlang an Klee und Korn,
Wo Furchen grub das schwere Rad;
Gaisblatt wuchert am Rand, und Dorn.

Rings Farben, juliwarm,
Und reifer ... weiterlesen


Der neidische Tag

Es läßt der Tag aus müder Hand
Die letzten blassen Rosen fallen
Und lauscht noch einmal, rückgewandt,
Dem lautern Lied der Nachtigallen.

Die haben im ... weiterlesen


Der Freier

Es saß im hellen Sonnenschein
Gevatter Tod am Grabenrand,
Kreuzte gemächlich Bein und Bein
Und hielt ein Blümchen in der Hand.

Er trieb das alte Fragespiel ... weiterlesen


Und gar nicht lange

Es steht ein Bäumchen kahl im Feld
Und friert in allen Winden.
Und will sich aus der weiten Welt
Kein Vogel zu ihm finden.

Und gar nicht lange, über Nacht,
... weiterlesen


Frau Anne

Es strich ein Schelm die Geige fein
Landum vor allen Schenken,
Da hob sich groß und kleines Bein
Und alles war im Schwenken.
Die braune Ann
Mit ihrem Mann,
... weiterlesen


Der schönste Kranz

Es war ein Trauertag. Der Himmel selbst
Hatt schwarze Fahnen ausgesteckt. Wir trugen
Den Freund zu Grabe, den aus reichem Glück
Der Tod mit einem raschen Griff sich holte.
... weiterlesen


Fahre, Schifflein, fahre...

Fahre, Schifflein, fahre,
Sterne über dir,
Früchte mancher Jahre
Trägt mein Schifflein mir.

War ein fröhlich Reifen
In durchsonntem Raum,
War ein ... weiterlesen


Eine Liebe

Fast noch ein Kind und hast Gewalt schon, bist
Schon Herrin über mich, der nun sein Glück
Einzig an deiner Huld und Güte mißt,
Demütig dein, und kann nicht mehr zurück.
... weiterlesen


Mancherlei Nutzen

Freuten uns an duftgen Blüten,
Die für uns im Laube glüten.

Nun, da sich auch Früchte zeigen,
Pflücken wir aus vollen Zweigen.

Kommt der Winter, ... weiterlesen


Vorschmack

Früh auf der Bank in meinem Garten
In holder Stille hinzuwarten,
Bis sich ein feiner Traum anspinnt,
Der mählich sein klar Gesicht gewinnt:
Nichts Lieblicheres ist zu ... weiterlesen


Der junge Morgen

Früh war der Morgen aufgewacht
Und schüttelte die Locken,
Drauf lag der Tau der Sommernacht
Wie Funken und wie Flocken.

Dann rieb er sich die Augen aus
... weiterlesen


Stadtfrühling

Frühling ward`s. Die weichen Lüfte
Künden`s und die kleinen Bäche
Trüben Wassers aus den Rinnen.
Wie das rieselt, gluckst und plappert,
Eh` der letzte ... weiterlesen


Frühling

Frühling, du bist wieder da!
und mein Herz ist sonnentrunken,
welch ein Leuchten! fern und nah
blitzen tausend Blütenfunken.

Leuchtend steht der junge Baum,
... weiterlesen


Genesen

Frühling, hab Dank!
War lange krank,
du läßt mich genesen,
ein frisches Wesen,
das, neu erweckt,
wieder die Arme ins Leben streckt.

Einmal - es ... weiterlesen


Frühlingsbotschaft

Frühling, welch ein süßer Laut
Kündet mir dein Kommen?
Früh schon, eh der Morgen graut,
Hab ich ihn vernommen.

War`s die erste Schwalbe schon,
Die auf ... weiterlesen


Frühlingsgang

Frühlingsmorgen und ein Singen,
Widerstehst du diesem Klang?
In die Felder will ich springen,
Wie als Kind ich fröhlich sprang.

Jede Blüte, die da schaukelt,
... weiterlesen


Das Liebesgedicht

Färbte nicht mein kleines Lied
Höher dir die Wangen?
Schuf dir nicht mein kleines Lied
Heimlich Herzverlangen?

Drücktest du auf jeden Reim
Nicht die ... weiterlesen


Aus fernen Tagen

Ganz ohne Anlaß kommt Erinnerung,
Wie aus des Himmels weitem leerem Blau
Verschämt ein rosig Sommerwölkchen taucht:

Still lag der Wald, still lagen Feld und Weg,
... weiterlesen


Der seltene Vogel

Geht ein kleiner Mann spazieren,
Unterm Schirm spazieren.
Kommt ein Sturmwind um die Ecken,
Ei, wie that das Männlein erschrecken.
Könnte sich verlieren.

... weiterlesen


Der Bettler Tag

Geliebte, meine Träume bringen dir
In weißen Händen ihre roten Rosen
Aus jenen Gärten, die dem Liebesstern
Das selige Leuchten ewigen Frühlings leihen.
Mit ... weiterlesen


Unnötig

Ging ich durch das hohe, reife Roggenfeld,
War voll Morgensonnenschein ringsum die Welt.

Durch die gelbe, blanke Sommerherrlichkeit
Wand versteckt der Weg sich und nur ... weiterlesen


Unterwegs

Ging ich um die heiße Mittagsstunde,
Die gewitterschwüle, durch die öde
Sonnige Vorstadtgasse meinen Pflichtweg,
Wie dem weiten, aufgesperrten Rachen
Einer plumpen ... weiterlesen


Gold, wenn ichs hätte

Gold, wenn ich`s hätte,
Das große Los!
Ob ich mir ein Reitpferd hielte?
Einen Viererzug?
Ob ich mir ein Rittergut kaufte?
Vielleicht gründete ich ein Asyl
... weiterlesen


Go’ Nach

Go` Nach, giv mi noch mol de Hand,
De is so warm un week;
Dörch`t Finster schient de helle Man
Uns up de witte Deek.

Dit is`n Stunn, bevor de Slap
Uns ... weiterlesen


Go Nach

Go` Nach, giv mi noch mol de Hand,
De is so warm un week;
Dörch`t Finster schient de helle Man
Uns up de witte Deek.

Dit is`n Stunn, bevor de Slap
Uns ... weiterlesen


Mein Weg

Hab` erst einen großen Anlauf genommen,
Wollt` gern eine Strecke vorwärts kommen,
In Sprüngen das hohe Ziel erreichen,
Das winkte mit seinen leuchtenden Zeichen.
... weiterlesen


Hans Haunerland

Hans Haunerland, ja, das war ein Mann!
Der griff sein Leben fröhlich an.
Kehrte man bei Hans Haunerland ein,
Hans Haunerland schenkte den besten Wein.
Der reichste Bauer ... weiterlesen


Das rechte Paar

Hans Husch aus dem Busch,
O je, ists ein Schelm!
Sein schwarz kraus Haar
Ist Hut ihm und Helm.
Schwarzaugen piffpaffen,
Schießen Löcher, o weh!
Doch die ... weiterlesen


Der Kletterer

Herbstmorgen, klar und mild, aus gutem Traum
Hast du, ein wenig früh, mich aufgeweckt.
Ich fand mich unter einem Kirschenbaum,
Die Hand nach seinen Früchten ausgestreckt.
... weiterlesen


Gebet

Herr, laß mich hungern dann und wann,
satt sein macht stumpf und träge,
und schick’ mir Feinde, Mann um Mann,
Kampf hält die Kräfte rege.

Gib leichten Fuß ... weiterlesen


Auf Flügeln

Herz, erträgst du diese Freude,
Trägst du so viel Seligkeit?
Himmel, Erde: Eine Sonne
Und Ein Blühen weit und breit.

Wo die überglühten Wipfel
Baden ... weiterlesen


Waldgang

Heut bin ich durch den fremden Wald gegangen,
Abseits von Dorf und Feld und Erntemühen.
Den ganzen Tag trug ich ein Herzverlangen
Nach diesem Gang. Nun stahl das erste ... weiterlesen


Tag der Toten

Heut ist der Tag der Toten. Niemals flossen
um Tote so viel Tränen. Grab an Grab
wölbt sich, und jedes hält umschlossen
ein Herz, das freudig sich zum Opfer gab,
... weiterlesen


Frühlingstrunken

Heute hat es zum erstenmal
Über die jungen Knospen gewittert,
Heut hat im Garten zum erstenmal
Um die Erdbeerblüten ein Falter gezittert.

Ich laufe die Steige ... weiterlesen


An Detlev von Liliencron

Heute hatt` ich einen Festtag, einen Frohtag.
In den Federn lag ich noch, ich Siebenschläfer,
Als erschreckend mich, an meinem Klingelzug schon
Stürmisch riß der brave, ... weiterlesen


Die Falte

Heute sah ich den Haß,
Den herrlich nackten Haß.
So dacht ich mir
Die trotzige Schönheit gefallener Engel:
Wildheit ganz
Und knirschender Stolz.

... weiterlesen


Schwalben

Hoch in die blauen Lüfte schwingt
die Schwalbe sich vom Dach.
Und eh ihr Zwitscherruf verklingt,
schwingt sich die zweite nach.

Die dritte folgt, die vierte ... weiterlesen


Bitte

Holder Frühling hauch mich an,
Dass ich neu erstehe,
Was ein Herz ertragen kann,
Ich ertrug`s an Wehe.

Einst so blühend, diese Brust,
Soll sie ganz ... weiterlesen


Der kleine Ritter am Weihnachtsmorgen

Hurra, mein neues Steckenpferd
hat feine flinke Beine!
Nun kauf ich mir ein großes Schwert
und reite ganz alleine.
Und reite, wie der Sturmwind weht,
rund dreimal ... weiterlesen


Das Familienalbum

Hüstelnd, ganz in sich zusammengesunken, sitzt die alte Dame in dem tiefen, weichgepolsterten Lehnstuhl. Von
schwarzem Seidenkleid umhüllt ein kleiner vertrockneter Körper. In schneeweißer ... weiterlesen


Geheimes Graun

Hälst den Atem,
Starrst in die Luft.
Siehst du was? Horchst du?
- Ja doch! es ruft.

Lautlose Stille,
Nirgend ein Muck!
Narren dich Träume?
... weiterlesen


An Annie

Ich ging in der Irre, du riefst mich nicht,
Ließt heller nur brennen der Liebe Licht.

Du wartetest ruhig und warst gewiß:
Mein Stern bleibt stehn in der Finsternis.
... weiterlesen


Lebe!

Ich hatte große Schmerzen still durchlitten,
Und einsam ging ich durch das Frühlingsfeld,
Und fühlte mich so arm inmitten
Der reichen Fülle, die mich sonst beglückte.
... weiterlesen


Das Leben lebt

Ich höre einer Flöte süßen Klang
von irgendwo aus offnem Fenster her.
Sie singt von Frieden einen Sommersang,
von reifen Blumen und von Früchten schwer,
von frohen ... weiterlesen


Unerreichbar

Ich kannt ein schönes stilles Land,
Jetzt liegt es wie in Märchendämmer,
Da weidete im Lichtgewand
Der Friede seine weißen Lämmer.

Ich weiß den Weg, bin ich ... weiterlesen


Passeggio

Ich lehne müßig an der niedern Mauer
des lauten Quais. Mir hinterm Rücken hält
mit leisen, gleichgemessenen Atemzügen
die blaue See Siesta in der Sonne
und treibt der ... weiterlesen


Müßte das sein!

Ich liege im Gras in meinem Garten
und lass` den Wind über mich hinstreichen.
Um mich ist ein Summen von vielen Insekten.
An den Blumen, den honigreichen,
hängen Bienen ... weiterlesen


Eine Reisebekanntschaft

Ich saß im Schnellzug erster Klasse
Vor einigen Tagen ganz allein,
Ein still beschaulicher Insasse.
Da stieg bei einer Feldstation
Ein Herr, zum mindesten ein Baron,
... weiterlesen


Am Himmelstor

Ich träumte mich auf einem bangen Weg,
auf einem hohen, schwindelschmalen Steg,
der führte mich bis an das Himmelstor.
Da stand ich lange, ohne Mut, davor.

Und ... weiterlesen


Glück

Ich vor dem Schreibtisch gedankenschwer,
Du vor dem Heerd im hin und her,
Sorgen wir beide den Boden zu nähren.
Heimlich reifen unsere Ähren.

Ruhen die Hände ... weiterlesen


Der Gärtner

Ich war als Gärtner ihm bestellt
Und zog es auf, so Jahr für Jahr,
Und war kein Bäumchen auf der Welt,
Das so ein liebes Bäumchen war.

Und hatten andre Freude ... weiterlesen


Die Räuber

Ich war, ein Knabe, in den Wald gegangen
Mit meinen Brüdern. Wie die wilden Rangen
Den Ferienmorgen durch die Büsche trieben,
Dass er entfloh, als hätt er Hasenläufe.
... weiterlesen


Zu Hause

Ich war, in tiefer Bitternis verwirrt,
In Not und Nacht vom Wege abgeirrt.

Ich blickte auf nach einem Trost und Schein,
Und alle meine Sterne schliefen ein.

... weiterlesen


In tiefer Scham

Ich weinte auf mein Brot und würgte dran
Und konnt`s nicht würgen und stand auf vom Mahl
Und ging hinaus ins kalte, kahle Feld
Und bot dem Märzwind meine heiße Qual.
... weiterlesen


Das Birkenbäumchen

Ich weiß den Tag, es war wie heute,
ein erste Maitag, weich und mild,
und die erwachten Augen freute
das übersonnte Morgenbild.

Der frohe Blick lief hin und ... weiterlesen


Der Dichter spricht

Ich weiß es ja, ein Gaukler gilt euch mehr,
Und zehnmal mehr ein reicher Kaffeemakler,
Ich laufe nur somit im großen Heer,
Mich überschreit ein windiger Spektakler.

... weiterlesen


Gieb dich darein

Ich wollte das Reis ausreuten,
Das mir aus dem Herzen trieb,
Wund riß ich den Boden,
Aber die Wurzel blieb.

Die tiefklammernde Wurzel
Tötete ich nicht,
... weiterlesen


Der Träumer

Ich, Du und die mich schelten,
Sind Blüten an Einem Baum,
Gott und die rollenden Welten,
Wir alle sind Ein Traum.

Ihr scheltet meine Träume,
Wenn auch mit ... weiterlesen


Meine Gläubiger

Ihr Hochmütigen,
Euch mehr dünkenden,
Ihr Pharisäer,
Wie vieles danke ich euch.
Nicht vielleicht Alles?

Ich danke euch meine Einsamkeit,
Mein ... weiterlesen


Sommer

Ihr singt von schönen Frühlingstagen,
Von Blütenduft und Sonnenschein,
Ich will nichts nach dem Frühling fragen,
Nein Sommer, Sommer muss es sein.

Wo alles ... weiterlesen


Die Einsame

Ihr war ein großes Leid geschehn,
Sie wollt es gern verschlossen tragen,
Doch mußte jeder Blick es sagen
Und jedes Lächeln es gestehn.

Sie hatte kleine Kinder ... weiterlesen


De lütt’ Boom

Ik bin de lütt` Boom
De an de Landstrat steit,
Plückt allens an mi` rüm,
Wat weglangs geit.

Een plückt sik`n Blatt,
De anner en Blöt,
... weiterlesen


Lengen

Ik kann nich slapen,
All lang hev ik wacht,
Dat Finster steit apen,
Wa schön is de Nacht.

Dar blinkt de Man,
Wit achter dat Meer;
Mi kümmt en ... weiterlesen


Die Sorglichen

Im Frühling, als der Märzwind ging,
als jeder Zweig voll Knospen hing,
da fragten sie mit Zagen:
Was wird der Sommer sagen?

Und als das Korn in Fülle stand,
... weiterlesen


Tänzerin

Im Mitternachtshain -
Mond träumt im Gezweige,
Wind spielt seine Geige,
Vöglein schlief ein -,
Da tanzt` ich im Dunkeln,
da schimmern und funkeln
die ... weiterlesen


Ausklang

Immer bleibst du lieblich mir,
Immer hold im Herzen,
Immer brennen heilig hier
Dir geweihte Kerzen.

Breiten um dein Angesicht
Einen frommen Schimmer,
... weiterlesen


Märchen

In deiner lieben Nähe
Bin ich so glücklich. Ich mein`,
Ich müßte wieder der wilde,
Selige Knabe sein.

Das macht deiner süßen Jugend
Sonniger ... weiterlesen


In der Pferdebahn

In der Pferdebahn auf den weichen Kissen
Hast du es dir bequem gemacht.
Verschlissen, Mädchen, ist deine Tracht,
Die dünnen Schuhe vorne zerrissen.
Und aus der ... weiterlesen


Mein Mathematikus

In der Tertia war`s, in der Mathematikstunde,
Da ward mir aus deinem Professorenmunde
Der erste Hohn für mein Dichten verabreicht.
Ein Jugendeindruck, der bis ans Grab ... weiterlesen


Mein Mathematikus

In der Tertia war`s, in der Mathematikstunde,
Da ward mir aus deinem Professorenmunde
Der erste Hohn für mein Dichten verabreicht.
Ein Jugendeindruck, der bis ans Grab reicht.
... weiterlesen


Weihnacht

In diesen Wochen heimlich aufgeblüht,
Des Kinderglaubens zarte Wunderblume -
Der keusche Kelch, wie lieblich er erglüht.
Ich knie vor dem vergeßnen Heiligtume
In holder ... weiterlesen


Konsequenz

In meinem Gärtchen, zwei Fuß vom Weg,
Hinter dem niedern Gittergeheg,
Blüht mir ein blauer Syringenstrauch,
Meine Freude, und meiner Kinder auch.
Aber die Buben von den ... weiterlesen


Des Gärtners Klage

In meinem kleinen Garten,
Ach wie eng ist die Welt!
Geduldig muß ich warten,
Bis ich mein Beet bestellt.

Tulpen und Maiglöckchen
Und kleine ... weiterlesen


Erinnerung

In meinen Versen weint und lacht,
Was mir mein Leben reich gemacht.
Wie mir das stille Tröstung giebt:
Ich habe dich so sehr geliebt.

Auch du blickst wohl darauf ... weiterlesen


Ebbe

In Schlick und Schlamm das Fischerboot,
Von letzter Welle leis umflutet
Und rot vom Abend überglutet,
Träumt`s von Fahrt und Wetternot.

Der Regenpfeifer läuft ... weiterlesen


Thies und Ose

In Wenningstedt bei Karten und Korn
Erschlug einst ein Bauer in jähem Zorn
Seinen Gast. Thies Thiessen war stark,
Und der Hansen ein Stänker um jeden Quark.

... weiterlesen


Das Birkenwäldchen

Inmitten öder Heide träumt
Ein Birkenwäldchen, sumpfumsäumt.
Die stillen Wasser blinken,
Daraus die Wurzeln trinken.

Hier geht sobald kein Menschenfuß
... weiterlesen


Späte Rosen

Jahrelang sehnten wir uns,
Einen Garten unser zu nennen,
Darin eine kühle Laube steht
Und rote Rosen brennen.

Nun steht das Gärtchen im ersten Grün,
Die ... weiterlesen


Das Apfelbäumchen

Junges Bäumchen, das ich selbst gepflanzt,
sag, wann schenkst du mir die ersten Früchte?
Edel bist du. Deine Art will Zeit.
Langsam reifst du, und ich muß wohl warten.
... weiterlesen


Zum Rendezvous

Kam er oder kam er nicht?
Sicher wird er meiner warten,
Lief von links die Katze auch
Übern Weg mir schon im Garten.

Zwar die Mutter fest und steif
Glaubt, ... weiterlesen


Das Lied

Kein Segel lebt auf dem blanken Meer,
Wildgänse rudern aus Norden her,
Der Wolken freie Wandergesellen
Trompeten über den weiten Wellen.

Von den Dünen herab, wo ... weiterlesen


Aus tiefer Qual

Kind, sieh nicht deinen Vater an,
Er hat sich gar so sehr geschämt,
Sich eine lange, bange Nacht
Um diese seine Scham gegrämt.

Und geh zu deiner Mutter, Kind,
... weiterlesen


Gruß dir, Jugend auf den Gassen

Kinderjubel, ausgelassen,
tollt vor meiner Krankentüre.
Fenster auf! Hallo! Ich spüre
ersten Frühling auf den Gassen.

Zukunft jauchzt mein Herz und freut ... weiterlesen


Auf dem Friedhof

Kirchenschatten, Dämmernacht
Breitverzweigter Linden,
Kreuz und Kranz so überdacht
Und umspielt von Winden.

Glockenklang und Drosselschlag,
Hügel still ... weiterlesen


An die Sorge

Knarrt die Stiege? Schritt vor Schritt,
Schlurfend, schleifend kommt es nah.
Kenne dich am Tapp und Tritt,
Sorge, bist du wieder da?

Ärgert dich mein ... weiterlesen


Unschuld

Knarrt die Thür und durch halben Spalt
Schiebt sich die zierlichste Gestalt,
Trägt eine Tulpe in der Hand:
Sieh mal, Papa, was Ursel fand.

Wirklich? Was du nicht ... weiterlesen


Unschuld

Knarrt die Tür und durch halben Spalt
Schiebt sich die zierlichste Gestalt,
Trägt eine Tulpe in der Hand:
Sieh mal, Papa, was Ursel fand.

Wirklich? Was du nicht ... weiterlesen


Frühling

Knospen tragen alle Bäume,
Und die Freude geht durchs Haus,
Herz, und deine schönsten Träume
Breiten ihre Flügel aus.

Wunsch und Hoffen, Lied und Lieder,
... weiterlesen


Ruhm und Liebe

Kühn wollt` auch ich nach Ruhm und Ehren fliegen,
Der Sonne nah in reinem Glanz mich wiegen,
Wo königliche Vögel einsam schweben.
Nun fesselt mir ein einziger Wunsch die ... weiterlesen


Tanzlied

Lachendes Kind, drolliges Kind,
Blitzblick und Grübchen in Wangen,
Nur einen Walzer noch. Nicht zu geschwind.
Seliges Wiegen so, la la la la la la
Will es im Himmel nicht ... weiterlesen


Nachtgang

Lautlos am umbuschten Weiher
Wandelt durch das Gras die Nacht,
Hinter ihr, ein feuchter Schleier,
Heben sich die Nebel sacht.

Weite, weite stille Strecken
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An eigene Adresse

Laß die Leier, greif zum Spaten,
Greif zum Hammer oder Schwert.
Thaten! Thaten! - Bier und Skaten -
Aber Lieder, laß dir raten,
Lieder werden nicht begehrt.


Geh nicht!

Leb wohl! Wie ruhte Hand in Hand
So kalt. Ich litt.
O, daß ich nicht ein Wort des Herzens fand!
Du gehst und nimmst den Frühling mit,
Nimmst Tag und Licht. -
Geh nicht!


Abschied

Lebewohl, Annegret, einen letzten Kuß!
Jetzt geht es zum Dorf hinaus.
Und hoch das Gesicht! Und jetzt mach Schluß
und wisch dir die Augen aus.

Dein rotes ... weiterlesen


Wenn ich sterbe

Legt rote Rosen mir um meine Stirne,
im Festgewande will ich von euch gehn,
und stoßt die Fenster auf, daß die Gestirne
mit heiterm Lächeln auf mein Lager sehn.

... weiterlesen


Abend an der Elbe

Leise ebbt der Strom. Im Schlick
Ragen plumpe Fischerkähne
Draußen gleiten, stille Schwäne,
Mit den weißen Segeln andre.
Und die Strecke überwandre
Breiter ... weiterlesen


Kahnfahrt im Herbst

Leise führ ich unsern Kahn
zwischen stillen Borden.
Was wir sommers grünen sahn,
ist nun braun geworden.

Uferhin, längs Feld und Rain,
lachten tausend ... weiterlesen


Im Entschlummern

Leise Füße gehn im Gras,
Eine Stimme flüstert was.
Ich hör es deutlich vom Garten her;
Ein Halbschlaf drückt die Lieder schwer.

Es spielt in meinen Traum ... weiterlesen


Wolken

Lichte Abendwolken wandern,
Eine stille Schwesterschar,
Selig eine mit der andern,
Einen Rosenschmuck im Haar.

Aber, die noch eben blüten,
Ihre Kränze ... weiterlesen


Der Walzer

Liebes Mädel, das Klavier
Hast du nun traktieret,
Wirst als Heilige dafür
Nicht kanonisieret.
Himmlische Cäcilia,
Vergieb dem Kind den Walzer da!

... weiterlesen


Frecher Besuch

Lyrische Geister,
dreist und dreister,
waren ein Stündchen bei mir geblieben,
wollten nun gehn. Verlangte ein jeder
zum Abschied noch Tinte und Feder,
wollte mir ... weiterlesen


Lütt Ursel

Lütt Ursel,
Lütt Snursel,
Wat snökerst du `rum?
Di steit din lütt Näs wull
Na Appel un Plumm`.

Lütt Ursel,
Lütt Snursel,
Din Näs is ... weiterlesen


Der letzte Trunk

Lärm, Fackeln, Waffengeklirr
Und stampfende Rosse, vom Sturm umbrüllt,
Und im Zelt ein goldenes Trinkgeschirr,
Zum letzten Mal gefüllt.

Ein letzter Becher nach ... weiterlesen


Der kluge Vogel

Läuft ein Bach durch die Au,
durch die grüne, grüne Au,
steht ein Holderbusch dran,
singt ein Vogel dann und wann:
        Kuckuck, kuckuck.
... weiterlesen


Vergebliche Bitte

Maiblumen, deinem Herzen nah,
Blühten an deinem Kleide.
Ich bat: »Schenk mir den Frühling da.«
»Nein,« riefst du mir zu Leide.
»Es war nur Spiel, war nur zum ... weiterlesen


Idylle

Maria unterm Lindenbaum
lullt ihren Sohn in Schlaf und Traum.

Her Joseph auch, der wackre Greis,
ist eingenickt und schnarcht ganz leis.

Vier Englein aber ... weiterlesen


Idyll

Maria, unterm Lindenbaum,
Lullt ihren Sohn in Schlaf und Traum.

Herr Joseph auch, der wackre Greis,
Ist eingenickt und schnarcht ganz leis.

Vier Englein ... weiterlesen


Der Gott der zärtlichen Herzen

Mein Herz, voller Zärtlichkeit betet,
Gott möge dir gütig sein,
Dies Herz, das manchmal zittert,
Es könnte kein Gott sein.

O Geliebte, wie kindlich,
... weiterlesen


Schlimm daran

Mein Kind, ich bin ein Dichter.
Weißt du, was das heißt?
Jedermann ist mein Richter,
Sei er so dumm als dreist.

Ich muß mich belächeln lassen
Von jedem ... weiterlesen


Aus dem Takt

Mein Weib und all mein holder Kreis,
Mein Kind und all mein lachend Glück.
Ich rühre an die Saite leis,
Wie hell klingt es zurück.

Nur manchmal, wenn von ferne ... weiterlesen


Irrende Seele

Meine arme, irrende Seele,
Wirst du nach Hause finden?
Welche Wege musst du noch gehen,
Bis du ein Licht und Ziel wirst sehen.

Lange bist du durch Unland ... weiterlesen


Pfingsten

Meine Seele, hörst du den Klang,
den fröhlichen Klang der Glocken?
Stimm an deinen hellen Pfingstgesang,
die Herzen zur Freude zu locken.

Du hast allen tiefen ... weiterlesen


Tanzfantasie

Meiner Tochter Gertrud gewidmet

Die Orgel braust, und zweier süßer Geigen
goldhelle Stimmen sind wie Sonnenfunkeln
auf dunklem Strome. Selbst die Engel neigen,
... weiterlesen


Ein Glück

Mir ging ein schöner Tag dahin,
Ging mir so durch die Finger.
Ja, die Tage, wie sie sind,
Sind gar flüchtige Dinger.

Früh springen sie an:
Wie ists ... weiterlesen


Zweimal zwei ist vier

Mit großen Gebärden und großen Worten
Treibens viele Leute allerorten.
Haben eine absonderliche Manier,
Zu sagen: zweimal zwei ist vier.
Orakeln im mystischen ... weiterlesen


Der Sieger

Mitternacht. In matt erhelltem Zelt
Prüft der Feldherr noch allein in stummer
Arbeit seinen Plan und wehrt dem Schlummer.
Morgen würfelt er um eine Welt.

Und aus ... weiterlesen


Elfen

Mondesstrahl von Zweig zu Zweig,
Silberfüßchen überm Steig,
Märchenauge tief im Teich,
Elfenreich, Wunderreich.

Schwirrt ein ganz klein Elfchen her,
... weiterlesen


Die tote Mutter

Mütterlein, du hast dich ganz
In die Erde nun verloren.
Wenn dich meine Liebe ruft,
Wo sind deine feinen Ohren?

Ach, was ist dir nun dein Kind,
Seine ... weiterlesen


Wie die Stakendorfer die Lübecker los wurden

Nach Stakendorf kamen die lübischen Herrn
Vor Zeiten alljährlich und kamen gern,
Zwangen die Bauern, den Zehnten zu zahlen,
Und zogen nach Haus mit Protzen und Prahlen.
... weiterlesen


Erntelied

Neigt euch, Ähren,
neigt euch dem Tod,
daß wir uns nähren
von eurem Brot!

Einer dem andern,
eiserner Zwang.
Wir alle wandern
den gleichen ... weiterlesen


Hinterm Knick

Neulich ging ich, leidlich trockenen Weges,
einmal vors Dorf, des Frühlings denkend, der endlich
auch in unserm wintergesegneten Norden
seinen Besuch könnte machen, der ewige ... weiterlesen


Auf meinen ausgestopften Falken

Nicht mehr über Wipfel gleitest du,
Über meinen Schreibtisch breitest du,
Ausgestopfter Balg, nun deine Schwingen,
Äugst auf mich herab und auf mein Singen.

... weiterlesen


Ode

Nicht mit Geniusflügeln, o Muse, hast du
deinen Sohn bedacht. Mit dem heil`gen Feuer
in der Seele wandelt er steile Pfade
        aufwärts zum Lichte.
... weiterlesen


Was will ich mehr

Noch halt mit beiden Händen ich
Des Lebens schöne Schale fest,
Noch trink und kann nicht enden ich
Und denk nicht an den letzten Rest.

Doch einmal wird die ... weiterlesen


Was will ich mehr!

Noch halt mit beiden Händen ich
Des Lebens schöne Schale fest,
Noch trink und kann nicht enden ich
Und denk nicht an den letzten Rest.

»Doch einmal wird die Schale ... weiterlesen


König Sommer

Nun fallen leise die Blüten ab,
Und die jungen Früchte schwellen.
Lächelnd steigt der Frühling ins Grab
Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,
Dem starken, braunen ... weiterlesen


König Sommer

Nun fallen leise die Blüten ab,
Und die jungen Früchte schwellen.
Lächelnd steigt der Frühling ins Grab
Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,
Dem starken, braunen ... weiterlesen


König Sommer

Nun fallen leise die Blüten ab,
Und die jungen Früchte schwellen.
Lächelnd steigt der Frühling ins Grab
Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,
Dem starken, braunen ... weiterlesen


Im Ostergarten

Nun grünt es hier und grünt es dort
und leuchtet auch um meinen Fuß
und grünt und blüht an jedem Ort,
ein erster goldner Ostergruß.

Nur fern am violetten ... weiterlesen


Die Weihnachtsbäume

Nun kommen die vielen Weihnachtsbäume
Aus dem Wald in die Stadt herein.
Träumen sie ihre Waldesträume
Weiter beim Laternenschein?

Könnten sie sprechen! Die ... weiterlesen


Weihnachtsbäume

Nun kommen die vielen Weihnachtsbäume
aus dem Wald in die Stadt herein.
Träumen sie Ihre Waldesträume
wieder beim Laternenschein?

Könnten sie sprechen! Die holden ... weiterlesen


Der singende Soldat

Nächtlich nach blutigem Kampfe
wacht ein Grenadier
allein in weiter Runde.
Den Tapferen graut es schier.

Die müden Kameraden
liegen zerstreut im Feld,
... weiterlesen


Steernkiker

O du leev Deern,
Wahen mit di?
Du schöttst as`n Steern
An mi vorbi.

Un wünsch ik mi wat
Un steit mi dat fri,
So wünsch ik mi dat:
De Steern ... weiterlesen


Einsamkeit

O Einsamkeit, tiefinnere Einsamkeit!
An deinem stillen Feuer wärm` ich mein Gemüt.
Nur manchmal schrei ich nach Gemeinsamkeit,
ob dort des Lebens rote Rose blüht.
Dann ... weiterlesen


O Gott, mein Gott!

O Gott, mein Gott!
Wie Viele gellten
Den Schrei empor,
Der sich verlor,
Der Woge gleich, der felszerschellten.

O Gott, mein Gott!
Wie Viele rangen
... weiterlesen


Der letzte Schmerz

O Herz, nun alle die Blumen
Und alle die Düfte im Garten
Und draußen in Feld und Wiese -
Worauf willst du denn warten?

Kannst du dich nicht ermannen?
... weiterlesen


Pfingstlied

Pfingsten ist heut, und die Sonne scheint,
Und die Kirschen blühn, und die Seele meint,
Sie könne durch allen Rausch und Duft
Aufsteigen in die goldene Luft.

... weiterlesen


Pfingsten

Pfingsten, das heißt: das Neuste vom Schneider,
Helle Hosen und weiße Kleider,
Neue Sonnenschirme und neue Hüte
Mit Bändern und Blumen, jeder Güte.

Pfingsten, ... weiterlesen


Die Bahnstation

Rechts die Fabrik mit ragendem Schlot,
Und der Bahnhof, wie tot,
Mit hartem, kaltem Beamtengesicht.
Links, nur auf sandigem Wege erreichbar,
Einem Schmutzfleck ... weiterlesen


Kinderreim

Rische rasche rusche,
Der Hase sitzt im Busche.
Wolln wir mal das Leben wagen?
Wolln wir mal den Hasen jagen?

Rusche rasche rische,
Der Hase sitzt bei ... weiterlesen


Ein Rosentag

Rose, du, am schwanken Strauch,
kaum erblüht, entblättert auch.

Soll ich dich darum beweinen?
Will es mir doch köstlich scheinen:

Einen Tag in Glanz und ... weiterlesen


Schweig, du laute Nachtigall

Rosenzeit, du weckst die Lust,
- flammt ihr roten Hochzeitskerzen -
wieder einmal Brust an Brust
junge, warme Lieb zu herzen.

Tage voller Sonnenschein,
... weiterlesen


Das Fenster

Rotes Auge glutet durch die Nacht:
Einsam Fenster, wo ein Mensch noch wacht.
Durch die dunkeln Eichen seh ichs glühen,
Welche Seele mag sich da noch mühen?

Wenn ... weiterlesen


Doris

Rötlich schimmern die Beeren aus dichtbeblättertem Buschwerk,
Und in den zierlichen Korb pflückst du die zierliche Frucht.
Helfend nah ich mich dir, durchwandelnd langsam die ... weiterlesen


In der Fabrik

Sah ich eine Weile zu,
Wie die Funken stieben;
Räder, Riemen ohne Ruh
Durch den Tag getrieben.

Hört` ich eine Weile, wie
Die Maschinen stöhnen,
... weiterlesen


Dat Rosenplücken

Sah zu jüngst einem Villenbau,
Die Straße weiß ich nicht genau,
Ging eine schmucke Dirn vorbei
Im blauen Waschkleid, die Arme frei,
Trug einen Korb, draus quoll ... weiterlesen


Ausfahrt

Schlitten vorm Haus,
Steig ein, kleine Maus,
Zwei Kätzchen davor,
So gehts durchs Tor,
Zwei Kätzchen dahinter,
So gehts durch den Winter.

Hinein ... weiterlesen


Ausfahrt

Schlitten vorm Haus,
Steig ein, kleine Maus,
Zwei Kätzchen davor,
So gehts durchs Tor,
Zwei Kätzchen dahinter,
So gehts durch den Winter.

Hinein ins ... weiterlesen


An der Wiege

Schrei nur, kleiner Schreihals, schrei,
strample mit den rosigen Füßen -
Deinen Hunger nach dem Brei,
deine Schmerzen laß uns büßen!

Diese Welt, in die ... weiterlesen


Schuld

Schuldlos oder schuldig?
Wer will bestimmen,
Wo die ersten Funken
Verborgen glimmen.

Ein einziger Lufthauch
Entfacht die Flammen.
Wer mag zum ... weiterlesen


Die Netzflickerinnen

Schweigend an den Dünen hin
Sitzen die Fischerfrauen und flicken
Die schweren Netze. Guten Fang
Mag der Himmel den Männern schicken.

Guten Fang und gute See.
... weiterlesen


An den Mai

Schäm dich Gesell! Kein Sonnenschein?
Und du stellst dich als Mai hier ein?
Du bist der rechte Tröster nicht!
Wer mag dein garstig Angesicht
Noch länger sehn? Geh ... weiterlesen


Sara Limbeck

Schön Sara, des Ritter Limbecks Weib,
War jung und immer fidel,
Der Ritter aber war krank an Leib
Und alt an Herz und Seel!
Und gab`s im Schloss ein fröhlich Bankett ... weiterlesen


Lockung

Schönes Kind von fünfzehn Jahren,
Gertenschlank, mit blonden Zöpfen,
Mit dem Strickstrumpf vor den Töpfen
Ach, was läßt sich da erfahren?
Mußt mit hellen Augen ... weiterlesen


Der Reigen

Sechs Mägdlein schreiten streng hervor,
Rundwandeln mit Gesange,
Um jede Stirn ein Rosenflor,
Und blühend jede Wange.

Sie schreiten hin, sie schreiten her,
... weiterlesen


An Liliencron

Sechzig Jahre! Ein junger Mann!
Sag, wann fängt dein Alter an?
Hast noch immer ein Gesicht
So kühn und frisch, wie dein erstes Gedicht.

Dein erstes Gedicht. Wie ... weiterlesen


Tal des Vergessens

Sei gesegnet, du mein Tal!
Alles hast du mir gegeben,
neuen Sinn und neuen Mut,
neue Liebe, neues Leben.

Was da draußen mich bedrängt,
mich gelockt und ... weiterlesen


Revolution

Sie drängen nach oben,
Die lange geduckt,
Das Haupt erhoben
Wird aufgemuckt;
Wollen auch was haben
Von der Welt Gaben.
Habt lange genug allein gezecht,
... weiterlesen


Liebeswoche

Sieben süße Geigen stimmten an,
Sieben kleine Engel spielten sie,
Saßen all in einem Mandelbaum.
Geigten wie aus einem Himmelstraum
Eine süße, süße Melodie.
... weiterlesen


Weihnachtsgebet 1915

Sieh, Herr, am Wege liegen wir
und heben unsre Hände
und unser blutend Herz zu Dir:
Ein Ende mach, ein Ende.

              ... weiterlesen


Gebet

Sieh, ich hab mich tief erniedrigt,
Willst du mich nicht wieder heben,
Mir noch einmal wieder Flügel
Nach der hellen Heimat geben?

Wenn ich meines Kindes ... weiterlesen


Oben

Sieh, nun bist du aufgestiegen,
Stehst jetzt auf dem höchsten Grat,
Siehst nun alles unten liegen,
Dran dein Herz gehangen hat.

Unerfüllte Jugendträume,
... weiterlesen


Reigen

Sind es bunte Schmetterlinge,
Die um Blumenbeete weben?
Sind es rosige Apfelblüten,
Die im leichten Lenzhauch schweben?

Ei, die kleinen Schmetterlinge,
Wie ... weiterlesen


Singe Mädchen

Singe Mädchen, dein Gesang
Ist ein flüchtig Schleierheben,
Deine scheue Seele zeigt
Unverhüllt ihr Blumenleben.

Seelen sind wie stille Seen,
Wer mag in ... weiterlesen


Ein Tageslauf

Sitz’ ich sinnend, Haupt in Hand gestützt:
Schöner Tag, hab’ ich dich recht genützt?

Einen Kuß auf meines Weibes Mund,
Liebesgruß in früher Morgenstund’.
... weiterlesen


Der Blick

So sah ich es: Ein feiner Knabe stand
im Herrenpark und träumte durch das Tor.
Die dunklen Augen, wie im Trauerflor,
wankten gleich Bettlern in das weite Land.

... weiterlesen


Trost

Still! `s ist nur ein Traum,
`s geht alles vorbei,
Was es auch sei.
Spürest es kaum,
`s ist nur ein Hauch,
Wie du auch.


Trost

Still, still -
`s ist nur ein Traum.
`s geht alles vorbei,
Was es auch sei.

So - so - -
Spürest es kaum.
`s ist nur ein Hauch,
Wie du auch.


Fruchtlos

Tag und Tag ein Hoffen, Bangen,
Eine kurze Stunde Glück,
Und dem sehnlichsten Verlangen
Schnellt der volle Zweig zurück.

Und nur Blüten sind`s zum ... weiterlesen


Sonnenaufgang

Tage, die ich ohne dich verbracht,
Waren Tage nicht, sie waren Nacht,
Nun von deiner Rückkehr mir ward Kunde,
Warte ich auf meine Morgenstunde.

Wenn das Licht ... weiterlesen


Der Backfisch

Tanzen! Tanzen!
Hab Herz und Kopf von vielem voll,
Ach, das Leben ist sonnig!
Aber wenn ich tanzen soll,
Tanzen soll,
Wonnig ist`s, wonnig!

Der Herr ... weiterlesen


Wäsche im Wind

Tollt der Wind über Feld und Wiese,
Hat seinen Spaß er überall,
Aber am liebsten neckt er die Liese
Mit einem tückischen Überfall.

Will sie ihr Zeug auf die ... weiterlesen


Reitertod

Traben, Rößlein, traben!
Über dir kreischen die Raben!

Schleppst dich gar so müde weiter,
dich und deinen wunden Reiter.

Sonne sinkt schon hinterm ... weiterlesen


Hans Sporck

Trabt ein Regiment durch Westfalen,
Bayrische Dragoner. Die prahlen.
Wie Hans Sporck der Glanz in die Augen sticht.
Hans Sporck war Kuhjung. Das paßte ihm nicht.
... weiterlesen


Das mitleidige Mädel

Trug mein Herz ich auf der Hand,
Wehte ein Wind her übers Land,
        Weg war es.

Kam ein Mütterchen. Mit Verlaub,
Habt Ihr mein Herz? Die ... weiterlesen


Lübecks Türme

Türme meiner Vaterstadt,
schöner hat mir nichts geklungen,
als wenn euer Glockenmund
Weihnacht in die Welt gesungen.

Lang ist`s her. Durchs deutsche Land
... weiterlesen


Segen

Türmendes Gewölk im Westen
und im Osten gleiches Drohen.
Auf, ihr schwarzen Wolkenfesten,
laßt die roten Blitze lohen!
        Langer Dürre ... weiterlesen


Ich trage Gedichte

Um den Theetisch saßen wir,
Oder tranken wir Kaffee oder Chokolade,
Ein Traum nur war es,
Und alles lebt nur wie Schatten noch,
Wie Bilder aus einer Laterne magika ... weiterlesen


Der Frühlingsreiter

Um Mitternacht
Bin ich jäh erwacht.
Hufschlag hallte, ein Horn erklang,
Dass ich erschreckt ans Fenster sprang.

Der Mond schien hell,
Und da kam es zur ... weiterlesen


Verbaden Leev

Un hev ik mi vergeten,
Un hev ik mi verschull,
Uns Herrgott möt dat weten,
Min Hart weer gar to vull.

Dree lange, lange Jahren
Leeg dat as glönige ... weiterlesen


Ko-ai - III.

Und nun sollt der Guß beginnen,
Mit den allerbesten Leuten,
Mit den wirklich höchst geschickten:
Sorgsam war die edle Speise
Treu und meisterlich bereitet.
... weiterlesen


In der Nacht

Unruhig steht die Sehnsucht auf,
Ihr ist so schwül, sie atmet tief,
Und hundert Wünsche stehen auf,
Die sie am müden Tag verschlief.

Sie rührt der Mutter an ... weiterlesen


Klage

Unter Sternen wandelst du,
Mondlichtüberflossen,
Mitternächtige Gartenruh,
Jeder Mund geschlossen.

Nur in deinem Herzen wacht
Noch ein Lied vom Tage
... weiterlesen


Idyll

Unter zarten Birkenzweigen,
Erster junger Frühlingsglanz,
Bläst der Schäfer seinen Reigen,
Doch kein Volk tritt an zum Tanz.

Nur die Schafe gehn und grasen,
... weiterlesen


Die treue Schwester

Vater und Mutter lagen im Grab,
Und der Bruder wollt übers weite Meer.
Wiebke hing an seinem Hals,
Verzagt und weinte sehr.

Meine Lampe will ich ans Fenster ... weiterlesen


November

Verloren friert der Mond im fahlen Blau
Des dämmernden Novemberhimmels ganz allein.
Kein Sternlein tröstet ihn. Irr flackt ein fahler Schein
Durchs traurige Gewirr der fast ... weiterlesen


Keine Ruhe

Verwunden glaubt ich`s, doch über Nacht
Ist alles wieder aufgewacht.
Ein kurzer Traum - und was begraben,
Steht auf und will wieder Leben haben.

Mit welken Rosen ... weiterlesen


Mein Gegenüber

Viel mehr nicht als ein Hofraum ist
Das brettumzäunte Plätzchen.
Das hellste in dem Gärtchen trist:
Die Leine mit dem Lätzchen.

Doch grade küßt ein ... weiterlesen


Ko-ai - I.

Von dem Glockenturm in Peking
Klingt das herrlichste Geläute,
Eine schönre Glockenstimme
Hört man nicht im ganzen Reiche;
Alle Leute stehn und horchen,
Wenn die ... weiterlesen


Weihnachtssperlinge

Vor meinem Fenster die kahlen Buchen
Sind über und über mit Schnee behangen.
Die Vögel, die da im Sommer sangen,
Wo die wohl jetzt ihr Futter suchen?
Im ferneren Süden ... weiterlesen


Regen

Vor meinem Fenster schwanken
Die schwarzen Coniferen
Im Regen und die schweren
Nassen Epheuranken.

Schatten allerwegen
Und Schleier. Nirgend ein Schimmer
... weiterlesen


Seliger Eingang

Vorm Himmelsthor, o süßer Traum,
Treffen wir uns wieder,
Hängt über die Mauer ein Apfelbaum
Seine weißen Blüten nieder.

Hockt auf der Mauer ein Englein ... weiterlesen


Heimkehr - II.

Wanderer (erwachend):

Goldne Lichter sah ich fließen
von dem Scheitel wunderbar,
hörte lieblich sich ergießen
Redestrom wie Sonne klar.

Wie ... weiterlesen


Heimkehr - I.

Wanderer:

Von Weitem winkte deiner Wipfel Gruß
dem müden Wandrer, dunkelschattiger Hain.
Erquickung hoffend, tritt des Matten Fuß
in dieses Friedens stillen ... weiterlesen


Die Schnitterin

War einst ein Knecht, einer Witwe Sohn,
Der hatte sich schwer vergangen.
Da sprach sein Herr: `Du bekommst deinen Lohn,
Morgen musst du hangen.`

Als das seiner ... weiterlesen


Die Schnitterin

War einst ein Knecht, einer Witwe Sohn,
Der hatte sich schwer vergangen.
Da sprach sein Herr: `Du bekommst deinen Lohn,
Morgen musst du hangen.`

Als das seiner Mutter ... weiterlesen


Getrost

Warum soll mir bangen in der Nacht?
Wandert nah nicht schon der lichte Morgen?
Wandert näher, hellen Angesichts?
Und an seiner Brust bin ich geborgen.

War die ... weiterlesen


Das Mädchen sinnt

Was es nur sein mag,
das mich am wachen Tag
wie im Traume bewegt,
still in den Schoß mir die Hände legt?

Was es nur sein mag,
daß ich die Nacht durch ... weiterlesen


Darum

Was freut dich so? Möcht`s wissen, mein Herz.
Ach, meint das Herz, das kann ich nicht sagen.
Vielleicht ist`s nur allein der März,
Und daß die Bäume nun Knospen tragen,
... weiterlesen


An...

Was ich Dir verdanke?
Goldenen Tag und Traum,
Des Glücks eine blühende Ranke
Um meinen Lebensbaum,
Eine Liebe, die im Verzichten
Schweren Sieg errang,
Und ... weiterlesen


Rosentod

Was lässt mich zaudern, mir vom Rosenstrauch
Des holden Kelches satte Lust zu brechen?
Wirft doch vielleicht der nächste Morgenhauch
Sie schon entblättert vor des Gärtners ... weiterlesen


Sehnsüchtige Seele

Was will ich denn und suche noch
und bin so voller heimlichen Erwartens,
als blühte wo ein spätes Glück mir noch
im Schatten eines unbekannten Gartens?

Ward mir ... weiterlesen


De Stormflot

Wat brüllt de Storm?
De Minsch is’n Worm!
Wat brüllt de See?
’n Dreck is he!

De Wind de weiht, up springt de Flot,
Und sett up den Strand ern natten ... weiterlesen


Weißt du noch?

Weist du noch? Am Brunnen war es,
Und die blanken Wasser rauschten,
Und am Marktplatz die Paläste
Waren steife, stumme Gäste,
Als den ersten Gruß wir tauschten.
... weiterlesen


Morgen zwischen Hecken

Weit hinten liegt die große Stadt,
Die graue Stadt in Dunst und Rauch.
Hier spielt im Licht das grüne Blatt
Und schaukelt sich im Morgenhauch.

Hier ist das Leben ... weiterlesen


Strandbild

Weither, wo die Abendwolken
Auf den grauen Wassern liegen,
Drängen sich die Wellen, drüber
Letzte blasse Lichter fliegen.

Drängen ruhlos sich und hasten,
... weiterlesen


Weiße Narzissen

Weiße Narzissen leuchten
Über dein Bild her und sagen
Mit leisen Märchenstimmen
Von heimlichen Frühlingstagen.

Von heimlichen, warmen Tagen,
Wo sich die ... weiterlesen


Ritornelle

Weiße Syringen.
Ein schlankes Mädchen weint im Frühlingsgarten,
Ich kann das Bild nicht aus der Seele bringen.

Gelbe Narzissen.
Ein Feuerfalter ward vom jähen ... weiterlesen


Weiße Wolken

Weiße Wolken gehn im Blauen;
als, ein Kind, im Gras ich lag,
liebt` ich`s ihnen nachzuschauen,
träumte einen schönen Tag.

Weiße Wolken wandern immer,
... weiterlesen


Fußwaschung

Welch Traum doch nur: Ich auf den Knien vor dir
Das Tuch bereit in halb erhobenen Händen,
Und du den nackten weißen Kinderfuß,
Die Rechte raffte leicht den Saum des ... weiterlesen


Ein Gang durchs Fischerdörfchen

Wenige Hütten, gedeckt
Mit überragenden Schindeln.
Manche versteckt,
Wie`s Kind in den Windeln,
Hinter Apfelbaumgezweig
Und gegen den Steig
Von hohen ... weiterlesen


Allgegenwärtig

Wenn die Winde sacht
Um dein Fenster gehn,
Stimmen in der Nacht
Von den Hügeln weh`n,

Hoher Firnenkranz,
Um den See gereiht,
Seinen reinen Glanz
... weiterlesen


Gebet

Wenn Gebete der Liebe
Macht über dich haben,
Gieb deine Gaben, Glück,
Alle die lieblichen gieb,
Alle die glänzenden gieb
Unter den Würdigsten ihr,
Der ... weiterlesen


Bescheidener Wunsch

Wenn ihr uns nur wolltet lesen!
Was haben wir von dem Denkmalwesen?
Ach, wonach wir gedarbt im Leben,
Jetzt könnt ihr es so leicht uns geben:
Ein wenig Liebe. Der Tod ... weiterlesen


Hauskonzert

Wenn Mütterchen am Flügel sitzt
Und läßt die Finger springen,
Wies Bübchen da die Ohren spitzt,
Und wie die Schwestern singen.

Die Trudel singt schon frisch ... weiterlesen


Mein Glück

Wer weiß von meinem Glück? Schweigende Nächte,
Wenn alles um mich sorglos schlummert, sehn
Mich wohl mit offnem Herzen davor stehn,
Sehn, wie mit meinem Blut ich`s liebend ... weiterlesen


Vision

Wie manches Weib umfing ich schon in meinen Träumen,
Das zu umarmen ließ am Tag die Scheu mich säumen.
Gelegenheit verflog, die Frucht blieb ungepflückt,
Was half`s, daß ... weiterlesen


Erwacht

Wie selig hat mich`s gemacht,
daß unsere Wege sich trafen.
Nun lieg ich in der Nacht
und kann nicht schlafen.

O, welche Liebe war
in meinem Herzen ... weiterlesen


Erwacht

Wie selig hat mich`s gemacht,
Daß unsere Wege sich trafen.
Nun lieg` ich in der Nacht
Und kann nicht schlafen.

O, welche Liebe war
In meinem Herzen ... weiterlesen


Ein silbernes Märchen

Wie Spinneweben fein
Hängt in den Bäumen der Mondenschein,
Ist alles wie Silber: Baum, Beet und Steig,
Und wie glitzernde Glöckchen die Blüten am Zweig.

Klingt ... weiterlesen


Nicht aufkommen lassen

Willst du dich über die Menge erheben,
Halte die Ehre blank und eben,
Den kleinsten Flecken, den kleinsten Belauf,
Die Leute zeigen mit Fingern darauf,
Froh eine Stelle ... weiterlesen


Die letzte Nacht

Wir gingen durch den weißen Sand,
Langsam, im letzten Sonnenbrand,
Die Wellen kamen sachte, sacht,
Und auf den Wellen kam die Nacht.

Die eine Nacht, die letzte ... weiterlesen


Liebeslied

Wir gingen still den Fluß entlang
und sahen Schiffe ziehen,
die ihren schnellen Reisegang
sich von dem Winde liehen.

Da fühlte doppelt ich das Band,
das ... weiterlesen


Herbstgesang

Wirble deine Feuerblätter,
wilder Herbst, mir um den Hut.
Ach, in deinem Flammenwetter
lodert mir der alte Mut.

Schleudre Schloßen mir entgegen,
meine ... weiterlesen


Nachtgang

Wo die dunklen Wälder liegen,
wo die Wipfel ernst und schwer
wie im Traum sich leise wiegen,
kommt`s wie Märchenlockung her.

Wo die stillen Felder strecken
... weiterlesen


Frühlingsweben

Wo die letzten Häuser stehen
Hinter zart begrünten Hecken,
Führt der Weg zum Wald hinein.
Erst doch gilt`s zwei Dirnlein necken,
Die mit hellen Augen sehen
... weiterlesen


Heimweh

Wo die Wälder Wache halten
um dein weißes Haus,
daß nicht wilde Sturmgewalten
toben ein und aus,

kommt auf weichen, schnellen Schwingen
öfter wohl ein ... weiterlesen


Winterwald

Wo ist der lustige Waldvogelsang
Und das spielende Laub? Verweht,
Was ist das für ein fremder Klang,
Der im Wald umgeht?

Das ist die Axt, die frisst am Holz
... weiterlesen


Kopfweh

Wüst ist mir`s unterm Schädel heut,
das wühlt und klopft und bohrt und nagt,
daß kein Gedanke einen Flug
nur zollhoch überm Boden wagt.

Die Flügel hängen ... weiterlesen


Der schlafende Wind

Über die verhüllten Abendhügel
Steigen schon die ersten Sterne her,
Einmal rührt der Wind noch seine Flügel,
Alles schweigt und träumt, nun träumt auch er.

... weiterlesen


Der schlafende Wind

Über die verhüllten Abendhügel
Steigen schon die ersten Sterne her,
Einmal rührt der Wind noch seine Flügel,
Alles schweigt und träumt, nun träumt auch er.

... weiterlesen


Feierabend

Über reifen Ähren liegt
Stiller, goldner Abendschein.
Eine junge Mutter wiegt
Sacht ihr Kind und singt es ein.

Letzter heller Sensenklang
Zittert übers ... weiterlesen


Weihnacht

Zeit der Weihnacht, immer wieder
rührst du an mein altes Herz,
führst es fromm zurück
in sein früh`stes Glück,
kinderheimatwärts.

Sterne leuchten ... weiterlesen


Würfelspiel

Zieh mir zum Frommen ich die Summe aller Tage,
Wie vieler ward ich froh, wie viele brachten Plage?
Wie oft im Würfelspiel warf ich des wilden Lebens
Der Augen grad` genug, wie ... weiterlesen


Zu ihr!

Zu ihr! zu ihr! Es schlägt das Herz
Mit dreifach schnellen Schlägen.
O hätten Schwalbenflügel doch
Die Sohlen auch, die trägen.

Zu ihr! zu ihr! Schon bin ich ... weiterlesen


Zufriedene Stunde

Zufriedene Stunde. Durch die offne Thür
Kommt vom Balkon die milde weiche Luft
Des niedergehenden Septembertages
Und, minder mild, der Lärm der Straße: Kreischen
Von ... weiterlesen


Fritz Stavenhagen

zum Gedächtnis

Es sprach die Not: Ich quäle dich.
Es sprach der Mut: Ich stähle dich.
Es sprach der Sieg: Ruhm winkt und Licht.
Es sprach der Tod: Ich will es ... weiterlesen


Die Brüder

Zwei Brüder schnitten, Schlag auf Schlag,
Des Vaters Feld an heißem Tag.

Ein jeder tats dem ändern gleich
Mit rechtem Schwung und sichrem Streich.

Nun ... weiterlesen


Zwei Pärchen

Zwei Pärchen treiben im Garten ihr Spiel,
Zwei Pärchen bunt und klein,
Das eine um einen Blumenstiel,
Das andere um einen Stein.

Sitzt auf dem Stiel ein ... weiterlesen


Die Mordeiche

`Du trägst nach lachenden Lippen Lust
Und blühendem Leib Begehr?
Ich still dirs!` - Sein Dolch küßt des Junkers Brust.
Ein Schrei - und keiner mehr.

Kein Vogel ... weiterlesen


Der tapfere Schneider

`Ich wollt`, ich wär` ein Held und ritt
Als Oberst in den Krieg,
Und tausend Helden reiten mit,
Das giebt den schönsten Sieg.

`Ich wollt`, ich wär` ein ... weiterlesen


Tein Penn

`Tein Penn man, Herr! - Herr, man tein Penn.` - Was hatte
Das Herz verhärtet mir, daß rauh ich wehrte
Mit kaltem Nein? - `Herr, man tein Penn de Blomen.`
Kornblumen waren`s, ... weiterlesen


Likendeelers

`Vitalienbrüder! Ahoi! Unser Glück!`
Gluck - gluck. Leer war der Humpen.
Störtebecker lehnt sich schmunzelnd zurück,
Klaus Störtebecker läßt sich nicht lumpen.
Beim ... weiterlesen


Der letzte Trunk

`Wasser! Wasser!` - Zum Tode wund
liegt der Hauptmann auf blutigem Grund.
Die Reihen hin, die Reihen her:
Keinen Tropfen mehr, jede Flasche ist leer.

Vom Feinde ... weiterlesen



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