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Gedichte - Hanns von Gumppenberg


Stammtisch der Vorgeschrittenen

(nach stefan george) die hölzer
schwedens harren auf dem
tische beflimmert von dem blendeglanz
der birnen und säfte warten, schwül
verführerische zu röten feuchte
längst erb
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Finale

(Zu einem Bilde von Franz Rieth) Die
Kater, die Kater, sie kommen, Die
großen, die schwarzen, die
frommen! Pfui, hockt mir schon einer im
Nacken - Nun wollen wir wilder un
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Die Larven

(Zu einer Zeichnung von A.
Weißgerber) Große hohle
Larven, Grinsend oder greinend, Sind so
viele Helden Heutzutag`: Wer das
ausgefunden, Fragt sich sehr b
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Der satanistische Poet

Ach du armer Satanist, Bang gezwungen,
zu verrenken All dein Reden, Dichten,
Denken, Weil du sonst `erledigt``
bist: Nicht dir selbst gehörst du
mehr, Rastlos mußt du dich
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Den weinenden Philosophen

Ach, was macht ihr Bängerlinge Vor der
Zeit euch miserabel? Wohl, wir sind nur
Engerlinge Für den großen
Rabenschnabel: Doch was ist, das kann
genieren Nur, solang` wir`s
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Daheim

Alle wir, schon eh` sie uns
begraben, Wollen irgend eine Heimstatt
haben, Wo nichts Fremdes kältet oder
schwült, Wo man wirklich sich zu Hause
fühlt: Weib und Kind im wo
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Maienspuk

Als die roten Kastanienblüten
fielen Mit dem feurigen Gold in ihren
Kelchen Vor dem neuen, blitzeblanken
Schulhaus, Standen wir gereiht zum
Maienauszug, Buben, Mädels, nach dem
gleiche
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Die Linden von Zellerburg

Alte Linden hier im grünen
Grunde, Mächtige! in euern
Schattenbann Trete recht mit Ehrfurcht
ich heran, Wie ein Knecht in eine
Fürstenrunde. Stärker als wir
flüchtig stolzen
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Der Eierkuchen

Am heiligen Karfreitag Grub ich ein
Kräutlein fruh: In einem
Eierkuchen schickt` ich`s dem Liebsten
zu. Es wird ihm gar nichts schaden, Ihr
blonden Schwestern, wißt!
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Der Rechte

Auf Kynast hauste klug Junggräfin
Kunigunde; Es war ein scharfer Zug An
ihrem schönen Munde. Sie ließ
verkünden weit Im blütenweißen
Maien: `Gern wär` ich wohl
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Rache

Aus dem Nasenbeine meiner
Anneliese Schnitzelt` ich mir auf der
gelben Totenwiese Eine Doppelspitze
jetzt für die Zigarren, Die Frau
Anneliesen so unleidlich waren. Niemals
durft
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Vampyre

Bangen nicht könnt` mir vor jenen
Vampyren, Die, wie gespenstische Sagen
wollen, Nächtens im Schlaf uns
beschleichen sollen, Weil sie nach
unserem Herzblut gieren. Munter führ`
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Gut und klug

Das ist mir ein Trost in Zweifel und
Leid: Wer wirklich gut ist, der ist auch
gescheit! Doch auch dies andere macht
mir Mut: Wer ganz gescheit ist, der ist
auch gut! Die sc
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Das Mühlrad

Das Rad, wie sichs hebt Mit wuchtigen
Hieben! Es scheint belebt - Und es wird
nur getrieben. Die strömende Welt Geht
drüber im Schwalle: Das funkelt und
fällt -
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Der Schöpfer des Walzers

Das war Herr Neidhart von Reuenthal,
Der kannte nicht Neid noch Reue - Der
liebte den freien Sonnenstrahl Und
die lachende Himmelsbläue! Seine Burg
war eng, doch sein Her
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Die verborgenen Güter

Daß die Zeit im Traum sich dehnt, Daß
ein tatenvolles Leben In Minuten sich
begeben, Wie es Märchenlust
ersehnt: Muß es uns in unserm
Wahn Nicht an falsche Maße mahnen,
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Den Studenten

Der Heidelberger freien Studentenschaft
geschrieben Holt euch bei der alma
mater Manchen Rausch, doch keinen
Kater! Dieses Schwere wird euch
glücken, Wenn ihr auf der Erde Rücke
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Nebel

Der Nebel, der auf die Gassen Sich senkt
mit schleierndem Wallen, Er will uns
nicht irren lassen, Er sagt nur die
Wahrheit uns allen. Er zeigt, wie
allein wir wandern Auf sc
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Herbstlaub

Der Sommersonne goldlohenden
Schein Sogen die grünkühnen Blätter
ein, Selber das Gold zu erwerben - Nun
müssen sie alle sterben. Aber die
Buße Macht ihnen nicht ban
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An das Feuer

Dich vor allen Deinen Geschwistern Hab`
ich von jeher geliebt, Feuer, du
hohe, Herrliche Flamme! Träg und
schwer Lagert die Erde, Traurig
verträumt Wandert das
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Apfelernte

Die ersten Äpfel fallen vom Wurm, Die
zweiten Äpfel, die fällt der Sturm,
Die dritten erntet man ein: Welche
mögen die besten wohl sein? Die
dritten natürlich! lacht jede
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Letzter Stoßseufzer eines Journalisten

Die für jeden Quark der Zeiten Meinen
Kopf ihr habt mißbraucht, Bis in lauter
Nichtigkeiten All sein Inhalt war
verraucht: Hirnvampyre, zeigt euch
edel! Füllt euch wenigs
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Eltern und Kinder

Die wir sandten in das Leben, Zage
Mädchen, wilde Knaben: Könnten ihnen
wir doch geben, Was wir selbst
errungen haben! Könnten wir an sie
vererben Unser Wisse
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Knödellied

Diese wundervollen Knödel Munden
wie Ambrosia: Doch entstehn sie wenig
edel - Weh, wenn man sie werden
sah! Gott sei Lob! uns bleibt
verborgen All` die schlimme
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Das Fenster

Du leeres Fenster hoch am grauen
Haus, Du Lücke, die man einst dem
Lichte ließ, Dem Farbenstrom von
draußen und von drinnen - Wer alles
lugte schon durch dich heraus, Den
dunkler Trie
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Henrik Ibsen †

Du wirst nicht umgegossen, Knopfgießer
hütet sich sehr - Du bleibst, in dir
geschlossen, Ein Erzbild, ragend am
Meer! Und die zu starr dich fanden, Die
draußen in Wind und Flut
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Der gute Ofen

Durchschnittsleute sind wie
Ofenkacheln, Die, wenn wir` mal selbst
nicht glühn und schwärmen, Uns die
Stube doch behaglich wärmen, Kalten
Stunden nehmen ihre Stacheln. Darum sc
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Den Reinen

Ehe die Blüten verstieben, Ehe noch
dunkelt das Grün, Mädchen, o lasset
euch lieben, Ehe die Wunder
verglühn! Die euch umschwärmen, die
Knaben, Jugendlich sehnend wie i
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Das Zigarrenlied

Ein Couplet Der Mensch ist wie eine
Zigarre, Gewickelt als
Wickelkind, Sortiert und gepreßt mit
viel andern In ein Titelkistchen
geschwind! Und ist er dann trocken
unfragli
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Bestellung

Ein Glas Punsch Ist mein
Wunsch! Die Welt ist kalt: ich will
mich erwärmen - Und geht das mit dem
Herzen nicht, So geht es mit den
Gedärmen! Die Welt ist tr
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Musikalisches

Ein Klangpoet modernster Richtung, Ein
Heros der symphonischen Dichtung - Ihr
Journalisten, weint und schreibt - Hat
heute früh sich selbst entleibt: Und in
den Zügen bleich und jung
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Der Reiche

Ein Monolog Gottes Ihr wollt mich
lästern, Ja lächerlich leugnen,
Gehirnmikroben Auf euer`m wirbelnden
Sandkorn, Weil das alternd Unter
euch einb
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Der neue Anzug

Ein neuer Anzug ist was Wundervolls, Ein
neuer Anzug macht uns froh und
stolz! Ein neuer Anzug macht uns fromm
und rein - Ein neuer Anzug ist ein
Heiligenschein! Dem Pöbel
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Den Lichtgenossen

Ein Weihnachtslied Hundert Kerzen
trägt die Fichte, Prangt in ihrem
Silberlichte Wie ein reicher
Märchentraum - So als hundert
Seelenflammen Stellt das Schicksa
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Einkehr spätabends

Endlich ein Menschenhaus, Äste, die
gastlich sich breiten, Peter und Steffel
und Klaus - Plaudernd nun schau` ich
hinaus In die verdämmernden
Weiten. Seltsamer starren sie
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Erinnerungen

Erinnerungen, die wir sterben
ließen, Die unser warmes Herzblut
nimmer nährte, Sie folgen doch als
Schatten unsrer Fährte Und lauschen
draußen, wenn wir nun genießen. Im
Dunk
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Frühling

Es fühlt sich immer doch wie
Wundergnade, Wenn erster Würzgeruch die
Lüfte schwellt, Wenn aus dem langen
rauhen Eisesbade Geklärt und
neuverjüngt auftaucht die Welt! Was
welk
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Liebesbüsche

Eure Rätsel, dichtversponnene
Büsche, Bald nun sind sie wieder
gelöst, wenn spottend Pfeift der Wind
durch die leergeschüttelten
Zweige! Wenig seid ihr selbst: doch
flochtet ihr flüsternd
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Die Mutter des Humors

Freund Humor - dich würdigt
jedermann, Weil so ganz ins Wesen du
gedrungen! Was kein Tor und auch kein
Weiser kann: Dir ist`s wunderleicht
gelungen. Gegen alle Not bist du ge
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Diabolo

Ganz allein auf dem abendstillen
Platze Vor dem alten, finstergroßen
Dome Spielt ein Mädelchen mit
fliegendem Blondhaar Diabolo: Auf
und ab mit lustigem Wechselschlage
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Besinnung

Gelassen, ihr Starken! Die Stunde, sie
eilt: Und Lachen und Weinen, Es will nur
was scheinen, Solang es verweilt! All
Gutes und Schlimmes Muß flüchtig
vorbei -
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Tag und Nacht

Glaube nicht nur dem Sonnenlicht: Ganze
Wahrheit zeigt es dir nicht! Bist wohl
zur Hälfte lichtdurchtränkt, Aber zur
Hälfte auch eingesenkt Ins
heimlichgroße Reich der Nacht -
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Zum Verkauf eines Rembrandtbildes

Große Kunst ist nur zu lohnen Mit
Millionen, mit Millionen! Voll
Begeist`rung schreit`s die Welt, Opfert
gern ihr schönstes Geld, Wann es zu
erwerben gilt Ein signiertes Meisterb
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Die Eheviertel

Halb schleichende Katze, Halb trippelnde
Taub`, So geht auf dem Platze Nanettchen
auf Raub. Halb stoßender Geier, Halb
wedelnder Hund, Umkreist sie ein
Freier S
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Bescherung

Hei, wie das trippelt und tastet und
späht, Aufgreift und mustert in
fiebernder Eile, Bis dann ein jedes
Menschlein steht Stolz überschauend vor
seinem Teile! Und von der Beute,
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Ostern

Heute, da Osterluft weht, Darfst du den
Zauberspruch wagen, Seele, daß dir auch
ersteht, Was du zu Grabe
getragen. Liebe zu allem, was ist
- Einst in jungfeurigen Stunden,
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Die toten Freunde

Heut` Nacht, als ich die Straßen
durchstrich, Meine toten Freunde
erwarteten mich, Der eine da, der andre
dort, Ein jeder an seinem besondern
Ort Als Kamerad für den eins
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Wir Verdrießlichen

Hielten immer wir im Sinne, Was uns
Gutes war beschieden, Mit dem
reichlichen Gewinne Wären dauernd wir
zufrieden! Doch das Gute wird
vergessen, Und das Schlimme wird behal
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Hinter der Ausstellung für angewandte Kunst

Hier zwischen den Bäumen in
Dämmernacht Hab` ich das Fest erst
mitgemacht! Da stellt unterm Dach
tiefleuchtenden Blau`s Der junge
Münchener Sommer aus: Geniale Blatter,
famoses Gras
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Nacht

Hinterm fernsten Saume sinkt das
Licht, Sinkt der Sonne flammendes
Gericht, Sinkt, versinkt, als wär` es
fürder nicht. Und die Erde streift
erlösungstrunken Aus den Locken sich
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Der Wartturm

Hoch stauen sich die Wälder Am alten
Mauerrest; Dem grauen
Todesmelder Bereiten sie ein Fest. Mit
grünem Jubilieren Umdrängen sie den
Greis: `Was träumst du vom Ve
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Die Sonnenuhr

Ich harr` als tote Fläche, Hoff` alles
nur von dir: Und willst du, daß ich
spreche, Frau Sonne, sprich zu mir! Du
sprichst mit hellem
Strahlen, Herflammend übers Land -
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Den Unruhvollen

Ich lasse von euch mich nicht
niederziehen Ins Chaos blutsaugender
Sorgen und Schmerzen - Ihr sollt mir
nicht wirren die Harmonieen, Und wärt
ihr die nächsten an meinem Herzen!
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Reiselied

Ich liebe sie alle, die reisen Zu Wagen,
zu Rad und zu Bein, Denn die Freien und
richtigen Weisen Müssen stets auf der
Wanderschaft sein. Im würdigen Hocken
und Kleben Erl
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Gesang guter Geister

Ihr dürft nicht wissen, So heiß ihr
giert, Weil erdentrissen Ihr nur
verliert; Ihr sollt nicht gaffen Und
fragen: warum? Vertrauend schaffen Ist
Menschentum!
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Abendfeier

Im Abendgoldbrand Lohen die
Fenster, Brennen die Giebel, Glühen die
Wolken, Wundergleich... Was scheidest
du so feierlich, Sinkende Sonne? Von
unsern schlic
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Wiedergeburt

Immer enger, immer strenger Hält das
Leben sein Gericht: Leichte Sänger,
lose Fänger, Sie geleiten uns nicht
länger, Auch Genossen bester
Stunden Schwenken ab und sind verschwu
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Reiz des Lebens

Immer hab` ich es geliebt, Daß es
Leute, die lebendig, Solche, die nur
öd-verständig, Solche, die schon halb
elendig, Und auch ganze Narren gibt!
Was auch hätten wir
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Die Ehernen in der Innsbrucker Hofkirche

Immer, wenn Tirol mich zog ans
Herz, Trieb es mich, in euern Kreis zu
treten Und auf meine Art bei euch zu
beten, Alte, stumme Wunderschar von
Erz! Euch entsank die rote Fackelpra
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Dorfkirche im Regen

In Bogensprüngen tanzt der Regen Herab
am steilen Kirchendach, Und unter ihren
leisen Schlägen Wird ein verlornes
Klingen wach: Als sängen alle, die
entschliefen, Die ein
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Einheit

In die Wiese streck` ich mich
nieder, Unterm Nacken die Hände
kreuzend Und nach der weißen,
hochgetürmten Wolke schauend, die
langsam Weiter rückt im Blau. Und da
mit ei
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Leben

Ist bezwungen denn der Tod Durch des
Sommers Machtgebot? Ist ihr Bild so ganz
versunken, Die den Becher leer
getrunken: Aller, die sich
wesenlos Bargen in der Erde Schoß? Hi
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Seele und Geist

Ist`s edler, hinzugeben Die Seele einem
großen Leid, Oder, sich stark zu
erheben Ins grausam siegende Leben Mit
harter Männlichkeit? Von allen unsern
Fragen Mag kein
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Das alte Wirtshaus

Jüngst ging ich meinem Verlangen nach
In ein Bergnest, das einst mich
freute: Noch flirrten die Erlen, noch
rauschte der Bach, Noch grüßten
mich freundliche Leute. Doch
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Christbaumnüsse

Kehrt der Weihnachtsabend wieder,
Friedvoll und
verheißungshold, Schmückt man viele
tauben Nüsse Festlich mit dem
Flittergold. Und die goldnen Nüsse
leuchten
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Die getrennten Geschwister

Man bleibt ein Unikum: das ist nun
so Auf diesen schweigsam bunten
Lebensfahrten; Doch Brüder, Schwestern
hätt` ein jeder wo, Wenn er nur
wüßte, wo sie auf ihn warten, Die Br
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Menschenmaßstab

Man soll nicht unbescheiden sein Und
soll die Menschen nicht herrlich
wollen Gleich im ganzen, vom Kopf zur
Zeh`, Fürs Halleluja und Evoë! Ein
jeder hat doch Teil am Vollen, Ein
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Kinderlachen

Mich hat ein Kinderlachen Gestreift mit
seiner ganzen Lust - Was soll ich damit
machen, Ich, aller Bitternis
bewußt? Es klang so leicht und
helle, So arglos und so leidgefe
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Der Freund

Mir ward ein Freund hienieden! Als mir
mein bestes Tun mißglückt, Hat er
mein Aug` gemieden Zartfühlend und
bedrückt. Doch als mein Glück
gestiegen, Da war der
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Liebesjubel

nach Wilhelm Müller Ich ritzt` es gern
in alle Rüben ein, ich stampft` es gern
in jeden Pflasterstein, ich biss` es
gern in jeden Apfel rot, ich strich` es
gern auf jedes Butter
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Besuch

Nie sind Maiengärten zaubervoller Als
zur Nacht, wenn`s fern im Land
gewittert, Wenn der Donner summt als
leiser Groller, Und der schwüle,
schlummertrunkne Holler Unterm
weitverirrten
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Würdigung

Nun sprich `mal ganz offen und
frei, Ganz ohne Verschluß und Schlich
- Was ist denn dabei? Das
Irrlichtelieren der kreuz und quer Hab`
ich nicht nötig: und du nicht mehr
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Leuchten durchs Laub

O ihr dichtbelaubten Sommerbäume, Was
nur gibt euch euern großen Zauber? Daß
ihr wurzelt in der dunklen Erde, Daß
ihr aufragt in den hellen Himmel, Daß
ihr zwischen Erd` und Himmel
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Frauenhände

O ihr gütig lieben Frauenhände, So
geschickt, zu glätten und zu
heilen: Jede Freude wollt ihr mit uns
teilen - Aber nur verschönt als eure
Spende Reicht ihr stets die ganze uns am
En
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Hier in der Hölle

Ob auch trügerische Kühlung Manchmal
uns herniederträufel`: Jeder, bleibt er
hübsch in Fühlung, Fühlt sich doch
als armen Teufel. Unsre hohen
Ofengrade Lassen sich nic
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Unter den Masken

Oh, wie sie mich irritierten! Doch nun
kenn` ich ja das Spiel - Unter lauter
Wohlmaskierten Ging ich simpel in
Zivil: Trug nicht bunte
Faschingstrachten So wie sie das ganze
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Gesellschaft

Rück her, es soll uns nicht reuen!
Ein jeder treibt ja im Wind - Wir wollen
uns heute freuen, Daß wir beisammen
sind! Und gibt es kein Verstehen,
Wir tuen, als
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Der Gang aufs Eis

Sausend und surrend in wechselndem
Ringel Schwingt sich das Jungvolk
selbzweit und selbdritt - Herz, du mein
rüstiges, lüstiges Dingel, Tätest und
drehtest du heute nicht mit?
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Pflaumenschütteln

Schwer von der blauen Last der
Pflaumen Beugt sich der reiche Baum
entgegen - Fassen ihn auch schon frohe
Hände, Rauscht in das Gras der
Früchte-Regen. Hei, wie das springt im
w
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Spätherbst

Seinen Einzug hält Wieder der Tod in
die Welt: Aus Niflheim der finstere
Held! Siegte noch immer zuletzt, Siegte
auch jetzt. Und die Bäume, die
kampfmüden Recken, E
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Inspiration

Sieben
Watschewackelenten Stapfeplatschen durch
das Gras, Mit verschiedenen
Talenten Finden sie bald dies, bald
das. Seh` ich so die sieben
ziehen Schlapperschlingernd auf d
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Die Stadt

Soll ihr Bestes dir erzählen Eine alte
deutsche Stadt, Darfst du nicht den Tag
dir wählen Im Gewühl der
Krämerseelen, Mußt tiefnachts hinein
dich stehlen, Wann ihr Himmel Voll
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Abend im Park

Sommerabend liebt das Schweigen Nach des
Tages Lärm und Gier: Stille dunkle
Wipfel steigen In den Himmel von
Saphir. Doch darunter flüstern
Paare Von dem Glück der Dämme
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Neujahr

Und wieder sprang ein dunkles Tor, Und
wieder flutet Morgenluft Entgegen aus
dem Dämmerflor Aus unbetretnen Fluren
vor: Im Frühlicht grüßt ein neues
Land - Rauschend in dei
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Ring der Liebe

Verstohlen schielt man nach den kleinen
Schönen Als junges Blut, dem fremd und
wundergleich Der Aphrodite
früherschloßnes Reich, Und schwärmt
in erdentrückten Andachtstönen!
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Amor

Warte nur, du spöttisch lächelnde
Schöne, Die mit lässigem Klaps auf die
kleinen Finger Von sich scheucht den
scherzenden Knaben Amor - Warte nur, du
Kühle, du Ueberlegne! Weißt du
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Die fleißige Familie

Was von mir stammt, das muß
musizieren Und von mir sich lassen
dirigieren - Als Papa
Sitz` ich da Mit des Cellos
führender Gewalt, Geb` dem Ganzen Takt
un
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Der letzte Rausch

Wenn die Kräfte mürrisch mir
ermatten, Und der Tod mich rief ans
Telephon, Will ich mir noch einen Rausch
gestatten In dem besten Wein von
Avalon. Aber nicht am Tisch de
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Der letzte Gast

Wenn die letzten Lampen brennen
Traulich um den letzten Gast, Winkt ihm
köstliches Erkennen Nach dem Lärmen
und dem Rennen: Wenn die letzten Lampen
brennen, Wird ihm erst
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Letztes Leuchten

Wenn schon lang im Abendstrahl Rot
verglomm der Berge Glühen, Hellt die
Gipfel noch einmal Lilienbleich ein
weißes Blühen. Sinkend hat das
Lebenslicht Seine Farben schon
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Verglimmendes Scheit

Wie lohte die Flamme so stark und
stolz! Nun irrt der letzte
Funken Angstvoll durch das verkohlte
Holz. Er läuft und sucht mit jagender
Hast, Ob nirgend mehr Nahrung für ihn
sei
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Den Feinden

Wie sollt` ich euch zürnen Geheim oder
laut? Meine Haut ist hürnen Wie
Siegfrieds Haut. Ja, besser
geborgen Bin ich als er: Denn mir macht
Sorgen Kein Fleckche
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Liebe im Winter

Wir küßten uns wild, wir zankten uns
aus, Wir tollten und tanzten zum Hause
hinaus! Nun hältst du wie
erschrocken Im stummen Tanz der
Flocken... Über die glühenden Wangen,
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Sursum corda!

Wir wollen nie an Tod und Krankheit
denken: Was in uns Wert hat, das gehört
dem Leben - Wir wollen`s ihm und der
Gesundheit geben Und nichts davon dem
Nachtverfallnen schenken! D
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Wolken

Wolken, die den Himmel näher
bringen, Grenzen setzend seinen
Abgrundweiten, Seinen flutenden
Unendlichkeiten - Ferne Wolken, aber
endlich-ferne: Freundlich macht ihr
Sonne, Mond
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Samstag-Abend

Wozu würden wir denn leben, Wenn nach
dem verdammten Streben Nicht der
Samstag Abend wär` Mit dem Sonntag
hinterher? Fehlt` es uns an diesem
Ziele, Möcht` ich wir
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Kraft und Kraft

Wüßte sich die Kraft zur Kraft zu
stellen: Hei, wie würden sie den Weg
sich hellen, Und wie herrlich wär` das
Weltgebäude! Aber meist nur traurigste
Gesellen Haben an einander volle
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Die Blüten

Zierlich geputzt, im weißen
Schleier Harren die Blüten auf ihren
Freier: Herrn Flätterling, Herrn
Sumsumsum, Herrn Muck oder Puck oder
Hummelbrumm. Sind noch viel scheue
Bräut
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Zitherklang

Zitherklang, blitzend und klar, Wie der
Bergquell springt vom
Felsenkar, Zitherklang, silbern und
fein, Wie auf heil`gen Höhn der Sonne
Schein - Werde du Führer und
Licht Meinem
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Mine Haha Succuba

Zur Erziehung der jungen
Mädchen Kind, wie bist Du
ungeschickt! Muß man alles dir noch
zeigen? Wenn dich nicht der Teufel
spickt, Wirst du immer Trübsal geigen!
... weiterlesen


Meinem Kleinen

Zwischen Not und Schuld,
Zwischen Nochnicht und Nimmer, Mitten in
vierfach drohender Nacht Hat das
Glück mit leuchtendem Strahl
Sich eine Bahn gemacht,
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Finkenfütterung

`Ihr lieben Finken, frisch herzu,
Und sättigt euch zum Platzen!` Da
flattert`s auch schon her im Nu: Ein
Fink - und dreizehn Spatzen! Die
Spatzen sind gar frech und flink
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Versöhnung

`Kommt, wir wollen gute Freunde
sein, Statt im Kampf die Zähne uns zu
blecken - Freundschaft bringt uns allen
etwas ein: Doch mit Feindschaft läßt
sich nichts bezwecken!` Also
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