A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Gedichte - Hedwig Lachmann


Christian Wagner

(Zum 75. Geburtstag des Dichters) Die
Erde gab ihm ihre reinen Früchte Aus
freier Hand. Auf offner Flur Gedieh er
wetterhart und bot die Stirne Den
Stürmen und dem Friede
... weiterlesen

Anzeigen



Melancholia

Das Auge, das sich in dem Graus
verliert, Der langsam um den Erdball
rast, Wird vor Entsetzen irre und
gefriert, Wie wenn im Tod es brechend
sich verglast. Weh ohne Maß, ins unbe
... weiterlesen


Umsonst gelebt

Das Zimmer hat nur spärliches
Gerät. Im Herde glimmert ein verkohltes
Scheit. Gleichgiltige Lippen murmeln ein
Gebet. Es stirbt ein Mann. Vom Turme
schlägt die Zeit. Er hat nic
... weiterlesen


Spaziergang

Die Sonne steht schon tief. Wir scheiden
bald. Leis sprüht der Regen. Horch! Die
Meise klagt. Wie dunkel und verschwiegen
ist der Wald! Du hast das tiefste Wort
mir nicht gesagt.-
... weiterlesen


Empörung

Es freuen sich die Schergen und die
Schächer, Dass man die Unschuld peinigt
und verhöhnt, Gebunden steht das Opfer,
dran ein frecher Tyrannendünkel seiner
Willkür frönt. So m
... weiterlesen


Unterwegs

Ich wandre in der großen Stadt. Ein
trüber Herbstnebelschleier flattert um
die Zinnen, Das Tagwerk schwirrt und
braust vor meinen Sinnen, Und tausend
Menschen gehn an mir vorüber.
... weiterlesen


Schwermut

Mir ist, wie wenn in einer
Sommernacht Die Menschen schweigsam in
den Lauben sitzen. Die Luft ist schwer.
Ein Wolkenhimmel dacht Sich über ihnen.
Und die Fernen blitzen. Sie frag
... weiterlesen


Vorfrühling

Märzstaub fliegt auf. Es fröstelt
leicht. Der Tag in langer Dämmrung
bleicht. Vom Wind das Pflaster blank
gefegt. Es klingt verloren, was sich
regt. Der Kinder Spiel ist
... weiterlesen


Auswanderer

Sie nehmen ihre Kinder an der Hand Und
ziehen fort; es duldet sie kein
Land. Grenzwächter sind auf ihren Weg
gestellt, Wie wenn ein Hund am Tor die
Wache hält. Sind über
... weiterlesen